Der allumfassende Sieg der Versöhnung
Abschrift der Schrift "Versöhnung"
Baader F. H. - Pasedag W. J. (1982)
Die Schrift ist antiquarisch noch erhältlich
siehe weitere Abschriften:
Inhaltsverzeichnis:
V. Der allumfassende Sieg der Versöhnung
W. J. Pasedag
Die Schlange betörte einst den Menschen mit dem schillernden Versprechen: Ihr werdet sein wie Gott! "Wie" ist ja immer nur Ersatz, aber nicht einmal zu diesem Vergleich kam es, sondern zu Not und Tod, denn die Welt versank in Unglaube und Zweifel. Dennoch ist Gott aus dieser Welt des Grauens nicht fortzudenken. Gott ist nicht ausgeschaltete, sondern im Gegenteil, nu n beginnt Sein Wunderwirken: Er macht den elenden Menschenwurm zu Gottessöhnen in und durch den Sohn Seiner Liebe. "Also liebt Gott die Welt, dass Er Seinen einzig gezeugten Sohn dahingibt, auf dass alle , die an Ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern äonisches Leben haben", Joh 3:16.
Wer glaubt, der ist dem Argen entrissen und ins Reich des Sohnes der Liebe versetzt. Er macht dann durch Gottes Gnade dieses Tränental zum Quellenort, Ps 84:7. Die Seligkeit der Gläubigen beginnt bereits hier auf Erden und findet drüben ihren krönenden Abschluss, Röm 8:24; 2Tim 4:8.
Was aber geschieht mit denen, die das Gnadengeschenk des Sohnes nicht annehmen? Wir wissen, dass sie in furchtbare Gerichte kommen, denn schrecklich ist's, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen, den man als die Liebe ablehnte und darum nun als den Richter erkennen muss, Hebr 10:27-31. Diese Gerichte werden uns besonders im letzten Buch der Bibel enthüllt. Sind sie das Letzte? Auch darüber wollen wir dieses Buch fragen, das ja den Namen "Enthüllung" trägt.
- "Und ich sah in der rechten Hand des, der auf dem Stuhl saß, ein Buch beschrieben in wendig, und auswendig versiegelt mit 7 Siegeln". Offb 5:1
Niemand hat Einblick in dieses wichtige Buch, bevor nicht die Siegel gebrochen sind. Darum erhebt sich sofort die Frage, die ein starker Engel mit kräftiger Stimme ausruft:
- "Wer ist würdig, das Buch aufzutun und seine Siegel zu brechen?" Offb 5:2
Es gibt viele Dinge, die sich durch Macht, Geschick oder Weisheit meistern lassen. Hier aber versagen alle menschlichen Künste. Einen Gordischen Knoten konnte man mit dem Schwert durchhauen, die Siegel aber können so nicht gelöst werden, denn die letzten Probleme lassen sich nicht durch Gewalt ausrichten. Hier ist würde vonnöten. Obwohl der Römerbrief und der Epheserbrief von einer gewissen Würde der Heiligen sprechen, findet sich doch kein Heiliger auf Erden. und im Himmel, denn selbst dort herrscht unter den Erzengeln, Cherubim und Seraphim betretendes Schweigen.
- "Und niemand im Himmel, noch auf Erden, noch unter der Erde konnte das Buch auftun und hineinsehen." Offb 5:3
Das ist unsere Lage. Es wäre Vorwitz, Aussagen über die "Endlösung" nach unserem Ermessen, und eigenen Vorstellungen geben zu wollen.
Wir stolzen Menschen Kinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel.
Wir spinnen Luftgespinste und suchen viel Künste und kommen weiter nur vom Ziel.
