2025-01 - Andachten vom Januar 2025
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Mittwoch, 1. Januar 2025
Sage nicht: »Ich bin zu jung«, sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete.
Jeremia 1,7
Paulus schreibt: Ich schäme mich des Evangeliums nicht.
Römer 1,16
Gottes Auftrag und Befähigung
Viele Menschen haben sich für das neue Jahr gute Vorsätze gemacht: mehr Bewegung, weniger Internet- und Social-Media-Konsum, gesünder essen, mehr Zeit für Ruhe und Entspannung, weniger Stress und vor allem mehr Zeit für die Beziehung mit Gott (Phil 4:6). Gute Vorsätze können manchmal einen Neuanfang ermöglichen, was gut tut – doch allzu oft verfliegen sie auch schnell wieder.
Manche haben vielleicht vom Herrn einen neuen Auftrag für das kommende Jahr erhalten (Jes 43:19). Oft bedeutet das, unbekanntes Terrain zu betreten, was Unsicherheit mit sich bringt. Der heutige Losungstext zeigt, wie verunsichert Jeremia war, als Gott ihn zum Prediger und Propheten berief (Jer 1:5). Als junger Mann – vermutlich zwischen 17 und 25 Jahren – fühlte er sich nicht in der Lage, vor den Ältesten, Priestern und erfahrenen Führern des Volkes zu predigen. Doch bei Gott zählt nicht, ob jemand die passende Qualifikation oder Erfahrung mitbringt, sondern ob er sich von ihm gebrauchen lassen möchte (2Kor 3:5). Wenn Gott einen Auftrag gibt, schenkt er auch die nötigen Mittel und die Kraft dafür – unabhängig von den eigenen Fähigkeiten oder Schwächen (Phil 4:13).
Ich kann Jeremias Gefühle gut nachvollziehen! Als Gott mir 2004 deutlich machte, dass ich meinen Beruf im Architekturbüro aufgeben und einen vollzeitlichen Predigerdienst beginnen sollte, war ich unsicher. Ich hatte viele Einwände: keine theologische Ausbildung, wenig Selbstvertrauen, finanzielle Verantwortung für eine Familie mit vier Kindern und keine Aussicht auf ein festes Gehalt. Doch Gott führte mich Schritt für Schritt (Ps 37:23). Heute, zwanzig Jahre später, kann ich nur staunen, wie er mich befähigt und versorgt hat – trotz vieler Hindernisse.
Das war damals keine spontane Entscheidung. Gott hatte mich über Jahrzehnte vorbereitet: als Ehemann, Vater, Laienprediger und Leiter eines Architekturbüros (Röm 8:28).
Vielleicht hast auch du einen Auftrag erhalten, der dich herausfordert. Fühlst du dich unqualifiziert? Denke daran: „Vor Gott ist das kein Argument, um eine grundlegende Berufung abzulehnen!" (2Mo 4:10-12) Ich spreche hier nicht von kleineren wertvollen Diensten, sondern von Berufungen, die das Leben grundlegend verändern werden. Gleichzeitig möchte ich warnen, eine schwerwiegende Aufgabe allein aufgrund eines inneren Gefühls wahrzunehmen. Eine echte Berufung Gottes wird sich mehr und mehr bestätigen und klar erkennbar sein (1Jo 4:1). Oft bestätigt Gott seinen Auftrag durch mehrere unabhängige Zeichen oder Ereignisse. Während man betet und die Entscheidung abwägt, öffnen oder schließen sich Türen, bis Klarheit entsteht.
Das Evangelium ist die beste Botschaft der Welt! Es zeigt uns, dass wir allein durch Glauben eine umfassende Vergebung empfangen und das ewige Leben erlangen können (Joh 3:16). Ohne eigene Leistung werden wir Kinder Gottes und von ihm gerechtfertigt (Eph 2:8-9). Darum gibt es keinen Grund, sich für das Evangelium zu schämen. Dennoch gelingt es dem Gegenspieler Gottes immer wieder, dass Christen sich dafür schämen, an die Bibel zu glauben – angeblich, weil sie nicht mit dem neuesten Stand der Wissenschaft übereinstimmt.
Vor 2’000 Jahren sagte Jesus, dass seine Worte nicht vergehen werden – und er behielt recht (Mt 24:35)! Seine Worte haben mehr Menschen zum Guten verändert als alle anderen Worte. Er allein hat Worte des ewigen Lebens (Joh 6:68)!
