Hes 34:16 - Ein Gott, der das Verlorene findet

Aus Bibelwissen

Sonntag, 19. April 2026 – von Daniel Muhl

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Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken.

Hesekiel 34,16

Ihr irrtet umher wie Schafe, doch jetzt seid ihr zurückgekehrt zum Hirten, zum Beschützer eurer Seelen.

1.Petrus 2,25


Es gibt mächtige Menschen, die unter dem Wohlgefallen Gottes stehen, und solche, die um Machtpositionen kämpfen, um sich zu bereichern und Anerkennung bei anderen Mächtigen zu gewinnen (Mk 10:42). Letztere stehen meist nicht unter dem Wohlgefallen Gottes, weil sie ihre Stellung zum eigenen Vorteil nutzen, statt in Gottesfurcht ein Segen für das Volk zu sein (1Petr 5:2).

Sowohl in der Bibel als auch in der Weltgeschichte finden wir Mächtige, die Gott gefürchtet haben und dem Volk zum Segen wurden (Spr 14:34). Ich denke an Joseph (1Mo 41:39), Mose (2Mo 3:10), Josua (Jos 1:7), David (1Sam 13:14), Hiskia (2Kö 18:5) oder Daniel (Dan 6:4), der als ranghoher Minister in Babylon zeitweise über große Machtfülle verfügte. Vermutlich gehören solche Vorbilder jedoch eher zu einer Minderheit.

In Hesekiel 34 beklagt sich der HERR über die Mächtigen in Jerusalem, die eigentlich einen gottgemäßen »Hirtendienst« hätten leisten sollen. In Vers 4–6 (Hes 34:4) wirft er ihnen Folgendes vor:

“Die Schwachen habt ihr nicht gestärkt und das Kranke nicht geheilt und das Gebrochene nicht verbunden und das Versprengte nicht zurückgebracht und das Verlorene nicht gesucht, sondern mit Härte habt ihr über sie geherrscht und mit Gewalt. Und sie zerstreuten sich, weil sie ohne Hirten waren, und wurden allen Tieren des Feldes zum Fraß. So zerstreuten sich ⟨und⟩ irrten umher meine Schafe.”

Lange genug sah Gott zu, wie die Hirten Israels sich selbst geweidet haben; darum verkündigt er in den Versen 11–12 und 16:

“Siehe, ich bin es, und ich will nach meinen Schafen fragen und mich ihrer annehmen. Wie ein Hirte sich seiner Herde annimmt am Tag, da er unter seinen zerstreuten Schafen ist, so werde ich mich meiner Schafe annehmen und werde sie retten aus allen Orten, wohin sie zerstreut worden sind am Tag des Gewölks und des Wolkendunkels. … Das Verlorene will ich suchen und das Versprengte zurückbringen, und das Gebrochene will ich verbinden, und das Kranke will ich stärken.”

In Psalm 23 bezeichnet David den HERRN als seinen Hirten, der ihn versorgt und führt. Jesus nimmt diesen Titel für sich in Anspruch und erklärt zugleich, woran man einen wahrhaft guten Hirten erkennt:

Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.” (Joh 10:11)

In Lukas 15 erzählt Jesus das Gleichnis vom verlorenen Schaf: Eines von hundert Schafen geht verloren. Der Hirte lässt 99 Schafe in der Wüste zurück, um dieses eine zu suchen. Für einen Herdenbesitzer, der aus seiner Herde möglichst viel Gewinn ziehen will, wirkt dieses Verhalten unvernünftig und zu riskant. Doch dem HERRN geht es um jeden einzelnen. Jedes verlorene Schaf, jeder verlorene Sünder, ist ihm so wichtig, dass er ihm nachgeht, bis er ihn findet.

Petrus spricht im Lehrtext die Gläubigen als Schafe an, die einst umherirrten. Ohne eine vertrauensvolle Beziehung zum Schöpfer irrt jeder Mensch in der Ungewissheit umher – unabhängig davon, wie begabt oder intelligent jemand ist.

Wer Jesus als persönlichen Hirten gefunden hat, hat den gefunden, der in die Ewigkeit führt und die Seele beschützt.

Gebet: Herr Jesus Christus, du bist der Hirte meiner Seele. Danke, dass du mich nicht aufgibst, wenn ich mich verirre, und dass du Wunden siehst, die andere nicht erkennen. Bitte suche mich neu, wo ich mich verloren fühle, und stärke mich, wo ich schwach bin. Lehre mich, deiner Stimme zu vertrauen und Schritte in deine Nähe zu gehen. Mach mich aufmerksam für Menschen, die Ermutigung brauchen, und schenke mir dein Herz für sie. Amen.