Und doch findet sich Johannes, der Schreiber der Apokalypse, nicht damit ab, dass wir nun einmal eben nicht Gottes Geheimräte seien. Er, der bereits erkannte, dass Gott Größeres vorhat als nur die Errettung der Gemeinde und Israels (1Jo 2:2), begehrt hineinzusehen in das letzte Geschehen. Gottes Sieg ist ihm gewiss, darüber gibt es kein Fragen; wodurch aber wird er erfochten, durch Gewalt oder Liebe, Vernichtung oder Versöhnung?
- "Und ich weinet sehr" Offb 5:4
Wie viele Tränen sind schon geweint worden! Tränen über Schmerzen, Krankheit, Not und Tod. Tränen über alle Gewalt, von der geballten Faust bis zur Atombombe und allen dazwischen liegenden Unglücken, Katastrophen. und Kriegen. Tränen wegen Hunger, Durst und Qual - und der Liebe wegen! Tränen für Eltern und Kinder, dem Ehegatten und für viele geliebte Menschen. Aber auch Tränen der Sehnsucht nach Gott, der Reue über alle Sünde, und des Dankes und der Freude in Christo! Darum hören wir einen Ältesten sprechen:
- "Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe, der da ist vom Geschlecht Juda" Offb 5:5
Die Bibel stellt gewaltige Feinde unter dem Bild des Löwen dar. So Pharao (Hes 32:2), die Babylonier (Jer 2:15) und natürlich den hinter allen stehenden Antreiber zur Gewalt, Satan, 1Petr 5:8. "Groß Macht und viel List, sein grausam Rüstung ist". So ist er ein mächtiger Löwe, Gott allein aber ist allmächtig und allgewaltig, Ps 62:12; Ps 95:4. Die sich Gott zum Feinde machen, von denen spricht Er: "Ich will auch gegen sie wie ein Löwe werden" (Hos 13:7). "Wie ein Löwe im Verborgenen", Kla 3:10.
Darum sagt auch der Herr Jesus: "Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, und nach diesem nichts weiter zu tun vermögen. Fürchtet den, der nach dem Töten Gewalt hat, in die Hölle zu werfen" Lk 12:4.5. Da Gott aber diese Gewalt auch dem Sohne übergab, kann Christus sagen: "MIR ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.", Mt 28:18. Darum ist Christus auch der alles überwindende Löwe von Juda, der selbst aus Satan einen Triumph macht. Ob einmal Gottes Gewalt die Gewalt Satans besiegen kann, das ist keineFrage, wohl aber, ob es bei der Gewalt bleibt, oder ob es zu einer ganzen, umfassenden Versöhnung kommt. Schon Hiob lässt uns etwas von dem schließlichen Ausgang erahnen, wenn er sagt: "Du jagst mich wie ein Löwe und handelst doch wiederum wunderbar an mir". Gewalt kann nur Gehorsam erzwingen und Furcht erwecken, darum findet der Löwe nur Opfer, Gott ab er will mehr! Deshalb heißt es nun weiter:
- "Und ich sah, und siehe, ein Lamm, wie wenn es erwürgt wäre", Offb 5:6a
Ein Geduldiger ist besser als ein Starker (Spr 16:32), und das LAMM GOTTES besser als der LÖWE von JUDA. Nicht die Gewalt, sondern die Geduld Jesu ist unserer Errettung, 2Petr 3:15.
Lies einmal 1Tim 1:13-16; da ist ein Lästerer und Verfolger und Frevler, aber da ist deshalb umso reicher die GNADE unseres Herrn, samt dem GLAUBEN und der LIEBE, die in CHRISTO JESU ist. "Darum ist mir BARMHERZIGKEIT widerfahren, dass an mir, als dem ersten JESUS CHRISTUS A L L E GEDULD erzeigte, als Beispiel für die, welche künftig an IHN glauben werden zum ewigen Leben". "Siehe, das ist GOTTES LAMM, das die SÜNDE DER WELT AUF SICH NIMMT" (Joh 1:29), Sünde meint dabei das Abirren vom Gehorsam gegen Gott mit all ihren Folgen, und der Begriff Welt umfasst den Kosmos! Das Lamm aber ist Jesus Christus, um unserer Sünde Röm 4:25.
