Das All in Christus: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Bibelwissen
MI (Diskussion | Beiträge)
Die Seite wurde neu angelegt: „''Aus der Reihe: Christi unausspürbarer Reichtum''<br/> '''''Die ersten Gottes- und Christusoffenbarungen in der Vorschöpfungsperiode des Alls'''''<br/> ''vo…“
 
MI (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 15: Zeile 15:


==='''3.  Das All in Christus'''===
==='''3.  Das All in Christus'''===
Dieser Teil hätte vielleicht richtiger die Überschrift tragen sollen: „Das All im Sohne Seiner Liebe“. Die Bezeichnung „der Sohn“ redet von dem, was dieser Seiner Herkunft nach i s t. Der Titel „Christus“ von dem was Er Seinem Amte gemäß t u t. Wir sind erschaffen im Sohn. Dies spricht von dem, was wir durch diese Gottestat wurden. Unsere  Auserwählung in Christus aber von der  Bestimmung, zu der wir erwählt sind. Das erstere bezeichnet das innige und wesenhafte Verhältnis, das auf Abstammung beruht. Das zweite deutet auf unsere Pflichten und Aufgaben, die sich aus unserer Verbindung mit dem gesalbten Mittler ergeben.


Mit der Zeugung Seines Sohnes hatte Gott begonnen, die Ausführung Seines Vorsatzes „Das All aus Gott“ in Angriff zu nehmen. Nach unserem Urteil und Ermessen hätte nun die Fortsetzung darin bestehen können, auf dem Weg dem Sohne nach, durch den Sohn, alle anderen Schöpfungen ins Leben und Dasein  zu rufen. Aber statt dessen stellt uns die Schrift als nächste Gottestat „Das All im Sohne Seiner Liebe“ vor (Kol 1:16). Anstatt einer sofortigen Erschaffung hat das All zuerst in  unerschaffenem Zustande eine  Verlegung erfahren, und zwar aus Gott hinein in Christus. So hat Gott mit einer einzigen Tat Seinen Vorsatz verwirklicht.
Die sich nun hieraus ergebende Offenbarung über Seinen Sohn könne man überschreiben: „Unausforschlicher Reichtum Christi“, denn sie birgt eine überschwängliche Fülle Seiner Herrlichkeit in sich. Bevor wir nun auf die darin liegenden Enthüllungen eingehen, sei zunächst auf das hingewiesen, was Gott dabei verborgen hält.
Wir suchen nämlich vergebens Aufklärung darüber, wie diese Versetzung  des Alls aus Gott in Christus stattgefunden hat. Gottes Wort lässt uns nur wissen, dass es geschehen ist, aber nicht wie und wann.
Immer wieder muss also betont werden, dass neben den so herrlichen Offenbarungen über die Vorschöpfungsperiode uns doch zahlreiche Vorgänge aus ihr verborgen bleiben. Eine Ursache dieser göttlichen Zurückhaltung ist wohl, dass wir im Körper unserer Erniedrigung gar nicht fähig und stark genug sind, umGottestaten von so gewaltigem Ausmaß zu fassen und zu ertragen. Trotzdem bergen diese  Verhüllungen große Freuden für und: denn sie deuten auf einen überschwänglichen Reichtum der Erkenntnis Christi, den wir später werden erforschen und uns aneignen dürfen. Ist es doch unmöglich, den Reichtum Christi hier unten auszuschöpfen. Erst droben wird in ungeahnter Fähigkeit das Wachstum in der Erkenntnis weitergehen. Dann werden wir im Körper der Herrlichkeit befähigt sein, in jene Tiefen der Vorschöpfungsperiode zu blicken, die uns jetzt aus verständlichen Gründen verschlossen bleiben.
Bei einem Gesamtüberblick über die ersten Christusoffenbarungen sehen wir nun, wie in ihnen der Sohn Gottes sowohl in der Gleichheit mit Gott als auch mit den Geschöpfen erscheint. Mit stärksten Banden hat Ihn Gott an Sich wie auch an die Schöpfung gebunden. Diese Doppelstellung Christi ist die eigentliche Ausrüstung für Sein späteres Mittleramt und bildet den Pfeiler und festen Unterbau der unwandelbaren Grundlage, auf der Seine Rettungstat ruht.
