Lk 12:29
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Grundtexte
GNT Lk 12:29 καὶ ὑμεῖς μὴ ζητεῖτε τί φάγητε καὶ τί πίητε καὶ μὴ μετεωρίζεσθε
REC Lk 12:29 Καὶ +2532 ὑμεῖς +5210 μὴ +3361 ζητεῖτε +2212 τί +5101 φάγητε +5315, ἢ +2228 τί +5101 πίητε +4095, καὶ +2532 μὴ +3361 μετεωρίζεσθε +3349
Übersetzungen
ELB Lk 12:29 Und ihr, trachtet nicht [danach], was ihr essen oder was ihr trinken sollt, und seid nicht in Unruhe!
KNT Lk 12:29 Daher sucht auch ihr nicht, was ihr essen und was ihr trinken sollt, und seid nicht ängstlich besorgt;
ELO Lk 12:29 Und ihr, trachtet nicht danach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, und seid nicht in Unruhe;
LUO Lk 12:29 Darum auch +2532 ihr +5210, fraget +2212 (+5720) nicht +3361 darnach, was +5101 ihr essen +5315 (+5632) oder +2228 was +5101 ihr trinken sollt +4095 (+5632), und +2532 fahret +3349 (+5744) nicht +3361 hoch her +3349 +0.
PFL Lk 12:29 Und ihr, nicht suchet, was ihr essen und was ihr trinken sollt, und nicht schwebt meteorartig in Unruhe;
SCH Lk 12:29 Fraget auch ihr nicht darnach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt und reget euch nicht auf!
MNT Lk 12:29 Und ihr, sucht +2212 nicht, was ihr essen +2068 sollt und was ihr trinken +4095 sollt und beunruhigt +3349 euch +3349 nicht!
HSN Lk 12:29 So trachtet auch ihr nicht [zuerst danach], was ihr essen und trinken sollt, und lasst euch nicht in Unruhe versetzen38!
WEN Lk 12:29 Und ihr, sucht nicht, was ihr essen solltet und was ihr trinken solltet, und seid nicht beunruhigt.
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Erste Gedanken
Informationen
Fußnoten aus HSN
38 o. seid nicht ängstlich, unruhig, aufgeregt (zwischen Angst und Hoffnung gleichsam schwebend) („meteorizomai“, nur hier im NT)
Interlinear-Übersetzung
| Grundtext | Transliteration | Übersetzung | Strong-Nr. |
|---|---|---|---|
| καὶ | kai | und, auch | G2532 |
| ὑμεῖς | hymeis | ihr | G5210 |
| μὴ | mē | nicht | G3361 |
| ζητεῖτε | zēteite | sucht, trachtet, fragt | G2212 |
| τί | ti | was | G5101 |
| φάγητε | phagēte | ihr essen solltet | G5315 |
| καὶ | kai | und | G2532 |
| τί | ti | was | G5101 |
| πίητε | piēte | ihr trinken solltet | G4095 |
| καὶ | kai | und | G2532 |
| μὴ | mē | nicht | G3361 |
| μετεωρίζεσθε | meteōrizesthe | seid in Unruhe, schwebt ängstlich | G3349 |
Versanalyse & Erläuterungen
Grammatische Struktur
καὶ ὑμεῖς (kai hymeis) - "und ihr": Die Konjunktion καί verbindet diesen Vers mit dem vorherigen Kontext. Das Personalpronomen ὑμεῖς steht betont am Anfang und richtet sich direkt an die Jünger.
μὴ ζητεῖτε (mē zēteite) - "sucht nicht": Das Verb ζητέω (G2212) steht im Präsens Imperativ Aktiv, 2. Person Plural. Die Verneinung μή mit dem Imperativ drückt eine allgemeine Aufforderung aus, etwas nicht zu tun oder damit aufzuhören.
τί φάγητε καὶ τί πίητε (ti phagēte kai ti piēte) - "was ihr essen und was ihr trinken solltet": Beide Verben stehen im Aorist Konjunktiv Aktiv, 2. Person Plural. Der Konjunktiv nach ζητέω drückt den Inhalt des Suchens aus - eine indirekte Frage.
μὴ μετεωρίζεσθε (mē meteōrizesthe) - "seid nicht in Unruhe": Das Verb μετεωρίζω (G3349) kommt nur hier im Neuen Testament vor. Es bedeutet wörtlich "in der Luft schweben" und beschreibt bildlich einen Zustand der Unsicherheit, Angst und inneren Unruhe. Das Verb steht im Präsens Imperativ Passiv/Medium.
