Stationen im Leben von Ester
Von Daniel Muhl
Allgemeine Informationen
Das Buch Ester berichtet vom Schicksal der Juden im Exil. Die geplante Vernichtung der Juden, sowie der Anschlag auf einen Juden, weil er Jude ist, hat sich in der Geschichte wahrscheinlich hunderte Male wiederholt. Im Gegensatz zum Buch Ester, verliefen die Vernichtungsversuche für die Judenhasser, oft beinahe in ihrem Sinn. In den vielen Pogromen der letzten Jahrtausenden verloren unzählige Juden ihr Leben und es gab nur vereinzelte "Happy End's". Im Buch Ester jedoch, gab es zwar auch die ganz konkrete Gefahr der flächendeckenden Vernichtung, aber sie wurde im letzten Augenblick durch das beherzte Handeln von Ester und Mordechai, sowie durch das unsichtbare Einwirken Gottes (Est 6:1ff), abgewendet. Somit steht das Buch Ester für die Geschichte vieler Exiljuden. Auch wenn Millionen von Exiljuden auf grausame Weise ums Leben gekommen sind, so darf man das Buch Ester doch auch als eine Verheißung Gottes sehen, wonach einmal ganz Israel gerettet wird (Röm 11:26). Diese umfassende Rettung beinhaltet nicht die Rettung des sterblichen Leibes, sondern die Rettung aus der Hand des Todes und des Satans. Diese Rettung hat dann ewiges Leben zur Folge und ist weit mehr, als die Rettung der Juden zur Zeit Esters.
Das Buch Ester ist in seiner Art einmalig. In diesem biblischen Buch erscheint weder der Name Gott, also "êl" oder "ĕlôhîym" noch der Name "jhwh". In gleicherweise finden wir in allen anderen biblischen Büchern, weder die Namen "Ester", "Mordechai" oder "Hegai", noch den Namen "Haman". Einzig der Name "Ahasveros" wird im Buch Esra (Esr 4:6) und im Propheten Daniel (Dan 9:1) erwähnt, wobei es sich hier vmtl. nicht um denselben König handelte. Es ist schwer zu sagen, warum dies so ist. Vielleicht kommt dadurch das verborgene Wirken Gottes in den Menschen zum Ausdruck; denn das Handeln von Mordechai und Ester, lässt auf einen großen Glauben und somit auch auf ein tiefes Gottvertrauen schließen.
Die Vorgeschichte
Zuerst gibt uns das Buch Ester einen Einblick in den Königshof des damaligen Weltreiches.
- Est 1:1-22 - Und es geschah in den Tagen des Ahasveros - das ist der Ahasveros, der von Indien bis nach Kusch über 127 Provinzen regierte -, 2 in jenen Tagen also, als der König Ahasveros auf seinem Königsthron saß, der in der Burg Susa war, 3 im dritten Jahr seiner Regierung, da veranstaltete er ein Gastmahl für all seine Fürsten und Knechte, wobei das Heer von Persien und Medien, die Vornehmen und Fürsten der Provinzen vor ihm waren 4 und wobei er den Reichtum und die Herrlichkeit seines Königreiches und die glänzende Pracht seiner Größe viele Tage lang, 180 Tage, zur Schau stellte. 5 Und als diese Tage zu Ende waren, veranstaltete der König für alles Volk, das sich in der Burg Susa befand, vom Größten bis zum Kleinsten, ein Gastmahl von sieben Tagen im Hof des königlichen Palastgartens. 6 Weißes Leinen, Baumwollstoffe und violetter Purpur waren mit Schnüren aus Byssus und rotem Purpur in silbernen Ringen und an Marmorsäulen aufgehängt. Goldene und silberne Ruhelager standen auf einem Mosaikboden aus Bahat und Marmor und Darsteinen und Socheretfliesen. 7 Und die Getränke reichte man in goldenen Gefäßen, und die Gefäße waren alle voneinander verschieden; und königlichen Wein gab es in Menge, nach der Freigebigkeit des Königs. 8 Und als Trinkordnung galt: Keiner soll nötigen! Denn so hatte es der König für alle Vorsteher seines Hauses angeordnet, dass sie nach dem Belieben eines jeden tun sollten. 9 Auch die Königin Wasti veranstaltete ein Gastmahl für die Frauen im königlichen Haus, das dem König Ahasveros gehörte. 10 Am siebten Tag, als das Herz des Königs vom Wein fröhlich war, befahl er Mehuman, Biseta, Harbona, Bigta und Abagta, Setar und Karkas, den sieben Eunuchen, die den König Ahasveros persönlich bedienten, 11 die Königin Wasti mit dem königlichen Diadem vor den König kommen zu lassen, um den Völkern und Fürsten ihre Schönheit zu zeigen; denn sie war von schönem Aussehen. 12 Aber die Königin Wasti weigerte sich, auf das Wort des Königs hin zu kommen, das ihr durch die Eunuchen überbracht worden war. Da wurde der König sehr zornig, und sein Zorn entbrannte in ihm. 13 Und der König sprach zu den Weisen, die die Zeiten kannten - denn so kam gewöhnlich eine Angelegenheit des Königs vor alle Gesetzes- und Rechtskundigen, 14 und die ihm am nächsten Stehenden waren Karschena, Schetar, Admata, Tarsis, Meres, Marsena, und Memuchan, die sieben Fürsten der Perser und Meder, die das Gesicht des Königs sahen, die den ersten Sitz im Königreich inne hatten -: 15 Was ist nach dem Gesetz mit der Königin Wasti zu tun, dafür daß sie den Befehl des Königs Ahasveros, der durch die Eunuchen überbracht worden ist, nicht befolgt hat? 16 Da sprach Memuchan vor dem König und den Fürsten: Nicht allein am König hat sich die Königin Wasti vergangen, sondern auch an allen Fürsten und an allen Völkern, die in allen Provinzen des Königs Ahasveros wohnen. 17 Denn das Verhalten der Königin wird zu allen Frauen hinausdringen, und ihre Eheherren in ihren Augen verächtlich machen, wenn man sagt: Der König Ahasveros befahl, die Königin Wasti vor ihn kommen zu lassen, aber sie kam nicht! 18 Noch heute werden die Fürstinnen von Persien und Medien, die von dem Verhalten der Königin gehört haben, das allen Fürsten des Königs vorhalten; und es wird Verachtung und Verdruß genug geben. 19 Wenn es dem König recht ist, gehe ein königlicher Erlaß von ihm aus, und er werde geschrieben in die Gesetze der Perser und Meder, und zwar unwiderruflich: Wasti darf nicht mehr vor den König Ahasveros kommen! Ihre Königswürde aber gebe der König einer anderen, die besser ist als sie. 20 Und wird man den Befehl des Königs, den er erlassen wird, in seinem ganzen Königreich hören - es ist wirklich groß -, dann werden alle Frauen ihren Eheherren Ehre geben, vom Größten bis zum Kleinsten. 21 Das Wort war gut in den Augen des Königs und der Fürsten, und der König handelte nach dem Wort Memuchans. 22 Er sandte Briefe an alle Provinzen des Königs, an jede Provinz in ihrer Schrift und an jedes Volk in seiner Sprache, daß jeder Mann Herr in seinem Hause sei und daß er in der Sprache seines Volkes reden solle.
Ahasveros, der von Indien bis nach Kusch (vmtl. Äthiopien) über 127 Provinzen herrschte, veranstaltete für alle seine ranghohen Untergebenen, Fürsten und vmtl. auch Vasallen ein berauschendes Fest. Dabei stellte Ahasveros seine glänzende Pracht zur Schau. Das Erstaunliche dabei war, dass das ganze Spektakel ein halbes Jahr dauerte. Ahasveros verfolgte dabei wahrscheinlich mehrere Ziele auf einmal:
- Alle seine Untergebenen sollten bei Laune gehalten werden.
- Alle sollten seine Größe und Macht sehen. Nur schon die Länge und die Pracht des ganzen Anlasses machte seinen enormen Reichtum deutlich. Offensichtlich hatte er damals keine finanziellen Engpässe.
- Durch diese Zurschaustellung seiner Größe sollte den Untergebenen auch ihre eigene Kleinigkeit bewusst gemacht werden.
- Ahasveros erhoffte sich vmtl. dadurch auch eine Stärkung seiner Stellung. Wenn die Untergebenen zufrieden und beeindruckt sind, dann verringert sich die Möglichkeit eines Aufstandes, wobei dadurch natürlich auch Neider auf den Plan gerufen werden könnten, wie das aus Kap 2 ersichtlich wird.
- Der König konnte seine Kontakte auffrischen und gleichzeitig auch die Fürsten von allen Provinzen genauer unter die Lupe nehmen.
Als krönender Abschluss sollte die unvergleichliche Schönheit seiner Königin noch zur Schau gestellt werden. Diese Aktion wäre dann das "i-Tüpfelchen" der ganzen Veranstaltung gewesen. Ahasveros war wahrscheinlich mit dem Verlauf des ganzen Festes sehr zufrieden und als er auch durch den Wein sehr fröhlich wurde, dachte er:
- "Jetzt sollen diese Herren meine schöne Königin zu Gesicht bekommen!"
Die Königin Wasti aber weigert sich und das war für Ahasveros eine herbe Demütigung! Warum die Königin nicht kommen wollte, wissen wir nicht! Man kann darüber nur spekulieren. Vielleicht dachte sie:
- - Jetzt habe ich keine Lust, mich vor all den Herren zur Schau zu stellen.
- - Mich kann man nicht einfach so wie eine Prachtstute demonstrieren.
- - Ich will nicht immer nach der "Geige meines Mannes" tanzen.
- - Die Männerwelt macht mit uns Frauen, was ihr beliebt und das muss doch irgendwie ein Ende haben.
- - usw.
Wie dem auch sei, diese Demütigung wollte der König nicht auf sich sitzen lassen und er beriet sich mit den Gesetzesgelehrten, was hier zu tun sei. Da alle einen Präzedenzfall befürchteten, der sich auf das ganze Reich auswirken könnte, wurde man einig, dass die Königin bestraft und abgesetzt werden musste. Gleichzeitig sollte durch ein Gesetz sichergestellt werden, dass dies in künftigen Zeiten nicht mehr geschehen sollte.
Interessant ist dabei der Umstand, dass hier eine Königin auf Wunsch des Königs nicht erscheint, wahrendem in Kap 5 Ester ungebeten vor den König trat, was damals lebensgefährlich war.
Ester wächst bei ihrem Cousin auf
Mordechai war in der Burg Susa wohnhaft oder tätig. Vielleicht hatte er eine Anstellung als Beamter innerhalb dieser Burg. Es wäre denkbar, dass Mordechai eine Wächterfunktion im Tor des Königs hatte (Est 2:19+21) oder dass er hier einfach eine Verwaltungs- oder Kontrollaufgabe erfüllte. Mordechai war Cousin und zugleich Adoptivvater von Ester. Wir lesen:
- Est 2:5-7 - Nun war da ein jüdischer Mann in der Burg Susa, sein Name war Mordechai, der Sohn Jairs, des Sohnes Schimis, des Sohnes des Kisch, ein Benjaminiter, 6 der aus Jerusalem gefangen weggeführt worden war zusammen mit den Weggeführten, die mit Jechonja, dem König von Juda, gefangen weggeführt wurden, den Nebukadnezar, der König von Babel, gefangen weggeführt hatte. 7 Und er war Vormund von Hadassa, das ist Ester, der Tochter seines Onkels; denn sie hatte weder Vater noch Mutter. Und das Mädchen war von schöner Gestalt und von schönem Aussehen. Und als ihr Vater und ihre Mutter gestorben waren, hatte Mordechai sie als seine Tochter angenommen.
Offensichtlich hat Mordechai seine Aufgabe als Adoptivvater sehr vorbildlich erfüllt, denn Ester entwickelte sich zu einer vorbildlichen Frau, die immer wieder bereit war, sich etwas sagen zu lassen. Dies wird im Buch Ester mehrfach deutlich. Sie hatte nebst ihrer herausragenden Schönheit, auch die unglaublich positive Eigenschaft genau hinzuhören. Sie war lernfähig und sie wollte von der Erfahrung anderer profitieren. Und ihre beeindruckteste Eigenschaft war die Tatsache, dass sie als Königin das Schicksal ihres Volkes über ihr eigenes Schicksal stellte.
Der Name Mordechai wird unterschiedlich übersetzt:
BW: "kleiner Mann" oder "Anbeter des Mars"
Concise Bible Dictionary: Mordokái (oder Mardochái; persisch) = Verehrer des Meródach (eines Götzen)
DÜ: Myrrhe-Gemalmter
Wie beim Propheten Daniel, wäre es auch hier möglich, dass Mordechai seinen Namen von der dortigen Staatsmacht erhielt und dass man seinen Namen mit den Götzen jener Gesellschaft in Verbindung bringen wollte. Die Absicht der damaligen Weltherrscher war dabei vmtl. das Verlorengehen der ursprünglichen Identität, also der jüdischen Identität.
Ester kommt in die Vorauswahl und wird vorbereitet
Die Vorauswahl
Nachdem die Königin Wasti abgesetzt wurde, dachte Ahasveros vermehrt an dieses Geschehen und an Wasti zurück (Est 2:1)! Seine Pagen schlossen daraus, dass sich der König wieder nach einer Gemahlin sehnte. Deshalb machten sie folgenden Vorschlag:
- Est 2:2-4 "Man suche dem König unberührte Mädchen von schönem Aussehen. 3 Und der König bestimme Beamte in allen Provinzen seines Königreiches, dass sie alle unberührten Mädchen von schönem Aussehen in die Burg Susa, ins Frauenhaus bringen sollten, unter die Obhut des königlichen Eunuchen Hegai, des Hüters der Frauen; und man lasse ihnen dort die nötigen Schönheitsmittel zuteil werden. 4 Und das Mädchen, das dem König gefällt, mag an Wastis Stelle Königin werden."
Dieser Vorschlag gefiel dem König und er machte es so!
Ester verfügte über alle Voraussetzungen der Vorauswahl:
- - Sie musste unberührt sein, d.h. eine Jungfrau sein.
- - Sie musste schön von Aussehen (vmtl. Gesicht) und schön von Gestalt (vmtl. ideale Figur) sein.
Ester wurde auch ausgewählt und so kam sie in das Frauenhaus, wo sie auf die Begegnung mit dem König vorbereitet wurde.
Die Vorbereitung
Hegai, der Hüter der Frauen, hatte besonderes Gefallen an Ester. Wir lesen hier:
- Est 2:8-12 - Und es geschah, als das Wort des Königs und sein Gesetz vernommen wurden und als viele Mädchen in die Burg Susa unter die Obhut Hegais zusammengebracht wurden, da wurde auch Ester in das Haus des Königs aufgenommen unter die Obhut Hegais, des Hüters der Frauen. 9 Und das Mädchen gefiel ihm und erlangte Gnade (hb. chêsêd) vor ihm (w. sie trug Huld vor seinen Augen). Und er beeilte sich, ihr die nötigen Schönheitsmittel und die gebührende Verpflegung zuteil werden zu lassen und ihr die sieben auserlesensten Mädchen aus dem Haus des Königs zu geben. Dann ließ er sie mit ihren Mädchen in den besten Flügel des Frauenhauses umziehen. 10 Ester hatte aber ihr Volk und ihre Abstammung nicht angegeben, denn Mordechai hatte ihr befohlen, dass sie es nicht angeben sollte. 11 Mordechai aber ging Tag für Tag vor dem Hof des Frauenhauses auf und ab, um etwas über das Wohlergehen Esters zu erfahren und was mit ihr geschähe. 12 Wenn nun die Reihe an ein jedes der Mädchen kam, zum König Ahasveros hineinzugehen, nachdem es gemäß der Vorschrift für Frauen zwölf Monate lang behandelt worden war - denn so wurden die Tage ihrer Schönheitspflege voll, nämlich sechs Monate mit Myrrenöl und sechs Monate mit Balsamölen und mit anderen Schönheitsmitteln für Frauen -,
Dem Eunuchen Hegai hatte Ester so sehr gefallen, dass er ihr die allerbesten Voraussetzungen für die Auswahl vor dem König, ermöglichte. Sie sollte die besten Schönheitsmittel, die besten Mädchen und die beste Unterkunft bekommen, damit sie sich optimal vorbereiten konnte.
