Unter Gottes Schutz vertrauensvoll leben

Aus Bibelwissen

Dienstag, 18. November 2025

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Der HERR ist ein Schild allen, die ihm vertrauen.

Ps 18:31

Wo keine Hoffnung war, hat Abraham auf Hoffnung hin geglaubt, auf dass er der Vater vieler Völker werde.

Röm 4:18

Die Schutzschilder zur Zeit Davids sahen anders aus als das klassische römische Langschild, das rechteckig und leicht gewölbt war. Die Römer konnten mit ihrem Langschild Kopf und Oberkörper praktisch vollständig schützen. Wenn sie in Reih und Glied vorwärtsschritten, bildeten sie nach vorne eine geschlossene Schutzmauer, während die hinteren Reihen ihre Schilder nach oben hielten, um auch von oben geschützt zu sein. Diese Formation nannte man „Testudo" – eine Schildkrötenformation.

Für Paulus war dieses Langschild eine Metapher für den Glauben – das Vertrauen auf Gott. In Eph 6:16 schreibt er:

  • "Bei alledem ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt!"

Die feurigen Pfeile des Bösen zeigen sich in verschiedenen Formen:

- als Zweifel an Gottes Güte und Treue - als Angst vor der Zukunft - als Versuchung, auf eigene Kraft statt auf Gott zu vertrauen

David beschreibt den HERRN selbst als Schild. Das hebräische Wort „magen)" bezeichnet nicht nur ein Schutzschild, sondern eine umfassende Rüstung, die den ganzen Menschen schützt. Gott ist nicht nur ein Teil unserer Verteidigung – Er ist unsere vollständige Sicherheit. Wenn wir Ihm vertrauen, umgibt Er uns wie ein Schild und wehrt alle Angriffe des Feindes ab (Spr 30:5).

Gott schützt alles: Geist, Seele und Leib – besonders auch unser Herz (1Thes 5:23). Das bedeutet nicht, dass unser Leib und unsere Psyche vor Schmerzen verschont bleiben. Aber es bedeutet, dass unser innerster Kern – unsere Identität als Gottes geliebte Kinder – unantastbar bleibt (Röm 8:38-39). Selbst in den schwersten Prüfungen bewahrt Er unseren Glauben und unsere Hoffnung.

Es mag so aussehen, als wäre ein Märtyrer leiblich nicht von Gott geschützt worden. Doch auch wenn Märtyrer leiblich scheinbar nicht verschont blieben, hat Gott sie im tiefsten Sinne bewahrt. Ihren Glauben, ihre Würde und ihre Zugehörigkeit zu Ihm konnte niemand antasten (Röm 8:35-37). Bei der Totenauferstehung werden sie einen vollkommenen und unverweslichen Leib erhalten (1Kor 15:42-44).

Gottes Schutz zeigt sich auf vielfältige Weise: durch unsichtbare Engelheere (Ps 34:8 / 2Kö 6:17), durch Verwirrung feindlicher Mächte (1Sam 14:15-20), durch Bewahrung vor falschen Entscheidungen und durch die Kraft des Heiligen Geistes, der uns in der Wahrheit leitet (Joh 16:13). Oft erkennen wir Seinen Schutz erst im Rückblick – wenn wir sehen, wie Er uns durch gefährliche Situationen hindurchgetragen hat (Ps 23:4).

Dieser Schutz dient nicht nur der Abwehr des Bösen, sondern stärkt auch unser Vertrauen in Situationen, die menschlich völlig aussichtslos erscheinen – wie im Fall Abrahams und Sarahs (Röm 4:18-21).

Als fast Hundert- bzw. Neunzigjährige konnten sie keine natürliche Hoffnung mehr haben, einen gemeinsamen Sohn zu bekommen (1Mo 18:11). Ihre Herzen hätten in Apathie und Bitterkeit versinken können. Doch der HERR gab ihnen eine Verheißung (1Mo 17:19). Dadurch versanken sie nicht in Hoffnungslosigkeit, sondern vertrauten darauf, dass Gott das menschlich Unmögliche tun kann (Röm 4:18).

Wer an die Verheißungen Gottes glaubt, hat mehr als eine vage Hoffnung – er hat eine feste Erwartung (Hebr 11:1). Eine Erwartung, die sich zu Gottes Zeit erfüllen und alle Vorstellungen übertreffen wird (Eph 3:20)! Dem HERRN sei alle Ehre und Anbetung!

Herr, lehre uns, dir zu vertrauen, auch wenn wir keinen Ausweg sehen. Sei unser Schild, unsere Hoffnung und unsere Stärke. Amen.