Einführung zum Verständnis dieser Schrift

Aus Bibelwissen

Die Endzeit
Abschrift einer Schrift von Ludwig Katzenmeier (1977)

Missionsdruck und Verlag Mannheim
Die Schrift ist antiquarisch noch erhältlich

siehe weitere Abschriften:
Inhaltsverzeichnis:

II. Hauptteil

mit einem Wort über die Gnadengaben sowie Vorbedingungen und Gedanken zum 3. Weltkrieg anhand der Schrift.

Nach Tagen schwerer Krankheit, in welchen ich viele Gedanken über die nahe Zukunft in mir bewegte, reifte in mir der Entschluss, dass das, was mir innerlich klar geworden ist, meinen näheren Freunden schriftlich weitergegeben werden sollte Die Gelegenheit bot sich sehr bald, indem mir liebe Glaubensgeschwister an einem abgeschiedenen Ort einen. ungestörten Aufenthalt gewährten, wo ich einen Teil dessen was mir aufgetragen ist, zu Papier bringen konnte. Ihnen gilt mein besonderer Dank.

Es geht bei diesen Ausführungen nicht darum, die Neugier Einzelner bezüglich der nahen Zukunft zu wecken und zu befriedigen, als vielmehr um einen Dienst an der Gemeinde JESU, die als wartende IHM entgegensieht.

Zugleich ist diese Schrift eine Voraussetzung besseren Verstehens mener längst angekündigten Niederschrift über

"DIE STUNDE DER FINSTERNIS"

die bald folgen soll.

Stuttgart, im Juli 1977

Gedicht: Wir eilen durch unsere Tage

Wir eilen durch unsere Tage
von heißer Sehnsucht verzehrt.
Die Freude geht einsam, die Klage
hat alle Straßen verheert.
Wir folgen der Flucht uns'rer Stunden,
zu neuem Anfang bereit
und werden doch nicht entbunden
von dem Geschick un'rer Zeit.
Wie oft überholt uns der Morgen
und überrascht uns die Nacht.
Sie hat uns trotz Seufzen und Sorgen
noch keine Ruhe gebracht.
Und was wir auch glaubten. zu finden,
es spottete unserer Macht.
Und Gott lässt sich nimmermehr finden,
hat uns zu Schanden gemacht.
Wir haben den Sohn ihm zerstochen
und seinem Wort nicht geglaubt.
Drum wird unsere Hütte zerbrochen
und uns die Heimat geraubt.
Es jammern ihn nicht unsre Schmerzen
solang wir noch eitel bemüht,
weli erst aus zerbrochenen Herzen
das große Wunder erblüht.
Doch, wenn wir uns. schuldig bekennen,
nimmt er von uns uns're Schuld,
dann kann seine Liebe entbrennen
und freu'n wir uns seiner Huld.
Und mitten im Fliehen und Eilen
der Welt, lädt er uns zu Gast
und lässt uns're Wunden verheilen
und schenkt uns köstliche Rast.
L. K.

I. Einführung zum Verständnis dieser Schrift

Diese Niederschrift basiert hauptsächlich auf einem Vortrag, den ich am 4. Mai 1968 in einem Saal des Deutschen Museums in München gehalten habe. Was ich damals sagte, habe ich auf Wunsch vieler meiner Freunde, meist in geschlossenen, kleinen Kreisen ausführlicher wiederholt

Diese internen Vorträge, deren Weitergabe ich nicht wünschte, sind dennoch in Tonbandkopien verbreitet worden und gelangten sogar nach Amerika. Das Echo war verschiedenartig.

Viele wurden dadurch wachgerüttelt und dankten mir, dass ich den Mut gefunden hätte das auszusprechen, was ihnen schon lange am Herzen liegen würde. Andere wurden von ihrer Wirtschaftswundergläubigkeit befreit, von Geiz und Egoismus und entschlossen sich, mit ihren Gütern dem Herrn z u dienen, indem sie missionarische Einsätze im In- und Ausland unterstützen. Vor allem aber wuchs unter den Gläubigen die Sehnsucht und der Wille nach Heiligung, ohne welche niemand den Herrn sehen wird. Man bat mich immer wieder, nachdem ich die Schrift "D i e E n d z e i t" weitergegeben hatte, doch nun auch den zweiten Teil zu Papier zu bringen, der nicht nur den Ablauf bevorstehender Ereignisse, sondern auch Verhaltensweisen für jene Zeit aufweist, die schlimmer sein wird, als es jemals Menschen auf dieser Welt erfahren haben.

Dennoch kann es nach der Schrift jetzt keinen Weltuntergang geben. Gott weiß seine Kinder zu schützen nach Ps 23:4 "Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn DU bist bei mir, Dein Stecken und Stab trösten mich". Andere wiederum hat der HERR nach Jes 57:1 schon hinweggenommen. Die Gerechten werden weggerafft vor dem Unglück".

Ich schreibe diese Dinge, soweit sie innerlich erlaubt sind, nieder und weise gleichzeitig auf die Notzeitgebete der Marienschwestern hin, die wir jetzt schon lernen müssen, nebst Psalmen und Trostworten aus der Heiligen Schrift.

Christen sind Zukunftsmenschen, die sich hier schon ein himmlisches Kapital nach den Worten unseres HERRN JESU anlegen können (Mt 6:19-20): "Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, da sie die Motten und der Rost fressen und da die Diebe nachgraben und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, da sie weder Rost noch Motten fressen und da die Diebe nicht nachgraben und stehen."

Doch nicht nur positive, sondern zum Teil auch negative Reaktionen gab es auf meine Vorträge hin, die ich nicht einfach übergehen will, sondern Stellung hierzu beziehen möchte.

  1. Es gab Schockwirkungen bei Menschen mit schwachen Nerven.
  2. Es löste Zorn und Widerspruch aus, denn was nicht wahr sein darf, das kann auch nicht wahr sein.,
  3. Man verdrehte meine Aussagen durch Zusätze, ganz besonders aber dort, wo es um Termine ging.
  4. Um mich schließlich mundtot zu machen, nannte man mich rundweg einen falschen Propheten.