"Jesus Christus, der gerecht ist, ist die SÜHNE für unser Sünden, NICHT ALLEIN ABER FÜR DIE UNSEREN , SONDERN FÜR DIE DER GANZEN WELT!" 1Jo 2:1.2. Das Wort Sühne (hilasmos), kommt nur zweimal im Neuen Bund vor, nämlich hier in 1Jo 1:2 und in 1Jo 4:10. Dort heißt es: "Darin steht die LIEBE, nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass ER uns geliebt hat und gesandt SEinen Sohn zu Sühne (Luther: Versöhnu ng) für unsere Sünden". Siehe ein LAMM - wahrlich "wir haben gesehen. und zeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat zum RETTER DER WELT!" 1Jo 4:14.
- "Und das Lamm hatte sieben Hörner und sieben Augen, das sind die sieben Geister Gottes, gesandt in alle Lande". Offb 5:6b
Wie Christus, der Menschensohn kein gewöhnlicher Mensch war, so ist auch das Gotteslamm kein gewöhnliches Lamm. Es hat 7 Hörner und Augen, das meint, es ist allumfassend, denn es vermag in alle Lande den Gottesgeist zu tragen. Es bringt für alle die Errettung. Diese Errettung der Welt geschieht nicht, weil sie glauben, oder als sie glaubten (das gottselige Geheimnis lässt uns zwar erkennen, dass dies auch einmal geschehen wird, siehe 1Tim 3:16; Ps 22:28), sondern es geschah einzig und allein dadurch, dass "Christus, da wir noch schwach waren, der Zeit entsprechend, für UNS GOTTLOSE starb", Röm 5:6. "Darum preist Gott Seine Liebe gegen uns, dass Christus für uns gestorben ist, da wir noch SÜNDER waren" (Röm 5:8). "So wir Gott versöhnt sind durch den Tod Seines Sohnes, als wir noch FEINDE waren, wieviele mehr werden wir errettet werden durch Sein Leben, so wir nun versöhnt sind" Röm 5:10. "Denn Gott war in Christo und VERSÖHNTE DIE WELT MIT SICH, und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu, und hat unter uns aufgerichtet DAS WORT DER VERSÖHNUNG 2Kor 5:19. Der hier gebrauchte griechische Begriff Versöhnen (katallage) bedeutet Tausch, Auswechslung und Ausgleichung. Christus nimmt unsere Sünde und Schuld, und gibt uns dafür seine Gerechtigkeit und Sein unvergängliches Leben. Das erreicht die Liebe Gottes, darum erringt auch sie den vollständigen Sieg! Denn "die Liebe erträgt alles (hält alles aus und deckt es zu), glaubt alles, hofft alles, duldet alles" 1Kor 13:7. Die GEWALT wird einmal aufgehoben, wenn der Sohn sie dem Vater zurückgibt (1Kor 15:24), aber die LIEBE HÖRET NIMMER AUF! 1Kor 13:8. Wie sind sie doch dem Herzen Gottes so fern, die statt dessen zu behaupten wagen: die Qualen hören nimmer auf, oder bestenfalls alles in einer Totenstarre enden lassen.
- "Sie fielen nieder vor dem Lamm und hatten ein jeglicher Harfen. und goldene Schalen voll Räucherwerk, das sind die Gebete der Heiligen". Offb 5:8
Vor solcher allgewaltigen Liebe können auch wir nur anbetend niederfallen und mit Chr. F. Gellert singen:
- "Wenn ich, o Schöpfer, Deine MACHT,
- die WEISHEIT Deiner Wege,
- DIE LIEBE, DIE FÜR A L L E WACHT,
- anbetend überlege:
- So weiß ich, von Bewundrung voll,
- nicht, wie ich Dich erheben soll,
- Mein Gott, mein Herr und Vater!"