Donnerstag, 2. Januar 2025
Menschenfurcht bringt zu Fall; wer sich aber auf den HERRN verlässt, wird beschützt.
Sprüche 29,25
Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben.
Lukas 12,32
Menschenfurcht versus Gottvertrauen
Wer kennt sie nicht – die Menschenfurcht? Viele von uns kämpfen mit der „Angst vor Menschen" – sogar jene, die mit Gott lebten und ihm vertrauen wollten. Abraham beispielsweise fürchtete sich davor, vom Pharao umgebracht zu werden, weshalb er behauptete, Sarah sei seine (unverheiratete) Schwester (1Mo 12:13). Auch Samuel hatte Angst, von Saul getötet zu werden, als er einen Sohn Isais zum König salben sollte (1Sam 16:2). Petrus verleugnete aus Menschenfurcht dreimal seinen HERRN (Mt 26:69-75) und heuchelte sogar später – als angesehener Apostel – vor den Gesetzlichen aus der Anhängerschaft des Jakobus, weil er ihre Kritik fürchtete (Gal 2:12).
Wir können dieses Verhalten nachvollziehen, denn es ist uns allen mehr oder weniger vertraut. Menschenfurcht lähmt uns, und manchmal scheint sie unüberwindbar! Sie hindert uns daran, standhaft zu bleiben, und führt letztlich dazu, dass wir beschämt dastehen.
Nur die tiefe Gewissheit, dass keine Macht der Welt uns schaden kann, weil wir in Gottes Hand sind (Röm 8:38-39), kann uns helfen, die Menschenfurcht zu überwinden. Doch das ist leichter gesagt als getan. Wenn die Bedrohung übermächtig erscheint, merken wir schnell, wie sehr wir auf Gottes Kraft angewiesen sind, um Mut zu fassen.
In Römer 8:31 fragt Paulus: „Wenn Gott für uns ist, wer ist gegen uns?" Drei Verse zuvor stellt er kühn fest, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten dienen müssen (Röm 8:28). Angesichts der Feindschaft, mit der Paulus konfrontiert wurde, und der zahlreichen Bedrohungen, die er erlebte, ist diese Aussage mehr als bemerkenswert. Von außen betrachtet schien Paulus oft den Menschen ausgeliefert – er wurde geschlagen und misshandelt (2Kor 11:24-25). Doch er ließ sich davon nicht einschüchtern. Durch die Kraft des Heiligen Geistes und sein unerschütterliches Gottvertrauen ließ Paulus sich nicht von Menschenfurcht beherrschen. Er erlebte, wie Gott ihn in jeder Situation trug. Ohne Gottes ausdrückliche Genehmigung konnte ihm niemand auch nur „ein Haar krümmen" (Lk 21:18). Diese Gewissheit, die durch seine Glaubenserfahrungen wachsen durfte, schenkte ihm große Gelassenheit.
Jesus nennt seine Jünger eine „kleine Herde" – eine Gemeinschaft, die sich mitten unter „Wölfen" befindet (Mt 10:16). Auch die weltweite Gemeinde Jesu Christi ist eine scheinbar schwache Minderheit, die in der endzeitlichen Verfolgung – aus menschlicher Perspektive – kaum eine Chance hat. Doch weil sie vom Guten Hirten beschützt und getragen wird (Joh 10:28), erreicht sie ihr herrliches Ziel. Gott hat beschlossen, dieser bedrohten Schar sein Reich zu geben – und es wird ihm gelingen! Ihm allein gebührt alle Ehre und Anbetung!
Freitag, 3. Januar 2025
Sollte Gott etwas sagen und nicht tun? Sollte er etwas reden und nicht halten?
4. Mose 23,19
Jesus spricht: Wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute.
Matthäus 7,24
Hören, Wollen und Tun
Alles, was Gott sagt, das tut er auch! Trotzdem fällt es uns manchmal schwer, das zu glauben. Warum? Weil zwischen seiner Ankündigung und der erkennbaren Verwirklichung manchmal Jahre oder sogar Jahrtausende liegen. Als Mose durch den Geist Gottes einen Propheten wie ihn ankündigte (5Mo 18:15), dauerte es noch gut 1’500 Jahre, bis dieser „Prophet" tatsächlich in Erscheinung trat (Joh 1:45).