II. Reaktionen und Argumente

Deshalb sehe ich mich veranlasst, zum besseren Verständnis der Hauptausführungen über "die Stunde der Finsternis" einige wichtige Vorbemerkungen zu geben, die keinesfalls den Leser langweilen oder gar aufhalten sollen. Wenn ich zunächst auf die 4 vorerwähnten Punkte eingehen, dann geht es mir nicht um die Verteidigung meiner Person, sondern letztlich um die Richtigstellung kritischer Bemerkungen gegenüber meinen früheren Ausführungen zum besseren Verständnis des Lesers. Im Nachhinein sollen dann noch weite Punkte aufgegriffen. und behandelt werden, die mir aus dem Kreis der fragenden Gemeinde immer wieder zugehen. Es dient ja alles der "Zurüstung der Gemeinde JESU im Blick auf den wiederkommenden HERRN".

Die Zeit, die mir zur Niederschrift dieser wichtigen Gedankengänge zur Verfüung steht, ist so kurz, dass ich vorerst nicht alles, was gesagt werden muss, zu Papier bringen kann. Doch wer nur immer will, wird und kann auch diesen meinen Auführungen für sein persönliches Leben Nutzen ziehen u nd zu einem besseren Verständnis der Heiigen Schrift gelangen.

Hier nun zunächst die Antwort auf die vier oben erwähnten Punkte:

1. Angst

Menschen mit schwachen Nerven gab es zu allen Zeiten. Für sie waren meine Vorträge über die Endzeit nicht geeignet. Solchen ist es freigestellt, diese Zeilen zu lesen oder nicht. Ich habe durchaus Verständnis für die innere Verfassung ängstlicher Naturen, die sich dadurch verunsichert fühlen. Ihnen sei gesagt, dass Gott uns nie mehr auferlegt, als wir e tragen können (1Kor 10:13): "... aber Gott ist getreu, der euch nicht lässt versuchen über euer Vermögen, sondern macht, dass die Versuchung so ein Ende gewinne, dass ihrs könnet ertragen."

2. Zorn und Widerspruch

Zorn und Widerspruch haben ihre verborgenen Wurzeln, von welchen ich einige aufzeigen will:

a) Hirte oder Mietling

Es gibt sogenannte Hirten denen es weniger um die Schafe, als um deren Wolle geht. Sie haben Angst wegen der ihres Einkommens und möchten deshalb keines ihrer Schafe verlieren. Diesen möchte ich mit dem Psalmisten (Ps 55:23) zurufen: "Wirf dein Anliegen auf den Herr; er wir dich versorgen..." Es ist deshalb töricht, Botschaften, die der Warnung der Gemeinder Jesu vor eine großen Gefahr dienen sollen, zu verunglimpfen oder zu unterschlagen. Denken wir doch daran, dass der HERR Solche als Lohnarbeiter oder reine Mietlinge bezeichnet (Joh 10:12). "Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht, und der Wolf erhascht und zerstreut die Schafe". Lernen wir von JESUS, dem guten Hirten.

Wenn der HERR es nicht führt, sollten wir große Baupläne unterlassen, denn es geht jetzt mehr um den inneren Aufbau der Gemeinde, die für die Notzeit gerüstet sein muss.

b) Neid

Eine weitere Wurzel ist der Neid. Wir lesen in der Schrift (Mt 27:18), dass die Obersten des Volkes Israel JESUS aus Neid der weltlichen Justiz überantwortet haben. Es waren also die "Frommen", die den HERRN verrieten. In der Endzeit ist es wider so. Nach Joh 15:20-21 spricht unser HERR JESUS: "Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, werden sie euch auch verfolgen. Haben sie mein Wort gehalten, werden sie eures auch halten. Und das alles werden sie euch um meines Namens willen tun, denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat".

c) Mangelnde Erkenntnis

Mangel an geistlicher Erkenntnis führt ebenfalls zu innerem Aufruhr. In Hos 4:1 lesen wir: "Höret ihr Kinder Israel des HEERN Wort! Denn der HERR hat Ursache zu schelten, die im Lande wohnen; denn es ist keine treue, keine Liebe, keine Erkenntnis Gottes im Lande". Es lohnt sich, die Verse Hos 4:2-3 auch zu lesen, denn sie sind hochprophetisch, wenngleich sie nicht unmittelbar zu diesem Thema gehören.

Jede theologische Schule hat ihr bestimmtes System oder Dogma. Was dieser hingenommen, was hernach in der Preis des Gemeindelebens z u Verschiedenheiten der Lehrmeinungen und damit auch zu theologischen Auseinandersetzung führt. Von der Gemeinde in Beröa, die der Apostel Paulus besuchte, lesen wir in Apg 17:11 eine sehr zu empfehlende Verhaltensweise, die auch uns immer wieder not tut, nämlich: "Diese (zu Beröa) waren edler, denn die zu Thessalonich; sie nahmen das Wort auf ganz willig und forschten täglich in der Schrift, ob sichs also verhielte".

Grundsätzlich geht es also nie theologische Gedankengänge und Aussagen irgend eines Großen, sondern immer nur um die Wahrheit aller Aussagen in der Heiligen schrift, die wir. zu respektieren haben. Nur so werden wir weitergeführt. Zu seinen Jüngern sagte einst unser HERR JESUS (Joh 16:12): "Ich habe euch wohl noch viel zu sagen; aber ihr könnt es. jetzt nicht ertragen". Es gibt ein Jetzt, das aber ein Später nicht ausschließen soll.

d) Wachstumskrisen

Nach 1Jo 2:12-14 erwartet Gott ein geistliches Wachstum: "Ich schreibe euch, Kindlein, denn euch sind die Sünden um seines Namens willen vergeben. Ich schreibe euch, Väter, denn ihr habt den erkannt, der von Anfang an ist. Ich schreibe euch, Jünglinge, denn ihr habt den Bösen (Satan) überwunden".

Wieviel unmündiges und gegängeltes Christentum gibt es doch heute. Gewiss, wir sollen unsere Lehrer achten, so sie im Wort gegründet sind, wie der Hebräerbrief (Hebr 13:7+17} empfiehlt. Gedenkt an eure Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben. Schauet das Ende ihres Wandels an und folgt ihnen in der Glaubenstreuen ach ... gehorcht euren Vorstehern und folgt ihnen; denn sie wachen über eure Seelen, weil sie davon Rechenschaft ablegen sollen; sie möchten dies doch mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn das wäre euch zum Schaden".