Sie wurde nicht gleich nach einer Woche zum König gebracht, sondern sie sollte ihren Körper pflegen, sie sollte lernen, wie man sich für den König schön macht, wie man sich in Gegenwart des Königs zu Verhalten hat usw.
Eine mögliche Übertragung in unser Leben
Ester hatte einen guten Erzieher
Ester hatte einen vorbildlichen Adoptivvater, der ihr sehr positive Werte mit auf den Weg gegeben hatte. Ester lernte auf andere zu hören, sie war treu und sie hatte die Weisheit, andere machen zu lassen, die mehr von einer Sache verstanden. Ihre Kindheit bei Mordechai und ihr persönliches Schicksal, war also die Grundlage, für ihr vorbildliches Verhalten am Königshof.
Ester hat also nicht mit ihrem Schicksal gehadert und gesagt: "Gott ist ungerecht! Er hat mich in früher Kindheit zu einer Waisen gemacht und mir meine Eltern genommen! Ich wurde von meinem Cousin bevormundet und ich hätte lieber eine andere Kindheit gehabt!" Ester hatte ihren nicht gerade einfachen Weg akzeptiert.
In dieser Sache ist Ester ein Vorbild für alle, die Gott suchen und die Gott gefallen möchten. Wenn wir ein Ja zu unserem, nicht in immer einfachen Weg haben, dann können wir uns viel besser auf die wesentlichen Dinge konzentrieren. Wenn wir kein Ja zu unserem Weg haben, dann stehen wir in der Gefahr bitter zu werden, indem wir ständig das vor Augen haben, was uns scheinbar fehlt oder fehlte.
Ester fand Gunst in den Augen ihres Betreuers
Ein weiteres, sehr wichtiges Element, war die Tatsache, dass Ester bei Hegai, dem Betreuer der Frauen, Gnade, Güte oder Huld fand. Damit ist ein Wohlwollen gemeint. Hegai war also der Ester gegenüber sehr wohlgesonnen. Dies erwies sich als ein entscheidender Vorteil, denn Hagai wusste genau worauf es ankam. Ester hat nicht gesagt: "Ich weiß, was ich brauche, damit ich als Königin ausgewählt werde! Ich weiß, wie ich mich schön machen kann und mit der Kosmetik kenne ich mich aus!" Den Namen Hegai kann man mit "Murmler" oder "Seufzer" übersetzen. Dadurch könnte er in seiner Funktion, als Frauenbetreuer, ein Sinnbild auf den Heiligen Geist sein. Über den Heiligen Geist lesen wir folgendes:
- ELB Röm 8:26 Ebenso aber nimmt auch der Geist sich unserer Schwachheit an; denn wir wissen nicht, was wir bitten sollen, wie es sich gebührt, aber der Geist selbst verwendet sich für uns in unaussprechlichen Seufzern.
Somit wird auch deutlich, dass der Heilige Geist ein Seufzender ist. Söhne Gottes lassen sich vom Heiligen Geist leiten (Röm 8:14) und achten auf Sein Führen, sie versuchen seine feine, innere Stimme (sein Murmeln) zu hören. Wenn der Heilige Geist auch uns für die große Begegnung mit dem König Jesus Christus vorbereiten soll, dann kann uns das Verhalten von Ester ein großes Vorbild sein und es zeigt uns, was der Heilige Geist tut.
Hegai versorgte sie mit den nötigen Schönheitsmitteln
Durch ihren angenehmen Charakter erhielt Ester die Gunst von Hegai. Und was tut Hegai? Er beeilte sich ihr die nötigen Schönheitsmittel und die gebührende Verpflegung zuteil werden zu lassen (Est 2:9). Weiter gab er ihr die sieben besten Mädchen und platzierte sie in den besten Flügel des Frauenhauses.
Das was Hegai an Ester tat, das tut auch der Heilige Geist an denen, die sich auf die große Begegnung mit Jesus Christus vorbereiten wollen. Er beeilt sich, uns all das zu geben, was wir brauchen, um innerlich schön zu werden. Wir wissen nicht richtig, was wir dazu brauchen. Aber er weiß es. Oft gibt er uns etwas anderes, als wir uns wünschen. Wir wünschen uns ein schönes und angenehmes Leben und denken, das sei auch die Grundlage um innerlich schön zu werden. Doch welche Schönheitsmittel brauchen wir? Was macht uns wirklich schön und wie werden wir makellos?
Schön und makellos werden wir, indem wir uns zuerst einmal reinigen lassen! Dazu darf ich zwei Worte zitieren:
- ELB Joh 15:3 - Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.
- ELB 1Jo 1:9 - Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.
Durch das Wort Gottes und durch ein ehrliches Sündenbekenntnis dürfen wir von Gott gereinigt werden. Das Wort Gottes reinigt und heilt unser ganzes Wesen. Eine ähnliche Aussage finden wir in Ps 107:
Wer das Wirken des Heiligen Geistes an sich zulässt, wird auch schön gemacht. Jesus Christus hat sich vorgenommen, seine ganze Gemeinde, ohne irgendeinen Schönheitsfehler, vor sich hinzustellen. Dieses Ziel wird er auch erreichen, denn wir lesen im Epheserbrief folgendes:
- Eph 5:25-27 - Ihr Männer, liebt eure Frauen! wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, 26 um sie zu heiligen, sie reinigend durch das Wasserbad im Wort, 27 damit er die Gemeinde sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei.
Ester bekam die geeignete Verpflegung
Hegai gab Ester nicht nur die nötigen Schönheitsmittel, sondern auch die geeignete Verpflegung. Er bestimmte also die Ernährung, die sich auf ihre Gesundheit und Entwicklung positiv auswirkte. Es ist längst bekannt, dass die richtige geistige Ernährung, sich ebenfalls positiv auf den geistlichen Wachstum auswirkt. Doch was ist gute geistliche Nahrung? Lassen wir das Wort Gottes sprechen:
- ELB Joh 6:35 - Jesus sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens: Wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr dürsten.
- ELB Hebr 5:12-14 - Denn während ihr der Zeit nach Lehrer sein solltet, habt ihr wieder nötig, daß man euch lehre, was die Anfangsgründe der Aussprüche Gottes sind; und ihr seid solche geworden, die Milch nötig haben und nicht feste Speise. 13 Denn jeder, der noch Milch genießt, ist richtiger Rede unkundig, denn er ist ein Unmündiger; 14 die feste Speise aber ist für Erwachsene, die infolge der Gewöhnung geübte Sinne haben zur Unterscheidung des Guten wie auch des Bösen.
Jesus selbst ist das Brot des Lebens! Jeder der Ihn aufgenommen hat, sich mit Seinem Wesen - das er in der Bibel findet - beschäftigt, ernährt sich gesund. Ebenso wird eine richtige Rede und die gesunde Lehre als (feste) Speise bezeichnet. In unserer Gesellschaft werden wir mit so vielen Informationen und Bildern überflutet, dass es immer schwieriger wird, sich wirklich geistlich gesund zu ernähren.
Hegai wies Ester den besten Wohnort zu
Hegai kümmerte sich aber auch um den optimalen Aufenthaltsort und um die richtige Begleitung. Ester bekam die sieben auserlesensten Mädchen, die sie betreuten und begleiteten. Ebenso stellt uns der Heilige Geist in die richtige Umgebung! Er teilt uns die Brüder und Schwestern zu, die für unsere geistliche Entwicklung optimal sind. Unsere "Begleitpersonen" empfinden wir zwar nicht immer als angenehm, aber letztlich tun sie uns trotzdem gut.
Was unser Wohnort betrifft, so dürfen wir zuerst einmal sehen, dass wir im Geiste, in das Reich des Sohnes Seiner Liebe versetzt sind (Kol 1:13). Im Weiteren dürfen wir in Seine Gemeinde gestellt sein und diese wird als Tempel Gottes bezeichnet (2Kor 3:16).
Ester wird zum König geführt und ausgewählt
Die letzte Vorbereitung
In Kapitel 2 wird uns Folgendes berichtet:
- Est 2:13-16 - dann ging das Mädchen unter folgenden Umständen zum König hinein: Alles, was es nannte, wurde ihm gegeben und durfte mit ihm aus dem Frauenhaus ins Haus des Königs mitkommen. 14 Am Abend ging es hinein und am Morgen kehrte es in das zweite Frauenhaus zurück, unter die Obhut des königlichen Eunuchen Schaasgasch, des Hüters der Nebenfrauen. Es kam nicht wieder zum König hinein, es sei denn, dass der König Gefallen an ihm hatte, und es namentlich gerufen wurde. 15 Und als die Reihe an Ester kam, die Tochter Abihajils, des Onkels Mordechais, der sie als seine Tochter angenommen hatte, dass sie zum König kommen sollte, verlangte sie nichts, außer was der königliche Eunuch, Hegai, der Hüter der Frauen, ihr sagte. Und Ester erlangte Gunst in den Augen aller, die sie sahen. 16 So wurde Ester zum König Ahasveros in sein königliches Haus geholt und zwar im zehnten Monat - das ist der Monat Tebet - im siebten Jahr seiner Regierung.
Nachdem die jungen Frauen über einige Monate auf den großen Tag der Begegnung mit dem König vorbereitet wurden, stellte man den Frauen alles zur Verfügung was sie sich wünschten. Vermutlich konnten sie Kleider, Schmuck, Frisur, Balsame und Parfums nach ihrer Wahl bestimmen, um sich so, optimal vor dem König zu präsentieren. Jedes Mädchen wusste wahrscheinlich ganz genau, was zu ihr passte und wie sie bei einem Mann vmtl. am besten ankam. Ihre persönlichen Überlegungen und Erfahrungen dürften dabei die entscheidende Rolle gespielt haben. Sie fragten sich vielleicht: "Mit welchem Auftreten kam ich bisher bei den Menschen, jeweils am besten an?" Je nach Erfahrung entschieden sie sich dann für das Eine oder Andere. Das Problem war aber: "Sie alle hatten noch keine Erfahrungen mit einem König!" Ein normaler Mann aus dem Volk hatte ganz andere Vorstellungen und Wünsche, als ein König.
Während alle Mädchen ihr bestes gaben und sich ihre eigenen Vorstellungen machten, was dem König gefallen könnte, machte Ester wieder das einzig Richtige. Sie verlangte nichts, außer, was der königliche Eunuch, Hegai, ihr sagte. "Ich weiß nicht was dem König gefällt und ich kenne seine Bedürfnisse nicht. Hegai könnte es am ehesten wissen."
Wissen wir, was dem "König der Könige" am besten gefällt; wissen wir, wie wir bei "ihm ankommen"? Wenn wir von unseren Erfahrungen mit den Menschen, auf den "Herrn der Herrlichkeit" schließen, dann ziehen wir unweigerlich die falschen Schlüsse, dann bereiten wir uns nicht richtig auf die große Begegnung mit unserem Herrn vor. Was zählt aber bei den Menschen gemäß unseren Welterfahrungen?
- Leistung
- Alle guten Leistungen werden in der Regel geschätzt und führen dazu, dass die Menschen uns beachten, wertschätzen und vermeintlich lieben. Die natürliche Schlussfolgerung: "Wenn wir möglichst viel für den Herrn leisten, dann sind wir bei ihm angenehm und er liebt uns mehr, als die anderen!" Solches Denken ist "eigener Schmuck" und nicht das, was uns der Hegai Gottes (Heilige Geist) geben will.
- Wissen
- Menschen mit großem Wissen beeindrucken und man hört ihnen gerne zu. Was könnte hier das "falsche Parfüm" sein? Wenn ich viel weiß, dann hört der Herr mir zu und dann erhört er mich. Was wusste der Zöllner eigentlich, bevor er gerechtfertigt hinabging? Er wusste, dass er ein Sünder war und er ahnte, dass nur die Gnade Gottes, ihm noch helfen könnte (Lk 18:13). Bezüglich des Wissens sagt Paulus in 1Kor 13:2 Folgendes: "Und wenn ich Weissagung habe und alle Geheimnisse und alle Erkenntnis (gr. gnōsis = Wissen oder Kenntnis) weiß und wenn ich allen Glauben habe, so dass ich Berge versetze, aber keine Liebe habe, so bin ich nichts.
- Fähigkeit
- Mit den Fähigkeiten kann man vor Menschen immer wieder brillieren und so denken vielleicht auch viele Gläubige unbewusst, dass sie mit ihren Fähigkeiten Gott gefallen könnten. Was ist das doch für eine Torheit, wenn man mit den "Kleidern seiner eigenen Fähigkeiten" vor dem König der Könige erscheinen möchte und ihn damit beeindrucken möchte. Hat nicht er selbst uns jede Fähigkeit gegeben?
Ester verhielt sich anders, als alle anderen Frauen! Sie verlangte nichts, außer das, was ihr der königliche Eunuch Hegai sagte. Und wir? Was verlangen wir, um dem Herrn der Herrlichkeit zu gefallen? Verlangen wir das, von dem wir denken, dass es ihm gefällt, oder nehmen wir nur das, was der Heilige Geist uns geben will?
Lassen wir uns mit der Gerechtigkeit Jesu Christi und mit seiner Vollkommenheit beschenken? Können wir auch, wie Graf von Zinzendorf sagen:
- Christi Blut und Gerechtigkeit,
- das ist mein Schmuck und Ehrenkleid;
- damit will ich vor Gott bestehn,
- wenn ich zum Himmel werd eingehn.
Lassen wir uns auch mit den schönen Kleidern des Heiligen Geistes einkleiden?
- ELB Kol 3:12-14 - Zieht nun an als Auserwählte Gottes, als Heilige und Geliebte: herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Langmut! 13 Ertragt einander und vergebt euch gegenseitig, wenn einer Klage gegen den anderen hat; wie auch der Herr euch vergeben hat, so auch ihr! 14 Zu diesem allen aber zieht die Liebe an, die das Band der Vollkommenheit ist!
Nur durch das Einwirken des Heiligen Geistes und durch seine Gaben können wir vor dem Herrn bestehen und ihm so gefallen, wie Ester bei Ahasveros Gefallen gefunden hatte.
Die Erwählung
Nach dieser letzten Vorbereitung, kommt es dann zu einer ersten Begegnung mit dem König und wir lesen was folgt:
- Est 2:16-20 - So wurde Ester zum König Ahasveros in sein königliches Haus geholt, und zwar im zehnten Monat - das ist der Monat Tebet - im siebten Jahr seiner Regierung. 17 Und der König gewann Ester lieb, mehr als alle Frauen, und sie erlangte Gunst (hebr. chên +02580) und Gnade (hebr. chêsêd +02617) vor ihm, mehr als all die andern Jungfrauen. Und er setzte das königliche Diadem auf ihr Haupt und machte sie an Wastis Stelle zur Königin. 18 Und der König veranstaltete für all seine Fürsten und Knechte ein großes Gastmahl, das Gastmahl Esters. Den Provinzen gewährte er einen Steuererlass und bewilligte eine Kornspende nach der Freigebigkeit des Königs. 19 Und als zum zweiten Mal Jungfrauen zusammengebracht wurden, saß Mordechai im Tor des Königs. 20 Ester aber hatte ihre Abstammung und ihr Volk nicht angegeben, ganz wie Mordechai ihr befohlen hatte. Und Ester befolgte Mordechais Befehl wie früher, als sie bei ihm unter seiner Vormundschaft lebte.
Sowohl chên (+02580), als auch chêsêd (+02617) werden mit vielen unterschiedlichen deutschen Wörtern wiedergegeben. Auf jeden Fall geht es hier um Gnade, Huld, Güte, Gunst, Bevorzugung usw. Das hebr. Wort chên ist auch mit chânâh +02583 verwandt und bedeutet so viel wie "lagern", "sich niederlassen" und "herabneigen". Wer Gnade und Gunst erweist, der "neigt sich herab" und "lässt sich bei der entsprechenden Person nieder". Gnade, Gunst, Güte und Huld, waren also der Auslöser für die Erwählung des Königs.
