Leiden für den Christus
Abschrift der Schrift:
Leiden und Herrlichkeit für den Christus
Baader F. H. - Pasedag W. J. (1975)
Schriftenmission Willy Pasedag
Die Schrift ist antiquarisch noch erhältlich
siehe weitere Abschriften
Inhaltsverzeichnis
- "Musste nicht der Christus dieses leiden und in Seine Herrlichkeit eingehen" Lk 24:26
- "Der Geist Christi, der in den Propheten war, zuvor bezeugt die für Christus bestimmen Leiden und die Herrlichkeiten danach." 1Petr 1:11
- "Ich schätze die Leiden der Jetztzeit als in keinem Vergleich stehend zu dem Wert der Herrlichkeit, die im Begriff ist, sich in uns. zu enthüllen." Röm 8:18
Leiden und Herrlichkeit für den Christus
1. Leiden für den Christus
F.H. Baader
Jes 53:4-6: "Fürwahr, Er hat unsere Leiden getragen, und unsere Schmerzen hat Er auf sich geladen. Und wir, wir hielten Ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt, doch um. unserer Übertretungen willen war er verwundet, u m unserer Missetaten willen zerschlagen. Die Strafe zu unserem Frieden lag auf Ihm, und durch Seine Striemen ist uns Heilung geworden. Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns ein jeder auf seinen Weg und der Herr hat Ihn treffen lassen unser aller Ungerechtigkeit".
Nach diesem Wort könnte man denken, das Thema sei falsch gewählt. Nicht wir leiden für den Christus, sondern Christus litt für uns. So ist Christus Träger allen Leides.
Und doch zeigt gerade auch dieses Wort, dass, wenn wir leiden, wir im tiefsten Sinn nicht mehr für uns selbst leiden, weil Er ja u n s e r e Leiden getragen hat, weil u n s e r e Strafe auf Ihm lag und Ihn alle unsere Ungerechtigkeiten getroffen haben. Dies gilt für jede, der Jesus Christus als seinen persönlichen Erlöser angenommen hat, der seine Last nicht mehr selbst trägt, sondern zu dem ging, der die Mühseligen und Beladenen zu sich ruft und Ruhe fand für seine Seele (Mt 11:28.29).
Von Rechts wegen hat Satan, wenn wir zu Jesus Zuflucht nahmen, keine Ansprüche mehr an uns. Es dürfte uns kein Unglück begegnen und keine Plage unserer Hütte nahen (Ps 91:10), auch dürften wir keinen Mangel haben (Ps 34:9.10). Da wir aber noch nicht im 1000-jährigen Reich leben, wo diese Worte ihre Vollerfüllung finden, sondern Gott uns größere Gnade zugedacht hat (Hebr 11:39.40), sehen wir gerade bei Gläubigen in mancherlei Leiden und Trübsale, denn es ist uns in Bezug auf Christus in Gnaden gewährt worden, nicht allein an Ihn zu glauben, sondern auch für Ihn zu leiden (Phil 1:29).
Nun sei uns gleich zu Beginn als Trost gesagt, dass auch diese Leiden, die uns um Seinetwillen widerfahren, Er, unser Herr und Heiland trägt, weil er als der Träger des Alls (Hebr 1:3) in all unserer Drangsal bedrängt ist (Jes 63:9) und Tag für Tag unsere Last trägt (Ps 68:19), denn in ganz besonderer Weise wartet Er seines Leibes (Röm 13:14; Kol 2:19) und ist sich als das Haupt aller Schmerzen Seiner Glieder zutiefst bewusst. ER ist der Dornengekrönte, der Leidenskönig, der da in allem den Vorrang hat, auch in den Leiden die Hauptlast und zutiefst alle Last trägt.
Alles Leid ist um des Christus willen
Wenn man den Bogen ganz weit spannt, dann ist letztlich alles Leid für den Christus, denn aus Ihm und durch Ihn und in Ihn hinein ist das All (Röm 11:36). Die letzte Zweckbestimmung des Alls ist der Christus. Das Ziel aller Wege Gottes, und damit auch der Leiden, ist die Einverleibung des Alls in den Christus. So heißt es auch in Eph 4:15: "Die Wahrheit festhaltend, in Liebe sollten wir das All zum Wachsen bringen in Ihn hinein, der das Haupt ist, der Christus. Wenn wir dieses Ziel erreicht ist, dann kann auch Gott alles in allen sein (1Kor 15:28). Wem das aufgegangen ist, der bekommt viel mehr Ehrfurcht vor allem Leid. Der versteht auch, warum unser Vatergott vor den sieben Plangen, mit denen SEIN Zorn vollendet wird (Offb 15:1), sich teilnehmend in Schweigen hüllt und die Gerichte als eine hochheilige Handlung durch Engel in glänzendem Linnen mit goldenen Gürteln und goldenen Schalen, die die Cherubim selbst übergeben, zur Ausführung kommen lässt (Offb 15:6-8).
In diesem weiten Sinn soll hier jedoch nicht von den Leiden für den Christus die Rede sein. Vielmehr sehen wir hier von den vorlaufenden Leiden, den Straf- und Rettungsleiden ab, und betrachten nur die Leiden, wie sie j e t z t die Glieder des Christus bis zu seiner Enthüllung zu Beginn des Milleniums (1000-Jahrreich) erdulden und die gemäß der genannten Stelle Phil 1:29 eine besondere Gnade sind.
Leiden zur Zurechtbringung
Alles Richten, d.h. Zurechtbringen, fängt am Hause Gottes an (1Petr 4:17). Das Haus Gottes, das ist der Christus ist, (Haupt und Glieder) muss zurechtgebracht werden. Die rohen Steine wären nicht verwendbar, sie werden zunächst behauen. Weil Gott in SEINER Geduld nicht alles auf einmal macht, erleben wir, wie ER die Dinge, die in unserem Leben nicht in Ordnung sind, erst nach und nach zurechtbringt. So hat ER z.B. bei mir erst nach Jahren den Finger auf gelegentliche Zusammenkünfte mit weltlichen Bekannten gelegt, und mir klar gemacht, dass Freundschaft mit der Welt Feindschaft Wider Gott ist (Jak 4:4). Auch entsinne ich mich, dass ich mindestens ein halben Jahr lang das lösende Blut in Anspruch genommen hab, um von meiner Kinoleidenschaft frei zu werden. So gibt es manches Zurechtbringen, was unmittelbar bei unserer Wiedergeburt erfolgt und anderes, wozu sich Gott Jahre Zeit lässt, um uns zu demütigen und uns die Erfahrung SEINER Gnade tiefer einzuprägen.
Diese Zurechtbringung ist jedoch nicht allein um unseretwillen, sondern um SEINER. Ehre willen, um des Christus willen, dem alles Gericht übergeben ist (Joh 5:22), und dessen Glieder den Kosmos und die Engel zurechtbringen sollen (1Kor 6:2.3), was ganz selbstverständlich voraussetzt, dass sie selbst zurecht gebracht sind. Diese unsere Zurechtbringung wird oft auch durch das Leiden im Fleisch bewirkt, da der, welcher im Fleisch leidet, aufhört von Sünden (1Petr 4:1).
