Der 2. Korintherbrief - Kapitel 1: Unterschied zwischen den Versionen

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''Abschrift: '''Die Korintherbriefe Band I - IV'''''  ''(2007)'' <br/>
''Abschrift: '''Die Korintherbriefe Band I - IV'''''  ''(2007/08)'' <br/>
''aus der Reihe "Christi unausspürbarer Reichtum"'' <br/>
''aus der Reihe "Christi unausspürbarer Reichtum"'' <br/>
''von '''Gerhard Groß''' (+ 2022)'' <br/><br/>
''von '''Gerhard Groß''' (+ 2022)'' <br/><br/>
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==='''Der 2. Korintherbrief - Kapitel 1'''===
==='''Der 2. Korintherbrief - Kapitel 1'''===
<big>Band III</big> <br/>
''Verfasser, Empfänger und Gruß''<br/>
''Verfasser, Empfänger und Gruß''<br/>
''Dank für Gottes Rettung aus Todesgefahr'' <br/>
''Dank für Gottes Rettung aus Todesgefahr'' <br/>
''Verteidigung gegen unberechtigte Vorwürfe'' <br/> <br/>
''Verteidigung gegen unberechtigte Vorwürfe'' <br/> <br/>


Verfasser, Empfänger und Gruß <br/> <br/>
====Persönliches Vorwort zu Band III====
Dank für Gottes Rettung aus Todesgefahr 3-11 <br/> <br/>
 
In Christus geliebte Geschwister,
 
einganz persönliches Wort möchte ich, der Verfasser, hier voranstellen: Aus tiefem Herzen muss ich meinem Gott und Vater danken, dass er mir auch diesmal bei diesem Band III, die Kraft gegeben hat, ihn rechtzeitig fertigzustellen. Eine neue schwere körperliche Bürde wurde meiner geliebten Frau auferlegt, was fast nicht mehr tragbar schien! Auch meine Kraft zum Schreiben erlahmte für viele Wochen. Als wir uns dann, ein jeder auf seine Art, zu einem "Ja, Vater!" durchgerungen hatten, kam langsam wieder die Kraft, für meine Frau zum Korrigieren, für mich zum Schreiben.
 
Die ohnehin schon jahrelangen schweren Schmerzen meiner Frau, das Mitleiden mit ihr, die. neuerliche Krankheit - all das war wohl für die göttliche Vorbereitung zum Inhalt dieses dritten Bandes der Korintherbriefe. Nie habe ich erkannt, was aPaulus eigentlich mit dieser zweiten Gnadendarreichung ([[2Kor 1:15]]) sagen wollte. Doch je mehr ich mich vorarbeitete, je gewaltiger wurde mir dieses Thema, weil ich spürte, dass es den ganzen Brief wie ein roter Faden durchzog! "Teilhaber Seiner Leiden und Seines Trostes zu werden" - es lassen sich schöne Worte darüber finden, aber "hineingestellt zu sein" ist etwas anderes, es ist Praxis.
 
Ich möchte Sie alle bitten, meine lieben Geschwister, mit mir in diesen Brief hineinzugehen, versuchen zu verstehen, was Paulus nicht nur den Korinthern, sondern auch uns zu sagen hat - dazu möge ER viel Gnade geben!
 
Und noch eines möchte ich hier: All jenen von Herzen danken, die uns und unser Werklein getragen haben und es immer noch tun, sei es im Gebet und Flehen, sei es mit finanziellen Mitteln.
 
Gerhard Groß<br/> <br/>
 
====Einführung in den 2. Korintherbrief====
In keinem seiner Briefe spricht der Apostel Paulus so eingehend von seinem Dienst und seiner Vollmacht, wie hier in diesem 2. Brief an die Korinther; die Ursache dürfen wie in dem vielfältigen Widerstand sehen, welcher dem Apostel entgegengesetzt wurde, nicht nur von der korinthischen Gemeinde, nein auch von jüdischen Widersachern, die mit äußerstem Argwohn sein Wirken beobachteten. Standen im ersten brief die Fragen und Nöte der Korinther im Vordergrund, die jetzt anscheinend zu einem gewissen Teil behoben zu sein scheinen, oder durch andere Vorkommnisse verdrängt wurden, so mu ss er jetzt sein Amt als Apostel hart verteidigen.
 