Genau so gilt aber auch das andere Wort (Hebr 5:12): "Die ihr solltet längst Meisters sein, bedürft wiederum, dass man euch den ersten Anfang der göttlichen Worte lehre und dass man euch Milch gebe und nicht feste Speise". Was das für Anfänge sind, über welche viele der heutigen Christen nicht hinauskommen, lesen wir in Hebr 6:1-2: "Darum wollen wir die Anfangsgründe der christlichen Lehre lassen und zur Vollkommenheit übergehen, indem wir nicht noch einmal Grund legen über die Abkehr von toten Werken in der Umkehr, über den Glauben an Gott, über Lehre vom Taufen, Händeauflegen, Totenauferstehen und das ewige Gericht ". Wie reich könnten wir sein, denn der Geist JESU CHRISTI, welcher der Geist der Wahrheit ist, will uns in alle Wahrheit hineinführen. das lesen wir in Dan 12:4+9-10: "Du aber, Daniel, halte das Gesagte (= diese Offenbarungen) unter Verschluss (= geheim) und versiegle das Buch bis zur Endzeit; viele werden es dann durchforschen und so wird die Erkenntnis zunehmen", ".. Ich hörte dies wohl, verstand es aber nicht und fragte deshalb: Mein HERR, was wird der Ausgang von diesen Dingen sein? Da antwortete er Gehe hin, Daniel, denn die Offenbarungen sollen verschlossen und versiegelt bleiben bis zur Endzeit. Viele werden ausgesondert, gereinigt und geläutert werden, aber die Gottlosen werden gottlos handeln; und kein Gottloser wird Verständnis dafür haben, während es die Verständigen verstehen werden". Wer bezweifeln will, dass wir in der Endzeit leben, der lese 5Mo 30:4-5 und Röm 11:25-36. Israel ist der Zeiger an Gottes Weltenuhr.

e) Geistlicher Hochmut

Verborgen ist oft die Wurzel geistlichen Hochmuts. Die Verkündigung des Wortes Gottes und die Auslegung der Heiligen Schrift darf nach Ansicht vieler nur durch solche geschehen, die eine Universitätsausbildung haben. Von den Jüngern JESU heißt es jedoch (mit Ausnahm des Apostels Paulus) in Apg 4:13: "Sie (die Obersten, Ältesten und Schriftgelehrten) waren gewiss, dass Petrus und Johannes ungelehrte und einfache Leute waren. Sie staunten sehr über deren Schriftkenntnis. Dabei werden wir an JESU Wort erinnert (Mt 10:19-20): "Wenn sie euch dann vor ihr Gericht stellen, so sorgt nicht, wie oder was ihr reden sollt! Es soll euch zur Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt; denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist es, der durch euch redet". Merken wir uns doch, der Verstand dringt nie in die Gebiete des Gl aubens und wird uns auch letztlich nicht helfen können (die Inelliganz macht es nicht), aber der Glaube erleuchtet auch den verstand, sodass wir im rechten Moment die entscheidende Antwort haben. Gewiss sind wir dankbar für jeden gläubigen Theologen und Schriftforscher, denn ohne solche hätten wir das Wort Gottes nicht in unserer Muttersprache. Doch auch sie müssen sich unter das Wort stellen und dürfen ihm nicht Gewalt antun.

f) Richtgeist

Im Wurzelgebiet menschlichen Wesens findet sich, gewissermaßen als Abzweigung aus dem Hochmut der Richtgeist, nämlich das Be- und verurteilen des Nächsten. Wenn wir nicht mehr aufeinander hören und es besser wissen als der andere, kommt es zu Lieblosigkeiten, Streit und Verachtung in der Gemeinde JESU. Um diesen raffinierten Einbruch des Satans zu verhindern, gibt der HERR JESUS seinen Jüngern eine felsenfeste Grundlage mit den Worten in Joh 13:34-35: "Ein neues gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebet, wie ich euch geliebt habe, auf dass auch ihr einander liebhabet. Dabei wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe untereinander hab". Es gibt leider viele Gruppen, die sich ganz sicher sind, dass nur sie die reine Wahrheit besitzen, weshalb sie alle anderen verdammen und verurteilen. Die Schicht der Gläubigen ist jedoch quergelagert und durchzieht alle Schichten christlicher Denominationen und Konfessionen. Es gibt keine Gemeinschaft oder organisierte Kirche, die nach dem Sinne JESU vollkommen wäre. Immer ist sie ein Mosaik von schwarz und weiß.

g) Was ist eine Sekte?

Diejenige Gruppe, die sich als vollkommen ansieht, nenne ich eine Sekte, die meines Erachtens an folgenden Punkten zu erkennen ist:

1. Sie behauptet: "Wir sind die allein seligmachende Kirche. Nur wer uns zugehört, der ist gerettet".

2. Sie reitet ein Steckenpferd, d. h. sie hat eine Sonderlehre, wie etwa: "Nur wer großgetauft ist, kommt in den Himmel". Dabei geht es doch in erster Linie nicht um die Taufe, sondern um den Glauben, der durch die Taufe bezeugt wird. Darum steht in Mk 16:16: "Wer da glaubt und getauft wird, der wird errettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird (rotz seiner Taufe) verdammt werden".

Eine weitere Sonderlehre, deren es so viele gibt, nennt als Vorraussetzungen eines Gläubigen die sogenannte Versiegelung, wie sie in Offb 7:4 Erwähnung findet (von jenen aber durch einen menschlichen Akt vollzogen wird). Nach der Schrift heißt es: "Und ich hörte die Zahl derer, die versiegelt wurden, hundertvierundvierzigtausend, die versiegelt waren von allen Geschlechtern der Kinder Israel". Wer sind nun dies Versiegelten? Wenn wir bei der Schrift bleiben und nicht danach trachten alles zu vergeistigen, dann sind es Israeliten, von welchen in dem jetzigen Staate Israel bis jetzt nur drei Stämme sichtbar sind, nämlich Juden, Benjaminiter und Leviten.

Die zweite Frage, die ich stellte, heißt: Wer versiegelt? Ich meine, das ist der Heilige Geist, der nach Röm 8:16 unserem Geiste Zeugnis gibt, dass wir Gottes Kinder sind. Lesen wir dazu auch noch 2Kor 1:21-22; sowie Eph 1:13-14 und Eph 4:30:

3. Sie legt den Jüngern Jesu Lasten auf, dies sie selber mit keinem Finger anrühren will und fällt somit in das Gesetz zurück, was einer pharisäischen Haltung gleichkommt. In Lk 11:46 spricht JESUS zu den Pharisäern: "Ja, wehe auch euch, ihr Gesetzeslehrer! Ihr beladet die Menschen mit unerträglichen Lasten und legt nicht einmal einen Finger mit an." 1Tim 4:13: "Der Geist aber sagt deutlich, dass in späteren Zeiten manche vom Glauben abfallen und sich verführerischen Geistern und Lehren von Dämonen zuwenden werden, getäuscht durch die Scheinheiligkeit solcher Lügenredner, die doch in ihrem eigenen gEwissen gebrandmarkt sind, die verbieten zu heiraten und gewisse Speisen zu sich. zu nehmen, die doch nach Gottes Schöpfungsordnung von den Gläubigen, welche die Wahrheit erkannt haben, mit Danksagung genossen werden. Denn es ist alles gut, was Gott erschaffen hat und es ist nichts verwerflich, wenn es mit Danksagung (von Gott) empfangen wird.

