Hiob und sein Familienleben

Aus Bibelwissen

Abschrift: Wer ist Satan?
Satans Ursprung, Werke und Ziel (Heft 5)
aus der Reihe „Mannigfaltige Weisheit Gottes“
von M. Jaegle 1983

Abschrift mit freundlicher Genehmigung von Gerhard Groß
Als Schrift nicht mehr erhältlich.

siehe weitere Abschriften
Inhaltsverzeichnis

Hiob

Beginn der Heilsgeschichte III

1. Teil

Einführung

Schon im Heft "Beginn der Heilsgeschichte II" wurde auf die Schriftrolle "Hiob" hingewiesen und darüber Folgendes gesagt: "Zeitlich wie heilsgeschichtlich gehört das Buch HIob zu den Anfängen, obwohl es in der Ordnung der Bibelbücher viel später erscheint." Als Stütze für diese Annahme lassen wir zuerst das Zeugnis von zwei Schriftforschern folgen, die sich gründlich mit dem Leben Hiobs befassten.

Zitate von Schriftforschern

Hören wir zuerst einen Ausschnitt aus einem 1857 erschienenen Buch "Die Bibel und ihre Geschichte" von Dr. Albert Ostertag: "Nachdem Mose infolge seiner Mordtat aus Ägypten fliehen musste, fand er nach Gottes gnädiger Führung Aufnahme bei einem Priester namens Jethro, dessen Tochter er ehelichter, und blieb daselbst 40 Jahre.

War mochte doch in dieser langen Zeit in Mose vorgegangen sein! Nach allen Anzeichen war jener Priester Jethro ein gottesfürchtiger, gläubiger Mann, der den einen lebendigen Gott ungetrübt bei sich bewahrt hatte, wozu auch das Leben Hiobs gehörte. Jethro war ein Nachkomme Ismaels, des Sohnes Abrahams, und somit mit Mose stamm- und blutsverwandt. Wie mochte Mose da oft in heiligen Unterredungen bei seinem ehrwürdigen, erfahrenen Schwiegervater gesessen sein und dessen große, herrliche Gedanken in sein Herz gefasst haben. Und welch tiefe Eindrücke von der Majestät und Herrlichkeit seines Gottes mochte er in der ernsten, großartigen Umgebung dieser Einöde empfangen haben!

Viele meinen, dass es Mose gewesen sei (so auch der Talmud), der hier in der Einsamkeit das Buch Hiob abgefasst habe. Tatsächlich scheinen manche Gründe dafür zu sprechen. Denn im ganzen Buch findet sich nicht die leiseste Erwähnung der Geschichte Israels oder seines herrlichen Gesetzes, so dass man wohl vermuten möchte, es sei vor Israels Auszug aus Ägypten geschrieben worden. Auch müssen dem Verfasser die Lebensweise und die Sitten sowohl der arabischen Stämme als auch der Ägypter genau bekannt gewesen sein. War nicht Mose 40 Jahre in Ägypten und ebenso lange in Arabien gewesen? Und war er mit seinem reichen, großen Geist und mit seinem damals noch so jugendlichen Feuer nicht ganz der Mann, um unter göttlicher Erleuchtung das unerschöpflich reiche und geheimnisvolle Buch zu schreiben?"

Auszugsweise geben wir noch einen Artikel des gläubigen Wissenschaftlers Willem J. Ouweneel wieder, der im wissenschaftlichen Magazin "factum" veröffentlicht wurde. Dr Ouweneel ist der festen Überzeugung, dass Hiob im ersten Jahrtausend nach der Sintflut lebte und dass uns sein Buch Zeugnis dieser enormen Auswirkungen gibt.

"Nach seinem Leiden lebte Hiob noch 140 Jahre lang; das bringt seine ganze Lebensdauer auf etwa 200 Jahre. Wenn wir nun bedenken, dass die durchschnittliche Lebensdauer der Menschen nach der Sintflut allmählich abnahm, so bringt uns Hiobs Lebensspanne in die Periode weit vor Terah (Tharah).