Das Zweifeln an Gottes Absicht dürfte unter anderem auch das Problem von Bileam und Balak gewesen sein (4Mo 22). Balak war ein moabitischer König, der im Volk Israel eine große Bedrohung sah. Er wusste, dass die Existenz Israels eine geistige Ursache hatte. Ihm war klar, dass der Gott „Jahweh" hinter diesem Volk stand. Darum sah er nur eine Möglichkeit: Dieses Volk musste mit „geistlichen Mitteln" – in diesem Fall mit einem Fluch – bekämpft werden. Er hatte die Vorstellung, dass Jahweh wie alle anderen ihm bekannten Götter auch umgestimmt werden könne.
Er wusste auch, dass Bileam ein Prophet war, der die Stimme Jahwehs hörte und sie auch mitteilen konnte. Die prophetische Begabung Bileams war in der Tat bemerkenswert. Er hätte damit für andere ein großer Segen werden können, wenn er nicht ein „Herzensproblem" gehabt hätte. Sein Problem war die Gier, und genau die wurde ihm zum Verhängnis (2Petr 2:15). Er hoffte, eine Möglichkeit zu finden, gleichzeitig Jahweh und seine Gier zu befriedigen. Um es mit den Worten Jesu zu beschreiben: „Er wollte Gott und dem Mammon gleichzeitig dienen!" (Mt 6:24)
Trotzdem spricht Gott durch Bileam zu Balak: „Sollte Gott etwas sagen und nicht tun? Sollte er etwas reden und nicht halten?" Mit anderen Worten: „Meinst du wirklich, dass ich Israel verfluchen würde, wenn ich es zuvor gesegnet habe? Meinst du tatsächlich, du könntest die Absicht meines Herzens durch ein paar Opfergaben manipulieren?" (4Mo 23:19-20) Eigentlich galt die Botschaft nicht nur Balak, sondern auch Bileam. Doch auch der scheint sie nicht wirklich verstanden zu haben.
An diesen beiden Männern erkennt man, dass sowohl die Macht- als auch die Geldgier Menschen daran hindern, das zu tun, was sich der HERR von ihnen wünscht, selbst wenn sie genau wissen, was sein Wille ist (1Tim 6:9-10). Wenn Christen durch die Bibel den Willen Gottes kennen und gleichzeitig von Gier geprägt sind, dann können sie – trotz großem biblischen Wissen – das Ziel nicht erreichen!
Bevor Jesus das Gleichnis vom „Haus auf Fels und Sand" erzählte, erwähnte er die falschen Propheten und wie sie erkannt werden können (Mt 7:15-20). Falsche Propheten erkennt man an ihren schlechten Früchten. Gute Früchte stimmen mit der Frucht des Geistes überein. Die neunfache Frucht des Geistes beschreibt Paulus in Galater 5:22-23: „Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit." Ob ein Mensch aus Liebe, Wertschätzung und Fürsorge lebt, kann man in der Regel bald erkennen. Herzen, die von Macht- und Geldgier bestimmt sind, offenbaren sich durch ihr egoistisches und hochmütiges Verhalten.
Das Gleichnis vom „Haus auf Fels und Sand" bildet den Abschluss der Bergpredigt (Mt 7:24-27). Wenn Jesus sagt: „Wer diese meine Rede hört und tut …", dann geht es unter anderem darum, die Quintessenz der Bergpredigt zu verinnerlichen, sodass wir sie auch von ganzem Herzen tun wollen – denn nur diese Haltung hat Bestand. Die Quintessenz der Bergpredigt lässt sich wie folgt zusammenfassen:
- Innere Gerechtigkeit statt äußerer Formalismus (Mt 5:21-48)
- Das Wesen des Reiches Gottes (Mt 5:3-12)
- Liebe als zentrale Lebenshaltung (Mt 5:44-45)
- Einladung zur authentischen Beziehung mit Gott (Mt 6:1-18)
- Vertrauen auf Gottes Fürsorge (Mt 6:25-34)
- Die goldene Regel und der Weg der Nachfolge (Mt 7:12-14)
- Ein Aufruf zum Handeln (Mt 7:24-27)
Wer das hört und tun will – weil er sein Herz mit Gottes Liebe füllen ließ – wird dies durch die Kraft des Heiligen Geistes früher oder später auch tun können (Phil 2:13). Deshalb ist sein „Haus" bzw. sein Lebensprojekt auf einem stabilen Grund gebaut!
Samstag, 4. Januar 2025
In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott.
Psalm 31,6
Lasst uns freimütig hinzutreten zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden und so Hilfe erfahren zur rechten Zeit.