Leiden zur Erziehung
In Hebr 12:6.7 ist zu lesen: "Wen der Herr liebt, den erzieht ER, ER geißelt aber jeden Sohn, den er aufnimmt. Was ihr erduldet, ist zur Erziehung". Wir sehen, auch die Erziehung ringt uns manches Leid. Sie ist die Fortsetzung der Zurechtbringung. Unser Vatergott weiß, dass es gut ist, die Rute nicht zu sparen, wenn man einen wohlerzogenen Sohn haben möchte (Spr 13:14). Ich habe in Bezug auf meinen irdischen Vater am eigenen Leibe erfahren, wie heilsam, die Züchtigung ist, und erfahre dies durch meinen himmlischen Vater im Geistlichen ebenso. Heut ist man ja "aufgeklärt" und schafft den Stock ab, so dass mehr und mehr eine selbstsüchtige, hoffärtige, den Eltern widerspenstige, undankbare und zügellose Generation heranwachsen kann, wie sie für die letzten Tage ausführlich beschrieben wird (2Tim 3:1-5).
Da wir zu Vätern, zu Erziehern in Christo herangebildet werden sollen, ist es wichtig, die. heilsamen Methode der göttlichen Erziehung am eigenen Leib zu erfahren, um sie dann in entsprechender Weise auch anzuwenden, wenn Gott uns dazu bestellt. Das Ziel der Erziehung ist ja das Erlernen des Gehorsams. Auch der Herr hat an dem, das ER litt, Gehorsam gelernt (Hebr 5:7-9), wieviel mehr ist das bei uns erforderlich. Um des Christus willen, wegen Seiner aufgaben ist unsere Erziehung besonders sorgfältig, wie schon im Weltlichen Thronerbe gewöhnlich strenger erzogen wird als der Arbeitersohn.
Leiden zur Bewahrung
Es ist eine große Gnade unseres Gottes, dass ER uns nicht nur, wie die zu Beginn des Glaubenslebens häufiger der Fall ist, vor Leiden bewahrt, sondern dass wir auch durch Leiden bewahrt werden. Als Paulus dreimal zum Herrn betete, weil ihn ein Satansengel mit Fäusten schlug, versicherte ihm dieser: "Dir genügt meine Gnade" (2Kor 12:8.9). Der Splitter des Fleisches diente dazu, Paulus, der durch die außerordentlichen Offenbarungen in Gefahr stand, sich zu überheben, davor zu bewahren (2Kor 12:7). Auch hier gilt das schon genante Wort aus 1Petr 4:1: "Wer im Fleisch leidet, hört auf von Sünden". Paulus wurde aber seinerzeit keineswegs nur um seiner selbst willen bewahrt, sondern sein Bewahrung geschah auch um des Christus, um der Glieder, der Gemeinde willen. Gott wollte der Gemeine SEINEN unausforschlichen Reichtum und SEINE Geheimnisse enthüllen. Dies war aber nur durch einen Menschen möglich, der ER durch Leiden gleichzeitig in der Niedrigkeit hielt. Tiefste Erniedrigung und höchste Geheimnisse gehören zusammen. Das sagte Paulus einmal in 1Kor 4:1: "Also schätze man uns ein, als Unterruderer (das waren die armseligsten Galeerensklaven!) Christi und Verwalter der Geheimnisse Gottes."
Eine wunderbare Abschattung der geistlichen Wahrheit, dass wir durch Leiden bewahrt werden, sehen wir an unserem irdischen Leib. Die Schmerzen, die unsere Nerven vermitteln, bewahren den Leib fortlaufend vor schaden.
Wenn ich an einen heißen Gegenstand komme, lässt der Schmerz die Hand zurückziehen, und w sie vor Verstümmelung. Wenn ein Organ überlastet oder angegriffen ist, zeigt es durch Schmerz an, dass es der Schonung und Pflege bedarf, um nicht noch größeren Schaden zu nehmen.
So werden auch im Leib des Christus durch Leiden die Glieder nicht nu r zu ihrem eigenen Heil, sondern auch füreinander und für die Aufgaben des Christus bewahrt.
Mögen wir wie Paulus den Gott des Friedens bitte, dass ER unseren Geist unversehrt und Seele und Leib tadellos bewahre (1Thes 5:23), auch durch Leiden und IHM danken, dass Er, der uns berufen hat, es auch tun wird, weil ER treu ist (1Thes 5:24).
Leiden zur Befestigung im Ausharren
Drangsale und Leiden sind eine Gefahr, dass wir schwankend werden (1Thes 3:3) und doch sind sie zugleich das notwendige Mittel, uns standhaft zu machen, weil sich in den Leiden die Kräfte zum Ausharren entwickeln.
Schon die Natur lehrt uns, sei es an Pflanzen, Tieren oder Menschen dass ein sorgfältiges Abschirmen gegen alle schädlichen Einwirkungen zur Verweichlichung führt.
Im Krieg waren die widerstandsfähigsten Kämpfer nicht die gerade ausgebildeten, mit frischen Kräften aus der Heimat kommenden jungen Leute, sonder die durch Strapazen, Gefahren und Bedrängnisse hart gewordenen Männer. Aber auch ganz allgemein finden wir, dass standhaft Charaktere stets leidgeprüfte Menschen sind, es sei, dass sie eine harte Jugend, eine schwere Krankheit oder eine andere schwere Führung hinter sich haben.
Was hier im Natürlichen gilt, das trifft im. höheren Maße auch im Geistlichen zu. So lesen wir in Röm 5:3: "Wir rühmen uns auch in den Drangsalen, da wir wissen, dass die Drangsal Ausharren bewirkt". Wie ein alleinstehender Baum, weil er den Unbilden des Windes mehr preisgegeben ist, besonders kräftige Wurzeln schlägt, so senken auch die Gläubigen in den Leiden ihre Wurzeln immer tiefer in den Christus hinein und werden so befestigt (Kol 2:7). Jesaja sagt das auf andere Weise: "Herr, in der Bedrängnis suchen sie dich" (Jes 26:16).
Kommt aber nun unser Ausharren, das uns im Leiden vermehrt wird, nur uns selbst zugute? Die Antwort gibt Paulus in 2Tim 2:10: "Deshalb harre ich aus in allem um der Auserwählten willen, auf dass auch sie die Errettung erlangten, die in Christo Jesu ist mit äonischer Herrlichkeit". So ist auch das Leiden, das Ausharren bewirkt, ein Leiden für den Christus, d. h. für solche, die. zu dem Christus gehören und gereicht diesem zum Ruhm (1Thes 1:3).
Leiden zur Bewährung des Glaubens
Was bzw. wem ein Mensch glaubt, wird offenbar in der Bewährungsprobe. In der Bedrängnis zeigt sich, wem ich mich anvertraue. Jede Vertrauensbeteuerung erweist sich als leeres Gerede, wenn sie nicht durch ein entsprechendes verhalten im entscheidenden Augenblick bestätigt wird. Ob das Wort Gottes, d.h., ob Jesus Christus in mir Wurzel schlagen konnte, wird ersichtlich am Tage der Drangsal und Verfolgung. So lesen wir in Mt 13:20: "Der aber auf das Felsige gesät wird, dieser ist es, der das Wort hört und es alsbald mit Freuden aufnimmt, er hat aber keine Wurzel in sich, sondern ist wetterwendisch, und wenn Drangsal entsteht oder Verfolgung um des Wortes willen alsbald ärgert er sich".
Auch hier sehen wir. "Drangsal ... um des Wortes willen", d. h. aber für den Christus und zwar in diesem Falle in engster Verbindung mit der Bewährung des Glaubens.