Theologische Bedeutung
Dieser Vers ist Teil der Rede Jesu über Sorgen und Vertrauen auf Gott (Lk 12:22-34). Jesus wendet sich direkt an seine Jünger und fordert sie auf, nicht ängstlich oder in Unruhe über die alltäglichen Bedürfnisse zu sein.
Die doppelte Verneinung (μή... καὶ μή) verstärkt die Aufforderung: Erstens soll man nicht aktiv nach Essen und Trinken suchen (als wäre das die Hauptsorge des Lebens), zweitens soll man nicht in ängstlicher Unruhe leben.
Das seltene Verb μετεωρίζομαι beschreibt einen Zustand des "Schwebens zwischen Angst und Hoffnung" - eine treffende Beschreibung chronischer Sorge, die den Menschen im Ungewissen lässt und ihn am geistlichen Wachstum hindert.
Kontext und Parallelen
Die Parallelstelle findet sich in der Bergpredigt: Mt 6:25-34. Dort verwendet Jesus ähnliche Formulierungen über das Sorgen um Essen, Trinken und Kleidung.
Der breitere Kontext beginnt in Lk 12:22, wo Jesus sagt: "Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen sollt, noch um den Leib, was ihr anziehen sollt."
Die Begründung folgt in Lk 12:30-31: Der himmlische Vater weiß, was wir brauchen. Stattdessen sollen wir nach seinem Reich trachten.
Alttestamentlicher Hintergrund
Die Aufforderung, nicht zu sorgen, hat Wurzeln im Vertrauen auf Gottes Versorgung, wie es Israel in der Wüste erlebte (2Mo 16 - das Manna). Gott versorgte sein Volk täglich.
Der Psalmist bezeugt: "Ich bin jung gewesen und alt geworden und habe nie den Gerechten verlassen gesehen" (Ps 37:25).
Auch in den Sprüchen wird Gottvertrauen statt Sorge gelehrt: "Vertraue auf den HERRN von ganzem Herzen" (Spr 3:5-6).
Praktische Anwendung
Jesus verbietet nicht vernünftige Planung oder Arbeit (2Thes 3:10), sondern die übersteigerte Sorge, die Gott nicht zutraut, für uns zu sorgen.
Paulus greift dieses Thema auf: "Sorgt euch um nichts, sondern in allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden" (Phil 4:6-7).
Petrus ermutigt: "Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch" (1Petr 5:7).
Die richtige Priorität wird in Mt 6:33 zusammengefasst: "Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit! Und dies alles wird euch hinzugefügt werden."
Parallelstellen
Hauptthema: Sorge und Gottvertrauen
- Sorge vs. Gottvertrauen: Mt 6:25-34 / Phil 4:6-7 / 1Petr 5:7
- Gott kennt unsere Bedürfnisse: Mt 6:8 / Mt 6:32 / Lk 12:30
- Richtige Prioritäten setzen: Mt 6:33 / Lk 12:31 / Kol 3:1-2
Gottes Fürsorge und Versorgung
- Gott versorgt sein Volk: 2Mo 16:1-36 / Ps 37:25 / Ps 23:1
- Vögel und Lilien als Beispiele: Mt 6:26-30 / Lk 12:24-28
- Gottes Treue: Hebr 13:5-6 / Ps 55:23
Vertrauen auf Gott
- Ganzes Vertrauen auf Gott: Spr 3:5-6 / Ps 37:3-5 / Jes 26:3-4
- Gott wirft alle Sorgen auf: 1Petr 5:7 / Ps 55:23
- Friede durch Gottvertrauen: Joh 14:27 / Jes 26:3 / Röm 15:13
Warnungen vor Sorge und weltlicher Gesinnung
- Sorge erstickt das Wort: Mt 13:22 / Mk 4:19 / Lk 8:14
- Zwei Herren dienen: Mt 6:24 / Lk 16:13
- Genügsamkeit: 1Tim 6:6-8 / Hebr 13:5
Arbeit und vernünftige Planung
- Arbeit ist geboten: 2Thes 3:10-12 / Eph 4:28 / Spr 6:6-11
- Weisheit und Planung: Spr 21:5 / Lk 14:28-30
