Vertrauen auf die eigene Kraft oder auf Gott

Aus Bibelwissen

Von Daniel Muhl

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„Bei Gott steht die Kraft zu helfen und fallen zu lassen."

2. Chronik 25,8

„Verkauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater. Darum fürchtet euch nicht; ihr seid kostbarer als viele Sperlinge."

Matthäus 10,29 + 31


Die beiden Situationen im heutigen Losungs- und Lehrtext könnten kaum unterschiedlicher sein. Während sich der jüdische König Amazja in einer relativ komfortablen Lage befand, schildert Jesus eine furchteinflößende Begebenheit. Doch in beiden Fällen geht es letztlich darum, nicht auf die eigenen Möglichkeiten zu vertrauen, sondern auf Gott.

Amazja plante einen Feldzug gegen Edom (2Chr 25:5-13). Zuvor musterte er seine Armee und stellte fest, dass er über 300.000 Mann verfügte. Da er aber auf „sicher" gehen wollte und über das nötige Geld verfügte, heuerte er aus dem Nordreich Israel noch zusätzlich 100.000 Mann an. Durch diese Maßnahme wollte er seinem Vorhaben eine größere Erfolgschance verleihen. Doch dann kam ein Mann Gottes zu ihm und sagte:

"König, lass das Heer von Israel nicht mit dir ziehen! Denn der HERR ist nicht mit Israel und mit allen Söhnen Ephraim. Wenn du denkst, dadurch stark zu sein zum Kampf, dann wird Gott dich zum Stürzen bringen vor dem Feind. Denn bei Gott ist Macht, zu helfen und zum Stürzen zu bringen." (2Chr 25:7-8)

Der Mann Gottes sagte dies aus zwei Gründen:

  1. Die Männer aus Israel waren vom Götzendienst geprägt. Ein Zusammenschluss hätte negative Folgen für Amazja und seine Truppe gehabt.
  2. Amazja sollte nicht auf seine Vorkehrungen und Stärke vertrauen, sondern auf Gott. Denn er allein entscheidet, ob eine Sache gelingt oder nicht.

Amazja hörte auf den Mann Gottes – obwohl er dadurch hundert Talente Silber verlor (2Chr 25:9-10). Tatsächlich errang er anschließend einen Sieg über Edom (2Chr 25:11-12). Allerdings faszinierten ihn die Götzen Edoms so sehr, dass er sie mitnahm und anbetete (2Chr 25:14).

Zu Beginn seiner Regentschaft hörte Amazja auf Gott und vertraute ihm. Doch im Laufe seines Lebens wandte er sich fremden Göttern zu. Das wurde ihm zum Verhängnis und führte zu seinem tragischen Ende (2Chr 25:27). Das zeigt uns: Vertrauen auf Gott muss immer wieder neu geübt werden – bis zum letzten Atemzug!

In Matthäus 10 geht es nicht um einen Feldzug mit großer Beute, sondern um eine Prophezeiung, die kein Nachfolger Jesu erleben möchte. Jesus kündigt seinen Jüngern eine künftige Verfolgung an (Mt 10:17-23). In die Hände böser Menschen zu fallen gehört zu den schlimmsten Szenarien. Doch Jesus sagt hier einen seltsamen, aber aufschlussreichen Satz:

"Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen." (Mt 10:28)

Wie ist das möglich? Was können wir tun, um uns nicht vor Menschen zu fürchten, die uns umbringen wollen? Ist das nicht eine totale Überforderung?

Das ist nur mit völligem Vertrauen auf den liebenden himmlischen Vater möglich! Um dieses Vertrauen zu stärken, macht Jesus deutlich: Gott sieht jeden kleinen, noch so unbedeutenden Sperling und wacht über seinem Leben. Keiner von ihnen fällt ohne den Vater vom Himmel (Mt 10:29)! Auch hat der himmlische Vater alle unsere Haare gezählt (Mt 10:30). Das zeigt: Gott hat alles im Griff – bis ins Kleinste! Jesus macht dann klar: Ihr seid viel wertvoller als die Sperlinge! Darum wacht der Vater im Himmel noch viel intensiver über euch (Mt 10:31).

Und sollte es tatsächlich so weit kommen, dass Menschen uns töten dürfen, dann steht der HERR uns bei – wie er dem Stephanus beistand und ihm sogar vor seinem Tod einen Blick in den Himmel gewährte (Apg 7:55-56)!

Darum dürfen wir uns immer und überall in Gottes Hand geborgen wissen. Wir müssen uns nicht an menschliche Sicherheiten klammern, sondern dürfen mutig vertrauen, weil wir Gott kostbar sind (Jes 43:4).

Gebet: Vater, du siehst auch das Kleine, und nichts entgleitet dir. Danke, dass ich dir kostbar bin und nicht aus Angst leben muss. Bitte schenke mir Vertrauen, wenn ich am liebsten alles absichern und kontrollieren will. Hilf mir, deinen Weg zu wählen, auch wenn er weniger „vernünftig" wirkt. Gib mir heute Mut und Frieden, weil du bei mir bist. Amen.


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