Der erste Brief an die Korinther ward auf das Jahr 56 n. Chr., der zweite Brief auf das Jahr 57 n. Chr. datiert. Paulus schrieb diesen zweiten Brief zusammen mit Timotheus, was aus dem ersten Vers hervorgeht. Zwischen den beiden Briefen liegt der zweite Besuch Pauli in Korinth, sein Aufenthalt in Mazedonien und seine Reise nach Illyrien, sowie die Beendigung seiner Arbeit in Ephesus.
 
Gleich zu Beginn vernehmen wir den Grundton des ersten Hauptteils ([[2Kor 1]]-7), nämlich das Erbarmen Gottes in all seinen Drangsalen und Leiden. Als solch einer, der großes Erbarmen empfangen hat, kann er den Korinthern hautnah zum Tröster werden. Lassen also auch wir uns hineinführen in die lebendigen Erfahrungen des Apostels und lernen, dass Gott auch uns ein wunderbarer Tröster ist, auch wenn Er nicht immer unsere eigenen Wünsche erfüllt! <br/> <br/>
 
=='''Verfasser, Empfänger und Gruß'''==
===2Kor 1:2===
:'''''"Paulus, Apostel Christi Jesu durch den Willen Gottes, und Timotheus, der Bruder, an die herausgerufene Gemeinde Gottes, die in Korinth ist, samt allen Heiligen, die in ganz Achaja sind."'''''
 
Wie schon im ersten Brief stellt Paulus sein Apostelamt in Christus Jesus '''durch den Willen Gottes''' an den Anfang. "Durch den Willen Gottes" bedeutet, dass der einstige Saulus nicht gefragt wurde, ob er dieses Amt überhaupt will. In [[Apg 9:13]]-16 lesen wir, dass der Herr nur dem Ananias sagte, dass der künftige Apostel der Nationen viel um Seines Namens willen leiden müsse. Wie hätte wohl Saulus reagiert, hätte ihm Gott das gleich zu Anfang gesagt? Und wie würden wir reagieren, wenn uns vorher gesagt wird, dass mit unserer Berufung auch Leiden eingeschlossen sein können?
 
Wir greifen dankbar an diesem ersten Tag im neuen Jahr die Wahrheit auf, dass gemäß [[Eph 1:11]] Gott alles nach dem Ratschluss Seines Willens bewirkt, ob es sich, wie dieser Vers am Anfang aussagt, um unsere eigene Vorherbestimmung handelt oder um die Berufung Pauli zum Apostel der Nationen. Bedenken wir diese Aussage bis in die letzte Konsequenz, so heißt das. nichts anderes, als dass alles, was im gesamten All geschieht, von unserem Gott und Vater gewirkt ist, dass nicht gegen Seinen Willen geschehen kann. Ist das nicht ein ungeheurer Zuspruch für uns ? Vor allem, wenn wir in Lebenslagen stehen, wo wir nach Gott schreien, Er möge unsere Last wegnehmen?
 
Je tiefer wir in Sein Wort eindringen, je mehr verstummen unsere Gebetswünsche, weil wir erkennen müssen, dass wir gar nicht wissen, was wir beten sollen! Dafür verwendet sich der G eist selbst für uns mit unaussprechlichem Ächzen ([[Röm 8:26]]). Und in Vers 27 lesen wir dann weiter: "Wir wissen, dass Gott denen, die Gott lieben, <u>'''alles'''</u> zum Guten zusammenwirkt - denen, die nach Seinem Vorsatz berufen sind." <br/> <br/>
 
:'''''"...und Timotheus, der Bruder, an die herausgerufene Gemeinde Gottes, die in Korinth ist, samt allen Heiligen, die in ganz Achaja sind."'''''
 
War es im ersten Brief "Sosthenes", der als Bruder mitzeichnete, so ist es jetzt "Timotheus", der diesen Brief offensichtlich mit schrieb, weswegen Paulus auch zumeist in der "Wir-Form" schreibt. Interessant ist, dass Paulus den Timotheus nicht zum zweiten Mal nach Korinth sandte, sondern an seiner Statt den Titus vorzog. Titus schien den schwierigen Aufgaben in Korinth besser gewachsen. zu sein. Trotzdem steht Timotheus als Bruder neben Paulus, was beweist, dass Paulus ihn vor den Korinthern in Schutz nimmt - der Starke deckt den Schwächeren!
 
