Der Gott der Versöhnung
Abschrift der Schrift "Versöhnung"
Baader F. H. - Pasedag W. J. (1982)
Die Schrift ist antiquarisch noch erhältlich
siehe weitere Abschriften:
Inhaltsverzeichnis:
II. Der Gott der Versöhnung
F. H. Baader In Kol 1:19.20 lesen wir: "Denn in IHM (ununterborchen) Wohlgefallen, gänzlich, der Vervollständiger, herabzuwohnen, und durch IHN auszusöhnen das All, hinein in IHN, befriedet durch das Blut SEINES Stehenden (= Pfahles), durch IHN, es sei das auf der Erde, es sei das in den Himmeln."
Unser Vatergott, der durch Christus das All in allem vervollständigt: Eph 1:23, ist auch der Aussöhner des Alls, d.h. derjenige, der mit SICH, aber auch untereinander versöhnt. Daraus lässt sich schon entnehmen, dass es bei der Aussöhnung des Alls keineswegs nur um die Sache, sondern vielmehr um den geht, der der Allaussöhner ist, um Gott, den Vater.
An der Frage der Allaussöhnung entscheiden sich nicht nur das Wohl und Wehe des Alls, sondern eine ganze Reihe von Fragen, die Gott selbst betreffen, z.B. die Frage, ob Gott allmächtig ist. Es könnte ja sein, dass Gott, wie ER das vorübergehend bei SEINEM Herabstieg in Christus tat, für immer einen Teil SEINER Allmacht aufgegeben hat. Wenn ein beachtlicher Teil SEINER Geschöpfe u n w i e d e r b r i n g l i c h verloren ginge, dann müsste ER sie aus SEINEM Vollmachtsbereich für immer entlassen, d. h. sich - weil ER so viel Freiheit lässt - der Möglichkeit begeben haben, sie wieder zu sich hinzuziehen.
Es entscheidet sich an der Allaussöhnung aber nicht nur die Frage der Allmacht, sondern auch die frage, ob Gott im Letzten, also nicht nur im Einzelnen, gnädig oder grausam ist. Es entscheidet sich, ob ER treu ist, auch wenn wir untreu sind, ob ER die Liebe ist, von der es doch heißt, dass sie niemals hinfällig wird: 1Kor 13:8. So entscheiden sich in diesem Punkt eine ganze Reihe von Fragen, die Gott ganz persönlich betreffen.
Nun könnte man sagen: Ist dieses Fragen vermessen? Ist es gar ein Rechten mit Gott? Es ist kein Rechten, denn es geht hier ja nicht darum, dass Gottes Wesen und Handeln auch nur im geringsten kritisiert werden sollte, sondern es geht um die Frage, was die Schrift von IHM bezeugt. Wie wir Ps 77:5-9 (Luther Übers. Verse 6-10) entnehmen können, hat auch einen Asaph dieses Fragen bewegt:
- "Ich durchdachte die Tage vor alters, die Jahre der Urzeit (wörtl. der Äonen). Ich gedachte meines Saitenspiels in der Nacht, ich sann nach in meinem Herzen, und es forschte mein Geist. Wird der Herr auf ewig (wörtl. für Äonen) verwerfen und hinfort keine Gunst mehr erweisen? Ist zu Ende SEINE Güte für immer? Hat die Zusage aufgehört von Geschlecht zu Geschlecht? Hat Gott vergessen gnädig zu sein? Hat ER im Zorn verschlossen SEINE Erbarmungen? Selah"
Das fragen nach den letzten Absichten Gottes, das Sinnen darüber und das diesbezügliche Nachforschen in SEINEM Wort ist aber nicht nur biblisch zu vertreten, sondern auch überhaupt von großer Bedeutung, weil sich hierbei Wesentliches, nämlich das Wesen Gottes, offenbart.
Gott, der allmächtige Geist
Wir wollen zunächst die Frage der Versöhnung des Alls von dem her betrachten, dass Gott Geist: Joh 4:24, und als solcher der Allmächtige ist.
Gott hat Sich SEINER Allmacht nicht selbst entledigt. Viele meinen, Gott käme einem Vater gleich, der die Möglichkeit h at, seinem Sohn bestimmte Dinge zu verwehren, dies aber - um ihm die Freiheit. zu lassen - auch in entscheidenden Dingen nicht tut. Um dies etwas klarer zu machen, ein theoretisches Beispiel: Ein Kind von 4 Jahren ist über die Hausapotheke gekommen, in der sich auch einige tödliche Gifte befinden, und ist dabei, verschiedene Mittel auszuprobieren, so dass der Vater mit einem Unglück rechnen muss. Er sagt aber: Nein, ich will ein Kind, das frei ist und will es in seiner Freiheit nicht beschränken. Er gibt ihm also so viel Freiheit, dass es sich selbst zugrunde richten kann. Das wäre, im Bild gesprochen, noch nicht einmal so schlimm, wie wenn man von Gott annehmen müsste, ER hätte dem Menschen soviel Freiheit gegeben, dass er u n w i e d e r b r i n g l i c h verlorengehen kann. Das hat Gott aber nicht getan.
Gott hat den Menschen in Bezug auf die Entscheidung wohl Freiheit gegeben, auch in Bezug darauf, dass er sich gegen IHN entscheiden kann, aber ER hat als der weise Vater immer noch Mittel und Wege eingerechnet, um auch solche, die widerspenstig sind, einmal bei IHM wohnen zu lassen: Ps 68:18 (Luth V. 19).