4. Sie rückt bewusst oder unbewusst das Kreuz JESU aus der Mitte. Anderes wird wichtiger. Doch vergessen wir es nicht, es gibt keinen Weg mit JESUS ohne Kreuzesnachfolge (Mt 10:38-39): "Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folget mir nach, der ist mein nicht wert. Wer sein Leben (Eigenleben) findet, der wird es verlieren und wer dieses, sein Leben verliert um meinetwillen, der wird das himmlische Leben finden". Dieses Eigenleben kann eine bestimmte Form von Frömmigkeit sein, mit welcher wir uns zufrieden geben oder gar den Himmel verdienen wollen. Eph 2:5 bleibt deshalb stehen: "Aus Gnaden seid ihr selig geworden". Jegliche Leistung oder jeglicher Verdienst fällt weg, denn nach 2Kor 5:21: "... hat Gott den, der von keiner Sünde wusste, für uns z ur Sünde gemacht, auf dass wir würden in IHM, die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt". In Röm 4:25 und anderen Schriftstellen wird das gleiche bezeugt.

Nur wenn wir in Christus gekreuzigt (Röm 6:6), gestorben (Röm 6:7) und begraben (Röm 6:4) sind, haben wir ein Auferstehungsleben (Röm 6:4b und Kol 2:12-14). Die Pforte ist eng und der Weg ist schmal, denn (1Kor 1:18): "Das Wort vom Kreuz ist denen eine Torheit, die verloren werden, uns aber, die wir selig werden, ists eine Gotteskraft.

Demnach ist die Gemeinde JEUS CHRISTI ein Organismus, den nur ER selber kennt und den ER, wenn ER als Haupt kommt, als Seinen Leib an sich ziehen wird (Kol 1:18): "ER ist das Haupt Seines Leibes, nämlich der Gemeinde".

3. Kampf um die Wahrheit

a) Termine bezüglich des 3. Weltkrieges

Gewiss, ich habe Termine genannt, aber niemals so, als seien sie mir von Gott eingegeben worden. Ich beobachtete vielmehr die jeweilige politische Situation und verglich sie mit der Schrift. - Auch Politiker stellen Diagnosen für die Zukunft, indem sie aus der Gegenwart Schlüsse ziehen. - Diagnosen für die Zukunft, indem sie aus der Gegenwart Schlüsse ziehen.- Hierdurch erkannte ich immer wieder Zeitpunkte besonderer Gefahr und forderte zu zu Gebetseinsätzen auf. Warum denn nicht? Das Unglück eines dritten Weltkrieges kommt mit Sicherheit. Nur Gebete können es aufhalten. Es ist töricht zu sagen: "In meiner Bibel steht nichts vom dritten Weltkrieg". Meine Antwort lautet: "Es steht auch nichts vom ersten und zweiten Weltkrieg darin". Hüten wir uns vor einem Optimismus, der uns zu einer falschen Sicherheit verführt. Unsere Schuld, die wir als deutschen Volk vor Gott haben, ist nicht abgetragen, denn us war viel gegeben. Lk 12:48 lesen wir: "Denn von dem, welchem viel gegeben ist, wird man auch viel erwarten; und von dem, welchem viel anvertraut ist, wird man viel fordern."

b) Berliner Erklärung

Unser Volk ist blind und dumm geworden, denn die Schrift bezeugt (Spr 29:18): "Wo keine Weissagung ist, wird das Volk wild und wüst". Wir haben (so meinen viele) keine Weissagung mehr. Was ist die Ursache hierfür? Ich möchte sagen, die sog. Berliner Erklärung, welche Weissagungen, Gesichte und Visionen auf den Index stellte -

Freilich, die geistlichen Väter jener Zeit hatten ihre Gründe für ein solches Handeln, aber sie schüttete, wie man so sagt, das Kind mit dem Bade aus. Näheres hierüber finden wir in dem beachtenswerten Buch von Pfarrer Dr. Giese "Und flicken die Netze" (Dokumente zur Erweckungsgeschichte des 20. Jahrhunderts).

c) Folgen der Berliner Erklärung

Ich bin ein Kind der Gemeinschaftsbewegung und bleibe es auch. Darum schmerzt mich diese Entwicklung besonders, sehe ich doch die Folgen, nämlich, wie durch das Betrüben des Heiligen Geistes derselbe nur noch in einem beschränkten Maße bei uns wirken kann. Aufgrund dieses Betrübens des Heiligen Geistes war die Sicht für die jeweilige Situation, in welcher weltweite Entscheidungen getroffen wurden, vernebelt. Gerade die Gemeinschaftsbewegung war es (und das kann ich persönlich bezeugen),. welche Adolf Hitler in der Wahl kräftig unterstützte. so war z.B. Heitmüller, ein führender Mann des Gnadauer Verbandes bis zu seinem Lebensende ein Antisemit. Hätten die Gemeinschaften damals den Heiligen Geist gehabt, wie sie es immer wieder bezeugten, sie hätten gewiss anders entschieden, denn der HERR JESUS sagt, dass der Heilige Geist uns in alle Wahrheit hineinleitet.

Und heute ist es wider so. Viele meiner Glaubensgeschwister aus den Gemeinschaften haben vor einigen Jahren links gewählt. Wie durch mehrere zum Teil auch mir bekannte Karl-Marx-Forscher nachgewiesen ist, war derselbe nicht nur ein Atheist, sondern wahrscheinlich auch ein Satanist, denn er hatte während eines Aufenthaltes in London sein Leben mit seinem Blut dem Teufel verschrieben. Der Marxismus ist drum eine Lehre von unten. Lesen wir dazu einmal die Schrift von Pfarrer Richard Wurmbrand "War Karl Marx ein Satanist?" Was mit einen "Ja" aufgrund von Dokumenten, die es dafür gibt, beantwortet wird.

