Der Kolosserbrief - Kapitel 2
Abschrift: Der Kolosserbrief in täglichen Andachten: Band I - II
aus der Reihe "Christi unausspürbarer Reichtum"
von Gerhard Groß (+ 2022)
Mit freundlicher Erlaubnis von Gerhard Groß, Balingen
Band I vergriffen, Band II noch erhältlich
siehe weitere Abschriften
Inhaltsverzeichnis
2. Der Kolosserbrief - Kapitel 2
Ermahnung zur Festigkeit im Glauben
Warnung vor Irrlehren
Ermahnung zur Festigkeit im Glauben
Kol 2:1
- Denn ich will euch wissen lassen, welch großen Ringkampf ich für euch und die in Laodicea habe, sowie für alle, die mein Angesicht im Fleisch nicht gesehen haben,"
Wir sagten zum Anfang, dass gerade dieser Brief an die Kolosser in wunderbarer Weise die Größe und Herrlichkeit Christi hervorhebt, aber: Weil Christus das Haupt Seiner Körpergemeinde ist, haben auch die Glieder an Seinem Körper eine hohe Berufung, was für uns heißt: dass wir "in Ihm" eine in der ganzen Schöpfung wohl einmalige Stellung haben! Diese Stellung in Ihm aber wir nicht uns zu verdanken, vielmehr ist sie das Wer der überströmenden Gnade.
Wenn wir unsere hohe Stellung erkannt haben, müsste ja ein entsprechend würdiger Wandeel erfolgen, wovon die kommenden Verse, speziell ab Vers 6, handeln.
In unserem Leitvers sehen wir unseren Apostel im Ringkampf, uzmd er ringt für die Kolosser und ebenso für die in Laodicea. Beachten wir hier: er ringt nicht mit den Gemeinden, sondern für sie... dazu gehört üblicherweise ein Gegner. Mit wem ringt Paulus?
Es gab für Paulus und es gibt für uns nur einen ernstlichen Gegner, und das ist der Widerwirker, der mit all seiner ihm von Gott verliehenen Kraft versucht, uns das Evangelium der Gnade zu verwässern! Wenn wir Eph 6:12 lesen, muss uns schnell klar werden, dass eine ungeheure Finsternismacht gegen uns steht, wovor uns einzig und allein die in den Versen Eph 6:13-18 aufgeführte Waffenrüstung schützen kann!
Interessant ist, dass Paulus auch jene. Gläubigen in Laodicea anführt! Wenn wir hierzu 2Kor 1:8 lesen, wird uns klar, warum er dies tut. Gerade die damalige Provinz Asien scheint ein besonderes Kampfgebiet gewesen zu sein, und dies derart, dass selbst Paulus über seine Kraft beschwert wurde und am Lkben verzweifelt. Wir müssen uns die Zeit nehmen, liebe Geschwister, auch im Nachhinein vorstellen, wie hart dieser Kampf gewesen sein musste!
Wenn wir einen kurzen blick auf Kol 2:8 werfen, erkennen wir, welche Gefahren Paulus sieht. Bahnte sich hier ein neuerlicher Abfall an, wie es sich bei den Galatern ereignete?
Schwer wiegen die Worte 2Tim 1:15: "Dieses weißt du, dass sich alle in der Provinz Asien von mir abgewandt haben, unter welchen auch Phygellus und Hermogenes sind." "Abgewandt" heißt nicht, der Gnade verlustig werden, sondern sich eben von dieser rettenden Gnade zu Teilen des Gesetzes umgestellt zu haben. Satan als Bote des Lichts samt seinen verkleideten Diener (gem. 2Kor 11:15 verstllen sie sich zu "Dienern der Gerechtigkeit) seinen ganze Arbeit getan zu haben!!!
Lassen wir uns heute eindringlich vor augen stellen: Satan kommt zu uns nicht (1) wie 1Petr 5:8 als "brüllender Löwe", sonder bestens getarnt als "Bote des Lichts"!
Wir haben gestern dargelegt, dass die Gemeinden, die von Paulus gegründet wurden und damit die Anfangsgemeinden der Körperschaft Christi wurden, sofort zur Zielscheibe Satans wurden. Dabei ist seine Taktik immer die gleiche. Bei Petrus war er "der brüllende Löwe", der sehr wohl zu verschlingen vermochte - die Pfingstgemeinde um Petrus stand ja noch unter dem Gesetz, wo ein Abfall möglich war. Bei uns, der Körpergemeinde Christi Jesu, ist ein "Verschlingen" (der Rettung verlustig werden) nicht möglich, weil unsere Rettung in der Gnade unwiderruflich ists. Dafür ist ein Abfall von dem Evangelium des Paulus sehr wohl möglich, wie das Beispiel der Galater beweist. Satan kommt als Bote des Lichts zui uns, und hier wird es für uns brandgefährlich.
Es ist uns leider bekannt, dass die große christliche Masse Satan als Bote des Lichts erlegen ist, sie leben nicht in Pauli herrlichem Evangelium der Gnade, sondern in einem Mischevangelium. Das Kennzeichen hierfür ist: Es wird nicht im Zusammenhang gelesen, sondern es werden immer nur einzelne Verse herausgepickt, die angenehm sind!!!
Es bedarf in ganz besonderer Weise des Erfülltseins mit Gottes Geist, dem unverfälschten Festhalten an Pauli Evangelium, wie es Paulus in 2Tim 3:14 auch uns zuspricht, und dem Stehen in der gesamten Waffenrüstung Gottes, um allen Schlichen und Anläufen Satans zu widerstehen.
Kol 2:2
- "...dass ihren Herzen zugesprochen werde und sie in Liebe und zu allem Reichtum der Vollgewissheit des Verständnisses vereinigt seinen, zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes und des Vaters Christi.,
Auch in der Gemeinde der Kolosser traten Gefahren auf, die Paulus in den vor uns liegenden Versen noch konkretisiert. Doch bevor er gegen die Verführer angeht, erfolgt ein ganz wichtiger Zuspruch.
Unser Herz ist (neben seiner stofflichen Funkton als bluttreibender Mittelpunkt des Körpers) bildlich in Gottes Wort das Zentrum und der Kern unseres geistlichen Wesens, der Sitz unserer Beweggründe (nicht aber, wie vielfach angenommen, der Sitz unserer Gefühle und Neigungen). Kurz gesagt ist das Herz der zentrale Ort, wo unsere Gedanken entstehen - die Frage ist "was für Gedanken"?
1Mo 6:5 sagt aus, dass jedes Gebilde der Gedanken seines (des Menschen) Herzens bloß böse ist alle Tage. Im Gegenzug lesen wir immer wieder, dass das Herz fröhlich und traurig sein kann, dass Christus in ihm wohnt, dass Gott in den Herzen geheiligt wird, ja dass Gott Selbst die Herzen lenkt und Seine Liebe in unsere Herzen ausgegossen ist. Wir sehen, wie vielfältig unser geistliches Herz zu sehen ist. Wenn Paulus hier bei den Kolossern gerade den Herzen zuspricht, dann weiß der Apostel, dass vom Herzen auch die Erkenntnis seines Evangeliums ausgehen muss! Es geht also nicht um seelischen (gefühlsmäßigen) Zuspruch, sondern gemäß 2Tim 3:16 um den "geistlichen Zuspruch aus den gottgehauchten Worten der Schrift", weo die untrügliche Wahrheit zu finden ist.
