Die Segnungen Gottes (Ps 37)

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Von Daniel Muhl

Bibeltext

  • Ps 37:23-29 - Vom HERRN her werden eines Mannes Schritte gefestigt, und seinen Weg hat er gern; 24 fällt er, so wird er doch nicht hingestreckt, denn der HERR stützt seine Hand. 25 Ich war jung und bin auch alt geworden, doch nie sah ich einen Gerechten verlassen, noch seine Nachkommen um Brot betteln; 26 alle Tage ist er gütig und leiht, und seine Nachkommen [werden] zum Segen. 27 Laß ab vom Bösen und tue Gutes, so wirst du für immer [im Lande] wohnen! 28 Denn der HERR liebt Recht und wird seine Frommen nicht verlassen; ewig werden sie bewahrt, und die Nachkommenschaft der Gottlosen wird ausgerottet. 29 Die Gerechten werden das Land besitzen und für immer darin wohnen.

Die Segnungen

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In den Versen 23-29 zählt David noch weitere Segnungen Gottes auf, mit denen Er die Gerechten beschenkt. Durch den Segen des Herrn kommt es zu einer Beständigkeit und zu einem umfassenden Schutz durch den Herrn:
  1. Sie bekommen gefestigte Schritte (Ps 37:23). Diese Aussage erinnert ein stückweit auch an Ps 84:6 - „Glücklich ist der Mensch, dessen Stärke in dir ist, in dessen Herz gebahnte Wege sind!“ Gefestigte Schritte gibt es durch gebahnte Wege im Herzen. Einen gebahnten Weg im Herzen gibt es nur durch eine Liebesbeziehung zu der Person, die „der Weg“ ist und das ist Jesus Christus. Gebahnte Wege im Herzen entstehen auch dadurch, dass man das Ziel kennt. Zu diesem Ziel gehört auch der Zustand, „in der Liebe Gottes vollendet zu sein!“ Jesus gibt uns dieses Ziel indirekt vor, wenn Er sagt: „Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist (Mt 5:48)!“ und Paulus schreibt vom „Endziel der Weisung“, welches Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben ist (1Tim 1:5).
  2. Der Herr schenkt ihnen Gefallen am Weg (Ps 37:23). Unser Weg, den der Herr uns führt, gefällt uns nicht immer, weil wir auch mit Bedrängnis konfrontiert werden. Ebenso fühlen wir auch nicht ununterbrochen Freude, sondern wir erleben immer wieder mal Traurigkeit (Phil 2:27). Obwohl Paulus Bedrängnis und Traurigkeit erlebte, so konnte er sich doch allezeit „im Herrn“ freuen (Phil 4:4). Wer an die Liebe und Gnade des Herrn erinnert wird, kann sich immer darüber freuen, auch wenn er Not gelitten hat. Genauso können auch wir an unserem Weg Gefallen haben, weil wir wissen, dass der Herr unseren Weg ausgewählt hat (Hi 29:25) und weil dieser Weg gut für uns ist und uns an ein herrliches Ziel führt! Auch in Spr 23:26 lesen wir die Aufforderung Gottes, an Seinen Wegen Gefallen zu haben! Eigentlich ist so etwas nur dann möglich, wenn wir Gott unser Herz gegeben haben und Ihm auch wirklich glauben, dass uns alles zum Guten zusammenwirken muss (Röm 8:28). In Spr 14:8 lesen wir, dass die Weisheit des Klugen darin besteht, seinen Weg zu verstehen (o. zu unterscheiden).
  3. Die Gerechten bleiben nicht liegen (Ps 37:24). Diese Verheissung dürfen wir vor dem Hintergrund folgender Stelle erfassen:
    „Denn siebenmal fällt der Gerechte und steht doch wieder auf, aber die Gottlosen stürzen nieder im Unglück (Spr 24:16).“
    Jeder „Fall“, jedes Versagen im Leben eines Gläubigen ist eine sehr schmerzhafte Angelegenheit und sie birgt die Gefahr in sich, entmutigt zu werden. Vor diesem Hintergrund ist dieses Wort sehr tröstlich und es ermutigt uns, immer wieder aufzustehen und im Vertrauen auf unseren Herrn weiter zu gehen. Wir müssen den Mut nicht verlieren, weil wir die Verheissung haben, nicht liegen bleiben zu müssen!
  4. Sie werden vom Herrn gestützt (Ps 37:24). Es gibt Situationen im Leben, wo wir uns völlig haltlos fühlen. Aber selbst in diesen Fällen stützt und trägt uns der Herr! Ich glaube wir werden einmal darüber staunen, wie sehr uns der Herr getragen hat; besonders auch da, wo wir es nicht gespürt haben. Ohne Sein wunderbares Stützen, wären wir völlig verloren und ohne jeden Halt.
  5. Der Herr verlässt die Gerechten nicht (Ps 37:25). Jesus Christus hat für uns die Gott-Verlassenheit getragen und deshalb konnte Er am Ende Seines Lebens sagen: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters (Mt 28:20b)!“ Es gibt keinen Tag, wo Jesus nicht bei uns wäre, uns beschützt und uns durchträgt, bis wir an das Ziel unseres Weges gelangt sind! Unser Ziel ist die Ankunft im Hause unseres himmlischen Vaters (Joh 14:2)!
  6. Sie müssen nicht Betteln (Ps 37:25). Wörtlich lesen wir hier: „nicht sah ich seinen Samen nach Brot suchen“! Der „geistliche Same“, die Nachkommenschaft des „einen Gerechten“ Jesus Christus, hat durch Ihn das wahre Lebensbrot und das in einer Fülle, bei der sie nie mehr hungern müssen. Wer das Brot geschmeckt hat, das Jesus angeboten hat (Joh 6:35) und es immer wieder schmeckt, der verspürt in seinem Herzen keinen Hunger mehr!
  7. Die Nachkommen (w. sein Same) werden zum Segen (Ps 37:26). Sacharja spricht über Israel eine wunderbare Verheißung aus:
    „Wie ihr ein Fluch unter den Nationen gewesen seid, Haus Juda und Haus Israel, so werde ich euch retten, und ihr werdet ein Segen sein. Fürchtet euch nicht! Eure Hände seien stark!“ (Sach 8:13)
    Gott ist in der Lage, Sein Volk, das für die Nationen ein Fluch war, in einen Segen zu verwandeln! Jeder, der dem Messias gehört, wird für andere irgendwann einmal zum Segen und er hat die Bestimmung und den Auftrag zu segnen (1Petr 3:9)!
  8. Die Heiligen (o. die Gütigen, die Huldiger) werden bewahrt (Ps 37:28). In seinem hohenpriesterlichen Gebet bittet Jesus seinen Vater, dass die Seinen vor dem Bösen bewahrt werden (Joh 17:15). Der himmlische Vater wird diese Bitte Seines Sohnes mit Bestimmtheit erhören. Paulus spricht in Bezug auf das Bewahren eine ganz wunderbare Verheißung aus:
    „Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus! 24 Treu ist, der euch beruft; er wird es auch tun!“ (1Thes 5:23-24).
    Die Bewahrung unseres Gottes ist für äonisch, d. h., sie geht weit über unser zeitliches Denken hinaus. Gottes Bewahrung ist ein alles umfassendes Beschützen! Dabei hat Gott Sein aufmerksames Auge auf uns gerichtet. Es gibt nichts, das uns aus Seiner Hand reissen könnte und es gibt niemand, der uns schaden könnte! Natürlich gibt es viele, die uns Schmerzen zufügen können, aber niemand kann uns aus seiner Hand reissen und uns müssen auch die Schmerzen zum Guten zusammenwirken (Röm 8:28 / 1Kor 12:7-9).
  9. Sie bekommen Landbesitz und Wohnrecht (Ps 37:29)! Auf Mt 5:5 habe ich schon mehrfach hingewiesen. An dieser Stelle darf ich noch auf unser Bürgerrecht im Himmel erinnern:
    „Denn unser Bürgerrecht ist in den Himmeln, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Retter erwarten, 21 der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird und seinem Leib der Herrlichkeit gleichförmig machen wird, nach der wirksamen Kraft, mit der er vermag, auch alle Dinge sich zu unterwerfen.“ (Phil 3:20-21)
    Das gilt für alle, deren Namen in den Himmeln eingeschrieben sind (Lk 10:20). Ich wünschte; wir könnten dieses Vorrecht noch viel mehr erfassen! Je mehr wir eine Ahnung davon bekommen, was dieses Vorrecht beinhaltet, desto größer würde unsere Sehnsucht nach der himmlischen Heimat und desto weniger würden wir an diesem irdischen Leben hängen! Obwohl es mir zurzeit seelisch, körperlich und materiell gut geht, habe ich eine ganz große Sehnsucht nach der himmlischen Heimat. Über einen „Heimgang“ würde ich mich sehr freuen (mal abgesehen davon, dass ich mich vor möglichen Schmerzen fürchte). Aber ich lebe auch mit der Einstellung, die der Apostel Paulus im Philipperbrief zur Sprache bringt: „Ich bin hin- und hergerissen: Am liebsten würde ich das irdische Leben hinter mir lassen und bei Christus sein; das wäre bei weitem das Beste. 24 Doch ihr braucht mich noch, und deshalb – davon bin ich überzeugt – ist es wichtiger, dass ich weiterhin hier auf der Erde bleibe.“ (Phil 1:23-24 – NGÜ)
    Allerdings bin ich nicht, wie Paulus davon überzeugt, sondern ich vermute eher, dass ich noch bleiben soll!

