Sein Leiden, unsere Heilung – Seine Auferstehung, unsere Rechtfertigung

Aus Bibelwissen

Von Daniel Muhl

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„Durch seine Wunden sind wir geheilt."

Jesaja 53,5

„Gott hat Jesus wegen unserer Verfehlungen in den Tod gegeben. Und er hat ihn auferweckt, damit wir vor Gott gerecht sind."

Römer 4,25

Für einen Leukämiepatienten kann es ein großer Segen sein, wenn ein passender Knochenmarkspender gefunden wird. Einige wurden durch eine solche Transplantation von ihrem Blutkrebs geheilt. Das Gleiche gilt auch bei einer Nierenspende. Der Spender erleidet dabei eine kleinere oder größere Verwundung, und sein Körper wird bewusst belastet, um einen anderen Menschen zu retten.

Menschen, die seelische Verletzungen erlitten haben und dann Trost und Wiederherstellung erfahren durften, sind viel eher dazu befähigt, anderen in ihren psychischen Nöten zu helfen (2Kor 1:3-4).

Diese Beispiele zeigen: Manchmal wird das Leiden eines Menschen zum Segen für andere. Doch was hier nur ansatzweise sichtbar wird, erfüllt sich in einzigartiger Weise in Jesus Christus.

Das ist ein Grund, warum Paulus den Kolossern schrieb: „Was ich für euch erleiden muss, nehme ich gern auf mich; ich freue mich sogar darüber." (Kol 1:24a)

Der heutige Losungsvers stammt aus einem Textabschnitt, der den Gottesknecht beschreibt (Jes 52:13 / Jes 53:5). Er hat stellvertretend für sein Volk – und letztlich für alle Menschen – unsagbar gelitten. Hier wird besonders deutlich: Durch die Wunden eines Einzelnen konnten andere umfassend geheilt werden.

Aber wie genau geschieht diese Heilung?

Die Heilung geschieht durch das stellvertretende Übernehmen der geistlichen Krankheit, die durch die Trennung von Gott entstanden ist (Jes 59:2). Wie ein Körperteil ohne Blutzufuhr abstirbt, so verliert auch die Seele ohne Verbindung zu Gott das Leben.

Der Gottesknecht aus Jesaja 53 – den das Neue Testament auf Jesus bezieht – hat genau diese Trennung auf sich genommen. Er wurde am Kreuz von Gott verlassen (Mt 27:46), damit wir wieder Zugang zum Leben haben können.

Deshalb heißt es in Jes 53:4-5, dass er „unsere Krankheiten getragen" und „unsere Schmerzen auf sich geladen" hat. Er wurde „um unserer Missetat willen verwundet" und „um unserer Sünde willen zerschlagen". Das bedeutet: Jesus nimmt stellvertretend auf sich, was uns von Gott trennt – unsere Schuld, unsere Sünde, unsere Gottesferne.

Dadurch sind wir wieder mit Gott verbunden – sofern wir im Glauben annehmen, was Jesus für uns am Kreuz getan hat (Joh 3:16 / Röm 5:1).

Doch das Kreuz ist nicht das Ende der Geschichte. Paulus erklärt im Römerbrief, warum die Auferstehung Jesu so entscheidend ist (Röm 4:25).

Er beschreibt in Kapitel 4, wie Abraham Gott die Ehre gab, indem er ihm vertraute (Röm 4:18-21). Abraham glaubte, dass Gott ihm einen Sohn schenken würde – obwohl seine natürliche Fähigkeit, ein Kind zu zeugen, bereits „abgestorben" war. Dasselbe galt für seine Frau Sara.

Wer darauf vertraut, dass Gott tun wird, was er versprochen hat – auch wenn es aus menschlicher Sicht unmöglich erscheint – ehrt Gott. Dadurch wird die Vertrauensbeziehung zu Gott wiederhergestellt.

Paulus folgert: Jesus wurde auferweckt, damit wir „vor Gott gerecht" sind – oder, anders ausgedrückt, damit wir „gerechtfertigt würden" (Röm 4:25). Ohne die Auferstehung wäre der Tod Jesu nur ein tragisches Ende gewesen. Doch durch die Auferstehung bestätigt Gott, dass das Opfer angenommen ist, die Schuld getilgt ist und wir nun in einer neuen Stellung vor Gott stehen – als Gerechte, als Versöhnte, als Geliebte.

Heilung bedeutet deshalb mehr als nur innere Besserung. Gott selbst kommt in Jesus in unsere zerbrochene Welt. Er trägt unsere Schuld, überwindet die Trennung und eröffnet uns neues Leben (2Kor 5:17).

Wer darauf vertraut, dass Jesus für ihn gestorben und auferstanden ist, darf wissen: Die Wunden Christi sind zur Quelle unserer Heilung geworden (1Petr 2:24). Seine Auferstehung ist der Grund unserer Rechtfertigung vor Gott. Und sie ist die Ursache dafür, dass Gott uns neues, geheiltes, versöhntes Leben schenkt – jetzt schon und für alle Ewigkeit (Joh 10:10).


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