5Mo 8:10
Grundtext
MAS 5Mo 8:10 וְאָכַלְתָּ וְשָׂבָעְתָּ וּבֵֽרַכְתָּ אֶת־יְהוָה אֱלֹהֶיךָ עַל־הָאָרֶץ הַטֹּבָה אֲשֶׁר נָֽתַן־לָֽךְ׃
Übersetzungen
SEP 5Mo 8:10 καὶ φάγῃ καὶ ἐμπλησθήσῃ καὶ εὐλογήσεις κύριον τὸν θεόν σου ἐπὶ τῆς γῆς τῆς ἀγαθῆς ἧς ἔδωκέν σοι
ELB 5Mo 8:10 Und du wirst essen und satt werden, und du sollst den HERRN, deinen Gott, für das gute Land preisen, das er dir gegeben hat.
ELO 5Mo 8:10 Und hast du gegessen und bist satt geworden, so sollst du Jehova, deinen Gott, für das gute Land preisen, das er dir gegeben hat.
LUO 5Mo 8:10 Und wenn du gegessen hast +0398 (+08804) und satt bist +07646 (+08804), sollst du den HERRN +03068, deinen Gott +0430, loben +01288 (+08765) für das gute +02896 Land +0776, das er dir gegeben hat +05414 (+08804).
SCH 5Mo 8:10 Darum, wenn du gegessen hast und satt geworden bist, sollst du den HERRN, deinen Gott, loben für das gute Land, das er dir gegeben hat.
PFL 5Mo 8:10 Und du issest und wirst satt und segnest Jehova, deinen Gott, für das gute Land, das Er dir gab.
TUR 5Mo 8:10 Und du wirst essen und satt werden und den Ewigen, deinen Gott, preisen für das gute Land, das er dir gegeben.
Vers davor: 5Mo 8:9 --- Vers danach: 5Mo 8:11
Zur Kapitelebene 5Mo 8
Zum Kontext: 5Mo 8.
Informationen
🪔 Das Erkennen von Gnade führt zu Dankbarkeit und Freigiebigkeit (5Mo 8:10 / 2Kor 9:15) (D. Muhl)
Interlinear-Übersetzung
| Grundtext | Transliteration | Übersetzung | Strong-Nr. |
|---|---|---|---|
| וְאָכַלְתָּ | ve'achalta | und du wirst essen | H398 |
| וְשָׂבָעְתָּ | vesava'ta | und du wirst satt werden | H7646 |
| וּבֵרַכְתָּ | uverachta | und du sollst segnen / preisen / loben | H1288 |
| אֶת־ | et | Akkusativpartikel | H853 |
| יְהוָה | JHWH | HERR (Gottesname) | H3068 |
| אֱלֹהֶיךָ | Eloheicha | dein Gott | H430 |
| עַל־ | al | auf, wegen, für | H5921 |
| הָאָרֶץ | ha'aretz | das Land, die Erde | H776 |
| הַטֹּבָה | hatovah | das gute | H2896 |
| אֲשֶׁר | asher | welches, das | H834 |
| נָתַן־ | natan | er hat gegeben | H5414 |
| לָךְ | lach | dir | H0 |
Versanalyse & Erläuterungen
Grammatikalische Struktur
Der Vers beginnt mit einer Kette von drei Verben im Perfekt Consecutivum (Waw-Consecutivum), die eine zeitliche Abfolge ausdrücken:
- ve'achalta (וְאָכַלְתָּ) - "und du wirst essen": Das Verb kommt von der Wurzel אכל (akal, H398) und steht im Qal Perfekt mit Waw-Consecutivum, 2. Person Singular maskulin.
- vesava'ta (וְשָׂבָעְתָּ) - "und du wirst satt werden": Von der Wurzel שׂבע (sava, H7646), ebenfalls Qal Perfekt mit Waw-Consecutivum, drückt vollständige Sättigung aus.
- uverachta (וּבֵרַכְתָּ) - "und du sollst segnen": Von der Wurzel ברך (barak, H1288) im Piel Perfekt mit Waw-Consecutivum. Das Piel betont hier die intensive oder bewusste Handlung des Segnens/Lobens.
