Jud 1:2

Aus Bibelwissen

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Grundtexte

GNT Jud 1:2 ἔλεος ὑμῖν καὶ εἰρήνη καὶ ἀγάπη πληθυνθείη
REC Jud 1:2 ἔλεος +1656 ὑμῖν +5213 καὶ +2532 εἰρήνη +1515 καὶ +2532 ἀγάπη +26 πληθυνθείη +4129.

Übersetzungen

ELB Jud 1:2 Barmherzigkeit und Friede und Liebe werde euch [immer] reichlicher zuteil!
KNT Jud 1:2 Barmherzigkeit, Friede und Liebe mögen euch vermehrt zuteil werden!
ELO Jud 1:2 Barmherzigkeit und Friede und Liebe sei euch vermehrt!
LUO Jud 1:2 Gott gebe +4129 (+5684) euch +5213 viel +4129 +0 Barmherzigkeit +1656 und +2532 Frieden +1515 und +2532 Liebe +26!
PFL Jud 1:2 Barmherzigkeit werde euch und Friede und Liebe multipliziert!
SCH Jud 1:2 Barmherzigkeit, Friede und Liebe widerfahre euch mehr und mehr!
MNT Jud 1:2 Erbarmen +1656 und Friede +1515 und Liebe +26 möge euch vermehrt +4129 werden.
HSN Jud 1:2 Erbarmen und Friede und Liebe mögen euch immer reichlicher zuteil werden67!
WEN Jud 1:2 Erbarmen und Friede und Liebe mögen euch vermehrt werden.

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Erste Gedanken

Informationen

Fußnoten aus HSN

67 o. (bis zur Fülle) vermehrt werden (1Petr 1:2 - 2Petr 1:2)

Interlinear-Übersetzung

Grundtext Transliteration Übersetzung Strong-Nr.
ἔλεος eleos Erbarmen, Barmherzigkeit, Gnade G1656
ὑμῖν hymin euch G5213
καὶ kai und G2532
εἰρήνη eirēnē Friede, Frieden G1515
καὶ kai und G2532
ἀγάπη agapē Liebe G0026
πληθυνθείη plēthyntheiē möge vermehrt werden, möge zunehmen, möge reichlicher zuteil werden G4129

Versanalyse & Erläuterungen

Grammatische Analyse

ἔλεος (eleos) – Nominativ Singular Neutrum. Das Substantiv steht am Anfang des Segenswunsches und betont die göttliche Barmherzigkeit als erste Gabe.

ὑμῖν (hymin) – Dativ Plural des Personalpronomens der 2. Person. Bezeichnet die Empfänger des Segens ("euch").

καὶ (kai) – Koordinierende Konjunktion, die die drei Segensgaben miteinander verbindet.

εἰρήνη (eirēnē) – Nominativ Singular Feminin. Bezeichnet den umfassenden Frieden, sowohl mit Gott als auch zwischenmenschlich.

ἀγάπη (agapē) – Nominativ Singular Feminin. Die göttliche, selbstlose Liebe, die das Wesen Gottes charakterisiert.

πληθυνθείη (plēthyntheiē) – Aorist Optativ Passiv, 3. Person Singular von πληθύνω. Der Optativ drückt einen Wunsch aus: "möge vermehrt werden". Das Passiv betont, dass Gott derjenige ist, der diese Gaben vermehrt.

Theologische Hintergründe

Dreigliedriger Segenswunsch: Judas verwendet eine erweiterte Form des typischen zweigliedrigen Grußes (Gnade und Friede), wie er in anderen neutestamentlichen Briefen vorkommt (z.B. 1Petr 1:2, 2Petr 1:2). Die Hinzufügung von "Erbarmen" (ἔλεος) verleiht dem Gruß eine besondere Tiefe und erinnert an alttestamentliche Segenswünsche.

Erbarmen (ἔλεος): Dieses Wort entspricht dem hebräischen "chesed" (Bundestreue, liebende Güte) und betont Gottes mitfühlendes Handeln gegenüber seinem Volk. Es findet sich häufig in den Psalmen (Ps 103:8) und bei den Propheten (Hos 6:6). Im NT wird es besonders in den Pastoralbriefen verwendet (1Tim 1:2, 2Tim 1:2).

Friede (εἰρήνη): Mehr als nur Abwesenheit von Konflikt, bezeichnet εἰρήνη den hebräischen Begriff "schalom" – ein umfassendes Wohlergehen, Heil und Versöhnung mit Gott (Joh 14:27, Röm 5:1, Eph 2:14-17).

Liebe (ἀγάπη): Die göttliche Liebe, die in Christus offenbart wurde (Joh 3:16, Röm 5:8, 1Jo 4:8-10). Diese Liebe soll nicht nur empfangen, sondern auch unter den Gläubigen praktiziert werden (Joh 13:34-35, 1Kor 13).

Vermehrung der Gaben: Der Wunsch nach Vermehrung (πληθυνθείη) drückt aus, dass diese göttlichen Gaben nicht statisch sind, sondern kontinuierlich wachsen sollen. Dies entspricht dem biblischen Prinzip des geistlichen Wachstums (2Petr 3:18, Kol 2:19). Ähnliche Formulierungen finden sich in 1Thes 3:12 und Phil 1:9.

Kontextuelle Bedeutung

Dieser Segenswunsch steht am Anfang des Judasbriefes, der vor falschen Lehrern warnt und zur Bewahrung des wahren Glaubens aufruft. In diesem Kontext sind Erbarmen, Friede und Liebe besonders wichtig: Die Gemeinde braucht Gottes Erbarmen angesichts der Bedrohung, seinen Frieden inmitten von Verwirrung und seine Liebe, um in der Wahrheit standzuhalten und dennoch barmherzig mit Irrenden umzugehen (Jud 1:22-23).

Parallelstellen

Erbarmen, Friede und Liebe

Erbarmen (ἔλεος): Gottes Barmherzigkeit und Gnade gegenüber Sündern (Tit 3:5 / Eph 2:4-5 / Lk 1:50 / Röm 9:15-16)

Friede (εἰρήνη): Der umfassende Frieden mit Gott durch Jesus Christus (Röm 5:1 / Joh 14:27 / Phil 4:7 / Kol 3:15)

Liebe (ἀγάπη): Die göttliche Liebe, die uns geschenkt wurde und die wir weitergeben sollen (1Jo 4:7-8 / Röm 5:5 / Joh 13:34-35 / 1Kor 13:13)

Vermehrung der Gnadengaben

Der Wunsch nach Vermehrung dieser Gaben findet sich auch in anderen neutestamentlichen Briefen (1Petr 1:2 / 2Petr 1:2 / 2Kor 9:8 / Phil 1:9)

Dreigliedriger Segenswunsch

Ähnliche erweiterte Segensformeln finden sich in den Pastoralbriefen (1Tim 1:2 / 2Tim 1:2 / Gal 6:16)

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