Hebräer 4,16
Eine vertrauensvolle Liebesbeziehung im Angesicht des Todes
Die letzten Worte von Papst Benedikt XVI. lauteten: „Herr, ich liebe dich." Dies berichtete sein Privatsekretär Georg Gänswein. Auch wenn ich nicht beurteilen kann, ob diese Worte von ganzem Herzen und aus tiefster Überzeugung ausgesprochen wurden, habe ich keinen Anlass, an ihrer Authentizität zu zweifeln (1Jo 4:19).
Papst Benedikt XVI. war einer der wenigen Päpste, die – laut offiziellen Angaben – freiwillig zurückgetreten sind. Er litt unter Schlaflosigkeit und daraus resultierender körperlicher Erschöpfung. Die genaue Ursache seiner Schlaflosigkeit ist mir nicht bekannt. Wenn ich mir vorstelle, wie es sein muss, einerseits den Herrn Jesus Christus aus tiefstem Herzen zu lieben und andererseits die Verantwortung über eine Institution zu tragen, die in ihrer langen Geschichte auch schwere Schuld auf sich geladen hat, entsteht in meinem Inneren ein Spannungsfeld, das kaum zu ertragen wäre. Diese innere Zerrissenheit könnte erklären, warum Benedikt unter Schlaflosigkeit litt – ein Kampf, den nur Gott in seiner Tiefe verstehen kann (Ps 139:23-24).
Ob „Joseph Ratzinger" am Ende seines Lebens eine echte, vertrauensvolle Liebesbeziehung zu Jesus Christus hatte, weiß nur der HERR selbst (1Sam 16:7). Doch eine solche Beziehung ist die Voraussetzung, um künftig mit dem Herrn Jesus im Paradies zu sein. Dies wird aus den letzten sieben Worten Jesu am Kreuz deutlich.
Der heutige Losungstext erinnert an die allerletzten Worte Jesu am Kreuz:
„Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist." (Lk 23:46)
Sein erster überlieferter Satz lautet:
„Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist?" (Lk 2:49)
Der erste Satz endet mit dem Hinweis auf den himmlischen Vater, der letzte beginnt mit ihm. Die vertrauensvolle Liebesbeziehung zu seinem Vater war im Leben Jesu Christi das A und O (Joh 10:30)!
Der erste Satz beginnt mit einem ‚Warum' – eine Frage, die uns Menschen wohl am tiefsten bewegt. Warum gibt es Leid? Warum müssen wir warten? Warum schweigt Gott manchmal? Doch die Antwort auf diese Fragen finden wir nicht in Worten, sondern in der Nähe Gottes selbst (Ps 73:28). Im Geist Jesu Christi liegt die Kraft, alle ‚Warum-Fragen' zu überwinden. Er gibt uns nicht immer die Erklärung, die wir suchen, aber er schenkt uns Frieden – einen Frieden, der alle Vernunft übersteigt (Phil 4:7). Diese „Warum-Frage" findet letztendlich ihre Antwort in Jesu letzten Worten und somit in „seinem Geist".
Durch den Geist Jesu Christi werden wir einmal alle „Warum-Fragen" beantwortet bekommen – wenn wir bei ihm sind, wo wir ihn nichts mehr fragen werden (Joh 16:23).
Stell dir vor, du kannst voller Zuversicht und ohne Angst vor den ‚Thron der Gnade' treten – jederzeit! Das ist möglich durch eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus. Was für ein unverdientes Geschenk! Wenn du das verstehst, wird dein Gebet nicht nur ein Bitten, sondern ein Eintauchen in Gottes Gegenwart, wo dir Barmherzigkeit und rechtzeitige Hilfe zuteilwerden. Kinder Gottes müssen nicht vor dem Thron des großen Weltgerichts erscheinen, sondern haben Zutritt zum Thron der Gnade, wo sie Barmherzigkeit empfangen (Röm 8:1)!
Welch ein großes und überwältigendes Geschenk seiner Gnade ist es, wenn die vertrauensvolle Liebesbeziehung zu Jesus – und durch ihn auch zum himmlischen Vater – nicht erst am Ende unseres Lebens beginnt, sondern uns bereits in jungen Jahren prägt und trägt. Wer voller Vertrauen und mit großer Freimütigkeit vor den „Thron der Gnade" tritt, erfährt auch Hilfe, die uns der HERR genau zur rechten Zeit schenkt. Vielleicht später, als uns lieb ist – aber niemals zu spät. Ihm sei von Herzen Dank dafür!