Wir haben gestern versucht darzustellen, dass Pauli Zuspruch kein "Kopf hoch... es wird schon werden" darstellt, sondern ein Hinweis, dass das Evangelium der Gnade, welches ihm der erhöhte Herr enthüllte, die allein gültige Wahrheit in der gegenwärtigen Verwaltung der Gnade ist. Von den Herzen, dem Zentrum des Geisteslebens, muss die richtige Erkenntnis ausgehen! Das soll aber nicht nur bei Einzelnen so sein, sondern bei der ganzen Gemeinde.
Damit Obiges geschieht, ist die Liebe untereinander ein verbindender Teil. In Kol 3:14 dürfen wir schon vorab lesen, dass die Liebe das Band der Vollkommenheit ist. In Eph 4:1 ff spricht Paulus nicht nur zu einem Wandel, sondern vielmehr zu einem würdigen Wandel zu, und fordert die Gemeinde auf, einander in Liebe zu ertragen. Wenn wir uns diese Worte überlegen, sehen wir, dass Paulus nu zu gut wusste, wie schwer es ist, mit manchen. Gläubigen überhaupt nur Umgang zu haben - und doch sollen gerade diese in Liebe ertragen werden. Das kann nicht bedeuten, dich heuchlerisch in den Arm zu nehmen, sonder sich bewusst sein, dass unser Herr und Haupt alle liebt, ohne Ausnahme! Nicht umsonst fährt Paulus in Eph 4:3 fort, die Einheit des Geistes durch das Band des Friedens zu halten, und weist danach auf all das Gemeinsame hin, was jedes Glied am Körper Christi erwarten darf! Unser menschliche Liebe wird in keinster Weise den Worten der Schrift gerecht, aber dafür wirkt die in unseren Herzen ausgegossene Liebe Gottes (Röm 5:5), die uns durch den heiligen geist gegeben ist.
Unser erster Band ist mit dem heutigen Tag abgeschlossen, unser Leitvers hingegen birgt noch einiges in sich, was wir im zweiten Band fortsetzen wollen. Lasst uns diesen ersten Band mit der Gewissheit abschließen: Wo unsere Liebe versagt (versagen muss), wirkt Gottes Liebe umso herrlicher - vielleicht nicht immer so, wie wir es uns wünschen.
Es ist Gottes Wille, dass wir Seine Liebe verstehen lernen, nicht durch Zwang, sondern durch ständig wachsendes Erkennen! Denken wir nur an Hiob! Es bedurfte einer langen Zeit der Leiden, bis er am Ende sagen konnte. "Ich erkenne, dass Du alles vermagst, und nicht, das Du Dir vorgenommen, ist dir zu schwer" (Hi 42:2).
Am Kreuz von Golgatha - und dorthin dürfen wir am Schluss dieses ersten Bandes unsere Blicke richten - macht Gott allem möglichen Zweifel an Seiner Liebe ein Ende. "Denn so liebt Gott die Welt, dass Er Seinen einzig gezeugten Sohn gibt, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht umkomme, sondern äonisches Leben habe" (Joh 3:16).
Wenn wir also an unserer Liebe verzweifeln, weil wir unsere Unfähigkeit sehen, so zu lieben, wie es sein sollte, so lasst uns auf Gott schauen, der uns in Christus Jesus Seine Liebe zeigt. Und Jesus Christus, unser Herr und Haupt, lebte die Liebe des Vater aus, indem Er in völligem Gehorsam für uns und unser Versagen ans Kreuz ging - lasst uns Seine Liebe sehen und erkennen!
BAND II
- "...dass ihren Herzen zugesprochen werde und sie in Liebe und zu allem Reichtum der Vollgewissheit des Verständnisses vereinigt seinen, zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes und des Vaters Christi.,
Wir haben den ersten Band mit "der Liebe" abgeschlossen, sie ist laut 1Kor 13:13 das Einzige ,was (wenn Glauben und Erwartung erfüllt sind) Bestand hat - sie füllt das ganze All aus, weil "Gott Liebe ist"!
In diesem neuen Band II dürfen wir vertieft dem Zuspruch nachgehen, der ja die Vereinigung der Körperglieder zum Inhalt hat, und zwar "vereint zur Ekenntnis des Geheimnisses Gottes". Den "Zuspruch in LIebe" haben wir betrachtet, heut geht es um "den Reichtum der Vollgewissheit"! Beides ist überaus wichtig, um vor Irrwegen bewahrt zu bleiben! Betreten wir also im Geist diese Schatzkammer unseres Gottes, wo sich Seine Lieb en, Weisheit und Herrlichkeit in ihrem ganzen Reichtum vor uns entfaltet. Ohne diese Erkenntnis bleibt das Wesen dieser geheimen Verwaltung der Gnade verborgen, der Gläubige bleibt in der Unmündigkeit, wie sie Paulus in Eph 4:14 beschreibt.
"Vollgewissheit" über das Geheimnis Gottes ist ja noch eine Steigerung von Gewissheit ... versuchen wir, diesem gerecht zu werden. Drei Punkte sollen uns hierzu wichtig werden:
- Das Geheimnis wurde vom Vater geplant;
- das Geheimnis wurde im Sohn Seiner Liebe verwirklicht;
- Wir (die Körperglieder) werden gemäß Eph 1:5 in Christus in den Sohnesstand hineinbezogen, um "Gegenstand dieses Geheimnisses zu sein"!
Zu Punkt 1: Gott hat in Seiner Schöpfung nichts dem Zufall überlassen, als weiser Baumeisster hat Er alles im Voraus bis ins Detail geplant und berechnet! Und dem entsprechen bewirkt Gott auch gemäß Eph 1:11 alles nach dem Ratschluss Seines Willens, was wiederum bedeutet: Was Gott geplant hat, führt Er auch aus!
Es ist eine schrecklich satanische Verführung, wenn vom freien Willen der Geschöpfe gesprochen wird, wenn sich ein mächtiger Engelfürst eigenwillig (!) gegen Gott erhoben haben sollte - das ist unmöglich! Wie oft sagaen wir unüberlegt: "Gott hat dies oder jenes zugelassen!" Dies würde bedeuten, dass Gott vor einer nicht geplanten Situation steht und von Fall zu Fall zulässt ... auch dies entspricht nicht Eph 1:11. Je bedingungsloser wir Gott als den alles bewirkenden Schöpfer sehen, umso mehr verherrlichen wir Ihn auch.
Das Geheimnis wurde von Gott geplant, so lautet Punkt 1. Wenn nun Gottes Wort von einem Geheimnis redet, dann sagt ja dieses Wort, dass es bis zu einem von Gott bestimmten Zeitpunkt auch geheim war. Wenn Paulus in Eph 3:3 für jedermann verständlich schreibt, dass ihm durch eine Enthüllung dieses Geheimnis bekannt gemacht wurde, dann war es im gesamten AT, sowie den Jüngern Jesu einschließlich Petrus unbekannt. Wir finden es erst (und nur) bei Paulus! Wer diesen ersten Punkt nicht erkennt (erkennen will) geht schon hier in die Irre!
Zu Punkt 2:: Im Sohna Seiner Liebe hat der Vater das Geheimnis verwirklicht - heute schon sind im Geist die aus den Nationen gemeinsame Losteilinhaber und eine gemeinsame Körperschaft und gemeinsame Teilhaber der Verheißungen in Christus Jesus, und dies nicht durch Petri Evangelium, sondern klar und eindeutig durch das Evangelium, welches Paulus gegeben wurde und dessen Diener er geworden ist (siehe Eph 3:6-7).