Was sich nicht bewährt, muss abtreten. Das gilt in der Wirtschaft, das zeigt das tägliche Leben, das bezeugt aber, wie wir eben sahen, auch die Schrift in Bezug auf den Glauben. Wie unser Herr und Haupt Seine Bewährungsprobe hier auf Erden bestanden hat, so müssen auch wir, Seine Glieder, unseren Glauben bewähren. Wenn man wissen will, ob z.B. ein Drahtseil eine gewisse Belastung aushält, so wird eine Zerreißprobe gemacht, die die Tauglichkeit oder Unbrauchbarkeit des Seiles erweist. Die Belastungsprobe für den Christus ist das Leid der ganzen Schöpfung (Jes 53:4).
Den Gliedern des Christusleibes sollte es ein Anliegen sein, teilzuhaben an dieser Bewährung, die viel köstlicher ist als das Gold, das vergeht, aber durch Feuer erprobt wird, und in der Offenbarung Jesu Christi zu Lob, Herrlichkeit und Ehre wird (1Petr 1:7).
Leiden zum Erweis als Diener Gottes
Das zweite Kapitel de sBuches Sirach beginnt mit den Worten: "Mein Sohn, wenn du dich entschließt, dem Herrn zu dienen, so mache dich auf Anfechtungen gefasst. Mache fest dein Herz und werde stark, damit du zur Zeit der Not nicht schnell versagst."
Gott dienen, das ist jedenfalls in diesem Äon stets verbunden mit Leiden. Paulus sagt das noch ausführlicher: "In allem empfehlen wir uns selbst als Gottes Diener, in vielem Erdulden, in Drangsalen, in Nöten, in Beengungen, in Streichen, in Kerkern, in Aufständen, in Mühsalen, in Wachen, in Fasten, in Lauterkeit, in Güte, in heiligem Geist, in ungeheuchelter Liebe, im Wort der Wahrheit, in Kraft Gottes durch die Werkzeuge der Gerechtigkeit der Rechten und Linken, durch Verherrlichung und Unehre, durch schlimme Gerüchte und gute Gerüchte, als Irreführer und wahrhaftig, als unbekannt und erkannt, als sterbend, und siehe wir leben, als gezüchtigt und nicht zum Tode gebracht, als betrübt aber stets freudevoll, als arm, aber viele reich machend, als die nichts haben und alles innehaben" (2Kor 6:4-10).
Welch ein Weg vom Erdulden über die Unehre und das Sterben in das Nichts, das heißt dienen oder griechisch dia-koneo durch - stauben, durch Staub gehen. Stimmt das? Wir lesen dazu Ps 22:15: "Meine Kraft ist vertrocknet wie ein Scherben, und meine Zunge klebt an meinem Gaumen und in den sTaub des Todes legst Du mich".
Dienen, das ist das Vorrecht dessen, der einmal groß sein soll, das Vorrecht des Christus. Es hängt zusammen mit dem Sterben. das soll auch noch Mt 20:26-28 zeigen: "Wer da sollte unter euch groß werden wollen, der sei euer Diener und wer da sollte unter euch wollen der Erste sein, der sei euer Sklave, ebenso, wie der Sohn des Menschen nicht kam, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und zugeben seine Seele zum Lösegeld an vieler statt".
Leiden zur Erfüllung des Gesetzes Christi
Das Gesetz (hier ist das Schattengesetz des alten Bundes gemeint) kann niemals die Hinzunnahenden vollkommen machen (Hebr 10:1) und doch gibt es ein Gesetz, das vollkommen ist und die Grundlage unserer Vollkommenheit darstellt, es ist das Gesetz des Herr, das Gesetz des Christus (Ps 19:7). Wir lesen es in Gal 6:2: Traget einander die Bürden und erfüttes (Joh 1:29). Es war unsere Last, aber Er trug sie für uns. Er hat alle Lasten auf sich geladen (Jes 53:4.5). Wieviel verständlicher wird da das Wort in Ps 119:92: "Wäre nicht Dein Gesetz meine Wonne gewesen, dann würde ich umgekommen sein in meinem Elend."
Wenn wir nicht wüssten, dass er nach dem Gesetz des Christus unseres Sündenlast getragen hat und Tag für Tag unsere Last trägt (Ps 68:19), wie oft müssten wir da in unserem Elend verzweifeln.
Es heißt aber "das Gesetz des Christus" und dieses Gesetz wird nicht nur von unserem Herrn und Haupt, sonder auch von uns selbst, den Christusgliedern erfüllt. Es gehört zu den größten Vorrechten derer, die Mitleib des Christus genannt werden, dass sie füreinander und für ihr Haupt leiden dürfen. Es ist ein Vorrecht, das weder die Fürstentümer. noch die Gewalten, weder die Cherubim noch Seraphim, noch sonst eine Kreatur eingeräumt bekam.
Möchte es denen, die in besonderen Leiden stehen, ein Anlass zum Dank sein, für ihre Brüder und Schwestern leiden. zu dürfen und denen, die mit leichterer Brüder bedacht wurden ein heiliges Anliegen, wenigstens im Gebet, im Zuspruch, im Trost der Liebe den anderen Geschwistern soweit möglich Bürden abzunehmen und ihnen zu helfen, dass sie die Last, die sie für uns mittragen, leichter zu tragen vermögen (1Kor 12:25). Dann erfüllt sich das Wort: "So ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit" (1Kor 12:26).
Leiden zur Erlangung der Freude
Der Weg. zur wahren und darum bleibenden Freude geht immer durch Leiden. Auch hier hat unser Herr uns ein Vorbild gelassen. Von Ihm heißt es: "Jesus, der als Gegengewicht zu (wörtl.: anti - gegen) der vor Ihm liegenden Freude das Kreuz erduldet" (Hebr 12:29):
Je tiefer das Leidensgefäß, umso größer die Fülle der Freuden, die in dasselbe hineingegossen werden kann. Wenn wir leiden, schafft Gott Raum in uns für künftige Freuden, sicherlich auch Freuden, die wir als Mitwirker der Freude anderer (2Kor 1:24) jetzt und in den künftigen Äonen weitergeben dürfen.
Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten (Ps 126:5), das ist ein geistliches Gesetz. Das finden wir auch in Joh 16:20-22: "Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, ihr werdet jammern und klagen, die Welt aber wird sich freuen, ihr aber werd et betrübt sein. Jedoch eure Trübsal wird. zur Freude w erden. Das Weib, wenn sie gebiert, hat Trübsal, da ihre Stunde kam. Wenn sie aber das Kindlein geboren hat, gedenkt sie nicht mehr der Drangsal um der Freude willen, dass ein Mensch in die Welt geboren ward. Nun werdet auch ihr zwar Trübsal haben, Ich aber werde euch wiedersehen und euer Herz wird sich freuen, und eure Freude nimmt niemand von euch".
Noch eine Verheißung aus Ps 16:11: "Sättigung von Freuden ist bei DEINEM Angesicht", das Angesicht Gottes ist aber der Sohn. Wer ihn sieht, der sieht den Vater (Joh 14:9). Der Sohn des Menschen, der das Ebenbild Gottes ist, wird einmal allen Freudenhunger sättigen. Da dürfen dann auch die, die das Bild des Sohnes umgestaltet wurden, mithelfen.
Wie tröstet doch Petrus: "Geliebte, lasset euch die Feuersbrunst unter euch nicht befremden, die euch zu einer Probe wird, als ob etwas Fremdes euch widerführe, sondern so, wie ihr teilnehmet an den Leiden des Christus, freut euch, auf dass ihr auch in de rEnthüllung Seiner Herrlichkeit frohlockend euch freuet" (Petr 5:12.13).
Und Pauls bekennt: "Ich ströme über in Freude in aller unserer Drangsal" (2Kor 7:4).
