Die Auferstehung der Toten und ihre Bedeutung für uns (1Kor 15)

✏️ Die Auferstehungserwartung und die Zeugen der Auferstehung Christi (1Kor 15:1-11)
✏️ Die Auferstehungserwartung gegen die Leugnung der Auferstehung (1Kor 15:12-19)
✏️ Die Auferstehungserwartung und ihre Auswirkungen bis in die Vollendung (1Kor 15:20-28)
✏️ Die Auferstehungserwartung und ihre Bedeutung für die Praxis des Lebens (1Kor 15:29-34)
✏️ Die Auferstehungserwartung und die Beschaffenheit des neuen Leibs (1Kor 15:35-49)
✏️ Die Auferstehungserwartung und die Verwandlung der Gläubigen bei der Wiederkunft Jesu (1Kor 15:50-53)
✏️ Lobpreis Gottes im Blick auf die Auferstehungshoffnung (1Kor 15:54-58)
ℹ️ Anhang / Hinweise
Paulus beginnt dieses einmalige Kapitel mit der fundmentalen Bedeutung von Tod und Auferstehung Jesu Christi für das Evangelium und unseren Glauben. Er macht deutlich, dass die Korinther durch diese Botschaft errettet werden, wenn sie daran festhalten. Die Auferstehung ist nicht nur ein nebensächliches Detail, sondern das Fundament unserer Hoffnung.
In 1. Korinther 15 geht es um nichts Geringeres als das Evangelium – die gute Botschaft Gottes – und den wahren Glauben, der zur Rettung führt. Dieser Text handelt von felsenfesten Fakten und nicht von metaphorischen Bildern. Jesus Christus ist buchstäblich, absolut real und leiblich aus den Toten auferstanden (Lk 24:39) – so real, dass man seinen Leib und seine Wundmale anfassen konnte (Joh 20:27)!
Die Auferstehungserwartung und die Zeugen der Auferstehung Christi
Warum dies so wichtig ist, möchte ich gleich erklären. Doch zuerst lese ich die ersten neun Verse aus diesem wunderbaren „Auferstehungskapitel".
ELB 1Kor 15:1 Ich tue euch aber, Brüder, das Evangelium kund, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch steht,
ELB 1Kor 15:2 durch das ihr auch errettet werdet, wenn ihr festhaltet, mit welcher Rede ich es euch verkündigt habe, es sei denn, daß ihr vergeblich zum Glauben gekommen seid.
ELB 1Kor 15:3 Denn ich habe euch vor allem überliefert, was ich auch empfangen habe: daß Christus für unsere Sünden gestorben ist nach den Schriften;
ELB 1Kor 15:4 und daß er begraben wurde und daß er auferweckt worden ist am dritten Tag nach den Schriften;
ELB 1Kor 15:5 und daß er Kephas erschienen ist, dann den Zwölfen.
ELB 1Kor 15:6 Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten bis jetzt übriggeblieben, einige aber auch entschlafen sind.
ELB 1Kor 15:7 Danach erschien er Jakobus, dann den Aposteln allen;
ELB 1Kor 15:8 zuletzt aber von allen, gleichsam der unzeitigen Geburt, erschien er auch mir.
ELB 1Kor 15:9 Denn ich bin der geringste der Apostel, der ich nicht würdig bin, ein Apostel genannt zu werden, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe.
Die Bedeutung der physischen Auferstehung
Leider gibt es immer wieder Versuche, die Auferstehung Jesu Christi zu leugnen oder zu „vergeistlichen". Es kursieren die wildesten Gerüchte: Jesus sei nicht wirklich gestorben. Er habe noch gelebt, als man ihn vom Kreuz nahm. Ein anderer Mann sei gekreuzigt worden. Die Jünger hätten die Auferweckung am dritten Tag inszeniert.