Wenn nun Christus als Gottes erste Schöpfung (Kol 1:15; Offb 3:14) wohl auf der Stufe der Geschöpfe steht (Hebr 2:11), so begann doch schon mit Seiner Erschaffung auch Seine Erhöhung. Wurde Er doch nicht mit der übrigen Schöpfung zusammen ins Leben gerufen, sondern allein, als Erster. Kein anderes Geschöpf kann sich Ihm darin an die Seite stellen, und das bedeutete für Ihn schon den ersten Schritt aus der Gleichheit des Geschöpfes heraus und empor, ohne jedoch schon in die Gott-Gleichheit gehoben zu sein. Es war gewissermaßen eine Zwischenstufe, von der es nun aufwärts ging, hinauf in die Gleichgestaltung mit Gott. <br/><br/>
====<big>Ein strahlender Edelstein</big>====
Kol 1:16: Ein strahlender Edelstein in der Krone der Herrlichkeiten Christi! <br/>
Schon in den vorhergehenden Kapiteln sahen wir Christus in einigen Seiner Erstgeburtsrechten. Nun geht der Kolosserbrief über zu einer Offenbarung, die von des Sohnes unfassbarer Größe zeugt: „Denn in Ihm ist erschaffen das All, das in den Himmeln und das auf der Erde, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Fürstlichkeiten oder Obrigkeiten; das All ist durch Ihn und zu Ihm hin erschaffen ...“
In diesen Worten ist die Einsetzung Christi in Seine höchsten Würden enthalten. Sie bestehen darin, dass Gott eine Anzahl Seiner eigenen Beziehungen zum All auf den Sohn überträgt.
:::::Das  A l l :
{| border="0" cellspacing="0" cellpadding="5" style="background:#f9f9f9;“
|  Röm 11:36 || aus Gott || - || in Christus || Kol 1:16
|-
| Röm 11:36 || durch Gott || - || durch Christus || Kol 1:16
|-
| Röm 11:36 || zu Gott || - || zu Christus || Kol 1:16
|}
Welch tiefe Gottesgedanken müssen doch dieser Tat zugrunde liegen, dass es nun auch von Christus heißt: Das All in, durch und zu Ihm! Wie die Sonne am Morgen in ihrem vollen Strahlenglanze, so leuchten Christi vorweltliche Herrlichkeiten in diesem Schriftwort vor uns auf, jeder Strahl  Seine Gottgleichheit und Seinen Sohnesadel kundmachend. Es gibt kein einziges Geschöpf, welches sich  nicht schon einmal wie in Gott so auch in Christus befand und mit Banden der Liebe und des Lebens nun auch mit Ihm verbunden wurde. Und wie einst in Gott jedes Geschöpf die Veranlagung erhielt: „Zurück zum Schöpfer“, so  hat es nun auch den Zug in sich: „Zurück zu Christus!“ Bevor alles zum Vater zurückkehrt, wird der Vater alle zum Sohne ziehen, und durch Christus wird dann jedes Geschöpf zum Vater zurückgebracht werden Vergl. Joh 6:44-445; Joh 14:7.
Mit diesem Rettungsprinzip offenbart Gott wieder in gewaltiger Weise das Mittleramt Christi. Der Weg zu Gott führt zurück nur über den Christus.
An dem allem wird schon offenbar, weshalb und zu welchem Zweck Gott eine Schöpfung ins Dasein rief. In Seiner Hand wird sie zum Mittel,  um Seinen Sohn in die hohe Gleichstellung mit Ihm zu erheben und Seine mannigfaltigen Herrlichkeiten zur Schau zu stellen, zu Seiner eigenen Verherrlichung.<br/><br/>
==='''Christus in der Gleichgestalt Gottes'''===
