Leben im Glauben (Kol 2:6-7)

Aus Bibelwissen
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Kurzandacht von Daniel Muhl

Reich beschenkt!

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Zwei Verse aus dem aus dem Kolosserbrief möchte ich an den Anfang stellen. Diese finden wir in Kap. 2 und daraus lese ich die Verse 6-7:
  • Wie ihr nun den Christus Jesus, den Herrn, empfangen habt, so wandelt in ihm, gewurzelt und auferbaut in ihm und gefestigt im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, indem ihr überreich seid in Danksagung!

Der Apostel Paulus machte an dieser Stelle die Gemeinde in Kolossä darauf aufmerksam, was den gläubigen Christen von Gott geschenkt wurde und auf welchem Fundament ihr neues Leben jetzt stehen darf. Menschen, die ihr Leben Gott anvertraut haben, empfingen nicht irgendeinen Fürsten, König oder Kaiser, sondern sie durften den Herrscher über das ganze Universum empfangen! Auch trat der König der Könige nicht einfach ins Wohnzimmer der Christen und machte einem befristeten Besuch! Nein, der HERR über alle Herren kam durch den Heiligen Geist in die Herzen der Gläubigen, um da für immer zu wohnen.
Was für ein ultimatives Vorrecht und was für ein großes und unfassbares Gnadengeschenk. Das Empfangen von Jesus Christus, ist das größte Geschenk, das ein Mensch erhalten kann! Es gibt nichts Schöneres oder Kostbareres, als als wenn der König der Liebe für immer in uns lebt! Wie schön ist es doch, wenn dieses Bewusstsein unser Leben prägen darf. Mit dem Wissen – durch Jesus Christus überreich beschenkt zu sein – dürfen wir voller Zuversicht in die Zukunft blicken. Wir sind nicht deshalb zuversichtlich, weil wir aus einer Blauäugigkeit heraus in eine problemlose Zukunft blicken, sondern weil wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten zusammenwirken müssen. – So schreibt es uns der Apostel Paulus in Röm 8:28, obwohl er selbst etliche schmerzhafte Erfahrungen machen musste.

Wer am Glauben Jesu Christi festhält darf immer wieder den wunderbaren Trost Gottes erfahren; nicht zuletzt auch deshalb, weil er im Geist in das Reich des Sohnes Seiner Liebe versetzt sein darf (Kol 1:13). Der himmlische Vater hat uns das Geschenk Seines Sohnes gemacht und dieses Geschenk ist mit keinem anderen Geschenk auch nur annähernd vergleichbar! Der Apostel Paulus macht uns an einer anderen Stelle darauf aufmerksam – in Röm 8:32 schreibt er:

  • "Er, der doch seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat – wie wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken?"

Wer den Sohn Gottes hat, der hat alles! Kann uns jemand noch mehr bieten? Gibt es einen noch größeren Reichtum? Alles gehört denjenigen, die zu Jesus Christus gehören! Paulus präzisiert das noch genauer in 1Kor 3:21-23! Hier zeigt er auf, dass uns sowohl die ganze Welt als auch das Leben und der Tod sowie Gegenwärtiges und Zukünftiges gehört!

Warum werden Menschen, die zu Jesus gehören, so reich beschenkt? Weil sie etwas Besseres sind oder weil sie sich mehr Mühe gegeben haben als andere Menschen? Nein, und nochmal nein! Christen gehören von Natur aus, in der Regel zu den unedleren Menschen. Das bringt Paulus in 1Kor 1:25-27 unmissverständlich zum Ausdruck und nur da, wo Gläubige sich vom Heiligen Geist verändern ließen, wurden sie zu Menschen, die lieben und ihren Mitmenschen Wertschätzung geben! Wer weiß, dass er aus lauter Gnade den Herrn Jesus empfangen durfte, der darf auch voller Freude in ihm wandeln!

In Vers 6 macht Paulus auch darauf aufmerksam, welche Auswirkungen es hat, wenn man den Herrn Jesus empfangen durfte. Durch die Annahme des Herrn Jesus Christus, kommt es zu einer grundlegenden Veränderung des Lebenswandels. Der Begriff "Wandel" wird im modernen Sprachgebrauch eher selten verwendet und es ist gut möglich, dass junge Leute gar nicht mehr richtig wissen, was damit gemeint ist. Die NGÜ übersetzt diese Stelle wie folgt:

  • "Darum richtet nun euer ganzes Verhalten an ihm aus!"

Unsere Verhaltensweisen haben große Auswirkungen auf uns und unsere Umwelt. Alle diejenigen, die sich immer wieder bewusst machen, dass sie durch Jesus Christus unfassbar reich beschenkt sind, denken, reden und handeln anders, als diejenigen, die meinen, sie hätten sich ihre Identität selbst erarbeitet! Die einen sehen sich als Begnadigte und die anderen sind einfach stolz auf ihre erreichte Stellung! Die einen geben ihren Mitmenschen größte Wertschätzung, indem sie ihre Nächsten höher achten als sich selbst und die anderen sind froh, wenn sie auf ihre Zeitgenossen herunterschauen können!

