Der Kolosserbrief - Kapitel 2

Aus Bibelwissen

Abschrift: Der Kolosserbrief in täglichen Andachten: Band I - II
aus der Reihe "Christi unausspürbarer Reichtum"
von Gerhard Groß (+ 2022)

Mit freundlicher Erlaubnis von Gerhard Groß, Balingen
Band I vergriffen, Band II noch erhältlich

siehe weitere Abschriften
Inhaltsverzeichnis

In Bearbeitung:

2. Der Kolosserbrief - Kapitel 2

Ermahnung zur Festigkeit im Glauben
Warnung vor Irrlehren

Ermahnung zur Festigkeit im Glauben

Kol 2:1

Denn ich will euch wissen lassen, welch großen Ringkampf ich für euch und die in Laodicea habe, sowie für alle, die mein Angesicht im Fleisch nicht gesehen haben,"

Wir sagten zum Anfang, dass gerade dieser Brief an die Kolosser in wunderbarer Weise die Größe und Herrlichkeit Christi hervorhebt, aber: Weil Christus das Haupt Seiner Körpergemeinde ist, haben auch die Glieder an Seinem Körper eine hohe Berufung, was für uns heißt: dass wir "in Ihm" eine in der ganzen Schöpfung wohl einmalige Stellung haben! Diese Stellung in Ihm aber wir nicht uns zu verdanken, vielmehr ist sie das Wer der überströmenden Gnade.

Wenn wir unsere hohe Stellung erkannt haben, müsste ja ein entsprechend würdiger Wandeel erfolgen, wovon die kommenden Verse, speziell ab Vers 6, handeln.

In unserem Leitvers sehen wir unseren Apostel im Ringkampf, uzmd er ringt für die Kolosser und ebenso für die in Laodicea. Beachten wir hier: er ringt nicht mit den Gemeinden, sondern für sie... dazu gehört üblicherweise ein Gegner. Mit wem ringt Paulus?

Es gab für Paulus und es gibt für uns nur einen ernstlichen Gegner, und das ist der Widerwirker, der mit all seiner ihm von Gott verliehenen Kraft versucht, uns das Evangelium der Gnade zu verwässern! Wenn wir Eph 6:12 lesen, muss uns schnell klar werden, dass eine ungeheure Finsternismacht gegen uns steht, wovor uns einzig und allein die in den Versen Eph 6:13-18 aufgeführte Waffenrüstung schützen kann!

Interessant ist, dass Paulus auch jene. Gläubigen in Laodicea anführt! Wenn wir hierzu 2Kor 1:8 lesen, wird uns klar, warum er dies tut. Gerade die damalige Provinz Asien scheint ein besonderes Kampfgebiet gewesen zu sein, und dies derart, dass selbst Paulus über seine Kraft beschwert wurde und am Lkben verzweifelt. Wir müssen uns die Zeit nehmen, liebe Geschwister, auch im Nachhinein vorstellen, wie hart dieser Kampf gewesen sein musste!

Wenn wir einen kurzen blick auf Kol 2:8 werfen, erkennen wir, welche Gefahren Paulus sieht. Bahnte sich hier ein neuerlicher Abfall an, wie es sich bei den Galatern ereignete?

Schwer wiegen die Worte 2Tim 1:15: "Dieses weißt du, dass sich alle in der Provinz Asien von mir abgewandt haben, unter welchen auch Phygellus und Hermogenes sind." "Abgewandt" heißt nicht, der Gnade verlustig werden, sondern sich eben von dieser rettenden Gnade zu Teilen des Gesetzes umgestellt zu haben. Satan als Bote des Lichts samt seinen verkleideten Diener (gem. 2Kor 11:15 verstllen sie sich zu "Dienern der Gerechtigkeit) seinen ganze Arbeit getan zu haben!!!

Lassen wir uns heute eindringlich vor augen stellen: Satan kommt zu uns nicht (1) wie 1Petr 5:8 als "brüllender Löwe", sonder bestens getarnt als "Bote des Lichts"!

Wir haben gestern dargelegt, dass die Gemeinden, die von Paulus gegründet wurden und damit die Anfangsgemeinden der Körperschaft Christi wurden, sofort zur Zielscheibe Satans wurden. Dabei ist seine Taktik immer die gleiche. Bei Petrus war er "der brüllende Löwe", der sehr wohl zu verschlingen vermochte - die Pfingstgemeinde um Petrus stand ja noch unter dem Gesetz, wo ein Abfall möglich war. Bei uns, der Körpergemeinde Christi Jesu, ist ein "Verschlingen" (der Rettung verlustig werden) nicht möglich, weil unsere Rettung in der Gnade unwiderruflich ists. Dafür ist ein Abfall von dem Evangelium des Paulus sehr wohl möglich, wie das Beispiel der Galater beweist. Satan kommt als Bote des Lichts zui uns, und hier wird es für uns brandgefährlich.

Es ist uns leider bekannt, dass die große christliche Masse Satan als Bote des Lichts erlegen ist, sie leben nicht in Pauli herrlichem Evangelium der Gnade, sondern in einem Mischevangelium. Das Kennzeichen hierfür ist: Es wird nicht im Zusammenhang gelesen, sondern es werden immer nur einzelne Verse herausgepickt, die angenehm sind!!!

Es bedarf in ganz besonderer Weise des Erfülltseins mit Gottes Geist, dem unverfälschten Festhalten an Pauli Evangelium, wie es Paulus in 2Tim 3:14 auch uns zuspricht, und dem Stehen in der gesamten Waffenrüstung Gottes, um allen Schlichen und Anläufen Satans zu widerstehen.