Sonntag, 5. Januar 2025
Der HERR ist gütig und eine Feste zur Zeit der Not und kennt, die auf ihn trauen.
Nahum 1,7
Werft euer Vertrauen nicht weg!
Hebräer 10,35
Glaubenskrise?
Es gibt Zeiten, in denen mich eine gewisse Mutlosigkeit und seelische Erschöpfung überfallen. Die Motivation schwindet, und der Glaube wird stärker strapaziert als sonst (Ps 42:6). Heute Morgen ist wieder so eine Zeit. Als ich gestern Abend die Losung für heute las, dachte ich: Die Verse sind zwar schön und wichtig, aber wie oft habe ich schon über Vertrauen und Glauben geschrieben? Ist es nicht immer dasselbe?
Es fühlt sich an wie eine Schallplatte mit einem Sprung, die immer wieder dieselbe Stelle abspielt, weil die Nadel stets an denselben Punkt zurückspringt. Ständige Wiederholungen können dazu führen, dass sie einem überdrüssig werden – und deshalb neigt man dazu, sie zu vermeiden. Doch der Glaube, das Vertrauen auf Gott, ist das A und O unserer Beziehung zu ihm (Hebr 11:6)! Wir leben in einer Welt, die mehrheitlich vom Egoismus und damit von der Sünde geprägt ist. Das ganze Desaster, in dem wir uns derzeit befinden, begann mit einem Misstrauen gegen Gott (1Mo 3:1-6).
Unser Denken und Bewusstsein sind wie eine CD, die von Anfang bis Ende mehrheitlich mit Misstrauen und Unglauben beschrieben ist. Diese CD muss – oder darf – neu beschrieben werden (Röm 12:2).
Ein neues Bewusstsein entsteht unter anderem dadurch, dass das Unterbewusstsein durch Wiederholungen trainiert wird. Paulus schrieb deshalb in Bezug auf die Freude: „Euch immer wieder dasselbe zu schreiben, macht mir nichts aus; euch aber gibt es Sicherheit." (Phil 3:1)
In den ersten Jahrhunderten erlebten die Christen einerseits große Freude über die Gute Botschaft Gottes, andererseits aber auch immer wieder Diskriminierung – bis hin zu übelster Verfolgung (2Tim 3:12). Mit der Zeit drohten sie müde und mürbe zu werden und liefen Gefahr, ihr Vertrauen aufzugeben. Deshalb wollte der Verfasser des Hebräerbriefes die Judenchristen – und Christen generell – ermutigen, ihre neu gewonnene Zuversicht nicht wegzuwerfen. Durch die anhaltenden Anfeindungen standen sie in Gefahr, den Glauben an Christus aufzugeben und sich wieder dem Judentum zuzuwenden.
In Hebräer 10,35 wird nicht das griechische Wort pistis verwendet, das üblicherweise mit „Glauben" oder „Vertrauen" übersetzt wird. Stattdessen steht dort parresia, das „Zuversicht", „Freimütigkeit" oder „offenes Reden" bedeutet. Dies zeigt, dass es hier nicht nur um innerliches Vertrauen, sondern auch um den Mut geht, den Glauben nach außen hin freimütig zu bekennen – selbst in schwierigen Zeiten (Röm 1:16). Die verfolgten (Juden-)Christen wurden manchmal so sehr eingeschüchtert, dass sie in Gefahr standen, nicht mehr offen und freimütig das Evangelium und damit die Gute Botschaft zu verkündigen. Doch gerade dieses freimütige Reden bewirkt eine große Belohnung (Mt 10:32)!
Die Juden zur Zeit Nahums waren ebenfalls eingeschüchtert – durch die Bedrohung des brutalen assyrischen Großreiches. Nahum musste sie ermutigen und ihnen zusprechen: Der HERR ist gut! Er ist wie eine Festung in bedrohlicher Not. Das Wichtigste: „Er kennt alle, die ihm vertrauen!" Er lässt seine Kinder, die ihm vertrauen, niemals aus den Augen und wird sie sicher ans Ziel führen (Phil 1:6) – auch wenn sie zwischendurch Krisen durchleben.
Jetzt fühle ich mich wieder etwas besser! Es tut gut, daran erinnert zu werden, dass Gottes Zusagen bestehen (2Kor 1:20), auch wenn unser Vertrauen manchmal ins Wanken gerät.
Montag, 6. Januar 2025
Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele.