Rat

David gibt aber auch noch einen Rat: „Lass ab vom Bösen und tue Gutes“ (Ps 37:27). Die meisten Menschen würden wahrscheinlich von sich sagen, dass sie nichts Böses tun und sich auch bemühen, anständige Menschen zu sein. Aber ich glaube, dass wir Menschen unser „Gutsein“ in den meisten Fällen überschätzen. Durch unsere egoistische Grundprägung, sind wir für die Versuchungen Satans, die uns zum Bösen anstiften, viel anfälliger als wir denken. Ich kann nur dann vom Bösen ablassen, wenn ich mich auf den Einen konzentriere, der wirklich gut ist (Mt 19:17). Im Aufblick zu Ihm, kann ich dann auch wirklich das Gute tun. Wer die Liebe Gottes und die Charakterzüge Jesu anschaut, wird vom „Guten inspiriert“ und ist auch motiviert, das Gute zu tun!


Andere Abschnitte von Psalm 37:
📕 1. Vertraust du oder empörst du dich noch? (V. 1-8)
📕 2. Die Eigenschaften und Wege der Gottlosen und Gerechten (V. 9-22)
📕 3. Die Segnungen Gottes (V. 23-29) 
📕 4. Was der Gerechte, der Gottlose und der HERR tut (V. 30-40)


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