Wohl keine anderen Schriftworte vermögen so von der Größe Christi zu zeugen wie diese, die uns offenbaren, dass sich das All einst in Ihm befand. Um das All in Sich aufnehmen zu können, so wie es ursprünglich in Gott war, musste Christus eben wie Gott gestaltet sein. Wenn wir auch keine Einzelheiten darüber wissen, so können wir doch daraus schließen, dass Er eine unfassbare Größe besaß. Diese Offenbarung bildet zu dem, was Paulus im Philipperbrief von Christi vorweltlicher Herrlichkeit sagt, eine würdige Ergänzung und einen ausführlichen Kommentar. Hier mag uns ein Ahnen von der Tiefe der Erniedrigung Christi aufgehen. Er, der in der Gestalt Gottes das All in Sich trug, geht als ein Kindlein ein in das All! <br/><br/>
====<big>Die Verpflanzung des Alls in Christus</big>====
Um den tiefsten Einblick in diese Gottestat zu gewinnen, ist es wichtig, diese auch mit sorgfältig dafür gewählten Namen zu benennen. „Verlegung“ wäre zwar nicht falsch, lässt aber die innere Verbindung nicht klar genug hervortreten; denn mit Verlegung kann man den Besitzwechsel eines Gegenstandes bezeichnen, ohne dass dieser in irgendeiner Beziehung zu seinem neuen Standort zu stehen braucht. „Versetzung“ gibt hierüber schon mehr Licht. Man kann einen toten Markstein versetzen, aber auch einen lebenden Baum.
Nun steht aber noch ein anderes Wort  zur Verfügung, welches deutlich zeigt, dass es sich bei der Verlegung des Alls in Christus um die Herstellung einer tiefinnerlichen, lebensvollen Beziehung und Verbindung zwischen Ihm und der Schöpfung handelt. Es ist das Wort „Verpflanzung“. für die Benennung dieser Gottestat eignet sich dieses Wort darum so gut, weil es vom Geist Gottes für einen ähnliche Wahrheit,  unsere Verbundenheit mit Christus, gebraucht wird.  Nach Röm 6:5 sind wir „zusammengepflanzt“    worden in der Gleichgestalt Seines Todes. Das wird  uns gesagt als Versicherung, dass unsere alte Menschheit mit gekreuzigt ward und wir nun in einem Auferstehungsleben wandeln. Und so hat Gott, ja das ganze All, in Christus verpflanzt wie ein lebendes Gewächs in seinen Nährboden, wo es Wurzel fasst und mit ihm verbunden wird.
Dieser Nährboden für das All war jetzt das Herz Christi. Dort hinein schlug es seine Wurzeln. Diese Beziehung zwischen Christus und der Schöpfung schuf Gott als einen Verbindungskanal, durch welchen sie n och den größten Segen empfangen wird. Und keine Macht wird diese Lebensbande zerstören können; denn bevor die  Sünde auf dem Plan trat und die Schöpfung in ihre Tiefe zog, verwurzelte Gott sie in Christus und senkte ihren Anker sich in Ihn hinein.<br/><br/>
====<big> Unser Einschluss in Christus</big>====
An diesem seligen Ort, in Christus, finden wir uns nun selber wieder. Es genügte Gott nicht, dass wir uns einmal in Ihm befanden. Bevor wir unsern Weg ins Dasein nahmen, durften wir am Herzen Christi ruhen und wurde unser Leben in Ihn versenkt. Wenn wir diese Wahrheit überdenken, werden unsere Herzen mit einer wahren Wonne erfüllt. Diese Erkenntnis ist ein Quell reinster, tiefster und stärkender Freude. Wir sollte oft aus ihm trinken, um seine alles überwindende Kraft in allen Anfechtungen und Drangsalen zu erfahren.<br/><br/>
===Das in Christus liegende Ziel Gottes===
Nun liegt dem Einschluss des Alls in Christus als Tat Gottes eine besondere Absicht zugrunde. Um zu ihrer Erkenntnis zu gelangen, kann uns wieder ein Zug aus dem Familienleben als Vorstufe dienen. Schon bei der Abhandlung „Das All in Gott“ ließ sich für die darin waltende Liebe Gottes ein erklärende Parallele herstellen durch das starke Band der Liebe der Eltern zu ihren Kindern, welches durch die Zeugung entsteht.
<br/><br/>
<br/><br/>