Gott ist Geist, und als solcher der Allmächtige. Wenn Gott von Natur aus Fleisch wäre, dann wäre ER ja schwach. Das steht in Mt 26:41 "Das Fleisch ist schwach." Nun kommt aber das andere: Die meisten übersetzen: "Der Geist ist willig", Knoch schreibt: "eifrig", wörtlich heißt es: "pro'thum on", "pro"! = hingerichtet auf ein Ziel, "thum on" = begierig, d.h. mit innerster Sehnsucht und voll Verlangen auf ein Ziel gerichtet sein.
Das ist Gottes Geist, der ein Ziel hat, und zwar mit Seiner ganzen Schöpfung, auch wenn er auswahlmäßig vorgeht und zunächst mit der kleinen Herde beginnt. Aber "wenn der Anbruch heilig ist, ist auch die Masse heilig". Mit der Treue im Kleinen beweist ja Gott immer schon zu Anfang Seine Treue im Großen. Das gilt also nicht nur in Bezug auf Sein Wort, sondern auch in Bezug auf das auswahlmäßige Retten. Zuerst hat er eine kleine Herde; an ihr erweist Er Seine Treue, damit auch die anderen Mut fassen, herzukommen und es mit diesem Gott zu versuchen.
Gottes Geist ist also voll Verlangen auf ein Ziel gerichtet. Das sehen wir schon 1Mo 1:2, wo es wörtlich heißt: "Der Geist Gottes vibrierte über der Fläche der Wasser."
Der Geist ist der, von dem die Ur-Impulse ausgehen, der über dem Chaos schwebt und vibriert und der Ausgangspunkt ist für das Neue, das Gott schafft. Nun ist die Frage, wenn wir in 1Mo 1 sehen, dass sich Gottes Geist mit dem Chaos nicht zufrieden gab: Ändert Sich Gott? Könnte es sein, dass ER SICH eines Tages mit einem bestimmten Chaos doch zufrieden gibt?
Dazu ist zu sagen, dass Jak 1:17 steht, dass Gott SICH nicht ändert. Dort heißt es: "Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei welchem keine Veränderung ist, noch Wechsel eines Schattens." Ein anderes Wort, das in dieser Hinsicht noch eindeutiger ist steht in Hi 23:13: "Doch ER bleibt Sich gleich und wer Kann SEINEN Sinn ändern? Was SEINE Seele begehrt, das tut ER, denn ER wird vollenden, was über mich bestimmt ist, und dergleichen ist vieles bei IHM:"
Dann kommt noch Hebr 13:5b und Hebr 13:8. Hier hat ER ganz sicher bestätigt, dass ER uns nicht verlässt, noch versäumt. In diesem Zusammenhang heißt es: "Jesus Christus derselbe, gestern, heute und auch hinein in die Äonen" (wörtlich). Also Gott bleibt sich gleich. Gott, der Geist ist, gibt SICH nicht zufrieden mit dem Chaos. sondern ER verwandet alles, denn der Geist macht lebendig. So steht es 2Kor 3:6: "Der Buchstabe tötet" - auch das Wort tötet zunächst - "der Geist aber macht lebendig."
Der Geist lässt nicht im Tod, ER scheidet wohl. zunächst durch den Buchstaben, durch das Wort, wie ein zweischneidiges Schwert, aber zuletzt macht ER lebendig. Das geht aus Joh 7:38 hervor, dort ist von den Strömen des Wassers die Rede, die von des Leibe fließen, der glaubt. "Dies aber sagte ER von dem Geist, welchen die an IHN Glaubenden empfangen sollten": Joh 7:39. Der Geist ist der Leben Zeugende.
Hier ist zunächst noch nichts über die Allaussöhnung gesagt, aber es ist eine Vorstufe, denn Gott gibt ja diesen Geist, der lebendig macht, nicht nach Maß, Joh 3:34, sondern ER will IHN nach Joe 3:1 über alles Fleisch ausgießen. Gott will nach Röm 8:21, dass auch die. ganze Schöpfung, die jetzt wartet und noch der Knechtschaft unterworfen ist, freigemacht wird von der Knechtschaft des Verderbnisses zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. Und Gott ruht nicht, bis alles ins Leben gekommen ist. Die Bäume werden in die Hände klatschen und die Steine werden schreien. Das geht bis in die tote Materie hinein. Die lebende Materie ist viel früher dran.
Gottes Geist weht, wo ER Will, und was will nun Gott als der Geist? ER will nicht nur, dass alle umsinnen, zur Buße kommen - so steht es in 2Petr 3:9 -, sondern auch , dass alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen: 1Tim 2:4: Gottes Geist weht, wo ER will und: Gott tut auch als der Allmächtige, was ER will. Alles was JHWH wohlgefällt, tut ER: Ps 135:6: nicht nur in den Himmeln und auf der Erde, sondern auch in den Meeren (Totenräumen), und in allen Tiefen (wörtlich: in allen chaotischen Räumen). Gott will nicht nur etwas und führt es dann nicht aus oder zieht es zurück, sondern ER tut auch, was ER will, und zwar überall. ER ist der Allmächtige, der alle wirkt nach dem Rat SEINES Willens: Eph 1:11. Da ist nichts ausgenommen, was Gott gemäß SEINEM Wollen nicht wirken will.
ER wirkt sogar - jetzt kommt schwere Speise - jedes Unglück, denn es heißt: "Ist auch ein Unglück, das der HERR nicht tue?" ER wirkt letzten Endes alles, wenngleich dieses Wirken, was das Böse betrifft, nicht SEINEM Herzen entspricht, nicht SEIN Wohlgefallen ist. Deswegen ist zu unterscheiden, dass es nicht in SEINEM Herzen entstanden ist, sondern in den Geschöpfen; aber ER bewilligt es, und es geschieht nichts, gar nichts, was ER nicht vorher bewilligt, d.h. der Zielstrebigkeit SEINES Geistes untergeordnet hätte.
