Joh 1:9-14 - Das gekommene Licht

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Von Daniel Muhl

Bibeltext

Nachdem ich den Prolog des Johannesevangeliums und die Gegensätze von Licht und Finsternis bereits näher erläutern durfte, möchte ich an dieser Stelle die Verse 9-14 aus Joh 1 genauer betrachten. Damit wir den Zusammenhang erkennen, möchte ich zu Beginn aus Joh 1 die Verse 5-14 lesen. Ich lese aus dem NT von Heinz Schumacher:

  • 5 Und das Licht scheint in der Finsternis, doch die Finsternis hat's nicht erfasst. 6 Ein Mensch trat auf, von Gott gesandt; sein Name [war] Johannes. 7 Dieser kam, um Zeuge zu sein, um Zeugnis abzulegen von dem Licht, damit alle durch ihn glauben sollten. 8 Er selbst war nicht das Licht, sondern [er war ausgesandt], um Zeugnis abzulegen von dem Licht. 9 Es war das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet; [dieses] kam in die Welt. 10 Er war in der Welt und die Welt war durch ihn geworden und doch erkannte die Welt ihn nicht. 11 Er kam in das Seinige, doch die Seinen nahmen ihn nicht auf. 12 So viele ihn aber [auf]nahmen, denen gab er Macht und Recht, Kinder Gottes zu werden - denen, die an seinen Namen glauben, 13 die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes heraus, sondern aus Gott gezeugt worden sind. 14 Und der [das] Wort [ist], wurde Fleisch und schlug sein Zelt unter uns auf und wir schauten seine Herrlichkeit - eine Herrlichkeit als des Einziggezeugten vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Wer ist erleuchtet?

Nun möchte ich noch einmal den Vers 9 zitieren:

  • 9 Es war das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet; [dieses] kam in die Welt.

Durch diesen Vers wird noch einmal deutlich, wie das Wort Gottes, als das wahre Licht, jeden Menschen erleuchtet! Wir durften auch schon sehen, dass Jesus Christus in Person, das Wort Gottes ist! In der Fußnote dieser Übersetzung finden wir folgende Aussage:

"[Das wahre Licht], das jeden in die Welt kommenden Menschen erleuchtet. Erleuchtung ist der Anfang des heilenden göttlichen Wirkens."

Hier macht das Wort Gottes deutlich, wie jeder Mensch zu einer wahrhaftigen Erleuchtung kommen kann. Wie aus den nachfolgenden Versen ersichtlich wird, geschieht dies durch eine persönliche Annahme der Person, die alles erschuf! Auch außerhalb des christlichen Glaubens gibt es Menschen, die glauben, wahrhaftig "Erleuchtete" zu sein. Mitglieder einer Sekte, die Anhänger einer Philosophie oder die Zugehörigen eines Geheimbundes, sehen sich selbst häufig, als die wahrhaft Erleuchteten. Zeugen Jehovas, Gnostiker, Kabbalisten, Freimaurer oder die Illuminaten – was so viel heisst, wie "die Erleuchteten" – glauben von sich selbst, "Erleuchtete" zu sein. Das sind nur einige, von vielen Beispielen.

Vielfach sehen sich diese Menschen als "Erleuchtete", weil sie überaus intelligent, erfolgreich oder begabt sind. Die Hochbegabten haben sich ein enormes Wissen angeeignet und sie konnten auch vieles in ihrem Leben erreichen. In den Gesprächen mit anderen Menschen, merken sie dann relativ schnell, wie "beschränkt" und "naiv" der allergrösste Teil der Menschheit ist und das verleitet sie dann zu folgendem Fehlschluss:

"Ich gehöre zu den wenigen, die wirklich erleuchtet sind! Alle anderen sind manipulierbarer 'Abschaum', den man gut für die eigenen Zwecke gebrauchen kann!"

Diese innere Haltung des Herzens, ist für den Erschaffer des Menschen ein absoluter Gräuel! Er ekelt sich vor jeglicher Art der Überheblichkeit! Aber warum?