Dass Hiob nicht eine dichterische Phantasiefigur war, sondern tatsächlich gelebt hat, wird uns in Jak 5:11 und Hes 14:14.20 ohne jedeen Zweifel bestätigt".

Weiter sagt dieser Schriftforscher: "Das Buch (Hiob) kennt keine gottesdienstliche Verbindung als die Familie, mit Hiob, dem Familienoberhaupt, als Priester (Hi 1:5). auch ist es wichtig zu beachten, dass darin allen von Brandopfern (= Aufsteignahungen) die Rede ist, auch im Falle von Sünde (Hi 1:5; Hi 42:8). Das verweist auf die Zeit vor dem Gesetz Mose, in der für die Sünde erstmals Sündopfer, im Gegensatz zu den Brandopfern, genannt werden. Auch die Erzväter brachten als Familienoberhäupter ausschließlich Brandopfer dar (1Mo 8:20; 1Mo 22:2-13)." (Das erste Mal lesen wir davon, als Noah die Arche verlassen hatte.)

Aufgrund der im Buch Hiob berichteten Begebenheiten verlegen auch noch ander Schriftausleger die Lebenszeit Hiobs ins zweite Jahrtausend vor Christus. Manche be trachten das Buch Hiob als das älteste der Bibel.

Wir dürfen wohl mit Recht annehmen, dass Hiob in der Zeit der Urväter lebte, also am Anfang der Heilsgeschichte der Menschheit. Dass es sich in der Tat so verhält, ergibt sich aus der weiteren Abhandlung.

1. Hiob und sein Familienleben

Gottes Zeugnis über Hiob

Hiob wird uns von Gott Selbst mit dem überaus schönen Zeugnis vorgestellt (Hi 1:1): "Es war ein Mann im Lande Uz, sein Name war Hiob; und selbiger Mann war vollkommen (unsträflich, untadelig) und rechtschaffen und gottesfürchtig und das Böse meidend (oder: ein sich Abkehrender - weg vom Bösen)." Weiter wird berichtet, dass Hiob zehn Kinder hatte, seine Herden überaus zahlreich waren und seine Dienerschaft sehr groß war, so dass von ihm gesagt werden konnte. "Selbiger Mann war größer als alle Söhne des Ostens." Diese Hiob auszeichnende Lob wiederholt dann Jewe später gegenüber Satan und vertieft es mit dem Zusatz (Hi 1:8): "...seinesgleichen ist kein Mann auf Erden!" Eine weitere wertvolle Auszeichnung wird Hiob zuteil, indem der Prophet Hesekiel (Hes 14:14-20) ihn neben die beiden Gottesmänner Noah und Daniel stellt. Und Jakobus preist die selig, die gleich Hiob in den Leiden ausgeharrt haben (Jak 5:1).

Ja, selbst einer seiner Freunde, Eliphas, der Temaniter, der ihn später schwer verleumdete, muss von Hiobs Wandel rühmen (Hi 4:3.4): "Siehe, du hast viele unterwiesen und erschlaffte Hände stärktest du; den Strauchelnden richteten deine Wort auf, und sinkende Knie hast du befestigt."

Stimmt dieses Zeugnis nicht mit demjenigen Hiobs überein: "Denn ich befreite den Elenden, der um Hilfe rief, und die Waise, die keinen Helfer hatte. Der Segen des Umkommenden (oder: Verlorenen) kam über mich, und das Herz der Witwe machte ich jubeln." (Hi 29:12.13).

Und welch große Zahl seiner guten Werke hat er noch in Hi 31 aufgezählt. Dazu gehörte auch der schon erwähnte enorme Reichtum, den er vorbildlich verwaltete, indem er andere freigiebig daran teilhaben ließ.

Aufgrund solcher Zeugnisse können wir nicht anders urteilen, als dass Hiob ein vorbildlicher Gottesmann war. Wir werden darin noch bestärkt, wenn wir einen Blick in

Hiobs Familie

tun. Nach dem Bericht im ersten Kapitel wurden ihm sieben Söhne und drei Töchter geboren, welche sich gegenseitig oftmals zu Gastmählern einluden. Auch dieses schöne Familienbild ist ein gute Empfehlung für Hiob. Denn wenn zehn Geschwister in solch herzlicher Eintracht miteinander leben, so lässt das auf eine gute Erziehung schließen und auf vorbildliche Eltern, die den Kindern ein gutes Zusammenleben vor Augen stellten.