Psalm 23,2-3
Ihr irrtet umher wie Schafe, doch jetzt seid ihr zurückgekehrt zum Hirten, zum Beschützer eurer Seelen.
1.Petrus 2,25
Ruhe für die Seele
Auf einer Teenagerfreizeit ging es einmal um die „Ich-bin-Worte" der Bibel. Die Jugendlichen gestalteten einen Fächer mit „Ich-bin-Worten", beginnend mit „Ich bin, der ich bin" (2Mo 3:14). Diese Worte sind von großer Bedeutung, weil sie die Selbstoffenbarung Gottes darstellen. Im Laufe der Zeit – bis hin zur Vollendung der Bibel – haben sich diese Selbstvorstellungen immer weiter „entfaltet" (siehe unten). Sogar im letzten Kapitel der Bibel finden wir noch zwei dieser „Ich-bin-Worte". So sagt der Herr in Offb 22:13: „Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende." Und in Offb 22:16 erklärt Jesus: „Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der glänzende Morgenstern." Diese Worte zeigen, wie umfassend Gottes Selbstoffenbarung ist. Von Anfang bis Ende ist er derselbe – der Hirte, der uns leitet (Hebr 13:8).
Am Ende der Freizeit stellten wir eine spannende Frage: Welches „Ich-bin-Wort" spricht euch am meisten an? Viele wählten „Ich bin der gute Hirte" (Joh 10:11), weil sie sich in diesem Bild geborgen fühlten. Diese Selbstbezeichnung des Sohnes Gottes berührt viele Menschen tief. Das dürfte auch am 23. Psalm liegen, einem der bekanntesten und beliebtesten Psalmen. Er beginnt mit: „Der HERR ist mein Hirte!"
Einen guten Hirten verbinden wir mit vielen positiven Eigenschaften wie „Versorgung", „Leitung", „Schutz", „Beruhigung", „Frieden", „Ruhe" und „Sicherheit". Die Verse 2 und 3 des Psalms bringen das sehr berührend zum Ausdruck. Das hebräische Verb „rabats" (H7257) bedeutet „lagern lassen, ruhen lassen". Es beschreibt oft einen Zustand der Ruhe, Sicherheit und göttlichen Fürsorge.
Der gute Hirte, Jesus, der sein Leben für die Schafe ließ (Joh 10:11), ist der Einzige, der mit Recht sagen kann: „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht" (Mt 11:28-30).
Der Anfang von Ps 23:3 wird oft mit den Worten übersetzt: „Er erquickt meine Seele." Doch das hebräische Wort „shub" (H7725) hat eine tiefere Bedeutung: Es steht meist für „zurückkehren", „umkehren" oder „zurückbringen". Jesus Christus erquickt unsere Seele nicht nur, er bringt sie auch zurück, damit sie zum himmlischen Vater zurückkehren kann. Wenn unsere Seele im Haus des himmlischen Vaters angekommen ist, hat sie ihr Ziel erreicht und findet endgültig Ruhe (Joh 14:2-3 / Hebr 4:9-10).
Auch der Lehrtext aus dem 1. Petrusbrief deutet dies an, wenn der Apostel schreibt: „... doch jetzt seid ihr zurückgekehrt zum Hirten." Durch unsere Sündhaftigkeit und unseren Ungehorsam haben wir uns vom guten Hirten und von Gott entfernt (Jes 53:6). Doch er hat uns „umkehren lassen", und so sind wir zum „Beschützer unserer Seelen" zurückgekehrt. Gerade in einer Welt voller Unsicherheiten und Belastungen sehnen wir uns nach dem Schutz und der Ruhe, die nur der eine gute Hirte uns schenken kann (Joh 14:27).
Dienstag, 7. Januar 2025
Verachte nicht die Unterweisung durch den HERRN und sei nicht unwillig, wenn er dich ermahnt.
Sprüche 3,11
Jesus lehrte mit Vollmacht.
Markus 1,22
Wer mag Erziehung und Ermahnung?
Spitzensportler haben in der Regel einen gut ausgebildeten Trainer (1Kor 9:24-27). Dieser motiviert nicht nur, sondern korrigiert den Sportler auch ständig. Außerdem gibt er ihm genaue Anweisungen, welche Übungen er machen soll und wie er am besten trainieren kann. Oft ist das Trainingsprogramm sehr anspruchsvoll. Der Sportler wird dazu jedoch nicht gezwungen – er macht es freiwillig. Wir alle wissen, warum er sich diese Strapazen antut: Er möchte möglichst viele Wettkämpfe gewinnen. Die Krönung wäre natürlich ein Weltmeistertitel! Vermutlich gibt es keinen einzigen Weltmeister, der nicht so hart trainiert hat, dass er dabei mehrmals an seine Grenzen gestoßen ist – an den Punkt, an dem er dachte: „Ich kann nicht mehr! Ich bin am Ende meiner Kräfte!"