Kol 2:2

"...dass ihren Herzen zugesprochen werde und sie in Liebe und zu allem Reichtum der Vollgewissheit des Verständnisses vereinigt seinen, zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes und des Vaters Christi.,

Auch in der Gemeinde der Kolosser traten Gefahren auf, die Paulus in den vor uns liegenden Versen noch konkretisiert. Doch bevor er gegen die Verführer angeht, erfolgt ein ganz wichtiger Zuspruch.

Unser Herz ist (neben seiner stofflichen Funkton als bluttreibender Mittelpunkt des Körpers) bildlich in Gottes Wort das Zentrum und der Kern unseres geistlichen Wesens, der Sitz unserer Beweggründe (nicht aber, wie vielfach angenommen, der Sitz unserer Gefühle und Neigungen). Kurz gesagt ist das Herz der zentrale Ort, wo unsere Gedanken entstehen - die Frage ist "was für Gedanken"?

1Mo 6:5 sagt aus, dass jedes Gebilde der Gedanken seines (des Menschen) Herzens bloß böse ist alle Tage. Im Gegenzug lesen wir immer wieder, dass das Herz fröhlich und traurig sein kann, dass Christus in ihm wohnt, dass Gott in den Herzen geheiligt wird, ja dass Gott Selbst die Herzen lenkt und Seine Liebe in unsere Herzen ausgegossen ist. Wir sehen, wie vielfältig unser geistliches Herz zu sehen ist. Wenn Paulus hier bei den Kolossern gerade den Herzen zuspricht, dann weiß der Apostel, dass vom Herzen auch die Erkenntnis seines Evangeliums ausgehen muss! Es geht also nicht um seelischen (gefühlsmäßigen) Zuspruch, sondern gemäß 2Tim 3:16 um den "geistlichen Zuspruch aus den gottgehauchten Worten der Schrift", weo die untrügliche Wahrheit zu finden ist.

Wir haben gestern versucht darzustellen, dass Pauli Zuspruch kein "Kopf hoch... es wird schon werden" darstellt, sondern ein Hinweis, dass das Evangelium der Gnade, welches ihm der erhöhte Herr enthüllte, die allein gültige Wahrheit in der gegenwärtigen Verwaltung der Gnade ist. Von den Herzen, dem Zentrum des Geisteslebens, muss die richtige Erkenntnis ausgehen! Das soll aber nicht nur bei Einzelnen so sein, sondern bei der ganzen Gemeinde.

Damit Obiges geschieht, ist die Liebe untereinander ein verbindender Teil. In Kol 3:14 dürfen wir schon vorab lesen, dass die Liebe das Band der Vollkommenheit ist. In Eph 4:1 ff spricht Paulus nicht nur zu einem Wandel, sondern vielmehr zu einem würdigen Wandel zu, und fordert die Gemeinde auf, einander in Liebe zu ertragen. Wenn wir uns diese Worte überlegen, sehen wir, dass Paulus nu zu gut wusste, wie schwer es ist, mit manchen. Gläubigen überhaupt nur Umgang zu haben - und doch sollen gerade diese in Liebe ertragen werden. Das kann nicht bedeuten, dich heuchlerisch in den Arm zu nehmen, sonder sich bewusst sein, dass unser Herr und Haupt alle liebt, ohne Ausnahme! Nicht umsonst fährt Paulus in Eph 4:3 fort, die Einheit des Geistes durch das Band des Friedens zu halten, und weist danach auf all das Gemeinsame hin, was jedes Glied am Körper Christi erwarten darf! Unser menschliche Liebe wird in keinster Weise den Worten der Schrift gerecht, aber dafür wirkt die in unseren Herzen ausgegossene Liebe Gottes (Röm 5:5), die uns durch den heiligen geist gegeben ist.

Unser erster Band ist mit dem heutigen Tag abgeschlossen, unser Leitvers hingegen birgt noch einiges in sich, was wir im zweiten Band fortsetzen wollen. Lasst uns diesen ersten Band mit der Gewissheit abschließen: Wo unsere Liebe versagt (versagen muss), wirkt Gottes Liebe umso herrlicher - vielleicht nicht immer so, wie wir es uns wünschen.

Es ist Gottes Wille, dass wir Seine Liebe verstehen lernen, nicht durch Zwang, sondern durch ständig wachsendes Erkennen! Denken wir nur an Hiob! Es bedurfte einer langen Zeit der Leiden, bis er am Ende sagen konnte. "Ich erkenne, dass Du alles vermagst, und nicht, das Du Dir vorgenommen, ist dir zu schwer" (Hi 42:2).

Am Kreuz von Golgatha - und dorthin dürfen wir am Schluss dieses ersten Bandes unsere Blicke richten - macht Gott allem möglichen Zweifel an Seiner Liebe ein Ende. "Denn so liebt Gott die Welt, dass Er Seinen einzig gezeugten Sohn gibt, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht umkomme, sondern äonisches Leben habe" (Joh 3:16).

Wenn wir also an unserer Liebe verzweifeln, weil wir unsere Unfähigkeit sehen, so zu lieben, wie es sein sollte, so lasst uns auf Gott schauen, der uns in Christus Jesus Seine Liebe zeigt. Und Jesus Christus, unser Herr und Haupt, lebte die Liebe des Vater aus, indem Er in völligem Gehorsam für uns und unser Versagen ans Kreuz ging - lasst uns Seine Liebe sehen und erkennen!

BAND II

"...dass ihren Herzen zugesprochen werde und sie in Liebe und zu allem Reichtum der Vollgewissheit des Verständnisses vereinigt seinen, zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes und des Vaters Christi.,

Wir

Warnung vor Irrlehren 8-23