Jetzt mögen zwar selbst "Arbeiter im Weinberg des Herrn" noch darüber murren, "dass Gott so gütig ist" (Mt 20:11 u. 15), aber wenn einmal aller Unglaube und alle Lieblosigkeit überwunden sind, dann wird das Herz frei werden zu jubelnder Anbetung. Dann wir man bessere Weisen singen.
- "Und sie sangen ein neues Lied" Offb 5:9
Wir brauchen uns nicht mehr zu wundern, dass nun der ganze Himmel niederfällt und das Lied vom Lamme anstimmt. Viele singen jetzt zwar noch das alte Lied des alten Bundes, von Gesetz, Gericht und Verdammnis - das Lied vom Löwen aus Juda, das Lied von der Allgewalt Gottes und Seines Christus. Es hat wahrhaftig einen mächtigen Klang und sollte nicht vergessen werden:
- Er wird richten unter den Nationen und strafen viel Völker, Jes 2:4
- Und die Erde schlagen mit dem Stab Seines Mundes und mit dem Odem Seiner Lippen den Gottlosen töten Jes 11:4
- Er kommt, das Land zu verstören und die Sünder zu vertilgen, Jes 13:9
- Denn alle Welt soll durch Meinen Feuereifer verzehrt werden, Zeph 3:9
Das neue Lied aber lautet:
- Alsdann will Ich den Völkern reine Lippen geben, ,dass sie alle den Namen des Herrn anrufen, Zeph 3:10
- Die Strafe liegt auf Ihm, auf dass wir Frieden hätten, Jes 53:5
- Christus, der die Gottlosen gerecht macht, Röm 4:5
- Gott hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in Ihm die Gerechtigkeit würden, 2Kor 5:21
- Und aller Welt Enden sehen das Heil unseres Gottes, Jes 52:10
Wohl stehen jeweils im Alten wie im Neuen Bund beide Lieder nebeneinander, je nachdem, ob wir es mit Israel, dem Tausendjährigen reich und den nachfolgenden Gerichtsäonen zu tun haben, oder ob wir als Gemeinde schon jetzt Gottes Vollendungsziele im Glauben erfassen und suchen.
Darum heißt es einerseits:
- Alles Gericht hat der Vater dem Sohne übergeben, Joh 5:22
aber auch andererseits:
- Also hat Gott die Welt geliebt, dass Er Seinen eingeborenen Sohn gab ... Joh 3:16
- denn Gott Seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass Er die Welt richte, sondern dass die Welt durch Ihn errettet wird, Joh 12:27.
Es ist verhängnisvolle Torheit, das Gericht Gottes zu leugnen oder sich leichtfertig darüber hinwegzusetzen, denn Gott ist ein Rächer alles Unrechts; aber es ist gleicherweise eine erschreckende Lieblosigkeit der Geretteten, bei den Gerichten für andere aufzuhören, obwohl Gottes Wort klar und deutlich sagt: "Der Herr verstößt n i c h t ewiglich, sondern Er betrübt wohl u n d erbarmt sich wieder nach Seiner großen Güte", Kla 3:31.32. Erst in der Wiederannahme liegt der eigentliche Sinn aller Gerichte, wie wir aus Jes 30:18 ersehen: "Darum harret der Herr, dass Er euch gnädig sei, und hat sich aufgemacht, dass Er sich eu er erbarme; denn der Herr ist ein Gott des Gerichts. Glückselig alle, die Sein harren!"
Gott will wohl, dass man "die Ehre Seines Königreichs rühme und von Seiner GEWALT rede, auf dass den Menschenkinder Seine GEWALT kundwerde, und die herrliche Pracht seines Königreichs", wie es in Ps 145:10-12 heißt; darüber sollte aber nicht vergessen werden, was derselbe Psalm uns einprägen will: "Der Herr ist ALLEN GÜTIG und ERBARMT SICH A L L E R SEINER WERKE" Ps 145:9.