ER wirkt alles nach dem Rat SEINES Willens. Dazu lesen wir ein paar Stellen, die darauf hinweisen, wie Gott das schlimmste Unrecht und Übel bewirkte Apg 2:22.23: "Jesus Christus ... nach dem bestimmten Ratschluss und nach Vorkenntnis Gottes, habt ihr durch die Hand von gesetzlosen an den Pfahl geheftet und umgebracht." "Es geschah" also nach dem Ratschluss Gottes. ER hat es so gewollt, ER hat es so vorhererkannt und vorherbestimmt.
Dann Apg 3:14.17.18: "Gott aber hat also erfüllt, was ER durch den Mund aller Propheten zuvor verkündigt hat, dass SEIN Christus leiden sollte."
Auch da steht, dass die schlimmste Tat, die je geschah, die, was die böse Absicht be trifft, in den Herzen der bösen Menschen entsprungen ist, von Gott vorher schon verkündigt und festgelegt wurde, denn letztlich entstand sie in ganz anderer Absicht (ER hat ja nur Gedanken des Friedens) im Herzen Gottes, von IHM beschlossen und gewollt. ER tut also alles.
Nun noch die Stelle Apg 4:27 und 28: "Alles z u tun, was DEINE Hand und DEIN Ratschluss zuvor bestimmt hat, dass es geschehen sollte." Das heißt, auch das Übel, das Böse, geschieht letzten Endes mit Willen Gottes, ist in SEINEM Ratschluss verankert, denn ER wirkt das wollen und Vollbringen, und wie wir sahen, ER tut alles, was IHM wohlgefällt (das ist nach Röm 12:2 eine noch höhere Form SEINES willens) in in den Himmel, auf der Erde, in den Meeren und in allen Tiefen. ER tut alles, was IHM wohlgefällt, das bestätigt auch Ps 115:3.
Man kann sich - das ist der nächste Gedanke - dem Willen SEINES Wohlgefallens widersetzen - also Christus nicht erfassen und ergreifen und Gnade finden -, verfällt dann aber unvermeidlich dem Willens SEINES Rates, der auf gerichtsmäßigem Wege dafür sorgt, dass der ursprüngliche Wille letztlich doch erreicht wird.
Nun ein beispiel aus der Josephs-Geschichte: Der böse Wille der Brüder Josephs war der, dass sie ihn loswerden wollten. Sie wollten ihn verkaufen, damit er irgendwo als Slave in Ägypten umkommt.
Dieser Wille ist nicht in Gottes Herzen entsprungen, die Brüder Josephs gedachten es böse zu machen, aber. Gott gedachte es wohl zu machen, und ER hat es auch wohlgemacht. ER hat den bösen Ratschluss der Brüder bewilligt. Es kam als klar aus SEINER Hand, dass Joseph nach Ägypten kam. Und nun wird er dort - das war auch Gottes Weg - zum Retter der Welt, auch zum Retter seiner Brüder.
Gott gedachte es also wohl zu machen und hat den bösen Ratschluss benutzt, um alles herrlich hinauszuführen, so wie ER auch den bösen Ratschluss, den Hass der Pharisäer und der Menschenmenge, benutzt hat, um SEIN Wohlgefallen zu vollbringen, nämlich dass der Sohn für die Menschheit, ja für den ganzen Kosmos am Pfahl stirbt und bezahlt.
Nun noch Jes 46:10: "Der ICH von Anfang an das Ende verkündige und von altersher, was noch nicht geschehen ist, der ICH sprechen: MEIN Ratschluss soll zustande kommen" (Ratschluss geht dem Wohlgefallen voraus und ist immer mehr die gerichtsmäßige Seite) "und all mein Wohlgefallen werde ICH tun". Wenn wir also SEINEM wohlgefälligen Willen ausweichen, kommen wir unter den Ratschluss SEINES Willens, der letzten Endes dahin führt, dass auch SEIN wohlgefälliger Wille zur Ausführung kommt. Paulus sagt das in Eph 3:20.21, dass Gott "über alles hinaus zu tun vermag, über die Maßen mehr, als wir erbitten oder erdenken." Gott ist der Allmächtige, der SEINEN wohlgefälligen Willen zur Durchführung bringt.
Gott, das allwissende, zurechtbringende Licht
Wir hörten, dass Gott Geist ist und als solcher der Allmächtige, Gott ist aber auch Licht: 1Jo 1:5, und als solcher der Allwissende und der Zurechtbringer. Gott, der das Licht ist und das Licht im vollsten Umfang besitzt - jedes Licht der Erkenntnis - der hat in SEINEM Allwissen einen Plan gemacht, im voraus die Kosten überschlagen und das Opfer bereitgestellt. Gott, der Allwissende, ist auch derjenige, der recht richte, der zurechtbringen kann.
Gott ist Licht, und in 2Kor 4:6 lesen wir, dass Gott aus der Finsternis Licht macht; also nicht, wie es in den meisten Übersetzungen steht, der in der Finsternis, sondern der aus Finsternis Licht leuchten ließ, der ist es, der in unsere Herzen geleuchtet hat zum Lichtglanz der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi."
Auch im Ps 18:28 heißt es: "DU machst meine Finsternis licht". Also Gott macht aus der Finsternis Licht, weil in IHM keine Finsternis ist, 1Jo 1:5, und weil, nach 1Jo 2:8 die Finsternis vergeht, denn "Gott hat der Finsternis ein Ende gesetzt" Hi 28:3.