Wenn wir jetzt die Anschrift betrachten, dann fällt uns im Gegensatz zum ersten Brief auf, dass nicht mehr alle Geheiligten in Christus Jesus angesprochen werden, sondern nur der enge Empfängerkreis in Korinth und Achaja. "Achaja" war damals eine römische Provinz, die ganz Griechenland südlich von Thessalonich, also auch die Stadt Korinth, umfasste. Wir müssen dem entnehmen, dass die Auseinandersetzung, die Paulus mit den Korinthern hatte, in ähnlichem oder gleichen Maß alle Gemeindn in Achaja betraf, wobei die Gemeinde in Korinth eine Art "Mittelpunkt" in dieser Provinz darstellte. Bedeutet dieser Empfängerkreis, dass wir jetzt nicht mit eingeschlossen sind?
 
Selbst wenn wir uns hier nicht ganz direkt angesprochen fühlen, so gilt doch jenes Wort in [[2Tim 3:16]], dass <u>alle</u> Schrift gottgehaucht und uns in jeder Weise dienlich ist. Darüber hinaus sind wir, wie alle in Achaja, Glieder her herausgerufenen Gemeinde Gottes, und. damit "Heilige" bzw. "Geheiligte in Christus Jesus!" Dieser zweite Brief wird uns also trotzdem ansprechen und uns belehren, zurechtweisen und uns zu jedem guten Werk zubereiten.<br/> <br/>
 
===2Kor 1:2===
:'''''"Gnade sei euch und Friede von Gott,  unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!"'''''
 
Der apostolische Segensgruß hat denselben Wortlaut wie im ersten Brief - er wird im Grunde nicht nur gewünscht, sondern ist vielmehr ein Zuspruch an die Gemeinde und gleichermaßen an uns.
 
Die Gnade, die ja, sinngemäß übersetzt, etwas ist "was Freude verursacht", darf diese auch in uns bewirken. Dabei dürfen wir uns hier immer wieder fragen, ob dies in unserem Inneren auch so ist. Bedenken wir doch, liebe Geschwister, dass "Gnade" im Gegensatz zu "Werken" steht! Es werden von uns keine Werke zu unserer Rettung wie z.B. Umsinnung (Buße) und Taufe verlang, solche sind dem irdischen Königreich zuzuordnen. Unsere Rettung ist in [[Röm 4:5]] beschrieben: "Wer aber solche (Werke) nicht wirkt, jedoch an den glaubt, der den Unfrommen rechtfertigt, dem wird sein Glaube zur Gerechtigkeit angerechnet".  Schauen wir einen Vers zurück ([[Röm 4:4]]), dann sehen wir den Unterschied: "Wer aber Werke wirkt, dem wird der Lohn nicht aus Gnaden angerechnet, sondern aus Schuldigkeit". Und ergänzend lesen wir in [[Röm 11:6]]: Wenn aber in Gnaden, dann nicht mehr aus Werken; sonst wäre die Gnade nicht mehr Gnade". Was darf also allein diese Tatsache, keine Werke mehr erbringen zu müssen, in uns für Freude bereiten!!! Und bedenken wir weiter, dass uns diese Gnade in Christus schon <u>vor</u> äonischen Zeiten gegeben ist ([[2Tim 1:9]]) - das bedeutet: Schon vor Adam war jeder Einzelne von uns als Glied am Körper des Christus erkannt!
 
Gleicherweise darf uns der Friede von Gott und unserem Herrn Jesus Christus erfreuen. Es ist jener glückselige Friede, der mit nichts Irdischem zu vergleichen ist und der allem Denksinn überlegen ist. Dieser Fried wächst in uns in dem Maß, als wir uns um immer weniger sorgen, und alles, was uns bedrückt, im Gebet mit Danksagung vor Ihn bringen (lies [[Phil 4:6]]-7).<br/> <br/>  
 
=='''Dank für Gottes Rettung aus Todesgefahr'''==
===2Kor 1:3===
:'''''"Gesegnet sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater des Mitleids und Gott allen Zuspruchs,"'''''
 
Auch dieser zweite Brief beginnt gleich mit Dankesworten, allerdings gelten diese nicht wie im ersten Brief für die Gemeinde, vielmehr hebt Paulus das Handeln Gottes hervor, das er ganz persönlich an sich erfahren durfte.
 