Leiden zur Erlangung des Mitgefühls
Von Natur aus sind wir ohne Verständnis für andere, ein jeder sieht auf seinen Weg (Jes 53:6). Damit wir nun Erbarmen lernen, lässt Gott uns leiden und uns SEINE. Barmherzigkeit erfahren. Die unermessliche Weisheit und Güte Gottes hat es so geordnet, dass diejenigen, die einmal den Kosmos und ei Engel richten sollen (1Kor 6:2-3) nicht nur zu Richtern, sondern auch zu Priestern erzogen werden.
Als ich einmal auf dem Patentgericht für eine Firma eine Sache zu vertreten hatte, die von verhältnismäßig geringer Bedeutung war, und mit gemischten Gefühlen auf die Verhandlung wartete, musste ich daran denken, wie wohl einem Wesen zumute ist, das in eigener Sache vor dem himmlischen Gericht erscheint und sich bewusst ist, dass es um äonisches Verbrechen oder äonisches Leben geht. Mir wurde dabei klar, dass ein Engel sich in diese Lage nie versetzen kann, und ich dankte Gott, dass ER in SEINER Liebe nicht Engel, sondern Menschen zu Richtern vorherersehen hat, weil sie mitfühlen und darum besser verstehen und urteilen können. So heißt es auch von dem, der um unseretwillen Mensch geworden ist: "Wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht mitfühlen könnte mit unseren Schwachheiten, versucht aber in allem und gleichermaßen, getrennt von Sünde" (Hebr 4:15).
So lernen auch wir in allen Versuchungen, die ja gerade in Drangsalen bestehen (1Thes 3:3-5), damit jedes Glied des Christus mitzufühlen vermag und darum sich erbarmen und Gnade erweisen kann (Hebr 4:16).
Leiden zur Erlangung der Heiligkeit
Heilig sein, das heißt abgesondert sein. Gott ist heilig, Er ist völlig abgesondert, ER wohnt in einem. unzugänglichen Licht (1Tim 6:16). Wer IHM nahen will, muss sich von dem Licht durchdringen lassen, das einmal alle Menschen erleuchtet (Joh 1:9). Dieses Durchlichten, dieses Abgesondertwerden von der Finsternis geschieht durch die Erziehung, die uns Gott zuteil werden lässt. So lesen wir in Hebr 12:10: "Den diese (unsere leiblichen Väter) haben. uns zwar für wenige Tage gezüchtigt nach ihrem Dünken, ER aber zur Förderung um Anteil zu bekommen an Seiner Heiligkeit". Ein wunderbares Bild der Absonderung wird uns in Abraham gezeigt. Der Weg führt von UR - Licht in CHALDÄA - Dämonien (1Mo 11:28), d.h. aus dem Bereich des dämonischen Lichtes, das in Wirklichkeit Finsternis ist (Lk 11:35), nach HEBRON - Gemeinschaft (1Mo 13:18) zur Gemeinschaft mit Gott. Heilung ist ein fortwährendes Ausgehen. Gott sagt, gehe aus deinem Lande, und aus deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Haus (1Mo 12:1). Da gibt es Trennungen und Spannungen in unserem Leben, wenn Gott uns heiligt, uns absondert für sich, uns erzieht für SEINE Aufgaben, für die Aufgaben SEINES Christus. Diese Trennungen gab es auch bei unserem Herrn. Da musste Er schon als 12-jähriger zu Seinen Eltern sagen: "Wusstet ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist" (Lk 2:49). Später sagte er dann, als Seine Mutter und Brüder auf Ihn warteten: "Wer den Willen tut meine sVaters in den Himmeln, er ist mein Bruder und meine Schwester und Mutter" (Mt 12:50). So ging auch eR au Seiner Verwandtschaft und au Seines Vaters Haus , nicht äußerlich, aber was oft viel schwerer ist, innerlich. Er ist dann auch äußerlich weggegangen und hat Sich Gott auch für uns geheiligt in dem einmaligen Opfer auf Golgatha (Hebr 10:10; Hebr 13:12). So, wie Er uns geheiligt hat, sollen auch wir auch Ihn, den Herrn heiligen in unseren Herzen (1Petr 3:15), d.h. aber bis ins Innerste hinein der Welt gekreuzigt sein (Gal 6:14). Auf diese Weise erhält der ganze Christus Anteil an der Heiligkeit Gottes im Leiden.
Leiden zur Erlangung der Vollkommenheit
Gott will, dass wir vollkommen sind, wie ER (Mt 5:48). Wir sollen zur Vollkommenheit gebracht werden (Hebr 6:1), was aber nur durch Leiden geschehen kann. So wurde auch der, um des willen das All ist, und durch den das All ist, der viele Söhne zur Herrlichkeit führt, als Urheber ihres Heils durch Leiden vollkommen gemacht (Hebr 2:10). Auch die Glieder des Christus sind durch die Darbringung ihres Herrn vollkommen gemacht (Hebr 10:14) und doch fehlt beiden, Haupt und Gliedern, noch ein Stück Vollkommenheit. Beide haben nur innerlich ihre Vollkommenheit erlangt (Phil 3:15), sie sollen aber auch äußerlich vollkommen werden (Phil 3:12). Unser Herr auf-vollendet (epiteleoo) uns (Phil 1:6; Hebr 12:2) und wir machen Ihn vollkommen (teleio). Wer das erfasst, der kann weil Paulus Wohlgefallen in Schwachheiten, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und in Beengungen für Christus empfinden (2Kor 12:10), weil der Herr gesagt hat, dass Seine Kraft in (unserer) Schwachheit vollkommen gemacht wird (2Kor 12:9).
Leiden zur Erlangung der Gerechtigkeit
Hier möchten wir zunächst fragen: Sind wir nicht gerecht vor Gott, die wir Jesus Christus im Glauben angenommen haben? Gott hat doch den, der Sünde nicht kennt, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir GottesGerechtigkeit würden in Ihm (2Kor 5:21). Wir sind also gerecht, Jesus Christus wurde uns von Gott zur Gerechtigkeit gemacht (1Kor 1:30). Wir sind es aber nur de jure, d.h. dem Rechte nach, und nicht de facto, d.h. der Tat nach.
Wir, die wir de jure Gerechtgemachte sind, werden aufgefordert, der Gerechtigkeit nachzujagen (1Tim 6:11), um auch de facto Gerechte zu werden. Die Gott-gehauchte Schrift ist uns unter anderem auch zur Erziehung in der Gerechtigkeit gegeben (2Tim 3:16), weil Gott nicht nur das Haupt, sondern den ganzen Christus als in jeder Beziehung gerecht darstellen will.
Aber auch die friedsame Frucht der Gerechtigkeit, die wir, wie alle Gaben, nicht nur um unserer selbst, sondern um des Christus und Seines Dienstes willen (2Kor 3:9) erhalten, wird uns in Leiden zuteil, in dem Gott uns durch SEINE Züchtigungen übt. So steht in Hebr 12:11: "Jede Züchtigung aber, scheint für die vorhandene Zeit zwar nicht Freude zu sein, sondern Trübsal, zuletzt aber gibt sie die friedsame Frucht. Gerechtigkeit denen, die durch sie geübt sind".