Die Finsternis vergeht und Gott will Licht machen. Das sagt ER schon auf der ersten Site der Bibel: "Es werde Licht". Wenn Gott einmal alle sin allen sein wird, dann kann keine Finsternis, die von Gott "Nacht" genannt wurde: 1Mo 1:5 nicht mehr sein, denn es heißt Offb 22:5: "Es wird keine Nacht mehr sein". Gott macht Licht, und ER wird das Wort, das ER am Anfang gesprochen hat - denn ER verkündigt im Anfang doch immer das Ende - bis zur Voll-Erfüllung ausführen. Gott wird Licht machen, und zwar überall. Es wird keine Nacht mehr sein.
Als das Licht ist Gott der Allwissende, derjenige, der Licht hat und Licht vermittelt, Erkenntnis-Licht. ER hat einen Plan gemacht und hat nach Lk 14:28 als der weise Baumeister am Anfang die Kosten überschlagen, ob ER alles hinausführen kann.
Vor Grundlegung der Welt hat ER ein Opferlamm bereitgestellt, 1Petr 1:20; vor Grundlegung des Kosmos wurde es schon geschlachtet, damals hat Gott SICH schon erniedrigt.
Gott hat SICH schon, indem ER in die Buchstaben hineinging, indem ER das Wort wurde, ungeheuer erniedrigt. Gott ist ja der Unfassbare, der Unvorstellbare. Als ER in die Buchstaben einging, wurde ER fassbar, begrenzt, fest umrissen, denn die Buchstaben sind ja nicht nur Bilder, sondern festgelegt in Zahlenwerten und in Namen. ER hat SICH als der Unbeschränkte beschränkt, das ist schon SEINE Demütigung. ER ging in die äußere BuchstabenForm als Bild und Darstellung ein. Es wird da sogar schon abgeschattet, dass das Blut dabei ist, denn die. Buchstaben werden mit Tinte geschrieben: das Blut, mit dem auf Holz, Papyrus geschrieben wird.
Gott hat vor Grundlegung der Welt (= des Kosmos) schon sichergestellt, dass nichts, was geschaffen ist, unwiederbringlich verloren geht. Darum wurde vor Grundlegung des Kosmos das Opferlamm bereitgerstgellt und geschlachtet.
ER hat in Christo, der SICH. verbürgte, den Vorsatz der Äonen gefasst: Eph 3:10-11, nach dem ER den Fürstentümern und Gewalten, d.h. den Urmächten, den höchsten Engelmächten, die buntfarbige Weisheit kundtun will. Dabei spielt Jesus Christus, das Licht der Welt, die Hauptrolle. ER ist das Licht, das Gott brechen ließ auf dem Leuchter, den ER errichtet hat auf Golgatha, dem Pfahl, weil ER wusste: ein Leuchter unter dem Scheffel nützt nichts, sondern man muss den Scheffel wegtun.
Der Scheffel war der Tempel, der Leuchter war ja verborgen unter der Plane des Zeltes Gottes. Niemand konnte IHN sehen, der nicht ins Haus hineingehen konnte. Nun hat Gott IHN sichtbar werden lassen, indem ER den Tempel niederreißen ließ, nämlich rein äußerlich das Haus Gottes, aber zutiefst den, der der Tempel Gottes ist, Jesus Christus. Damit ist ER sichtbar geworden auf dem Leuchter auf Golgatha. Da wurde das Licht gebrochen in sämtliche Farben. Dadurch kann es nun jeder einzelnen in seiner Art, in seiner Wellenlänge, auf die er ansprechbar ist, verstehen, begreifen und fassen. dAs war Gottes Werk. ER hat einen Vorsatz der Äonen gemacht, nach dem Christus, das Licht der Welt, gebrochen wird, damit es in jedem hineingehen kann, damit jeder Licht bekommt und licht wird.
Licht hat ja auch die Eigenschaft, dass es richtet. Wenn Gott Licht in unser Herz fallen lässt, dann tut ER es zunächst richtend. Wenn wir uns dem Licht stellen und hergeben, dann kann Gott weiterwirken, wenn wir es festhalten und uns dem Licht aussetzen, dass werden wir selber licht. Gott will als das Licht in jeden eingehen und will alles zu Licht machen. ER wird auch das Verborgenste ans Licht bringen und damit zu Licht machen.
Zunächst aber kommt das Licht ins Gericht. Gott ist als der Allwissende derjenige, der recht richten kann; weil ER alles weiß, weil ER die Herzen erforscht bis ins letzte, kann ER recht richten, absolut gerecht.
Nun heißt aber recht richten, zurechtbringen, die richtige Stellung geben, auch aufrichten, jedenfalls aber in die richtige Richtung bringen, dass wir zu IHM hinschauen, denn mit Gericht fängt es ja nur an; es ist nicht das Letzte und bringt auch nicht die Liebesverbindung. Zunächst muss Gott erreichen, dass wir die rechte Richtung bekommen. Wenn das geschehen ist, kann ER mit ganz anderen Mitteln kommen, mit SEINEM Erbarmen, SEINER Gnade, SEINER Liebe. Dann kommt die Herzens-Beziehung, denn mit Gericht und mit Schlägen allein kann man k eine Liebe schaffen. Aber zunächst muss ein gewissen Gericht sein, und dieses Gericht spart Gott nicht. dAs gehört mit zur Allversöhnung.
ER ist sozusagen der Arzt, dem alle Mittel zur Verfügung stehen. ER kann recht richten und wird einmal - so steht es im Mt 12:20-21 - das Gericht hinausführen zum Sieg. Und warum? Damit sie all den Vater ehren. Von Gott heißt es, dass ER SICH nach dem Gericht wieder erbarmt, Kla 3:31.