Unser Weg, den wir als Gotteskinder gehen müssen, weicht weder nach rechts noch nach links ab, sondern zielt geradlinig auf das Kreuz zu. Und das ist immer ein Weg der Schmach und der Verleumdung.

d) Jesu Anordnung bezüglich Gemeindezucht

Es würde in der Gemeinde JESU anders aussehen, wenn wir nach dem Rat unseres HERRN JESU (Mt 18:15-17) verfahren würden: "Sündigt aber dein Bruder an dir, so gehe hin und strafe ihn zwischen dir und ihm allein. Hört er dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. Hört er dich nicht, so nimm noch einen oder zwei zu dir, auf dass alle Sache bestehe auf zweier oder dreier Zeugen Mund. Hört er die nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er die Gemeinde nicht, so halt ihn als einen Heiden und Zöllner." Dann erst ist nach der Ordnung JESU das endgültige Urteil zu fällen. Dieses Schema einer Gemeindezucht sollte auch in Fragen von Lehrmeinungen Anwendung finden. Erst ist zu prüfen und dann darf man urteilen.

Es gibt sog. christliche Spione, die mit pharisäischer Frömmigkeit und unter Anmaßung der 'Wächteramtes, das ihnen nicht zusteht, die ihnen von Gott geschenkten Freiheiten anderer christlicher Gemeinschaften ausspionieren. In falschem Eifer und in Voreingenommenheit erzählen sie dann weiter, was sich da und dort begibt und erheben warnend ihre Stimme. was nicht in ihre althergebrachte Tradition passt, ist sofort verdächtig. - Vergessen wird, dass es unter den 10 Geboten eines gibt, das da lautet: "Du sollst kein falsches Zeugnis reden". dieses Gebot ist jedem gleichzusetzen, das wir auch kennen und uns bis ins Innerste erschrecken kann, nämlich "Du sollst nicht töten". Ein falsches Zeugnis ist ein Mord, nämlich ein Rufmord.

e) Freiheit in Christo

Wir sind auf neuen Wegen der Verkündigung des unveränderlichen Evangeliums von JESUS CHRISTUS, in dessen Mitte das Kreuz steht. Im Begriff, eine tote Tradition und ein leergewordens, geistliches Haus zu verlassen, sind wir offen, auch Christen mit einer anderen Prägung zu hören. Da begibt es sich, dass auch einmal falsche Töne angeschlagen werden.Wir nehmen nicht alles an; wir prüfen es an der Schrift und korrigieren es in Liebe. Vorurteile lehnen wir ab. Es geht immer um das Zurechtbringen und nicht um das Verurteilen. Eindeutig mahnt uns der HERR (Mt 7:1): "Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet". Wirklich Gotteskinder haben es nicht nötig und haben auch außerdem keine Zeit, andere Gotteskinder zu verleumden oder ihnen über die Art und weise ihrer Verkündigung Vorschriften zu machen. (Phil 1:18).

'"CHRISTUS wird auf allerlei Weise verkündigt". Unser Art der Anbetung Gottes und Jesu, wie wir sie in Deutschland praktizieren, ist durchaus kein Maßstab nach welchem sich die Christen der ganzen Welt ausrichten müssten. Je nach Rasse und Temperament wird diese Anbetung andere Formen haben. Leben wir doch diesen Hochmut ab und lassen jedem seine Freiheit wie Gott und der Heilige Geist ihn leitet, IHN und JESUS zu verherrlichen. Als einst ein Jünger JEES sich wegen eines Verkündigers ereiferte, dass er nicht mit ihnen sei, antwortetet hm der HERR (Mk 9:39-40): "Ihr sollts ihm nicht verbieten. Denn es ist niemand, der eine Tat tue in meinem Namen und möge bald übel von mir reden. Wer nicht wider uns ist, der ist für uns."

f) Barmherzigkeit

Ich persönlich möchte bereit sein, Schmach und Verleumdung um JESU willen zu ertragen. Doch denke ich an die jungen Kindlein im Glauben, die ihre ersten geistlichen Schritte tun und die durch solche Handlungsweise völlig verwirrt werden. Kein Wunder, wenn sie dann in die Welt zurückfallen. - Bleibt doch in der Wahrheit, redet miteinander, kritisiert nicht, sondern korrigiert in der Liebe und in der Wahrheit und aufgrund der Schrift. Der HERR. wird richten. Im übrigen aber gilt das Wort aus der Bergpredigt (Mt 5:11+12): "Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles wider euch, so sie daran lügen. Seid fröhlich und getrost; denn es wird euch im Himmel wohl belohnt werden. denn also haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind".

4. Falsche Propheten

Als letztes nun noch ein Wort zu dem Thema "Falsche Propheten". Ausgegangen wird von dem Wort der Schrift, wo unser HERR JESUS und seine Jünger auf eine besondere Gefahr dieser Art in der Endzeit hinweisen (Mt 24:11; 2Thes 2:3; 2Petr 2:1; 1Jo 4:1). Diese Gefahr ist so groß, dass es in der Schrift heißt, dass '"(wo es möglich wäre) auch die Auserwählten in den Irrtum verführt würden". Es lässt sich daher verstehen, welchen Schreck man mit dieser Bezeichnung "falscher Prophet" einem einfachen Gotteskind einjagen kann, das selber noch keine Unterscheidung der Geister kennt.

Es ist darum ein beliebtes Mittel, einen unbequemen Mahner als falschen Propheten abzutun und ihn damit zu isolieren. deshalb muss die Frage gestellt werden: Was ist ein falscher Prophet und wie erkennt man einen solchen Hierauf möchte ich 3 Antworten geben (a-c)

a-c) Kennzeichen

a) Ein falscher Prophet ist zunächst ein Mensch, der seinen eigenen Vorteil sucht dafür kurz ein Beispiel: Ein dienender Bruder kam zu einer Witwe und sagte zu ihr: "Der Herr hat zu mir gesagt, du sollst mir Dein Harmonium geben!"

b) Wer den Leuten zu gefallen redet, um deren Gunst. zu finden, ist ebenfalls ein falscher Prophet. Wir finden einen solchen in Hananja, der dem Propheten Jeremia widersprach und im Gegensatz zu ihm dem Volk Israel Gutes verhieß (Jer 28). Gott aber hatte das Gericht beschlossen und es durch Jeremia verkündigen lassen.

c) Desgleichen ist ein falscher Prophet dadurch gekennzeichnet, dass er vorgibt, durch Gott Träume und Offenbarungen erhalten zu haben, die jedoch aus seiner eigenen Fantasie kommen. (Jer 23:25-32 "Ich höre es wohl, was die Propheten predigen und falsch weissagen in meinem Namen und sprechen: Mir hat geträumt, mir hat geträumt ...ff.") Solche Propheten kommen unter Gottes schweres Gericht, wie wir in Vers 32 lesen, und wir werden uns hüten, es ihnen nachzutun.

