Geborgen in Gottes Hand
Freitag, 14. November 2025
- D. Muhl
Wie ein Adler ausführt seine Jungen und über ihnen schwebt, so breitete der HERR seine Fittiche aus und nahm sein Volk und trug es auf seinen Flügeln.
5.Mose 32,11
Jesus spricht: Mein Vater, der sie mir anvertraut hat, ist mächtiger als alle. Niemand kann sie aus seiner Hand reißen.
Johannes 10,29
1991 wurde die Operation Solomon durchgeführt, bei der über 14.000 äthiopische Juden von Addis Abeba nach Israel geflogen wurden. Die Rettungsaktion erfolgte durch El Al und die israelischen Streitkräfte (IDF). Für viele Juden waren diese großen Flugzeuge fremd und furchteinflößend. Verständlicherweise fürchteten sich einige vor dem Einstieg in diese großen Maschinen.
Eine oft erzählte Anekdote berichtet, wie ein Rabbiner den Auswanderern erklärte, sie könnten ohne Furcht in die Flugzeuge steigen, denn Gott habe sein Volk „auf Adlerflügeln" getragen (2Mo 19:4 / Jes 40:31). Daraufhin stiegen die jüdischen Heimkehrer in die Flugzeuge ein. Diese Geschichte veranschaulicht den neuzeitlichen Exodus und erfüllt zugleich die biblische Verheißung aus Jesaja 43:5-6, wonach Gott sein Volk aus dem Süden nach Hause holt:
"Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir! Vom Sonnenaufgang her werde ich deine Nachkommen bringen, und vom Sonnenuntergang her werde ich dich sammeln. Ich werde zum Norden sagen: Gib her!, und zum Süden: Halte nicht zurück! Bring meine Söhne von fern her und meine Töchter vom Ende der Erde."
Wenn Adlereltern ihren Jungen das Fliegen beibringen, gehen sie so vor: Zuerst drängen sie ihre Jungen aus der Komfortzone, indem sie das Nest unbequem machen und das Futter entziehen. So motivieren sie die Jungen zum Verlassen des Nests. Während der ersten Flugversuche bleiben die Elterntiere in der Nähe, fliegen mit und überwachen die Flugversuche ihrer Jungen.
Die Bibel verwendet dieses Bild, um Gottes Fürsorge und Schutz zu veranschaulichen. Beim ersten Exodus machte Gott für Israel „ihr Nest" unbequem, indem sie in Ägypten als Sklaven dienen mussten. Beim Auszug aus Ägypten waren sie wie ein junger Adler, der noch nicht fliegen gelernt hat – sie hatten keine Erfahrung als selbstständiges Volk. Doch der HERR stand ihnen bei, versorgte und beschützte sie, sodass sie 40 Jahre später das verheißene Land einnehmen konnten (2Mo 19:4).
Was damals für Israel galt, gilt im geistlichen Sinn auch für uns. So wie der Adler seine Jungen versorgt und beschützt, trägt Gott auch uns durch alle Schwierigkeiten und Herausforderungen des Lebens (Ps 91:4). Wir dürfen darauf vertrauen, dass wir in seiner Hand sicher geborgen sind – und niemand kann uns aus dieser Geborgenheit reißen.
Dieses Bild der göttlichen Geborgenheit findet sich auch im Neuen Testament. In Johannes 10 erklärte Jesus, dass er der gute Hirte ist, der sein Leben für seine Schafe lässt (Joh 10:11). Dabei machte er deutlich, dass seine Schafe in der Hand seines Vaters geborgen sind (Joh 10:29).
Wer vom himmlischen Vater gehalten wird, ist um ein Vielfaches besser geschützt als der amerikanische Präsident mit dem bestorganisierten Sicherheitsdienst der Welt. Warum? Weil der Vater größer ist als alle! Würde man sämtliche Mächte des Universums gegen den Vater aufbieten – er könnte sie alle mit seinem „kleinen Finger" beseitigen (Jes 40:12-17).
Darum dürfen wir mutig unseren Weg gehen, im Vertrauen darauf, dass Gottes Hand uns niemals loslässt (Jes 41:10 / Hebr 13:5). Oder wie Hudson Taylor es so treffend formulierte:
"Der, der für uns ist, ist größer als alle, die gegen uns sein könnten." (Röm 8:31)