Leiden zum Erweis und zur Erlangung der Liebe
Lieben und Leiden, das gehört zusammen. Weil Gott uns so sehr liebt, darum leidet ER am meisten und stärksten von allen. "Die Liebe erträgt alles, sie erduldet alles" (1Kor 13:8). Ist hier in erster Linie von einer Eigenschaft die rede? Dann müsste es heißen: "Wer liebt, erträgt alles..." Die Liebe, das ist zunächst eine Person, es ist Gott selbst (1Jo 4:8). ER trägt und erduldet alles. Auch hier wieder der große Trost: Es gibt keine Last, kein Leid, das auf uns liegt, die ER nicht trägt, das ER nicht mit erduldet. Diesen Wesenszug offenbart in wunderbarster Weise Jesus Christus, das haben wir eingangs gesehen. Der Vater macht alles im Sohn, darum kann der Sohn sagen, wer mich sieht, der sieht den Vater (Joh 14:9). Der Vater litt im Sohn mehr als der Sohn selbst, so wie im natürlichen Bereich schon eine Mutter mehr leiden kann als ihr Kind, das sie leiden sieht.
Zur Liebe gehört das Opfer. Die Liebe opfert das Liebste, was sie beseitzt. Gott hat die Welt so geliebt, dass ER SEINEN. einziggezeugten Sohn opferte (Joh 3:16). Gerade darin erweist ER SEINE. Liebe gegen uns, dass. Christus, da wir noch Sünder, d.h. ohne alles Verdienst und Würdigkeit waren, für uns gestorben ist (Röm 5:8).
Was sollen wir aber daraus lernen für unseren eigenen Weg? Das sagt Paulus in Eph 5:1.2: "Werdet nun Nachahmer Gottes, wie geliebte Kinder und wandelt in Liebe, so wie auch der Christus euch liebt und sich selbst für uns hingibt als Darbringung und Opfer Gott zum Duft des Wohlgeruchs".
Hier ist wieder von d e m Christus, d.h. von Haupt und Gliedern die Rede. Es heißt hier auch nicht, wie meist übersetzt wird, dass der Christus sich hingegeben hat, sondern, dass er sich noch hingibt. Dies bezieht sich aber auf die Glieder, die sich füreinander hingeben und in denen sich Jesus Christus Gott auch heute noch hingibt als Darbringung und Opfer (Röm 8:36).
Wer liebt, muss leiden. Je überfließender wir lieben, umso weniger werden wir geliebt (2Kor 12:15), das ist auch ein Teil der Passion der Liebe. Das Wartenkönnen auf die Liebe des anderen, das ist ein besonderes Kennzeichen der echten Liebe. Wi sollen wir aber Liebe lernen, wenn wir nicht lernen zu leiden? Auch darum erzieht uns Gott im Leiden, dass wir zunehmen in der Liebe zu denen, die noch in Nacht und Not, in Drangsal und Leiden stehen.
Leiden zur Erlangung der Herrschaft
Der Weg Jesu auf der Erde ist in Kürze von Seinem Kommen an in Offb 1:5 beschrieben. Dort heißt es: Er ist der treue Zeuge (als dieser starb er auf Golgatha), der Erstgeborene der Toten (als solcher ist Er auferstanden und wurde als Sohn Gottes in Kraft erwiesen) und der Fürst der Könige der Erde (dies wird Er bei seiner Wiederkunft sein)". Man kann auch hieraus erkennen: Zum Thron gelangt man nur über das Sterben. Der König kann ja von Seinen Untertanen das Leben fordern, z.B. wenn er sie für sich in den Kampf ziehen lässt. Gott will deshalb, dass der von IHM eingesetzte König zuerst als Priester sein Leben für die Untertanen hergibt. Das gilt aber auch für die, die als Leib zu dem König gehören und mit Ihm regieren sollen.
HIervon wissen auch die Thronengel, die Cherubim und die Ältesten, denn sie sagen: "Würdig ist das Lämmlein, das geschlachtet ist, zunehmen die Macht und Weisheit und stärke und Ehre und Herrlichkeit und Segen" (Offb 5:11.12). Die Würdigkeit zur Macht und Stärke eines Königs kam durch das Geschlachtetwerden zustande. Weil aber auch die Auserwählten um den Christus willen zu Tode gebracht werden den ganzen Tag und gerechnet sind wie die Schlachtschafe (Röm 8:36), darum gehören sie, als der wesenhafte Tempel, zu dem Lämmlein (Offb 21:22) und erhalten als dessen Leib mit ihm die sieben Würden Seiner Herrschaft.
Sehr anschaulich wird der Weg über das Leiden zur Herrschaft bei Joseph, dem Sohne Jakobs, beschrieben. . Der Siegelring der Vollmacht, das Herrlichkeitskleid von Byssus und die goldene Kette der richterlichen Schlüsselgewalt wurden dem Josef erst zuteil (1Mo 41:42), als er durch die Ängste in der Zisterne, den Sklavendienst in Ägypten und die Verlassenheit des Kerkers gegangen war.
So wie Joseph (1Mo 41:56.57) dürfen wir einmal das Getreide, den Samen des Gotteswortes an alle verteilen, weil wir zu dem Fürsten der Könige gehören auf den Joseph nur ein Schattenbild war. Um dieses Herrscheramt, das zugleich das Amt des Brotgebers ist, würdig bekleiden zu können, werden wir aber durch Leiden geführt. In diesem Sinn verstehen wir auch 2Tim 2:12: "Wenn wir ausharren, so werden wir auch mitherrschen".
Leiden zur Gleichgestaltung mit dem Christus
Der Herr will sich darstellen in den Gliedern seines Körpers (Eph 5:25-30). So wie Er das Licht der Welt war, das die Welt nicht erkannte und nicht aufnahm, so sollen wir nun durch Ihn als Lichter in der Welt scheinen, die das Wort des Lebens anhaben und damit darstellen (Phil 2:15.16).
Wir sind ja dem Kosmos, den Engeln und Menschen ein "theatron" - ein Schauspiel (1Kor 4:9) und zwar besonders dann , wenn wir durch Schmähungen und Drangsale gehen (Hebr 10:33).
Christus will noch einmal in uns Gestalt gewinnen (Gal 4:19). Wir sollen ein Brief Christi sein, geschrieben durch den geist des lebendigen Gottes (2Kor 3:3). Was im Kleinen auf Golgatha geschah, will Gott, der größte aller Pädagogen, im großen. an den Gliedern des Christus wiederholen, weil ER ja alles zwei oder dreimal tun, um die Seelen mit dem Lichte der Lebendigen zu erleuchten (Hi 33:30). So sagt auch der Pred 3:15: "Was da ist war längst, und was sein wird, ist längst gewesen und Gott such der Vergangene (wörtlich: das Verjagte, oder das Verfolgte) wieder hervor".
So wie Jesus Christus, als der ins Fleisch gekommene Gottessohn, gejagt und verfolgt wurde, so dass schließlich kein Raum mehr für Ihn war und Er ans Kreuz müsste, so wird Er auch in Seinen Gliedern verfolgt und gekreuzigt. Gott holt seinen Christus in uns wider hervor, indem Er uns in Sein Bild hineingestaltet. So sollen wir unsere Leiber, wie Er es mit seinem Leib tat, Gott als Opfer darstellen (Röm 12:1).
Das wollen wir festhalten, wenn Gott uns in Leiden führt, und wenn ER. uns nicht erhört, so wie ER Hiob nicht erhörte, der auch ein Darsteller des Christus war. Da geht das Wort aus Jes 1:6, das für den ganzen Christus gilt in Erfüllung: "Von der Fußsohle bis zum Haupte (also Haupt und Glieder!) ist nichts Gesundes an IHM: Wunden und Striemen und frische Schläge, sie sind nicht ausgedrückt und nicht verbunden und nicht erweicht worden mit Öl".
Da bekommt j e d e s Glied etwas ab, denn es heißt n i c h t s Gesundes.