- "Der Herr erhält ALLE DIE DA FALLEN, und richtet auf ALLE, die niedergeschlagen sind" Ps 145:14.
Darüber vermag sich allerdings nur der zu freuen, dem selbst die Liebe Gottes ins Herz gegossen wurde, der also etwas von der Länge und der Breite, wie auch der Höhe und Tiefe der Liebe Gottes vernimmt und davon weiß, dass Gott überschwänglich zu tun vermag nach der Kraft der Liebe Christi, Eph 3:17-20. Solchen Vielgeliebten wird auch verständlich, "dass dort, wo die Sünde mächtig geworden ist, nun die Gnade noch vielmächtiger wurde", Röm 5:20
Sind Sünde und Tod zu allen hindurchgedrungen, wie Röm 5:12 bezeugt, so kann es nach dem Wohlgefallen oder Wonnewillen Gottes (eudokia) gar nicht anderes geben, als eine
- Rechtfertigung aller zum Leben, Röm 5:18
- Lebendigmachung aller, 1Kor 15:22
- Errettung aller, 1Tim 2:4
- und Aussöhnung aller (apokatallassai ta panta) Kol 1:20.
Du aber, willst Du das Lied vom Sieg des Löwen und Seiner Macht singen und das neue Lied verschweigen? Die alles überwindende Liebe des Lammes darf nicht ungerühmt bleiben, darum fordert uns Ps 98 auf:
- "Singet dem Herrn ein NEUES LIED, denn ER tut Wunder
- Er gedenkt an SEINE GNADE und WAHRHEIT dem Hause ISRAEL
- ALLER WELT ENDEN SEHEN DAS HEIL UNSERES GOTTES.
- Jauchzet dem Herr ALLE WELT; singet rühmet, lobet!"
Dieser Aufforderung entsprechend, hören wir auch im Himmel:
- "Und sie sprachen mit großer Stimme: Das LAMM, das erwürgt ist, ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und stärke und Ehre und Preis und Lob". Offb 5:12
Die siebenfache Würde des Lammes beruht auf Seinem vollständigen Sieg von Golgatha.
- "O Du Lamm Gottes, Du hast auf Golgatha
- Herrlich gesieget, Amen, Halleluja!
- Du hast erworben HEIL FÜR DIE GANZE WELT
- Und hast aufs völligste gezahlt das Lösegeld.
- Du riefst mit lauter Stimm
- Durch Todes Nacht: Es ist vollbracht!"
Nie mehr enden wird dieser herrliche Lobpreis des Lammes, und immer größer wird die Schar derer, die ihn singen. Es ist ja das Lamm, welches nach Petri Worten zwar ersehen ist, ehe der Welt Grund gelegt wurde, was aber erst zu den letzten Zeiten offenbar wird 1Petr 1:18-20.
Paulus, dem der Auferstandene schenkte, obwohl er einst ein grimmiger Feind war, das herrliche Wort Gottes zu "vervollständigen" oder zu "Füllen" (griech. pläroo, Kol 1:25, von Luther mit "reichlich predigen" übersetzt). Dieser Apostel wurde über diese letzte Schau vom vollständigen Sieg des Lammes nicht weniger geschmäht, als es heute mit denen der Fall ist, die seiner Füllebotschaft glauben. Paulus selbst sagt: "Das ist gewisslich wahr und aller Annahme wert, denn dafür mühen wir uns ab und werden geschmäht, dass wir uns auf den lebendigen Gott verlassen, welcher der Retter aller Menschen ist, zuerst allerdings der Gläubigen. das gebiete und lehre!" 1Tim 4:9-11. Lassen wir uns darum der Feindschaft und Schmähungen nicht Wunder nehmen und seine wir getrost, auch diese Schmähungen trägt das Lamm, denn es ist ja um deswillen, was wir IHM zutrauen, Röm 15:3.