So dürfen wir auch sehen, dass wir infolge der Gnade und der Huld unseres Gottes ausgewählt wurden. Weil er sich zu uns herabgeneigt hat und weil er bei uns lagern wollte, weil er bei uns wohnen wollte, hat er uns auserwählt. Eines der Motive, warum Gott uns auserwählt hat, war seine Sehnsucht, bei uns zu wohnen, mit uns Gemeinschaft zu haben.
Die lieblichen und anmutigen Eigenschaften Esters, ihre Zurückhaltung, ihre Aufmerksamkeit und wie die Dinge alle heißen mögen, haben den König angezogen. Er war fasziniert von den Charaktereigenschaften Esters. Vielleicht war es ähnlich wie bei Salomo und Sulamith:
- Hl 4:9-12 - Du hast mir das Herz geraubt, meine Schwester, meine Braut. Du hast mir das Herz geraubt mit einem einzigen Blick aus deinen Augen, mit einer einzigen Kette von deinem Halsschmuck. 10 Wie schön ist deine Liebe, meine Schwester, meine Braut! Wie viel köstlicher ist deine Liebe als Wein und der Duft deiner Salben als alle Balsamöle! 11 Honigseim träufeln deine Lippen, meine Braut. Honig und Milch ist unter deiner Zunge, und der Duft deiner Gewänder gleicht dem Duft des Libanon. 12 «Ein verschlossener Garten ist meine Schwester, meine Braut, ein verschlossener Born, eine versiegelte Quelle.
Auswirkungen der Erwählung
Nachdem Ahasveros wieder eine Königin hatte, ließ er alle seine Fürsten und Untergebenen wieder zu sich kommen, wieder gab es ein berauschendes Fest und diesmal konnte der König seine Königin "präsentieren" und was für eine Königin! Die neue Königin war nicht nur einmalig schön, sie hatte auch ein wunderbar anmutiges Wesen, sie verfügte über eine innere Schönheit, die in der damaligen Zeit, absolut herausragend war!
Die Auserwählung Esters wirkte sich auf das ganze damalige Weltreich positiv aus! Es gab einen Steuererlass, d. h. auch, dass viele Schulden erlassen wurden. Im Weiteren gab es zusätzliches Brot für alle, ganz nach der Großzügigkeit des Königs.
Auch unsere Auserwählung wird einmal positive Auswirkungen auf die gesamte Schöpfung haben. Gerade weil das so ist, schreibt der Apostel Paulus:
- Röm 8:18-22 - Denn ich denke, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll. 19 Denn das sehnsüchtige Harren der Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Söhne Gottes. 20 Denn die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen worden - nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat - auf Hoffnung hin, 21 dass auch selbst die Schöpfung von der Knechtschaft der Vergänglichkeit freigemacht werden wird zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. 22 Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung zusammen seufzt und zusammen in Geburtswehen liegt bis jetzt.
Der Ruf Gottes an uns, löst eine universale Kettenreaktion des Segens aus, die bis in die Vollendung hineinreicht. Dies wir aus der Offenbarung ersichtlich, wenn wir lesen:
- Offb 22:17 - Und der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme! Wer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst!
Die Braut dürfte an dieser Stelle das Volk Israel sein, das dann bereits gerettet (Röm 11:25-26) und in die Vollendung geführt werden durfte (nach den Gläubigen, die zum Leib Jesu gehören). Zu diesem Zeitpunkt dürfte der Leib des Christus und das Volk Israel bereits vollendet sein. Die Dürstenden, dürften Solche sein, die sich im Gericht Gottes befinden und zum Herrn schreien (Ps 107:10-16); jetzt aber die Einladung bekommen, das Wasser des Lebens umsonst zu bekommen! Jeder, der diese Einladung hört, soll sie ebenfalls weitergeben und so finden wir hier die allerschönste Kettenreaktion, die es gibt!
Ester bewahrt ihr Wesen
Nun ist Ester Königin! Sie war damals die höchste Frau im damaligen Weltreich! Doch sie überhob sich nicht, indem sie sich sagte: "Was hat mir mein Cousin jetzt noch zu sagen? Wenn jemand gehorchen muss, dann ist es Mordechai und bestimmt nicht ich!" Nein! So dachte Ester nicht! Sie blieb demütig und sie unterordnete sich weiter ihrem Pflegevater:
- Est 2:20 - Ester aber hatte ihre Abstammung und ihr Volk nicht angegeben, ganz wie Mordechai ihr befohlen hatte. Und Ester befolgte Mordechais Befehl wie früher, als sie bei ihm unter seiner Vormundschaft lebte.
Weil Ester demütig blieb und sich nicht überhob, bekam sie Gnade für ihr ganzes Leben:
- Est 7:3 - Da antwortete die Königin Ester und sagte: Wenn ich Gunst (w. Gnade) gefunden habe in deinen Augen, o König, und wenn es dem König recht ist, so möge mir mein Leben geschenkt werden auf meine Bitte hin und mein Volk auf mein Begehren hin.
Mordechai vereitelt den Anschlag auf den König
Nach der Einsetzung zur Königin ereignete sich Folgendes:
- Est 2:21-23 - In jenen Tagen, als Mordechai im Tor des Königs saß, gerieten Bigtan und Teresch, zwei königliche Eunuchen von denen, die an der Schwelle Wache hielten, in Zorn und trachteten danach, Hand an den König Ahasveros zu legen. 22 Und die Sache wurde dem Mordechai bekannt, und er berichtete es der Königin Ester, und Ester sagte es dem König im Namen Mordechais weiter. 23 Da wurde die Sache untersucht und als richtig befunden, und die beiden wurden an ein Holz gehängt. Und es wurde vor dem König ins Buch der Geschichte geschrieben.
Mordechai erweist sich hier als ein treuer Diener des Königs, der um den Schutz des Königs besorgt war. Diese kurze Begebenheit, erwies sich in den künftigen Ereignissen als ein entscheidender Vorteil. Dadurch erhielt Mordechai genau zu dem Zeitpunkt beim König Gefallen, wo er ihn unbedingt benötigte (Est 6). Unmittelbar nach der Vereitelung dieses Anschlages kam es zu keiner Ehrung Mordechais. Vielleicht war er darüber etwas enttäuscht. Doch Gott wusste ganz genau, wann die Ehrung erfolgen sollte. Der Zeitpunkt Gottes ist immer der Bessere! Auch wenn die Menschen oft meinen, Gott oder Jesus komme zu spät, sein Zeitpunkt und seine Zeitplanung ist immer die Bessere! Auch Martha und Maria waren fest davon überzeugt, dass Jesus zu spät gekommen sei. Doch durch die Auferweckung des Lazarus, konnte noch etwas viel Besseres geschehen und Gott konnte noch viel mehr verherrlicht werden (Joh 11).
Haman plant die Vernichtung der Juden
Haman der Agagiter
Zuerst lesen wir, wie Haman zu grosser Macht kam:
- Est 3:1-4 - Nach diesen Begebenheiten machte der König Ahasveros Haman, den Sohn des Hammedata, den Agagiter, groß, und er erhob ihn im Rang und stellte seinen Sitz über alle Fürsten, die bei ihm waren. 2 Und alle Knechte des Königs, die im Tor des Königs waren, beugten die Knie und warfen sich nieder vor Haman, denn so hatte der König es in bezug auf ihn befohlen. Aber Mordechai beugte seine Knie nicht und warf sich nicht nieder. 3 Da sagten die Knechte des Königs, die im Tor des Königs waren, zu Mordechai: Warum übertrittst du dauernd den Befehl des Königs? 4 Und es geschah, als sie es Tag für Tag zu ihm sagten und er nicht auf sie hörte, da berichteten sie es Haman, um zu sehen, ob Mordechais Begründung anerkannt werden würde; denn er hatte ihnen mitgeteilt, daß er Jude sei.
Der Name Haman (+02001) könnte man wie folgt übersetzen: "Aufrührer" oder "Tumultverursacher". Der Name Agagiter (+091) geht vmtl. auf den amalekitischen König Agag (+090) zurück (1Sam 15:8). Der Name Agag beinhaltet "Selbsterhöhung", "Stolz" und "andere überragen". Wir werden an die Worte Jesu erinnert:
- ELB Mt 23:12 - Wer sich aber selbst erhöhen wird, wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigen wird, wird erhöht werden.
Nur schon aus der Wortbedeutung geht klar hervor, wessen Geistes Kind Haman war. Er gehörte zu dem, der sich selbst erhöht und der Tumult und Aufruhr verursacht. Sein geistlicher Vater heißt Satan, der sich über Gott erheben will und der ein "Diabolos", ein "Durcheinanderwerfer" ist.
Haman verfügte offensichtlich über brillante Eigenschaften und Begabungen. Zumindest konnte er mit seinem Auftreten, den König davon überzeugen, dass er der geeignete Mann als "Premierminister" ist. Ahasveros war von Haman so überzeugt, dass er vermutlich dachte: "Dieser Mann ist fähig, mein gesamtes Weltreich zu führen". Um dieser Entscheidung Gewicht zu verleihen, sollten sich, nach Anweisung des Königs, alle Untergebenen vor Haman niederbeugen. Doch dieser Befehl leitete beinahe eine ganz große Tragödie ein. Auch an dieser Situation kann man einmal mehr erkennen, wie "kleine Weichenstellungen" große Auswirkungen zur Folge haben. Wäre Ahasveros in dieser Hinsicht weise gewesen, hätte er erkannt, dass eine übermäßige Ehrerbietung für Menschen, in jeder Hinsicht gefährlich werden kann.
Diesem Aspekt wird sowohl in der Politik, als auch in christlichen Gemeinden, zu wenig Beachtung geschenkt. "Ehre, wem Ehre gebührt", ist wichtig (Röm 13:7), aber auch hier muss das richtige Maß gefunden werden. Hier in unserer Geschichte wurde eindeutig nicht das richtige Maß gefunden. Durch die Anweisung des Königs und das Verhalten Mordechais wurde das Herz Hamans offenbar. Fehlentscheide und Widerstand offenbaren nicht selten die Gesinnungen der Herzen.
Ignoranz und fehlende Ehrerbietung führen zu Hass
Jeder normale Mensch hat ein gewisses Verständnis für das Verhalten Hamans. Die offenkundige Ignoranz von Mordechai löste in Haman Ärger, Wut und Zorn aus. So berichtet uns die Bibel:
- Est 3:5-6 - Und als Haman sah, dass Mordechai vor ihm weder seine Knie beugte noch sich niederwarf, da wurde Haman mit Zorn erfüllt. 6 Aber es war in seinen Augen zu gering, die Hand an Mordechai allein zu legen, da man ihm die Volkszugehörigkeit Mordechais mitgeteilt hatte. So suchte Haman alle Juden, die im ganzen Königreich des Ahasveros waren, das Volk Mordechais zu vernichten.
Wäre Haman ein demütiger Mensch gewesen (demütige Menschen sind in solchen Positionen leider eine absolute Rarität), hätte er sich Mordechai gegenüber ganz anders verhalten. Vielleicht hätte er sich gefragt, ob Mordechai ein Gegner des Königs sein könnte, aber es hätte bei ihm keinen Hass gegen Mordechai erzeugt. Das Verhalten Mordechais interpretierte Haman als Verachtung seiner Person und das hat ihn so geärgert, dass er nur noch hassen konnte.
Auch hier verhielt sich der Sohn Gottes ganz anders. Obwohl man ihn verspottet, gegeißelt, angespuckt und gekreuzigt hat, fing er nie an zu hassen. Trotz völliger Missachtung seiner Person, hat er immer geliebt; und zwar bis zum letzten Atemzug. Besonders deutlich wird dies da, wo er rief:
- Lk 23:34 - Vater, vergib ihnen! Denn sie wissen nicht, was sie tun.
Menschlicher Hass macht blind
Die Wut und der Zorn des Haman können wir Menschen vielleicht ein stückweit verstehen. Wenn man so ignoriert wird, dann verursacht das in den meisten Menschen einen gewissen Ärger. Doch der Umgang mit Ärger und Zorn will gelernt sein. Es gilt darauf zu achten, dass der Zorn in uns keinen Hass auslösen kann. Nicht zuletzt deshalb lesen wir in der Bibel:
- Eph 4:26-27 - Zürnet, und sündigt dabei nicht! Die Sonne gehe nicht unter über eurem Zorn, 27 und gebt dem Teufel keinen Raum!
Zorn ist eine Emotion, die wohl alle irgendwann einmal empfinden. Nur dürfen wir uns vom Zorn nicht beherrschen lassen. Wenn unser Zorn nicht innerhalb eines Tages "verraucht", dann gibt man dem Diabolos Raum und die Gefahr, dass sich Bitterkeit und Hass breit macht, wird immer grösser! Es ist wie bei atomaren Brennstäben: "Wenn sie nicht innerhalb von wenigen Tagen abgekühlt werden, kommt es zur Kernschmelze und es entsteht eine schädliche und lang andauernde Radioaktivität, die tödlich ist. Wenn der Zorn mit unserem Wesen zerschmilzt, dann entsteht auch ein tödlicher Hass und der ist geistlich gesehen noch gefährlicher als die Radioaktivität, weil die Radioaktivität den Körper zerstört, währendem der Hass die Seele zerstört.
Durch den Hass wurde Haman absolut blind und er verlor jegliche Nüchternheit und Objektivität. Der Hass war so groß, dass das ganze jüdische Volk vernichtet werden sollte. Jedes Kind, jede Frau und jeder Greis, soll umkommen, wenn er jüdischer Abstammung ist. Wo ist da die Logik? Es gibt keine Logik, weil sein Entscheid nur auf den mörderischen Hass zurückzuführen ist. Adolf Hitler war seelenverwandt mit Haman. Es gibt auch in der heutigen Zeit viele, die mit Haman seelenverwandt sind. Diese Leute sind äußerst gefährlich und führen nur in das Verderben.
Wie Haman den richtigen Zeitpunkt suchte
- Est 3:7 - Im ersten Monat, das ist der Monat Nisan, im zwölften Jahr des Königs Ahasveros, warf man das Pur, das ist das Los, vor Haman, von Tag zu Tag und von Monat zu Monat, und das Los fiel auf den dreizehnten Tag des zwölften Monats, das ist der Monat Adar.
- Est 3:12-15 - Da wurden die Schreiber des Königs gerufen im ersten Monat, am dreizehnten Tag desselben. Und es wurde an die Satrapen des Königs geschrieben nach allem, was Haman befahl, und an die Statthalter über jede Provinz und an die Obersten eines jeden Volkes, und zwar jeder einzelnen Provinz in ihrer Schrift und jedem einzelnen Volk in seiner Sprache. Im Namen des Königs Ahasveros wurde es geschrieben und mit dem Siegelring des Königs versiegelt. 13 Und die Briefe wurden durch die Eilboten in alle Provinzen des Königs gesandt, um alle Juden zu vernichten, umzubringen und auszurotten, vom Knaben bis zum Greis, Kinder und Frauen, an einem Tag, am dreizehnten des zwölften Monats, das ist der Monat Adar, und um ihre Habe als Beute zu erbeuten. 14 Die Abschrift des Schreibens sollte in jeder einzelnen Provinz als Gesetz erlassen werden, wozu man sie allen Völkern bekannt machte, damit sie für diesen Tag bereit wären. 15 Die Eilboten zogen auf das Wort des Königs eilig aus. Und das Gesetz wurde in der Burg Susa erlassen. Und der König und Haman setzten sich, um zu trinken. Die Stadt Susa aber war in Aufregung.
Das Werfen des Loses, hatte damals eine große Bedeutung. Es ist durchaus mit der heutigen Astrologie zu vergleichen. Es ist wie wenn Menschen sagen: "Wesentliche Entscheide oder Aktionen führe ich nur dann durch, wenn die Sterne gut stehen!" Man glaubt an eine übernatürliche Macht, die den Menschen die richtigen Zeitpunkte offenbart. Sei das durch ein Orakel, durch ein Los oder durch Hellseherei. In jedem Fall vertraut man auf Geistesmächte, die einem, den richtigen Zeitpunkt offenbaren. In dieser Religion geht man davon aus, dass die entsprechenden Götter einen "Zettel vom Himmel fallen lassen".
