Ps 68:20 - Wer trägt wen oder was

Aus Bibelwissen

Montag, 4. Mai 2026 – von Daniel Muhl

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Gelobt sei der Herr täglich. Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch.

Psalm 68,20

Jesus spricht: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.

Matthäus 11,28

Wer trägt wen oder was?

Die Lastenträger dieser Welt genießen vielfach keine besondere Wertschätzung, obwohl oft gerade sie es sind, die eine Sache überhaupt erst möglich machen (1Kor 12:22). Dabei sind sie häufig weit mehr als nur Träger. Oft sind es auch diejenigen, die durch unwegsames Gelände führen, in Notfällen helfen und über die nötige Erfahrung verfügen.

Der größte Lastenträger, der je über diese Welt ging, ist ohne jeden Zweifel der Herr Jesus Christus. Denn er trug eine Last, die niemand sonst tragen konnte: die Sündenlast jedes Einzelnen und damit die Schuld der ganzen Welt (Joh 1:29 / Jes 53:4–6 / 1Petr 2:24).

Das klingt bereits im heutigen Losungsvers an. Die Elberfelder Übersetzung gibt ihn so wieder:

“Gepriesen sei der Herr Tag für Tag! Er trägt für uns ⟨Last⟩, Gott ist unsere Rettung. Sela” (Ps 68:20)

Tatsächlich kann man den hebräischen Text unterschiedlich übersetzen:

  1. Er lädt uns auf (eine Last)
  2. er trägt uns
  3. er trägt unsere (Last)”.

Der Kontext von Psalm 68 spricht am ehesten für die dritte Möglichkeit: dass Gott unsere Last trägt. Denn der Vers steht in einem Lobpreis auf den Gott, der rettet und befreit. Darin liegt Trost: Was uns heute aufliegt, muss uns nicht erdrücken, weil er Tag für Tag mitträgt (Ps 55:23 / 1Petr 5:7).

Auch der vorangehende Vers macht dies deutlich. Dort wird der HERR als derjenige beschrieben, der zur Höhe hinaufgestiegen ist und dabei die Gefangenschaft gefangen weggeführt hat. Paulus zitiert diese Stelle in Epheser 4:8 und macht klar, dass damit der Sieg Jesu über jene Mächte gemeint ist, die Menschen gefangen halten – also der Sieg über Sünde und Tod (Kol 2:15).

Natürlich gilt auch, dass Gott uns trägt. Und wenn er uns tatsächlich eine Last auferlegt, dann nur, damit auch wir lernen, wie Christus aus Liebe die Lasten anderer zu tragen (Phil 2:4). Paulus schreibt dazu:

“Einer trage des anderen Lasten, und so werdet ihr das Gesetz des Christus erfüllen.” (Gal 6:2)

Das geschieht nicht aus Pflicht, sondern aus liebender Zuneigung. Und letztlich können wir das Gesetz des Christus nur erfüllen, wenn wir zuvor unsere Sündenlast bei Jesus am Kreuz abgeladen haben (1Jo 1:9 / 1Petr 2:24). Darum lädt er alle Mühseligen und Beladenen ein, zu ihm zu kommen. Heinz Schumacher übersetzt:

“Kommt her zu mir alle, die ihr euch abmüht [bis zur Erschöpfung] und schwere Lasten zu tragen habt! Ich will euch Ruhe geben.” (Mt 11:28)

Ja, bei Christus allein finden unsere Seelen Ruhe und Frieden, weil er uns die Last unserer Schuld abgenommen hat.

Gebet: Herr Jesus Christus, ich danke dir von Herzen dafür, dass du meine Sündenlast auf dich genommen hast, damit ich völlig unbelastet vor dich treten kann. Danke, dass du für mich der große Lastenträger geworden bist. Dafür will ich dich auch heute anbeten! Amen.