Wenn auch die ganze Hölle den Sieg des Kreuzes nicht wahrhaben will und darum noch weiterhin den größten Teil der Menschheit zu ihrem Besitz erklärt, so wird sie doch nicht aufhalten können, was uns in den wunderbaren Buch der Apokalypse als ein "göttliches Fernsehen" enthüllt wird:
- "Und a l l e Kreatur, die IM HIMMEL ist und AUF ERDEN und UNTER DER ERDE und IM MEER, und alles, was DARINNEN ist, hörte ich sagen: DEM, der auf dem Stuhl sitzt, und dem LAMM, sei Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit." Offb 5:13
Alle Geschöpfe, wo immer sie sind und wann immer sie lebten, huldigen Gott und dem Lamm, dessen Opfertod für alle Heil und Versöhnung brachte. Was uns hier das Wort Gottes durch einen Blick in die Zukunft zeigt, ist keine dichterische Phantasie, sondern die Darstellung göttlicher Realität des allumfassenden Sieges. Der Ausgang der Weltgeschichte kann nicht anders sein, denn dafür haben wir sogar Gottes feierlichen Eid:
- "Ich schwöre bei mir Selbst,
- aus meinem Munde kommt nur Gerechtigkeit,
- ein Wort, das nie zurückgenommen wird:
- Mir wird j e d e s Knie sich beugen,schwören, jede Zunge:
- Nur bei dem Herrn, wird man sagen, ist Gerechtigkeit und Macht.
- An IHN muss man sich halten,
- Und schämen müssen sich alle, die wider IHN gewütet haben.
- Durch den Herrn werden sie gerechtfertigt,
- und Seiner wird sich rühmen Israels ganzes Geschlecht"
- Jes 45:23-25 nach van Eß
Und nicht nur der Prophet Jesaja allein, sondern auch David, der Geliebte Gottes, bezeugt den Sieg des Gotteslammes mit den Worten des Leidenspalmes Jesu, der zugleich ein Siegespsalm ist:
- "Dann essen die Armen und werden satt.
- Dann preisen den Herrn, die IHN suchen;
- Ihr Herz soll leben für immer.
- Des eingedenk, werden zum Herrn sich bekehren
- Alle Enden der Erde.
- Anbetend werden sich niederwerfen vor Dir
- A l l e Geschlechter der Völker,
- Vor IHM nur werden sie nieder sinken.
- Alle Fürsten der Erde werden sich beugen vor IHM
- A l l e die nieder zum Staube fahren,
- IHM, der dahingab sein Leben."
- Ps 22:27-30 nach Henne
Und n och einmal sei Gottes Wunderweg und Wirken an der Gemeinde, Israel und den Völkern durch ein Lied Davids bezeugt:
- "DU erhörst Gebet,
- darum kommt a l l e s Fleisch zu DIR!
- Die Summe der Missetaten ist mir zu schwer geworden,
- DU sühnst unsre Übertretungen.
- DU antwortetst uns wunderbar in Gerechtigkeit,
- DU Gott unseres Heils,
- DU Zuversicht a l l e r Enden der Erde
- und der fernsten Meere;
- der die Berge gründet in sEiner Kraft,
- der mit Macht umgrütet ist;
- welcher stillt das Brausen des Meeres,
- das Brausen seiner Wellen und das Toben der Völker,
- die äußersten Länder gegen Morgen. und Abend (Ost und West)
- machst DU j u b e l n !"
- Ps 65:3-9 nach Schlachter
Dazu wird uns im Neuen Testament feierlich bezeugt:
- "Er kam in menschlicher Gestalt und trat
- in Seinen Äußerungen auf wie jeder andre Mensch.
- Dann erniedrigte ER sich so tief,
- dass ER gehorsam wurde bis zum Tode,
- ja, bis zum Kreuzestode.