Es mag erste einmal manchen von uns irritieren, dass Paulus seinen Gott und Vater segnet - wie könnte dies ein Mensch? Das Wort "segnen" hat aber hier die wörtliche Bedeutung von "wohl-sagen", damit wird uns diese Aussage verständlich; der Apostel preist Seinen Gott und Vater mit aus dem Herzen kommenden Worten. Und er tut dies erst einmal dadurch, dass er Ihn als "Vater des Mitleids" bezeichnet. Die herkömmlichen Übersetzungen gebrauchen das Wort "Vater der Barmherzigkeit" bzw. "Erbarmung", was der Bedeutung des Wortes nicht ganz gerecht wird. Bei Baader lesen wir: "Vater der Mitgefühle", und zusammen mit unserer konkordanten Übersetzung bekommen wir einen himmlischen Vater vor unsere Herzensaugen gestellt, der mit seinen Geschöpfen Mitgefühl und Mitleid hat, ja sogar mitleidet! Wir haben also keinen fernen und im Grunde kaum vorstellbaren Gott, vielmehr dürfen wir heute einen Blick in Sein Herz tun und erkennen, dass dieser Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus uns nicht nur ganz nahe ist, sondern mit uns fühlt und leidet! Und Er litt schon mit Seinem ersten Menschenpaar im Pardiesgarten und deren Nachkommen, Er litt mit Seinem Volk Israel, Erlitt mit seinem Sohn am Kreuz und Er leidet bis heute mit jedem Seiner Geschöpfe, auch mit uns die wir Ihm in Christus so nahe geworden sind.
 
Vielleicht darf uns heute eine in der Zukunft liegende Aussage in [[Offb 15:8]] ganz besonders bewegen: Während auf eRden die sieben Schalengerichte vollendet werden, zieht Sich Gott in den himmlischen Tempel zurück, und "<u>'''niemand''' konnte in den Tempel hineingehen</u>, bis die sieben Plangen der seiner Boten vollendet waren" - ist das kein bewegender Hinweis auf das <u>'''mitleidende'''</u> Vaterherz?<br/> <br/>
 
Wir haben gestern den Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus als den Vater des Mitleids betrachtet, der mit Seinen Geschöpfen leidet; es erhebt sich hier die berechtigte Frage, warum Gott von Anfang an Seine Geschöpfe überhaupt in diese Leiden hineingestellt hat? Es hätte ja nur eines Wortes bedurft, und die Schlange hätte nie den Paradiesgarten betreten dürfen! Es hätte dann auch nie einen Ungehorsam, nie eine Sünde gegeben, nie ein Verlassen des Gartens Eden, keinen Brudermord bei Kain und Abel, usw.! Der Mensch hätte also glücklich und ohne Leid in Gemeinschaft mit Gott leben können - und der Vater Selbst hätte Sich Sein Mitleid ersparen können!
 
Nun behauptet ein gewisser Teil der Gläubigen, das Böse (in Gestalt eines gefallenen Engelfürsten) sei gegen Gottes Willen entstanden und hätte sich zu solche einem Machtfaktor gegen Gott entwickelt, dass es mehr als wohl 95 % der Menschheit mit sich in den Abgrund riss und immer noch reißt! Wie klein und ohnmächtig wird der Schöpfer des Alls hier dargestellt, und wie mächtig wäre in diesem Fall das Böse in Gestalt des Satans!!!
 
Nein, liebe Geschwister, obige Denkweise kann nie die Wahrheit sein! Vielmehr entspricht es Gottes Ratschluss, dass Seine von Herzen geliebte Menschheit <u>nur durch Leiden</u> jenen Punkt erreicht, den Er als Ziel gesetzt hat: Er, unser Gott und Vater, möchte unsere ganze Herzensliebe! Und das ist ein Reifeprozess in jedem einzelnen Geschöpf. Zum Reifeprozess gehören aber auch verschiedene Lebenserfahrungen wie Tag und Nacht, hell und dunkel, Freude und Leid, Lachen und Weinen, Hoffnung und Verzweiflung, und letztendlich auch Leben und Tod! Nur wenn wir hinter allem, was im gesamten All geschieht, das Wirken Gottes erkennen, werden wir Seiner Größe gerecht, wird unser Lobpreis echt. Und das unser Vater mit uns mitleidet, bringt Ihn unseren Herzen noch näher - unsere Liebe zu Ihm wächst und reift!<br/> <br/>
 
===2Kor 1:4===
:'''''"...der uns in all unserer Drangsal zuspricht, damit wir auch anderen in all ihrer Drangsal zusprechen können durch den Zuspruch, mit dem uns selbst von Gott zugesprochen wird."'''''
 