Die Frucht vor falschen Propheten ist groß. Doch merken wir uns das eine, dass durch Knechte des Satans noch nie einer zu JESUS geführt wurde. Unser HERR JESUS gab mit Mt 12:22-32, besonders aber mit Vers 25 ein deutlichen Zeichen: "JESUS kannte aber ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Ein jegliche Reich, so es mit sich selbst uneins wird, das wird wüst; und eine jegliche Stadt oder Haus, so es mit sich selbst uneins wird, kann's nicht bestehen".

d) Verantwortung

So habe auch ich aufgrund von Prognosen und Diagnosen des Zeitgeschehens Vergleiche zu dem prophetischen Wort in der Schrift gesucht und daraus Schlüsse für die Gegenwart und nähere Zukunft gezogen, ohne dabei je den Anspruch erhoben zu haben, ein Prophet zu sein. Das geschah in meiner ersten Schrift "Die Endzeit" und wird in dieser meiner zweiten Schrift "Vorbedingungen und Gedanken zum 3. Weltkrieg" eine Fortsetzung finden. Ich weiß, dass dies auch manchen unter meinen Freunden unbequem sein wird. Doch steht in Hes 33:6 ein für mich nicht zu übersehendes Wort: ""Wo aber der Wächter sähe das Schwert kommen und die Trompete nicht blies, noch sein Volk warnte und das Schwert (Krieg) käme und nähme etliche hinweg; dieselben würden wohl um ihrer Sünde willen weggenommen, aber ihr Blut will ich von des Wächters Hand fordern".

Ich will nicht sehen, aber ich muss sehen (das ist nicht visuell gemeint) wie das Schwert (dieses große Schwert von Offb 6:4b), nämlich ein Krieg, wie noch nie einer war, der dritte Weltkrieg, auf uns zukommt. Und darum kann ich nicht schweigen. In Zeitschriften, Zeitungen und Nachrichten verschiedenster Art wird immer wieder auf die gewaltige Kriegsrüstung des Ostens hingewiesen. Man nimmt dies zwar alles zur Kenntnis, geht dann aber zur Tagesordnung über und zwar mit Argumente, die keinesfalls stichhaltig sind, wie etwa "Der Russe hat noch nie einen Krieg angefangen und wird es auch diesmal nicht tun!" Wo steht das geschrieben? Gegenbeweise gibt es genug in der russischen Geschichte.

e) Furcht und Unwissenheit der Gläubigen

Die größten Feiglinge und Angsthasen findet man jedoch unter den sog. Christen. Sie bitten einen förmlich, dass man ja nichts über die kommenden Ereignisse sagen möchte, denn dann wäre einem ja alle Freude verdorben. Oder es heißt kritisch "Solange sprecht ihr schon von einem Krieg, Bis heute hat sich nichts derartiges ereignet und es wird sich auch nichts ereignen". Eine andere Version lautet: "Wenn es kommt, dann ist immer noch Zeit, sich darauf einzustellen!"

Man möchte über soviel Blindheit und Dummheit weinen, denn die Bibel sagt deutlichen: "Plötzlich, wie ein Fallstrick, wie ein Blitz, unvorbereitet, über ein laues und degeneriertes Volk, wird das Ereignis hereinbrechen". Angesichts solcher Tatsachen sollten wir uns nicht mehr streiten, sondern us zum gebet zusammenfinden, damit der HERR das Unheil abhalten oder mindestens noch aufhalten möchte.

Die Liebe ist in vielen erkaltet. Die Zeit ist da, von welcher unser HERR JESUS in Mt 24:10 sagt: "Dann werden sich viele ärgern und werden sich untereinander verraten und werden sich untereinander hassen". Was oll da noch werden, bei dem so schnellen Ablauf der bevorstehenden Ereignisse.

Auch Berichterstatter von Zeitungen und Zeitschriften stelle aufgrund gegenwärtiger, politischer Situationen Mutmaßungen über kommende Ereignisse an und niemand verübelt es ihnen oder nennt sie "falsche Propheten". War Jona ein falscher Prophet, als er verkündigte "In vierzig Tagen geht Ninive unter"? Nein, sondern weil Ninive Buße tat, gab Gott Gnade und verschonte dieses Volk. Wir können den Ärger des Jona verstehe, der nun als "falscher Prophet" angesehen werden musste.

f) Erweckungen in aller Welt und wir

Die Unkenntnis bezüglich des prophetischen Wortes in der Heiligen Schrift ist bei den meisten gegenwärtigen Schriftgelehrten so groß, dass man die gewaltigen Erweckungen in der Welt in Indonesien, in Amerika, in Südafrika, in der DDR und anderswo vollkommen übersieht, als wären sie nicht da. Dieses Ignorieren von Tatsachen resultiert aus einem einseitigen Schriftverständnis, wonach es in der Endzeit keine Erweckung mehr geben soll, sondern nur noch in dem darauf folgenden Tausendjahrreich (siehe Ps 110:3). Dass ich hier anderer Meinung bin, wobei auch die Tatsachen für mich sprechen, will ich an anderer Stelle ausführlicher behandeln. Jedenfalls ist von unserem HERRN JESUS. eine weltweite Verkündigung vorausgesagt in Mt 24:14, die sich noch für die Endzeit erfüllen muss: "Und es wird gepredigt werden das Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zu einem Zeugnis über alle Völker, und dann wird das Ende kommen."

Diese Verkündigung ist zwar in Abschnitten bereits geschehen, wird sich aber noch als ganzes, und zwar noch vor dem Auftreten des Antichrists weltweit erfüllen, damit niemand ungewarnt dem Verderben preisgegeben ist: "Gott will, dass kein Mensch verlorengehe" (2Petr 3:9 und 2Tim 2:3+4)-.

