Das volle Heil in Christo

Aus Bibelwissen

Letztes Geschehen nach der Bibel
Abschrift des Buches von W. J. Pasedag (1975)

Morgenland Verlag - Bieselsberg
Die Schrift ist antiquarisch noch erhältlich

siehe weitere Abschriften
Inhaltsverzeichnis

Letztes Geschehen nach der Bibel

B. Das volle Heil in Christo

Das Unheil der Menschen begann bereits mit Adam, obwohl ihn Gott ins Paradies gesetzt hatte. Er war, wie schon sein Name sagt, aus der adamah, der Erde, und kehrt als Sünder. zu ihr zurück. Der Name Adam besteht im Grundtext der Bibel aus 2 Silben und den drei Buchstaben aleph, daleth und mem. Teilt man die Silben, so bedeutet das erst a-dam das erst Blut. Da Vokale auch ausgewechselt werden dürfen, bedeutet adom der Rötliche, eine Bezeichnung für den Feind, siehe Edom, Jes 34:5-9. Aber auch dameh, "ähnlich sein", ist wurzelmäßig vorhanden. Das alles bedeutet in 4 Buchstaben ausgedrückt: Der erste in der Ähnlichkeit Gottes erschaffene Mensch wird zu Feind und seine Erlösung von der Erde erfordert das Blut des Ersten, was nach Kol 1:14-17 nur Jesus Christus ist. Die Zahlen dagegen erzählen Adam = 1-4-40 ist der Erste (1) auf dieser Erde (4), welcher der Prüfung (40) ausgesetzt war; aber er hat diese Prüfung leider nicht bestanden. Darum muss nach göttlichem Geheimnis aus dem Ersten der Letzte werden (Mt 19:30). So ward der erste Adam. zu einer lebendigen Seele, welche sündigte und sterben muss, der letzte Adam aber zu Geist, der lebendig macht, 1Kor 15:45. Wird nach dem Atbasch-Verfahren (der erste Buchstabe des Alphabetes wird mit dem letzten vertauscht, so auch der zweite usw.) aus 1-3-40 nun 400-100-10, so haben wir 45 + 510 = 555. Wie Gott einen Adam zum Haupt der Menschheit gesetzt hatte, so wurde Nebukadnezar, der König von Babel, zum "Haupt der Nationen" eingesetzt, siehe Dan 2:28. Er starb, wie wir wissen, am 3. Oktober 562. Und auf den Tag genau 555 Jahre später wurde Jesus Christus geboren. Der erste war irdisch, der andere aber der Herr des Himmels, der den Tod besiegte 1Kor 15:47+57.

So ist der Letzte in Gottes Liebesrat der Heilbringer. Darum lesen wir in Hebr 1:1.22 "Auf vielen Gebieten und in mancherlei Weisen hat Gott vordem zu den Vätern durch die Propheten gesprochen, nun aber spricht Er als Letztes in diesen Tagen zu uns durch den Sohn." Im Anfang starb Abel (5-2-30 = 37) als der erste Märtyrer, hinweisen auf Jesus (888 = 24 x 37), der als Letzten dem Antichristen (666 = 18 x 37) tötet und damit als der Sohn Gottes alle Sünde (chata, 8-9-1 = 18) abtut.

Durch diesen Sohn sind wir nicht mehr Übertreter und Feinde, sondern ebenfalls Söhne (Röm 5:6-10; Hebr 2:11-15) und weil wir Söhne sind, auch Erben (Röm 8:17; Gal 4:7; Offb 21:7).

Wir erben nicht dies und das, sondern das für uns be stimmte große Los und Erbgut heißt Jesus Christus. Wir verachten keineswegs Jugend, Gesundheit, Schönheit, Kunst, Ehe, Freundschaft, Wissen und Sachaffensfreude, aber sie sind vergänglich und darum nicht im mindesten mit Jesus zu vergleichen.

Watchman Nee, der standhafte Christuszeuge in Rot- China, bezeugte: "Nach Gottes Absicht ist Christus nicht nur der Geber aller Dinge; Er Selbst ist alles und gerade das, was wir brauche. Erst mit dieser Erkenntnis wissen wir, was wahres und lebendiges Christentum ist."

I. Vom Volk zur Gemeinde

Unsere Überschrift könnte leicht missverstanden werden, nämlich so, als ob die Gemeinde Jesu Christi als eine neue Körperschaft geschichtlich aus dem Volke Gottes sich heraus entwickelte und dieses ablöste. Leider ist dieses Missverständnis auch allgemein verbreitet. Aber so ist es keineswegs. Die Gemeinde hat ihren Anfang in Jesus Christus und damit schon vor Grundlegung der Welt, was der Apostel Paulus in Eph 1:4 auch deutlich bezeugt. Bevor es Menschen auf dieser Erde gab, waren die Glieder Jesu Christi schon existent in Ihm!

Und doch ist unsere Überschrift richtig. Jedes einzelne Glied der Gemeinde wächst z u dem von Gott bestimmten Zeitpunkt in die Gemeinschaft der Gottesfürchtigen hinein, wird dann aber von Jesus Christus Selbst ergriffen und zu IHM geführt und seiner Umwelt wieder zurückgegeben, um unter ihnen zur Verherrlichung Gottes und mit ihnen zum Segen zu sein. So sagt der Herr zu Paulus: "Dazu bin Ich dir erschienen ... dich h e r a u s n e h m e n d aus dem Volk und aus den Nationen, z u welchen I c h dich s c h i c k e, autzutun ihre Augen" Apg 26:17. Deshalb gibt es auf dieser Erde niemals eine isolierte Gemeinde, der nur vollkommene Leibesglieder beitreten könnten, weil ein Leibesglied immer von Gottesfürchtigen umgeben ist, wie Fleisch und Schale einer Frucht den Kern umschließen. Wie es auch kein Allerheiligstes ohne Heiligtum und Vorhof gibt.

Das wird in der Gemeinde zu Korinth sehr deutlich, weil Paulus sie anredet als: Geheiligte in Christo Jesu,

berufene Heilige
samt allen, die anrufen den Namen unseres Herrn Jesus Christus.

Wie wir keine Starkstromleitung berühren können, so wäre es in einer Gemeinschaft, die nur aus exklusiven Vollkommenen be steht, für ein Kindlein in Christo nicht auszuhalten. Und selbst das unter den Berufenen auserwählte Christusglied bedarf noch des Wachstums. Deshalb bekennt sogar ein Paulus: "Nicht, dass ich es schon erhalten hätte oder gar vollendet sei. Doch ich jage ihm nach, dass ich ergreifen möchte, auf welches hin ich von Christo Jesu ergriffen ward. Brüder, ich schätze mich selber n och nicht als einer ein, der es ergriffen hat." Phil 3:12.12. Charles H. Spurgeon (1834-1892), der bekannte Londoner Prediger, erklärte: "Es gibt keine absolut vollkommene Gemeinde. Und wenn es sie gäbe, dürfte ich ihr nicht beitreten, weil sie sonst keine vollkommene Gemeinde mehr wäre." So wahr das ist, darf aber auch andererseits nicht übersehen werden, dass jedes Gemeindeglied dennoch vollkommen ist, nicht in sich, sondern in Christus, Kol 2:10.

Denn das ist gerade der wesentliche Unterschied zwischen Gemeinde und dem Tross jener Gottesfürchtigen, denen es weder nach Vollkommenheit verlangt noch nach dem ständigen "In Christo-Sein", wovon das Neue Testament 196-mal spricht (davon 164 mal allein bei Paulus). Das Gottes Volk ist zufrieden mit Schutz und irdischen Segnungen, die Auswahl derer aber, die mit Christus auferweckt sind, trachtet nach droben, Kol 3:1. Dennoch brauchen Volk. und Gemeinde einander, wie die 70 Palmbäume in Elim die 12 Quellen, aber auch umgekehrt die Quellen die Bäume brauche, 2Mo 15:27.

Gottes Menschenliebe

Weil sich Gott des Menschen erbarmte, der sich in seinen Lüsten und Begierden, und darum auch leider in Neid und Hass, verdarb, deshalb erzog Er Sich mit der Erwählung Abrahams ein Volk, das sein Vertrauen auf Gott setzen sollte. In der Mitte des auserwählten Volkes stellte Er das Heiligtum, das in der Wüste die Stiftshütte und im verheißenen Land der Tempel war. Dadurch sollten sie lernen, dass Gott Sich mit ihnen versöhnte und sie heiligt, das meint, als Gerecht von den anderen absondert. Als ein solches Volk sollten sie den heiligen Willen Gottes erkennen, aber auch damit lernen, dass sie nur der Messias als der König in ihrer Mitte befähigt, gerecht zu leben.