Und wie Gott
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Verteidigung gegen unberechtigte Vorwürfe 12-24 <br/> <br/>
Verteidigung gegen unberechtigte Vorwürfe 12-24 <br/> <br/>

Version vom 15. September 2023, 10:26 Uhr

Abschrift: Die Korintherbriefe Band I - IV (2007/08)
aus der Reihe "Christi unausspürbarer Reichtum"
von Gerhard Groß (+ 2022)

Mit freundlicher Erlaubnis von Gerhard Groß, Balingen
Band I, III und IV sind als Schrift noch erhältlich

siehe weitere Abschriften
Inhaltsverzeichnis

In Bearbeitung:

Der 2. Korintherbrief - Kapitel 1

Verfasser, Empfänger und Gruß
Dank für Gottes Rettung aus Todesgefahr
Verteidigung gegen unberechtigte Vorwürfe

Persönliches Vorwort zu Band III

In Christus geliebte Geschwister,

einganz persönliches Wort möchte ich, der Verfasser, hier voranstellen: Aus tiefem Herzen muss ich meinem Gott und Vater danken, dass er mir auch diesmal bei diesem Band III, die Kraft gegeben hat, ihn rechtzeitig fertigzustellen. Eine neue schwere körperliche Bürde wurde meiner geliebten Frau auferlegt, was fast nicht mehr tragbar schien! Auch meine Kraft zum Schreiben erlahmte für viele Wochen. Als wir uns dann, ein jeder auf seine Art, zu einem "Ja, Vater!" durchgerungen hatten, kam langsam wieder die Kraft, für meine Frau zum Korrigieren, für mich zum Schreiben.

Die ohnehin schon jahrelangen schweren Schmerzen meiner Frau, das Mitleiden mit ihr, die. neuerliche Krankheit - all das war wohl für die göttliche Vorbereitung zum Inhalt dieses dritten Bandes der Korintherbriefe. Nie habe ich erkannt, was aPaulus eigentlich mit dieser zweiten Gnadendarreichung (2Kor 1:15) sagen wollte. Doch je mehr ich mich vorarbeitete, je gewaltiger wurde mir dieses Thema, weil ich spürte, dass es den ganzen Brief wie ein roter Faden durchzog! "Teilhaber Seiner Leiden und Seines Trostes zu werden" - es lassen sich schöne Worte darüber finden, aber "hineingestellt zu sein" ist etwas anderes, es ist Praxis.

Ich möchte Sie alle bitten, meine lieben Geschwister, mit mir in diesen Brief hineinzugehen, versuchen zu verstehen, was Paulus nicht nur den Korinthern, sondern auch uns zu sagen hat - dazu möge ER viel Gnade geben!

Und noch eines möchte ich hier: All jenen von Herzen danken, die uns und unser Werklein getragen haben und es immer noch tun, sei es im Gebet und Flehen, sei es mit finanziellen Mitteln.

Gerhard Groß

Einführung in den 2. Korintherbrief

In keinem seiner Briefe spricht der Apostel Paulus so eingehend von seinem Dienst und seiner Vollmacht, wie hier in diesem 2. Brief an die Korinther; die Ursache dürfen wie in dem vielfältigen Widerstand sehen, welcher dem Apostel entgegengesetzt wurde, nicht nur von der korinthischen Gemeinde, nein auch von jüdischen Widersachern, die mit äußerstem Argwohn sein Wirken beobachteten. Standen im ersten brief die Fragen und Nöte der Korinther im Vordergrund, die jetzt anscheinend zu einem gewissen Teil behoben zu sein scheinen, oder durch andere Vorkommnisse verdrängt wurden, so mu ss er jetzt sein Amt als Apostel hart verteidigen.