  1. Weil Er es war, der jedem Menschen die Begabungen schenkte und keiner sagen kann: "Ich habe im Mutterleib mir selbst alle Begabungen gegeben!"
  2. Jede Form von Hochmut entwertet die anderen Menschen, die ebenfalls Gottes Geschöpfe sind und in den Augen des Erschaffers deshalb genauso wertvoll sind, wie die Hochbegabten!

Für Gott wäre es ekelerregend, wenn ich mich selbst, als wertvoller betrachten würde, als geistig behinderte Menschen! Jeder Mensch, der an einem Down-Syndrom leidet, ist in den Augen Gottes genauso eine Kostbarkeit, wie die anderen Menschen! Darum ist in den Augen Gottes der Hochmütige kein "Erleuchteter", sondern im Gegenteil, ein Verfinsterter, der einer Verführung Satans erlegen ist! Nebenbei bemerkt: Satan ist viel intelligenter und schlauer, als der intelligenteste Mensch auf Erden!

Was ist wahre Erleuchtung?

Dazu lese ich eine Stelle aus 2Kor 4:6; diesmal aus der NGÜ:

  • "Denn derselbe Gott, der gesagt hat: »Aus der Finsternis soll Licht hervorstrahlen!«, der hat es auch in unseren Herzen hell werden lassen, sodass wir in der Person von Jesus Christus den vollen Glanz von Gottes Herrlichkeit erkennen."

Nur der Erschaffer des Lichts kann auch unsere Herzen erleuchten und eine solche Erleuchtung ist immer ein absolutes Gnadengeschenk. Bei der Erleuchtung von Menschen hat sich unser Gott vor allem auf die Schwachen und Elenden dieser Welt spezialisiert. Darum schreibt Paulus in 1Kor 1:27-29:

  • "... sondern das Törichte der Welt hat sich Gott auserwählt, um die Weisen zu beschämen, und das Schwache der Welt hat sich Gott auserwählt, um das Starke zu beschämen, 28 und das Unedle der Welt und das Verachtete hat sich Gott auserwählt, das [also], was [für die Welt] gar nicht da ist, um zunichte zu machen, was [etwas] ist, 29 damit sich kein Mensch vor Gott rühme.

Warum aber macht Gott das Erhabene zunichte? Ganz einfach; damit auch diese demütig werden, die anderen höher achten und wertschätzen!" Wir haben gelesen: Es war das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet; [dieses] kam in die Welt (Joh 1:9). Das Wort Gottes, Jesus Christus, das wahre Licht erleuchtet jeden Menschen! Das ist nicht nur eine Beschreibung der Eigenschaft des Sohnes Gottes, sondern auch eine Verheissung! Das wahre Licht wird jeden Menschen erleuchten! Ohne Jesus tappt man in der Finsternis, weil man noch mit Schuld beladen und unerlöst ist. Wenn Jesus, das wahre Licht in uns wohnt, ...

- ... dann sind wir erleuchtet,
- ... dann erkennen wir unsere wahre Bestimmung und Identität,
- ... dann sehen wir das Leben und die wahre Liebe,
- ... dann erkennen wir das Ziel unserer Existenz,
- ... und dann können wir uns geistlich erst richtig orientieren.

Das fehlende Erkennen

In V.10 lesen wir:

  • "Er war in der Welt und die Welt war durch ihn geworden und doch erkannte die Welt ihn nicht."

In dieser Aussage steckt eigentlich eine große Tragödie: Der Erschaffer und Besitzer der Welt, wird von der Welt nicht erkannt.