Gericht ist niemals das Ende der Weg Gottes. Soi steht es in 1Sam 2:6: "Gott führt in den Scheol und auch wieder heraus", denn ER ist nach Ps 139:8-9 auch im Scheol. Seine Hand, Seine Rechte = Christus fasst uns auch, wenn wir am äußersten Ende des Meeres sind. Es heißt dort: "Nähme ich die Flügel der Morgenröte (die Morgenröte, das könnte man aus vielen Stellen der Schrift nachweisen, ist immer ein Bild auf den Tod. Satan wird einmal "Sohn der Morgenröte" genannt. Als Sodom unterging, bracht die Morgenröte an). und flöhe ans äußerste Ende des Meeres (das Meer ist einer der drei großen Totenräume, von denen am Schluss der Offenbarung steht: "Das Meer, der Scheol und der Tod gab seine Toten". Das Meer ist nicht das, was wir hier vor Augen sehen, sondern ein riesiger Totenraum), auch daselbst würde DEINE Hand mich leiten und DEINE Recht mich erfassen."
Wenn ich also ans äußerste Ende des Meeres fahre zu den Totenräumen Scheol = Hades, Tod, selbst dort wird SEINE Rechte mich fassen und leiten, nämlich herausführen.
Nun lesen wir noch Ps 107:10-16, wo auch etwas vom Herausführen steht. Dort heißt es: "Die Bewohner der Finsternis" - die Finsternis ist offenbar ein Teil des Scheols - " und des Todesschattens, gefesselt in Elend und Eisen, weil sie widerspenstig gewesen waren gegen die Worte Gottes, und verachtet hatten den Rat des Höchsten, so beugte ER ihr Herzu durch Mühsal, sie strauchelten und kein Helfer war da."
Da werden sie schreien, und es wird sich niemand erbarmen; das ist verstärkte Strafe. Wenn man sich gleich erbarmt, gleichkommt, dann ist die Strafe noch verhältnismäßig klein. Aber es gibt Gerichte, wo sie lange, lange schreien, und wo sie nach dem Namen fragen. Wie heißt nur der Name, in welchem die Rettung ist? Sie wissen es nicht, es fällt ihnen nicht ein.
Wie wichtig, den Namen zu wissen. Kein Helfer war da. Ich bin der Überzeugung,dass solche, die noch nie etwas von Jesus gehört haben, nach der Schrift mit ganz anderen Maßstäben gerichtet werden, nämlich nach dem Gesetz in ihrem Herzen. Auch wird ihnen das Evangelium gepredigt, sie werden also an viel "sanftere" Orte kommen. Aber die, die widerspenstig waren gegen die Worte Gottes - die sie also schon gehört haben -, die sind in Elend und Eisen.
Wenn sie dann lange schreien in ihrer Bedrängnis, heißt es: "ER führte sie heraus aus ihrer Finsternis und dem Todesschatten und zerriss ihre Fesseln.! ER hat zerbrochen die ehernen Türen" - hier müsste man "kupfernen" übersetzen, weil Kupfer das Bild für Gericht ist - " und die eisernen Riegel zerschlagen."
Hier wird deutlich, dass die biblische Lehre der Allaussöhnung das Gericht keineswegs aus-, solder einschließt. Wesentlich ist aber, dass die Frage, ob Gottes Gerichte einen Sinn haben oder sinnlos sind, von ihr in Gott verherrlichender Weise beantwortet wird. Jede Strafe, die nicht den Endzweck der Besserung verfolgt, ist, abgesehen von der Gerechtigkeit, nicht nur sinnlos, sondern auch grausam und primitiv. Schon das Wort "Züchtigung" besagt, dass es um Zucht, und damit um das Entstehen positiver Frucht geht. Jeder Vater, der mit Weisheit straft, hat den positiven Zweck im Auge, der beabsichtigt ist, und nicht nu r die Gerechtigkeit, die geübt wird.
Der Vater hat alles Gericht dem Sohn übergeben: Joh 5:22. Wenn dieser Sohn, und durch IHN Gott, den überwiegenden Teil SEINER Geschöpfe in Qual ohne Aufhören verharren lassen würde, dann wäre ER ein Quäler. Wenn Dämonen, die zu Jesus sagen, ER wäre vor der gebührenden Zeit gekommen, sie zu quälen: Mt 8:29, dies Meinung vertreten, dann ist dies im Blick auf Hi 15:20.22 verständlich, wer aber die Liebe Gottes in Christo erkannt, und SEINE Gnade und SEIN Erbarmen erfahren hat, sollte nicht so gering von IHM denken.
Gericht ist also niemals das Ende der Wege Gottes, sondern immer nur Durchgangs-Station.
Noch ein Wort hierzu aus Sach 9:11-12. Auch da ist die Rede von Gefangenen. "Und du - um des Blutes des Bundes willen - Jesu Blut - entlasse ICH auch deine Gefangenen aus der Grube"! Die Grube ist der Totenraum, in den auch Satan 1000 Jahre gesperrt wird, ein Raum, der zur Abteilung des Scheols gehört. Also: "um des Blutes des Bundes willen entlasse ICH auch deine Gefangenen aus der Grube, in welcher k ein Wasser ist. Kehret zur Festung. zurück , ihr Gefangenen der Hoffnung! Schon heute verkündige ICH; dass ICH dir das Doppelte erstatten werde".
Hier zeigt sich Gott in SEINER Größe; nicht nur, dass EDR sie herauslässt, sondern ER wird sie auch für das furchtbare Elend und die Qual, die sie erleiden, letzten Endes entsprechend trösten. So ist Gott. ER hätte es gar nicht nötig, so zu handeln, denn sie haben die Strafe verdient. Auch bei Juda und Israel heißt es, sie haben gesündigt, abgelehnt und Zwiefältiges empfangen an Gericht, und was macht Gott? Weil sie. zweifältiges Gericht empfangen haben, sagt ER: "Tröstet, tröstet..." Nun kommt auch der doppelte Trost. Gott tut etwas, dass es wieder ausgeglichen wird, und das gilt für alle Strafe. ER führt nicht nur in Gericht hinein, welcher Art sie auch sein mögen, sondern immer wieder heraus.. ER hat auch durch Christus, als ER gestorben war, gleich im Gefängnis predigen lassen, 1Petr 3:18-20, und den Toten das Evangelium verkündigt, dass sie nach dem Fleisch gerichtet, aber nach dem Geist Gottes gemäß leben werden: 1Petr 4:6. Gott kümmert SICH sehr wohl um die Gefangenen, denn auch SEINE Gefangenen sind von Gott nicht verachtet.