Petrus durfte schreiben, dass Christus schonm vor dem NIederwurf der Welt als Opferlamm erkannt war (1Petr 1:19-20), was ja bedeutet, dass Gott von Anfang an den Fall durch die Sünde plante, aber gleichzeitig auch die Rettung festlegte. Als Jesus auf Erden war, lehrte Er Seine Jünger, wie sich dieser Rettung auf der Erde vollziehen würde, und wie sie (Seine Jünger) bei dieser Rettung die maßgebliche ÖRolle spielen würden (siehe Mt 28:18-20).
Paulus wurde auch die Rettung enthüllt, allerdings nicht auf der Erde, sondern in den Himmeln. Davon wusste bis Paulus kein Schreiber der Bibel etwas! Das durch Paulus enthüllte Geheimnis Gottes wird mit der Wortverbindung "in Christus" bzw. "in Ihm" verwirklicht, wir finden sie immer wieder in Eph 1:3-11.
Der Kolosserbrief, und hier besonders das erste Kapitel, zeigten uns ja schon Christi Herrlichkeit als Haupt Seiner Gemeinde, in Ihm hat Gott Sein <u<uns betreffendes Geheimnis verwirklicht.
Kol 2:3
- "... in welchem alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen sind."
Ein an Worten kurzer, aber vom Inhalt gewaltiger Vers steht vor uns, es geht um Christus, unseren Herrn und unser Haupt. Für uns erhebt sich die Fragae: Wie tauchen wir in diese Schätze ein? Wie werden sie uns zum Gewinn? Dazu müssen wir weit ausholen, und wir beginnen bei Joh 1:1:
"Zu Anfang war das Wort (logos), und das Wort war zu Gott hingewandt, und wie Gott war das Wort." Es ist hier von dem griechischen Wort "logos" die Rede, und dieses "logos" wurden "in Christus" Fleisch! Beachten wir hier, dass von Anfang an eine innige Beziehung. zwischen Gott und dem "logos" bestand, es war nicht nur zu Gott hingewandt, sondern war "wie Gott"! Diese Aussage führt uns kurz zu Phil 2:6, wo wir lesen, dass Christus vor Seiner Erniedrigung "es nicht für ein Rauben erachtete, ebenso wie Gott zu sein."
Es ist jetzt für uns ganz wichtig, dass wir den Zusammenhang zwischen dem Wort Gottes (dem logos) und Christus erkennen! "Christus ist das "logos", es umfasst das gesamte vom heiligen Geist inspirierte Wort Gottes! Denken wir doch hierüber einmal länger nach!!!
Aus Obigem ergibt sich eine Konsequenz: Wenn du, lieber Leser, Christus nahe sein willst, mussst du in das Wort Gottes, das "logos" eintauchen, muss du es in dier aufnehmen, es in dier abspeichern, nicht nur einzelne Verse, sondern das <gesamte Wort! Christus ist nur (!) in dem Wort Gottes zu finden!
Christus ist nur im Wort Gottes "logos" zu finden, das ist eine Generalaussasge!" Wer dieses "logos", das Wort Gottes, nnicht in sich aufnimmt, es nur wenig oder teilweise liest, begrenzt damit seine Beziehung zu Christus und letztlich zu Gott!!! Damit stehen wir vor etwas Grundsätzlichem: Das Wort Gottes (logos) muss unsere Grundlage und Wegweisung sein! Wir weisen deshalb so intensiv auf das "logos" hin, weil wir später noch auf ein anderes Wort Gottes zu sprechen kommen, das "rema".
Wir greifen etwas vor und lesen Kol 3:16: "Lasst das Wort Christi (Auch hier spricht der griechische Urtext von "logos") euch reichlich innewohnen, belehrt und ermahnt euch gegenseitig in aller. Weisheit; singt Gott in Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern voll Dankbarkeit in euren Herzen." Diese Worte entsprechen genau dem, was wir oben sagten. "Reichlich" innewohnen heißt nichts anderes, als viel im Wort lesen, und ... darüber nachdenken! Hier sind wir an einem kritischen Punkt angelangt: Können wir überhaupt noch über ein Wort nachdenken? Sind wir geistig noch in der Lage, ein Wort im Herzen zu bewegen? Merken wir überhaupt noch, wie der Zeitgeist (und dahinter steckt Satan) uns vom eigenständigen Nachdenken abhält? Eine Flut von allem möglichen Reizen überschwemmt uns pausenlos, wir hetzen hin und her, "zeit haben" ist ein Fremdwort geworden!
Doch alle Schätze, con denen unserr Leitvers spricht, sind in Christus (logos) verborgen" (!!!), man findet sie nicht im "hoppla hopp" oder nur so im "Vorübergehen"!
Wer etwas "verbirgt" will zum einen, dass es nicht von jedermann gefunden wird, und zum anderen, dass jene, für die es bestimmt ist, sich Mühe machen, es zu suchen! Wer von uns auf "Schatzsuche" geht, muss sie folglich schon etwas mühen ... aber der Gewinn ist riesig!
Wir kommen heute zu einem anderen "Wort Gottes" und zeigen die an unserem Herrn auf: In Mt 4:2-4 sehen wir Jesus, wie er von Satan angefochten wird, indem dieser Ihn auffordert, aus Steinen Brot zu machen. Jesus antwortete: "Nicht von Brot allein wird der Mensch leben, sondern von jedem Wort, dass durch Gottes Mund ausgeht." Hier (und jetzt wird es interessant) heißt das Wort, das durch Gottes Mund geht, im griechischen Urtext nicht logos, sondern "rema"!
Wer sich die Mühe macht, und diesen beiden griechischen Begriffen nachgeht, findet folgende Erklärung: "logso" ist das gesamte niedergeschriebene Wort Gottes, "rema" bezieht sich auf das direkt gesprochene Wort Gottes in einer entsprechenden Situation, anders gesagt: in einer bestimmten Situation gibt Gott in unsere Herzen ein bestimmtes Wort. Hier gilt aber wiederum ein wichtiger Grundsatz: Gott kann uns nur ein entsprechendes Wort (rema) von dem geben, was wir zuvor gelesen, in uns aufgenommen haben . Wir lesen also das "logos" , speichern es in unseren Herzen ab, und einer bestimmten Situation, wo wir es dringend brauche, gibt Gott einen Ausspruch, das "rema". Jesu Antwort auf Satans Versuchung war: Der Mensch lebt auch von dem "rema" (= Ausspuch) der durch Gottes Mund geht.
Wir haben deshalb auf das "rema" hingewiesen, weil es ein Grundstock jener Schätze ist, die in Christus verb orgen sind, der uns in einer entsprechenden Situation nicht nur erfreuen, sondern auch helfen wird. Wer Gottes Wort aber nur bruchstückhaft liest, wird leicht ein Opfer des Widerwirkers. Ein Beispiel ist uns hier ganz wichtig: Als Satan den Herrn in der Wüste verführen wollte, zitierte er in Mt 4:6 das Wort Gottes: "Denn es ist geschrieben ....(bitte lesen)", es ist ein Vers aus Ps 91:11-12. Und jetzt, liebe Geschwisster lesen wir das Umfeld dieses Psalms, und dann erkennen wir die Taktik Satans: Er zitiert nur einen Teil (!) de sWortes Gottes, den darauf folgenden Vers 13 lässt er wohlweislich weg!!! Und warum? Hier steht: "Auf den schwarzen Löwen und die Kobra wirst du treten..." und da wird es plötzlich unangenehm! Merken wir, wie tragisch es werden kann, immer nur einzeln angenehme Verse zu lesen? Wer die tut, ist in bester Gesellschaft!!!