Eine andere Methode, die leibliche Auferstehung Jesu Christi zu leugnen, besteht darin zu behaupten, dass Jesus nur „geistlich" auferstanden sei – nicht körperlich (1Kor 15:12-17). Nach dieser Sichtweise ist der gekreuzigte Jesus nach seinem Tod geistlich in den Herzen aller gläubigen Christen auferstanden. Paulus und die Apostel hätten „das Bild" der leiblichen Auferstehung lediglich als „metaphorische Erzählung" gebraucht, ähnlich wie Jesus durch viele Gleichnisse zu uns redete. Das „Märchen" der leiblichen Auferstehung Jesu sei etwas für Kinder, aber nicht für „modern aufgeklärte Menschen", da wir aus Erfahrung wüssten, dass es keine leibliche Auferstehung der Toten gibt (Apg 17:32).
Dieses Infrage-Stellen göttlicher Tatsachen ist eine Verführung Satans (Joh 8:44). Er operiert noch ganz ähnlich wie in 1Mo 3, wo er sagte: „Hat Gott wirklich gesagt (oder gemeint): ‚Ihr sollt nicht essen von jedem Baum des Gartens?'" (1Mo 3:1) Der Diabolos – der „Durcheinanderwerfer" – versucht, jede Rede Gottes zu relativieren, zu verdrehen oder zu leugnen (2Kor 11:3)! Die Frage, ob Christus tatsächlich leiblich auferstanden ist, gehört nicht in jene Kategorie, in der man von möglichen Auslegungsvarianten sprechen kann – so wie etwa bei den Aussagen aus Offenbarung 13, wo man darüber diskutieren kann, von welchen Personen, Organisationen oder geistlichen Kräften die Rede ist.
Der Kontext des gesamten Kapitels zeigt unmissverständlich: Für den Apostel Paulus war die leibliche Auferstehung Jesu Christi von fundamentaler Bedeutung (1Kor 15:14-17). Dies war kein Randthema – wie etwa die stellvertretende Taufe für verstorbene Gläubige (1Kor 15:29)!
Warum die Frage nach der leiblichen Auferstehung so wichtig ist
Im vorletzten Abschnitt dieses Kapitels behandelt Paulus die Entrückung der Gemeinde Jesu und die Auferweckung der Toten, die vor der Entrückung verwandelt werden (1Kor 15:51-52). Eine Frage hat mich immer wieder beschäftigt: Warum braucht es eine leibliche Auferstehung, wenn wir danach ohnehin einen geistlichen Leib bekommen (1Kor 15:44)? Kann Gott unserem Geist und unserer Seele nicht direkt diesen neuen, unverweslichen Leib geben, da der auferweckte Leib ohnehin verwandelt werden muss? Nebenbei bemerkt: Bei diesem neuen geistlichen Leib dürfte es sich um einen herrlichen „Lichtesleib" handeln, der unsere Vorstellungskraft übersteigt (Phil 3:21).
Die Frage ist so wichtig, …
- … weil sich der Gott der Bibel durch die leibliche Auferweckung erneut als Schöpfer des Menschen erwiesen hat (1Mo 1:27 / Apg 17:24-25)
- … weil dadurch bestätigt wurde, dass Jesus Christus tatsächlich der Sohn Gottes ist (Röm 1:4)
- … weil sich der Vater Jesu Christi als der allmächtige Gott geoffenbart hat, dem nichts unmöglich ist (Lk 1:37 / Eph 1:19-20)
- … weil dadurch klar wurde, dass Jesus erneut das unsterbliche Leben empfing und nun bevollmächtigt ist, jedem, der ihm vertraut, ebenfalls dieses Leben zu geben (Joh 5:21 / Joh 10:28 / 1Joh 5:11-12)
- … weil dadurch die Hoffnung auf unsere eigene leibliche Auferstehung begründet wird und wir wissen, dass Gott auch unsere sterblichen Leiber auferwecken wird (Röm 8:11 / 1Kor 6:14)
Ob der verstorbene Leib, den der HERR auferweckt, in der neuen Leiblichkeit noch eine gewisse Rolle spielt, möchte ich an dieser Stelle offenlassen. Vielleicht wird die DNA, die letztlich eine göttliche Information beinhaltet, in den neuen geistlichen Leib übertragen – oder Teile davon. Aber das ist reine Spekulation. Sie eröffnet allerdings eine Möglichkeit, warum auch der irdische Leib in Bezug auf unseren zukünftigen Leib nicht bedeutungslos ist.