So gilt das Wort aus Jes 53:2.3 wohl in erster Linie Jesus Christus aber in seiner Vollerfüllung auch auf die herausgerufene gemeinde: "Er hatte keine Gestalt und keine Pracht, und als wir Ihn sahen, da hatte er kein Ansehen, dass wir Seiner begehrt hätte. Er war verachtet und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, und wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt, er war verachtet, u nd wir haben ihn für nichts geachtet".
Welch ein gewaltiges Schauspiel für die Wolke von Zeugen, die uns umgibt (Hebr 12:1).
Welch ein Vorrecht der Gemeinde Seines Leibes, in diesem Schauspiel den darstellen zu dürfen, der die H a u p t - Rolle spielt, weil Er als das Haupt über das All gesetzt ist, nämlich über jedes Fürstentum (wörtl. Ursprung oder Anfang) und Obrigkeit (wörtl. Autorität) und Kraft und Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird, nicht allein in diesem Äon, sondern auch in den zukünftigen (Eph 1:21.22). So kann man Paulus verstehen, warum er alles für Kot achtet, um in Christus erfunden d.h., um im Wissen um die Gemeinschaft Seiner Leiden Seinem Tode gleichgestaltet z u werden (Phil 3:8-11). Möge auch uns der Vater durch SEINEN Sohn diese Gesinnung des Christus schenken (Phil 2:5.8).
Leiden zur Erlangung des Kampfpreises
Die Gleichgestaltung mit dem Tode Jesu hat nicht allein zum Ziel Christum zu gewinnen und in Ihm erfunden zu werden, sondern Paulus hat dabei auch den Kampfpreis der Ausauferstehung im Auge. In Phil 3:10.11 heißt es: "Zu kennen Ihn und die Kraft Seiner Auferstehung und die Gemeinschaft Seiner Leiden, indem ich Seinem Tode gleichgestaltet werde, ob ich irgendwie hingelangen möge zur Ausauferstehung, der aus Toten".
Jeder wird ja in seiner Ordnung auferstehen: Zunächst Christus der Erstling, darauf die des Christus sind in Seiner Anwesenheit, danach die Vollendung, wenn Er das Königreich dem Gott und Vater übergibt (1Kor 15:23.24).
Die in der Anwesenheit d e s C h r i s t u s Auferstehenden, d. h. die zur ersten Auferstehung (Offb 20:5) gehören, können mit der Ausauferstehung nicht gemeint sein, noch weniger diejenigen, die danach auferstehen. Die Ausauferstehung gehört also zur ersten Ordnung, nämlich der des Christus. In dieser Ordnung lassen sich wenigstens drei Stufen finden: Zunächst Jesus Christus selbst, der als das Haupt den Durchbruch machte (Mt 28:6), dann die Ausauferstehenden und schließlich die Toten in Christo, die bei der Anwesenheit d e s H e r r n auferstehen (1Thes 4:16). Das Hoffnungsgut der Ausauferstehung, nach dem sich Paulus ausstreckt, hatte er, als der Philipperbrief geschrieben wurde, noch nicht erlangt (Phil 3:12), wohingegen er in dem früher geschriebenen 1. Thessalonierbrief von der Auferstehung der Toten in Christo nicht von einem Kampfpreis spricht.
Jesus Christus musste auf Seine Auferstehung drei Tage warten. Mit Ausnahme derer, die kurz nach Seiner Auferstehung aus den Gräbern kamen (Mt 27:52.32), werden alle Ausauferstehenden ebenfalls frühestens drei Tage nach dem Tode auferstehen. Hierzu lesen wir Röm 6:5: "Wenn wir denn sind zusammengepflanzt worden in der Gleichheit Seines Todes, werden wir dies sogar auch in der Auferstehung sein".
Gleichheit im Leiden ist also die Voraussetzung für Gleichheit (nämlich nach drei Tagen) Ader Auferstehung.
Möchten auch wir darauf sinnen, und ausgestreckt dem Kampfpreis de rBerufung Gottes nachjagen, Phil 3:14.15.
Leiden um des Königreiches Gottes willen
Fleisch und Blut können das Königreich Gottes nicht ererben (1Kor 15:50). Das gilt in erster Linie für den Christus, dessen Glieder alles Fleischeswesen ablegen müssen (Kol 3:8-11). Hierzu benutzt Gott, wie wir schon sahen, oft die Leiden.
Aber Gott will auch vor der unsichtbaren Welt erweisen, dass wir SEINES Königreiches würdig sind. So fordert ER uns nicht nur auf, SEINER würdig z u wandeln, weil ER und zu SEINEM Königreich und Herrlichkeit beruft (1Thes 2:12), sonder ER lässt uns auch um dieses Königreiches willen leiden. Hiervon redet Paulus zu den Thessalonichern 1Thes 1:4.5: "... so dass wir selber uns euer rühmen unter den Herausgerufenen Gottes, wegen eures Ausharrens und Glaubens in allen euren Verfolgungen und Drangsalen, die ihr ertraget, zur Schaustellung des gerechten Gerichtes Gottes, damit ihr würdig geachtet werdet des Königreiches Gottes, für welches ihr auch leidet..."
Leiden um des Evangeliums willen
Es ist eine bekannte und vielfach erwiesene Tatsache, dass das Blut der Märtyrer der Same der Kirche ist. Man sollte ja meinen, dass eine Frohbotschaft keinen Anlass zum Leiden gibt. Wer gute Botschaft bringt, ist normalerweise gern gesehen und wird freundlich behandelt. Nun wird aber durch das Evangelium Leben und Unverderblichkeit ans Licht gebracht (2Tim 1:10), was dem Fürsten des Kosmos nicht zusagt, so dass wir um dieser Ursache willen leiden müssen (2Tim 1:12). Wir sollten uns dann nicht schämen, sondern wissen, wem wir geglaubt haben und überzeugt sein, dass Er mächtig ist, das uns Anvertraute zu bewahren auf jenen Tag (2Tim 1:12).
Wenn wir Übles leiden mit dem Evangelium, das in. unseren Herzen Raum gefunden hat, dann zeigt sich darin Gottes Kraft (2Tim 1:8) vor der sichtbaren und unsichtbaren Welt. Das war schon so bei Hiob, als er ausrief: "Ich weiß, dass mein Erlöser lebt" (Hi 19:25). Er rief es in einem Augenblick, da seine Nieren verschmachteten (Hi 19:27), das heißt aber unter größten Schmerzen. Die Frohbotschaft bindet uns an den König der Leiden, an den Drongekrönten, und wir werden Gebundene Christi Jesu (Phm 1:9). Diese Bande des Evangeliums (Phm 1:13) werden aber auch äußerlich sichtbar in Leiden und Drangsalen aller Art, weil Gott in dem Christus nicht nur geistlich, d.h. innerlich, sondern auch äußerlich im Fleische zur Darstellung kommen lässt, was es heißt, an den Opferaltar des Kreuzes gebunden zu sein (Ps 118:27). Der Gekreuzigte ist das Zentrum des Evangeliums (1Kor 1:23; 1Kor 2:2). Da leuchtet Gottes Liebe wie in einem Brennpunkt. zusammengefasst (Röm 8:5 beginnt wörtlich: "Gott aber stellt zusammen seine Liebe...") für jeden, der mit gebrochenem und damit geöffnetem Herzen herzukommt. Am wirksamsten wird von uns das Evangelium verkündigt, wenn wir leiden, d.h. wenn wir nicht nur nach innen, glaubensmäßig, sondern auch außen, darstellungsmäßig, mit Christus gekreuzigt sind und ER samt sein Glaubensleben durch uns hindurchleuchten lassen kann (Gal 2:20). Es gehört zur göttlichen Torheit, den Verkünder des Evangeliums, den Christus in Haupt und Gliedern zu kreuzigen, anstatt Ihn weiter predigen zu lassen. Paulus wusste, dass die Bande in Christo, mit denen Gott uns ausschaltet, zur Förderung des Evangeliums geraten (Phil 1:12.13). Menschlich gesehen war der Tod Jesu das Ende des Evangeliums, geistlich gesehen aber das Siegel und der Triumph über jede Finsternismacht (Kol 2:15). Der Kreuzesbaum in den wir eingepflanzt sind, und dessen Lebenswurzel unser Herr und Meister ist (Röm 11:17)bringt seine Früchte nicht sofort, aber Er bringt sie zu SEINER Zeit und es heißt von ihm, als von dem Christus: "Alles, was ER tut, gelingt" (Ps 1:2). Deshalb kann auch Paulus sagen: "Ich weiß ... dass ich in n i c h t s. werde zuschanden werden" (Phil 1:19.20). Er sagte es als einer, der um des Evangeliums willen gebunden war und dem von etlichen aus den eigenen Reihen zusätzlich noch Trübsal bereitet wurde (Phil 1:15-17).