Selbst die Menschen von Sodom und Gomorra, die als Beispiel äonischer Feuerstrafe angeführt sind: Jud 1:7 werden wieder aus der Gefangenschaft entlassen. Davon lesen wir in Hes 16:44-58, wo von verschiedenen Städten die Rede ist, vor allem von Jerusalem, im Vergleich mit Sodom und Gomorra.
Wir sehen hier auch, wie Gott beschämt. Wen schickt ER zum Trost, Jemand, der so viel "Dreck am Stecken" hat, dass er sagt: ich bin total unwürdig, ich bin ja noch schlimmer wie der, jetzt soll ich den trösten.
Gott macht es aber so, dass ER den Schlimmsten heraussucht. Den Dreck rettet ER und mach ihn zu SEINEM Handwerkszeug, z.B. auch Paulus, den größten Sünder, der sann sagen muss: Ich , der Unwerteste von allen, der die Menschen. zum Fluchen wider Christus zwang, muss das Evangelium verkündigen, mir hat Gott vergeben; das hat ER aus mir gemacht; fasst nur Mut, wenn ER mir vergeben hat, vergibt ER euch erst recht.
So benützt Gott Jerusalem, das noch schlimmer war als die anderen - allerdings auch ein schlimmeres Gericht empfangen hat - zum Trösten von Sodom und Gomorra.
Hes 16:63: "Auf dass du eingedenk seist und dich schämst..." Wir schämen uns doch am allermeisten, wenn wir jemand, der besser ist als wir, etwas sagen müssen. Wir wissen doch: eigentlich gehöre ich an seine Stelle, und der müsste mich trösten. Dann sage ich es ihm auch in der richtigen Haltung und Demut. "Und den Mund nicht mehr auftust wegen deiner Schmach, wenn Ich dir alles vergebe, was du getan hast, spricht der Herr JaHWeH". Wenn ER uns alles vergibt, müssen wir uns schämen.
ER wird also die Gefangenschaft Sodoms und Gomorras wenden. Dazu nur drei Worte, in denen überall davon die Rede ist, dass es Sodom und Gomorra besser geht als anderen Städten:Mt 10:15; Mt 11:24; Lk 10:42. Nun, was heißt "besser"? Wenn ER heute eine Stadt für immer - wir betrachten ja auch die Frage: "Straft Gott ohne Aufhören?" - in Strafe lässt, wo fängt da "besser" oder "schlechter" an; wenn es nie aufhört, dann ist letztlich alles gleich.
Aber Gott macht sehr wohl Unterscheidungen, und so wird ER eben auch einmal Sodom und Gomorra, das Beispiel für äonische Feuerstrafe, ans Licht kommen lassen und die Gefangenschaft wenden. Gott hat nach Ps 68:18 auch Gabe nur Widerspenstige, damit sie bei IHM wohnen. "Du bist aufgefahren und hast die Gefangenschaft - (also einen Bereich der Totenräume) - gefangen geführt (d.h. schon nach oben gebracht). Du hast Gaben empfangen für Menschen und selbst Widerspenstige, damit JaHWeH, Gott, eine Wohnung habe". Anmerk. Elberf. Übers.: "Damit Gott selbst unter den Widerspenstigen wohne". Man kann auch umgekehrt sagen, damit die Widerspenstigen bei Gott wohnen können, die Möglichkeit bekommen, sich in SEINER Nähe aufzuhalten. Dazu brauchen sie Gaben, dazu muss es licht in ihnen werden, denn in Gottes Nähe hält sich keine Finsternis, ER macht Licht.
Es wird einmal kein Leid und kein Fluch mehr sein: Offb 22:5, und es wird alles Fleisch das Heil Gottes sehen. Und wir wissen ja, was wir anschauen - das ist ein Gesetz -, in das werden wir verwandelt. Wenn wir SEINE Herrlichkeit anschauen, werden wir in sie verwandelt, wenn wir das Heil anschauen, wird uns Heil.
Nach Jes 40:5 wird alles Fleisch auch die Herrlichkeit Gottes sehen und zu ihr gelangen. ER ist Licht und wird Licht machen in der ganzen Schöpfung, weil ER einmal alles, nicht nur etwas, in allen sein wird. Gottes Strafen sind also nicht endlos, sondern ER geht dem Verlorenen nach, bis ER es findet.
Gott, die treue, allbegnadigende Liebe
Nun wollen wir als Drittes bedenken, dass Gott Liebe, und damit der Treue, Allbegnadigende ist. Die drei Worte: Gott ist Geist, Gott ist Licht, Gott ist Liebe, sind ja auch in der Bibel besonders genannt.
Gott ist treu, auch wenn wir untreu sind: 2Kor 2:13; denn SEINE Liebe hört nimmer auf, sondern sie glaubt alles. Wir wissen, dass Glaube = pistis auch soviel wie Treue heißt, so dass man dieses Wort auch übersetzen kann: ER ist in allem Treu. Als der, der die Liebe ist, glaubt ER alles, und hofft ER alles. Das Wort "hoffen" wird besser mit dem Wort "erwarten" übersetzt, bedeutet also etwas, was ich fest erwarte, und nicht nur - wie der menschliche Begriff "hoffen" ausdrückt, - als unsicher annehme.