III. Ein Wort zu den Gnadengaben

1. Die Gemeinde ein Organismus

Im Blich auf die Erweckungen in aller Welt und seit einiger Zeit auch in der DDR, muss man sich fragen "Ist das Evangelium für die Bundesrepublik Deutschland verkürzt oder haben wir uns diese innere Verarmung selbst. zuzuschreiben?" Was soll man darauf antworten?

Ich sehe nach der Schrift ganz klar folgende Tatsache: Gemeine JESU ist keine Organisation, sondern ein Organismus. In jeder organisierten Kirch oder Gemeinschaft ist etwas von diesem Organismus vorhanden. Es sind die die lebendigen Glieder des Leibes JESU, deren Ergänzung jedoch durch Glieder mit anderen Funktionen weithin fehlt. Wo nun diese Glieder durch besondere Begebenheiten zusammenkommen, da finden sich plötzlich Gaben, was ganz biblisch ist. Diese Gaben dienen zum Bau einer Gemeinde, die augenblicklich noch unsichtbar ist, aber deren Umrisse sich bereits abzuzeichnen beginnen. Da die wahre Gemeinde JESU bald durch die bevorstehenden Verfolgungen in den Untergrund gehen muss, bedarf es dringend dieser Gaben.

2. Von Gott eingesetzte Ämter

Das gleiche gilt auch für die Ämter, von welchen wir in der Praxis nur Lehrer, Helfer und Regierer kennen. Gott lässt sie alle wieder erstehen, wie sie uns in 1Kor 12:28 geschildert sind. Dort lesen wir wörtlich: "Gott. hat gesetzt in die Gemeinde" und dann kommt die Rangordnung "Aufs erste die Apostel, aufs andere die Propheten, aufs dritte die Lehrer, danach die Wundertäter, danach die Gaben Gesund zu machen, Helfer, Regierer und mancherlei Sprachen". Nun, wenn Gott etwas gesetzt hat, dann kann man nichts davon abstreichen oder einfach umwerfen, weil es nach unserer Meinung überflüssig ist. Wieviele Gaben, die uns Gott anbietet, werden misskreditiert, womit dann auch der Geber dieser Gaben, Gott und der Heilige Geist, in ein schlechtes Licht gestellt werden.

3. Ist das Zungenreden vom Teufel?

Immer wieder kommen Leute zu mir, die da behaupten, dass Zungenreden vom Teufel ist. Nun hat aber unser HERR JESUS in Mk 16:17-18 selber gesagt: "Die Zeichen, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben; und so wie etwas Tödliches trinken, wirds ihnen nicht schaden; auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wirds besser mit ihnen werden" Da in diesem Zusammenhang auch das Zungenreden genannt wird, git es Christen, die da behaupten, dass diese Stelle in Mk 16 ein späterer Zusatz sei, der nicht dem neutestamentlichen Kanon entspräche. Und damit sind wir schon mittendrin in der modernen Bibelkritik. Wir bleiben dabei, dass dies ein Wort JESU , des Lohne Gottes ist, und von solchen seinen Worten sagt er selbst: "Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen" (Mt 24:35).

Wie verträgt sich mit dieser aussage die Behauptung jener Christen, dass Zungenreden von unten sei. 'Stehen sie damit nicht nahe an der Lästerung des Heiligen Geistes, nämlich einer Sünde, von welcher unser HERR JESUS sagt, dass sie nicht vergeben werden könne, sondern unweigerlich ins Gericht führe? Denn wer etwas gegen JESUS sagt, dem wir des vergeben werden, wer aber etwas gegen den HEILIGEN GEIST sagt, dem wird es nicht vergeben" lesen wir in Mt 12:31. Freilich, wo dies mit Unwissenheit geschieht, steht diese Strafe aus. Auch steht außer Zweifel, dass es Zungenreden gibt, das nicht von dem Heiligen geist gewirkt ist. Um dies beurteilen zu können, brauchen wir dringend die Gabe der Geisterunterscheidung. Welchen Maßstab aber finden wir, um Geistesgaben richtig beurteilen zu können?

4. Gottes Gaben sind gut!

Beachten wir doch einmal Folgendes. "Jede von Gott geschenkte Gabe ist eine gute Gabe. In Jak 1:17 steht. "Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und der Finsternis".

Gott hat uns z.B. das Leben gegeben. Aber es gibt viele Menschen, die dieses Leben mit seinen Gaben und Kräften dem Feind zur Verfügung stellen und sie für teuflische Zwecke missbrauchen.S o ist es auch mit dem Zungenreden und mit anderen Gaben des Geistes. Sie sind an und für sich gut, wenn sie jedoch von bösen oder ungeheiligten Menschenmissbraucht werden, kann Böses dabei herauskommen.

Ich bringe noch einen weiteren vergleich:Taufe und Abendmahl sind gute Dinge, weil sie unserem HERRN JESUS eingesetzt wurden. Aber auch sie werden laufend missbraucht. Der wassergetaufte Mensch, der keinen Glaubensgrund hat, verlässt sich auf seine Taufe, sündigt weiter und geht verloren. Das gleiche gilt vom Abendmahl. Viele Christen gehen ohne Buße zu dieser heiligen Handlung und essen und trinken sich zum Gericht (1Kor 11:27-31). Doch kaum einer wendet etwas dagegen ein. Ist das nicht eine schwere Heuchelei, indem man das eine verdammt und das andere annimmt? Es ist unmöglich, zu behaupten Zungenreden sei vom Teufel, gleichgültige Taufhandlungen und unwürdiges. Genießen des Abendmahls aber als unter dem Segen Gottes stehend bezeichnet. Das traditionelle Christentum, in welchem kein inneres Leben mehr ist, ist die Ursache unseres geistlichen Niedergangs und damit auch das große Hindernis, dass wir keine Erweckung bekommen.

Darum müssen wir zurück zu den Fundamenten der Heiligen Schrift. Wir glauben doch nicht an unseren HERRN JESUS aufgrund positiver oder negativer Erfahrungen, sondern aufgrund der unumstößlichen Wahrheiten, die unser HERR JESUS, der selbst die Wahrheit ist, in seinem Wort uns gegeben hat. Deshalb wollen wir nicht so schnell bei der Hand sein, über eine Sache ein Urteil zu fällen, ohne die geistlichen Hintergründe zu kennen.

