1. Mose - Kapitel 37

Aus Bibelwissen

Abschrift: 1. Buch Mose (Band I -X) (2017/21)
aus der Reihe "Christi unausspürbarer Reichtum"
von Gerhard Groß (+ 2022)

Mit freundlicher Erlaubnis von Gerhard Groß, Balingen
Die Bände I-VIII sind als Schrift noch erhältlich

siehe weitere Abschriften
Inhaltsverzeichnis

In Bearbeitung

1. Buch Mose - Kapitel 37

Bevorzugung Josephs
Josephs Träume
Joseph wird verkauft
Der Rock Josephs
Jakobs Trauer

Bevorzugung Josephs

1Mo 37:1-2

"Und es wohnt Jakob im Lande des Verweilens seines Vaters, im Lande Kanaan. Die sind die Chroniken Jakobs: "Joseph, ..."

Unser neues Kapitel fängt damit an, dass wir Jakob dort sehen, wo er hingehört, er wohnt im Land der Verheißung, und hier wird das Leben Jakobs in besonderer Weise mit dem Leben seiner Söhne verknüpft - es entsteht langsam das 12-stämmige Volk Israel.

Interessanterweise beginnt das weitere Geschehen mit der Ankündigung einer Chronik, doch im Gegensatz zu der letzten Chronik, der von Esau, wo sich über 43 Verse Name an Name reihte, lesen wir jetzt nur einen Namen, nämlich "Joseph"! Und Joseph stellt im AT in wunderbarster Weise die Abschattung des Sohnes Gottes dar, man könnte fast sagen: "Dies ist die Chronik Gottes: "Christus Jesus"!

Wir umreißen zuerst einmal das Leben Josephs als Bild des Christus, das sich grob gesehen so darstellt: Jakobs Liebe zu Joseph = Gottes Liebe zu Seinem einzig gezeugten Sohn; der Hass der Brüder auf Joseph = die Juden hassten Jesus; der geplante Tod Josephs durch seine Brüder ? Die Juden planten, Jesus. zu töten; Josephs vermeintlicher Tod, seine Leiden, angefangen in der Grube bis zu seiner Erhöhung und darauf Retter seiner Familie aus der Hungersnot = Jesu Gang an das Kreuz, Seine Leiden, Auferstehung und Erhöhung zur Rechten Gottes, womit Er zum Retter des Alls wird. Zurückblickend wurde Christus ja schon durch Abraham und Isaak als "Sohn der Verheißung" dargestellt, aber Joseph stellt in ganz besonderer Weise zuerst das Abbild der Leiden, dann Seine Herrlichkeit dar - behalten wir dies im Folgenden stets im Auge.

1Mo 37:2b-4

"Joseph, siebzehn Jahre alt, befand sich weidend das Kleinvieh mit seinen Brüdern. Und er, der Knabe, ist mit den Söhnen der Bilha und den Söhnen der Silpa, seines Vaters Weiber. Und Joseph bringt ihren üblen Ruf vor Israel, ihren Vater. Und Israel liebt Joseph mehr als alle seine Söhne, denn ein Sohn seines Alters ist er ihm. Und er macht ihm einen besonderen Rock. Und es sehen seine Brüder, dass ihr Vater ihn mehr liebt als alle seine Söhne. Und sie hassen ihn und können nicht friedlich zu ihm sprechen."

Der Anfang der Geschichte "Josephs führt uns gleich mitten hinein in sein Familienleben, das sich alles andere als harmonisch darstellt. Der Grund liegt wohl in der Wurzel allen Übels, dem Neid! Wir haben ja zurückliegend miterlebt, wie Jakobs Liebe der Rahel galt und Lea, deren Schwester sich stets zurückgesetzt fühlte, weil ihre Ehe ja nur einen Zwangsheirat war. Diese. ungleiche Behandlung von Seiten des Jakobs übertrug sich auch auf seine Söhne, und erst recht auf die Söhne der Mägde Silpa und Bilha. So standen diese letzteren Söhne auch ganz unten in der Rangliste, während die Söhne der Rahel, un dhier an erster Stelle Joseph, ganz oben standen.

Diese Rangliste zeigt unser Leitvers, denn Dan und Naphtali, sowie Gad und Asser, die Söhne der beiden Mägde, weideten offenbar getrennt von den anderen Söhnen die Herden Jakobs.

Wenn wir hier stehenbleiben, sehen wir das obige menschliche Bild auch in der geistigen Welt. Gott liebt ohne Zweifel die ganze Welt, doch Er behandelt sie auch unterschiedlich - wobei wir an erster Stelle den Sohn seiner Liebe sehen dürfen, wie es Joh 3:35 wunderbar darlegt.

"Der Vater liebt den Sohn und hat alles in Seine Hände gegeben", so lasen wir gestern zum Schluss in Joh 3:35. Auch Jakob liebte seinen Sohn Joseph, aber er liebte ihn, weil er Rahel zuvor liebte, damit war seine Liebe zu den anderen Söhnen geteilt; Gottes Liebe hingegen umfasst alle Geschöpfe, weil sie gleichmäßig ein Teil von Ihm (aus Ihm) sind. Dass es dennoch Unterschiede gibt, liegt darin, dass dass Gott auch die Liebe Seiner Geschöpfe erringen möchte und deswegen einen langen Heilsweg beschlossen hat, auf welches es Erstlinge gibt, wie wiederum den Nachfolgenden zum Segen werden dürfen.