Als dieser König rund eineinhalb Jahrtausend oder genau 13 x 117 = 1521 Jahre nach dem Auszug aus Ägypten auftrat, wurde er vom Volk freudig empfangen; aber für die Baumeister (Pharisäer, Schriftgelehrte und Priester) war Er der Stein des Anstoßes und Ärgernisses, 1Petr 2:6-8. Denn Christus predigte nicht das Gesetz, sondern Liebe, förderte nicht die Selbstgerechtigkeit, sondern brachte Sündenerkenntnis, trieb nicht die römische Besatzungsmacht aus dem Land, sondern das Böse aus dem Herzen und brachte auch keinen diplomatischen äußeren Frieden zustande, sondern den inneren Gottesfrieden.

Sol kam es dahin, dass die Oberen seines eigenen Volkes Ihn ans Kreuz brachten, nicht wissend, dass damit das Heil zur Vollendung geführt wurde. Der Messias-König sollte ja am Holz des Fluches sterben, um vom Fluch des Gesetzes zu erretten, Gal 3:13. Und obwohl Jesus Gottes Sohn war, musste Er doch durch Leiden Gehorsam lernen, um nicht allein die Sünde fortzunehmen, sondern auch wahres Leben, volle Gerechtigkeit und unvergängliches Wesen ans Licht zu bringen, 2Tim 1:10. Dadurch wurde Satan als das Haupt der Bosheit besiegt, das Volk Israel für Gott zurück erkauft und die ganze Menschheit errettet, Jes 53:8; 1Jo 2:2. Der Mensch kann sich nicht selbst von der Sünde des Ichwesens er retten, sondern muss sich erretten lassen. Die Aneignung dieser von Christus erwirkten Errettung geschieht durch den Glauben an Jesus Christus als das einzige von Gott geschenkte Heil. Das ist der Weg des Glaubens, den die Gemeinde geht. Niemand wird vor Gott durch seine Taten gerecht, sondern weil uns der Sohn Gottes die Gerechtigkeit Gottes erwirkte, deshalb folgen die guten Werke der Errettung nach wie die Frucht der Blüte, Eph 2:8-10.

Die Säulen des Volkes

Die Glaubensd en, die Sich Gott der Vater durch Seinen Sohn Jesus Christus erwählte (Mt 11:27), sind die Säulen des Volkes Gottes.

Wie ein Haus auf einem Fundament ruht, das schon vor dem Gebäude existierte, so gab es auch schon lange vor dem Volke Gottes christusbegnadete Gemeindeglieder als Männer des Glaubens. Die Siegesallee des Glaubens in Hebr 11 nennt in Hebr 11:4-7 Abel, Henoch und Noah. Abel als der erste Märtyrer weist auf das Blut Jesu, das uns erlöst, Hebr 12:24; Henoch predigt das Kommen Jesu zu unserer Errettung, Jud 1:14; und Noah ist der Mann, bei dem wir zum ersten mal in unserer Bibel das Wort Gnade finden; 1Mo 6:8. Diese Gottbegeisteten, eben solche, in denen der Geist Christi war (1Petr 1:10-12), wurden später als Patriarchen , Propheten und Gesandte (Apostel) bezeichnet. Diese alle, die sich auf Jesus Christus gründen, n och bevor Er in Bethlehem als Mensch geboren wurde und auf Golgatha starb, bilden den Grundstock der Gemeinde, Eph 2:20.

Dadurch, dass Christus die Gottesgemeinde, auf Sich selbst gründend, mit lebendigen Steinen bis zum Tag der Entrückung baut (Mt 16:18), ist ebenso auch die Existenz des Gottesvolkes, solange die Erde steht, gesichert. Doch beide, Gemeinde und Volk, bedürfen einander, so wie ein Arzt nicht ohne Patienten sein kann, und der Pflegebedürftige ohne Arzt verderben würde. durch die Zerstreuung des Volkes Israel unter alle Völker ist auch die Basis des "Kirchenvolkes" großer geworden. Aber auch die Gemeinde Jesu Christi hat den Weg. zu allen Völkern gefunden, Apg 10:34.35; Röm 1:5.

Gott hatte schon dem Abraham als Vater und Vorbild des Glaubens zugesichert: "Ich will dich zum großen Volk machen ... und m i t d i r sollen sich segnen alle Geschlechter der Erde." 1Mo 12:2.3.

Hier sollte es keine Verwechslungen geben: I s r a e l (was natürlich weit über den Rahmen des nur allein sichtbaren Rahmens des Hauses Juda hinausgeht) ist das einzige auserwählte Volk auf dieser Erde. V o l k Gottes ist aber nicht gleichbedeutend mit G e m e i n d e. In das Volk wird man hineingeboren und durch Gesetze zusammengebunden. Die Gemeinde Jesu Christi aber besteht aus Wiedergeborenen und durch die Gnade Herausgerufenen.

Von Christus geht aller Segen Gottes durch die lebendigen Kanäle Seiner Glieder zu dem Volke Gottes und von diesen zu allen Völkern dieser Erde, soweit sie sich mit Abraham segnen lassen wollen. Alle aber, die sich gegen das Volk Abrahams auflehnen und damit auch immer gegen das Heil in Christo revoltieren, sind Opfer satanischer Verführung. Wie das Volk Gottes durch die Barmherzigkeit und Geduld Gottes getragen wird, so ist die Gemeinde als eine Neuschöpfung von der Liebe Christi durchdrungen, die sich auch auf Verführte und feinde ergießt, 2Kor 5:14.17; Mt 5:44-48.

II. Die bessere Gerechtigkeit

Viele Menschen sind der Meinung, wenn sie keine ausgesprochenen Wegelagerer, Diebe, Hurer und Mörder seien, dann wären sie gerecht, und Gott könne mit solchen braven Menschen doch zufrieden sein. Wie wäre wohl einer Frau zumute, wenn sich ihr Mann nicht das geringste um sie kümmert und sich doch vor ihr brüstet, schon deshalb ein guter Ehegemahl zu sein, weil er kein Gangster ist. Gott ist unser Schöpfer, Erlöser und Erhalter. Lieben wir Ihn? Danken wir Ihm? Kennen wir überhaupt Sein Wort, das Er uns in Seiner Großen Liebe als Wegleitung gegeben hat? Respektieren wir seinen heiligen Willen: Gottes Wort halten, Liebe üben und demütig vor Ihm zu sein, wie wir es in Mi 6:8 lesen können? Sind wir je vor Seiner großen Gabe auf Golgatha in die Knie gesunken? Lassen wir uns durch Seinen Heiligen Geist führen, um innerlich voll beglückt auch andere beglücken zu können?

Dann gibt es andere, die wie der Pharisäer von Lk 18:11 f. Gott zwar danken und auch Sein Wort kennen, aber alles aus einer falsch verstandenen Gesetzesbeobachtung selbst erfüllen wollen und so zu Verächtern jener werden, die in Sünde gefallen sind. Sie nehmen es so genau, dass sie von 20 Kümmelkörnchen 2 dem Herrn als Zehnten geben, aber das Wichtigste, Gottes Liebe, Güte und Barmherzigkeit nicht in ihr Herz dringen lassen, Mt 23:23. Auch der Pharisäer Saul von Tarsus rühmte sich einst seiner weißen Weste als eine Gerechtigkeit vor den Augen der Menschen. Dabei war er nicht nur unduldsam gegen Andersdenkende, sondern meinte sogar Gott einen Gefallen zu tun, wenn er die Nicht-wie-er-Gläubigen verfolgte. So hatte er "Wohlgefallen" an der unter seiner Leitung erfolgten Steinigung des Stephanus. Frommes Fleisch verfolgt immer den Geist, und Selbstgerechtigkeit ärgert sich an der Gnade, durch die das All versöhnt wurde, Kol 1:19-23. Wieviele Gesetzeseiferer gibt es doch in Synagogen, Kirchen und Gemeinschaften, die anderen nicht nur das Leben schwer machen, sondern trotz ihrer vielen frommen Worte die größte Sünde begehen, die es gibt: ein Hindernis auf dem Weg zum Sohn der Gottesliebe zu sein.