Wir Gläubigen stehen nicht selten auch vor schwierigen Entscheidungen und dann haben wir jeweils eine große Sehnsucht nach einem "himmlischen Zettel". Aus Erfahrung wissen wir, dass Gott uns manchmal einen solchen Zettel schickt, aber es gibt hier ganz eindeutig keinen Automatismus. Wenn wir jedes Mal einen Zettel bekommen würden, dann wäre das sehr gefährlich! Warum? Ganz einfach deshalb, weil wir das Denken immer mehr ausschalten würden. Gott wünscht sich, dass wir umdenken, dass wir mitdenken und nach Antworten suchen. Paulus wirft den Galatern Folgendes vor:
- Gal 3:1 - O unverständige Galater (w. undenkende Galater)! Wer hat euch bezaubert, denen Jesus Christus als gekreuzigt vor Augen gemalt wurde?
Wir sollten uns nicht die ununterbrochenen "Zettel vom Himmel" wünschen, weil sie uns nicht wirklich weiterbringen. Sie würden uns daran hindern, geistlich mündig zu werden. Überlassen wir es doch ganz Gott, wann er uns einen klaren Hinweis gibt und wann nicht. Wenn er uns keinen Entscheidungshinweis gibt, dann können wir im Glauben, auch eine Entscheidung treffen, von der wir vielleicht nicht wissen, ob es die richtige Entscheidung ist. Wenn wir aber unsere Entscheidung Gott hingelegt haben und uns nicht gegen eine Anweisung Gottes in seinem Wort entschieden haben, dann können wir auch ohne einen "Zettel vom Himmel" getrost unseren Weg gehen. Natürlich sollten wir weiterhin darauf achten, ob Gott uns eine Tür verschließt oder eine andere Tür öffnet. Die ständige Korrekturbereitschaft ist auch ein Wesensmerkmal eines geistgeführten Christen.
Wer ohne "himmlische Zettel" nicht leben kann, steht in der Gefahr, danach süchtig zu werden und sich auch fremden Geistern zu öffnen, die dann die entsprechenden Menschen ständig mit Visionen, Bildern, Träumen und anderen Hinweisen beliefern. Das Mitdenken, mit dem Wort Gottes, bleibt dann immer mehr auf der Strecke liegen.
Die Schreiber wurden am dreizehnten Tag des ersten Monats gerufen. Hier kam es zum Erlass, alle Juden zu vernichten. Und der dreizehnte Tag, des zwölften Monats, sollte dann der Vernichtungstag sein. Im Buche Ester war der Dreizehnte tatsächlich ein Unglückstag, wobei diese "Unglückszahl" durch die Gnade Gottes unwirksam gemacht wurde. Der geplante Unglückstag hatte also keine todbringenden Auswirkungen für das Volk Gottes. Wer unter dem Schirm des Höchsten ruht, muss keine Unglückszahlen oder ungünstige Sternkonstellationen fürchten!
Der König geht dem Feind "auf den Leim"
Haman weiß genau, wie er seine Argumente dem König vortragen muss! Hören wir, was er sagt:
- Est 3:8-11 - Da sagte Haman zum König Ahasveros: Da gibt es ein Volk, verstreut und abgesondert unter den Völkern in allen Provinzen deines Königreiches! Und ihre Gesetze sind von denen jedes anderen Volkes verschieden, und die Gesetze des Königs befolgen sie nicht; und es ist dem König nicht angemessen, sie gewähren zu lassen. 9 Wenn es dem König gefällt, werde eine Anordnung geschrieben, dass man sie ausrotte. Ich will dann zehntausend Talente Silber in die Hände der Beamten dar wiegen, damit sie es in die Schatzkammern des Königs bringen. 10 Da zog der König seinen Siegelring von seiner Hand und gab ihn Haman, dem Sohn Hammedatas, dem Agagiter, dem Bedränger der Juden. 11 Und der König sagte zu Haman: Das Silber sei dir gegeben und auch das Volk, dass du mit ihm verfährst, wie es gut ist in deinen Augen!
Wenn ein Volk die Anweisungen eines Königs ignoriert, dann ist das für eine Staatsmacht sehr gefährlich. Solche Begebenheiten sind jedem König ein "Dorn im Auge". Hier wittert der Regent Aufruhr und ein Solcher muss sofort im Keim erstickt werden. Die Ignorierung eines königlichen Erlasses, kratzt natürlich auch an der Ehre eines Königs und so war Ahasveros vmtl. schnell bereit, das Ansinnen des Haman zu gewähren. Wie auch aus dem ersten Kapitel ersichtlich wird, hatte der König offensichtlich keine Geldnöte, wenn er dem Haman sogar das Silber zuspricht, das Haman dem König angeboten hat. Durch die Vernichtung der Juden konnte Haman natürlich das ganze Vermögen der Juden konfiszieren.
Die Berichterstattung in Kapitel 3, vermittelt ein wenig den Eindruck, dass der König dem Haman voll und ganz vertraute und vielleicht nicht einmal weiter nachfragte, um welches Volk es sich dabei handelte. Es ist auch schwer zu sagen, wie gut Ahasveros über die Juden informiert war. Ob Ahasveros diesen Erlass auch gebilligt hätte, wenn er um die Identität dieses Volkes gewusst hätte, ist für uns heute schwierig zu sagen, weil er ja nicht einmal wusste, dass seine Königin aus dem Volk der Juden stammte.
Folgende symbolische Übertragung ist hier naheliegend:
- Der Ankläger Satan, stellt fest, dass das Volk der Juden, die Gesetze des Königs der Könige (Gott) nicht befolgt! Dadurch sind sie dem Verderben und der Vernichtung "geweiht"; denn wessen Seele sündigt, die muss sterben (Hes 18:4). Wir wissen; letztlich haben alle gesündigt und deshalb sind auch alle dem Verderben und der Vernichtung durch den Tod geweiht. Durch das Wirken des Mordechai, der Ester und durch die Gnade Gottes, kann das Volk Gottes dem Tod entkommen. Mordechai bedeutet "kleiner Mann" oder "Myrrhe-Gemalmter", d. h. der durch Leiden erniedrigte "kleine Mann" und dieser Mann trug entscheidend zur Rettung bei. Hier wird Mordechai zu einem Christusdarsteller, der sich selbst erniedrigte (Phil 2:8) und für sein Volk die Schmerzen trug (Jes 53:4). Auch war die Hingabe von Ester ein Baustein, der zur Errettung der Juden führte. Ester heißt "Stern" oder "Urverborgene" oder auch "Anfangverborgene". Der Leib Jesu Christi, ist eine Heilskörperschaft, die vor Grundlegung der Welt auserwählt wurde (Eph 1:4), d. h. von den Uranfängen an. Diese Heilskörperschaft ist ein Geheimnis (Eph 3:9), das lange Zeit verborgen war und heute für viele auch noch verborgen ist. Das Geheimnis Gottes ist der Christus (Kol 2:2) und das beinhaltet Haupt und Glieder. Das Geheimnis Gottes ist aber erst bei der 7. Posaune vollendet (vmtl. erst nach der Entrückung des männlichen Sohnes; Offb 10:7 / Offb 12:5). Die Hingabe des Leibes des Christus, dürfte auch zur Errettung des Volkes Gottes beitragen, denn die Verstockung Israels hört erst dann auf, wenn die Vollzahl aus den Nationen eingegangen ist (Röm 11:25). Es wäre auch denkbar, dass Ester eine Darstellung auf die messianischen Juden ist, oder auf den heiligen Überrest aus Israel (Jes 10:20).
Mordechai plant die Rettung der Juden
Eine Nachricht, die Entsetzen auslöst
Als Mordechai und die Juden von dem Erlass hörten, war das Entsetzen groß:
- Est 4:1-8 - Und als Mordechai alles erkannte, was geschehen war, da zerriss Mordechai seine Kleider und kleidete sich in Sack und Asche. Und er ging hinaus mitten in die Stadt und erhob ein lautes und bitterliches Klagegeschrei. 2 So kam er bis vor das Tor des Königs. Denn in das Tor des Königs durfte man nicht im Sackgewand kommen. 3 Und in jeder einzelnen Provinz, überall, wohin das Wort des Königs und sein Gesetz gelangte, war eine große Trauer bei den Juden und Fasten und Weinen und Wehklage. Den meisten war Sack und Asche als Lager ausgebreitet. 4 Und Esters Dienerinnen und ihre Eunuchen kamen und teilten ihr das mit. Da geriet die Königin sehr in Angst. Und sie sandte Kleider hin, um Mordechai zu bekleiden und sein Sacktuch von ihm abzunehmen; aber er nahm sie nicht an. 5 Da rief Ester Hatach, einen von den Eunuchen des Königs, den er mit ihrem Dienst beauftragt hatte, und gab ihm Befehl wegen Mordechai, um zu erfahren, was das sei und weshalb es so sei. 6 Da ging Hatach zu Mordechai hinaus auf den Platz der Stadt, der vor dem Tor des Königs war. 7 Und Mordechai teilte ihm alles mit, was ihm widerfahren war, auch den genauen Betrag an Silber, den Haman versprochen hatte, in die Schatzkammern des Königs als Gegenwert für die Juden darzuwiegen, um sie ausrotten zu können. 8 Auch eine Abschrift des Schreibens mit dem Gesetz, das in Susa zu ihrer Vernichtung erlassen worden war, gab er ihm. Die solle er der Ester zeigen und ihr alles mitteilen.
Der drohende Untergang seines Volkes, löste in Mordechai "bitterliches Klagegeschrei" aus. Er zerriss seine Kleider und kleidete sich in Sack und Asche. "Was nützen mir schöne Gewänder und Ansehen, wenn mein Volk und ich dem Tod geweiht sind?" Hier wurde der innere Zustand der Not, sichtbar dargestellt. Mordechai wollte nicht verbergen dass seine Seele "zu Tode betrübt" war. Trotz Verbot, trat Mordechai mit Sack und Asche in das Tor des Königs! Mordechai hatte eigentlich nichts mehr zu verlieren. Ob er jetzt im Tor des Königs stirbt oder erst zum festgesetzten Termin spielte keine Rolle. Aber vielleicht wurde dem König durch das "ungesetzliche Verhalten" des Mordechai bewusst, dass auch treue Diener des Königs durch den Erlass zu Tode kamen. Die drohende Vernichtung seines Volkes führte dazu, dass Mordechai sich selbst erniedrigte.
Viele Juden erniedrigten sich, kleideten sich in Sack und Asche und fingen an zu fasten. Dieses Verhalten zeigt an, dass die meisten Juden den Ernst der Lage erkannten und dass es für sie keine Überlebenschance gab, sollte Gott nicht eingreifen. Auch wenn hier nichts von Gott steht; es wird trotzdem deutlich, dass die Juden ihr Vertrauen nicht auf eigene Vorkehrungen setzten, sondern auf das Einwirken Gottes. Ohne diesen Glauben, hätte das Fasten wohl kaum einen Sinn gemacht. Ohne Glauben, wäre man vielleicht an einen Ort auf dieser Welt geflüchtet, von dem man dachte, dass hier der Erlass des Königs nicht beachtet werde.
Ester wusste, dass es für Mordechai den Tod bedeuten konnte, wenn er im Sackgewand in das Tor des Königs tritt und so versuchte sie dies zu verhindern, indem sie ihm sofort Kleider zukommen ließ. Erst nach der Weigerung und der erneuten Nachfrage wurde Ester klar, worum es ging.
Mordechai sah in Ester eine Möglichkeit für die Rettung
- Est 4:8 - Auch eine Abschrift des Schreibens mit dem Gesetz, das in Susa zu ihrer Vernichtung erlassen worden war, gab er ihm. Die solle er der Ester zeigen und ihr alles mitteilen. Und er solle ihr gebieten, zum König hineinzugehen, ihn um Gnade anzuflehen und vor ihm für ihr Volk zu bitten.
Wenn nicht Ester, wer sollte dann vor dem König um Gnade flehen. Sie war die Einzige, die eine reelle Chance hatte, vor den König zu treten. Alle Anderen würden wahrscheinlich bereits in der Vorauswahl ausscheiden. Auch an dieser Stelle wird sichtbar, wie ein "Verlorener" allein auf die Gnade hofft. So wie der verlorene Sünder und Zöllner, als er flehte:
- Lk 18:13 - Der Zöllner aber stand weitab und wollte sogar die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir, dem Sünder, gnädig!
Ester macht auf eine tödliche Gefahr aufmerksam
- Est 4:9-12 - Und Hatach kam und teilte Ester die Worte Mordechais mit. 10 Da sagte Ester zu Hatach und trug ihm auf für Mordechai: 11 Alle Knechte des Königs und das Volk der Provinzen des Königs wissen, dass für jeden, Mann oder Frau, der zum König in den inneren Hof hineingeht, ohne dass er gerufen worden ist, ein Gesetz gilt, nämlich ihn zu töten, es sei denn, dass der König ihm das goldene Zepter entgegenreicht, dann darf er am Leben bleiben. Ich aber, ich bin schon seit dreißig Tagen nicht mehr gerufen worden, zum König hineinzukommen. 12 Und man teilte Mordechai die Worte Esters mit.
Ohne Ruf von Seiten des Königs, konnte es absolut tödlich sein, in die Gegenwart des Königs zu treten. Allein die offensichtliche Gunst und Gnade des Königs, konnte am Leben erhalten. Ohne das Wohlwollen, die Gunst und die Gnade Gottes kann niemand in seine Gegenwart treten und gleichzeitig am Leben bleiben. Gnade allein, ermöglicht uns, vor Gott zu treten und am Leben zu bleiben.
Nur durch Ganzhingabe ist Rettung möglich
- Est 4:13-14 - Und Mordechai ließ der Ester antworten: Bilde dir nicht ein, du könntest dich mit deinem Leben im Haus des Königs allein von allen Juden in Sicherheit bringen! 14 Denn wenn du zu diesem Zeitpunkt wirklich schweigst, so wird Befreiung und Errettung für die Juden von einem andern Ort her erstehen. Du aber und das Haus deines Vaters, ihr werdet umkommen. Und wer erkennt, ob du nicht gerade für einen Zeitpunkt wie diesen zur Königswürde gelangt bist?
Wenn Ester ihre "Haut" hätte retten wollen, dann wäre es das menschlich gesehen, die sinnvollste Variante gewesen, einfach zu schweigen und ihre Identität weiterhin zu verbergen. "Sich verstecken" und hoffen, nicht erkannt zu werden, wäre für Ester die wahrscheinlich die "sicherste Lösung" gewesen.
Aber die Aussage Mordechais zeigt uns, dass er mit einer Errettung durch das unsichtbare Einwirken Gottes rechnete, auch wenn Ester sich geweigert hätte, vor den König zu treten. Mordechai sah zwar im Moment keine andere Lösung, aber er rechnete mit den uneingeschränkten Möglichkeiten Gottes. Er glaubte an eine Rettung und Befreiung.
Mordechai prophezeite ihr aber gleichzeitig den eigenen Untergang, wenn sie sich nicht hingibt und zu ihrer Identität steht. Ihr "Nichtstun" hätte nicht nur ihr eigener Untergang bedeutet, sondern auch der Untergang des gesamten Hauses ihres Vaters. Ihr Vater war ja der Onkel von Mordechai. Das "Nichtstun" kann in gewissen Situationen genauso eine Sünde sein, wie etwas Falsches zu tun. "Ich mache lieber nichts, dann mache ich keine Fehler" ist eine ganz falsche und gefährliche Sichtweise. Wenn wir versuchen "Gutes" zu tun, dann machen wir zwar auch ab und zu einen Fehler, aber wir lernen auch jedes Mal etwas dazu und es entstehen ganz wichtige Prozesse in uns. Man kann sich nicht hinter dem "Nichtstun" verstecken. Menschen, die während dem dritten Reich einfach geschwiegen haben und nichts getan haben, haben vielleicht leiblich überlebt; aber sie haben ihre Seele verloren, wenn sie vor ihrem Tod nicht zu Gott umgekehrt sind. Es ist klar; eine Umkehr und Hinwendung zu Jesus, führt auch zur Vergebung der Schuld des "Nichtstuns" während der Zeit des dritten Reiches. Die Familie ten Boom hat etwas Gutes getan und ein Teil dieser Familie starb, weil sie Gutes getan haben. Aber sie haben ihre Seelen gerettet und das ist das viel Entscheidendere! Deshalb sagt Jesus auch:
- Mt 10:28 - Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib zu verderben vermag in der Hölle!