Stellen wir uns einen Großgrundbesitzer vor, der vor 300 Jahren lebte und 100'000 Arbeiter angestellt hat. Da nur ein Bruchteil dieser Arbeiter ihren Chef jemals zu Gesicht bekommen haben, wissen die meisten nicht, wie er aussieht. Eines Tages entscheidet sich der Großgrundbesitzer dazu, sich unerkannt unter seine Arbeiter zu mischen, indem er sich als ganz einfacher Mitarbeiter ausgibt. Ärmlich gekleidet wird er natürlich von niemandem erkannt, weil keiner auf die Idee kommt, dass der reiche Großgrundbesitzer bei ihnen jemals so erscheinen würde. Darum behandeln sie ihn auch genauso wie alle anderen Arbeiter und erkennen ihn nicht als ihren Chef.

Diese Geschichte soll ein stückweit veranschaulichen, warum die Welt ihren Gott und Schöpfer nicht erkannt hat. Jesus wollte nicht wegen Seiner äusseren Pracht und Herrlichkeit erkannt und angebetet werden; sondern wegen Seinen inneren Charaktereigenschaften der Liebe, Gnade und Barmherzigkeit! Vor Seiner Menschwerdung hatte Jesus eine unübertreffliche Pracht und Herrlichkeit; doch in Seiner fleischlichen Existenz, war diese nicht sichtbar. Natürlich hat er viele Menschen geheilt; aber die meisten dachten einfach, er sei ein besonderer Prophet.
Doch die zum Teil gute Meinung über Ihn, verflog dann relativ schnell, als Jesus nach Palmsonntag, das Volk Israel nicht von der römischen Vorherrschaft befreite und keine äußeren Veränderungen durchsetzte. Seine Existenz als Mensch, endete sogar so dramatisch, dass der Blick auf Ihn, wie Er als Geschändeter am Kreuz hing, schon eine absolute Zumutung war. Denken wir auch an die Prophezeiung aus Jes 53:2b-3:

  • "Und als wir ihn sahen, da hatte er kein Aussehen, dass wir Gefallen an ihm gefunden hätten. 3 Er war verachtet und von den Menschen verlassen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, wie einer, vor dem man das Gesicht verbirgt. Er war verachtet, und wir haben ihn nicht geachtet."

Das Denksystem der Welt ist vom Materialismus, von der Gier und vom Hochmut geprägt! Das demütige und sich selbst erniedrigende Denken der Liebe, ist dem Denksystem der Welt absolut fremd! Aber nicht nur das! Die Welt verachtet dieses Denken und Handeln, weil sie es den Schwächlingen und Minderbegabten zuordnet. "Demut ist etwas für Loser und Unfähige!", so mögen einige denken! Darum kann das Denksystem der Welt, einen demütigen und sich selbst erniedrigenden Messias und Erlöser nicht erkennen, noch akzeptieren!

Damit ein Mensch die Charaktereigenschaften des unsichtbaren Gottes erkennen kann, braucht er eine persönliche Offenbarung des Geistes Gottes! Doch weil der Mensch nicht einfach nur eine Marionette Gottes ist, benötigt er auch Demut! Starke und hochbegabte Menschen, die sich nur immer mit ihren Mitmenschen vergleichen, können fast nicht anders, als hochmütig zu sein! Erst wenn sich ein Starker, mit Jesus Christus vergleicht (d. h. mit Seinen inneren Charaktereigenschaften), erst dann kann er seine eigene Wenigkeit erkennen. So etwas geschieht natürlich erst dann, wenn man sich mit dem Retter der Welt beschäftigt hat. Wer aber nur auf den armseligen Körper, des am Kreuz geschundenen Jesus schaut, hat die Liebe Jesu Christi noch nicht erkannt.

Man könnte zusammenfassend auch sagen: Die Welt erkannte Jesus nicht, ... ... weil ihr der Gottessohn (noch) nicht geoffenbart wurde ... weil sie böse (sprich; gierig, selbstsüchtig und hochmütig) ist ... weil sie von der Finsternis geblendet wurde (1Jo 2:11) ... und weil sie falsche Erwartungen an den Retter der Welt hatte; was heute noch genauso ist!