Ohne Gesetz gerecht

Das Ziel des Gesetzes war, Gott von ganzem Herzen zu lieben und seinen Nächsten wie sich selbst, Mt 22:37-40; 5Mo 6:5, 3Mo 19:18. Der Weg zu diesem Ziel aber ist allein Jesus Christus, der das ganze Gesetz erfüllte. denn was dem schwachen Fleisch nicht möglich war zu erfüllen, das tat Gott durch die Hingabe Seines Sohnes Jesus Christus Röm 8:3. So erwirkte das für uns vergossene Blut Jesu Christi die Gerechtigkeit Gottes, die besser ist als die der Schriftgelehrten der Pharisäer, Mt 5:20.

"Gerecht geworden durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesu Christus, durch welchen wir auch Zugang haben im Glauben zu der Gnade, in der wir stehen ... denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in. unser Herz, Röm 5:1-5. Eine Liebe, die sich nicht nur mit den Guten und braven verbindet, sondern sich auch der Verlorenen erbarmt. "Denn wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Anpruch auf Dank habt ihr dann? Auch die Sünder liegen ja die, welche ihnen Liebe erweisen. Und wenn ihr nur denen Gutes erweist, die euch Gutes tun: Welchen Anspruch auf Dank habt ihr dann? Auch die Sünder tun dasselbe. Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr das Geliehene zurückzuerhalten erhofft: Welchen Anspruch auf Dank habt ihr dann? Auch die Sünder leihen den Sündern, um ebenso viel zurückzuerhalten. Nein, liebet eure Feinde, tut Gutes und leihet aus, ohne etwas zurück zu erwarten! Dann wir euer Lohn groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn Er ist auch gegen die Undankbaren und Bösen gütig. Seid barmherzig, wie euer Vater (im Himmel) barmherzig ist!" Lk 6:33-36. Solche Worte sind keinem irdischen Koma entsprungen; das ist Gottesluft, in der die vom Geiste Gottes erneuerten Menschen atmen.

Christi Wirken in uns

Es stände sicherlich besser um Kirche und Gemeinde, wenn weniger gepredigt und dafür mehr getan würde. Und doch sollten wir auch das andere Übel erkennen, wenn solche, die Christus erkannt haben, Selbst noch alles tun wollen. Nicht in uns, sondern in Christus liegt das Wollen und Vollbringen, Phil 2:13. Das ist keine Aufforderung zur Lässigkeit, sondern ganz im Gegenteil ein Zusammenwirken mit Gott, und darum ein Auswirken Seiner Kraft in Frucht und Zittern, Phil 2:12.

Wir brauchen und können uns keine Gerechtigkeit erschuften, wir sollten uns als Gerechte und damit als Lebendiggemachte Gott. ganz hingeben. und unsere Glieder Ihm als Waffen der Gerechtigkeit zur Verfügung stellen.

Wieviel Gesetzes- und Lohndienerei gibt es doch noch unter den Gläubigen, wenn sie die 3 "ohne" im dritten Kapitel des Römerbriefes nicht beachten:

Röm 3:21: o h n e Gesetz Gottes Gerechtigkeit
Röm 3:24: o h n e Verdienst aus Gnaden erlöst,
Röm 3:28: o h n e Gesetzeswerk gerechtfertigt.

Es ist ein bedauerliches Missverständnis, dass viele Schriftstellen des Neuen Bundes, die von "Seinen Geboten" sprechen, als von den 10 Geboten handelnd, ausgelegt werden. Die Sittennorm vom Sinai ist eine Regelung für das Fleisch, denn für den gErechten ist kein Gesetz gegeben. 1Tim 1:9. SEINE Gebote, das meint Christi neue Glaubens- und Liebesanweisung, können aus Joh 13:24; Joh 16:10 und 1Jo 3:23 deutlich ersehen werden.

Recht als das allein Richtige

Ge-Rechtigkeit ist die Summe des Richtigen uns was immer und in allen Lagen richtig und zu-recht-bringend ist, das ist die Liebe. Solange wir in die Volks-Schule des Reiches Gottes gehen, brauchen wir einen Pädagogen. das war zur Zeit des Herrn Jesu nicht der der Lehrer, sondern der Knabenführer, der Beschützer auf dem Schulweg. Er war, wie K.F. Freeman sagt, "eine Mischung aus Kindermädchen, Diener, Beschützer, Anstandsdame und Hauslehrer". Und gerade das war neben der Absicht, die Sünde erschreckend sündig zu machen (Röm 7:13), die Aufgabe des Gesetzes, das uns von der Sünde fort zu Christus hinführen will. Nur "in Christo" sind wir aus dem Herrschaftsbereich der Gesetzlichkeit heraus und in den Segenskreis der Gnade gekommen, Röm 6:14. Darum schreibt Paulus den Galatern: "Also ist das Gesetz unser Pasidagogos (Zuchtmeister) gewesen zu Christus, dass wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Paidagogos (Knabenführer). Denn ihr seid alle Gottes Söhne durch den Glauben in Christo Jesu." Gal 3:24-27.

So tritt an die Stelle des "Du sollst" für den mündig gewordenen Sohn das ursprünglich verheißene "Du wirst", denn da verwandelt sich die Gesetzesverbundenheit in einen frohmachenden Glaubensgehorsam, Röm 1:5. Und weil die Liebe dahintersteht, ist hier mehr als die geforderte Gerechtigkeit, nämlich Christi Adelsgesinnung. Es gibt Fälle, in denen das legale Recht nach der tiefersehenen Liebe zum Unrecht werden kann. Deshalb brauchen wir den feinsten Gradmesser göttlicher Gerechtigkeit, die Gesinnung Jesu, die uns das Evangelium enthüllt, Phil 2:5-8; Röm 1:16.17. Es ist die mit der Sanftmut Christi verbundene Gelindheit (2Kor 10:1), die Gottes Wort epi-eikäs = Hinaufsicht nennt, was in unseren Bibeln mit Lindigkeit und Milde übersetzt wird.

Ein Rechtsanwalt tritt für das letzte Tüpfelchen recht seines Mandanten ein, Gott aber gibt uns alles geschenkweise aus Glauben und durch Glauben in Seinem Sohn. Wo man an vermeintlichem "Recht" auf dem Buchstaben des Gesetzes beharrt, gibt es viel Streit und Herzeleid, wo aber das Liebeswesen der Gottesworte in unser Herz eingedrungen ist, da ist die bessere Gerechtigkeit des in Christo glückseligen Gottes unser Teil. "Denn das Endziel des Innenziels (Gebotes) ist: Liebe aus reinem Herzen und gutem gewissen und ungeheucheltem Glauben ... nach dem Evangelium der Herrlichkeit des glückseligen Gottes." 1Tim 1:5.11.

III. Der Sohnesstand

Es kann nicht anders sein, alle wirkliche wirkliche Sohnschaft geht blutmäßig vom Vater aus. Gott hat keine Adoptivsöhne und keine Enkelkinder. In der Füller der Zeit sandte Gott Seinen Sohn, der aus einem Weibe wurde und unter das Gesetz kam, damit Er die, welche unter dem Gesetz waren, durch Sein Blut in den Sohnesstand loskaufte. Unsere Freude darüber ist meistens viel zu verhalten. "Sohnesstand!" Welch ein Wort zum Jubeln, wenn schon Friedrich Schiller als der Dichter des deutschen Idealismus triumphierend in dem Gesang an die Freude ausruft: "Brüder, überm Sternenzelt muss ein lieber Vater wohnen!"W Und doch ist dieses Wort noch viel umfassender und herrlicher, als sein Verfasser zu ahnen vermochte. Gott ist sogar, wie Paulus uns in Eph 3:15 betend bezeugt, "der Vater aller Vaterschaft". Er ist der Vater, der für alle Seine Geschöpfe den Sohn dahingab, damit Er alle als Söhne an Sein Vaterherz nehmen kann. "Welcher auch Seines eigenen Sohnes nicht verschont hat, sondern hat Ihn für uns alle dahingegeben; wie sollte Er uns mit Ihm nicht alles schenken?" Röm 8:32.