Version vom 31. Juli 2022, 04:08 Uhr

Aus der Reihe: Christi unausspürbarer Reichtum
Die ersten Gottes- und Christusoffenbarungen in der Vorschöpfungsperiode des Alls
von M. Jaegle und Mitarbeitern (1983)


Abschrift mit freundlicher Genehmigung von Gerhard Groß, Balingen
Dort als Schrift noch erhältlich.

Siehe weitere Abschriften:
Inhaltsverzeichnis

In Bearbeitung

Die ersten Gottes- und Christusoffenbarungen in der Vorschöpfungsperiode des Alls

3. Das All in Christus

Dieser Teil hätte vielleicht richtiger die Überschrift tragen sollen: „Das All im Sohne Seiner Liebe“. Die Bezeichnung „der Sohn“ redet von dem, was dieser Seiner Herkunft nach i s t. Der Titel „Christus“ von dem was Er Seinem Amte gemäß t u t. Wir sind erschaffen im Sohn. Dies spricht von dem, was wir durch diese Gottestat wurden. Unsere Auserwählung in Christus aber von der Bestimmung, zu der wir erwählt sind. Das erstere bezeichnet das innige und wesenhafte Verhältnis, das auf Abstammung beruht. Das zweite deutet auf unsere Pflichten und Aufgaben, die sich aus unserer Verbindung mit dem gesalbten Mittler ergeben.

Mit der Zeugung Seines Sohnes hatte Gott begonnen, die Ausführung Seines Vorsatzes „Das All aus Gott“ in Angriff zu nehmen. Nach unserem Urteil und Ermessen hätte nun die Fortsetzung darin bestehen können, auf dem Weg dem Sohne nach, durch den Sohn, alle anderen Schöpfungen ins Leben und Dasein zu rufen. Aber statt dessen stellt uns die Schrift als nächste Gottestat „Das All im Sohne Seiner Liebe“ vor (Kol 1:16). Anstatt einer sofortigen Erschaffung hat das All zuerst in unerschaffenem Zustande eine Verlegung erfahren, und zwar aus Gott hinein in Christus. So hat Gott mit einer einzigen Tat Seinen Vorsatz verwirklicht.

Die sich nun hieraus ergebende Offenbarung über Seinen Sohn könne man überschreiben: „Unausforschlicher Reichtum Christi“, denn sie birgt eine überschwängliche Fülle Seiner Herrlichkeit in sich. Bevor wir nun auf die darin liegenden Enthüllungen eingehen, sei zunächst auf das hingewiesen, was Gott dabei verborgen hält.

Wir suchen nämlich vergebens Aufklärung darüber, wie diese Versetzung des Alls aus Gott in Christus stattgefunden hat. Gottes Wort lässt uns nur wissen, dass es geschehen ist, aber nicht wie und wann.

Immer wieder muss also betont werden, dass neben den so herrlichen Offenbarungen über die Vorschöpfungsperiode uns doch zahlreiche Vorgänge aus ihr verborgen bleiben. Eine Ursache dieser göttlichen Zurückhaltung ist wohl, dass wir im Körper unserer Erniedrigung gar nicht fähig und stark genug sind, umGottestaten von so gewaltigem Ausmaß zu fassen und zu ertragen. Trotzdem bergen diese Verhüllungen große Freuden für und: denn sie deuten auf einen überschwänglichen Reichtum der Erkenntnis Christi, den wir später werden erforschen und uns aneignen dürfen. Ist es doch unmöglich, den Reichtum Christi hier unten auszuschöpfen. Erst droben wird in ungeahnter Fähigkeit das Wachstum in der Erkenntnis weitergehen. Dann werden wir im Körper der Herrlichkeit befähigt sein, in jene Tiefen der Vorschöpfungsperiode zu blicken, die uns jetzt aus verständlichen Gründen verschlossen bleiben.