Hiob als Hauspriester

Jetzt lernen wir noch einen weiteren edlen Charakterzug bei Hiob kennen. Als gottesfürchtiger Vater war er auch um ein rechtes Verhalten bei diesen Zusammenkünften besorgt. Er ihn bewegende Gedanke war (Hi 1:5): "Vielleicht haben meine Kinder gesündigt und sich in ihrem Herzen von Gott losgesagt." Und selbst ohne den Beweis eines Vergehens zu haben, heiligte er seine Kinder und opferte Brandopfer.

Schon bevor das Gesetz Mose gegeben war, handelte Hiob also bereits nach einer Vorschrift des Gesetzes (3Mo 5:17 ff.): "Wenn eine Seele sündigt... - hat er es auch nicht gewusst, so ist er schuldig und soll seine Ungerechtigkeit tragen." Wurde dem Schuldigen seine Verfehlung bewusst, so musste er ein Schuldopfer darbringen. Ganz in diesem Sinn hat Hiob dies schon damals für seine Kinder getan.

Ein neues Paradies

Wenn man in das Leben Hiobs hinein schaut und anfänglich nur vorbildliche Züge sieht, könnte man meinen, es wäre mit ihm nach der Sintflut ein neues Paradies angebrochen. Der Wandel Hiobs glich demjenigen Adams. Auf beide passt Gottes Lob in Hi 1. Auch von Adam konnte man sagen: "Es war ein Mann in Eden, sein Name war Adam; und selbiger Mann war anfänglich vollkommen und rechtschaffen. und gottesfürchtig und das Böse meidend." Ja, so nahe stand Hiob dem ersten Menschen, und auch das weitere Geschehen bei HIob bildet in manchen Punkten eine Parallele zu dem im Garten Eden.

Nun könnte man meinen, dass das beispielhafte Leben Hiobs ihn selbst aufs völligste befriedigt hätte. Dem war aber nicht so. Für Gott deshalb nicht, weil Er für Hiob noch einen viel größeren Segen bereit hielt - für den aber Hiob noch nicht reif und empfänglich genug war, trotz seines vorbildlichen Wandels. Hiob trug nämlich etwas in sich, das ihn nie recht froh werden ließ.

Hiobs getrübtes Glück

Als das Leid über Hiob hereingebrochen war, kam folgendes Geständnis über seine Lippen (Hi 3:25): "Ich fürchtete einen Schrecken, und er traf mich, und vor dem mir bangte, das kam über mich." Damit offenbart uns Hiob, wie es in seinem Herzen aussah: Im Genuss seines irdischen Glücks, im Paradies, in dem er lebte, erfüllte ihn Furcht und Bangigkeit von einen ungewissen Schicksal, das über ihn kommen könnte. Wie eine bedrückende Vorahnung bewegte ihn der Gedanke an ein über ihn hereinbrechendes Unglück, das ihn seines irdischen Segens berauben könnte. Un dann, wenn so etwas geschehen würde, sah er sich im voraus als einen armen, gebrochenen Mann.

Mit dieser schmerzlichen Vorahnung hat Hiob den Beweis geliefert, dass irdischen Glück niemals restlos zu befriedigen vermag. Übrigens war seine Befürchtung gar nicht unberechtigt, denn sein "Paradies" war tatsächlich von einem Feind umlauert, der aus seinen Ruin ausging. Ebenso war es im ersten Paradies.

Fehlende Erkenntnis Gottes und Seiner Liebe

Mit dem Geständnis Hiobs wird in seiner Frömmigkeit eine klaffende Lücke offenbar. Was Hiob fehlte, sagt der. Apostel Johannes (1Jo 4:18): "Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht hinaus!"