Möchten auch wir alles aushalten, damit wir dem Evangelium des Christus nicht hinderlich sind (1Kor 9:12) und als im Leiden Gebundene den gekreuzigten und in Ihm den Ausgangspunkt der frohen Botschaft darstellen.
Leiden, um das All ins Wachsen zu bringen
Das untrügliche Kennzeichen jeden Lebens ist das Wachstum. Wo das Wachstum aufhört, da beginnt das Sterben. Das ist auch im Geistlichen so. Wir sollen wachsen in der Gnade und in dem Wissen unseres Herrn (2Kor 3:18). Der Glaube (2Kor 10:15), der Ertrag der Gerechtigkeit (2Kor 9:10), kurz: Das Wort in uns soll wachsen (Kol 1:6). Wir sollen nicht immer Kindlein bleiben, sondern heranwachsen zum vollkommenen Mann in Christo (Eph 4:13) zu geistlich zu zeugungsfähigen Vätern (1Kor 4:15).
Gott macht ja das All lebendig (1Tim 6:13). Er macht dies über den Urheber des Lebens (Apg 3:15), Jesus Christus und über die, die zu seinem Leibe gehören, weil ER auch die Verheißung des Lebens durch uns zu SEINER Herrlichkeit erfüllt (2Kor 1:20). Wir sollen ja einmal erkennen (= ins Leben zeugen), wie wir erkannt sind (1Kor 13:12), wenn wir an Jesus glauben, wie die Schrift sagt, und darum Ströme lebendigen Wassers aus unserem Leibe fließen (Joh 7:38). Damit aber diese Frucht entstehen kann, muss das Weizenkorn in die Erde fallen und sterben (Joh 12:24). Unser verweslicher Leib muss gesät werden, damit er in Unverweslichkeit auferweckt werden kann (1Kor 15:42). Es geht hier in erster Linie nicht um den leiblichen Tod, sondern, wie schon an anderer Stelle erwähnt, um die Darstellung unserer Leiber als Opfer, lebendig, heilig und Gott wohlgefällig (Röm 12:1). Nachdem uns Gott nicht mit Gold oder Silber, sondern mit dem kostbaren Blute Christi als eines makellosen und fleckenlosen Lammes losgekauft hat von unserem eitlen Verhalten nach väterlicher Überlieferung (1Petr 1:18) und wir als Söhne Gott gleichen, könnten wir dies wie eine Raub festhalten. Gott lässt uns aber die Menschengestalt mit ihrer Niedrigkeit, damit wir die Gesinnung Jesu in Gehorsam und Sterben ausleben können (Phil 2:5-8). Auf diesem Weizenkornweg des Sterbens, der sich äußerlich in den verschiedensten Formen des Leidens, der Verachtung, des Verzichtes, der Armut u. a. auswirken kann, entsteht die Frucht und damit der darin enthaltene Same.
Aber um etwas zum Wachsen zu bringen, muss auch das neue Leben genährt werden (1Kor 3:6). Was ernährt uns? Das Brot des Lebens, vom Himmel gekommen, das Wort Gottes. So wie Er, unser Haupt, uns nährt mit sich selbst, werden wir dereinst das All nähren.
Weil wir teilhaben an dem Brote und Seinen Leiden (das Brot entsteht durch Zernahlen, Kneten Gären, Formen und backen!( werden wir zu einem Brot. So sagt Paulus 2Kor 10:17: "Denn ein Brot sind wir, die vielen, ein Leib, denn wir haben alle Teil aus dem einen Brot". Wenn wir so in der Liebe de sVaters eins werden mit dem, der die Wahrheit, und als das Wort der Wahrheit die wesenhafte Speise ist, so werden wir das All in Ihn hinein zum Wachsen bringen. Dazu lesen wir noch Eph 4:14. "Wahr seiend aber in Liebe sollten wir das All zum Wachsen bringen, hinein in Ihn, der das Haupt ist, der Christus".
Weil wir teilhaben an dem Brote und Seinen Leiden (das Brot entsteht durch Zermahlen, Kneten, Gären, Formen und Backen!) werden wir zu einem Brot. So sagt Paulus 1Kor 10:17: "Denn ein Brot sind wir, die vielen, ein Leib, denn wir haben alle teil aus dem einen Brot". Wenn wir so in der Liebe des Vaters eins werden mit dem, der die Wahrheit, und als das Wort der Wahrheit die wesenhafte Speise ist, so werden wir das All in Ihn hinein zum Wachsen bringen. Dazu lesen wir noch Eph 4:15: "Wahr seiend aber in Liebe sollten wir das All zum Wachsen bringen, hinein in Ihn, der das Haupt ist, der Christus".
Leiden zum Heil und Trost anderer
Unser himmlischer Vater ist der Gott allen Trostes (2Kor 3:3). ER tröstet, wie einen seine Mutter tröstet (Jes 66:13) und ER lässt den Traurigen verkünden: "Glückselig, die nun trauern, sie sollen getröstet werden" (Mt 5:4) Nachdem die Gemeinde des Leibes Christi in allem eine frühere Erwartung hat (Eph 1:12), weil auf sie bereits jetzt die Enderträge der Äonen gekommen sind (1Kor 10:11), hat sie auch einen früheren Trost. Der Vater hat ihr durch den Sohn den Tröster gesandt (Joh 14:26). Weil. ER aber auch Sein Volk trösten will (Jes 40:1) und den gEsalbten (Jes 6:11), also den Christus, dazu bestimmt hat, a l l e Trauernden zu trösten (Jes 61:2), müssen die, die zum Christus gehören und damit Seine Berufung teilen, das Trösten lernen. So fordert uns das Wort Gottes immer wieder auf, zu trösten und zuzusprechen. Wir lernen dies aber nicht in erster Linie indem wir es üben, sondern indem wir selbst in Nöten und Leiden immer wieder Gottes Trost und Zuspruch erfahren.
So schreibt Paulus an die Korinther: "Gesegnet sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesu Christi, der Vater der Mitleiden und Gott allen Zuspruchs, der uns zuspricht in aller unserer Drangsal, um uns zu befähigen zuzusprechen denen, die in aller Drangsal sind, durch den Zuspruch, mit dem uns selbst zugesprochen wird von Gott. So wie die Leiden des Christus in uns überfließen, also fließt auch durch den Christusus unser Zuspruch über. Sei es aber, dass wir bedrängt werden, so für eueren Zuspruch und euer Heil, oder ob uns zugesprochen werde, so für euren Zuspruch, so wirket im Ausharren derselben Leiden, die auch wir leiden. Und unsere Zuversicht für euch bestätigt das Wissen, dass wie ihr Teilnehmer seid des Leidens, also auch des Zuspruchs" (2Kor 1:3-7).