Noch ein letztes zu "rema": In Röm 10:17 lesen wir: "Demnach kommt der Glaube aus der KUnde, die Kunde abaaer durch einen Ausspruch Christi". Die unterstrichenen drei Worte lauten im griechischen Urtext "... dia rematos Christou" Auch hier stoßen wir wieder auf das Wort "rema" bzw. "rematos", diesmal ist es ein Ausspruch Christi!
Unser Anliegen ist dass wir erkennen, dass uns die Schätze, die in Christus verborgen sind, nicht automatisch zufliegen, wir müssen zuvor "Sein Wort" (vornehmlich das uns betreffende Wort des Apostels Paulus) lesen, wodurch es in uns abgespeichert wird - zur rechten Zeit wird es dann lebendig!
Die herkömmlichen Bibelübersetzungen beziehen unseren Vers 3 auf "Christus", was wir zurückliegend mit "logos/rema" auch getan haben, doch eigentlich bezieht sich unser Leitvers auf "das Geheimnis Gottes", von dem zuvor Vers 2 spricht. Aber das Erkennen des Geheimnisses Gottes hängt wiederum unmittelbar mit "Christus" zusammen! All die das Geheimnis betreffenden Aussagen im Epheserbrief (Eph 3:1-13) beinhalten ja den unausspürbaren Reichtum des Christus (Vers 8), und münden in Vers 11 darin, dass Gott Seinen Vorsatz der Äonen "in Christus" gefasst hat - wo sollten wir also die Schätze der Weisheit und Erkenntnis, die das Geheimnis betreffnen, anders suchen als in Ihm?
Wenn Gotte Wort zu uns spricht und wir immer tiefer erkennen dürfen, wie wunderbar Gott alles von Anfang an im Vorsatz der Äonen festgesetzt hat, dann gibt uns dieser Reichtum auch einen Schutz vor den Angriffen Satans. In Eph 6:17 lesen wir im Raqhmen der uns gegebenen Waffenrüstung von dem einzigen Teil, mit dem wir auch angreifen können, "dem Schwert des Geistes, das ein Ausspruch (hier sagt der griechische Text wie "rema") Gottes ist". Nach dem, was wir zurückgehend behandelt haben, heißt dies: Im Moment der Gefahr (zum Beispiel durch Verführung) hilft uns ein Ausspruch (rema) Gottes. Jesu skonnte in Mt 4:7 dem Verfüher antworten: "Wiederum steht geschrieben..." Und aus dem Schatz des "logos" kommt uns das Schwert des Geistes in einem Ausspruch (rema) Gottes zu Hilfe, indem wir dem an uns herantretenden Verführer, wie unser Herr, entgegenen können: "Wiederum steht geschrieben....!"
Kol 2:4
- "Dies aber sage ich, so dass euch niemand mit überredenden Worten hintergehe."
Wir merken jetzt, liebe Geschwister, wohin uns die zurückliegende Mühe mit "logos/rema" führt: Ohne Zweifel sind bei den Kolossern Verführer aufgetreten (hinter denen niemand anders als der Widerwirker stand), welche die Gemeinde, oder zumindest Einzelne, vom Wort der Wahrheit abbringen wollten. "!Überragende Worte..." wie leicht fällt es Satan, einen unkundigen Gläubigen zu hintergehen!
Unser Kampf, so lesen wir in Eph 6:12 ist nicht gegen Fleisch und. blut gerichtet, also gegen Menschen, vielmehr müssen wir dahinter immer die Mächte der Finsternis sehen, an ihrer Spitze Satan. Und wie ist seine Taktik?
Das beste Beispiel gibt uns die Versuchung Jesu in der Wüste; hier lernen wir, wie der Widerwirker mit überredenden Worten den Herrn hintergehen wollte (Mt 4:1-11):
Die erste Versuchung war buchstäblich, ja körperlich: Jesus war nach 40 Tagen F asten am Ende Seiner Krafte - und genau h ier trat der Widerwirker auf! "Wenn Du Gottes Sohn bist, sasg, dass diese Steine Brot werden." Kurz zuvor, in Mt 3:17, bezeugt die Stimme aus dem Himmel die Sohnschaft Jesu, und ganz kurz darauf stellt der Widerwirker genau diese Tatsache infrage: "Wenn Du Gottes sohn bist...!" Und bei uns? Kaum haben wir im Glauben erfasst, dass wir Kinder Gottes sind, kommen die überredenden Worte: Dann lass dir deinen Glauben auch von Gott durch Zeichen und Wunder beweisen! Und gezielt erfolgen solche überredenden Worte, wenn wir uns in Notlagen befinden!
Die erste Versuchung war, wie wir gestern sahen, ganz handfest, aber buchstäblich: Jesus sollte Seine körperliche Notlage, Seinen Hunger durch ein Wunder Gottes zum Guten wenden!
Die zweite Versuchung war geistlicher Art: Auf dem Flügel der Weihestsätte zitierte der Widerwirker das Wort Gottes (Ps 91:11-12). Und wieder kommt die lauernde Frage: Wenn Du Gottes Sohn bist, wirf Dich hinab! Vertraue der Zusage Gottes, dass Dir nichts passieren wird! Jesu Vertrauen wird hier massiv herausgefordert, und dies mit einem Wort aus der Bibel! Und bei uns?
Werden nicht auch wir immer wieder mit Bibelversen konfrontiert, die das Gegenteil von dem aussagen, was wir durch PauliEvangelium gelernt haben und glauben? Dabei geht es vor allem darum, uns von unseren in Eph 1:3 ff verheißenen geistlichen Segnungen inmitten der Überhimmlischen in Christus herab zu den irdischen Segnungen zu ziehen, die dem Volk Israel verheißen sind. Wie fest stehen wir in solchen Situationen? Wie fest ist das Evangelium der Gnade bei uns verankert? Genügt es uns in der Gnade Gerettete zu sein, oder wollen wir immer mehr? Auch immer mehr die Sinne kitzelnde fragwürdige neue Erkenntnis? Die Praxis zeigt leider, dass hier auch anscheinend fest stehende Gläubige durch überredende Worte hintergangen wurden. und sich dafür fragwürdigeren Erkenntnissen hingaben!
Die geistliche Versuchung ist besonders gefährlich für uns!
Es folgt noch eine dritte Versuchung Jesu, die Sein Berufungsgut betrifft: Wohl wissend um des Herrn Auftrag, das irdische Königreich aufzurichten, bietet Ihm der Widerwirker sofort alle Königreiche der Welt an, und dies ohne Leiden und ohne das Kreuz! Ein verlockendes Angebot! Man könnte dieses Angebot auch so formulieren: Du kannst allen Leiden aus dem Weg gehen und sofort all das haben, was Du anstrebst mit einer. Winzigkeit: Falle nieder und bete mich, den Widerwirker, an!
Viele von uns werden hier sagen: "Das kann mir nicht passieren!" Und doch passierte genau dies sogar einem langjährigen Mitarbeiter des Apostel Paulus: "Demas"! In 2Tim 4:10 lesen wir die knappen Worte Pauli: "... denn Demas verließ mich aus Liebe zum jetzigen Äon und ist nach Thessalonich gegangen". Und seltsam: Am Ende unseres Kolosserbriefes (Kol 4:15) steht Demas noch in der Reihe der grüßenden Brüder und hat damit auch diesen Brief an die Kolosser nicht nur gekannt, sondern auch mitgetragen.. Wenige Jahre später schreibt dann Paulus dem Timotheus von seiner Hinwendung zum jetzigen Äon.