Der erste Brief an die Korinther ward auf das Jahr 56 n. Chr., der zweite Brief auf das Jahr 57 n. Chr. datiert. Paulus schrieb diesen zweiten Brief zusammen mit Timotheus, was aus dem ersten Vers hervorgeht. Zwischen den beiden Briefen liegt der zweite Besuch Pauli in Korinth, sein Aufenthalt in Mazedonien und seine Reise nach Illyrien, sowie die Beendigung seiner Arbeit in Ephesus.

Gleich zu Beginn vernehmen wir den Grundton des ersten Hauptteils (2Kor 1-7), nämlich das Erbarmen Gottes in all seinen Drangsalen und Leiden. Als solch einer, der großes Erbarmen empfangen hat, kann er den Korinthern hautnah zum Tröster werden. Lassen also auch wir uns hineinführen in die lebendigen Erfahrungen des Apostels und lernen, dass Gott auch uns ein wunderbarer Tröster ist, auch wenn Er nicht immer unsere eigenen Wünsche erfüllt!

Verfasser, Empfänger und Gruß

2Kor 1:2

"Paulus, Apostel Christi Jesu durch den Willen Gottes, und Timotheus, der Bruder, an die herausgerufene Gemeinde Gottes, die in Korinth ist, samt allen Heiligen, die in ganz Achaja sind."

Wie schon im ersten Brief stellt Paulus sein Apostelamt in Christus Jesus durch den Willen Gottes an den Anfang. "Durch den Willen Gottes" bedeutet, dass der einstige Saulus nicht gefragt wurde, ob er dieses Amt überhaupt will. In Apg 9:13-16 lesen wir, dass der Herr nur dem Ananias sagte, dass der künftige Apostel der Nationen viel um Seines Namens willen leiden müsse. Wie hätte wohl Saulus reagiert, hätte ihm Gott das gleich zu Anfang gesagt? Und wie würden wir reagieren, wenn uns vorher gesagt wird, dass mit unserer Berufung auch Leiden eingeschlossen sein können?

Wir greifen dankbar an diesem ersten Tag im neuen Jahr die Wahrheit auf, dass gemäß Eph 1:11 Gott alles nach dem Ratschluss Seines Willens bewirkt, ob es sich, wie dieser Vers am Anfang aussagt, um unsere eigene Vorherbestimmung handelt oder um die Berufung Pauli zum Apostel der Nationen. Bedenken wir diese Aussage bis in die letzte Konsequenz, so heißt das. nichts anderes, als dass alles, was im gesamten All geschieht, von unserem Gott und Vater gewirkt ist, dass nicht gegen Seinen Willen geschehen kann. Ist das nicht ein ungeheurer Zuspruch für uns ? Vor allem, wenn wir in Lebenslagen stehen, wo wir nach Gott schreien, Er möge unsere Last wegnehmen?

Je tiefer wir in Sein Wort eindringen, je mehr verstummen unsere Gebetswünsche, weil wir erkennen müssen, dass wir gar nicht wissen, was wir beten sollen! Dafür verwendet sich der G eist selbst für uns mit unaussprechlichem Ächzen (Röm 8:26). Und in Vers 27 lesen wir dann weiter: "Wir wissen, dass Gott denen, die Gott lieben, alles zum Guten zusammenwirkt - denen, die nach Seinem Vorsatz berufen sind."

"...und Timotheus, der Bruder, an die herausgerufene Gemeinde Gottes, die in Korinth ist, samt allen Heiligen, die in ganz Achaja sind."

War es im ersten Brief "Sosthenes", der als Bruder mitzeichnete, so ist es jetzt "Timotheus", der diesen Brief offensichtlich mit schrieb, weswegen Paulus auch zumeist in der "Wir-Form" schreibt. Interessant ist, dass Paulus den Timotheus nicht zum zweiten Mal nach Korinth sandte, sondern an seiner Statt den Titus vorzog. Titus schien den schwierigen Aufgaben in Korinth besser gewachsen. zu sein. Trotzdem steht Timotheus als Bruder neben Paulus, was beweist, dass Paulus ihn vor den Korinthern in Schutz nimmt - der Starke deckt den Schwächeren!