Wenn in der Schrift "hoffen" steht, ist eine feste Erwartung gemeint. Wenn es heißt. Die Liebe hofft alles, dann ist besser gesagt: sie erwartet mit unfehlbarer Sicherheit alles das, was sie glaubt. Und Gottes Liebe glaubt jeden zu Sich hinauf, und ER erwartet alles. Die Liebe Gottes deckt der Sünden Menge: 1Petr 4:8, ja, sie deckt auch alle Übertretungen zu: Spr 10:12. Sie ist stark wie der Tod: Hl 8:6; ja, sie ist, wenn man es genau nimmt, sogar stärker als der Tod, denn der Tod wird nicht mehr sein: Offb 21:4; aber die Liebe bleibt. Der Tod ist verschlungen in den Sieg: 1Kor 15:55.
Es sei hier nur kurz angeführt, dass Christus, die Schlange am Pfahl, schon bei Pharao dargestellt wurde. ER ist der Stab des Aaron, der. zur Schlange wurde und alle Ungeheuer der Zauberer des Pharao verschlang. Die Zauberer des Pharao taten es ja dem Mose nach und warfen ihre Stäbe auch hin, und sie wurden zu Schlangen. Aber nun verschlang die Schlange des Mose, der Stab Aarons, alle anderenSchlangen.
Die Lehre wird symbolisch auf Christus gedeutet, der am Pfahl die erhöhte Schlange ist, zur Schlange wurde, weil ER zur Sünde gemacht war. Als die erhöhte Schlange hat ER nun alle Ungeheuer, auch den Tod, in SICH hinein verschlungen. Der Tod ist verschlungen in den Sieg, in den Sieger, in Jesus Christus. Die Liebe Gottes, die sich gerade am Pfahl offenbart, ist stärker als der Tod, und sie wird einmal auch siegen über den letzten feind, der der Tod ist.
Die Liebe sinnt darauf, dass das Verstoßene nicht verstoßen bleibt (2Sam 14:14). Gott, der die Liebe ist, geht im Sohn den Verlorenen nach solange, bis ER sie findet (Lk 15:4), denn der Sohn ist gekommen, u m zu retten, was verloren ist: Lk 19:10. Der Herr hat ja schon in Hes 34:16 versprochen, dass ER das Verlorene suchen will.
Nun wissen wir aus der Schrift, dass derjenige der sucht, auch findet. Wenn Gott das Verlorene sucht, dann können wir 100 %ig sicher sein, dass ER es findet, denn IHM ist doch alles bekannt, jeder Winkel, auch der letzte Winkel im Totenreich, weil ER ja in Christus hinabgestiegen ist und alles bis ins letzte kennengelernt hat. In den Psalmen steht, dass die Räume unter der Erde vor IHM aufgedeckt sind. ER kann also hineinschauen. Des HERRN Augen sin an jedem Orte. ER sieht hinein und kann jeden finden, er möge sich verkriechen, wohin er will.
Gottes Liebe macht auch nicht Halt bei SEINEN Feinden. ER segnet, die IHM fluchen, ER tut wohl denen, die IHN hassen, denn ER ist vollkommen. Dazu lesen wir als Erklärung Mt 5:44 u. 48: "Liebet eure Feinde... bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen", ein Rat, den Gott uns gibt. Wie viel mehr wird ER ihn selbst befolgen. Es heißt aber als Erklärung Mt 5:48: "Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist." Das gehört gerade zur Vollkommenheit, wenn unsere Liebe auch die Feinde einschließt, wenn wir nicht Halt machen mit unserer Liebe bei unseren Feinden, sondern sie segnen, ihnen wohltun und für sie beten. Und Gott, als DIE LIEBE tut, das in erster Linie. ER verachtet niemanden, Hi 36:5, ein Wort, das ich immer wieder einmal erwähne, weil es mit zu den Worten gehört, die mir ganz besonders groß sind: Gott, der so groß ist, verachtet niemanden. Wir müssen uns vergegenwärtigen, welche Verächter wir sind, obwohl wir so klein sind. Jeder verachtet den anderen. Das geht schon in der Schuld an: wenn einer etwas nicht kann, was ich vielleicht gerade verstehe, so fühle ich mich schon überlegen.
Davon berichtet auch die Geschichte der Hagar, die, als sie merkte, dass sie schwanger war, ihre Herrin Sara verachtete. Das ist ein Bild, das die Schrift uns vorhält, wir blasen uns auf, wenn Gott uns die kleinste Frucht schenkt. Was kann die Hagar dafür, dass der Same Abrahams sie befruchtet, die Sara aber nicht? Sie kann gar nichts dazu.
Genauso ist es bei uns, wenn einer eine Gehirnwindung mehr hat und deshalb besser rechnen kann als der andere, schon schaut er auf den anderen herunter, weil er nicht mal richtig rechnen kann! Wir sind von Natur aus Verächter, obwohl wir Staub und nichts sind nach der Schrift.
Un nun Gott! ER ist unvorstellbar groß. Wenn wir z.B. an das Schriftwort denken, das oft in der Anbetung zitiert wird: "Der Himmel und Erde gemacht hat", der alles geordnet hat bis ins Letzte und Kleinste hinein. Dieser Gott verachtet niemanden, auch nicht den verachtungswürdigsten Idioten, der nichts hat und schon in unseren Augen ein ganz elender Tropf ist.