Mordechai ahnt, dass die Berufung Esters, deshalb zustande kam, damit sie ein Werkzeug zur Rettung werden darf. Jede Auserwählung und jede Berufung Gottes, geschieht nie zum Selbstzweck, sondern deshalb, weil die Auserwählten zu Heils- und Segensvermittler werden sollen. Nicht zuletzt schreibt Paulus deshalb:
- Röm 8:19-21 - Denn das sehnsüchtige Harren der Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Söhne Gottes. 20 Denn die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen worden - nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat - auf Hoffnung hin, 21 daß auch selbst die Schöpfung von der Knechtschaft der Vergänglichkeit freigemacht werden wird zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes.
- KNT Eph 2:7 - um in den kommenden Äonen den alles übersteigenden Reichtum Seiner Gnade in Güte gegen uns in Christus Jesus zur Schau zu stellen.
Dies geschieht deshalb, damit andere die Gnade Gottes sehen können, um so auch zu der Hoffnung der Freimachung kommen zu können.
Ester entschließt sich zur Opferbereitschaft und bittet um Gebetsunterstützung
- Est 4:15-17 - Da ließ Ester dem Mordechai antworten: 16 Geh hin, versammle alle Juden, die sich in Susa befinden! Und fastet um meinetwillen und esst nicht und trinkt nicht drei Tage lang, Nacht und Tag! Auch ich selbst werde mit meinen Dienerinnen ebenso fasten. Und sodann will ich zum König hineingehen, obwohl es nicht nach dem Gesetz ist. Und wenn ich umkomme, so komme ich um! 17 Da ging Mordechai weg und handelte nach allem, was Ester ihm befohlen hatte.
Ester erklärt sich bereit, alles ihr mögliche zu tun, damit ihr Volk gerettet werden kann. Sie weiß, dass ihr Vorgehen lebensgefährlich ist, aber sie will es nicht unversucht lassen. Eigentlich hätte sie sagen können: "Der Herr sieht meine Ganzhingabe, er sieht mein Fasten und Beten. Wenn er mich und mein Volk jetzt nicht rettet, dann ist das sein Entscheid und dagegen kann ich sowieso nichts machen!" Diese totalitäre Haltung hatte Ester nicht. Sie wusste zwar - davon bin ich überzeugt - dass sie ganz auf die Gnade Gottes und die Gunst des Königs angewiesen war, aber sie unterließ gar nichts, von dem, was nötig war. Sie wusste um die Kraft des gemeinsamen Gebets. Auch wenn wir im Buch Ester, weder den Begriff "Gott" noch die Begriffe "Gebet" oder "beten" finden, so ist es doch sehr wahrscheinlich, dass die Juden während diesen 3 Tagen zu Gott beteten. Obwohl in diesem Buch, jeder offensichtliche Gottesbezug fehlt, kommt hier trotzdem ein großer Glaube, ein großes Vertrauen zum Vorschein. Für Ester war klar: "Ich brauche die geistliche Unterstützung meiner Brüder und Schwestern. Ich brauche Rückendeckung. Wenn mein Volk hinter mir steht und Gott um Gnade bittet, dann stehen meine Chancen wesentlich besser. Es ist dann zwar nicht unser Verdienst, wenn wir gerettet werden, sondern nur die Gnade Gottes, aber durch das Fasten und (Beten) machen wir uns alle bewusst, dass wir von der Gnade abhängig sind. Ein richtiges Fasten und Beten führt zwangsläufig in die Demut und in das Bewusstsein, mit leeren Händen vor Gott zu stehen! Diese Haltung wiederum, ist die Voraussetzung um Gnade zu empfangen.
Ester tritt vor den König
Das Auftreten von Ester
Nach diesen 3 Tagen geschah Folgendes:
- Est 5:1-3 - Und es geschah am dritten Tag, da kleidete sich Ester königlich und trat in den inneren Hof des Königshauses, dem Haus des Königs gegenüber. Und der König saß auf seinem königlichen Thron im königlichen Haus, dem Eingang des Hauses gegenüber. 2 Und es geschah, als der König die Königin Ester im Hof stehen sah, erlangte sie Gunst in seinen Augen, und der König reichte Ester das goldene Zepter entgegen, das in seiner Hand war. Da näherte sich Ester und berührte die Spitze des Zepters. 3 Und der König sagte zu ihr: Was ist dir, Königin Ester? Und was ist dein Begehren? Bis zur Hälfte des Königreiches, ja, sie soll dir gegeben werden!
Weshalb Ester in dieser Situation die Gnade Gottes brauchte, wird hier besonders deutlich. Der erste Eindruck, die erste Gefühlsregung des Königs, war entscheidend. Stellen wir uns vor, Ahasveros hätte vor dem Auftauchen der Königin eine ärgerliche Sitzung, er hätte schlecht geschlafen, mehrere Diener hätten ihn an diesem Tag bereits geärgert und dann tritt als "krönender Abschluss", seine Frau ungebeten vor sein Angesicht! Wäre er zu diesem Zeitpunkt wütend gewesen, wäre es auch sehr fraglich gewesen, ob der König seiner Frau so viel Wohlwollen entgegengebracht hätte. Der erste Eindruck und die momentane Gefühlslage des Königs, waren ausschlaggebend über Leben und Tod!
Drei Tage auf das Essen zu verzichten, ist nicht so schwer; aber drei Tage nichts trinken, ist, medizinisch gesehen, schon sehr gefährlich! Nach drei Tagen hat man in der Regel einen mörderischen Durst, vmtl. auch ganz starke Kopfschmerzen und man fühlt sich ziemlich sicher auch sehr schwach. Bei Wikipedia lesen wir:
- Ab einem Wasserverlust des menschlichen Körpers von 0,5 - 3 Prozent spürt der Betroffene Durst. Ab zehn Prozent kommt es zu Sprachstörungen und unsicherem Gang. Innerhalb von nur drei bis vier Tagen tritt in der Regel der Tod durch Dehydratation ein. Diese Zeitspanne ist aber extrem temperaturabhängig.
Es wäre gut denkbar, dass sich Ester vor der Begegnung mit dem König sehr schwach gefühlt hat, dann aber durch die Gnade Gottes so vor den König treten konnte, dass jener sofort ein überschwengliches Wohlwollen verspürte. Sah er nur die Anmut und Schönheit Esters oder sah er auch etwas "Kummer" in ihren Augen? Wir wissen es nicht. Auf jeden Fall war das Wohlwollen des Königs so groß, dass er ihr sogar die Hälfte seines Reiches angeboten hat.
Dieses Wohlwollen war zuerst einmal beruhigend und bedeutete, dass Ester infolge ihrer Gesetzesübertretung nicht sterben musste. Die erste Reaktion des Königs war erfreulich, gleichzeitig stellte sie auch eine ganz große Versuchung dar! Welche machthungrige Frau hätte hier nicht zugegriffen? Eine solche Chance bekommt man im Leben nur einmal! Doch für Ester war die Rettung ihres Volkes viel wichtiger, als persönlicher Reichtum und Macht. Die Liebe stellt Leben immer über Reichtum und Macht. Auf der anderen Seite können wir aber auch sehen, dass der Hass die Vernichtung anderer, ebenfalls über Reichtum und Macht stellt. Herodes war ebenfalls bereit, der Tochter der Herodias die Hälfte seines Reiches zu geben, stattdessen wünschte sie sich den Kopf des Johannes (Mk 6:21-23). Satan musste die Herodias und ihre Tochter so sehr verblendet haben, dass ihnen der Kopf des Johannes wichtiger war, als die Hälfte des Königreiches. Da wo weder die Liebe noch der Hass herrscht, sondern die Selbstsucht, da wäre die Reaktion klar gewesen: Die Frauen hätten das halbe Reich angenommen! Wobei zu sagen ist, dass sich die Selbstsucht sehr schnell in Hass umwandeln kann!
Die Rede Esters
- Est 5:4-8 - Da sagte Ester: Wenn es dem König recht ist, so möge der König mit Haman heute zu dem Mahl kommen, das ich ihm bereitet habe. 5 Da sagte der König: Eilt, holt Haman, damit wir tun, was Ester gesagt hat! Und der König und Haman kamen zu dem Mahl, das Ester bereitet hatte. 6 Und der König sprach zu Ester beim Weingelage: Was ist deine Bitte? Sie soll dir gewährt werden! Und was ist dein Begehren ? Bis zur Hälfte des Königreiches, ja, es soll erfüllt werden! 7 Da antwortete Ester und sagte: Meine Bitte und mein Begehren ist dies: 8 Wenn ich in den Augen des Königs Gunst gefunden habe und wenn es dem König recht ist, mir meine Bitte zu gewähren und mein Begehren zu erfüllen, so möge der König mit Haman zu dem Mahl kommen, das ich ihnen bereiten will. Morgen will ich dann nach dem Wort des Königs tun.
Offensichtlich "riskierte" hier Ester eine zweite Einladung an den König und an Haman. Warum brachte Ester ihr Anliegen nicht gleich am ersten Abend vor den König? Durch die zweite Einladung riskierte sie ein wenig, dass Ahasveros sagen würde: "Morgen habe ich keine Zeit, da stehen wieder viele "Geschäfte" an!" Irgendwie hatte Ester am ersten Abend noch nicht die Freiheit dazu. Vielleicht wurde sie vom Geist Gottes dazu gedrängt, noch nichts zu sagen. Gott wollte für den König zuerst eine schlaflose Nacht "organisieren". In dieser Nacht sollte Ahasveros auf die Treue Mordechais aufmerksam werden. Man hat fast ein wenig den Eindruck, dass Ester gelernt hat, nicht voreilig eine Sache durchzuziehen, sondern darauf Acht hatte, nur das zu tun, wozu sie innerlich die Freiheit verspürte. Menschlich gesehen, hätte sie jetzt möglichst schnell ihr Anliegen vor den König bringen sollen, aber sie hielt sich aus irgend einem Grund zurück.
Es ist auf jeden Fall sehr beachtenswert, dass der König ihr ein zweites Mal das große Angebot machte. Das zeigt uns, dass das Angebot nicht einfach aus einer unbedachten Laune heraus entstand, sondern auch nach längerem Überlegen wieder ausgesprochen wurde. Die erneute Bereitschaft des Königs, seiner Königin die Hälfte seines Reiches anzubieten, war einerseits sehr erstaunlich, sie zeigte Ester aber auch definitiv, dass sie beim König Gunst und sehr großes Wohlwollen hatte. Ester konnte erkennen: "Gott hat mir eine weitere Türe aufgetan!"
In dieser Sache ist mir Ester ebenfalls ein ganz großes Vorbild. Sie liess sich "vom Geist führen", auch wenn wir es hier nicht explizit lesen. Sie handelte nicht unüberlegt und voreilig! Sie musste dem Wirken Gottes nicht nachhelfen! Sie hatte die innere Sensibilität, nur das zu tun, wozu sie die innere Freiheit hatte. Paulus machte auch deutlich, wie wichtig die Geistesleitung ist:
- Röm 8:14 - Denn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes.
- Gal 5:18 - Wenn ihr aber durch den Geist geleitet werdet, seid ihr nicht unter Gesetz.
Wie aber lernen wir, uns vom Geist leiten zu lassen? Ich glaube, dass es hier mehrere Faktoren gibt, die eine Rolle spielen:
- Eine lebendige Liebesbeziehung zu Christus ist die Basis.
- Das Bewahren des Wortes Gottes.
- Die Wachsamkeit im Gebet.
- Das Beachten der aktuellen Situation. Man könnte auch fragen: "Wie sieht der aktuelle "Lebenskontext" aus? Wo stehen die anderen Menschen und was bewegt sie? Je nach Lebenskontext ist ein anderes Verhalten angesagt. In einer Situation kann es richtig sein, das zu tun, was wir in Spr 26:4 lesen, nämlich:
- Spr 26:4 - Antworte dem Toren nicht nach seiner Narrheit, damit nicht auch du ihm gleich wirst!
Und in einer anderen Situation, ist dieses Verhalten gefragt:
- Spr 26:5 - Antworte dem Toren nach seiner Narrheit, damit er nicht weise bleibt in seinen Augen!
Deshalb sagt Paulus, dass man nicht unter Gesetz sein kann, wenn man vom Geiste Gottes geleitet wird. Man beachtet zwar das Gesetz, aber man wendet es je nach Lebenskontext anders an. Was das Richtige ist, entscheidet letztlich immer die Liebe, wobei nicht immer unser Verständnis von Liebe, das Richtige ist!
Irgendwie hat Ester gemerkt: "Heute noch nicht!" Und es war genau das Richtige!
Haman will Mordechai töten und muss ihn ehren
Der Zorn Hamans wird noch einmal angeheizt
- Est 5:9 - Und Haman ging an diesem Tag fröhlich und guten Mutes fort. Als aber Haman Mordechai im Tor des Königs sah und daß er nicht aufstand und ihm keine Ehrfurcht erwies, da wurde Haman von Zorn über Mordechai erfüllt.
Das Essen bei der Königin war für Haman ein richtiger Erfolg! Möglicherweise dachte er: "Offensichtlich bin ich bei der Königin so angesehen, dass ich von ihr, mit dem König zum Essen eingeladen werde und das nicht nur einmal sondern gleich zweimal. Vermutlich will auch die Königin eine gute Beziehung zu mir pflegen. Es ist immer gut, wenn man mit den Mächtigen des Reiches gute Kontakte hat!"
Doch dieses Hochgefühl verebbte sehr schnell wieder, als es wieder zu einer Begegnung mit Mordechai kommt. Mordechai war der einzige "Stachel in seinem Fleisch". Man kann sich gut vorstellen, was er empfand: "Warum muss immer ausgerechnet dieser Jude meine Freude trüben?" Sein Zorn und der daraus resultierende Hass stieg ins Unermessliche!
Trotz Reichtum und Ehre - keine Genügsamkeit
- Est 5:10-14 - Aber Haman bezwang sich und kam in sein Haus. Dann sandte er hin und ließ seine Freunde und seine Frau Seresch kommen. 11 Und Haman zählte ihnen die Herrlichkeit seines Reichtums und die Menge seiner Söhne auf und alles, womit der König ihn groß gemacht habe und womit er ihn im Rang über die Fürsten und Knechte des Königs erhoben habe. 12 Und Haman sagte: Zudem hat die Königin Ester neben dem König niemanden zu dem Mahl kommen lassen, das sie bereitet hatte, als nur mich, und auch für morgen bin ich zusammen mit dem König zu ihr eingeladen. 13 Alles das aber genügt mir nicht, solange ich den Juden Mordechai im Tor des Königs sitzen sehe. 14 Da sagten seine Frau Seresch und all seine Freunde zu ihm: Man soll einen Holzpfahl herrichten, fünfzig Ellen hoch! Und am Morgen sage dem König, dass man Mordechai daran aufhängen soll! Dann geh mit dem König fröhlich zum Mahl! Das Wort gefiel Haman gut, und er ließ den Holzpfahl herrichten.
Haman konnte sich mit Müh und Not zurückhalten. Am liebsten hätte er Mordechai gleich umgebracht. Aber er hielt sich zurück und dachte vmtl. an den Tag des Zorns und der Rache. Der Dreizehnte des zwölften Monats, würde ihm eine Genugtuung sein.
Um sich zu beruhigen, wollte er seiner Frau Seresch (+02238) und seinen Freunden zeigen, was für ein bedeutender Mann er doch ist. Er prahlte und machte sich selber gross! Doch so richtig freuen konnte er sich erst dann, wenn dieser Jude Mordechai, ja wenn alle Juden, vernichtet wären. Die Freunde erkannten sofort, wie sie Haman erfreuen könnten. Die Freunde Hamans gleichen einigen Freunden Hitlers während dem 3. Reich, wie z.B. Heydrich, Göhring, Göbbels oder Eichmann.