All das nimmt ein Spitzensportler auf sich, weil er ein Ziel vor Augen hat (Phil 3:14). Deshalb sieht er seinen Trainer nicht als Gegner, sondern als jemanden, der ihm hilft, dieses Ziel zu erreichen.
Ein Meister seiner Disziplin ist oft auch ein idealer Trainer, weil er die notwendige Erfahrung mitbringt. Der größte Meister und beste „Trainer" aller Zeiten ist Jesus Christus (Hebr 12:2). Trotzdem neigen wir Christen dazu, sein „Trainingsprogramm" und seine „Disziplinierung" zu verachten oder abzulehnen. Warum eigentlich?
So wie ein Sportler seinem Trainer vertraut, weil er das Ziel – den Sieg – vor Augen hat, dürfen auch wir uns dem „Trainingsprogramm" Jesu anvertrauen (Hebr 12:1). Doch unser Ziel ist weit größer: der Siegeskranz der Gerechtigkeit, der uns von Gott selbst verliehen wird (2Tim 4:8 / 1Kor 9:25).
Oder vertrauen wir Jesus nicht, weil wir daran zweifeln, dass er es gut mit uns meint? Vielleicht haben wir Angst, dass er uns überfordert, weil er selbst so überragend gut ist? Sehen wir in ihm einen „Zuchtmeister", der mit unserer „Leistung" sowieso nie zufrieden sein wird? Oder spüren wir intuitiv, dass wir zu schwach sind, um die vorgegebenen Ziele jemals zu erreichen? Ja, es stimmt, dass unsere eigene Kraft nicht ausreicht. Doch wenn wir lernen, uns ihm in allen Lebenslagen anzuvertrauen, machen wir eine Erfahrung, die wir vielleicht noch nie zuvor gemacht haben: Er selbst bewirkt in uns das Wollen und Vollbringen des Guten (Phil 2:13)!
Selbst schwache, ungebildete und unbegabte Menschen werden durch das Vertrauen auf Jesus zu „Siegern", weil sie ein Teil am Leib des wahren „Weltmeisters" sein dürfen (1Kor 12:27).
Die Elberfelder Bibel übersetzt Sprüche 3:11-12 auf eine Weise, die heute kaum mehr vorgelesen wird:
„Die Zucht des HERRN, mein Sohn, verwirf nicht, und lass dich nicht verdrießen seine Mahnung! Denn wen der HERR liebt, den züchtigt er, wie ein Vater den Sohn, den er gern hat."
Wenn dir der Weg, den Gott zur Erziehung wählt, nicht gefällt, dann denke daran, dass er dich liebt wie einen Sohn (1Jo 3:1). Er meint es gut mit dir – auch dann, wenn er dich schmerzhafte Wege führt. Wachse im Vertrauen auf Jesus, damit er in dir alles bewirken kann und du in ihm und mit ihm zum Sieger und Überwinder wirst. So wirst auch du den Siegeskranz der Gerechtigkeit erhalten, den alle bekommen, die das Erscheinen von Jesus lieben (2Tim 4:8).
Jesus lehrte mit so viel Autorität und Vollmacht, weil er bereit war, das Erziehungs- und Trainingsprogramm seines Vaters zu durchlaufen (Hebr 5:8). Dieses wird im Markusevangelium kurz erwähnt:
„Und eine Stimme kam aus den Himmeln: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden." Danach heißt es weiter:
„Und sogleich treibt ihn der Geist in die Wüste hinaus. Und er war vierzig Tage in der Wüste (wo er hungerte) und wurde von dem Satan versucht; und er war unter den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm."
Du darfst zutiefst wissen: Ja, das Trainingsprogramm von Jesus ist herausfordernd, aber er überfordert dich nicht (1Kor 10:13). Wachse im Vertrauen auf Jesus, damit er in dir alles bewirken kann. Das kannst du, indem du regelmäßig mit ihm im Gebet sprichst (1Thess 5:17), seine Worte studierst und mit anderen Christen darüber nachdenkst. Wenn du kleine Schritte im Glauben gehst, wirst du sehen, wie er dir immer mehr Kraft schenkt und dich in seiner Liebe wachsen lässt.