Allen Erstlingen voran steht aber der absolut Erste vor allen, der Sohn Seiner Liebe, dessen Stellung uns ja eindrucksvoll in Kol 1:15 ff dargestellt wird, und wo auch uns in Kol 1:18 gesagt wird, dass Er das Haupt der Körperschaft, der herausgerufenen Gemeinde, also unser Haupt ist!

Gottes Liebe und Sehnsucht nach unserer Liebe ist also die Ursache der unterschiedlichen Rangfolgen bzw. Abläufe in Seinem Heilsplan; doch am Ende gibt es nur noch eines: "Gott alles in allen"!

Wir möchten zuerst dem gestrigen Schluss noch eine ganz wichtige Tatsache anfügen: So wie Joseph, als er in Ägypten erhöhte wurde, seine Brüder, die ihn gehasst haben, ohne Unterschied vor dem Hungertod gerettet hat, so wird auch Gott einmal ohne Unterschied alle aus dem Tod retten, um, wie gesagt: "alles in allen" sein zu können!

Wir kehren zurück auf das Feld der Brüder, wo Joseph sich bei den 4 Söhnen der Mägde befand und deren übles Wesen miterleben musste. Joseph litt offenbar sehr darunter, so dass er es seinem Vater berichtet. Mancher mag hier geneigt sein, Joseph als "Petzer" zu sehen, der seine Brüder beim Vater schlecht macht .. doch ist dem wirklich so?

Wie der üble Ruf der Brüder aussah, erfahren wir hier nicht, doch das Üble kann nicht von Gott sein, und wer es deckt, macht sich zum Mittäter! Das hat auch uns viel zu sagen! Schweigen wir zum Bösen um uns herum? Ist es uns peinlich, im Hinblick auf das Üble auf das Licht hinzuweisen? Joseph ist nicht still, er handelt, auch unter dem Druck, deswegen gehasst zu werden!

, Der letzte Teil unseres Leitverses zeugt von Hass, hervorgerufen durch Neid! Der Hass, der ohnehin schon durch die in ihrem Rang verschieden Frauen Jakobs hervorgerufen wurde, wird noch mehr geschürt, indem Jakob seinem Sohn Joseph mehr Beachtung schenkte als den anderen.

Auch hierin schattet Joseph den Sohn Gottes ab. In Joh 15:18 sagt Jesus zu seinen Jünger: "Wenn die Welt euch hasst, so erkennt, dass sie Mich vor euch gehasst hat." und in Joh 15:23-25 lesen wir, was der Grund des Hasses auf Jesus war: Der Neid darauf, dass Er Werke tat, die sie, das Volk bzw. die Oberen des Volkes, nicht unt konnten! Dass der Gott Israels diesen Jesus mehr lieben sollte als sie ... das erzeugte Hass!

Im Hause Jakobs erregte aber noch zusätzlich Neid und Hass, dass Joseph von seinem Vater mit einem besonderen Rock ausgezeichnet wurde, der wohl auf den Lieblingssohn beschränkt war. Hier darf gefragt werden: War es klug von Jakob, Joseph auch noch durch solche Äußerlichkeiten vor den anderen Söhnen hervorzuheben?

Menschlich gesehen war es sicher unklug von Jakob, seinen Lieblingssohn auch noch durch einen besonderen Rock auszuzeichnen, aber göttlich gesehen sieht es ganz anders aus:

Der Rock, über den wir uns heute etwas Gedanken machen, wird in der Lutherübersetzung mit "bunt" bezeichnet, und die Elberfelder Übersetzung weist im Anhang auf deinen Rock mit bunten Rändern hin, den nur Vornehme trugen - und dies waren in der Regel die Gewänder der Priester. Ganz besonders hob sich das Gewand des Hohenpriesters hervor, wenn er einmal im Jahr das Allerheiligste in der Stiftshtte betrat und dazu ein besonderes Öewand anlegen musste, das von Gott genau beschreiben wurde (siehe 2Mo 28:5 ff) Über den Untergewändern trug er das "Ephodkleid" ein vierfarbiger Überrock mit den Farben Purpurblau, Purpurrot, Karmesin und Byssus, und alles noch mit Goldfäden verwoben, ein Wunderwerk an Schönheit und Pracht. Das ganze war ein Abbild des Wesens des Sohnes Gottes in Seiner hohenpriesterlichen Würde - also ein Abbild göttlicher Herrlichkeit. Dabei stand das Purpuirbloau und das Purpurrot f+r die königlichen Farben, das Karmesin, ein helles Rot, das aus der Schildlaus ge wonnen wird, steht für das vergossene Blut Jesu, und das weiße Byssus symbolisiert Jesu Unschuld!

Das sJakob dem Joseph solch einen "bunten" Rock schenkte, war also keine menschliche Bevorzugung, vielmehr wies der Rock mit seinen besonderen Farben schon an dieser frühen Stelle auf Christus als wahren Hohenpriester hin.

Josephs Träume

1Mo 37:5-7

"Und es träumt Joseph einen Traum. Und er tut ihn kund seinen Brüdern. Und hinzu fügen sie weiter z u ihrem Hass gegen ihn. Und er sagt zu ihnen: 'Höret doch diese Traum, den ich träumte. Sieh, wir banden Getreidebündel zusammen in der Mitte des Feldes. Und sieh, mein Bündel steht auf und stellt sich sogar auf. Und siehe, eure Bündel umgeben es und werfen sich nieder vor meinem Bündel.'"




Joseph wird verkauft 12

Der Rock Josephs 29

Jakobs Trauer 33