Das Seinige

Auch der Vers 11 macht es noch einmal deutlich: "Er kam in das Seinige, doch die Seinen nahmen ihn nicht auf (o. an)." Jesus kam zu Seinem Volk, zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel; aber die Mehrheit, und vor allem die Elite, nahm Ihn nicht an! Obwohl die Führer des Volkes Israel, das Wort Gottes sehr gut kannten, so haben sie das Wort Gottes oft auch materialistisch ausgelegt!
Sie hatten das AT nicht verinnerlicht und sie hatten es auch nicht mit ihrem ganz persönlichen Leben in Verbindung gebracht! Jesus warf ihnen u.a. Folgendes vor:

  • "Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr zahlt den Zehnten von Gartenminze, Dill und Kümmel und habt [dabei] das Schwerwiegende des Gesetzes [außer Acht] gelassen: das Recht schaffende Gericht, das liebende Erbarmen und den vertrauenden Glauben. Dieses hätte man tun und jenes nicht lassen sollen." (HSN - Mt 23:23).

Wären die Führer des Volkes Israel demütig und ehrlich gewesen, dann hätten sie sich eingestanden:

"Wir haben oft nach dem äusseren Erscheinungsbild und Ansehen geurteilt. Wir haben keine Barmherzigkeit praktiziert, indem wir unser Geld geopfert haben, um den Waisen und Witwen zu helfen. Wir haben die Eltern nicht geehrt, indem wir die Unterstützung, die ihnen zustand, als Opfergabe gespendet haben. Und weil wir zu wenig auf Gott vertraut haben, rissen wir sämtliche Vermögenswerte an uns! Wir haben vor Gott gesündigt, indem wir die Elenden verachtet haben! Wir brauchen Seine Vergebung und Gnade, ansonsten sind wir verloren!"

Zu einem solchen Bekenntnis, fehlte dem allergrößten Teil der Elite, schlichtweg die Demut! Wir finden aber noch etliche andere Motive, warum man Jesus Christus nicht als Retter und Erlöser annehmen will. So z. B.:

- "Ich muss ein Leben führen, das ich nicht führen kann oder will"
- "Ich will nicht, dass ein anderer in meine Lebensführung dreinredet!"
- "Bis jetzt war ich erfolgreich! Ich brauche diesen Jesus nicht!"

Eine neue Identität

Die Annahme von Jesus Christus ist das Beste was wir machen können, denn erst durch diese Annahme, wird uns klar, wer wir sind und was für eine unübertreffliche Identität und Berufung wir haben. So lesen wir in V. 12:

  • "So viele ihn aber [auf]nahmen, denen gab er Macht und Recht, Kinder Gottes zu werden - denen, die an seinen Namen glauben,

Es gibt keine höhere Identität und Berufung, als ein Sohn oder eine Tochter Gottes zu sein!" Wer aus diesem Bewusstsein heraus lebt, ...

  • ... der braucht keine Minderwertigkeitsgefühle mehr zu haben; auch dann, wenn er in der Gesellschaft eine untergeordnete Rolle spielt!
  • ... der muss sich nicht mehr anstrengen, um bei den Menschen um jeden Preis geehrt zu werden.
  • ... der fühlt sich so reich beschenkt, weil er die übergroße Liebe des himmlischen Vaters sehen kann!

Die Bedingung für eine solche Identität ist aber der Glaube an Seinen Namen oder anders übersetzt: "Das Vertrauen in Seinen Namen!" Der Glaubende wurde vom himmlischen Vater aus Liebe neu gezeugt. Dadurch entstand ein neuer innwendiger Mensch, der aus Gott geboren ist und nur darum sind wir Kinder Gottes! Das hat nichts mit irgendeiner persönlichen Leistung zu tun, sondern nur mit der Liebe Gottes! Kein Kind in dieser Welt, wurde deshalb ein Mensch, weil es zuvor irgend etwas geleistet hätte! Wenn es im Sinne Gottes gelaufen wäre, dann wäre jedes Kind aus Liebe entstanden. Leider gibt es nicht wenige Kinder, die - anstatt aus Liebe - nur aus der Lustbefriedigung entstanden sind!
Doch die "Kinder Gottes" sind alle, ohne Ausnahme, aus der göttlich vollkommenen Liebe entstanden! So schreibt Johannes:

  • "Seht doch, wie groß die Liebe ist, die uns der Vater erwiesen hat: Kinder Gottes dürfen wir uns nennen, und wir sind es tatsächlich!" (1Jo 3:1 – NGÜ)

Aus Gott geboren

Auch der V. 13 zeigt, dass die göttliche Neuzeugung nicht mit dem Willen, irgendeines Menschen in Verbindung steht! So lesen wir in der NGÜ:

  • "Sie wurden es weder aufgrund ihrer Abstammung noch durch menschliches Wollen, noch durch den Entschluss eines Mannes; sie sind aus Gott geboren worden."

Die Neugeburt geht alleine auf das Wirken Gottes zurück. Keiner kann sagen: "Ich bin ein Kind Gottes, weil ich jüdischer Abstammung bin!" Keiner kann behaupten: "Ich bin ein Kind Gottes, weil mein Wille so stark war!" Ich kann nicht einmal sagen: "Weil ich mich für Jesus entschieden habe, bin ich ein Kind Gottes!" Natürlich ist die persönliche Entscheidung für Jesus enorm wichtig! Gott wünscht sich von uns, dass wir Ihm unser Herz schenken, wie das auch schon in Spr 23:26 zu lesen ist:

  • "Gib mir, mein Sohn, dein Herz, und deine Augen lass' an meinen Wegen Gefallen haben!"

Gott zwingt niemand! Er respektiert, wenn wir mit Ihm, dem wahren Leben, keine Verbindung haben möchten! Allerdings landen wir nach dem Sterben im Tod, statt im Leben, wenn wir keine Liebesbeziehung zum Schöpfer haben! Auch wenn unsere Entscheidung sehr wichtig ist, sie ist nicht die Ursache unserer Neugeburt, sondern die Liebe Gottes allein!

Voller Gnade und Wahrheit

Ich komme für heute zum letzten Vers. In V. 14 lesen wir:

  • "Und der [das] Wort [ist], wurde Fleisch und schlug sein Zelt unter uns auf und wir schauten seine Herrlichkeit - eine Herrlichkeit als des Einziggezeugten vom Vater, voller Gnade und Wahrheit."

Das Wort, das alles erschuf und ins Leben rief, wurde also selber "Fleisch"! Der Gott, der sprach "Es werde ..." und der Gott, der allen Wesen ihre Bestimmung gab, wurde selber Mensch! Können wir dieses Wunder je erfassen? Wenn Gott zu mir sagen würde; "Daniel, geh hin und predige den Regenwürmern das Evangelium und zuvor muss ich dich in einen Regenwurm verwandeln", dann müsste ich zuerst einmal leer schlucken!
Für mich wäre es aber immer noch einfacher, als für den Sohn Gottes, der Mensch wurde, weil ich von einem unvollkommenen Zustand, indem ich ja auch leiden muss, in einen niedrigeren Zustand gehen müsste, indem ich ebenso leiden müsste! Jesus ging aber aus einem absoluten Glückszustand und aus einer Situation ohne Leiden, in einen unglaublich schweren Zustand hinein! Da habe ich mir schon oft die Frage gestellt:"Jesus, warum hast Du Dir dieses ganze Leid selber zugemutet? Du hättest es doch auch anders machen können, oder?" Er hätte es nicht tun müssen! Er hätte vor der Erschaffung der Menschheit sagen können:

"Die Menschen werden sich von mir abwenden und das würde für mich größte Schmerzen bedeuten und deshalb lassen wir das mit der Erschaffung Adams! Oder wir könnten Adam erschaffen; lassen es aber nicht zu, dass ein Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen in den Garten kommt!"