Wenn wir jetzt die Anschrift betrachten, dann fällt uns im Gegensatz zum ersten Brief auf, dass nicht mehr alle Geheiligten in Christus Jesus angesprochen werden, sondern nur der enge Empfängerkreis in Korinth und Achaja. "Achaja" war damals eine römische Provinz, die ganz Griechenland südlich von Thessalonich, also auch die Stadt Korinth, umfasste. Wir müssen dem entnehmen, dass die Auseinandersetzung, die Paulus mit den Korinthern hatte, in ähnlichem oder gleichen Maß alle Gemeindn in Achaja betraf, wobei die Gemeinde in Korinth eine Art "Mittelpunkt" in dieser Provinz darstellte. Bedeutet dieser Empfängerkreis, dass wir jetzt nicht mit eingeschlossen sind?

Selbst wenn wir uns hier nicht ganz direkt angesprochen fühlen, so gilt doch jenes Wort in 2Tim 3:16, dass alle Schrift gottgehaucht und uns in jeder Weise dienlich ist. Darüber hinaus sind wir, wie alle in Achaja, Glieder her herausgerufenen Gemeinde Gottes, und. damit "Heilige" bzw. "Geheiligte in Christus Jesus!" Dieser zweite Brief wird uns also trotzdem ansprechen und uns belehren, zurechtweisen und uns zu jedem guten Werk zubereiten.

2Kor 1:2

"Gnade sei euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!"

Der apostolische Segensgruß hat denselben Wortlaut wie im ersten Brief - er wird im Grunde nicht nur gewünscht, sondern ist vielmehr ein Zuspruch an die Gemeinde und gleichermaßen an uns.

Die Gnade, die ja, sinngemäß übersetzt, etwas ist "was Freude verursacht", darf diese auch in uns bewirken. Dabei dürfen wir uns hier immer wieder fragen, ob dies in unserem Inneren auch so ist. Bedenken wir doch, liebe Geschwister, dass "Gnade" im Gegensatz zu "Werken" steht! Es werden von uns keine Werke zu unserer Rettung wie z.B. Umsinnung (Buße) und Taufe verlang, solche sind dem irdischen Königreich zuzuordnen. Unsere Rettung ist in Röm 4:5 beschrieben: "Wer aber solche (Werke) nicht wirkt, jedoch an den glaubt, der den Unfrommen rechtfertigt, dem wird sein Glaube zur Gerechtigkeit angerechnet". Schauen wir einen Vers zurück (Röm 4:4), dann sehen wir den Unterschied: "Wer aber Werke wirkt, dem wird der Lohn nicht aus Gnaden angerechnet, sondern aus Schuldigkeit". Und ergänzend lesen wir in Röm 11:6: Wenn aber in Gnaden, dann nicht mehr aus Werken; sonst wäre die Gnade nicht mehr Gnade". Was darf also allein diese Tatsache, keine Werke mehr erbringen zu müssen, in uns für Freude bereiten!!! Und bedenken wir weiter, dass uns diese Gnade in Christus schon vor äonischen Zeiten gegeben ist (2Tim 1:9) - das bedeutet: Schon vor Adam war jeder Einzelne von uns als Glied am Körper des Christus erkannt!

Gleicherweise darf uns der Friede von Gott und unserem Herrn Jesus Christus erfreuen. Es ist jener glückselige Friede, der mit nichts Irdischem zu vergleichen ist und der allem Denksinn überlegen ist. Dieser Fried wächst in uns in dem Maß, als wir uns um immer weniger sorgen, und alles, was uns bedrückt, im Gebet mit Danksagung vor Ihn bringen (lies Phil 4:6-7).

Dank für Gottes Rettung aus Todesgefahr

2Kor 1:3

"Gesegnet sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater des Mitleids und Gott allen Zuspruchs,"

Auch dieser zweite Brief beginnt gleich mit Dankesworten, allerdings gelten diese nicht wie im ersten Brief für die Gemeinde, vielmehr hebt Paulus das Handeln Gottes hervor, das er ganz persönlich an sich erfahren durfte.