Demas lehrt uns, wie ungeheuer stark der Widerwirker uns die Verlockungen dieser Welt vor Augen stellen kann! Es schadet doch nichts, die Herrlichkeiten dieser Welt schon jetzt zu genießen, zumindest "etwas"! die Herrlichkeit unserer überhimmlischen Berufung kann ja noch weit weg sein! "Jetzt... sofort ..." das sind die Worte des Widerwirkers! Und er verlangt oft nur einen winzigen Kompromiss!
Wir haben bis jetzt absichtlich die Antworten Jesu weggelassen, denn sie haben ein bestimmtes Schema. Auf alle drei Angriffe benutzt Jesus gemäß Eph 6:17 das Schwert des Geistes, das ein Ausspruch Gottes ist: "Es steht geschrieben" bzw. "Wiederum steht geschrieben"! Dabei ist höchst bemerkenswert, dass Jesus nicht nur das Wort gebraucht, sondern auch einem geschriebenen Wort ein anderes gegenüberstellt! Wort gegen Wort - das müsste uns eigentlich hellwach werden lassen!
Bei der ersten Versuchung stellt Jesus klar, wie entscheidend die "geistliche" Nahrung ist. Körperliche Not kann uns sehr wohl bis an den körperlichen Rand schwächen, doch bevor wir uns überredenden Worten hingeben, Wunder und Zeichen erbitten, sollten wir uns erinnern, dass Gott einst dem flehenden Paulus antwortete: "Dir genügt Meine. gnade; denn Meine Kraft wird in Schwachheit vollkommen gemacht" (2Kor 12:9).
Wenn wir solche Worte lesen und in uns aufnehmen, werden sie uns zu gegebener Zeit zum Segen gereichen! Viele überredende Worte werden uns finden, doch aus dem Schatz des "logos", dem in. uns abgespeicherten Wort Gottes, fließt uns zur rechten Zeit der Ausspruch Gottes (das "rema" zu, der uns kräftigt und stärkt, so dass wir, wie Paulus, nicht mehr weiter flehen müssen, sondern statt dessen zum Danken kommen, ja zum Rühmen der Schwachheit, damit die Kraft Christi über mir zelte.
Aus körperlicher Schwachheit wird Lob und Dank ... das vermag ein Ausspruch Gottes zur rechten Zeit.
Auf dem Flügel der Weihestätte pariert Jesus dem von dem Widerwirker vorgehaltenen Wort mit einem anderen geschriebenen Wort - Er stellt ein Wort Gottes dem anderen gegenüber! Praktisch hebt Er damit das durch den Widerwirker zuerst zitierte Wort auf! Es muss eigentlich erstaunen, wie wenig die Gläubigen hierüber nachdenken!!!
Diese Versuchung, wir nannten es "die geistliche Versuchung", ist besonders heimtückisch, weil Gottes Wort für etwas herhalten muss, was im Moment nicht passt! Für uns heißt das: Nicht jedes geschriebene Wort passt in jede beliebige Zeit!
In 2Tim 2:15 fordert Paulus auf, das Wort der Wahrheit richtig zu schneiden. Praktisch bedeutet dies heute für uns: Nicht Petrus kann uns belehren, was die gegenwärtige Verwaltung der Gnade betrifft, auch nicht Matthäus, Markus, Johannes oder Jakobus, sondern allein Paulus! Es kann demnach nicht verwundern, dass sich Aussagen wie Jak 2:24 und Röm 3:28 total widersprechen! Hier widersprechen sich keine Aussagen im Wort Gottes, vielmehr stehen sich Aussagen von zwei verschiedenen Verwaltungen gegenüber, die nur in der entsprechenden Verwaltung Gültigkeit haben!
Wir müssen sehr sorgfältig prüfen, was in die gegenwärtige Verwaltung geschrieben wurde (durch Paulus), und was in eine spätere Verwaltung gehört. Voraussetzung ist ein fundamentiertes Kennen des Wortes. Haben wir dieses Wissen (durch das Lesen der Bibel) in uns?
Ein letztes Mal stellt Jesus klar, und dies mit einem Wort aus 5Mo 6:13, dass allein Gott die Anbetung und der Gottesdienst gehören. Mit Demas haben wir schon aufgezeigt, wie schnell die Anbetung zum Gott dieses Äons wechseln kann, und dieser Gott ist kein anderer als Satan, wie uns 2Kor 4:4 unzweifelhaft beweist.
Jesus wusste sehr wohl um Seine Berufung zur Königsherrschaft im Tausendjahrreich, aber Er wusste auch um den Zeitplan Gottes! Zuvor musste sich noch einiges ereignen, an erster Stelle das Kreuz auf Golgatha! Es ist immer eine große Versuchung, wenn uns etwas "ohne Leiden" angeboten wird, mehr noch: Der sofortige Genuss! Es gibt in der christlichen Bücherwelt das bekannte Bild vom brieten und schmalen Weg; wir können dies Darstellung nicht in allem gut heißen! Dass aber ein Großteil der Gläubigen lieber den breiten bequemen Weg geht, ist leider eine Tatsache. Dieser breite Weg führt die Gläubigen aber nicht in die vermeintliche Hölle, sondern an ihrer überhimmlischen Berufung vorbei. Das ist die Absicht des Widerwirkers!
Der schmale Weg wäre, auf die irdischen Verlockungen zu verzichten, wozu auch unser eigenes Ansehen, Ruhm, Anerkennung usw. gehören... es sind die unteren Wege!
Gesegnet sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns mit jedem geistlichen Segen in Christus segnet ... dies ist unser überhimmlische Berufung!
Kol 2:5
- "Denn wenn ich auch dem Fleisch nach abwesend bin, so bin ich doch im Geist bei euch und beobachte mit Freuden eure Ordnung und die Festigkeit eures Glaubens an Christus."
Der erste Teil unseres neuen Leitverses hat etwas Charakteristisches für unsere heutige Verwaltung der Gnade: Für das Fleisch ist kein Raum mehr! Sein Platz in das Kreuz auf Golgatha!
In Röm 6:6 lesen wir: "...dies erkennend, dass unsere alte Menschheit zusammen mit Ihm gekreuzigt wurde ...", wobei die Bezeichnung "Menschheit" einer der vielen Namen unserer alten Natur ist, wozu auch "das Fleisch" zählt. Paulus schreibt über das Fleisch in Röm 8:8: "Die aber im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen." Und in Röm 7:18: bezeugt der Apostel, "Das in seinem Fleisch nichts Gutes wohnt". Wenn wir, liebe Geschwister, die wirklich erkennen, dann muss es Konsequenzen geben: Wir können Gott nicht mit unseren Sinnen anbeten (sie zählen alle zum Fleisch), sondern einzig und allein im Geist! Dazu zählt auch - so schwer es manchen Gläubigen fallen mag - die Musik! In vielen Gemeinschaften scheint gerade die Musik den ersten Platz einzunehmen; Gesang, große (Gospel-) Chöre, Orchester und Ähnliches rauben die Zeit, um in Gottes Wort zu lesen, das Fleisch at die Oberhand! Wir wollen damit nicht jegliche Form von Musik verurteilen, nur hören sich Pauli Worte eben etwas anders an:
"... werdet mit Geist erfüllt, so dass ihr zueinander in Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern sprecht und dem Herrn in euren Herzen singt..."!
Dass unser Fleisch nichts nützt und Gott nicht gefallen kann, bezeugt auch Pauli Zustand, als er diesen Brief an die Kolosser schrieb: Er war ein in Ketten Gebundener in Rom.