Leiden um der Gerechtigkeit willen
"Der Herr ist gerecht in allen SEINEN Wegen". Dieses Wort aus Ps 145:17 gilt sowohl für unseren Vatergott, als auch für unseren Erlöser Jesus Christus. Gerechtigkeit, das ist der Wesenszug unseres Vaters, der IHM selbst die größten Leiden eingebracht hat.
Ich erinnere mich noch, dass mir vor Jahren jemand aus meiner engsten Verwandtschaft vorhielt: "ich habe einen besseren Gott als du, mein Gott ist gerecht".
Wenn wir ehrlich sind, dann müssen wir auch sagen: Gnade und Gerechtigkeit, das ist nicht vereinbar.
Aber bei Gott sind alle Dinge möglich, ER stellt mit SEINER Torheit unsere Weisheit in den Schatten (1Kor 1:25). Und wir dürfen mit Hiob vor IHM immer wieder bekennen: "So habe ich beurteilt, was ich nicht verstand, Dinge zu wunderbar für mich, die ich nicht kannte ... ich will DICH fragen und DU belehre mich." (Hi 42:3.4). Wie hat Gott nun aber dieses Problem gelöst ohne die Gerechtigkeit zu verletzen, gnädig sein zu können? Er opferte das Liebste und Kostbarste was ER hatte, nämlich SEINEN Sohn. Der Sohn, durch den alles geschaffen ist, und der als Schöpfer mehr Wert besaß als die ganze Schöpfung, konnte allein die Schuld bezahlen, die die Schöpfung durch die Sünde auf sich geladen hatte. Er musste es aber freiwillig tun, weil sonst der Vater gegen Ihn ungerecht gewesen wäre. So hat Gott durch das Opfer SEINES Sohnes die Gerechtigkeit erfüllt, und kann nun jedem gnädig sein, der IHN demütig darum bittet.
Wer könnte je ermessen, welches Leid der himmlische Vater empfand, als ER sich um SEINER Gerechtigkeit willen von dem zur Sünde gemachten Sohne am Kreuz abwenden musste. Von SEINEM. einzig gezeugten Sohn, der IHN nie enttäuschte und der um seines Gehorsams willen bis zum Tode in äußerste Bedrängnis gekommen war. Man lese hierzu nur Ps 22. Hier litten Vater und Sohn um der Gerechtigkeit willen in einem Maße, das sich mit Worten nicht beschreiben lässt, weil die Liebe zwischen Vater und Sohn ohne Grenzen war und ist.
Aber auch wir dürfen als Gerechtgemachte teilnehmen an diesem Leid, weil so, wie Stan Jesus, den gerechten verfolgte, er auch uns überwinden will. So heißt es schon in den Psalmen: "Viele sind der Übel des Gerechten aber aus allen denselben errettet ihn der Herr" (Ps 34:19). Petrus aber tröstet: "Wenn ihr aber auch leidet um der Gerechtigkeit willen, glückselig werdet ihr sein" (1Petr 3:14).
Leiden um des Guten willen
Die Welt (= Kosmos) liegt in dem Bösen, das erwähnt Johannes in seinem 1. Brief: "Wir wissen, dass wir aus Gott sind und der ganze Kosmos in dem Bösen liegt" (1Jo 5:19). Hätten wir nicht den Schutz unseres Herrn, so würde uns der Fürst dieses Kosmos (Joh 12:31; Joh 14:30; Joh 16:11) umbringen, so wie er den Sohn Gottes umgebracht hat. Satan bekämpft das Gute, d. h. er stellt sich gegen alles, was aus Gott ist (3Jo 1:11; Mt 19:17; Jak 1:17), weil er weiß oder zumindest ahnt, dass alles Böse mit Gutem überwunden wird (Röm 12:11). Wenn wir also am Guten festhalten (Röm 12:9) und das Gute nachahmen (3Jo 1:11), wenn wir zu Eiferern des Guten werden (1Petr 3:13), dann haben wir Satan zum Feind und müssen mit Leiden aller Art rechnen, weil Gott dies in SEINEM Wort nicht ausschließt. sondern es als eine Gnade bezeichnet.
So lesen wir in 1Petr 2:20.21: "Wenn ihr aber erduldet, da ihr Gutes tut und leidet, dies ist Gnade bei Gott. Denn dazu wurdet ihr berufen, da auch Christus litt für euch und euch ein Schriftmuster hinterließ, auf dass ihr nachfolget Seinen Fußstapfen".
Es werden einmal alle zuschanden werden, die unser gutes Hinaufwenden in Christo - wozu insbesondere auch unser Dank, unsere Anbetung und Frömmigkeit (= Wohlverehrung) gehören - verunglimpfen.
So wollen wir auch gewappnet sein (1Petr 4:1) nach dem Willen Gottes für Gutestun zu leiden. (1Petr 3:17) und hierbei unserem treuen Schöpfer unsere Seelen im Gutestun befehlen (1Petr 4:19).
Leiden zur Erstattung der mangelnden Liebe
In der Geschichte der Söhne Jakobs wird der Christus durch die V o l l brüder Joseph und Benjamin dargestellt. Joseph der Typus auf Jesus Christus und Benjamin das Vorbild auf die Leibesgemeinde von dem es schon im Segen des Mose heißt: "Der Liebling des Herrn! In Sicherheit wird Er bei ihm wohnen, Er beschirmt hin den ganzen Tag, und zwischen seinen Schultern wohnt Er" (das Haupt! 5Mo 33:12).
Was sagt nun Joseph zu den Dienern des Pharao? Wir lesen dazu 1Mo 44:2: "Und m e i n e n Kelch, den silbernen sollst du oben in den Sack des Jüngsten legen..." Der letzte oder jüngste Heilsträger, die Gemeinde des Leibes Christi bekommt den Kelch, S e i n e n Kelch der Leiden. Die Leiden des Christus in Haupt und Gliedern sind noch nicht vollendet. Paulus spricht davon in Kol 1:24: "Nun freue ich mich in meinen Leiden für euch und mache stellvertretend voll die Mangelnden der Drangsale des Christus in meinem Fleische für seinen Leib, der da ist die Gemeinde."
Unser himmlischer Vater hat uns mit Gnaden aller Art überschüttet, die größte aller Gnaden ist aber die Leidensgnade (Phil 1:29), die uns teilhaben lässt an SEINEM Erlösungswerk und die sich einst an dem Christus als Herrlichkeitsgnade erweisen wird. Möge ER uns durch SEINEN Geist. zu SEINER Zeit daran erinnern, wenn wir iim Leiden stehen und uns allezeit vor Augen stellen, was ER uns in SEINEM Worte Röm 8:35-39 zuruft: "Was wird uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist? Drangsal oder Druck oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? So wie geschrieben ist: "D e i n e t w e g e n werden wir zu Tode gebracht den ganzen Tag, wir werden gerechnet wie Schlachtschafe.
Jedoch in diesem allem sind wir Übersieger durch den, der uns liebt.
Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstlichkeiten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Mächte, weder Höhe noch Tiefe, noch irgendeine anderweitige Schöpfung uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserem Herrn."
Lies weiter:
2. Das Leid als Samenkorn der Herrlichkeit (F.H. Baader)