Die Akkusativpartikel et (אֶת־, H853) markiert das direkte Objekt - den HERRN - und unterstreicht die Zielgerichtetheit der Segnung.
Die Präposition al (עַל־, H5921) bedeutet "auf/wegen/für" und gibt den Grund für die Segnung an: das gute Land.
Theologische Bedeutung
Dankbarkeit als Antwort auf Gottes Versorgung: Der Vers etabliert ein fundamentales Prinzip: Gottes materielle Segnungen (Nahrung, Sättigung, fruchtbares Land) sollen zu geistlicher Antwort (Dank und Lobpreis) führen. Dies wird auch in Ps 103:1-2 und 1Thes 5:18 betont.
Das Konzept des Segnens (barak): Im Hebräischen bedeutet ברך nicht nur "danken", sondern "segnen" - es impliziert die Anerkennung von Gottes Güte und Größe. Der Mensch "segnet" Gott, indem er Ihn preist und Seine Taten verkündet (Ps 103:20-22, Ps 34:2).
Die Reihenfolge ist bedeutsam: Erst essen, dann satt werden, dann segnen. Dies warnt vor der Gefahr, in der Sättigung Gott zu vergessen - ein Thema, das im unmittelbaren Kontext von 5Mo 8 zentral ist (5Mo 8:11-14).
Historischer und kultureller Hintergrund
Kontext der Wüstenwanderung: Israel steht kurz vor dem Einzug ins verheißene Land. Nach 40 Jahren göttlicher Versorgung mit Manna in der Wüste (5Mo 8:3) sollen sie lernen, auch im Überfluss des neuen Landes nicht undankbar zu werden.
Das verheißene Land: Das "gute Land" (ha'aretz hatovah) wird in 5Mo 8:7-9 ausführlich als Land mit Wasserquellen, Getreide, Weinbergen, Ölbäumen und Bodenschätzen beschrieben - ein starker Kontrast zur kargen Wüste.
Tischgebete im Judentum: Dieser Vers ist die biblische Grundlage für das "Birkat HaMazon" (Tischgebet nach dem Essen), das bis heute im Judentum praktiziert wird. Es zeigt die bleibende Relevanz dieser Weisung.
Geistliche Anwendung
Dankbarkeit kultivieren: Der Vers lehrt, bewusst innezuhalten und Gott für Seine Versorgung zu danken - eine Haltung, die auch im Neuen Testament betont wird (1Tim 4:4-5, Kol 3:17).
Warnung vor Wohlstandsvergessen: Gerade im Überfluss besteht die Gefahr, Gott zu vergessen (5Mo 8:12-14, Hos 13:6). Der Vers ruft zu bewusster Erinnerung auf.
Gott als Geber aller guten Gaben: Das Land ist nicht durch eigene Kraft errungen, sondern von Gott gegeben (natan). Dies entspricht der Lehre von Jak 1:17.
Parallelstellen
- Essen und Sättigung als Gottes Gabe (Ps 145:15-16 / Mt 6:11 / Apg 14:17)
- Dankbarkeit und Lobpreis als Antwort auf Gottes Segen (Ps 103:1-2 / 1Thes 5:18 / Kol 3:17)
- Das gute Land als Gottes Geschenk (5Mo 8:7-9 / Ps 85:13 / Jer 2:7)
- Warnung vor Vergesslichkeit im Wohlstand (5Mo 8:11-14 / Hos 13:6 / Spr 30:8-9)
- Segnen/Loben des HERRN (Ps 34:2 / Ps 103:20-22 / Hebr 13:15)
- Dankbarkeit bei Tisch (1Tim 4:4-5 / Mt 14:19 / Apg 27:35)
- Gott als Geber aller guten Gaben (Jak 1:17 / Ps 104:27-28 / 1Chr 29:14)
- Versorgung in der Wüste vs. Überfluss im Land (5Mo 8:3 / 2Mo 16:4 / Neh 9:20-21)