In Eph 3:1 schreibt er: "Mithin bin ich, Paulus der Gebundene Christi Jesu für euch, die aus den Nationen". Nicht in körperlicher Kraft und Gesundheit, nicht in körperlichem Wohlgefühl hat Gott Seine tiefsten Geheimnisses Seinem Apostel enthüllt, sondern vielmehr in großer Schwachheit als Gebundener im Gefängnis in Rom!. Vorbei waren die Anfänge, wo Paulus von Land zu Land reiste, um die neuen Körpergemeinden Christi ins Leben zu rufen! Hier im Gefängnis in Rom könnte er die Gemeinden nicht mehr im Fleisch erreichen, an die Stelle des Fleisches trat der Geist!
Wunderbar lesen wir in 2Tim 2:9 am Schluss die Worte Pauli "... jedoch das Wort Gottes ist nicht gebunden." So sind dem Geist keine Grenzen gesetzt, über alle fleischliche Unfähigkeit hinweg wirkt er bis heute in den Gläubigen durch das geschriebene Wort, auch durch den Brief an die KOlosser! Nicht mehr durch "Schauen und Erleben" (wie in der Pfingstgemeinde in Jerusalem) sondern durch das Lesen im Wort Gottes werden wir geführt und erleben im Geist die Verbundenheit mit unseren anderen Geschwistern. Was wir erleben, müssen wir auch pflegen - deshalb: "Befleißigt euch, die Einheit des Geistes (die immer besteht durch das Band des Friedens zu halten..." (Eph 4:3).
Im Geist - und hierunter versteht Paulus den ihm von Gott verliehenen Geist - war der Apostel mit seinen Glaubensgeschwistern verbunden, mehr noch, er konnte beobachten und sich freuen, und dies darüber, was die überströmende Gnade im Glaubensleben anderer bewirkt hat. Da dürfen jw auch wir uns fragen, ob solche Art Freude in uns ist, oder ob wir nur mit uns selber beschäftigt sind?
Durch die Nachrichten seiner Mitarbeiter (hier wohl Epaphras) bekam Paulus ein geistliches Bild von den Kolossern, und als erstes freue er sich über die "Ordnung ihres Glaubens". Unter "Ordnung" verstehen wir etwas Aufgeräumtes, Übersichtliches und schnell Zugreifbares ... hat der Glaube damit etwas zu tun?
Nennen wir kurz das Gegenteil: Es wäre Unordnung, Unsortiertes und Unübersichtliches!
Der uns von Gott gegebene Glaube an Christus Jesus rettet uns in der Gnade - dem ist von uns aus nichts hinzuzufügen! Doch diese Stellung, so herrlich sie ja ist, soll durch unseren Wandel ausgelebt werden, unser Glaube soll wachsen, und dazu braucht er "Nahrung!" "Ordnung im Glauben (an Christus)" heißt für uns, die richtige Nahrungsquelle zu finden, dann aber nicht wahllos alles in sich aufnehmen, sondern gezielt jene Nahrung zu suchen, die Gott ganz speziell uns, der Körpergemeinde Christi Jesu, zugeteilt hat. Diese Nahrung gilt es zu ordnen, dass wir jederzeit auf sie zugreifen können!
Auf welches Wort greifen wir zurück, wenn uns die Finsternismächte angreifen? Und - die geistlichen Mächte der Bosheit greifen. uns ständig an! Wie sieht bei uns das Schwert des Geistes aus, das gemäß Eph 6:17 ein Ausspruch Gottes ist? Haben wir Ordnung in dem, was wir glauben? Können wir auf das richtige Wort zurückgreifen?
Machen wir uns nichts vor, liebe Geschwister: Ein guter Teil der Gläubigen dämmert vor sich hin, ohne das geringste Wissen. um ihre wahre BErufung!" Sie lesen täglich einen passenden Vers z.B. aus dem Losungsbuch, und das war es dann. Sie haben den Angriffen Satans nichts entgegenzusetzen, sie werden von jedem Wind der Lehre wie von brandenden Wogen hin umher geworfen und umhergetragen durch die Unberechenbarkeit der Menschen, durch die List, die darauf ausgeht, den Irrtum planmäßig zu verbreiten (lies Eph 4:14). Und der Irrtum wird gerade heute immer planmäßiger!
Die Pfeiler, die Paulus in unserem Leitvers aufzeigt, sind zuerst die Ordnung, die erkennt, dass für uns heute die Botschaft des Apostels Paulus maßgebend ist (weil er allein unser überhimmlische Berufung aufzeigt), dann die Festigkeit in diesem herrlichen Evangelium der Gnade. Lassen wir heute einmal das Wort auf uns einwirken: "Lasst euch nicht von mancherlei und fremden Lehren wegtragen; denn es ist trefflicher, das Herz in der Gnade stetig zu machen, nicht durch Speisen, mit denen darain Wandelnden nicht genützt werden kann (Hebr 13:9).
Die herausgerufene Gemeinde der Kolosser war, wie alle anderen Gemeinden, keine menschliche Organisation, sondern ein vom Geist Gottes gewirkter Organismus, wo jeder mit jedem verwoben ist, wie ein Baum mit seinen Ästen; und Christus ist das Haupt Seiner Körpergemeinded. Die Festigkeit des Glaubens an ihr Haupt wirkte wie ein Bollwerk gegen die Angriffe Satans.
Im griechischen Urtext heißt es in Bezug auf "die Festigkeit des Glaubens" nicht an, sondern (hinein) in Christus (eis christon) - das ist schon ein Unterschied! Der Glaube an Christus ist das Geschenk und Fundament eines jeden berufenen Gläubigen, er kann im Grund kaum erschüttert werden. Doch das Wachstum "hinein in Christus" ist durchaus störungsanfällig!
Mit Freuden sieht Paulus bei den Kolossern dieses Glaubenswachstum hinein in Christus, noch war ihre Festigkeit nicht erschüttert, aber die Gefahr bestand. Der Glauben "hinein in Christus" ist zuerst einmal das Suchen dessen, was droben ist, wo Christus zur Rechten Gottes ist. Hier hinein sollen wir uns im Geist versehen, von Ihm sollen wir uns nicht mehr abbringen lassen ("Abbringen" derart, dass wi runs wieder mehr mit dem beschäftigen, was auf der Erde ist). Nehmen wir die herrlichen zwei Verse aus 2Kor 3:17-18 mit in den Tag (bitte lesen), sie verdeutlichen, was das "hinein in Christus" bedeutet.
Kol 2:6-7
- "Wie ihr nun Christus Jesus, den Herrn, angenommen habt, so wandelt in Ihm, gewurzelt und auferbaut in Ihm, stetig im Glauben, so wie ihr belehrt wurdet, darin überfließend in Dank."
Es ist die köstliche Tatsache, dass wir alle in der Gnade Gerettete sind, und dies ohne unser Zutun! Keiner kann sich selber auserwählen bzw. vorherbestimmen, das ist eigentlich leicht zu verstehen! Auf diesem unwiderrufbaren Fundament sollen wir wandeln, und dies immer tiefer hinein in Christus, unseren Herrn.
Unser Wandel soll das ausleben, was wir im Glauben erfassen durften, es ist "ein Wandel in Ihm". Paulus zeigt uns dies ganz wunderbar an zwei Bildern auf: "Gewurzelt und auferbaut"! Lassen wir diese zwei Bilder einmal auf uns einwirken: Die Wurzeln gehen in die Tiefe, ein Aufbau geht in die Höhe - also zwei treffliche Begriffe! Schauen wir zuerst einmal auf die Wurzeln:
"Wurzeln" geben einem Baum zum einen den festen Halt, um jedem Sturm standzuhalten, zum zum anderenversorgen sie den Baum mit Nahrung aus der Tiefe des Erdreiches, sie geben ihm die nötige Kraft und vermitteln zugleich ein gesundes Wachstum. Und nicht zu vergessen: Wurzeln hören nie auf mit Wachsen, sie dringen immer tiefer und breiter in die Erde ein! Damit haben wir ein wunderbares Bild für unseren Wandel!