Der greise Heinrich Langenberg (er starb 1973 mit 94 Jahren) schrieb in seiner Begriffskonkordanz (S. 416): "Wie das ganze Volk Sohn Gottes genannt wird, so ist insbesondere der theokratische König der Sohn Gottes, 2Sam 7:14; Ps 89:28. So viel auch im Alten Bund zur Herstellung des wahren Sohnschaftsverhältnisses noch fehlte, Israel ist und bleibt der 'erstgeborrene Sohn Gottes'. Diese Sohnschaft darf aber nicht verwechselt werden mit der Sohnschaft der Gemeinde. Israel ist das irdische Söhnevolk Gottes mit irdischen Segensverheißungen, während die Söhnegemeinde ihr Gemeinwesen in den Himmeln hat, Phil 3:20. Der Mittler der Sohnschaft beider ist Jesus Christus, der einziggezeugte Sohn vom Vater, Joh 1:14. Er ist der Erfüller der Sohnschaft Israels und der Erbauer der Söhnegemeinde."

Gott ist seit Golgatha für alle, die sich durch den Sohn retten lassen, nicht mehr allein der Erretter, Schöpfer, Bundesgott und Herr aller Herren, sondern der "Gott und Vater aller, der über allen, durch all und in allen ist". Eph 4:6. Das ist die Frucht, die uns der Glaube des Sohnes gewirkt hat, wie Er vor Seinem Todesleiden bekannte: "Wer Mich liebt, der wird Mein Wort halten; und Mein Vater wird ihn lieben, und Wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen" Joh 14:23.

Das würdevolle Vertrauensverhältnis

Weil die Söhnegemeinde berufen wird in die Gemeinschaft des Söhne Gottes (1Kor 1:9), deshalb wird sie schon hier auf Erden zubereitet. Der Sohn ist immer ein Erzogener, der nich tn ur im Vertrauenverhälntnis zum Vater steht, sondern an dem auch des Vaters Wesensmerkmale zum Druchbruch u nd zur Darstellung kommen.

Wir haben in der Schrift nur 4 Stellen von der Sohnschaft (hyiothesia), aber sie genügen, um uns die Erhabenheit dieser Stellung zu offenbaren. Nach der Abrecht-Übersetzung geben sie uns folgende Kunde:

Denn alle die von Gottes Geist sich leiten lassen, sind Söhne Gottes.
Der Geist, den ihr empfangen, nacht euch nicht zu Knechten, so dass ihr wiederum euch fürchten müsstet.
Der Geist, den ihr empfangen, schenkt die Sohneswürde, und im Gebet rufen wir durch ihn 'Abba, unser Vater!'
Und kein geringerer als dieser Geist bestätigt unserem Geiste, dass wir Gottes Kinder sind.
Als Kinder sind dann auch Erben: Erben Gottes und Miterben Christi.
Wir müssen aber mit Ihm leiden, wenn wir mit Ihm verherrlicht werden wollen.
Wir wissen ja, Die ganze Schöpfung ist jetzt voll Klageseufzer. und hart mit Schmerzen einer Neugeburt entgegen.
Doch nicht allein sie seufzt,
Auch wir, wir seufzen innerlich und warten sehnsuchtsvoll darauf, in unseres Kindesrecht (Sohnschaft) eingesetzt zu werden." Röm 8:14-17 + 22.23
"Sie tragen den Ehrennamen Israeliten.
Sie haben die Sohneswürde.
In ihrer Mitte ist des Herrn Herrlichkeit erschienen." Röm 9:4
"Damit Er die, die dem Gesetz unterworfen waren, loskaufte, auf dass wir die Kindschaft (Sohnessetzung) empfingen." Gal 4:5
"In Seiner Liebe hat Er uns vorausbestimmt zu Seinen Kinder (zur Sohnschaft)." Eph 1:5

Sohn bedeutet erzogen sein

Es ist eine Ehre, ein treuer Knecht Gottes zu sein. Der Apostel Paulus hat es nicht verschmäht, sich als ein Sklave Jesu Christi zu bezeichnen. Noch schöner ist es, ein freund Gottes zu heißen, wie das von Abraham und Moses berichtet wird. Jak 2:23; 2Mo 33:11. Und doch steht das alles weit zurück hinter der großen Liebe, dass wir Söhne und Töchter Gottes heißen sollen, und wir sind es auch 1Jo 3:1. Sohn bedeutet nichts weniger, als dem Söhne Gottes gleichförmig zu sein, Röm 8:29. Das bedeutet aber auch, dass wir gewürdigt werden, den Leidensweg zu gehen, welches der Sohnesweg ist, Phil 3:10. Wir lesen nach der Übersetzung von Karl Ernst Lange in Hebr 12:7-10: "In heiliger Zucht liegt der sinn eurer Leiden! Beweist in widerspruchsloser Annahme dieser Zucht, dass ihr Söhne Gottes seid! Wo ist ein Vater, der seinen Sohn nicht streng erzieht?

Alle, die als Söhne teilhaben an der Herrlichkeit Gottes, werden in göttliche Zucht genommen. Sollte das mit euch nicht geschehen, dann seid ihr MIssgeburten, aber keine Söhne!

Als Menschen der Erde hatten wir unsere leiblichen Väüter als Erzieher und zollten ihnen Achtung; sollten wir uns nicht vielmehr dem Vater der Geister unterornen, der uns zu einem heiligen Leben bringen will?

Jene züchtiten. uns für kurze Zeit, nach ihrem eigenen Gutdünken, dieser aber erzieht uns wahrhaft förderlich, damit wir Anteil erhalten an seiner Herrlichkeit!"

Mit Christus verbrüdert

Im Lied der Lieder wünscht Schulamith von dem Geliebten: "Oh, dass du mir gleich einem Bruder wärest, der meiner Mutter Brüste gesogen!" Hl 8:1. Was im Alten Bunde noch Wunsch bleiben musste, ist seit dem Tode Jesu Wirklichkeit geworden. Die der Vergänglichkeit unterworfenen Menschen dürfen sich mit dem Sohne Gottes verbinden.

"Der, der die Menschen Gott zuführt, und die, die von Ihm Gott zugeführt werden, stammen alle von demselben Vater. Darum schämt Jesus Sich nicht, sie Seine Brüder zu nennen. Er sagt: Gott Ich will Dich Meinen Brüdern bekannt machen, On mitten der Gemeinde will Ich Dich preisen" Hebr 23:11.12.

Wenn ein kleiner Junge seinen Kameraden erklären kann: "Ich sage es meinem großen Bruder!", dann ist er fein heraus und verschafft sich damit überall Respekt. Wir sind in dieser Welt voller Bedrohung und Gefährdung. Darum kann es gar nicht groß genug eingeschätzt werden, dass wir in dieser bösen Zeit des Endes einen großen und mächtigen Bruder haben.

Das Schönste aber ist, dass wir mit unserem Bruder Hand in Hand zum Vater kommen dürfen. Wir sind angenehm gemacht in unserem geliebten Bruder Jesus.

Wir können nur tiefgebeugt voller Dank stammeln: "Abba, geliebter Vater! Dir sei von ganzem Herzen Dank, dass wir Deine Söhne. und Töchter sein dürfen!"

IV. Die ganze Wahrheit

Was wir so gerne wünschen und von keinem außer Gott erlangen, das ist die ganze Wahrheit. Überall werden wir "rücksichtsvoll" belogen, sei es in der Politik, beim Arzt oder beim Händler, und leider allzuoft auch von unseren Freunden, wenn sie keinen Mut haben, uns die ungeschminkte Wahrheit zu sagen.

Wir können uns den Jubel im Herzen jener Frqau in Sachar vorstellen, die, sußer sich vor Freude, jedem, der ihr über den Weg läuft, mitteilt. "Kommt, sehet einen Menschen, der mir alles gesagt hat - ob er nicht der Messias ist!" Joh 4:29. Es war eine Frau, die durch sehr viel Leid gegangen ist, denn sie wurde fünfmal Witwe. Dabei hatte sie auch allerlei zu verbergen, denn sie lebte nach alledem wahrscheinlich in "wilder Ehe".

Möchtest du dem begegnen, der dir alles sagt, was du getan hast? Der dir schonungslos offenbart, dass du ein Sünder bist? Dass es trotz aller äußeren Glasur im Innern nicht gut um dich steht, weil des Menschen Herz böse ist von Jugend an,1Mo 8:21. Wieviele Morde und Ehebrüche und Gaunereien sind zwar nie in die Tat umgesetzt worden, aber doch in unserem Herzen geschehen! Mt 5:28 und Mt 15:19.