Hätte Haman mit der Missachtung Mordechais leben können, so hätte er seine Macht nicht verloren. Hätte er die Größe gehabt, einfach zu sagen; "was soll's, dieser Mann mag mich nicht, aber was soll mich das kümmern, ich bin so reich beschenkt, mir geht es so gut, das was ich habe, soll mir genügen," er hätte seinen Stand halten können. Doch es ist eine typische Eigenschaft des Bösen, dass es nie genug hat und nie zufrieden ist! Das Böse ist nicht dankbar und es sieht die Schuld immer beim anderen. Der Böse ist unglücklich und unzufrieden und die Schuld dafür tragen immer die anderen. Der Böse empört sich laufend; über alles und jeden empört er sich! Wie hat sich doch ein Hitler über die "bösen Alliierten" empört!
Die ständige Missachtung, die Mordechai den Haman spüren ließ, wirft aber auch einige Fragen auf:
- Warum konnte Mordechai nicht aufstehen, wenn der Premierminister vorbei lief? Wäre es gegen die Gebote Gottes gewesen?
- Hat nicht auch Daniel, seine Könige gewürdigt und sogar denen Ehrerbietung gegeben, die wider besseres Wissen, überheblich handelten (Dan 4:16 / Dan 5:20)?
Warum Mordechai dem Haman jegliche Ehrerbietung verweigerte wissen wir nicht genau, aber es wäre möglich, dass Mordechai um das böse und hasserfüllte Herz Hamans wusste. In Kapitel 5 wusste Mordechai um die Bosheit Hamans; aber wusste er es auch schon in Kapitel 3? Wir wissen es nicht, aber es wäre denkbar! Wenn es ihm von Anfang an bekannt war, dann sehen wir im Verhalten Mordechais eine gewisse Logik!
Auch Jesus hat in seinen Erdentagen, Satan nicht angebetet (Mt 4:10) und seine Knie nicht vor ihm gebeugt. Auch dies führte zu einem zusätzlichen Hass, der dann auch mit dazu beitrug, dass Jesus umgebracht wurde. Natürlich konnte Satan Jesus nicht ohne die Genehmigung Gottes umbringen. Doch es dürfte klar sein, dass der Hass Satans, die Menge auch dazu angestachelt hat, zu rufen:
- Mk 15:13 - ... "Kreuzige ihn!"
Mordechai wird geehrt
Gott sorgt für eine schlaflose Nacht
- Est 6:1-3 - In jener Nacht floh den König der Schlaf. So befahl er, das Buch der Denkwürdigkeiten, die Chronik, zu bringen. Und sie wurden vor dem König vorgelesen. 2 Da fand sich geschrieben, was Mordechai gemeldet hatte über Bigtan und Teresch, die beiden königlichen Eunuchen, von denen, die an der Schwelle Wache hielten, dass sie nämlich danach getrachtet hatten, Hand an den König Ahasveros zu legen. 3 Da sagte der König: Was ist dem Mordechai dafür an Ehre und Auszeichnung erwiesen worden? Und die Pagen des Königs, die ihn bedienten, sagten: Es ist ihm nichts erwiesen worden.
Jetzt kommt das unsichtbare Einwirken Gottes, indem er den König nicht schlafen lässt und der König genau die Stelle in der Chronik zu hören bekommt, die zur Ehrung und letztlich auch zur Errettung Mordechais führte. Wie hat Gott das gemacht, dass Ahasveros genau diese Stelle vorgelesen bekommt und erst noch genau in der entscheidenden Nacht? Diese Chronik war mit Bestimmtheit sehr groß und unter Umständen hätte man hier tagelang vorlesen können, bis man zu dem Bericht über Mordechais Handeln gestoßen wäre. Aber Gott musste den Vorleser so inspiriert haben, dass er genau diese Stelle vorliest.
Durch dieses Einwirken Gottes, kommt die Ehrung Mordechais genau zum richtigen Zeitpunkt! Exakt zu der Zeit, wo eine Ehrung die segensreichste Auswirkung hat. Wer den Zeitpunkt der Ehrung Gott überlässt, wird darüber staunen können, was Gott daraus macht. Jesus hat nicht seine eigene Ehre gesucht, sondern sich selbst erniedrigt und gerade deshalb wird er die allergrößte Ehre erhalten, indem sich vor ihm einmal jedes Knie beugen wird:
- Phil 2:7-11 - Aber er machte sich selbst zu nichts und nahm Knechtsgestalt an, indem er den Menschen gleich geworden ist, und der Gestalt nach wie ein Mensch befunden, 8 erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz. 9 Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist, 10 damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, 11 und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.
Der Vorschlag Hamans für eine Ehrung
- Est 6:4-9 - Da sagte der König: Wer ist im Hof? Nun war Haman gerade in den äußeren Hof des Königshauses gekommen, um dem König zu sagen, man möchte doch Mordechai an dem Holzpfahl aufhängen, den er für ihn errichtet hatte. 5 Und die Pagen des Königs sagten zu ihm: Siehe, Haman steht im Hof. Der König sagte: Er soll hereinkommen! 6 Und Haman kam herein. Der König sagte zu ihm: Was soll man dem Mann tun, an dessen Ehrung der König Gefallen hat? Da dachte Haman in seinem Herzen: Wem könnte der König mehr Ehrung erweisen wollen als mir? 7 Und Haman sagte zum König: Was den Mann betrifft, an dessen Ehrung der König Gefallen hat, 8 so soll man ein königliches Gewand bringen, mit dem sich der König bereits bekleidet hat, und ein Pferd, auf dem der König schon geritten ist und auf dessen Kopf königlicher Kopfschmuck gesetzt worden ist. 9 Und man soll das Kleid und das Pferd der Hand eines der Obersten des Königs, eines der Vornehmen übergeben. Und man soll dem Mann, an dessen Ehrung der König Gefallen hat, das Gewand anziehen und ihn auf dem Pferd über den Platz der Stadt reiten lassen und soll vor ihm her ausrufen: So wird dem Mann getan, an dessen Ehrung der König Gefallen hat!
Der Böse trifft die letzten Vorbereitungen für die Vernichtung des verhassten Juden Mordechai. Er scheint das Ziel unmittelbar erreicht zu haben, doch in den Gedanken des Königs, hat sich das Blatt bereits gewendet, zwar noch nicht zum Unheil von Haman, aber zu Gunsten Mordechais.
Der Böse will für sich nur Ruhm, Macht, Genuss, Reichtum, Ansehen und seinem Nächsten wünscht er das Verderben, das Unglück und den Tod! Nun macht es Gott sehr oft so, dass er den "Spieß umdreht". Das, was der Böse für sich wünscht, erhält der Gegner des Bösen und das, was der Böse den anderen Menschen wünscht, das trifft ihn selbst. Dies wird nicht nur am Schicksal Hamans deutlich, sondern auch in etlichen anderen Begebenheiten der Bibel:
- ELB Spr 26:27 - Wer eine Grube gräbt, fällt selbst hinein; und wer einen Stein wälzt, auf den rollt er zurück.
- DBR Spr 26:27 - Der eine Verderben(-sgrube) Grabende, er fällt selber darein, und der Wälzer eines Steins, zu ihm kehrt er zurück.
Was viele nicht wissen: Das Sprichwort, "wer anderen eine Grube gräbt, ..." stammt, wie so viele andere Sprichwörter, aus der Bibel. Haman hat einen ca. 25 Meter hohen Pfahl errichten lassen und noch nicht geahnt, dass er daran aufgehängt würde. Kurz danach, rechnete er damit, dass der König ihn sehr ehren würde und er ahnte auch hier nicht, dass ein anderer geehrt würde. Eine ähnliche Situation finden wir auch im Predigerbuch:
- Pred 2:26 - Dem Sünder aber gibt er das Geschäft einzusammeln und aufzuhäufen, um es dem abzugeben, der vor Gott wohlgefällig ist. Auch das ist Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind.
Der Sünder denkt, er sammle für sich selbst ein und er ahnt nicht, dass er es einem Anderen abgeben muss.
Es ist durchaus eine geistliche Gesetzmäßigkeit, dass wir das erhalten, was wir den anderen Menschen wünschen! Prüfen wir uns! Was wünschen wir unseren Mitmenschen? Segen oder Unglück? Was wünschen wir unseren Feinden? Verderben oder Heil? Prüfen wir doch ganz ehrlich unser Herz.
- Glückselig, wer in seinem Herzen und in seinen Gedanken, Freund und Feind, Segen und Heil wünscht!
Der Triumphzug Mordechais
- Est 6:10-11 - Da sagte der König zu Haman: Beeile dich, nimm das Gewand und das Pferd, wie du geredet hast, und mache es so mit Mordechai, dem Juden, der im Tor des Königs sitzt! Laß nichts ausfallen von allem, was du geredet hast! 11 Da nahm Haman das Gewand und das Pferd, und er zog Mordechai das Gewand an und ließ ihn über den Platz der Stadt reiten und rief vor ihm her aus: So wird dem Mann getan, an dessen Ehrung der König Gefallen hat!
Welche herbe Demütigung musste Haman in seinem Herzen gespürt haben, als er die Worte hörte, "mache es so mit Mordechai"? Wie muss er sich gefühlt haben, als er so durch die Strassen ziehen musste. So wie es uns die Bibel berichtet, war es vmtl. sogar so, dass er selbst rufen musste: "So wird dem Mann getan, an dessen Ehrung der König Gefallen hat!"
Während dieses Triumphzuges spürte Haman nicht nur eine grosse Demütigung, sondern als intelligenter Mann ahnte er vielleicht auch schon seinen Untergang! Mordechai konnte er nicht mehr beseitigen, weil er sonst den Zorn des Königs heraufbeschwören würde. Auch die Vernichtung der Juden war mittlerweile ein gefährliches Unterfangen. Der König wusste vielleicht nicht einmal, um welches Volk es sich handelte, das am "Dreizehnten" flächendeckend vernichtet werden sollte.
Haman ahnte sehr wahrscheinlich: "Die Ehrung Mordechais, ist der Anfang von meinem Ende!"
So ähnlich dürfte es auch bei Satan sein! Nachdem der Vater seinen Sohn auferweckt und ihn zu seiner Rechten gesetzt hat und nachdem Jesus die Schlüssel des Todes und des Hades hat, begann der Anfang seines Endes!
Die Erhöhung Mordechais kündet die Erniedrigung Hamans an
- Est 6:12-14 - Dann kehrte Mordechai zum Tor des Königs zurück. Haman aber eilte in sein Haus, traurig und mit verhülltem Haupt. 13 Und Haman erzählte seiner Frau Seresch und all seinen Freunden alles, was ihm widerfahren war. Da sagten seine Ratgeber und seine Frau Seresch zu ihm: Wenn Mordechai, vor dem du zu fallen begonnen hast, von den Nachkommen der Juden ist, dann wirst du nichts gegen ihn ausrichten, sondern du wirst vollends vor ihm zu Fall kommen! 14 Während sie noch mit ihm redeten, trafen die Eunuchen des Königs ein und holten in aller Eile Haman zu dem Mahl, das Ester bereitet hatte.
Jetzt prophezeien die Freunde Hamans und seine Frau seinen Fall. Wer vom Höchsten geehrt wird, dem gehört die Zukunft, ja die Ewigkeit! Die Feinde des Geehrten werden fallen. Wohl dem, der schon heute dem gehört, der vom himmlischen Vater geehrt wurde. Wohl dem, der nicht im Haus des Feindes Gottes wohnt und wohl dem, der nicht sitzt im Rat der Gottlosen (Ps 1:1)!
Ester klagt Haman an
- Est 7:1-6 - Und der König und Haman kamen, um bei der Königin Ester zu trinken. 2 Und der König sprach zu Ester auch am zweiten Tag beim Weintrinken: Was ist deine Bitte, Königin Ester? Sie soll dir gewährt werden. Und was ist dein Begehren? Bis zur Hälfte des Königreiches, ja, es soll erfüllt werden. 3 Da antwortete die Königin Ester und sagte: Wenn ich Gunst gefunden habe in deinen Augen, o König, und wenn es dem König recht ist, so möge mir mein Leben geschenkt werden auf meine Bitte hin und mein Volk auf mein Begehren hin. 4 Denn man hat uns verkauft, mich und mein Volk, um uns zu vernichten, umzubringen und auszurotten. Und wenn wir als Sklaven und Sklavinnen verkauft worden wären, hätte ich geschwiegen, denn das wäre keine Bedrängnis, die einer Belästigung des Königs wert gewesen wäre. 5 Da sprach der König Ahasveros und sagte zur Königin Ester: Wer ist der, und wo ist der, den sein Herz erfüllt hat, so etwas zu tun? 6 Und Ester sagte: Bedränger und Feind ist dieser böse Haman! Da wurde Haman vor dem König und der Königin mit Schrecken erfüllt.
Ahasveros war fest entschlossen, seiner geliebten Frau die Hälfte des Königreiches zu geben. Sein Angebot geschah also nicht aus einer Laune heraus, sondern sie war wohl durchdacht! Dieses dreimalige Angebot zeigte, wie groß die Gunst war, die Ester vor dem König genoss. Die Großzügigkeit des Königs hätte kaum grösser sein können. Der König wollte das Beste für seine Königin! Aber ich frage mich, ob dieses dreimalige Angebot des Königs, aus der Sicht der Unsichtbarkeit, nicht auch eine Versuchung war? Satan wusste wahrscheinlich, dass er den König nicht gegen Ester aufbringen konnte, aber wenn sie ein absolutes "Traumangebot" erhält, dann lässt sie vielleicht ihr Hauptanliegen "links liegen". Auch hier wird die Denkweise des Feindes sichtbar: "Wenn ich das halbe Reich bekomme, was interessiert mich mein Volk?" Doch Ester "funktionierte" nicht so! Die Liebe zu ihrem Volk war ihr viel wichtiger, als ihre persönliche Macht und ihr persönlicher Reichtum. Auch hier wird man vielleicht an die Worte Jesu erinnert:
- Mt 16:26 - Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewönne, aber sein Leben einbüßte? Oder was wird ein Mensch als Lösegeld geben für sein Leben?
Ester wollte Ahasveros auch deutlich machen, dass sie es akzeptiert hätte, wenn ihr Volk als Sklaven verkauft worden wäre. Diese Aussage mag etwas erstaunen, aber es war damals so, dass das Volk eines eroberten Landes vielfach als Sklaven verkauft wurde. Ein erobertes Volk konnte praktisch keine Rechte geltend machen. Die Sklaverei hätten sie akzeptieren müssen, aber war es recht, wenn man ein gesamtes Volk flächendeckend vernichtet, obwohl sich dieses Volk den staatlichen Institutionen unterordnete?
Nach der Benennung des Bösen, erfasst Haman einen großen Schrecken. Er spürt; sein Untergang ist wohl kaum mehr aufzuhalten! Er steht vor dem Abgrund und ahnt, dass er jetzt hinabgestoßen wird.
Der Fall und das Ende von Haman
- Est 7:7-10 - Und der König stand in seiner Wut vom Weintrinken auf und ging in den Garten des Palastes. Haman aber blieb, um bei der Königin Ester um sein Leben zu bitten; denn er sah, dass das Unglück gegen ihn beim König beschlossen war. 8 Als nun der König aus dem Palastgarten ins Haus des Weintrinkens zurückkam, war Haman auf das Ruhelager gesunken, auf dem Ester saß. Da sagte der König: Will man jetzt sogar in meiner Gegenwart hier im Haus der Königin Gewalt antun? Das Wort war kaum aus dem Mund des Königs gegangen, da verhüllte man schon Hamans Gesicht. 9 Und Harbona, einer von den Eunuchen, sagte: Siehe, da steht auch schon bei Hamans Haus der Holzpfahl, fünfzig Ellen hoch, den Haman für Mordechai hat machen lassen, der einst Gutes für den König geredet hat. Da sagte der König: Hängt ihn daran auf! 10 So hängte man Haman an dem Holzpfahl auf, den er für Mordechai errichtet hatte. Da legte sich die Wut des Königs.