Diese Tatsache macht mir Gott so gewaltig groß, dass es mich manchmal bis zu Tränen rührt und ich darüber, auch unterwegs, ins Danken. hineinkomme, weil ich sagen muss: Wie groß bist DU! ER verachtet niemanden. Er denkt an den Kleinsten und den Geringsten. Das gibt uns auch persönlich Trost, weil wir wissen, dann verachtet Er auch uns nicht. ER hat für jeden Verständnis. Nicht einmal SEINE Gefangenen verachtet ER, Ps 69:33, die Gefangenen in der Grube, die im Scheol, im Meer, im Tode schmachten, niemand verachtet Gott. ER hat für jeden eine Hochachtung, denn das ist das erste gebot der Liebe.
Die Grundvoraussetzung für die Liebe ist die Achtung. Es geht einfach nicht, dass ich sage: ich liebe dich, aber ich verachte dich. Im Gegenteil, je größer die Liebe ist, umso größer wird die Achtung, umso keuscher, zurückhaltender bin ich, weil ich wirklich den anderen so achte, dass ich ihn in keiner Weise vergewaltigen will, ich will von ihm nu r so viel, wie ER mir aus absolut freien stücken gibt; ich kann warten, bis ER mir sein Herz öffnet. Das ist höchstes Zeichen der Achtung, und damit auch höchstes Zeichen der Liebe.
Gott achtet einen jeden einzelnen, sogar SEINE Gefangenen. Er liebt, und von SEINER Liebe kann uns nichts scheiden, weder Hohes, noch Tiefes... Röm 8:37-39, gar nichts. Und SEINE Liebe höret nimmer auf. Gott als die Liebe ist der Treue, der jeden achtet, und der auch - und das ist das Geschenk SEINER Liebe - nun jedem stückweise Gnade gibt. Von der Gnade sagte ein Gottesmann: Das sind die kleinen Pakete, in denen die Liebe eingewickelt ist. Wenn Gott uns mit SEINER Liebe überfallen würde, müssten wir verbrennen. Das könnten wir auf einmal gar nicht verkraften. Nun macht Gott es so, dass ER sie uns portionsweise gibt, dass wir IHN erst einmal kennenlernen, Kontakt mit IHM bekommen. Dazu dienen diese kleinen Liebespakete. In Form von Gnade lässt ER immer wieder e in Stück SEINER Liebe dosiert auf uns zukommen.
Die LIEBE GOTTES in Person ist letzten Endes JESUS CHRISTUS, den ER uns gegeben hat. In IHM stellte Gott SEINE Liebe dar, als wir noch Sünder, also n och Feinde waren: Röm 5:8.
Die Liebe Gottes wird nie aufhören, auch gegenüber dem Letzten und verachtetsten nicht. Gott achtet ihn, und ER wird immer darauf sinnen, wie ER ihn aus der Not befreien, kann, in die er sich, wenn auch durch eigene Schuld, gebracht hat.
Gott hat den Kosmos geliebt, dass ER SEINEN einzig gezeugten Sohn gab, auf dass alle, die an IHN glauben, nicht verloren werden, sondern äonisches Leben haben: Joh 3:16. Hier ist wohl die Einschränkung festzustellen, dass nur die an IHN Glaubenden äonisches Leben erhalten. ES gibt also eine ganze Menge, die niemals das äonische Leben haben werden, sondern während dieses Äons, in welchem wir Leben haben - was unser Vorzug ist - das Leben nicht haben, sondern noch im Tode bleiben müssen. Aber das bedeutet nicht, dass sie nicht am Ende gerettet werden.
Gott hat den Kosmos geliebt und wir haben gesehen, dass SEINE Liebe nie aufhört. ER wird also den Kosmos immerfort lieben und nicht ruhen, bis der Letzte an SEINEM Herz en ist. Christus ist nicht nur die Sühnung für unsereSünden, sondern für die des ganzen Kosmos: 1Jo 2:2. Gott rettet, rechtfertigt und heiligt alle Menschen, ER rettet auch den ganzen Kosmos und gibt ihm das Leben durch Jesus Christus, das Brot der Welt.
1Tim 6:13 heißt es, dass Gott das All ins Leben zeugt, und in Neh 9:6 (bitte nachschlagen): "Und sieh, DU machst dies alles lebendig". Ein einartiges Wort! Man könnte sagen: Es lebt doch, es ist doch schon da. Nein: "DU machst dies alles lebendig". Das All wird in IHN hinein zum Wachsen gebracht: Eph 4:15, es wird eingeordnet in den Christus. ER hat es verheißen, dass die ganze. Schöpfung von der Knechtschaft des Verderbnisses zu der Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes kommt: Röm 8:19-21. Die ganze Schöpfung, die jetzt unter schwerer Knechtschaft und im Verderben steht, alle werden sie frei gemacht zur Herrlichkeit der Kinder Gottes. Bereits im Alten Bund steht, dass nicht nur die Erde voll w erden wird von der Erkenntnis des Herrn, gleichwie die Wass er den Meeresgrund bedecken: Hab 2:14, sondern es steht auch in Ps 145:9, dass ER SICH über alle SEINE Werke erbarmt, nicht eines ist ausgenommen. Denn Gottes innerstes Wesen ist liebevolles Erbarmen, nicht Zorn. SEIN Erbarmen ist groß. Seine Barmherzigkeit siegt über das Gericht. das Ende der Wege Gottes ist immer Barmherzigkeit. Gericht ist höchstens ein Anfang, aber niemals das Ende, den Gott ist im tiefsten Grunde barmherzig, geweitet. Das hebräische Wort für Erbarmen heißt inneres Weiten, Mutterschoß, ein weites Herz. Ein solch weites Herz hat unser Gott; da hat jeder Platz. Gott erbarmt sich über alle SEINE Werke, und darum werden nach Ps 103:32 IHN auch alle SEINE Werke loben, nicht eines ausgenommen. "Jede Zunge wird bekennen, dass Jesus Christus der HERR ist, zur Verherrlichung Gottes des Vaters".
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III. Das Problem der Versöhnung