Es mag erste einmal manchen von uns irritieren, dass Paulus seinen Gott und Vater segnet - wie könnte dies ein Mensch? Das Wort "segnen" hat aber hier die wörtliche Bedeutung von "wohl-sagen", damit wird uns diese Aussage verständlich; der Apostel preist Seinen Gott und Vater mit aus dem Herzen kommenden Worten. Und er tut dies erst einmal dadurch, dass er Ihn als "Vater des Mitleids" bezeichnet. Die herkömmlichen Übersetzungen gebrauchen das Wort "Vater der Barmherzigkeit" bzw. "Erbarmung", was der Bedeutung des Wortes nicht ganz gerecht wird. Bei Baader lesen wir: "Vater der Mitgefühle", und zusammen mit unserer konkordanten Übersetzung bekommen wir einen himmlischen Vater vor unsere Herzensaugen gestellt, der mit seinen Geschöpfen Mitgefühl und Mitleid hat, ja sogar mitleidet! Wir haben also keinen fernen und im Grunde kaum vorstellbaren Gott, vielmehr dürfen wir heute einen Blick in Sein Herz tun und erkennen, dass dieser Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus uns nicht nur ganz nahe ist, sondern mit uns fühlt und leidet! Und Er litt schon mit Seinem ersten Menschenpaar im Pardiesgarten und deren Nachkommen, Er litt mit Seinem Volk Israel, Erlitt mit seinem Sohn am Kreuz und Er leidet bis heute mit jedem Seiner Geschöpfe, auch mit uns die wir Ihm in Christus so nahe geworden sind.

Vielleicht darf uns heute eine in der Zukunft liegende Aussage in Offb 15:8 ganz besonders bewegen: Während auf eRden die sieben Schalengerichte vollendet werden, zieht Sich Gott in den himmlischen Tempel zurück, und "niemand konnte in den Tempel hineingehen, bis die sieben Plangen der seiner Boten vollendet waren" - ist das kein bewegender Hinweis auf das mitleidende Vaterherz?

Wir haben gestern den Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus als den Vater des Mitleids betrachtet, der mit Seinen Geschöpfen leidet; es erhebt sich hier die berechtigte Frage, warum Gott von Anfang an Seine Geschöpfe überhaupt in diese Leiden hineingestellt hat? Es hätte ja nur eines Wortes bedurft, und die Schlange hätte nie den Paradiesgarten betreten dürfen! Es hätte dann auch nie einen Ungehorsam, nie eine Sünde gegeben, nie ein Verlassen des Gartens Eden, keinen Brudermord bei Kain und Abel, usw.! Der Mensch hätte also glücklich und ohne Leid in Gemeinschaft mit Gott leben können - und der Vater Selbst hätte Sich Sein Mitleid ersparen können!

Nun behauptet ein gewisser Teil der Gläubigen, das Böse (in Gestalt eines gefallenen Engelfürsten) sei gegen Gottes Willen entstanden und hätte sich zu solche einem Machtfaktor gegen Gott entwickelt, dass es mehr als wohl 95 % der Menschheit mit sich in den Abgrund riss und immer noch reißt! Wie klein und ohnmächtig wird der Schöpfer des Alls hier dargestellt, und wie mächtig wäre in diesem Fall das Böse in Gestalt des Satans!!!

Nein, liebe Geschwister, obige Denkweise kann nie die Wahrheit sein! Vielmehr entspricht es Gottes Ratschluss, dass Seine von Herzen geliebte Menschheit nur durch Leiden jenen Punkt erreicht, den Er als Ziel gesetzt hat: Er, unser Gott und Vater, möchte unsere ganze Herzensliebe! Und das ist ein Reifeprozess in jedem einzelnen Geschöpf. Zum Reifeprozess gehören aber auch verschiedene Lebenserfahrungen wie Tag und Nacht, hell und dunkel, Freude und Leid, Lachen und Weinen, Hoffnung und Verzweiflung, und letztendlich auch Leben und Tod! Nur wenn wir hinter allem, was im gesamten All geschieht, das Wirken Gottes erkennen, werden wir Seiner Größe gerecht, wird unser Lobpreis echt. Und das unser Vater mit uns mitleidet, bringt Ihn unseren Herzen noch näher - unsere Liebe zu Ihm wächst und reift!

2Kor 1:4

"...der uns in all unserer Drangsal zuspricht, damit wir auch anderen in all ihrer Drangsal zusprechen können durch den Zuspruch, mit dem uns selbst von Gott zugesprochen wird."

Und wie Gott

Verteidigung gegen unberechtigte Vorwürfe 12-24