Doch wie wir sind, ist nur die eine Seite der Wahrheit. Es gibt einen Gott, der uns Sein ganzes Herz voll heiliger, rettender und frohmachender Liebe und uns uns die andere Wahrheit offenbart, dass Er für dich und mich Christus zur Weisheit und Gerechtigkeit und zur Heiligung und Erlösung gemacht hat, 1Kor 1:30. Das Herz ist die Befehlszentrale des menschlichen Wollens und Tuns. Lassen wir Christus in unser Herz, dann gilt auch für uns das Wort des Herrn in Mt 12:35: "Aus der Überfülle des Herzens spricht der Mund. Der gute Mensch holt aus dem guten Schatz Gutes hervor, wie der Böse Mensch alles Böse aus dem bösen Schatz hervorholt."

Der Geist der Wahrheit

Christus hat vor Seiner Himmelfahrt den Tröster als Sachwalter der ganzen Wahrheitsfülle verheißen. Er führt uns nach Joh 16:13 in die "Ganzheit der Wahrheit", was vor allem mehr ist als die Summe einzelner Wahrheiten. Die Wahrheit ist unteilbar. Wer mit Absicht etwas fortlässt, will eine andere Vorstellung erwecken, als es der Wirklichkeit entspricht. Wahrheit und Wirklichkeit voneinander zu trennen ist nichts anders als ein teuflisches Betrugsmanöver, mit dem Modewort "Existentialphilosophie" getarnt.

Für unser praktisches Leben spielen die 3 Worte Sünde, Gerechtigkeit und Gericht eine große Rolle, und es ist die Aufgabe des Heiligen Geistes für diese Wahrheit uns die Augen zu öffnen:

a) Die Wurzel der Sünde ist das Misstrauen, denn alles, was nicht aus Vertrauen und Treue (Glauben) geschieht, ist Sünde, Joh 16:9, Röm 14:23.
b) Ein Gerechter besiegt den Tod, denn dieser hat nur Macht über den Sünder. Dass Christus auferstanden ist und nun zur Rechten Gottes sitzt, und dass Er kommen wird, uns zu Sich zu nehmen, das ist der Beweis unserer Gerechtigkeit, die Er allein erwirkte, Joh 16:10; Joh 14:3 und Röm 4:25.
c) Das Gericht steht vor der Tür. Was Satan als den Fürsten des Kosmos betrifft, so ist er am Kreuz gerichtet und mit seinen Machenschaften zunichte geworden. Nun weiß er, dass er bis zum Tage der Urteilsvollstsreckung nur noch wenig Zeit hat, Joh 16:11; Kol 2:15; Offb 12:12.

"Ich bin die Wahrheit!"

Zur Ganzheitenenthüllung der Wahrheit gehört vor allem das geöffnete Auge für den Gottes- und Menschensohn Jesus Christus, welcher die Wahrheit in Person ist, aber auch der Weg zu Gott und das Brot des Lebens. Deshalb ist es die Aufgabe des Paraklet, uns Christus groß und klar zu machen, Joh 16:14 und Joh 14:6.

Weiterhin gehört zum Erkennen der ganzen Wahrheit die Übersicht und Einsicht in die Vollgeschichte des Menschen. Unsere Geschichtsbücher können uns bestenfalls immer nur eine subjektive Schau über eine Zweidrittelgeschichte geben, das heißt über Vergangenheit und Gegenwart. gerade hier wird deutlich, dass der Böse uns nicht zu der Einsicht kommen lassen will, dass wir am Abschluss einer 6000-jährigen bankrotten Menschheitsgeschichte seit Adam leben. Dem Heiligen geist ist es von Christus vor allem gegeben, uns durch das feste untrügliche prophetische Wort zu verkünden, "was zukünftig ist", Joh 16:13; 2Petr 1:19. Dabei sollten wir aber auch beachten, was Hendrik Berkhof in seinem Buch "Der Sinn der Geschichte: Christus" (S. 195) schreibt: "Gerade weil alles so bedroht ist, haben wir auch allen Grund zu einer Verwunderung. Denn dass wir, wenn auch am Rande eines Vulkans, immer noch leben, mitten in einer säkularisierten und nihilistischen Welt, ist ein gewaltiges Wunder, und dieses kann nur im Lichte des be reits wirksamen Sieges Christi verstanden. und gepriesen werden. Nicht darüber sollten wir uns wundern, dass eine christuslose oder gar antichristliche Autonomie und Ideologie immer wieder das Leben zhersetzend durchdringt. Aber dass dies Mächte immer wieder eingeschränkt und niedergehalten werden, dass sie verwandelt oder er setzt werden durch die positiven Zeichen der Herrschaft Christi in der Welt, das ist eine gewaltige Tatsache, die uns m it immer neuer Dankbarkeit und Verwunderung erfüllen und uns Kraft geben müsste, ohne Furcht und in der Erwartung neuer Zeichen der Zukunft entgegenzugehen. In der neueren Zeit ist dies vor allem gesehen und ausgesprochen worden durch den älteren Blumhardt, von dem man doch wahrlich nicht sagen kann, er hätte von den antichristlichen Mächten in der Welt nichts gewusst. Er wusste aber vor allem, dass Christus der Sieger ist."

Zur ganzen Wahrheit gehört außer dem Wirken Gottes durch Christus und dem Heiligen gEist die Bibel, die mit keinem anderen Buch auf dieser Erde zu vergleichen ist.

Das Buch der Wahrheit

Die Bibel enthält nicht nur Gottes Wort, sondern sie ist es mit allen ihren Buchstaben und Zahlen. So wie Luther 2Tim 3:16 vor 500 Jahren übersetzte, scheint doch noch eine Auswahl von dem möglich zu sein, was von Gott eingegeben ist und was menschliches "strohernes" Beiwerk ist. Eine solche von Menschen zu bewerkstelligende Auswahl ist aber, Gott sei Lob und Dank, nicht nötigweit es sich um den grundtext der Bibel handelt, denn unsere Übersetzungen sind leider oft sehr mangelhaft oder sogar entstellend. "Alle Schrift ist von Gott eingehaucht" und von heiligen Männern durch den Heiligen geist geschrieben, 2Petr 1:21. Unter "Schrift" verstehen wir nach Selbstaussage der Bibel den ganzen Kanon, der aus 66 Büchern besteht, die in Wirklichkeit nach der Zahl der Vervollständigung 70 sind, da es nicht nur 1 Psalmen, sondern ebenso wie bei der Thora derer 5 gibt.

Bibelkritik von seiten der Menschen ist nichs als freche Anmaßung, denn Gottes wort sagt uns, dass der Kritikos nicht wir, sondern die Bibel ist, Hebr 4:12. Der bekannte Bibelschuldirektor Rene Pache schreibt. "§Wenn an der Inspiration gezweifelt oder wenn si enur teilweise anerkannt wird, je nach Erfahrung oder Meinung des Lesers oder des Predigers, dann wankt alles. Wenn man einem großen Teil des Textes gegenüber Misstrauen hegt, verwirft man nicht nur das Zeugnis der biblischen Verfasser und das von Christus selber, man bezweifelt auch ihre Wahrhaftigkeit und sittliche Zuverlässigkeit. Mehr als je wird in der Theologie heute um dies DFrage gekämpft. Schon der ersten Angriff de sVersuchers untergrub Gottes Wort: 'Sollte Gott wirklich gesagt haben...?' (1Mo 3:1). Dennoch haben während langer Zeit die Kirchen und die Synagoge die Beibel für das gehalten, was sie selber zu sein beansprucht: das Wort Gottes. Seit zwei Jahrhunderten werden die Angriffe gegen die Schrift immer heftiger. Wir nähern uns sichtlich dem Zeitalter, von dem Paulus spricht: 'Denn es wird eine Zeit kommen, wo sie die gesunde Lehre nicht ertragen werden, sondern sich nach ihren eigenen Begierden Lehrer in Menge verschaffen werden, um sich die Ohren kitzeln zu lassen, und von der Wahrheit werden sie die Ohren ab wenden, dagegen frei sich zu den Fabeln hinwenden,'" 2Tim 4:2-4. "Würden wir unsern Glauben hnur auf einlebloses Buch stützen, das Zeuge einer großartigen vergangeheit ist, wären wir recht gesetzlich, die Sklaven des toten buchstabens. Statt dessen strömt aus dem geistgewirkten Buch eine umgestaltende Kraft des Urteils, des Lebens und der Auferstehung." Soweit Pache in seinem Buch "Inspiration und Autorität der Bibel" (S. 5, 6 u. 79) was wir aus einem 50-jährigen Umgang mit dem Buch der Bücher nur unterstreichen können.