Bei einem Gesamtüberblick über die ersten Christusoffenbarungen sehen wir nun, wie in ihnen der Sohn Gottes sowohl in der Gleichheit mit Gott als auch mit den Geschöpfen erscheint. Mit stärksten Banden hat Ihn Gott an Sich wie auch an die Schöpfung gebunden. Diese Doppelstellung Christi ist die eigentliche Ausrüstung für Sein späteres Mittleramt und bildet den Pfeiler und festen Unterbau der unwandelbaren Grundlage, auf der Seine Rettungstat ruht.

Wenn nun Christus als Gottes erste Schöpfung (Kol 1:15; Offb 3:14) wohl auf der Stufe der Geschöpfe steht (Hebr 2:11), so begann doch schon mit Seiner Erschaffung auch Seine Erhöhung. Wurde Er doch nicht mit der übrigen Schöpfung zusammen ins Leben gerufen, sondern allein, als Erster. Kein anderes Geschöpf kann sich Ihm darin an die Seite stellen, und das bedeutete für Ihn schon den ersten Schritt aus der Gleichheit des Geschöpfes heraus und empor, ohne jedoch schon in die Gott-Gleichheit gehoben zu sein. Es war gewissermaßen eine Zwischenstufe, von der es nun aufwärts ging, hinauf in die Gleichgestaltung mit Gott.

Ein strahlender Edelstein

Kol 1:16: Ein strahlender Edelstein in der Krone der Herrlichkeiten Christi!
Schon in den vorhergehenden Kapiteln sahen wir Christus in einigen Seiner Erstgeburtsrechten. Nun geht der Kolosserbrief über zu einer Offenbarung, die von des Sohnes unfassbarer Größe zeugt: „Denn in Ihm ist erschaffen das All, das in den Himmeln und das auf der Erde, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Fürstlichkeiten oder Obrigkeiten; das All ist durch Ihn und zu Ihm hin erschaffen ...“

In diesen Worten ist die Einsetzung Christi in Seine höchsten Würden enthalten. Sie bestehen darin, dass Gott eine Anzahl Seiner eigenen Beziehungen zum All auf den Sohn überträgt.

Das A l l :
Röm 11:36 aus Gott - in Christus Kol 1:16
Röm 11:36 durch Gott - durch Christus Kol 1:16
Röm 11:36 zu Gott - zu Christus Kol 1:16

Welch tiefe Gottesgedanken müssen doch dieser Tat zugrunde liegen, dass es nun auch von Christus heißt: Das All in, durch und zu Ihm! Wie die Sonne am Morgen in ihrem vollen Strahlenglanze, so leuchten Christi vorweltliche Herrlichkeiten in diesem Schriftwort vor uns auf, jeder Strahl Seine Gottgleichheit und Seinen Sohnesadel kundmachend. Es gibt kein einziges Geschöpf, welches sich nicht schon einmal wie in Gott so auch in Christus befand und mit Banden der Liebe und des Lebens nun auch mit Ihm verbunden wurde. Und wie einst in Gott jedes Geschöpf die Veranlagung erhielt: „Zurück zum Schöpfer“, so hat es nun auch den Zug in sich: „Zurück zu Christus!“ Bevor alles zum Vater zurückkehrt, wird der Vater alle zum Sohne ziehen, und durch Christus wird dann jedes Geschöpf zum Vater zurückgebracht werden Vergl. Joh 6:44-445; Joh 14:7.

Mit diesem Rettungsprinzip offenbart Gott wieder in gewaltiger Weise das Mittleramt Christi. Der Weg zu Gott führt zurück nur über den Christus.

An dem allem wird schon offenbar, weshalb und zu welchem Zweck Gott eine Schöpfung ins Dasein rief. In Seiner Hand wird sie zum Mittel, um Seinen Sohn in die hohe Gleichstellung mit Ihm zu erheben und Seine mannigfaltigen Herrlichkeiten zur Schau zu stellen, zu Seiner eigenen Verherrlichung.

