Hilferuf aus tiefer Not nach Ps 130

Aus Bibelwissen
Version vom 25. April 2015, 10:33 Uhr von MI (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „''aus HSA: "Die Psalmen Israels"'' <big> Hilferuf aus tiefer Not Ps 130. </big> Dieser von Martin Luther besonders geschätzte Psalm (sein Inhal…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

aus HSA: "Die Psalmen Israels"


Hilferuf aus tiefer Not Ps 130.

Dieser von Martin Luther besonders geschätzte Psalm (sein Inhalt sei geradezu paulinisch!) ist der sechste der altkirchlichen Bußpsalmen (Ps 6 - Ps 32 - Ps 38 - Ps 102 - Ps 130 - Ps 143). ( hat - mit gewissem inhaltlichen Recht - Ps 106 statt Ps 102 als den fünften gezählt.) Wie im Ps 32 spielt das Thema Sündenschuld und Vergebung eine gewichtige Rolle.

Wer durch den Glauben Vergebung seiner Sünden erlangt, kommt nicht ins Gericht (1Jo 1:9 - Joh 5:24). Wie aber kann es geschehen, dass Gott Sünde einfach nicht zurechnet? 2Kor 5:21 antwortet: Weil Jesus Christus "zur Sünde gemacht wurde", weil ihm die ganze Weltsünde zugerechnet wurde. Wer diese Versöhnung annimmt, ist ein Versöhnter (2Kor 5:20). - Doch die Vergebung ist, wie auch Ps 103:3 zeigt, nur "die erste von dengöttlichen Wohltaten" (). Darum hält der Beter wartend und harrend nach weiteren Wohltaten Ausschau, nach der Vollendung des göttlichen Heilswerkes, nach Israels Vollerlösung. Weil Jahweh Gnade hat und Erlösung in Fülle, wird diese auch kommen. - Auch die Gemeinde Jesu steht in der Spannung zwischen Haben und Hoffen. Die Gläubigen haben Vergebung der Sünden (Eph 1:7), sie warten undharren zugleich auf weitere herrliche Heilsgüter (vgl. Röm 8:17-23 - 1Kor 15:42-44 - Kol 3:1-4 u.a.)