- Darum hat IHN Gott auch so wunderbar erhöht,
- und IHM den Namen geschenkt,
- der höher ist als alle Namen.
- In diesem Namen, den Jesus trägt,
- sollen sich a l l e Knie beugen -
- die Knie derer, die IM HIMMEL, AUF ERDEN
- und UNTER DER ERDE sind,
- und zur Ehre Gottes des VATERS
- sollen a l l e Zungen bekennen:
- JESUS CHRISTUS IST DER HERR!"
- Phil 2:7-11 nach Albrecht
- Phil 2:7-11 nach Albrecht
- "Und die vier Lebewesen sprachen Amen!"' Offb 5:14a
Viele Gläubige können sich diesem "Amen" jetzt noch nicht anschließen, denn statt im Einklang, stehen sie im Widerspruch und melden ihre Bedenken an. Doch alle noch so schweren Einwände und Einwürfe vermögen Gottes klares Wort über den vollständigen Sieg der Liebe und die endliche Versöhnung Gottes mit a l l e n Geschöpfen nicht zu erschüttern. Einst betörte die Schlange den Menschen durch den Zweifel: "Sollte Gott gesagt haben?" woran sich die Lüge anschloss "ihr werdet mitnichten des Todes sterben". Heute hat der Teufel die Taktik gewechselt, indem er aufs Allergewisseste versichert: "Gottes Liebe ist nicht so allumfassend, um alle erretten zu können. ... ihr werdet für immer im Tode bleiben!" Bald aber kommt der Tag, wo es mit allen diesen Machenschaften und Drohungen vorbei ist, weil die Vertreter der ganzen Schöpfung ihr Amen zu der vollen Einlösung aller Verheißungen sprechen.
- "Und sie fielen nieder und beteten an den, der da lebt, von Ewigkeit zu Ewigkeit" Offb 5:14b
Die Anbetung Gottes und Seines Christus wird einmal die herrlichste Symphonie der ganzen Schöpfung werden. Der vollständige Sieg der Liebe Gottes besteht darin, dass alle Geschöpfe mit Gott, und ebenso Gott mit allen Wesen ausgesöhnt ist. Dass jedes Lebewesen nicht nur seinen Schöpfer erkennt, sondern auch den Erlöser und Erhalter aller Gottseligkeit liebend und betend anerkennt.
Und du? Willst du weiterhin zu den Murrenden gehören, die sogar über Gottes Allbarmherzigkeit murren? Gott ruft dir heute zu: "Wie murren denn die Leute im Leben also? Ein jeglicher murre wider seine Sünde! Und lasst uns erforschen und prüfen unser Wesen und uns zum Herrn bekehren. Lasst uns unser Herz samt den Händen aufheben zu Gott im Himmel!" Kla 3:39-41.
Wir haben keinerlei Grund, mutlos zu sein oder bezüglich des Heilsweges Gottes ratlos zu fragen, wie wird es enden? Wer von dem wunderbaren Ausgang weiß, der kann nicht m ehr aufhören, Gott zu loben und "Bitte, Gebet, Fürbitte und 'Danksagung für alle Menschen" nach der Anweisung Pauli in 1Tim 2:1 dem Vater und Retter aller hinaufzusenden.
Jetzt schon dürfen wir mit erleuchteten Augen des Herzens erkennen, wenn selbst in dieser uns so verworren erscheinenden Welt dennoch a l l e s Gott dienen muss (Ps 119:91), wieviel mehr wird das in dem Reich des Sohnes der Liebe geschehen!
Christus ist und bleibt Sieger! Zum Sieg der Gewalt gehört es, den Gegner zu strafen und zu töten; zum Sieg der Liebe aber, zu vergeben und Leben zu schenken. Satan wird nicht sagen können: Ich bin zwar unterlegen, habe aber doch mein Ziel erreicht, denn ich habe den größten Teil der Geschöpfe Gottes mit mir in dauernde Qual und Verbannung gerissen. Ich habe sie durch meinen trefflichen General, den Tod, für immer Seiner Wonne, die ja bei den Menschenkinder n ist (Spr 8:31) entrissen. Nein und nochmals nein, so wird er nicht sagen können.