Durch das Geschenk des Gottessohnes, weiß sich der Gläubige unendlich und bedingungslos geliebt! Deshalb will jeder echte Christ auch aus dieser Gottesliebe leben! Leider gelingt es ihm nicht immer; aber der Wille ist da und auch das Vertrauen, dass Gott diese Liebe in uns bewirken kann! Letztlich ist das, das Entscheidende (Röm 7:16-21)! Ein Lebenswandel, bzw. eine Verhaltensweise, die von der Liebe und Wertschätzung geprägt ist, wirkt auch anziehend. In Vers 7 (Kol 2) finden wir vier sehr wichtige Dinge:

  1. Das Verwurzelt-sein
  2. Das Auferbaut-werden
  3. Das Gefestigt-sein im Glauben
    und
  4. Die Dankbarkeit

Das "Verwurzelt-sein" in Christus

Es hält uns am Leben; auch dann, wenn unser Leib sterben muss. Jesus sagte zu Marta:

  • "Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist!"

Ein Baum mit tiefen Wurzeln ist standhafter und lebt wesentlich länger, als wenn ihm solche Wurzeln fehlen. Durch einen Bericht habe ich mitbekommen, wie man in einer trockenen Wüste – wo es seit Jahren nicht mehr regnete – einen einzigen Baum entdeckte, der noch Leben in sich hatte. Zuerst konnte man sich das nicht erklären, bis man herausfand, dass der Baum Wurzeln hatte, die dutzende Meter in die Tiefe hinabreichten. In früheren Zeiten war das Grundwasser weiter oben; dann aber senkte sich der Grundwasserspiegel immer mehr und parallel dazu verlängerte der Baum stetig seine Wurzeln. Das war für mich das eindrücklichste Bild für eine "tiefe Verwurzelung". Wer tief in Christus verwurzelt ist, überlebt auch die langen Dürrezeiten des Lebens!

2. Das "Auferbaut-werden"

Das Auferbaut-werden spielt in unserem Leben eine ganz entscheidende Rolle. Die Kirchgemeinden, bzw. die Gemeinschaften sollten stetig aufgebaut und gestärkt werden. Jede Gemeinde ist auch eine Gemeinschaft und die kleinste Zelle einer Gemeinschaft ist eine Ehe oder Familie. Eine eheliche Gemeinschaft – wie auch jede andere Gemeinschaft – kann aufgebaut oder abgebrochen werden. Wer gebaut hat, hat auch Wohnraum geschaffen, wo andere sich Zuhause und wohl fühlen dürfen. Da wo eine Gemeinschaft abgebrochen wurde, da fühlt sich auch niemand mehr Zuhause. Dort wo wir uns bedingungslos geliebt wissen, da fühlen wir uns Daheim. An einer Gemeinschaft darf und soll ständig gebaut werden, sie muss gepflegt werden und in sie muss immer wieder neu investiert werden! Das gilt für gleicherweise für Ehe, Familie und Gemeinde. Wer in Christus aufbaut, der baut auf dem Fundament der göttlichen Liebe. Diese selbstlose Liebe, ist von Demut und größter Wertschätzung geprägt. Diese Liebe sucht nicht den eigenen Vorteil, sondern das Wohl seines Nächsten!

3. Das "Gefestigt-sein im Glauben"

Das "Gefestigt-sein im Glauben" vermittelt uns den notwendigen Halt! Ohne dieses Gottvertrauen kommen wir Menschen sehr schnell an unsere Grenzen! Allein das Vertrauen auf den allmächtigen Gott, der auch die Liebe in Person ist, vermittelt uns erst die Möglichkeit, bedingungslos lieben zu können. Nur durch den Glauben können Jesusleute daran festhalten, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten zusammenwirken müssen (Röm 8:28)! Nur das Vertrauen auf das Wort Gottes, bewirkt in uns die Erkenntnis, dass wir in den Augen Gottes überaus wertvoll sind, obwohl wir alle vor Ihm schuldig wurden. Wer der Bibel glaubt, weiß um die unendliche Liebe Gottes, die absolut treu ist, die alles trägt und das Böse nicht zurechnet (1Kor 13)! Allein diese Erkenntnis gibt uns die Festigkeit, die wir brauchen! Dieses Wissen und die Kraft des Heiligen Geistes, ermöglichen es uns, auch in unseren unterschiedlichen Beziehungen bedingungslos zu lieben! Das Vertrauen auf den Herrn Jesus Christus schenkt uns den nötigen Halt und die Festigkeit, die wir so dringend brauchen!

4. Die Dankbarkeit

Sie ist der absolute Schlüssel für ein Leben, das von einer großen Zufriedenheit geprägt ist. Selbst bedürftige Menschen, werden durch eine bleibende Dankbarkeit reich und glücklich. Dankbarkeit ist keine Garantie für ein problemloses und schmerzfreies Leben, aber sie verstärkt das Bewusstsein "ein reich Beschenkter" zu sein. Je dankbarer wir gegenüber dem himmlischen Vater sind, desto mehr sehen wir Seine Güte und Gnade. Durch die Dankbarkeit sehen wir Seine große Vergebung und Fürsorge und das vermittelt uns das Bewusstsein, ganz in Gott geborgen zu sein! Die gegenseitige Dankbarkeit ist natürlich auch ein Geheimtipp für jede menschliche Beziehung! Wenn unsere Mitmenschen spüren dürfen, dass wir dankbar für sie sind, dann motiviert sie das und sie fühlen sich geliebt! Sie merken auch, dass sie wertgeschätzt und respektiert werden! Das Wissen, ein Geliebter zu sein, erfüllt uns mit Freude und Zufriedenheit. Eine große Dankbarkeit gegenüber dem Herrn Jesus Christus, bewirkt eine Freude am Herrn und in der Freude am Herrn liegt eine große Kraft (Neh 8:10)! Die Dankbarkeit füreinander, schenkt uns Freude und mit ihr können wir einander auch in richtiger Weise dienen!

Das wünsche ich allen von ganzem Herzen und der Herr Jesus segne uns dazu! Amen!


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