V. Rechtfertigung des Lebens

Rechtfertigung, was ist das? Ist es die Begründung einer Tat oder Haltung? Eine Verteidungsrede, wie wir sie in der Bibel bei Hiob finden? Verstehen wir darunter die Rechtsprechung eines Gerichts, oder ist es soviel wie ein Rehabilitation, Ehrenrettung und Rückerstattung persönlicher Rechte oder die Wiedereinsetzung in den früheren stand? Es ist unvergleichlich mehr als das alles.

Wir finden dieses Wort Rechtfertigung (griech. dikaiosis, von dikaios = gerecht) in unserer gesamten Bibel nur im Römerbrief und auch dort nur zweimal. Dennoch ist dieser Begriff von unendlicher und ungeheurer Bedeutung für das Leben aller Menschen. Wir lesen:

  • Röm 4:25: "Jesus, unser Herr, auferweckt aus Toten, der dahingegeben wurde um unserer Sünden (paraptoma = Unterschlagungen) und auferweckt wurde um unserer Rechtfertigung willen"
  • Röm 5:18: "Darum nun, wie es durch die Sünde (paraptoma) für alle Menschen zur Verurteilung kam, ebenso auch durch die Gerechtigkeit des Einen kam es für alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens."

Im Strafvollzug ist die Rechtfertigung für einen Mörder einzig die Söhne, also die Hinrichtung. So etwa muss auch Luther das Wort "Rechtfertigung" verstanden haben; um es dann mit Gottes Gnadentat zu verbinden, schreib er über diesen begriff, es bedeutet "sich dem peinlichen Prozess stellen und den Hals hinhalten, um dann die Freisprechung ausschließlich als Gnadenakt zu empfangen". Und doch bedeutet Rechtfertigung ein Wesentliches mehr, denn auch die deutsche Sprache meint damit zu Recht fertig oder geschickt sein.

Vollkommenes Gerechtsein

Die Gerechtigkeit ist durch durch Auferstehung zu ihrer vollen Entfaltung gekommen und wird nun auf uns ohne jegliches verdienst unsererseits übertragen. Wenn ein Gericht einen gefangenen mit sofortiger Wirkung freispricht, dann gilt er nicht nur rechtlich als frei, dann ist er es auch, selbst wenn er sich dann augenblicklich noch in der Zelle befinden sollte. Darum verlangt diese Rechtfertigung durch Gott von uns ein gehorsamen Wegsehen von unserer eigenen unleugbaren Unzulänglichkeit und eine gläubige Annahme des neuen Lebens in Christo.

Jesus geht über den Sklavenmarkt der Sünde und entrichtet das erforderliche Lösegeld. Satan muss die Fesseln mitsamt den Schlüsseln dem neuen Eigner übergeben, und Jesus schließt auf - aber was macht der Freigelassene? Bleibt er stehen? Oder geht er gar wieder z u rück zu seiner gewohnten Sklavenarbeit, obwohl er ein freier Mann ist? Was fangen wir mit der Erlösung Jesu. Christi an? Tatsächlich machen von dem Freikauf der Rechtfertigung des Lebens, obwohl er für uns alle gilt, nur diejenigen gEbrauch, die sich von Jesus an die Hand nehmen lassen. "Allein durch den Anschluss an Jesus kommt das Leben in Ordnung", so gibt eine Übersetzung aus dem Jahre 1963 Röm 5:18 wieder. Die Sache ist richtig, aber der biblische Text mit seiner überwältigenden Aussage und Bedeutung ist geradezu leichtfertig vereinfacht.

Gnadenrecht ein Ärgernis

Anschluss an Jesus? Ja! Durch unser Wirken? Nein! Aus Gnaden erwählt und auch gerecht, wer kann das fassen? Jeder, der ein Eigentum Christi, des vollkommenen Sohne Gottes geworden ist! Nicht weil wir für Christus sind und es mit Ihm halten, ist die Grundlage, weshalb wir gerecht sind und göttliches Leben haben, sondern allein deswegen, weil Christus in den Seinen ist, bedeutet Hoffnung des Lebens und der Herrlichkeit, 1Thes 1:3; 1Tim 1:1; Kol 1:27.

Paulus muss in seiner jüdischen Umwelt ein ungeheures Ärgernis mit dieser Rechtfertigung aus Glauben angerichtet haben. Gesetz, Beschneidung, Absonderung, Reinigung, Enthaltsamkeit, Gehorsam, Opfer, Fasten, Almosen, Dienst und Werk, sollte das alles nicht mehr gelten?. Der Rechtfertigung haftet gerade für den religiösen Menschen, wie Kirchenrat Prälat Kurt Hutten in seinem "Sektenbuch" schreibt, "... ein Ärgernis an. Sie spricht dem Menschen die Kraft, ja selbst die Initiative ab, sein Heil selbst zu bewirkden... Da sind keine Erlebnisse und erfolge, die ihm unwiderlegbar bezeugen, dass er unter der Gnade steht. Da sind,eine guten WErke, die ihm einen Anspruch auf das Heil geben." Wenn somit weder das Gefühl noch der Versand oder die Selbstzufriedenheit auf der Leiter stehen, so git es durch die Rechtfertigung dennoch einen ganz neuen und wunderbar erhabenen Zustand trotz aller eigener Unzulänglichkeit und Unwürdigkeit: der im Herzen wohnende Gottesfriede, Röm 5:1; Kol 3:15.

F r i e d e in einer Welt ständiger Rebellion gegen das Bestehende und damit auch gegen den Glauben an einen Gott der Gerechtigkeit; L e b e n inmitten millionenfachen Sterbens; G e r e c h t i g k e i t in einer Räuberhöhle mit einer zum Himmel schreienden Vergewaltigung des rechts. Sollten wir da nicht barmherzig allen verzeihen, die das nicht fass en können? Was Wunder, dass sie einen so Gerechtfertigten nicht mehr für "normal" halten, denn der Normalfall in der Zeit des Endes ist Resignation oder Verzweiflung.

Unbekannte Wirklichkeit

Überhaupt scheint unsere Zeit mit ihrer liberalen Verwässerung aller Rechtsbegriffe mit dem Begriff Rechtfertigung nichtmehr viel anfangen zu können. Jörg Zink übergeht das bedeutende Wort wollständig und gibt beide Stellen aus dem Römerbrief wie folgt wieder: "Denn Er (Christus) hat den Tod erlitten als Sühne für unsere Verfehlungen und hat neues Leben gewonnen, damit wir alle vor Gott bestehen könnten." "So können wir sagen: Durch ein einzelnes Unrecht kam das Unheil über alle Menschen, durch eine einzelne Rechtstat empfingen sie das heile Leben."

Wie sie alle zu diesem heilen Leben, nämlich dem Christusleben kommen, das hat Ralf Luther, einst Pastor der Universitätskirche in Dorpat (Estland) in seinem "Neutestamentl. Wörterbuch" (S. 146) zum Thema "Rechtfertigen" wie folgt beschrieben: "Den griechischen Ausdruck dikaiün übersetzt Luther einige Male mit 'rechtfertigen', meist mit 'gerechtmachen'; die passive Form mit 'gerecht werden'. In der Gerichtssprache bedeutet das Wort auch: für gerecht erklären oder gerecht sprechen. Doch ist im Neuen Testament unter der Rechtfertigung niemals eine bloße Erklärung zu verstehen derart, dass der Mensch gerecht gesprochen werde, ohne es aber in Wirklichkeit zu sein. Wen Gott gerecht spricht, den macht Er auch gerecht, den setzt Er in alle Rechte, die dem Menschen seinem anerschaffenen Wesen nach zu kommen, wieder ein. Es ist des Menschen angestammtes Recht, Gott nahe zu sein, Ihm innig verbunden zu sein, teilzuhaben an der göttlichen Lebensfülle. Gott rechtfertigt den Menschen; das bedeutet: Gott setzt ihn wieder ein in alle ursprünglichen Rechte des Menschen; Er zieht ihn in Seine Nähe; Er gibt ihm Anteil an Seiner Heiligkeit und Hoheit."