Dem gemäß war es ein Mangel an Erkenntnis der Liebe Gottes, mit der Gott Seine Geschöpfe unaussprechlich liebt. Auch war Hiob noch nicht bewusst, dass Gott selbst mit Leidenswegen und schweren Prüfungen nur Liebesabsichten verfolgt zum Wohle Seiner Geschöpfe. (Ja selbst der Zorn Gottes dient zur Hinausführung Seiner Herzensgedanken. Am Ende der Tage werden Seine Geschöpfe deswegen mit Verständnis innewerden. Jer 23:2; Jer 30:24). Immerhin müssen wir bei der Beurteilung Hiobs bedenken, dass er zu jener Zeit erst auf der elementaren Glaubensstufe stehen konnte. Dies äußert sich bei noch unmündigen Gläubigen gewöhnlich so, dass sie wohl dankbar sind für die von Gott erhaltenen Gaben, aber dann mehr an diesen hängen, als am Geber. Dasselbe gilt für Hiob. Und wie sehr er noch auf gute Werke baute, und wie ihm diese über alles gingen, ist aus Hi 29 ersichtlich. Deshalb konnte er zuerst auch nicht fassen, dass ihn beim Verlust seines irdischen Segens Gott dennoch liebte und anstatt des zusammen gebrochenen Glücks vermehrten Segen bereit hielt: ein Leben in Gott, in dem er sein volles Genüge finden würde.

Gottes Heilsvorsatz für Hiob

Ein neues, reicheres Leben

Der Vorsatz Gottes für Hiob war ein neues und viel reicheres Leben. Die Gewissheit, dass Gott auch dieses Ziel erreichen würde, erhalten wir in Hi 42:12-16): "Und Jewe segnete das Ende Hiobs mehr als seinen Anfang..." Es wurde ihm das Doppelte seines früheren Vermögens zuteil und wie aus Toten lebendig, wurden Hiob wiederum sieben Söhne und drei Töchter geboren. Überdies wurden ihm noch 140 glückliche Lebensjahre hinzugefügt als Wiedererstattung für die leidvolle Lebensspanne, die ungleich kürzer war. Das Gesegnetwerden wog alle durchstandene Not mehr als auf. Den herrlichsten Segen empfing er durch die vertiefte Erkenntnis Gottes und Seiner Liebe.

Im Blich auf diese die vorherige Habe weit übertreffende Herrlichkeit war Hiobs anfänglicher Reichtum von Gott daher zum Verschwinden bestimmt. Er musste Hiob genommen werden, um für das Neue und Bessere eine bereinigte Grundlage zu schaffen.

Hiob wurde zur Erkenntnis geführt, dass nicht seine Werke und sein tadelloser Wandel das Fundament dieses vermehrten Segens waren, sondern allein der gnadenvolle und an Liebe so unsagbar reiche Gott. Von Gott so überströmend reich gesegnet zu werden, nachdem er in Unglauben und Unkenntnis (1Tim 1:13b,14) tadelnde Worte über Ihn ausgesprochen hatte, war das Neue, überwältigend Große,, das Hiob erleben durfte.

Diese Lebenserfahrung tut Hiob mit bewegten Worten kund: "Ich weiß, dass Du alles vermagst, und kein Vorhaben (Plan) Dir verwehrt werden kann. Wer ist es, der den Rat (Gottes) verhüllt ohne Erkenntnis? So habe ich denn beurteilt, was ich nicht verstand, Dinge, zu wunderbar für mich, die ich nicht kannte... Mit dem Gehör des Ohres hatte ich von Dir gehört, aber nun hat mein Auge Dich gesehen. Darum verabscheue ich mich und bereue in Staub und Asche" (Hi 42:1-6).

Der selbstsichere Hiob ist zu einem gedemütigt Fragenden geworden, der bereit ist, sich in allem seinem Gott unterzuordnen.

Der Weg zu diesem überreichen Segen war zuerst ein großes Unglück, denn Hiob verlor dabei seine Habe, seine Familie, seine Freunde und zuletzt noch seine Gesundheit - doch geschah dies alles nach Gottes Vorsatz.