Unser Erdreich , in das wir wurzeln sollen, ist Christus! "In Ihm" ist alles zu finden, was wir brauchen, "in Ihm" sind alle Schätze der Wisheit und Erkenntnis verborgen, wir müssen nur unsere Wurzeln in Ihn hineinversenken!
Gingen wir gestern in die Tiefe, so streben wir heute in d ie Höhe! Und wieder ist es ein Bild, das uns helfen darf: So wie bei einem Haus Stein auf Stein gefügt wird und der ganze Bau immer höher wächst, so soll unser Glaube durch das geschriebene Wort empor wachsen, allerdings: Wir müssen es (Gottes Wort) in die Hand nehmen, darin lesen, und dann wir es uns durch die Krafteinwirkung des heiligen Geistes aufgeschlossen.
Wir können das Bild eines emporwachsenden Hauses auch mit "einer Leiter" austauschen, wir nennen die einzelnen Sprossen "Offenbarungsstufen"! Diese Offenbarungsstufen klimmen wir hinauf und gewinnen mit jeder Stufe eine weitere Aussicht. Wer von uns schon einmal einen Aussichtsturm be stiegen hat, weiß dies. Auf den unteren Stufen ist noch nicht viel zu sehen, Sträucher und Bäume versperren die Aussicht. Doch sobald man höher kommt und über die Bäume hinweg sehen kann, weitet sich der Blick, bis es dann oben zu einem grandiosen Rundblick kommt! Dieses Bild ist sehr treffend, denn Gott lässt Sich nicht gleich ganz unten in Seiner Größe erkennen! Auf den unteren Stufen spielt bei einem Gläubigen der Mensch, das "Ich" noch eine gewichtige Rolle, es wird dem Menschen noch viel eingeräumt. "Ich" habe mich bekehrt, "Ich" habe mich für Jesus entschieden, "Ich" habe dies und jenes getan, "Ich, Ich, Ich..." - doch je mehr Erkenntnis wir gewinnen, desto mehr tritt unser "Ich" zurück. bis es ganz verschwindet (es ist mit Christus gestorben), und wir erkennen, dass Gottalles bewirkt!
Beide Begriffe, das "gewurzelt und auferbaut", verfolgen ein Ziel: "Damit Christus durch den Glauben völlig in euren Herzen wohne und ihr, in Liebe gewurzelt und gegründet, erstarken möget, um mit allen Heiligen zu erfassen, was die Breite und Länge und Tiefe und Höhe ist ..." (Eph 3:17-18). Und in Vers 19 lautet das Ziel: "....(um auch die alle Erkenntnis übersteigende Liebe des Christus zu erkennen), damit ihr zur gesamten Vervollständigung Gottes vervollständigt werdet."
Obige Worte aus dem Epheserbrief ergänzen unsere Auslegung: Erfassen sollen wir die Breite und Länge und Tiefe und Höhe! Achten wir auf die Reihenfolge: Mit der Breite und Länge zieht Gott die Umrisse, dann geht es zuerst in die Tiefe, um das Fundament zu setzen, und erst dann wird in die Höhe gebaut! Wenn alles so erfolgt, kommt es auch zur Ordnung, Festigkeit und Stetigkeit des Glaubens, von dem wir in Vers 5 lasen.
Und noch eines hebt Paulus hervor: "... so wie ihr belehrt wurdet!" Wir kommen am Schluss dieses Briefes noch auf Epaphras zu sprechen, der ja einer der Kolosser war (Kol 4:12); er hat sie im Sinne des Apostels Paulus belehrt, nämlich in dem Evangelium, welches sie in Christi Gnade berufen hat - von diesem Evangelium gilt es, nicht wie die Galater abzuweichen (Gal 1:6).
Wir kommen zur letzten Aussage in diesem Vers, "überfließend in Dank."Wer als berufener Gläubiger fest geworden ist, wer von sich selbst abgekommen und sein wesenhaftes "Sein in Christus" gefunden hat, wo das "Ich" immer kleiner und Christus immer größer geworden ist, da muss der Dank von selbst überfließen!
Manchem mag es zuviel werden, immer von der gnade zu lesen, die er, wie er meint, doch längst erkannt hat! Doch hat er (oder "wir") auch bemerkt, dass diese Gnade überfließend ist (Röm 5:15)? Und "überfließend" ist ein ununterbrochener Vorgang - also dürfen wir uns auch ununterbrochen daran erinnern lassen und im gleichen Maß ununterbrochen danken!
Ist uns, liebe Geschwister, bewusst, wie oft wir Gottes Herz täglich kränken? Es gibt ja Gläubige, die sich für "perfekt" (!) halten, jene sprechen wir hier nicht an. In Eph 1:7 steht die herrliche Verheißung: "In Ihm haben wir die Erlösung durch Sein Blut, die Vergebung der Kränkungen nach dem Reichtum Seiner Gnade, die Er in uns überfließen lässt." Hier sind zwei Dinge genannt: Der einmalige Vorgang unserer Erlösung von der Sünde, und dann die (tägliche) Vergebung unserer (täglichen) Kränkungen nach dem Reichtum Seiner Gnade! Wer von uns sich dessen voll bewusst ist, kann nur noch danken, täglich danken und darin überfließen!
Warnung vor Irrlehren
Kol 2:8
- "Hütet euch, dass euch niemand beraubt wegführe durch Philosophie u nd leere Verführung gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den Grundregeln der Welt und nicht gemäß Christus."
Die Stellung der Kolosser in Christus ist gesichert, keine Macht im gesamten All durfte sie antasten! Anders steht es mit dem Wander in Christus, der einmal, nach der Entrückung, vor der Preisrichterbühne des Christus offenbar gemacht wird (siehe 2Kor 5:10); hierzu lesen wir heute: "Hütet euch...", und das Stichwort ist "Philosophie"!
Mit Freuden beobachtete Paulus die Ordnung und Festigkeit des Glaubens der Kolosser an Christus, jetzt fordert der Apostel die Gemeinde ebenfalls zum Beobachten auf, und dies in dem Sinn, dass sich keine falschen Verführer einschleichen (hinter denen der Widerwirker steht), und die Kolosser durch die Philosophie beraubt und wegführt. Was ist Philosophie? Im Duden steht "Weisheitsliebe, das Forschen und Streben nach Erkenntnis des letzten Sinnens, der Ursprünge des Denkens und Seines...", also das edelste Gedankengut der Menschen, die. nicht "in Christus Jesus" gläubig sind. Wir betonen Letzteres, weil die Philosophie ja Gott nicht unbedingt leugnet, sondern durchaus nach Wahrheit sucht, und dies auf höchster Kulturstufe. Das Verführerische liegt darin, dass das Edle gesucht wird, und nicht das Böse! Sie war besonders bei den Griechen und Römern beliebt, aber auch bei den Juden in der Diaspora (also auch in Kolossä).
Die Philosophie appelliert an unser Fleisch, doch wir sollen erkennen, dass unsere alte Menschheit (das Fleisch) zusammen mit Ihm gekreuzigt wurde (lies Röm 6:6)!