Die erste Reaktion des Königs, lässt auf einen weisen Mann schließen. Es ist völlig verständlich, wenn man zuerst eine unbändige Wut in sich spürt, nachdem man so etwas vernimmt. Eigentlich hätte er sofort das Todesurteil sprechen können, aber er wollte zuerst alleine sein und über die ganze Sache nachdenken. Er wollte keinen schwerwiegenden Entscheid aus dem Affekt fällen. Wichtige Entscheide müssen gut durchdacht sein. Es ist anzunehmen, dass Ahasveros durch den Garten schritt und über Haman nachdachte. Vielleicht beschäftigte ihn Folgendes:
- "Habe ich mich in diesem Mann so getäuscht? Warum habe ich mich von Haman so blenden lassen? Warum habe ich ihm so viel Macht gegeben? Wie konnte ich einen Mann als "Premierminister" einsetzen, der danach trachtet, das gesamte Volk der Königin zu vernichten? Und ich habe noch meinen Segen dazu gegeben, ohne mich genauer darüber zu informieren. Was war ich für ein Narr? Gab es nicht Indizien, die mir gezeigt hätten, dass Haman von Anfang an ein hochmütiger Übeltäter war? Was soll ich jetzt mit ihm tun und mit wem soll er ersetzt werden?"
Wir wissen nicht was er dachte, aber er liess sich auf jeden Fall Einiges durch den Kopf gehen und vmtl. hat er eine Entscheidung getroffen, bevor er ins Weinhaus zurück kam. Das was er dann sah, hat ihn in seinem Beschluss, Haman zu vernichten bestärkt.
Haman sah nur noch eine Möglichkeit, sein Leben zu retten! Er flehte bei Ester um sein Leben. Seine Hoffnung war offensichtlich: "Vielleicht finde ich bei Ester noch Gnade." Doch auch diese Hoffnung zerbrach vollends, als der König Haman sah, wie er auf das Ruhelager Esters gesunken war. Bei dem Flehen um Gnade, vergaß Haman wahrscheinlich auch, den gebührenden Abstand von der Königin zu halten. Den Anblick, der Haman vor dem König bot, bestärkte den König noch darin, Haman zu vernichten.
Diese Begebenheit wirft vielleicht die Frage auf: "Warum gibt es für gewisse Menschen Gnade, währenddem anderen die Gnade vorderhand verwehrt bleibt? Oder warum fand ein Esau keinen Raum zur Buße (zum mitdenken), obwohl er sie mit Tränen eifrig suchte (Hebr 12:16-17)?"
Gott verwehrt manchen Menschen, in gewissen Situationen den Zugang zur Gnade und Barmherzigkeit. Es gibt vmtl. mehrere Gründe dafür warum gewissen Personen den Zugang zur Gnade verwehrt wird.
- Es ist keine oder zu wenig Einsicht da, etwas wirklich falsch gemacht zu haben. Haman hat um sein Leben gefleht, weil er Angst vor dem unmittelbar bevorstehenden Tod hatte. Es ist doch sehr zweifelhaft, ob Haman wirklich zur Einsicht kam, dass er mit der Vernichtung sämtlicher Juden etwas Böses und Verwerfliches tat.
- Es war sehr naheliegend, dass eine Begnadigung Hamans, nicht dazu geführt hätte, den Hass auf die Juden abzulegen und solange dieser Hass noch da ist, stellt er eine potenzielle Gefahr dar. Aber nicht nur das; er wäre vor Gott immer noch der uneinsichtige Mörder, der nicht bereit war, auch umzusinnen.
- Jakobus schreibt: "Denn das Gericht wird ohne Barmherzigkeit sein gegen den, der nicht Barmherzigkeit geübt hat. Die Barmherzigkeit triumphiert über das Gericht" (Jak 2:13). Solange ein Geschöpf keine Barmherzigkeit übt, wird es auch keine Barmherzigkeit erlangen; auch bei Gott nicht!
Mordechai wurde nicht an das Holz gehängt, Christus aber schon. Ihn haben die Geschöpfe (auch die Fürsten dieses Zeitalters; 1Kor 2:8) an das Fluchholz gehängt, ohne zu wissen, dass dadurch der Fluch des Gesetzes, für alle diejenigen beseitigt wurde, die aus Glauben leben (Gal 3:13).
Mordechai wird berufen
- Est 8:1-2 - An jenem Tag schenkte der König Ahasveros der Königin Ester das Haus Hamans, des Bedrängers der Juden. Und Mordechai kam vor den König, denn Ester hatte ihm mitgeteilt, was er für sie war. 2 Und der König zog seinen Siegelring ab, den er Haman weggenommen hatte, und gab ihn Mordechai. Und Ester setzte Mordechai über das Haus Hamans ein.
Für den König war es jetzt naheliegend, den Mann in die ehemalige Stellung Hamans zu berufen, der sich als treu und zuverlässig erwiesen hat. Auch die Tatsache, dass sich Mordechai als vorbildlicher Adoptivvater der Königin Ester erwiesen hat, begünstigte diesen Entscheid.
Nach diesem Vorfall wurde Ester die Besitzerin des Hauses Haman. Sie konnte über die Menschen und das Vermögen Hamans verfügen, doch sie übergab es sogleich Mordechai, weil sie wusste, dass Mordechai in dieser Sache die richtigen Entscheidungen fällen würde. Jetzt hatte Mordechai also auch die Gewalt über das Haus Hamans, des Bedrängers der Juden.
Ester fleht noch einmal für ihr Volk
- Est 8:3-6 - Und noch einmal redete Ester vor dem König und fiel vor seinen Füßen nieder. Und sie weinte und flehte ihn an, das von Haman, dem Agagiter, vorbereitete Unheil abzuwenden und seinen Anschlag, den er gegen die Juden geplant hatte. 4 Und der König reichte Ester das goldene Zepter entgegen. Da erhob sich Ester, trat vor den König hin 5 und sagte: Wenn es dem König recht ist und wenn ich Gunst (hb. chên; +02580)vor ihm gefunden habe und die Sache vor dem König genehm ist und ich ihm wohlgefällig bin, dann widerrufe man schriftlich die Briefe mit dem Anschlag des Agagiters Haman, des Sohnes Hammedatas, die er geschrieben hat, um die Juden auszurotten, die in allen Provinzen des Königs leben. 6 Denn wie könnte ich das Unheil mitansehen, das mein Volk treffen wird? Und wie könnte ich den Untergang meines Geschlechts mitansehen?
Für Ester war nicht die Rache das Wichtigste oder der Besitz des Hauses Haman, sondern die Errettung ihres Volkes. Ester definierte sich nicht über Macht und Reichtum! Ihr Leben war dann sinnvoll, wenn es zur Rettung anderer Menschen beitragen konnte. Ester war eine Frau, die mitleiden konnte, die Mitgefühl hatte. Sie wusste: "Mein Leben hat nur dann Sinn, wenn ich für mein Volk ein Segen sein kann!"
Das sollte auch die Grundhaltung eines jeden Christen sein! Wir sollen und dürfen für Andere ein Segen sein. Wenn ich den Sinn unseres Daseins in zwei Sätzen definieren müsste, würde ich sagen:
- Unser Leben als Christen, soll zur Verherrlichung Gottes beitragen.
- Unser Leben soll ein Segen für Andere sein.
Eigentlich bedeutet diese Kurzdefinition vom Lebenssinn eines Christen nichts anderes als das, was wir im Matthäusevangelium lesen:
- Mt 22:37-40 - Er aber sprach zu ihm: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand.» 38 Dies ist das größte und erste Gebot. 39 Das zweite aber ist ihm gleich: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.» 40 An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.
Wer Gott liebt, will auch ihn verherrlichen und ihm die Ehre geben und wer seinen Nächsten liebt, will für ihn auch ein Segen sein. Denn auch Jesus sagte:
- Joh 14:13 - Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das werde ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn.
Nichts vermittelt uns mehr Freude und mehr Friede, als wenn wir erkennen können, dass wir für andere Menschen ein Segen sein konnten. Materieller Gewinn und erworbene Macht vermittelt nur eine kurzfristige Freude. Und gerade weil sie so kurzfristig ist, möchte man immer mehr Reichtum und immer mehr Ehre, Ruhm und Macht. Jedes "Erfolgserlebnis" vermittelt dann wieder diese kurzfristige Freude und deshalb kommt es zu einer Unersättlichkeit, die dann meist in Unrecht übergeht, weil man seinen Nächsten "über den Tisch ziehen" muss, um noch mehr Reichtum zu erhalten. Auch der Scheol ist unersättlich:
- Spr 27:20 - Scheol und Abgrund werden nicht satt, und die Augen des Menschen werden nicht satt.
Auch das Verhalten Hamans zeigte uns eine gewisse Unersättlichkeit, indem es ihm nicht genug war, nur den Mordechai zu bestrafen, sondern sein ganzes Volk, inkl. Frauen, Kinder und Greise, sollte dafür büßen. Diese Unersättlichkeit ist satanisch! Wirkliche Sattheit gibt es nur bei einer Person und das ist Jesus Christus:
- Joh 4:10 - Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du die Gabe Gottes kenntest und wüsstest, wer es ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken! so hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.
- Joh 4:13-14 - Jesus antwortete und sprach zu ihr: Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten; 14 wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm geben werde, den wird nicht dürsten in Ewigkeit; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle Wassers werden, das ins ewige Leben quillt.
- Joh 6:35 - Jesus sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens: Wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr dürsten.
Der Widerruf des Vernichtungsbefehles war für Ester das allergrößte Anliegen. Auch für diesen zweitletzten Wunsch benötigte Ester die Gnade. Für alles Gelingen mit Ewigkeitswert braucht es Gnade! Das ist auch einer der Gründe, weshalb Paulus allen Heiligen immer wieder Gnade und Frieden wünscht.
Das Volk der Juden wird gerettet
Der neue Erlass des Königs
- Est 8:7-13 - Da sagte der König Ahasveros zur Königin Ester und zu Mordechai, dem Juden: Siehe, das Haus Hamans habe ich Ester geschenkt, und ihn hat man an dem Holzpfahl aufgehängt, weil er seine Hand gegen die Juden ausgestreckt hat. 8 Ihr aber, schreibt ihr nun, was die Juden betrifft, im Namen des Königs, wie ihr es für gut haltet, und versiegelt es mit dem Siegelring des Königs. Denn es ist unmöglich, eine Schrift, die im Namen des Königs geschrieben und mit dem Siegelring des Königs versiegelt ist, zu widerrufen. 9 So wurden denn in jener Zeit, nämlich im dritten Monat, das ist der Monat Siwan, am 23. Tag desselben die Schreiber des Königs gerufen. Und es wurde nach allem, was Mordechai befahl, an die Juden geschrieben und an die Satrapen und die Statthalter und die Obersten der Provinzen von Indien bis Kusch, 127 Provinzen, in der Schrift jeder einzelnen Provinz und in der Sprache jedes einzelnen Volkes; ebenso an die Juden in ihrer Schrift und in ihrer Sprache. 10 Und er schrieb im Namen des Königs Ahasveros und versiegelte es mit dem Siegelring des Königs. Und er sandte durch die Eilboten zu Pferd, die auf den königlichen Postpferden aus den Gestüten ritten, Briefe, 11 worin der König den Juden in jeder einzelnen Stadt gestattete, sich zu versammeln und für ihr Leben einzustehen und alle bewaffnete Macht eines Volkes und einer Provinz, die sie bedrängen würde, samt Kindern und Frauen zu vernichten, umzubringen und auszurotten und ihre Habe als Beute zu erbeuten, 12 und zwar an ein und demselben Tag in allen Provinzen des Königs Ahasveros, am dreizehnten Tag des zwölften Monats, das ist der Monat Adar. 13 Die Abschrift des Schreibens sollte in jeder einzelnen Provinz als Gesetz erlassen werden, wozu man sie allen Völkern bekanntmachte, und zwar damit die Juden für diesen Tag bereit wären, sich an ihren Feinden zu rächen.
Bei diesem zweiten Erlass war es ganz wichtig, dass wieder das Siegel des Königs unter dem Schreiben stand, denn ohne dieses Siegel, hätte der erste Befehl nicht rückgängig gemacht werden können. Nur die erneute Verwendung des Siegelrings des Königs, konnte den ersten Erlass rückgängig machen.
So ähnlich ist es auch mit dem göttlichen Erlass des alten Bundes. Dieser Erlass hätte auch das Verderben des Volkes zur Folge gehabt. Paulus beschreibt ihn so:
- Gal 3:10 - Denn alle, die aus Gesetzeswerken sind, die sind unter dem Fluch; denn es steht geschrieben: «Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben ist, um es zu tun!»
Da kein Jude in allem bleiben kann, was im Buch des Gesetzes geschrieben steht, sind auch alle verflucht und dem Verderben geweiht. Doch weil Christus an den Holzpfahl gehängt wurde (im Gegensatz zu Mordechai) und weil die Gemeinde Jesu (wie die Königin Ester) für das Volk Gottes fleht und noch flehen wird, gibt es einen neuen Erlass, einen neuen Bund, der dazu führt, dass ganz Israel errettet wird:
- Röm 11:26 - und so wird ganz Israel errettet werden, wie geschrieben steht: «Es wird aus Zion der Erretter kommen, er wird die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden;
Vielleicht mögen einige sagen, dass Mordechai deshalb kein Christus-Darsteller sein kann, weil er eben nicht ans Holz gehängt wurde. Doch so wie Abraham und Isaak, ein Bild auf den Gott-Vater und seinen Sohn Jesus Christus sind, so kann auch Mordechai ein Bild auf Jesus sein. Denn Isaak wurde im Gegensatz zu Jesus, auch nicht buchstäblich geopfert. Obwohl Abraham seinen Sohn im Herzen bereits geopfert hat, so musste er ihn doch nicht wirklich opfern.
Nun wurde der "Dreizehnte" im zwölften Monat zum Unglückstag für die Bedränger der Juden. Geplant war es ursprünglich genau umgekehrt. Wieder einmal mehr, kann man hier sehen, wie Gott einen Fluch in Segen verwandeln kann, für diejenigen, die ihn lieben und die ihm vertrauen, währendem ein scheinbarer Segen sich in einen Fluch verwandelt, wenn man hasst und bedrängt. Die Rache wurde jedoch nur an diesen Menschen vollzogen, die bewaffnet waren und die Juden bedrängen wollten. Hier fand also ein Gericht an bösen Menschen statt. Gleichzeitig hatte das auch zur Folge, dass es im Reich kaum mehr Feinde des jüdischen Volkes gab. Dieser Umstand sicherte den Juden einen Frieden auf längere Zeit. Mordechai tat, was der Prophet Jeremia den Verschleppten empfohlen hatte:
- Jer 29:7 - Und sucht den Frieden der Stadt, in die ich euch gefangen weggeführt habe, und betet für sie zum HERRN! Denn in ihrem Frieden werdet ihr Frieden haben.
Mordechai hat sich für die Sicherheit und Rettung des Königs eingesetzt (Est 2:21-23) und diese Bemühungen hatten längerfristig einen großen Frieden für sein ganzes Volk zur Folge. Auch deshalb schreibt Paulus:
- 1Tim 2:1-2 - Ich ermahne nun vor allen Dingen, dass Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, 2 für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit.
Warum die Frauen und die Kinder?
Was uns sehr befremden mag, ist folgende Aussage:
- Est 8:11 - worin der König den Juden in jeder einzelnen Stadt gestattete, sich zu versammeln und für ihr Leben einzustehen und alle bewaffnete Macht eines Volkes und einer Provinz, die sie bedrängen würde, samt Kindern und Frauen zu vernichten, umzubringen und auszurotten und ihre Habe als Beute zu erbeuten.