Der Vater und Jesus Christus haben vor der Erschaffung der Welt alles gewusst und sie haben es trotzdem gemacht! Jesus hat gewusst, was für grausame Schmerzen auf Ihn zukommen werden und Er hat sich trotzdem für die Erschaffung der Menschen entschieden!
Warum?
Weil Er vollkommen göttlich liebte und weil Er das Ziel, bzw. die Vollendung sah und erkannte, dass sich das alles lohnen würde, hat Er sich für die Erschaffung des Menschen entschieden! Auch aus Liebe! Und Er sah auch: "Das künftige Glück wird so groß sein, dass die Leiden in der jetzigen Zeit nicht wert sind, mit der künftigen Herrlichkeit verglichen zu werden." So ähnlich schreibt es Paulus auch in Röm 8:18:

  • "Denn ich denke, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll."

Gott hat zuerst durch Sein Wort die Welt geschaffen. Dann hat Gott durch die Schriften des AT Seinen Willen kundgetan. Was aber ganz zentral ist: Diese Schriften zeugen vom Sohn, der als Messias, Retter und Erlöser in die Welt kommen soll (Joh 5:39)!
Und jetzt kommt dieses schaffende, offenbarende und bezeugende Wort ins Fleisch! Es kommt in die Materie und wird substanziell. Gott offenbart sich im Fleisch. Er ist zu uns gekommen! Ganz nah! Für jedes Kind fassbar! Was für ein Wunder! Wegen Jesus Christus können wir sagen:

  • "Schon viele Menschen wollten Götter sein, aber nur ein Gott wollte Mensch sein und die ganze Schuld der Menschheit auf sich laden!"

Durch Jesus ist Gott nicht einfach ein abstrakter oder geistlicher Gedanke, sondern durch Ihn wurde Gott wie einer von uns! Er wurde ganz konkret und Er hat auch ganz konkret Seine unendliche Liebe geoffenbart! Die Herrlichkeit Seiner Worte, Seiner Taten und Seiner Liebe wurde sichtbar!

Wir Menschen aus Fleisch und Blut können plötzlich die große Liebe Gottes erahnen und ein stückweit erfassen! Das fleischgewordene Wort Gottes war voller Gnade und Wahrheit! Wenn der vollkommene Sohn Gottes nicht voller Gnade gewesen wäre, dann wären wir verloren, dann gäbe es für uns Menschen keine Hoffnung! Nur weil Jesus Christus voller Gnade ist, dürfen wir als fehlerhafte Menschen eine vollkommene Hoffnung und Erwartung haben!

Jesus war nicht einfach gnädig, indem Er die Wahrheit "unter den Teppich gekehrt" und gesagt hätte: "Ja, wenn ihr euch genügend bemüht, anständig zu sein, dann könnt ihr euch, mit Zugabe meiner Gnade, das ewige Leben verdienen!" Er sagte unter anderem z. B. Folgendes:

  • "Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist!" (Mt 5.48)

oder

  • "Im Reich Gottes ist jeder größer, als Johannes, welcher der größte Mensch war, der je von einer Frau geboren wurde!" (Mt 11:11)

Mit anderen Worten: "Aus eigener Kraft kommt ihr nie in das Reich Gottes!" Das ist die "brutale Wahrheit" für alle, die daran glauben, mit eigener Kraft oder der eigenen Gerechtigkeit in das Reich Gottes zu kommen!

Diese Wahrheit ist aber auch gleichzeitig "absolut beglückend", wenn man darauf vertraut, dass Jesus am Kreuz "alles, wirklich alles, vollbracht hat", damit wir durch das Vertrauen auf Ihn, in das Reich der Himmel eingehen können!" Das einzige, was wir machen müssen, ist bekennen:

  • "Ja, Vater, ich bin ein sündiger Mensch und absolut verloren; doch, weil Du Deinen Sohn gesandt hast, an Den ich jetzt glauben darf, hat mich die Gnade gefunden, die mich in Dein Himmelreich führen wird!"

Unser Herr Jesus ist voller Gnade und Wahrheit! Was für ein unbeschreibliches Glück!


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