Gottes rettendes Handeln führt zu einem universalen Bekenntnis

Aus Bibelwissen

Mittwoch, 1. April 2026 – von Daniel Muhl

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Ich will dir danken in großer Gemeinde; unter vielem Volk will ich dich rühmen.

Psalm 35,18

Alle Zungen sollen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

Philipper 2,11


In Psalm 35 bittet David den HERRN, ihm beizustehen, indem er gegen seine Feinde kämpft (Ps 35,1). Das klingt nicht gerade nach Feindesliebe (Mt 5,44). Jeder Bibelleser, der auch die Bergpredigt Jesu kennt, würde von einem „Mann nach dem Herzen Gottes“ vielleicht etwas anderes erwarten (1Sam 13,14 / Apg 13,22).

Doch dieser einseitige Eindruck, David habe sich das Unglück seiner Feinde gewünscht, täuscht. In den Versen 12–14 schreibt er:

Sie vergelten mir Böses für Gutes; vereinsamt ist meine Seele. Ich aber, als sie krank waren, kleidete mich in Sacktuch; ich demütigte meine Seele mit Fasten. Ach, dass mein Gebet in meine Brust zurückkehrte! Als wäre es mir ein Freund, ein Bruder gewesen, so bin ich einhergegangen; wie leidtragend um die Mutter habe ich mich trauernd niedergebeugt.“

Diese Aussagen zeigen, wie betroffen David war, als es seinen Feinden schlecht ging, und wie sehr er mitgelitten hatte, als sie krank waren (Spr 24,17). Das „Kleiden in Sacktuch“ und das „Fasten“ zeigen zudem, wie intensiv er für seine Feinde betete. Anschließend wurden sie vermutlich gesund, denn erst nachdem sie genesen waren, konnten sie wieder gegen David kämpfen und waren darauf aus, ihn ins Verderben zu stürzen und umzubringen (Ps 35,15).

Als David den HERRN bat, gegen seine Feinde zu kämpfen, tat er das nicht unbedingt aus Hass, sondern eher, weil er von Gott gerettet werden wollte.

In diesem Zusammenhang klingt der Losungsvers wie ein Gelübde: David will den HERRN öffentlich preisen – als Antwort auf seine Rettung. Sein Lob ist keine Pflicht, sondern die Folge dessen, was er mit Gott erlebt hat.

David wollte den HERRN als Retter ehren und bekennen, um auch andere zu ermutigen, ihm zu vertrauen.

Ein Bekenntnis, das sich nicht nur auf ein zahlreiches Volk erstreckt, sondern eines Tages jeden Menschen betreffen wird, verheißt Gott sowohl durch den Propheten Jesaja als auch durch den Apostel Paulus. In Jesaja 45:23-24 spricht der HERR:

“Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Mund ist Gerechtigkeit hervorgegangen, ein Wort, das nicht zurückkehrt: Ja, jedes Knie wird sich vor mir beugen, jede Zunge ⟨mir⟩ schwören und sagen: Nur in dem HERRN ist Gerechtigkeit und Stärke.”

Paulus präzisiert dies in Philipper 2:9-11:

“Darum hat Gott ihn (d.h. Christus) auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist, damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beugt, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekennt, dass Jesus Christus Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.”

Das griechische Wort für „bekennen“ lautet *homologeo* und bedeutet wörtlich: „gleiche Worte (sagen)", „übereinstimmen" oder „zustimmen". Es beschreibt also nicht nur ein inneres Gefühl, sondern ein übereinstimmendes Zeugnis über das, was der Wahrheit entspricht.

Doch wie kommt dieses universale Bekenntnis zustande? Ist es erzwungen? (Phil 2,10)

Der biblische Zusammenhang legt eine andere Spur nahe: Es entsteht als Antwort auf Gottes Handeln. So wie David Gott nach erfahrener Rettung preist, so wird auch das endgültige Bekenntnis zu Christus nicht bloß auferlegt sein, sondern aus der Erkenntnis seiner Wahrheit und Gnade hervorgehen (vgl. 1Tim 4,10; Röm 11,32).

Dieses Bekenntnis ist also nicht in erster Linie ein Druckmittel („Du musst…“), sondern die Frucht von Gottes Handeln. In Psalm 35 ist das Lob die Antwort auf Rettung; im Philipperbrief ist das Bekenntnis die Antwort auf Gottes Erhöhung Christi.

So verbindet der heutige Tag zwei Linien:

  • Gott rettet und hilft konkret – und das führt zu Dank.
  • Gott erhöht Christus endgültig – und das führt zu Anbetung.

Beides mündet darin, dass Gott geehrt wird.

Gebet: Herr Jesus Christus, du bist der Herr. Ich will dir nicht nur im Stillen danken, sondern dich bekennen. Gib mir Mut und Demut, dass mein Leben dich ehrt und der Vater verherrlicht wird. Amen.