Warum war es Mordechai und wahrscheinlich auch Ester wichtig, dass auch Frauen und Kinder umgebracht werden mussten? Werden hier nicht auch viele Unschuldige vernichtet? Passt Solches, zu einem Gott der Liebe? Es gibt Fragen, die können wir nicht beantworten und die müssen wir vielleicht auch ein stückweit offen lassen. Auch wenn ich jetzt versuche, eine mögliche Erklärung zu geben, so ist mir doch bewusst, dass diese Antwort nur einzelne Aspekte beleuchtet und kaum als umfassende Antwort gesehen werden kann. Folgende Gedanken dazu, haben mich bewegt:
- Wenn verantwortliche Führer eines Volkes böse Entscheidungen fällen, dann wirkt sich das auch immer auf das ganze Volk aus. Kinder, und selbst auch die übrige Schöpfung (die Tier- und Pflanzenwelt), leiden in den meisten Fällen unter den Fehlentscheidungen ihrer Regenten. So sehen wir auch heute, wie gerade die Kinder und die Schwachen unter den Machtintrigen und der Korruption ihrer Herrscher am meisten zu leiden haben. Viele leiden unschuldig und viele Babys werden im Mutterleib umgebracht, obwohl sie nichts dafür können, dass sie entstanden sind. Vermutlich litt auch der arme Lazarus unschuldig ein Leben lang an Armut und Krankheit und wir wissen nicht warum. Aber unser Gott ist ein Gott der Erstattung! Er erstattet jedes Leid und er verwandelt Fluch in Segen (5Mo 23:6). So durfte auch der arme Lazarus erleben, wie Gott sein Leid erstattete und seinen Fluch in Segen verwandelt wurde (Lk 16:22-25).
- Damit ist aber die Frage, warum Ahasveros und Mordechai auch die Tötung der Kinder anordnete, noch nicht beantwortet. Eine mögliche Antwort liegt in der Tatsache, dass bei einer allfälligen Verschonung dieser Frauen und Kinder, ihr Schicksal weitaus schwerer gewesen wäre, als wenn sie getötet wurden. Wahrscheinlich gab es zu wenig Menschen, die sich um diese Hinterbliebenen gekümmert hätten und an vielen Orten wären sie vermutlich immer die Verachteten gewesen. Ebenso hätten die Kinder vermutlich, wenn sie erwachsen geworden wären, nach ihren Wurzeln geforscht und aus der Zugehörigkeit zu ihren Vorfahren heraus, wieder einen Hass gegen alles Jüdische entwickelt. Es ist mir klar, dass diese Gedanken keine endgültige Erklärung für diese Vernichtung der Frauen und Kindern sein kann. Aber auch hier gilt: Wenn diese Kinder unschuldig sterben mussten, so gibt es beim allmächtigen Gott eine Erstattung; ähnlich wie sie der arme Lazarus erleben durfte!
Die Botschaft löst Freude aus
- Est 8:14-17 - Die Eilboten, die auf den königlichen Postpferden ritten, zogen auf das Wort des Königs schnell und in Eile aus. Und das Gesetz wurde in der Burg Susa erlassen. 15 Und Mordechai ging von seinem Platz vor dem König hinaus in königlicher Kleidung aus violettem Purpur und weißem Leinen, mit einem großen goldenen Diadem und in einem Mantel aus Byssus und rotem Purpur. Die Stadt Susa aber jauchzte und war fröhlich. 16 Den Juden war Licht und Freude und Wonne und Ehre zuteil geworden. 17 Und in jeder einzelnen Provinz und in jeder einzelnen Stadt, überall, wohin das Wort des Königs und sein Gesetz gelangten, war Freude und Wonne bei den Juden, Gastmahl und Festtag. Und viele aus den Völkern des Landes wurden Juden, denn Furcht vor den Juden war auf sie gefallen.
Jetzt verwandelt sich die Trauer in Freude, das Klagen in Jubel! Auch an anderen Stellen lesen wir von so einer Verwandlung:
- Jes 61:3 - den Trauernden Zions Frieden, ihnen Kopfschmuck statt Asche zu geben, Freudenöl statt Trauer, ein Ruhmesgewand statt eines verzagten Geistes, damit sie Terebinthen der Gerechtigkeit genannt werden, eine Pflanzung des HERRN, dass er sich durch sie verherrlicht.
- Jer 31:13 - Dann wird die Jungfrau sich erfreuen am Reigen, junge Männer und Greise miteinander. Und ich will ihre Trauer in Freude verwandeln und will sie trösten und erfreuen in ihrem Kummer.
Das sind die großen Wunder, die Gott an uns bewirkt. Wie wird das sein, ...
- - wenn er unser Unglück in Glück verwandelt,
- - wenn er aus unseren Leiden Herrlichkeit macht,
- - wenn er Freudenöl statt Trauer gibt,
- - wenn er unseren Fluch in Segen verwandelt,
- - wenn er uns aus "Sack und Asche" erhebt und uns mit Gnade und Barmherzigkeit krönt?
In Vers 16 finden wir eine sehr interessante Aussage:
- Est 8:16 - Den Juden war Licht (w. Erlichten) und Freude und Wonne und Ehre zuteil geworden.
Zuerst wird hier also das Licht erwähnt. Nicht die Freude, die Wonne oder die Ehre, sondern das Licht! Das Licht hat ja den entscheidenden Vorteil, dass man die Umgebung viel besser wahrnehmen kann. Bei Licht ist eine Orientierung viel besser möglich. Das Licht ermöglicht Leben und Wachstum! Nach dem tödlichen Erlass, war für die Juden alles dunkel. Keiner wusste, ob er am Vierzehnten des zwölften Monats noch leben würde. Die Zukunft sah nicht nur düster aus, sondern sie war regelrecht dunkel! Der erste Befehl unter Haman, ließ die Hoffnung auf ein Überleben beinahe auf Null sinken. Nach dem zweiten Erlass aber ging "die Sonne auf". Es war wie ein neuer Tag, es war wie das Verlassen eines Tunnels! Darum war auch der neue Bund, wie das Licht nach einer langen Nacht, es wurde Tag!
- ELB Mt 4:16 - Das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen, und denen, die im Land und Schatten des Todes saßen, ist Licht aufgegangen.»
Durch das Auftreten des Sohnes Gottes kam Licht in die Welt, durch ihn kam der neue Bund (der zweite Erlass), der Licht, Freude, Wonne und Ehre für das Volk, das im Finstern sitzt, zur Folge haben wird. Auch Johannes schreibt:
- Joh 1:1-5 - Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. 2 Dieses war im Anfang bei Gott. 3 Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist. 4 In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. 5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst.
Durch Licht entsteht Leben und das göttliche Leben ist das Licht der Menschen! Durch den Erlass des Mordechai (durch den neuen Bund), kam neues Leben in das Volk Gottes, ihr neues Dasein war voller Licht und Freude. Daraus ergibt sich auch ein ganz neues Wonnegefühl, eine neue Lebensqualität. Das Volk der Juden war in der Menschheitsgeschichte meist ein verhöhntes, verspottetes und diskriminiertes Volk. Ihr Dasein war meist ein Dasein in Unehre und Schande, aber auch dieses Schicksal wird Gott wenden und das Volk der Juden vor allen Nationen ehren. Gott hat dem Volk der Juden Folgendes prophezeit:
- Jer 24:8-9 - Aber wie die schlechten Feigen, die vor Schlechtigkeit nicht gegessen werden können, - ja, so spricht der HERR - so mache ich Zedekia, den König von Juda, und seine Obersten und den Überrest von Jerusalem, die, die in diesem Land übriggeblieben sind, sowie die, die sich im Land Ägypten niedergelassen haben. 9 Und ich mache sie zum Entsetzen, zum Unglück für alle Königreiche der Erde, zur Schmach und zum Sprichwort, zur Spottrede und zum Fluch an allen Orten, wohin ich sie vertreibe.
Doch dieser Fluch wird einmal aufgehoben und ebenfalls in Segen verwandelt:
- Sach 8:13 - Und es wird geschehen: Wie ihr ein Fluch unter den Nationen gewesen seid, Haus Juda und Haus Israel, so werde ich euch retten, und ihr werdet ein Segen sein. Fürchtet euch nicht! Stärkt eure Hände!
Und dann geschieht, was sich heute niemand vorstellen kann:
- Sach 8:22-23 - Und viele Völker und mächtige Nationen werden kommen, um den HERRN der Heerscharen in Jerusalem zu suchen und den HERRN anzuflehen. 23 So spricht der HERR der Heerscharen: In jenen Tagen, da werden zehn Männer aus Nationen mit ganz verschiedenen Sprachen zugreifen, ja, sie werden den Rockzipfel eines jüdischen Mannes ergreifen und sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass Gott mit euch ist.
Gott wendet das Schicksal seines Volkes und wir alle werden aus dem Staunen nicht mehr herauskommen! Dann wird gefeiert und gejubelt!
Die Juden überwältigen ihre Feinde
- Est 9:1-16 - Und im zwölften Monat, das ist der Monat Adar, am dreizehnten Tag desselben, als das Wort des Königs und sein Gesetz zur Ausführung kommen sollten, an eben dem Tag, da die Feinde der Juden gehofft hatten, sie zu überwältigen, es aber umgekehrt geschah, dass sie, die Juden, ihre Hasser überwältigen sollten, 2 da versammelten sich die Juden in ihren Städten, in allen Provinzen des Königs Ahasveros, um Hand an die zu legen, die ihr Unglück suchten. Und niemand konnte vor ihnen bestehen, denn Furcht vor ihnen war auf alle Völker gefallen. 3 Und alle Obersten der Provinzen und die Satrapen und die Statthalter und alle, die die Geschäfte des Königs besorgten, unterstützten die Juden; denn Furcht vor Mordechai war auf sie gefallen. 4 Denn Mordechai war angesehen im Haus des Königs und die Nachricht von ihm ging durch alle Provinzen; denn der Mann Mordechai wurde ständig angesehener. 5 So schlugen die Juden all ihre Feinde mit Schwertkampf, Umbringen, Ausrotten. Und sie verfuhren mit ihren Hassern nach ihrem Belieben. 6 Und in der Burg Susa erschlugen und vernichteten die Juden fünfhundert Mann. 7 Auch den Parschandata und Dalfon und Aspata 8 und Porata und Adalja und Aridata 9 und Parmaschta und Arisai und Aridai und Wajesata, 10 die zehn Söhne Hamans, des Sohnes Hammedatas, des Bedrängers der Juden, erschlugen sie. Aber an die Beute legten sie ihre Hand nicht. 11 An jenem Tag kam die Zahl der in der Burg Susa Erschlagenen vor den König. 12 Und der König sagte zur Königin Ester: Allein in der Burg Susa haben die Juden fünfhundert Mann und die zehn Söhne Hamans erschlagen und vernichtet. Was werden sie da in den übrigen Provinzen des Königs getan haben! Doch was ist deine Bitte? Sie soll dir gewährt werden. Und was ist noch dein Begehren? Ja, es soll erfüllt werden! 13 Da sagte Ester: Wenn es dem König recht ist, möge auch morgen den Juden, die in Susa sind, gestattet werden, nach dem heutigen Befehl zu handeln. Die zehn Söhne Hamans aber möge man am Holzpfahl aufhängen. 14 Da befahl der König, dass es so ausgeführt werden solle. So wurde denn noch ein Gesetz in Susa erlassen, und die zehn Söhne Hamans hängte man auf. 15 Und die Juden, die in Susa waren, versammelten sich auch am vierzehnten Tag des Monats Adar und erschlugen in Susa dreihundert Mann. Aber an die Beute legten sie ihre Hand nicht. 16 Auch die übrigen Juden, die in den Provinzen des Königs lebten, versammelten sich und standen für ihr Leben ein und erhielten Ruhe vor ihren Feinden. Sie hatten aber unter ihren Hassern 75000 Mann erschlagen. An die Beute hatten sie ihre Hand jedoch nicht gelegt.
Das Purimfest
- Est 9:17-32 - Das war am dreizehnten Tag des Monats Adar, am Vierzehnten des Monats aber ruhten sie und machten ihn zu einem Tag des Festmahls und der Freude. 18 Doch die Juden, die in Susa wohnten, hatten sich am Dreizehnten des Monats und am Vierzehnten des Monats versammelt. Und sie ruhten am Fünfzehnten des Monats aus und machten ihn zu einem Tag des Festmahls und der Freude. 19 Darum feiern die Juden auf dem offenen Land, die in den offenen Landstädten wohnen, den vierzehnten Tag des Monats Adar mit Freude und Festmahl und als Festtag, an dem man sich gegenseitig Anteile zusendet. 20 Und Mordechai schrieb diese Begebenheiten auf. Und er sandte Briefe an alle Juden in allen Provinzen des Königs Ahasveros, die nahen und die fernen, 21 um ihnen aufzuerlegen, daß sie den vierzehnten Tag des Monats Adar und den fünfzehnten Tag desselben Jahr für Jahr feiern sollten 22 - als die Tage, an denen die Juden vor ihren Feinden zur Ruhe gekommen waren, und als den Monat, der sich ihnen von Kummer zur Freude und von Trauer zum Festtag verwandelt hatte -, daß sie diese feiern sollten als Tage des Festmahls und der Freude, an denen man sich gegenseitig Anteile zusendet und Geschenke an die Armen gibt. 23 Und die Juden nahmen als Brauch an, was sie zu tun angefangen und was Mordechai ihnen geschrieben hatte. 24 Denn Haman, der Sohn Hammedatas, der Agagiter, der Bedränger aller Juden, hatte gegen die Juden geplant, sie umkommen zu lassen, und hatte das Pur, das ist das Los, geworfen, um sie in Verwirrung zu bringen und sie umkommen zu lassen. 25 Und als es vor den König kam, befahl er durch einen Brief, sein böser Anschlag, den er gegen die Juden geplant hatte, solle auf seinen Kopf zurückkommen. So hängte man ihn und seine Söhne am Holzpfahl auf. 26 Deshalb nannte man diesen Tag Purim, nach dem Namen «Pur». Deshalb, wegen all der Worte dieses Briefes und dessen, was sie in dieser Hinsicht gesehen und erfahren hatten, 27 legten sich die Juden es als Pflicht auf und nahmen es als unveränderlichen Brauch an für sich und für ihre Nachkommen und für alle, die sich ihnen anschlössen, diese beiden Tage Jahr für Jahr zu feiern nach der für sie geltenden Vorschrift und der ihnen festgesetzten Zeit. 28 Und sie bestimmten, daß diese Tage in Erinnerung bleiben und gefeiert werden sollten in jeder einzelnen Generation, in jeder einzelnen Familie, in jeder einzelnen Provinz und in jeder einzelnen Stadt, und daß diese Purimtage bei den Juden nicht untergehen und die Erinnerung an sie bei ihren Nachkommen kein Ende finden sollten. 29 Und die Königin Ester, die Tochter Abihajils, und der Jude Mordechai, schrieben mit allem Nachdruck, um diesen zweiten Purimbrief als Pflicht festzulegen. 30 Und er sandte Briefe an alle Juden, in die 127 Provinzen im Königreich des Ahasveros, Worte des Friedens und der Treue, 31 um diese Purimtage in ihren festgesetzten Zeiten als Pflicht festzulegen, so wie der Jude Mordechai und die Königin Ester es ihnen als Pflicht festgelegt hatten und wie sie es sich selbst und ihren Nachkommen als Pflicht festgelegt hatten, nämlich die Regelung der Fasten und ihrer Wehklage. 32 Und der Befehl Esters legte diese Purimvorschriften als Pflicht fest, und es wurde in einem Buch niedergeschrieben.
Mordechais Macht und Eintreten für sein Volk
- Est 10:1-3 Und der König Ahasveros erlegte dem Land und den Inseln des Meeres eine Steuer auf. 2 Und alle seine gewaltigen und seine mächtigen Taten und die Beschreibung der Größe Mordechais, zu der der König ihn erhob, sind sie nicht geschrieben im Buch der Geschichte der Könige der Meder und Perser ? 3 Denn der Jude Mordechai war der Zweite nach dem König Ahasveros und groß bei den Juden und wohlgefällig bei der Menge seiner Brüder. Er suchte das Wohl seines Volkes und redete zum Wohl seines ganzen Geschlechts.
