"Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten" nach Ps 126

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aus HSA: "Die Psalmen Israels"


"Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten" Ps 126.

Lamparter rühmt zu Recht "die edle Sprache, die wundervolle Wahl der Bilder" sowie "die Innigkeit und Tiefe der Empfindung" dieses Liedes. Der Sänger blickt zunächst zurück auf die Befreiung aus der 70-jährigen Gefangenschaft (Jer 25:11.12 Die erste Wegführung geschah schon 606 v.Chr., die Rückführung ab 538 aufgrund des Erlasses des Kyrus, Jes 44:28 - Jes 45:1.2). Ein solches Geschehen löst unbeschreiblichen Jubel aus. Auch die Israel umgebende Völkerwelt blieb davon nicht unbeeindruckt.

Doch es folgte eine Enttäuschung: Die Heimgekehrten durchlebten eine Zeit kümmerlicher Anfänge (Hag 1:2-6 - Sach 4:10). Die verheißene weltweit sichtbare Erscheinung der Herrlichkeit Jahwehs blieb noch aus. So steht der Psalm in der Spannung zwischen geschehenem und zukünftigem Heil, und so folgt der dankbaren Freude des Anfangs die dringende Bitte: "Wende, Ewiger, unser Geschick!" -

In dieser Spannung steht auch das heutige Israel. Der HERR hat 1948 (Staatsgründung Israels!) und in den Jahren davor und danach Großes an seinem Volk getan, was von den Nationen aufmerksam beobachtet wurde, doch noch immer ist es angefeindet und bedroht. - Die Verse Ps 126:5-6 sprechen einen göttlichen, heilsgeschichtlichen Grundsatz aus: Es geht durch Leiden zur Herrlichkeit, durch Tränensaat zur Freudenernte. Dies hat vor allem Jesus selbst erlebt (Joh 12:24). Doch Leid und Tränen, die der HERR auferlegt und die man annimmt, sind eine Aussaat, der eine herrliche Ernte folgt. Dies gilt für Jesus, für Israel, für seine Gemeinde, für jeden Einzelnen. Das ist der reiche Trost dieses Psalms.