Die mahnenden Worte Pauli zeigen uns erneut, dass unser Wandel durchaus angreifbar ist und wir ständig auf der Hut sein müssen. Mehr noch: Gemäß Eph 6:10 ff stehen wir in einem ständigen Kampf gegen die Macht der Finsternis, vor der uns nur eine vollständig angelegte Waffenrüstung schützen kann. Fehlt nur ein Teil, sind wir sofort verwundbar, und dies kann so weit gehen, dass wir beraubt weggeführt werden von dem Evangelium der Gnade, welches uns sagt, dass wir nicht aus Werken gerettet sind, damit sich niemand rühme (Eph 2:8).
Philosophie, die Paulus als leere Verführung bezeichnet, appelliert an unser Fleisch, "nach dem Guten zu streben" - hier ist ja auf den ersten Blick nichts Schlechtes daran. Kann es falsch sein, den Menschen Gutes zu tun, auf menschliche Rituale zu hören, z. B. diese oder jene Speise nicht anzurühren (in den Versen Kol 2:16-23 kommt Paulus näher darauf zu sprechen)? Die Verführung ist raffinierst, denn dies alles zieht die Gläubigen herab auf die Erde, er soll sich mit dem beschäftigen, was auf der Erde ist - und genau dem widerspricht Kol 3:1 ff!!!
Philosophie, Überlieferung der Menschen, Grundregeln der Welt ... das alles ist nicht gemäß Christus, mehr noch: Es steht gegen Christus. Gerade hier im Kolosserbrief zeigt Paulus die Einzigartigkeit und Erhabenheit Christis, die durch nichts ersetzt werden kann, was von dieser Welt ist. Nur "durch Ihn" und "in Ihm" können wir die Täuschung erkennen und richtig beurteilen, und die derart, wie uns Vers 9 weiter lehrt:...
Kol 2:9
- "Denn in Ihm wohnt die gesamte Vervollständigung der Gottheit körperlich;"
Von unserem Wandel weg führt Paulus unsere Blicke wieder hin auf Christus, unser Haupt, und wir dürfen Herrliches in uns aufnehmen: Er ist der einzige und wahre Darsteller Gottes, ja, Er ist Seiner Verkörperung. Hebr 1:3 sagt hierzu: "Er ist die Ausstrahlung Seiner (Gottes) Herrlichkeit und das Gepräge Seines Wesens...'"! Um diese Worte mehr verstehen zu können, müssen wir etwas tiefer einsteigen und erst einmal zu erfassen versuchen, was "die gesamte Vervollständigung der Gottheit körperlich" bedeutet:
Zuerst sei sehr deutlich gesagt, dass Gott Selbst keine Vervollständigung braucht - das müsste uns allen klar sein! Aber zum Zweck Seiner Enthüllung (Gott will Sich Seinen Geschöpfen ja bekannt machen) verkörpert Er Sich in Christus, dem Sohn Seiner Liebe! Es ist also Christi Aufgabe, uns den Vater nahe zu bringen, damit wir Ihn mit unseren Sinnen erfassen können.
IN vielen Schriftstellen lesen wir, dass Gott unsichtbar ist, weil Er "Geist" ist, so z.B. in Joh 4:24; Röm 1:20; dann in Kol 1:15 oder 1Tim 1:17. Das Erste, was der unsichtbare Gott gemäß Hebr 1:5 zeugte, war "der Sohn Seiner Liebe"! Kol 1:15b sagte uns ja schon: "Er ist der Erstgeborene vor einer jeden Schöpfung." Alles was der unsichtbare Gott in Sich trug, verkörperte Er in Seinem Sohn, um Sich der später erschaffenen Schöpfung als Abbild in Christus sichtbar zu machen! Vielleicht darf es uns heute erneut bewegen, dass es einmal eine Zeit gab, wo noch nichts existierte, außer Gott, dem Vater und dem einzig gezeugten Sohn Seiner Liebe!
Wenn wir versuchen, uns im Geist in jene Zeit zurück zu versetzen, wo noch nichts erschaffen war, fühlen wir schnell, dass wir eigentlich schon die Grenze unseres Vorstellungsvermögens überschritten haben, es ist heiligster Boden! Und dennoch gewährt der Vater uns al Seinen Söhnen tiefste Einblicke in Sein Wesen und in Sein Herz! "Gott ist Liebe", sagt 1Jo 4:8 und bringt uns damit das Wesen Gottes mit drei Worten nahe. Weil aber nach unserem menschlichen Verständnis "Liebe" ein Gegenüber braucht, um sich zu erzeigen und zu ergießen, zeugte der unsichtbare Gott nach dem Ratschluss Seines Willens zuerst jenes Medium, welches Gott benötigte, um Seinen Willen in Bezug auf die noch zu erschaffende Schöpfung zu erfüllen - und dieses Medium war der Erstgeborene vor einer jeden Schöpfung, Christus!
'Wir fassen n och einmal zusammen: Die Gottheit (was sich allein auf den Vater bezieht), zeugt aus Sich heraus eine Vervollständigung dahingehend, dass sie (die Gottheit) ein Abbild benötigt, ein Wort, einen Mittler, um Sein Wesen, welches "Liebe" ist, zu offenbaren. Christus ist dieses Abbild, das Wort und der Mittler, der die Funktion "ausfüllt" - und für dieses "Ausfüllen" benutzt der griechische Urtext das Wort "pleroma", was "Fülle" bedeutet, in unserem Leitvers steht dafür "Vervollständigung"! Die Fülle (plerpoma), die Vervollständigung der Gottheit wohnt in Christus körperlich! Damit haben wir die einmalige und u nendlich herrliches Aufgabae usneres geliebten Herrn und Hauptes ins Licht gestellt - es ist mehr als lohnend, sich einmal im Geist hier hinein zu versehen!
Der Ausdruck "Vervollständigung" (pleroma) ist von Gott allein auf Seinen Sohn bezogen, weil Christus allein zu einer glückseligen Vollendung führt, und diese Vollendung heißt "damit Gott alles in allen sei" (1Kor 15:28b). Dieser letzte krönende Abschluss im Heilsplan Gottes ist einem Großteil der Gläubigen bis heute verborgen geblieben, sie sehen anstatt Freude und Glück lieber eine endlose Höllenqual!!! Sie verunehren damit nicht nur Gott, sondern auch den Sohn, weil Sein Opfer am Kreuz auf Golgatha damit nur wenigen gelten würde.
Es muss uns immer wieder schmerzlich treffen, dass einer der größten Schätze, die uns das Wort Gottes überlässt, nämlich "die Aussöhnung des Alls", von den meisten Menschen nicht nur abgelehnt, sondern auch vehement bekämpft wird! Aber gerade weil Christus die gesamte Vervollständigung Gottes ist, wird das All auch vollständig ausgesöhnt! Wie könnte aber Christus diese Vervollständigung sein, wenn nur 10% (oder noch weniger) gerettet würden und Satan 90% der Menschheit in eine ewige Verdammnis führen könnte?
Halten wir fest und bezeugen unerschrocken, und ohne Menschenfurcht: Christus ist das Abbild Gottes, Er ist der Retter der gesamten Menschheit. Er ist das Gottes Wort und unser Erlöser! Dabei ist Er der Gottheit untergeordnet, aber der Herr aller Schöpfung! Menschliche Unkenntnis und leere Philosophie versuchen pausenlos, Ihn all diesen Juwelen zu berauben - wollen wir uns mühen, Seinem Wort in alllem zu folgen, damit wir erfassen, was Er uns zugesagt hat!
Kol 2:10
- "...und ihr seid in Ihm vervollständigt, der das Haupt jeder Fürstlichkeit und Obrigkeit ist."
In Kol 1:19 lasen wir bereits die Worte:
