Die Taufe und ihre Bedeutung
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Von Daniel Muhl
Ein stark umkämpfter Schritt

Die Taufe ist ein Geschehen, das seit Beginn unglaublich umstritten und umkämpft ist. An dieser Handlung scheiden sich die Geister – sowohl in der Welt als auch im Christentum selbst (Apg 2:38-41).
Muslime, die zum Christentum konvertieren, haben einen sehr schweren Stand, und wenn sie sich noch öffentlich taufen lassen, dann schweben sie nicht selten in Todesgefahr. Der Schweizer Reformator Ulrich Zwingli ließ die Täufer gefangen nehmen, foltern und hinrichten. Auch Martin Luther stimmte in seiner zweiten Lebenshälfte der Todesstrafe der Wiedertäufer zu. Allerdings tat er dies vermutlich eher deshalb, weil den Wiedertäufern nachgesagt wurde, dass sie sich gegenüber der staatlichen Obrigkeit aufrührerisch verhielten und die Polygamie wieder einführten.
Durch die biblische Wassertaufe bezeugt ein Mensch vor den Menschen und auch vor den unsichtbaren Wesen (Engel und Dämonen), dass er sein altes egoistisches Wesen in den Tod gibt und dass er sich unter die Herrschaft Jesu Christi stellt (Röm 6:3-4 / Kol 2:12). Es ist das sichtbare Zeichen eines Herrschaftswechsels, indem man sich ganz bewusst unter die Herrschaft Jesu Christi begibt. Es ist ein sichtbares Zeichen und ein Bekenntnis, ein Eigentum von Jesus Christus zu sein (1Petr 3:21).
Dieses Zeichen erhitzt die Gemüter seit jeher und führt zu großen Spannungen und Auseinandersetzungen. Wenn ein Schamane, ein Hindu, ein Buddhist, ein Muslim, ein Atheist oder ein Götzendiener sich ganz bewusst taufen lässt, dann werden die gottfeindlich gesinnten Geister total nervös und reagieren mit Spott, Lästerung, Ablehnung und Hass (1Petr 4:4). Durch dieses sichtbare Zeugnis verlieren diese Geister einen Teil ihres Territoriums. Selbst katholische und evangelische Kirchenleute wittern einen möglichen Verlust, wenn eines ihrer Mitglieder sich als Erwachsener taufen lässt, nachdem er bereits als Baby in ihrer Kirche getauft wurde.
Ich selbst wurde als Kind nicht getauft, und als ich zum Glauben an Jesus Christus kam, dauerte es noch ungefähr 13 Jahre, bis ich mich mit meiner lieben Frau taufen ließ. Ich bin kein Einzelfall. Sehr viele Christen lassen sich erst Jahre nach ihrer Bekehrung taufen; einzelne sogar erst Jahrzehnte später. Immer wieder habe ich mich gefragt, weshalb das so ist. Die tiefste Ursache, die dahintersteckt, sehe ich im Kampf der Geister (Eph 6:12)! Auf die persönlichen Beweggründe möchte ich noch zu einem späteren Zeitpunkt eingehen.
Die Anfänge der Taufe
Auch wenn das Alte Testament keine Taufe im eigentlichen Sinn kennt, so finden wir hier doch vereinzelte Aspekte, die mit der Taufe zusammenhängen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Johannes der Täufer auch diese Aspekte im Hinterkopf hatte, als er anfing, Menschen zu taufen.
Wenn ein Mensch an Aussatz litt und geheilt wurde, dann musste zuerst ein ganz bestimmtes Opferritual vollzogen werden und der Geheilte musste sich noch im Wasser baden. So lesen wir in 3Mo 14:8:
- Der Gereinigte aber soll seine Kleider waschen und alle seine Haare abscheren und sich im Wasser baden, so ist er rein.
In der Thora (fünf Bücher Mose) ist von etlichen Ritualen die Rede, wo man im Wasser baden sollte, um sich zu reinigen (z. B. in 3Mo 14-16). Die Taufe ist zwar mehr als ein Reinigungsritual, aber sehr wahrscheinlich finden wir hier auch die Wurzeln der Taufhandlung.
Eine alttestamentliche Begebenheit erinnert uns im Besonderen an die Taufe. Es ist die Geschichte des syrischen Generals Naaman (2Kö 5). Er litt an Aussatz und ein Mädchen bzw. eine Jungfrau gab ihm die Empfehlung, den Propheten aus Samaria zu besuchen, um geheilt zu werden. Der syrische König unterstützte diese Sache und sandte ihn mit einem Begleitschreiben zum König von Israel. Dieser meinte im Begleitschreiben eine Heimtücke entdeckt zu haben, mit der der syrische König einen Anlass suchte, um mit Israel einen Streit zu entfachen. Doch Elisa meldete sich bei ihm und ließ ihm sagen:
- 2Kö 5:8 – „Warum hast du deine Kleider zerrissen? Lass ihn doch zu mir kommen! Und er soll erkennen, dass ein Prophet in Israel ist."
Daraufhin ging Naaman mit seinem ganzen Tross und allen seinen Geschenken zum Hause Elisas. Doch Elisa zeigte sich nicht einmal, sondern ließ ihm nur sagen:
- 2Kö 5:10 – „Geh hin und bade dich siebenmal im Jordan! [] So wird dir dein Fleisch wiederhergestellt werden und rein sein."
Die Reaktion des Generals zeigt uns das typische Verhalten von uns stolzen Menschen:
- 2Kö 5:11-12 – Da wurde Naaman zornig und ging weg. Und er sagte: Siehe, ich hatte mir gesagt: Er wird nach draußen zu mir herauskommen und hintreten und den Namen des HERRN, seines Gottes, anrufen und wird seine Hand über die Stelle schwingen und so den Aussätzigen vom Aussatz befreien. Sind nicht Abana und Parpar, die Flüsse von Damaskus, besser als alle Wasser von Israel? Kann ich mich nicht darin baden und rein werden? Und er wandte sich um und ging im Zorn davon.
Naaman hatte eine klare Vorstellung davon, wie es zu seiner Heilung kommen sollte. Er wollte den Propheten sehen und er wollte, dass der Prophet ihn als mächtigen und reichen General wahrnehmen würde.
Die Tatsache, dass sich Elisa nicht zeigte und ihn nicht anschaute, sondern wie einem Sklaven Anweisungen gab, machte ihn sehr zornig! Das war eine große Demütigung und die geschah vor den Augen seiner Diener. Solche Demütigungen haben wir wahrscheinlich alle schon einmal erlebt. Diese kratzen so sehr am eigenen Stolz, dass man in der ganz großen Gefahr steht, sich zu verhärten und in der Folge davon bitter zu werden. Es kommt zu einer geistlichen Blockade und die Betreffenden verlieren ihre geistliche Vollmacht; sofern vorher eine vorhanden war!
So ähnlich lief es bei mir ab, als ich spürte, dass ich mich taufen lassen sollte. Ich hatte bereits ein beachtliches Bibelwissen und wusste, dass die Wassertaufe nicht heilsnotwendig ist. Soweit ich mich richtig erinnere, wusste ich auch, dass die eigentliche und wesenhafte Taufe mit Heiligem Geist und mit Feuer geschieht (Mt 3:11). Ebenso wusste ich als „Anhänger" des Apostels Paulus um seine Aussagen im 1. Korintherbrief, wo er schrieb, Gott dankbar zu sein, in der Korinthergemeinde nur zwei Brüder und das Haus des Stephanas getauft zu haben (1Kor 1:14-16).
Das war für mich die biblische Legitimation, mich nicht taufen zu lassen. Hinzu kam das sonderbare Schamgefühl, vor einer Menge von Leuten ins Wasser getaucht zu werden. Irgendwie empfand ich das bewusst oder unbewusst als Demütigung, zumal ich schon einige Zeit gläubig war und mich mit „biblischen Argumenten" bereits kritisch zur Wassertaufe geäußert hatte. Mein schlechtes Gewissen konnte ich mit diesen Argumenten etwas ruhigstellen. Hinzu kam noch das Problem, dass wir uns als Familie in der damaligen Heimatgemeinde nicht angenommen fühlten; was den Schritt zu einer Taufe noch zusätzlich erschwerte.
Die Anweisung, sich siebenmal im Jordan unterzutauchen, war – was die äußere Handlungsweise betraf – nicht schwer zu erfüllen. Trotzdem war es für Naaman schwer, sich dazu durchzuringen, weil er sich zuvor vor seinen Dienern demütigen musste.
Die Entscheidung, sich im Wasser taufen zu lassen, wird von den unsichtbaren Mächten mit allen Mitteln bekämpft, weil es ein Zeichen der Herrschaft Jesu Christi über einen Menschen darstellt und weil es ein Zeugnis ist, das weitere Menschen zu diesem Schritt motivieren könnte, was den widergöttlichen Geistern ein Dorn im Auge ist.
Die kosmischen Geistesmächte versuchen die Erwachsenentaufe mit Wasser zu verhindern, indem sie:
- mit schwerwiegenden Konsequenzen drohen (gesellschaftliche Ächtung, Ausschluss aus der Familie, Todesdrohungen usw.)
- den Stolz der Betroffenen anstacheln und ihnen einflüstern: „Du hast es doch nicht nötig, dich so demütigen zu lassen!"
- die biblische Aufforderung, sich taufen zu lassen, als überholt bezeichnen
- erklären, dass die Taufe mit Heiligem Geist und Feuer eine Taufe mit Wasser unnötig mache
- zu beweisen versuchen, dass Paulus im Laufe seines Lebens die Wassertaufe als nicht mehr notwendig betrachtete
Aus diesem Grund möchte ich diese Punkte etwas näher beleuchten.
Hier ist dein korrigierter und leicht geglätteter Text mit durchgängig korrekter Rechtschreibung, Grammatik und formatierten Bibelstellen als MediaWiki-interne Links. Ich habe den theologischen Inhalt nicht verändert, sondern nur sprachlich präzisiert und vereinheitlicht.
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Die eine Taufe
Wie ich bereits angedeutet habe, sagte Johannes der Täufer in Bezug auf die Taufe Folgendes:
- Mt 3:11 – Ich zwar taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, dessen Sandalen zu tragen ich nicht würdig bin; er wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen.
Ohne Zweifel handelt es sich hier um die „eine wesenhafte Taufe“, und der Taufende ist Jesus Christus! Auch Paulus redet von einer Taufe in Eph 4:5:
- Eph 4:4 – Da ist ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen worden seid in einer Hoffnung eurer Berufung: 5 Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, 6 ein Gott und Vater aller, der über allen und durch alle und in allen ist.
Die eine Taufe ist die Taufe mit Heiligem Geist und Feuer – und allein diese Taufe ist auch heilsnotwendig! Wenn ein Mensch auf dem Sterbebett zum lebendigen Glauben an Jesus Christus findet, dann ist er auch ohne Wassertaufe gerettet. Wer Jesus Christus als seinen persönlichen Herrn und Retter angenommen und Ihm sein Leben und Herz geschenkt hat, ist ein Eigentum Jesu Christi und dadurch auch errettet – unabhängig davon, ob zuvor eine Wassertaufe stattgefunden hat oder nicht. Eine Lebensübergabe von ganzem Herzen hat immer zur Folge, dass der Heilige Geist in das Herz eines Menschen einzieht; dies beinhaltet eine Taufe mit Heiligem Geist.
Was aber beinhaltet diese Taufe genau? Paulus erklärt uns im Römerbrief:
- Röm 6:4 – So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in Neuheit des Lebens wandeln.
Diese Taufe „in den Tod“ spricht auch Jesus an, wenn er sagt:
- Mk 10:39 – Sie aber sprachen zu ihm: Wir können es. Jesus aber sprach zu ihnen: Den Kelch, den ich trinke, werdet ihr trinken, und mit der Taufe, mit der ich getauft werde, werdet ihr getauft werden.
und
- Lk 12:50 – Ich habe aber eine Taufe, womit ich getauft werden muss, und wie bin ich bedrängt, bis sie vollbracht ist!
Wir dürfen also sehen, dass die Taufe mit dem Tod zusammenhängt. Die Taufe macht deutlich, dass etwas oder jemand in den Tod gegeben wird. Indirekt wird das auch dort sichtbar, wo Paulus erklärt, dass die Israeliten auf Mose getauft wurden:
- 1Kor 10:1–2 – Denn ich will nicht, dass ihr darüber unwissend seid, Brüder, dass unsere Väter alle unter der Wolke waren und alle durch das Meer hindurchgegangen sind 2 und alle auf Mose getauft wurden in der Wolke und in dem Meer …
Als die Israeliten unter der Wolke waren und durch das Meer zogen, wurden sie auf Mose getauft. Was aber geschah dort genau? Als sie durch das Meer zogen und anschließend das ägyptische Heer darin umkam, gab es für die Israeliten kein Zurück mehr. Ihr altes Leben unter der ägyptischen Herrschaft lag hinter ihnen. Sie standen nicht mehr unter der ägyptischen Kultur und Religion. Sie sollten sich nicht mehr an der Denkweise der Ägypter orientieren, sondern an der Lehre des Mose und somit am Wort Gottes. Das Alte ist vorbei – jetzt hat etwas Neues begonnen!
Vor diesem Hintergrund dürfen wir die eine Taufe mit Heiligem Geist sehen. Durch die Erfüllung mit Heiligem Geist kommt unser ICH zu Tode. Das egoistische Ich-Wesen wurde mit Christus gekreuzigt, und deshalb schreibt Paulus auch:
- Gal 2:19–20a – Denn ich bin durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe; ich bin mit Christus gekreuzigt, 20 und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir; was ich aber jetzt im Fleisch lebe, lebe ich im Glauben …
Wer nicht mit Christus gekreuzigt ist, lebt für sich, für die eigene Ehre; er sucht sich selbst und die Selbstverwirklichung. Wer aber Christus in sich hat, der hat Christus auch auf den Thron seines Herzens gestellt. Auf seinem Herzensthron sitzt nicht mehr das Ich mit seinem ganzen Egoismus; es geht nicht mehr um Selbstverwirklichung, sondern um Christusverwirklichung im eigenen Leben. Mein alter Mensch ist mit Christus gekreuzigt und somit in den Tod gegeben. Wenn wir vollständig mit Heiligem Geist erfüllt sind, dann suchen wir nicht mehr unser eigenes Wohlbefinden oder unsere eigene (fromme) Ehre, sondern nur noch die Ehre unseres Herrn Jesus Christus und die Verherrlichung des himmlischen Vaters. Mein altes egoistisches Ich wurde in den Tod gegeben – und das ist die eine Taufe mit Heiligem Geist und Feuer!
Das Feuer ist einerseits ein Bild der Liebe Gottes und andererseits ein Bild des Gerichts, denn schon im AT steht ganz eindrücklich:
- Hl 8:6 – Lege mich wie ein Siegel an dein Herz, wie ein Siegel an deinen Arm! Denn stark wie der Tod ist die Liebe, hart wie der Scheol die Leidenschaft. Ihre Gluten sind Feuergluten, eine Flamme Jahs.
Die Liebe Gottes ist eindeutig ein Feuer, und sie verbrennt alles, was nicht Liebe ist. Die Liebe Gottes, die durch den Heiligen Geist in unsere Herzen ausgegossen ist (Röm 5:5), verbrennt unseren Egoismus und unsere Selbstgefälligkeit, indem sie in uns eine feurige Liebe zu Gott und zu unserem Nächsten entfacht, sodass wir lernen, nur noch Gott und unseren Nächsten zu sehen. Dabei verliert das eigene Wohlbefinden und die eigene Ehre immer mehr an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund dürfen wir auch das Wort Jesu lesen, als er sagte:
- Lk 12:49 – Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen, und wie wünschte ich, es wäre schon angezündet!
Wie bereits erwähnt, ist das Feuer auch ein Bild des Gerichts (Zeph 3:8), und von Petrus wissen wir, dass das Gericht beim Haus Gottes beginnt (1Petr 4:17). Unser alter Mensch ist mitgekreuzigt, weil nicht mehr das ICH, sondern Jesus Christus auf dem Thron des Herzens sitzt! Trotzdem befindet sich unsere Seele noch in einem Lernprozess, bei dem sie sich von den alten „Eierschalen“ des Egoismus befreien darf. Dies geschieht, indem Gott uns erzieht (Hebr 12:6). Wenn wir in seiner Erziehung stehen, werden wir auch in Nöte geführt, die ebenfalls als ein Gerichtsweg Gottes gesehen werden können. Aber wohl uns, wenn wir jetzt, auf dieser Erde, von Gott durch zum Teil schmerzhafte Erziehungswege geführt werden – und nicht erst nach unserem irdischen Leben.
Wurde die Wassertaufe für Paulus hinfällig?
Ist angesichts der Taufe mit Heiligem Geist und Feuer die Wassertaufe noch von Bedeutung? Braucht es die Wassertaufe überhaupt noch? Ist es nicht vielmehr so, dass für Paulus die Taufe hinfällig wurde, als er schrieb:
- 1Kor 1:14 – Ich danke Gott, dass ich niemand von euch getauft habe außer Krispus und Gajus, ...
und
- 1Kor 1:17a – Denn Christus hat mich nicht ausgesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkündigen.
Diese Aussagen erwecken den Eindruck, dass für Paulus die Wassertaufe hinfällig geworden sei.
Doch es ist auch hier von großer Bedeutung:
- dass man nicht über das hinausdenkt, was geschrieben steht (1Kor 4:6)!
- dass man erkennt, in welchem Zusammenhang Paulus diese Worte schrieb!
Infolge von Parteiungen kam es bei den Korinthern zu Spaltungen, bei denen sie sagten:
- 1Kor 1:12b – Ich bin des Paulus, ich aber des Apollos, ich aber des Kephas, ich aber Christi.
Es kam also zu unterschiedlichen Anhängerschaften, und vermutlich haben sich einige etwas darauf eingebildet, von Paulus persönlich getauft worden zu sein.
Angesichts dieser Parteiungen ist Paulus froh und dankbar, dass er nur Krispus und Gajus sowie das Haus des Stephanas getauft hat (1Kor 1:16). Er sagt nicht, dass diese Taufen eigentlich nicht nötig gewesen wären.
Paulus hatte auch nicht den Hauptauftrag, wie Johannes der Täufer, viele Menschen zu taufen (Joh 3:26–Joh 4:2), sondern sein Hauptauftrag bestand in der Verkündigung des Evangeliums (Röm 1:1 / Apg 9:15). Auch hier sagt Paulus nicht, dass dadurch die Wassertaufe hinfällig wurde. Paulus hat die Wassertaufe eindeutig praktiziert, auch wenn das nicht sein Hauptauftrag war (Apg 16:33 / Apg 18:8).
Trotzdem noch einmal die Frage:
- „Wenn die eine Taufe mit Heiligem Geist und Feuer geschieht, warum braucht es dann noch eine Wassertaufe?“ (Mt 3:11 / Apg 1:5)
Die Wassertaufe ist ein Zeichen und ein Zeugnis vor Engeln und Menschen, dass diese unsichtbare Taufe mit Heiligem Geist und Feuer geschehen ist (Apg 2:38 / Röm 6:3). Sie ist das sichtbare Zeichen dafür, dass man sich für Jesus Christus entschieden hat, dass man sein altes, egoistisches Leben in den Tod gegeben hat (Röm 6:4 / Gal 2:20). Dieses Bekenntnis ermutigt auch andere, diesen Schritt ganz bewusst zu gehen! Darum ist dieses Zeichen der Wassertaufe wichtig – auch wenn ich diesen Schritt nicht als heilsnotwendig erachte (Eph 2:8–Eph 2:9). Aber es ist auch ein Gehorsamsschritt, bei dem man sich – wie Naaman – demütigen muss (2Kö 5:14).
Es verhält sich ganz ähnlich wie beim Herrenmahl (Abendmahl). Das Herrenmahl ist ein Zeichen vor der sichtbaren und unsichtbaren Welt, dass wir geistlicherweise Sein „Fleisch“ essen und Sein „Blut“ trinken durften (Joh 6:53–Joh 6:56). Im Geist durften wir den „Herrlichkeitsleib“ Jesu empfangen, den Er vor Seiner Menschwerdung ablegte, sodass wir dadurch Anteil an Seinem göttlichen Wesen bekommen haben (2Petr 1:4). Auch dies ist in der Unsichtbarkeit geschehen, und auch dies bezeugen wir durch ein sichtbares Zeichen, indem wir das Herrenmahl feiern. Durch dieses Mahl verkündigen wir vor Engeln und Menschen den Tod des Herrn, bis Er kommt (1Kor 11:26).
So wie wir dieses Zeichen des Herrenmahls praktizieren, so sollten wir auch das Zeichen der Wassertaufe praktizieren – zum Zeugnis für Engel und Menschen (1Tim 6:12).
Immer wieder mache ich die Erfahrung, dass es zu einer geistlichen Blockade und zu fehlender Vollmacht kommt, wenn man die Wassertaufe ablehnt bzw. nicht (mehr) praktiziert (Apg 8:36–Apg 8:39). Die Wassertaufe gehört – wie auch das Herrenmahl – zu den sichtbaren Zeichen, die in den Gemeinden praktiziert werden sollten (Mt 28:19 / Apg 2:41).
Kindstaufe und erneute Taufe
Kindstaufe
Eine Taufe findet laut der Aussage der Bibel dann statt, wenn ein Mensch sein ICH ganz bewusst in den Tod geben will, indem er sich selbst verleugnet (Mk 8:34), und wenn er sich dazu entschieden hat, dass von nun an Christus auf dem Thron seines Herzens regieren soll – und nicht mehr er selbst! Die persönliche Entscheidung für Jesus Christus geschieht also vor der Taufe.
Vor diesem Hintergrund ist die Taufe von Säuglingen und von solchen, die sich noch nicht bewusst für Jesus Christus entscheiden können, fraglich. Die biblische Taufe wurde auch durch Untertauchen vollzogen und nicht durch das Besprengen mit einigen Wassertropfen. Das griechische Wort baptízō kommt von báptō und bedeutet so viel wie „untertauchen“ (Joh 3:23).
Etliche Ausleger weisen darauf hin, dass der gläubig gewordene Kerkermeister sich samt seinem Haus hat taufen lassen (Apg 16:30–33). Ebenso wurde auch das ganze Haus des Stephanas getauft (1Kor 1:16). Ob es in diesen Häusern unmündige und noch nicht entscheidungsfähige Kinder gab, wissen wir nicht. Die Befürworter der Kindstaufe gehen davon aus.
Auch wenn man die Meinung vertritt, dass die Kindstaufe möglich ist, so dürfte auf jeden Fall klar sein, dass eine solche Taufe nur dann im Sinne der Bibel sein kann, wenn die Eltern eine bewusste Entscheidung für den Herrn getroffen haben – und keinesfalls dann, wenn sie keine Vertrauensbeziehung zu Jesus Christus haben und es nur aus einer Art Tradition tun. Auch hier gilt: „Alles, was nicht aus Glauben geschieht, ist Sünde“ (Röm 14:23).
Auch wenn ich gläubige Eltern, die ihre Kinder taufen lassen, in keiner Weise verurteilen möchte, so bin ich aufgrund des Wortes Gottes dennoch der Meinung, dass die persönliche Entscheidung für Jesus Christus einer Taufe vorangehen sollte (Apg 2:38).
Bei einer biblischen Taufe geht es auch nicht um die Zugehörigkeit zu einer kirchlichen Organisation. Eine echte biblische Glaubenstaufe führt dazu, dass man ein Glied am Leib Christi wird, und dieser Leib ist ein geistlicher Organismus (1Kor 12:12–13). Diese Glieder finden wir wahrscheinlich in allen christlichen Gemeinden und Kirchen; aber keine Kirche oder Organisation kann von sich behaupten, dass alle ihre Mitglieder auch zum Leib Jesu gehören – denn nur solche gehören zum Leib Jesu, die eine lebendige, vertrauensvolle Liebesbeziehung zu Jesus Christus und zum himmlischen Vater haben (Joh 17:3).
Wiedertaufe
Christen, die in der Kirche oder in einer Gemeinde als Kleinkinder getauft wurden, stellen sich daher oft die Frage, ob für sie noch eine Erwachsenentaufe notwendig ist.
Wenn ich feststellen kann, dass meine Eltern mich aufgrund ihres persönlichen Glaubens und nicht aus bloßer Tradition haben taufen lassen, dann kann ich zumindest sagen, dass ich aufgrund ihres Glaubens getauft wurde. Dieses zeugnishafte Zeichen fand dann nicht aufgrund meiner eigenen Entscheidung, sondern aufgrund der Entscheidung meiner Eltern statt. Das zeugnishafte Zeichen, das auf meiner persönlichen Entscheidung beruht, fehlt jedoch noch (Apg 2:38).
Einige vertreten die Ansicht, dass sie mit ihrem Bekenntnis zu Jesus Christus das bereits geschehene Zeichen der Taufe bekräftigen und es deshalb keiner erneuten Taufhandlung bedarf. In diesem Fall fehlt aus meiner Sicht jedoch das wertvolle öffentliche Zeichen dieses Bekenntnisses vor Engeln und Menschen (Mt 10:32 / Lk 12:8).
Letztlich muss es jeder für sich selbst, im Gebet und mit ehrlichem Herzen prüfen (2Kor 13:5). Dann wird jeder zum richtigen Zeitpunkt die Gewissheit bekommen, was für ihn das Richtige ist. Wenn jemand sich selbst prüft und feststellt, dass es ihm aufgrund persönlicher Demütigung schwerfällt, diesen Schritt zu tun, dann ist das eher ein Hinweis darauf, dass der eigene Stolz im Weg steht – und nicht eine biblische Begründung (Spr 16:18).
Ich empfehle allen, dieses sichtbare Zeichen der Zugehörigkeit zu Jesus Christus zu vollziehen (Röm 6:3–4), da es in Zeiten persönlicher Anfechtung eine große Hilfe sein kann, wenn man sagen darf: „Damals habe ich mein altes Leben ganz bewusst in den Tod gegeben – jetzt gehöre ich Jesus Christus!“ (Gal 2:20 / 2Kor 5:17).
Anmerkungen
- Aussatz ist ein Bild auf die Sünde oder die Sündhaftigkeit.
- Der Jordan ist ein Bild auf den Tod.