5. Ein Wort von Professor Külling

Unter dem Thema "Biblische Akzente" hat Professor Külling von der freien theologischen Universität in Basel bezüglich der Gnadengaben Folgendes zu bedenken:

a) Innere Bibelkritik

Wer die biblischen Zeugnisse vom Heiligen Geist und seinen Auswirkungen unterdrückt oder gar eliminieren will, treibt innere Bibelkritik. Das ernste Wort aus Offb 22:19 mag für alle diejenigen eine Mahnung sein, die heute gegen die Bewegungen Stellung nehmen, und vor ihnen warnen, die die Wirkungen und Gaben des Heiligen Geistes ernst nehmen und praktizieren. Aus Treue zur ganzen Bibel müssen wir nicht nur die Bibelkritik von außen, sondern auch die Bibelkritik von innen ablehnen, die wichtige Aussagen der Bibel unterschlägt und damit die Bibel von innen her aushöhlt. Der Grundsatz der Reformation war das "sola scripture" (allein die Schrift): das aber heißt auch "tota scripture" (die ganze Schrift).

Es ist nichts anderes als Bibelkritik, wenn man behauptet, die geistlichen Gaben seien nur für die Urgemeinde gewesen, nicht aber für die Gemeinde von heute. Für diese oft gehörte Behauptung gibt es absolut keinen biblischen Beleg.. Es ist nur eine Verlegenheitsantwort, weil man zu begründen versucht, warum man in manchen Gemeinden heute nichts mehr davon weiß.

b) Zeit und Wirkung des Heiligen Geistes beschränkt?

Wenn man etwa die Behauptung hört, nur die Gemeinde in Korinth hätte die Gaben des Geistes gekannt, da ja in den anderen Briefen davon nichts stünde, dann ist dieses ebenso absurd, wie wenn man behaupten würde, nur die Gemeinde in Korinth hätte dasAbendmahl gekannt, weil in den anderen Briefen davon nichts steht. Es muss doch nicht alles in allen Briefen stehen! Oder: in den Anfängen seien die Gaben des Geistes, später mehr die "Früchte" des Geistes praktiziert worden. Es fehlt der biblische Beleg dafür, dass die Frucht des Geistes die Gaben des Geistes abgelöst habe. Das würde schon durch die Kirchengeschichte widerlegt.

Auch die Behauptung ist nicht belegbar, dass die Gaben des Heiligen Geistes für die Anfänge zur Ausbreitung des Evangeliums nötig gewesen wären, weil noch kein schriftliches Neues Testament bestanden. hätte. Wir brauchen gerade zum verstehen auch des Neuen Testamentes (wie des Alten) den Heiligen geist. Niemals hebt das Bestehen des Neuen Testaments die uns besonders für die Zeit nach dem Tode und der Auferstehung JESU verheißen Hilfe des "Geistes der Wahrheit" (Joh 14:16-20; Joh 16:20; Joh 16:7-13) auf.

c) Über- und Unterbetonen der Geistesgaben

Extremen Gegnern der Pfingstbewegung, die die Tendenz haben, alles, was in das Gebiet der Geistesgaben geht, als unnüchtern, "schwarmgeistig" oder dämonisch zu bezeichnen, fehlt ein sachlich abgewogenes Urteil. Sie fürchten, sie könnten Menschen, die sich nah mehr sehnen, an die Pfingstbewegung verlieren. So kommt es, dass sie durch ihr einseitiges unausgewogenes Urteil gerade die biblische Nüchternheit verlieren die sich darin zeigt, diese Gaben weder über- noch unterzubewerten. Indem sie andere als "Bibelkritiker von rechts" bezeichnen, weil sie die treue zur Bibel nicht wie sie nein zu den Geistesgaben sagen, treiben sie innere Bibelkritik; indem sie Schlagworte wie "Schwarmgeist" und "Unnüchternheit" gebrauchen, sind sie selbst in höchstem Grade unnüchtern.

d) Maßstab der Bibel - Positive Bewertung der Geistesgaben

Sie gehören zu den großen Verheißungen der Propheten. Der Anbruch der messianischen Heilszeit ist verbunden mit der Ausgießung des Heiligen Geistes. So ist es auch im Neuen Testament keine Frage dass Gott alle Glieder seiner Gemeinde mit den gaben des Geistes reich beschenken will (1Kor 12:13). Eine Abwertung irgendeiner solchen Gabe ist nach dem Neuen Testament undenkbar. 1Kor 12:3 will nicht die Liebe von 1Kor 13 als bessere Gabe darstellen, als die in 1Kor 12 genannten Geistesgaben, wie dies manchmal gesagt wird. Albrecht übersetzt sehr gut sinngemäß (1Kor 12:31c): "Strebt nach den köstlichsten Gnadengaben! Jetzt will ich euch noch den herrlicheren Weg zeigen, der dazu führt." Hier soll nicht die Liebe gegen die Geistesgaben ausgespielt werden, sondern gerade zu dazu führen. Wenn die Gläubigen aufgefordert werden, nach den geistlichen Gaben. zu streben, dann sind sie begehrenswert. Zu diesen Gaben gehört auch das viel umstrittene Zungenreden.

Positive Bewertung des Zungenredens, Zungenbetens und Zungensingens:

1Kor 14:5: "Ich wünschte, dass ihr alle in Zungen redetet, noch vielmehr aber, dass ihr weissagen möchtet".
1Kor 14:15: "Ich will im Geiste beten, ich will aber auch mit dem Verstande beten; ich will im Geiste lobsingen, ich will aber auch mit dem Verstande lobsingen".
1Kor 14:18: "Ich danke Gott, dass ich mehr als ihr alle in Zungen rede".

Der dreifache Zweck: Es geschieht ersten für Gott (Geheimnisse, die nur Gott versteht, 1Kor 14:2), zweitens zur Selbsterbauung (1Kor 14:4 und 1Kor 14:28b). In der gemeinde aber soll es drittens zur Erbauung der Gemeinde geschehen, indem es ausgelegt wird (1Kor 14:5b sowie die Verse 1Kor 14:13.19und 27b).Das Zungenreden ist also auch zur Erbauung der Gemeinde da, und nicht, wie oft fälschlich behauptet, nur zum Lobe Gottes.

- Nicht verbieten: Das Reden in Zungen soll nicht gewehrt werden (1Kor 14:39). Der Geist Gottes sollo nicht gedämpft werden (1Thes 5:19).

Folgen einer Antihaltung: Das geistliche Wachstum und der Segen Gottes können durch eine Anti-Haltung gegen die Geistesgaben gehindert werden. Wir sollen den Geist Gottes nicht betrüben (Eph 4:30)

Lies weiter:
IV. Die Wichtigkeit des prophetischen Wortes