Hier stellt sich nun die Frage, auf welche Weise Gott diesen Vorsatz durchzuführen gedachte, und wem Er den Auftrag zur Zerstörung dieses schönen "Paradieses" gab. Das würde weder ein guter Mensch noch ein guter Geist unternehmen. Dafür konnte der große Verfüger nur ein Geschöpf mit einem brutalen Charakter gebrachen. Auf dies bedeutsamen Erwägungen gibt uns Gott eine unzweideutige Antwort.

Eine Ratsversammlung im Himmel

Gottes Heilsvorsatz mit Hiob beginnt mit einer Ratsversammlung im Himmel. "Und es geschah eines Tages, da kamen die Söhne Gottes, um sich vor Jewe z u stellen; und auch der Satan kam in ihrer MItte" (Hi 1:6).

Wie inhaltsreich sind doch diese Worte! Nicht nur, dass sie uns einen Blick in die Geschehnisse des Himmels gewähren, sie sind auch eine Offenbarung von immenser Wichtigkeit. Allem voran steht die gewaltige Tatsache: die Bibel wurde durch Inspiration des heiligen Geistes geschrieben! Denn kein Mensch vermag zu wissen, was außerhalb seines irdischen Wahrnehmungsvermögens im Himmel geschieht. Dem Verfasser des Buches Hiob muss also der Geist Gottes auf irgend eine Weise diese himmlische Ratsversammlung geoffenbart haben - gleich wie auch Petrus über die Entstehung der Bibel sagt: "...von heiligem Geist einhergetragen, haben heilige Menschen gesprochen" (2Petr 1:21).

Satan im Himmel

Gottes Wort berichtet noch von weiteren Zusammenkünften im Himmel und über das, was dort verhandelt wurde. So in 1Kö 22:19 ff. und bei Sach 3:1 ff. Es ist beeindruckend zu sehen, wie Satan bei jeder dieser himmlischen Versammlungen anwesend ist. (Damit stellt Gottes Wort ein weiteres christliches Dogma, ,wonach Satan in der Hölle wäre , als Irrtum bloss.) Zu diesen Zusammenkünften kommt der Widerwirker nicht als Einzelgänger oder als ungebetener Gast durch die Hintertüre herein, sondern steht inmitten der himmlischen Wesen. Auch ist er nicht von den andern ängstlich gemieden oder auf die Seite gestellt, sondern er erscheint vor Jewe als einer, dem der Zutritt in die Gegenwart Gottes offen steht, gleich den übrigen.

Satan zur Rechenschaft gezogen

Und so steht nun die ganze Schar vor Jewe. Alle müssen warten, auch Satan, bis Jewe zu reden beginnt. Als erstes muss Satan Rechenschaft ablegen. Unvermittelt stellt Gott ihm die Frage (Hi 1:7): "Wo kommst du her?" So kategorisch redet nur ein hoher Gebieter mit einem kleinen Untertan, Aufschluss über dessen Tun verlangend. Und Satan antwortet der Wahrheit gemäß: "Vom Durchstreifen der Erde und vom Umherwandeln auf ihr."

Diese Antwort lässt darauf schließen, dass Satan nicht allgegenwärtig sein kann, wie Gott und Christus, obgleich er ein Geistwesen ist. Der Ausdruck "umherschweifen" lässt erahnen, dass der Feind dabei nichts Gutes im Schilde führte. So schreibt auch der Apostel Petrus (1Petr 5:8) von dieser Tätigkeit des Feindes: "...der Widerwirker, wandelt umher wie ein brüllender Löwe, suchend wen er verschlinge." Hier vernehmen wir von seiner schrecklich bösen Aktivität. Als brüllender, auf Raub ausgehender Löwe, wird der Widerwirker ganz besonders in der zukünftigen großen Drangsal wüten. Doch tut er dies schon in unseren Tagen in jenen Ländern, wo die Gläubigen brutal verfolgt werden und schon viele den Märtyrertod erlitten haben.

Daneben hat Satan noch eine andere Methode: Irreführung durch List: Nach 2Kor 11:14 verstellt er sich in einen Engel des Lichts und sucht, also getarnt, wen er in seinen Schlingen fangen kann. Im Folgenden werden wir sehen, wie er bei Hiob beide Methoden angewandt hat.

Lies weiter:
2. Beginn der Leidenszeit Hiobs