In Gethsemane hieß es zwar von unserem Heiland: "Da verließen IHN a l l e" (Mk 14:50), nun ist es umgekehrt, Satan wird nicht einenvorzuweisen haben. Durch List und Gewalt hat Satan die Menschen zwar betrogen und "Der Tod ist der Sünde Sold - aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu unserem Herrn", Röm 6:23. Nicht Satan zerstört Gottes Werk, aufs letzte gesehen, sondern Christus l ö s t die Werke des Teufels auf, und das ohne jeden Rückstand. In 1Jo 3:8 steht nicht zerstören oder vernichten, sondern das gleich "lyoo", das uns vom Lösen des Eselsfüllen oder Auflösen des Gesetzes unterrichtet. "Nachdem nun die Menschenkinder Fleisch und Blut haben, ist Christus dessen gleichermaßen teilhaftig geworden, auf dass ER durch den Tod die Macht nehme dem, der des Todes Gewalt hatte, das ist der Teufe", Hebr 2:14.
"Der Tod ist verschlungen im Sieg! Tod wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?" 1Kor 15:26 und 1Kor 15:55.
- "Und ich sah, dass das Lamm der Siegel eines auftat..." Offb 6:1
Die apokalyptischen Reiter galoppieren über die Erde, und die Gerichte nehmen ihren Lauf; nicht aber, bevor uns eine tiefe Schau in den Sinn alles Geschehens und das herrliche Gottesziel gezeigt wurde.
Es ist ohne frage, dass die Menschheit jetzt, da die letzte Epoche der Sündengerichte angebrochen ist, in schwere Gerichte hineinkommt. Um so notwendiger ist es, um Gottes Absicht und das Ende der Gerichte, und von dem vollständigen Sieg der Versöhnung zu wissen und an diesen Sieg mit brennendem Herzen zu glauben.
"Die Gewissheit, dass dennoch einmal der ganze Weltlauf ausmündet im göttlichen Heil, ist auch für den einzelnen der Helm, der die tödlichen Hiebe der Anfechtung wirkungslos von seinem Haupte abprallen lässt." (Ralf Luther).
"Wer wird uns scheiden von der Liebe Gottes, die da ist in Christo Jesu? Drangsal oder Druck oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? In diesem allen sind wir mehr als Sieger durch den, der uns liebt. Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstlichkeiten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Mächte, weder Höhe noch Tiefe, noch irgend eine anderweitige Schöpfung kann uns scheiden von der LIEBE GOTTES IN CHRISTO JESU, UNSEREM HERRN." öm 8:35-39.
- W.J.P.
- W.J.P.
- Gestilltes Verlangen
- (Mel.: So nimm den meine Hände)
- DU Lichtquell aller Zeiten,
- DEIN Strahlenmeer
- dringt einst in fernste Weiten
- und füllt, was leer;
- wenn jede Nacht vergangen
- nach dem Gericht,
- dann stillt sich mein Verlangen,
- doch eher nicht.
- Gestilltes Verlangen
- DU Schöpfer aller Wesen,
- DEIN Treuetod
- lässt alle einst genesen
- aus tiefster Not;
- dass jedes dann wir prangen
- in DEINEM Licht,
- das stillet mein Verlangen,
- doch wen'ger nicht.
- DU Vater aller Zeugen,
- der uns erbaut,
- wenn alle einst sich beugen
- und rühmen laut
- in Dank und Jubelsangen
- DEIN Angesicht,
- dann stillt sich mein Verlangen,
- doch eher nicht.
- F.H.B.
- F.H.B.
