Von Gott geformt – zum Zeugnis berufen

Aus Bibelwissen

Montag, 16. März 2026 - von Daniel Muhl

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„Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt, und noch jetzt verkündige ich deine Wunder."

Psalm 71,17

„Paulus schreibt an Timotheus: Du kennst von Kind auf die heiligen Schriften, die dich unterweisen können zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus."

2.Timotheus 3,15

Wenn wiedergeborene Christen davon berichten, wie sie zum Glauben an Jesus Christus gefunden haben, stellen wir fest: Jede Geschichte ist einzigartig. Das gilt selbst dann, wenn einige Bekehrungen auf den ersten Blick Ähnlichkeiten aufweisen. Jede Wegführung Gottes ist auf ihre Weise ein großes Wunder und ein Geschenk seiner Gnade (Eph 2:8-9).

Dennoch lassen sich viele Bekehrungsgeschichten zwei grundlegenden Wegen zuordnen:

  • Viele berichten davon, wie sie in einem gottesfürchtigen Elternhaus aufgewachsen sind und deshalb von klein auf mit dem Glauben an Gott konfrontiert wurden (5Mo 6:6-7).
  • Andere erzählen, wie sie atheistisch oder in einer anderen Religion aufwuchsen und durch ein besonderes Erlebnis den Erlöser Jesus Christus kennenlernen durften.

Menschen aus dieser zweiten Gruppe erleben den Unterschied zwischen ihrem alten und ihrem neuen Leben oft besonders stark – vor allem dann, wenn sie zuvor in großer geistlicher Dunkelheit lebten (2Kor 5:17 / Eph 5:8).

Wer dagegen in einem christlichen Elternhaus aufwächst, findet oft auf einem stilleren und schrittweisen Weg zum Glauben. Daher können viele nicht genau sagen, wann sie zum Glauben gekommen sind.

Besonders bei Menschen, die schon früh mit Gottes Wort in Berührung kommen, zeigt sich, wie prägend eine geistliche Erziehung sein kann (Spr 22:6).

Der Psalmist aus Psalm 71 und Timotheus wurden beide von klein auf von Gott gelehrt. Sie hatten das besondere Vorrecht, schon früh durch die heiligen Schriften geprägt zu werden – Schriften, die ihnen die Lebensanweisungen des Schöpfers nahebrachten. Timotheus hatte eine jüdische Mutter und Großmutter, die diese Aufgabe in vorbildlicher Weise wahrnahmen (2Tim 1:5).

Dabei stellt sich die Frage: Wie können wir Kindern das Wort Gottes auf die richtige Weise nahebringen? Zu diesem Thema ließe sich ein ganzes Buch schreiben, aber ich möchte hier einige wesentliche Punkte ansprechen:

  • Eltern, Großeltern und Erzieher können Kindern das Wort Gottes am besten weitergeben, wenn sie selbst im Alltag aus dem Vertrauen auf Gott leben und regelmäßig die Bibel lesen und studieren (Jos 1:8 / Ps 1:2-3). Ohne eine vertrauensvolle Liebesbeziehung zu Gott – die auch von Freude über Gott geprägt ist – wird es schwierig, Kindern das Wort Gottes nahezubringen (5Mo 6:5).
  • Der Glaube der Erwachsenen muss vorgelebt werden, ohne die Kinder unter religiösen Druck zu setzen. Während die Eltern gewisse Verhaltensregeln einfordern müssen, damit die Kinder zu anständigen und rücksichtsvollen Menschen werden, basiert der Glaube an Gott auf Freiwilligkeit. Wenn Eltern ihre Kinder mit psychologischem Druck zu Christen machen wollen, endet dies oft im Gegenteil.
  • Auch wenn die Hinwendung zu Gott auf freiwilliger Basis geschehen soll, ist es wichtig, dass Eltern ihren Kindern täglich aus der Bibel vorlesen und mit ihnen darüber sprechen (5Mo 11:18-19). Dies scheint oft schwierig zu sein, während man Kinder problemlos stundenlang vor den Fernseher, Computer oder das Smartphone setzen kann. Dabei überlässt man die Prägung der eigenen Kinder anderen „Erziehern", die oft alles andere als gut sind.
  • Das tägliche gemeinsame Beten gehört ebenso dazu – auch über alltägliche Situationen (1Thes 5:17 / Phil 4:6). Die Kinder sollen miterleben, wie die Eltern mit Gott leben. Aber auch hier gilt: Kinder sollen zwar zum Beten motiviert, aber niemals unter Druck gesetzt oder dazu gezwungen werden. Sowohl das Gespräch mit Gott als auch die Beziehung zu ihm soll von Anfang an freiwillig geschehen.

Eltern und Erzieher sollen vor allem Vorbilder sein, an denen Kinder die Liebe Gottes erkennen und im Alltag erleben können (1Kor 11:1 / 1Petr 5:3). Doch trotz aller Bemühungen bleibt eines immer wahr: Der Glaube eines Menschen entsteht letztlich nicht durch menschliche Erziehung, sondern durch Gottes Gnade (Joh 6:44 / 1Kor 3:6-7).

Eltern dürfen säen und begleiten – aber Gott allein schenkt neues Leben im Herzen (Hes 36:26 / Joh 3:5-6).


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