"Es ist eben mit dem Geschenk Gottes anders als mit der Sünde des einen Menschen: Führte nämlich das Gericht Gottes aufgrund der Sünde des e i n e n Menschen zur allgemeinen Verdammnis, so führt nun die Gnadengabe des Christus trotz vieler Übertretungen zum völligen Freispruch. Denn wenn durch die Übertretung des e i n e n Menschen der Tod eine Art Königsherrschaft antreten konnte, wieviel mehr dürfen die, welche die Fülle der Gnade und das Geschenk der Rechtfertigung empfangen, königlich regieren durch den e i n e n, Jesus Christus. Unfasslich: Er gab sich durch den Fall des e i n e n die Verdammnis für alle Menschen, so kommt durch den Einen, der gehorsam war, und alle Gerechtigkeit erfüllte, für alle Menschen die Rechtfertigung, die das Leben schenkt. Jetzt kommt es nur darauf an, dass auch all diese Botschaft hören und im Glauben annehmen." Röm 5:16-18 nach Bruns.

VI. Vom Glauben zur Herrlichkeit

Grau, teurer Freund, ist alle Theorie und grün des Lebens goldner Baum" tönt die Stimme des Versuchers aus Faustens Studierzimmer. Es wäre kein Rat des Mephistofeles, wenn darin nicht ein doppelter Angriff auf die Wahrheit steckte, und eine Verwechslung noch dazu, denn nicht Gold, sondern Kupfer verfärbt sich grün. Da wird vom Teufel die verworfenste Idee als gut und richtig erklärt, sobald sich nur der Erfolg einstellt, zum andern aber will er dem Menschen allen Bibelglauben zu einer strohernen, sinnlosen und eintönigen Theorie machen, die grau in Grau für das praktische Leben überhaupt keinen Wert besitzt. Glaube sei nur das lustlose und Freude raubende Hobby unwissender Frömmler, die sowieso nur Neider und Heuchler seien. Was könne das verstaubte Bibelbuch, in dem Faust am "Ostersonntag" einen einen Blick wirft, denn schon für einen Wert haben?

"Geschrieben steht: Im Anfang war das Wort,
hier stock' ich schon, wer hilft mir weiter fort?
Ich kann das Wort so hoch unmöglich schätzen,
ich muss es anders übersetzen.
LWSenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin,
geschrieben steht: Im Anfang war der Sinn.
Bedenke wohl die erste Zeile,
dass deine Feder sich nicht übereile.
Ist es der Sinn, der alles wirkt und schafft?
es sollte stehn'n: Im Anfang war die Kraft.
Doch auch indem ich dieses niederschreibe,
schon warnt mich was, dass ich dabei nicht bleibe.
MIr hilfdt der Geist! Auf einmal seh' ich Rat
und schreib' getrost: Am Anfang war die Tat!"

Dieser Angriff auf das Heiligste des biblischen Glaubens, denn das Wort ist Jesus Christus, der Sohn Gottes Selbst, klingt wie ein harmlose Spielerei und versucht doch das göttliche Leben bereits in seiner Wurzel für immer zu zerstören.

Vertrauen zu Gott

Glaube ist vertrauen und Treue, die sich völlig und vorbehaltlos Gott ausliefert, was nur durch den Mittler zwischen Gott und Menschen, Jesus Christus, geschehen kann. Glaube ist das, was wir mit "Trauung" als den beginn einer ehe bezeichnen, nämlich ein völliges Einswerden. Wer sich Gott so anvertraut, darf auch alles erwarten, was Seinem heiligen, guten und wohlgefäligen Gotteswillen entspricht. Er wird nie enttäuscht und findet immer Erhörung, weil die Bitten des Glaubenden nicht auf seine eigenen Wünsche, sondern immer auf die Erfüllung der unverbrüchlichen Gottesverheißungen ausgerichtet sind. Und nur durch Glauben gelangen wir zur Herrlichkeit.

Es wird immer wieder versucht, den Glauben an und in Jesus, so wie die Schrift sagt (Joh 7:38), zu einem abstrakten (unschaubaren) Begriff zu machen und vom Alltag zu isolieren. Aber gerade Glaube ist das, was wir nicht nu r sonntags, sondern die ganze Woche brauchen. Und Glaube ist unlöslich mit Hoffnung und Liebe verbunden. Ohne dieses Trio, das ein Abglanz vom Vater, Sohn und Heiligem Geist ist, kann kein Gotteskind existieren.

Ohne Glaube, das heißt ohne Zuversicht, Vertrauen und Treue ist der Mensch die elendeste Kreatur unter Gottes Himmel;
Ohne Hoffnung sein bedeutet ohne Antrieb und Aussicht auf Besserung; ein sinnloser und in des Wortes wahrster Bedeutung hoffnungsloser Fall;
Ohne Liebe, das ist gleichsam ohne Mitgefühl und Teilnahme, stumpf und stur dahintrabend, ohne Lebensinhalt und Lebenskraft zu sein.

Sohnesliebe

"Wenn ich in höchsten Tönen der Menschen, ja der Engel zu reden vermöchte und wäre der Liebe bar. Ich gliche einer Glocke ohne Herz, ich gäbe nur gellenden Schall. Und wenn ich die Gabe der Weissagung hätte, und wenn ich alle Geheimnisse durchschaute, ja wenn mir jede Erkenntnis k und wäre, und ich allen Glauben zum berge versetzen hätte, und wäre der Liebe bar: so wäre ich nichts! Und wenn ich mein ganzes Vermögen opferte und gäbe meinen Leib den flammen preis, wäre aber der Liebe bar: rein wertlos wäre das alles für mich." 1Kor 13:1-3 nach Pfäfflin. Und gerade in diesem Preislied versichert uns das durch Paulus überlieferte Wort Gottes: "Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Diese drei gehören ebenso zusammen, wie es ohne Vater, Mutter und Kind keine Familie gäbe, oder wie Geist, Seele und Leib, sobald sie getrennt werden, Tod bedeutet.

Wie 1Kor 13 das Preislied der Liebe ist, so darf Röm 8, das Hohelied der Sohnschaft genannt werden. Die Sohnschaft des Menschen begann einst mit Adam (der Zahlenwert seines Namens ist 45) und läuft bis Abihu (Zw), denn dessen Name bedeutet: Mein Vater ist ER (Gott)! Er war der Sohn des ersten Hohenpriesters. Adam brachte als ein Sohn Gottes die Sünde über die Menschen, und Abihu wurde seines Ungehorsams wegen von Gott getötet, nachdem auch er mit seinem Bruder Priester geworden war, wozu Gott sprach: "Das ist's was der Herr gesagt hat: Ich erzeige Mich heilig an denen, die Mir nahe sind, und vor allem Volk erweise Ich Mich herrlich", 3Mo 10:1-3. Aber Gott ist nicht nur herrlich im Gericht, sondern auch im Heil. Weil Adam in Sünde fiel, ersah Gott einen fünffachen Erlösungsweg (5 x 5 = 25 gleich Erlösung) von allem Irdischen (45), das wir von Adam ererbten. Diesen Weg finden wir nun in Röm 8:29+30. Seine Stationen sind: zuvor ersehen, vorausbestimmt, berufen, gerechtfertigt und verherrlicht. "Denn wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten zusammenwirkt, nämlich denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Dann die, welche Er zuvor ersehen hat, die hat Er auch im voraus dazu bestimmt, dem Bilde Seines Sohnes gleichgestaltet zu werden:: Dieser soll der ERstgeborene unter vielen Brüdern sein. Und die welche Er vorausbestimmt hat, die hat Er auch berufen; und die Er berufen hat, die hat Er auch gerechtfertigt; und die Er gerechtfertigt hat, denen hat Er auch die Herrlichkeit verliehen." Denn der Sohn, in dem die Herrlichkeit des Vaters ist (Joh 1:14), der sprach in Seinem hohenpriesterlichen Gebet: "Ich habe auch die Herrlichkeit, die Du Mir gegeben hast, ihnen gegeben, damit sie eins seinen, wie wir eins sind." Joh 17:22.