Christus in der Gleichgestalt Gottes

Wohl keine anderen Schriftworte vermögen so von der Größe Christi zu zeugen wie diese, die uns offenbaren, dass sich das All einst in Ihm befand. Um das All in Sich aufnehmen zu können, so wie es ursprünglich in Gott war, musste Christus eben wie Gott gestaltet sein. Wenn wir auch keine Einzelheiten darüber wissen, so können wir doch daraus schließen, dass Er eine unfassbare Größe besaß. Diese Offenbarung bildet zu dem, was Paulus im Philipperbrief von Christi vorweltlicher Herrlichkeit sagt, eine würdige Ergänzung und einen ausführlichen Kommentar. Hier mag uns ein Ahnen von der Tiefe der Erniedrigung Christi aufgehen. Er, der in der Gestalt Gottes das All in Sich trug, geht als ein Kindlein ein in das All!

Die Verpflanzung des Alls in Christus

Um den tiefsten Einblick in diese Gottestat zu gewinnen, ist es wichtig, diese auch mit sorgfältig dafür gewählten Namen zu benennen. „Verlegung“ wäre zwar nicht falsch, lässt aber die innere Verbindung nicht klar genug hervortreten; denn mit Verlegung kann man den Besitzwechsel eines Gegenstandes bezeichnen, ohne dass dieser in irgendeiner Beziehung zu seinem neuen Standort zu stehen braucht. „Versetzung“ gibt hierüber schon mehr Licht. Man kann einen toten Markstein versetzen, aber auch einen lebenden Baum.

Nun steht aber noch ein anderes Wort zur Verfügung, welches deutlich zeigt, dass es sich bei der Verlegung des Alls in Christus um die Herstellung einer tiefinnerlichen, lebensvollen Beziehung und Verbindung zwischen Ihm und der Schöpfung handelt. Es ist das Wort „Verpflanzung“. für die Benennung dieser Gottestat eignet sich dieses Wort darum so gut, weil es vom Geist Gottes für einen ähnliche Wahrheit, unsere Verbundenheit mit Christus, gebraucht wird. Nach Röm 6:5 sind wir „zusammengepflanzt“ worden in der Gleichgestalt Seines Todes. Das wird uns gesagt als Versicherung, dass unsere alte Menschheit mit gekreuzigt ward und wir nun in einem Auferstehungsleben wandeln. Und so hat Gott, ja das ganze All, in Christus verpflanzt wie ein lebendes Gewächs in seinen Nährboden, wo es Wurzel fasst und mit ihm verbunden wird.

Dieser Nährboden für das All war jetzt das Herz Christi. Dort hinein schlug es seine Wurzeln. Diese Beziehung zwischen Christus und der Schöpfung schuf Gott als einen Verbindungskanal, durch welchen sie n och den größten Segen empfangen wird. Und keine Macht wird diese Lebensbande zerstören können; denn bevor die Sünde auf dem Plan trat und die Schöpfung in ihre Tiefe zog, verwurzelte Gott sie in Christus und senkte ihren Anker sich in Ihn hinein.

Unser Einschluss in Christus

An diesem seligen Ort, in Christus, finden wir uns nun selber wieder. Es genügte Gott nicht, dass wir uns einmal in Ihm befanden. Bevor wir unsern Weg ins Dasein nahmen, durften wir am Herzen Christi ruhen und wurde unser Leben in Ihn versenkt. Wenn wir diese Wahrheit überdenken, werden unsere Herzen mit einer wahren Wonne erfüllt. Diese Erkenntnis ist ein Quell reinster, tiefster und stärkender Freude. Wir sollte oft aus ihm trinken, um seine alles überwindende Kraft in allen Anfechtungen und Drangsalen zu erfahren.

Das in Christus liegende Ziel Gottes

Nun liegt dem Einschluss des Alls in Christus als Tat Gottes eine besondere Absicht zugrunde. Um zu ihrer Erkenntnis zu gelangen, kann uns wieder ein Zug aus dem Familienleben als Vorstufe dienen. Schon bei der Abhandlung „Das All in Gott“ ließ sich für die darin waltende Liebe Gottes ein erklärende Parallele herstellen durch das starke Band der Liebe der Eltern zu ihren Kindern, welches durch die Zeugung entsteht.