Nach den Schriften gestorben, begraben und auferweckt
In den Versen 3 und 4 lesen wir:
1Kor 15:3 - Ich habe euch nämlich als Erstes (4*) überliefert, was ich auch empfangen habe (5*), dass Christus gestorben ist für unsere Sünden nach den Schriften (Jes 53:5-6 / Jes 53:12)
- 4* o. in erster Linie, vor allem (als Grundlegendes)
5* vgl. 1Kor 11:23 →📗 →📚
1Kor 15:4 - und dass er begraben worden ist und dass er auferweckt worden ist am dritten Tag (6*) nach den Schriften (7*) (Ps 16:8-11 / Jes 53:10-11 / Hos 6:2)📚
- 6* vgl. Mk 9:31 mit Anm. 78
7* vgl. 5Mo 18:15 - Sach 12:10 - Sach 13:7 - Jes 53:7-8 - Jes 53:12 - Ps 16:8-11 - Ps 18:5-18 - Ps 22:2-32 - Ps 40:7-9 - Ps 110:1 - Ps 118:22 - Mt 21:42 - Apg 2:24-28 - Apg 3:22 - Apg 8:32-33 - Apg 13:32-35 - Hebr 10:5-10 →📗 →📚📚
Zweimal betont Paulus, dass Jesus “nach den Schriften” für unsere Sünden gestorben, begraben und nach drei Tagen auferweckt wurde. Interessant wäre in diesem Zusammenhang jetzt natürlich zu wissen, welche Schriftstellen Paulus damals zitierte.
Die hier fehlenden alttestamentlichen Stellen lassen vermuten, dass Paulus diese bereits in seiner Anwesenheit erwähnte oder dass er um Leute in der Gemeinde wusste, die diese zitieren konnten. Gleichzeitig sind sie auch eine Aufforderung an die Briefempfänger und an uns, selber in den Schriften zu forschen und diese Bibelstellen zu finden.
An dieser Stelle möchte ich die wichtigsten Stellen dazu auflisten:
Für unsere Sünden gestorben:
- Jesaja 53:5-6 - Der leidende Gottesknecht trägt unsere Sünden und wird für unsere Übertretungen durchbohrt
- Jesaja 53:10-12 - Sein Leben als Schuldopfer und seine Auferstehung ("er wird Nachkommen sehen, er wird seine Tage verlängern")
- Psalm 16:8-11 - "Du wirst meine Seele nicht dem Scheol überlassen, nicht zugeben, dass dein Frommer die Verwesung sehe"
- Psalm 22 - Prophetische Beschreibung des Leidens und der anschließenden Erhöhung des Messias
- Sach 12:10 - Aber über das Haus David und über die Bewohnerschaft von Jerusalem gieße ich den Geist der Gnade und des Flehens aus, und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt, und werden bitter über ihn weinen, wie man bitter über den Erstgeborenen weint.
- Sach 13:7 - Schlage den Hirten, dass die Schafe sich zerstreuen!
Der Messias wurde begraben:
- Jesaja 53:9 - "Und man gab ihm bei Gottlosen sein Grab, aber bei einem Reichen [ist er gewesen] in seinem Tod"
- Matthäus 12:40 - Jesus verweist auf Jona: "Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte in dem Bauch des Seeungeheuers war, so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein"
- Psalm 16:10 - Gottes Heiliger wird nicht der Verwesung überlassen (impliziert Begräbnis und Auferstehung)
Auferweckt am dritten Tag:
- Hosea 6:2 - "Er macht uns lebendig nach zwei Tagen, am dritten Tag richtet er uns auf"
- Psalm 16:10-11 - David prophezeit, dass Gottes Heiliger die Verwesung nicht sehen wird
- Jesaja 53:10-11 - Der leidende Knecht wird "Nachkommen sehen" und "seine Tage verlängern" nach seinem stellvertretenden Tod
- Jona 2:1 - Jona drei Tage im Fisch als Typus für die Auferstehung (vgl. Mt 12:39-40)
- 1. Mose 22 - Die "Opferung Isaaks" ist auch ein Bild für Gott, der seinen einzigen Sohn opferte (Joh 3:16). Im Hebräerbrief lesen wir, dass Abraham damit rechnete, dass Gott seinen Sohn aus den Toten auferwecken würde (Hebr 11:17-19). Interessanterweise steht dann in 1Mo 22:4: "Am dritten Tag, da erhob Abraham seine Augen und sah den Ort von fern."
Die Zeugen der Auferstehung
Paulus nennt eine ganze Reihe von Zeugen der Auferstehung Jesu, die damals zum größten Teil noch lebten und somit auch bezeugen konnten, dass diese Auferstehung eine Tatsache ist. Es sind dies der Reihe nach:
- Kephas (Petrus) - Jesus erschien ihm als Erstem der Apostel. Bereits in Lk 24:34 wird berichtet, wie der Auferstandene dem Petrus erschien. Was die beiden damals besprochen haben, wissen wir nicht! Aus gutem Grund. Nach seiner Verleugnungsgeschichte (Mt 26:69-75 / Joh 18:15-18) brauchte Petrus einen ganz persönlichen Trost, der nur ihn und Jesus etwas anging und sonst niemanden.
- Den Zwölfen – Die Apostelgruppe sah den auferstandenen Christus. Diese Aussage betrifft die zwölf engsten Jünger Jesu, zu denen auch Judas gehörte. Paulus meinte damit aber wohl kaum, dass Jesus dem toten Judas leiblich begegnet ist. Es handelt sich eher um eine zusammenfassende Bezeichnung für die Apostelgruppe, wie sie nach der Auferstehung Jesu existierte – auch wenn Judas bereits tot war und später durch Matthias ersetzt wurde (Apg 1:26). Matthias durfte den Auferstandenen auf jeden Fall auch gesehen haben.
- Mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal - Die meisten von ihnen lebten zur Zeit des Briefes noch. Diese Aussage ist sehr bemerkenswert, weil die Evangelien nicht darüber berichten. Offensichtlich gab es einmal eine größere Versammlung, wo mehr als 500 Brüder versammelt waren und die vom auferstandenen Jesus besucht wurde (1Kor 15:6). Über die Örtlichkeit kann man nur spekulieren: Die Säulenhallen Salomos sind möglich, aber historisch kaum begründbar. Wenn man überhaupt spekuliert, wirkt eine größere Versammlung im Freien – vielleicht in Galiläa (Mt 28:16) – etwas wahrscheinlicher. Streng genommen müssen wir aber sagen: Der Text gibt keinen Hinweis auf den Ort, und jede konkrete Lokalisierung bleibt Hypothese.
- Jakobus – Jesus erschien persönlich dem Bruder des Herrn. Jakobus war in der ersten Zeit der Gemeinde in Jerusalem eine zentrale Figur. Die Evangelien berichten nicht explizit von einer persönlichen Erscheinung Jesu vor Jakobus, doch in der frühen Gemeinde galt diese Begegnung als bedeutsam. Jakobus glaubte anfangs nicht an Jesus (Joh 7:5), wurde später aber zu einem der führenden Leiter der Jerusalemer Gemeinde (Apg 15:13; Gal 2:9). Traditionell wird er als Verfasser angesehen; in der heutigen Forschung ist die Frage umstritten.
- Allen Aposteln – Eine weitere Erscheinung vor der gesamten Apostelschar. Wahrscheinlich sind hier mehr Personen als die „Zwölf" gemeint. Möglicherweise bezieht sich dies auf die Himmelfahrt Jesu (Apg 1:9-11), wo die Apostel zusammen mit anderen Jüngern den auffahrenden Herrn sahen. Tatsächlich werden auch andere Personen außer den Zwölfen und Paulus als Apostel bezeichnet. Siehe hier! Diese Erscheinung markiert den Abschluss der Auferstehungserscheinungen – vor der besonderen Christusbegegnung des Paulus.
- Paulus selbst – Als Letztem und „unzeitig Geborenen" erschien Christus auch ihm (Apg 9:3-6). Paulus ist vermutlich der einzige Apostel, dem der erhöhte Herr Jesus auf übernatürliche Weise erschienen ist. Als ehemals eifrigster Christenverfolger seiner Zeit hatte Paulus unter den Aposteln eine Sonderstellung – und zwar in jeder Hinsicht (Gal 1:13 / Phil 3:6). Seine Vorgeschichte und seine Bekehrung waren einmalig. Und das, was Gott aus ihm machte, war ebenso einmalig. Wahrscheinlich hatte außer Jesus keiner einen so großen Einfluss auf die Völkerwelt wie Paulus. Er selbst bezeichnet sich als „Frühgeburt". Heinz Schumacher schreibt dazu: „Es ist hier nicht ‚Fehlgeburt' gemeint (im Sinne von etwas Missratenem), sondern ‚Frühgeburt'. Paulus ist in seiner ganzen Haltung dem Herrn gegenüber ein Repräsentant seines Volkes. Nach seinem Damaskuserlebnis wird er (vorab als ‚Frühgeburt'), was sein ganzes Volk einmal werden soll: ein Lichtträger für die Völkerwelt (vgl. Jes 60:1-3)." Während manche Pharisäer und Schriftgelehrte, die Jesus ebenfalls verfolgten, erst noch lange Gerichtszeiten durchlaufen müssen, schenkte Gott Paulus die außergewöhnliche Gnade, schon so früh – während seines irdischen Lebens – zum Glauben an Jesus Christus zu kommen und ihm zu dienen. Diese besondere Berufung zeigt, wie souverän Gott in seiner Gnade handelt: Er kann selbst den größten Verfolger in den größten Verkündiger verwandeln.
Warum die Auferstehung Jesu Christi mehr ist als eine Legende
- Der Tod Jesu am Kreuz: Historisch durch römische und jüdische Quellen belegt (Mt 27:50 / Mk 15:37 / Lk 23:46 / Joh 19:30); Kreuzigung war eine tödliche Hinrichtungsmethode, die von römischen Soldaten professionell ausgeführt wurde.
- Das leere Grab: Mehrfach bezeugt in allen Evangelien (Mt 28:6 / Mk 16:6 / Lk 24:3 / Joh 20:2). Es erfüllt das Kriterium der Peinlichkeit, da Frauen als erste Zeugen genannt werden – deren Zeugnis im antiken Judentum wenig Gewicht hatte. Wäre die Auferstehung eine erfundene Geschichte, hätte man nicht Frauen als erste Zeugen erwähnt.
- Frühe Zeugenlisten (1Kor 15:3-8): Extrem frühe Datierung (3-8 Jahre nach dem Ereignis); nennt namentlich bekannte Personen und Gruppen, die befragt werden konnten. → Siehe auch Hinweis 1 im Anhang.
- Multiple Bezeugung: Verschiedene unabhängige Quellen berichten von Erscheinungen Jesu (Paulus, Evangelien, außerbiblische Quellen).
- Erscheinungen vor Gruppen: Jesus erschien laut 1Kor 15:6 mehr als 500 Personen gleichzeitig; Massenhalluzinationen sind psychologisch unplausibel.
- Radikale Transformation der Jünger: Von verängstigten, zerstreuten Anhängern zu mutigen Verkündern, die bereit waren zu sterben (Apg 4:13 / Apg 4:19-20); psychologisch nur durch ein reales Ereignis erklärbar.
- Bekehrung von Skeptikern: Jakobus (Bruder Jesu, ursprünglich ungläubig, Joh 7:5) und Paulus (Verfolger der Christen, Apg 9:1-2) wurden zu führenden Vertretern des Auferstehungsglaubens.
- Entstehung des Sonntagsgottesdienstes: Juden verlegten ihren heiligen Tag vom Sabbat (Samstag) auf den Sonntag (Apg 20:7 / 1Kor 16:2 / Offb 1:10) – eine radikale religiöse Veränderung, die nur durch ein bedeutendes Ereignis am ersten Wochentag erklärbar ist.
- Kriterium der historischen Kongruenz: Die Auferstehungsberichte passen in den historischen Kontext des 1. Jahrhunderts und widersprechen nicht den bekannten historischen Fakten.
- Revolutionierung jüdischer Auferstehungsvorstellungen: Die frühen Christen entwickelten eine völlig neue Konzeption der Auferstehung (körperlich, aber transformiert; inaugurierte Eschatologie, 1Kor 15:42-44), die sich radikal vom jüdischen Mainstream unterschied.
- Messianische Bewegungen endeten normalerweise: Beim Tod ihres Anführers wählten messianische Gruppen entweder einen neuen Führer oder lösten sich auf; niemand behauptete je, der getötete Messias sei auferstanden.
- Fehlende naturalistische Erklärung: Betrugstheorie scheitert an der Bereitschaft der Jünger zu sterben; Halluzinationstheorie erklärt nicht das leere Grab; Legendenhypothese scheitert an der extrem frühen Datierung der Quellen.
- Kumulative Beweiskraft: Die Summe aller Indizien ergibt ein kohärentes Bild, das nur durch die tatsächliche Auferstehung ohne logische Widersprüche erklärt werden kann (1Kor 15:14-17).
Die Auswirkung der Gnade Gottes an Paulus
Die Verse 10 und 11 lauten in der Übersetzung von Heinz Schumacher:
1Kor 15:10 - Durch Gottes Gnade aber bin ich, was ich bin, und seine Gnade mir gegenüber blieb nicht ohne Wirkung (14*), sondern mehr als sie alle (15*) habe ich mich abgemüht – nicht aber ich, sondern die Gnade Gottes, die mit mir [war] (16*).
- 14* o. erwies sich nicht als erfolglos, vergeblich, ohne Ertrag (w. leer)
15* nämlich die anderen Apostel
16* Gnade und Arbeit, göttliches und menschliches Wirken (im Dienste Gottes) gehören für Paulus zusammen. →📗 →📚
1Kor 15:11 - Ob nun ich [es bin] oder jene: So (17*) lautet unsre Verkündigung und so habt ihr es glaubend angenommen.
Diese Verse klingen nach Selbstlob – aber das sind sie nicht! Paulus macht deutlich, dass alles, was er erreicht hat und ist, ausschließlich ein Werk der Gnade Gottes ist (1Kor 15:10). Er betont, dass nicht er selbst aus eigener Kraft so viel bewirkt hat, sondern die Gnade Gottes, die in ihm und durch ihn wirksam war.
Paulus hat – trotz größter Widerstände und Leiden (siehe 2Kor 11+12) – unvorstellbar viel gearbeitet. Er verkündete unermüdlich das Evangelium und arbeitete mit eigenen Händen für seinen Unterhalt (1Kor 4:12 / Apg 18:3). Er betete unablässig für die Gemeinden (Röm 1:9 / Kol 1:9), betreute Gemeindeleiter, legte die Schriften aus und praktizierte Seelsorge. Er stärkte den Geist jedes einzelnen Gläubigen. Er schrieb mehr Briefe als jeder andere, und seine Einblicke in die Heilsgeschichte Gottes sind unvergleichlich.
Darin zeigt sich eindrucksvoll, dass dies nur mit göttlicher Kraft möglich war (2Kor 12:9 / Phil 4:13). Jeder Mensch, der so etwas aus eigener Kraft bewerkstelligen will, würde schon nach kurzer Zeit aufgeben. Das Leben des Paulus zeigt einmal mehr: Für Gott ist das Unmögliche möglich (Mt 19:26 / Lk 1:37).

✏️ Die Auferstehungserwartung und die Zeugen der Auferstehung Christi (1Kor 15:1-11)
✏️ Die Auferstehungserwartung gegen die Leugnung der Auferstehung (1Kor 15:12-19)
✏️ Die Auferstehungserwartung und ihre Auswirkungen bis in die Vollendung (1Kor 15:20-28)
✏️ Die Auferstehungserwartung und ihre Bedeutung für die Praxis des Lebens (1Kor 15:29-34)
✏️ Die Auferstehungserwartung und die Beschaffenheit des neuen Leibs (1Kor 15:35-49)
✏️ Die Auferstehungserwartung und die Verwandlung der Gläubigen bei der Wiederkunft Jesu (1Kor 15:50-53)
✏️ Lobpreis Gottes im Blick auf die Auferstehungshoffnung (1Kor 15:54-58)
ℹ️ Anhang / Hinweise