Das Gnadengeschenk

Wie Gott diesen Gnadenweg unbeirrt aller menschlichen Schwächen zum Herrlichkeitsziel führt, das sehen wir an den 5 ersten Generationen Israel, das Meint von Abraham, dem Glaubensvater, bis zu dem begnadeten Götzendiener Ephraim.

248 Zw = Abraham - von Gott als Segensträger zuvor ersehen
208 Zw = Isaak - als der verheißene Same vorausbestimmt,
182 Zw = Jakob - zum Vater der 12 Stämme Israels berufen,
156 Zw = Joseph - kam gerechtfertigt vom Gefängnis. zum höchsten Amt,
331 Zw = Ephraim - gefallen und erlöst zum Wonnekind Gottes gemacht.
____________
1125 Zw oder 25 x 45 = Erlöst vom Irdischen.

Gerade an Ephraim sehen wir, wie Gott in grenzenloser Liebe dem Verlorenen nachgeht und ihn nach Hause - in die Herrlichkeit des Vaters bringt. "Gehört habe ich, wie Ephraim sich beklagt: Du schlugst mich , und ich wurde geschlagen und war wie ein nicht angelerntes Kalb. Lass Du mich umkehren, so bekehre ich mich, denn Du, Jahweh, bist mein Gott. Denn nach meinem Abfall erfasste mich Reue ... Darum ist Mir Ephraim ein Lieblingssohn und Wonnekind. Ich muss von ihm sprechen und seiner immer wieder gedenken. Mein Inneres schreit nach ihm! Ich werde Mich seiner gewiss erbarmen, ist des Herrn Spruch" Jer 31:18-20.

Das Erwecken des Glauben ist immer nur der Anfang, den Gott mit uns in Christo macht, Hebr 12:2. Sobald wir vom Glauben zum Schauen gelangt sein werden, sind wir in der Herrlichkeit, und Gottes Weg mit uns ist vollendet.

VII. Der Sieg der Gnade

Nachdem der Helel ben Schachar, der Sohn der Morgenröte (lat. Luzifer = Lichtträger) dem Sohne Gottes die Anerkennung versagte und zum Fein (Satan) wurde, ist Kampf im Himmel und auf Erden. Es wäre Gott ein leichtes gewesen, den Anführer zu unterdrücken oder z u vernichten. "Ein Wörtlein kann ihn fällen!" Aber ist das die Lösung aller Probleme? Wäre nicht doch ein Schatten geblieben? Kann Sich Gott nur durch die gewaltige Größe Seiner Macht durchsetzen? Müsste nicht in allen Seinen Geschöpfen immer eine verhaltene Angst, die nicht in der Liebe ist, vor einem solchen Gott sein, wie die Primitiven sich vor den Dämonen fürchten? Gott ließ allen Wesen die Freiheit, auch anders zu wollen; nur des Sohnes Speise war, immer das zu wollen, was der Vater will. um Sein Werk. zu vollenden, Joh 4:34. Aber wer das Gute und Den Guten (und das ist Gott allein, Mt 19:17) nicht will, der entscheidet sich für das Böse, Arge und Schlechte. Das bedeutet Abfall, Trennung (Sünde ist der Sund zwischen Gott und uns), Verderben, Leid, Schmerz und Tod.

"Denn der Tod ist der Lohn der Sünde, aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unserem Herrn" Röm 6:23.

Der Vater unseres Herrn Jesus Christus ist uns in Seinem Sohn ein "Gott aller Gnade" geworden, 1Petr 5:10. Das bedeutet, dass es eine Fülle von Gnade in Christo gibt, und immer wieder dürfen wir aus deinem unerschöpflichen Quell Gnade um Gnade nehmen, Joh 1:16. Dass wir ein Eigentum Gottes, erlöste und gelöste Menschen sind, daran ist auch nicht ein Stäublein Verdienst unsererseits. Darum haben wir auch keinerlei Rechtsanspruch; es ist allein der Gunst und Menschenfreundlichkeit Gottes zu danken.

Denn wir waren einstmals unweise, ungehorsam, verirrt, den Begierden und mancherlei Wollüsten dienend und wandelten in Bosheit und Neid; waren verhasst und hassten uns untereinander. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unseres Heilandes, nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir getan hatten, sondern nach Seiner Barmherzigkeit errettete Er uns durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes, welche Er über uns reichlich ausgegossen hat durch Jesum Christum, unseren Heiland, auf dass wir durch desselben Gnade gerecht würden und Erben seien des ewigen Lebens in Hoffnung." Tit 3:3-7. "Gott, der reich ist an Erbarmen, hat durch Seine große Liebe, damit Er uns liebt, gerade uns, die wir tot waren durch die Sünden, mit Christo lebendig gemacht, denn aus Gnaden sind wir errettet. Er hat uns auch mit erweckt und mit versetzt inmitten der Himmlischen in Christo Jesu." "Allein aus Gnade seid ihr errettet, durch den glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme; denn wir sind Sein Werk, geschaffen in Christo Jesu zu guten Werken, welche Gott zuvor bereitet hat, dass wir darinnen wandeln sollen." Eph 2:4-10.

An uns ist nichts zum Rühmen

Der Sieg der Gnade ist gewiss, "denn es erschien die rettende Gnade Gottes allen Menschen, uns erziehend ...." so lesen wir Tit 2:11. Wie Gottes Auserwählte erzogen werden, zu erkennen, dass sie ihre Errettung nicht der eigenen Tüchtigkeit zu verdanken haben, dafür folgendes Beispiel: Der berühmte holländische Arzt Prof Dr. Boerhave steht wie so oft in der Anatomie vor seinen Studenten. Die Leiche eines hingerichteten Verbrechers soll seziert werden. Als das Leinentuch zurückgeschlagen wird, erschrickt der Arzt, wird blass und fängt an zu zittern. Alle sind aufs höchste erstaunt, bis sie das Bekenntnis mit tiefgerührter Stimme vernehmen: "Meine Herrn, mit diesem Manne habe ich meine Jugend zugebracht. Nun bin ich der geehrte Professor, und er liegt hier. Lassen Sie es mich Ihnen gegenüber versichern, dass ich außer der Gnade Gottes keinen einzigen Grund weiß, weshalb ich nicht an seiner Stelle liege."

Jetzt sieht es noch so aus, als ob Sünde und Unrecht den Sieg davontrügen. aber das Wort Gottes versichert uns, dass Gnade überschwänglich und überströmend ist, und Gott übertreibt nicht! "Wo die Sünde überströmend geworden ist, da ist die Gnade noch überschwänglicher geworden." Röm 5:17-20. "Über die Maßen aber ist die Gnade. unseres Herrn überströmend geworden mit Glaube und Liebe, die in Christo Jesu sind" 1Tim 1:14.

Man braucht gesalbte Augen, um erkennen zu können:

Nicht Angst und Strafe besser den Menschen,

sondern Freude = chara;

die größte Kraft des Lebens ist nicht Gewalt,

sondern Dank = eucharis- tia,

darum gibt es eine Hoffnung für alle durch

die rettende Gnade = charis!

Der Sieg der Gnade ist deshalb so groß, weil sie auch den allergeringsten an ihrem Triumph teilhaben lässt.

Welche ungeheure Tragkraft Gnade verleiht, erweist sich durch 1Petr 2:19-21: "Denn das ist Gnade, so jemand um des Gewissens willen zu Gott das Übel verträgt und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missetat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohltat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. Denn dazu seid ihr berufen; weil auch Christus gelitten hat für uns und uns ein Vorbild hinterließ, dass auch ihr Seinen Fußstapfen nachfolgt." Diese Gnade ist der Gemeinde Jesu reichlich widerfahren, und unser Jahrhundert weist von allen Zeiten die meisten christlichen Märtyrer auf.

Was wir für die Zeit des Endes brauchen, ist kein stahlhartes Herz, sondern dass es fest werde durch Gnade, Hebr 13:9.

Paulus ist es, der im Neuen Testament zweimal für den Sieg Gottes dankt (1Kor 15:52 und 2Kor 2:14), denn ihm wurde durch Christus versichert: Meine Gnade genügt, denn Meine Kraft ist den Schwachen mächtig!" 2Kor 12:9, das tröstet auch uns.

Nun geh' ich meine Pfade so ruhig und so leicht
und weiß, dass Seine Gnade für alle Fälle reicht.

Lies weiter:
C. Der Abschluss als Gericht und Erbarmen