Mittwoch, 8. Januar 2025
Gott, mein Herz ist bereit, ich will singen und spielen. Wach auf, meine Seele!
Psalm 108,2
Der Gelähmte sprang auf, konnte stehen und gehen und ging mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott.
Apostelgeschichte 3,8
Von Gott Aufgerichtete geben ihm die Ehre
Ein festes und bereites Herz sowie innere Standhaftigkeit sind immer ein Geschenk Gottes (Ps 51:12). Viele kennen das Gefühl, plötzlich den Halt im Leben zu verlieren. Unerwartet können leistungsfähige, aktive und begabte Personen mit einem Burnout kämpfen und sich wie gelähmt fühlen. Andere werden von Zweifeln oder tiefer Unsicherheit überwältigt. Manche geraten in eine Depression (Ps 42:6).
Auch König David machte solche Erfahrungen. Er litt unter Einsamkeit, Verfolgung und tiefster Verzweiflung (Ps 69:21). Besonders eindringlich schildert er seinen Zustand in Psalm 22, als er ausrief: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" (Ps 22:2) Über sein Herz schrieb er dort in Vers 15: „… wie Wachs ist mein Herz geworden, zerschmolzen in meinem Inneren."
Dieser Zustand steht in starkem Kontrast zu dem heutigen Losungstext, in dem David sagt, sein Herz sei bereit und gefestigt. Diese innere Stabilität und Entschlossenheit hat Gott, der Herr, ihm geschenkt (Ps 138:3). Aus Dankbarkeit wollte David Gott mit Liedern und Psalmen preisen.
Das Ende des Verses wird meist übersetzt mit: „Wach auf, meine Seele!" Im hebräischen Grundtext finden sich jedoch weder das Wort „wachen" noch „Seele". Wörtlich steht dort: „auch/sogar meine Ehre/Herrlichkeit." Eine mögliche Deutung lautet: „Meine mir geschenkte Herrlichkeit möchte ich dazu verwenden, Gott zu loben und zu preisen!" (1Petr 4:10-11) Jeder lobt Gott mit den Gaben, die ihm gegeben wurden (Röm 12:6). Bei Musikern und Sängern ist das naheliegend (Ps 150:3-5). Doch Gott kann mit jeder Gnadengabe gelobt werden, indem man ihm in allem die Ehre gibt (1Kor 10:31).
Der Mann aus Apostelgeschichte 3 war von Geburt an gelähmt. Täglich wurde er zum Tempel gebracht, um dort Almosen zu erbitten (Apg 3:2). Wie viele Jahre oder Jahrzehnte er dort bettelte, wissen wir nicht. Sicher ist jedoch, dass dies seine einzige Überlebensmöglichkeit war. Ab Vers 3 lesen wir:
„Als dieser Petrus und Johannes sah, wie sie in den Tempel eintreten wollten, bat er, ein Almosen zu erhalten. Petrus aber mit Johannes blickte fest auf ihn hin und sprach: Sieh uns an! Er aber gab acht auf sie, in der Erwartung, etwas von ihnen zu empfangen. Petrus aber sprach: Silber und Gold besitze ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers: Geh umher! Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Sofort aber wurden seine Füße und seine Knöchel stark, er sprang auf, konnte stehen und ging umher."
Zum ersten Mal in seinem Leben konnte dieser Mann gehen. Wie überwältigend muss das gewesen sein! Gott hatte ihn aufgerichtet und gestärkt (Ps 146:8). Er wurde von der Last seines Gebrechens befreit und erhielt das Geschenk gesunder Beine. Für ihn war das „Herrlichkeit pur!" Aus dieser Freude heraus lobte er Gott und gab ihm die Ehre.
Vielleicht fühlst du dich selbst in einem Bereich deines Lebens wie gelähmt. Dann darfst du wissen: „Es kommt der Tag, an dem du geheilt wirst und voller Freude Gott loben wirst!" (Jes 35:6) Wenn du das glauben kannst, kannst du dich schon jetzt darauf freuen!
Donnerstag, 9. Januar 2025
Gedenke des ganzen Weges, den dich der HERR, dein Gott, geleitet hat diese vierzig Jahre in der Wüste, auf dass er dich demütigte und versuchte, damit kundwürde, was in deinem Herzen wäre.
5.Mose 8,2
Und alsbald trieb der Geist Jesus in die Wüste; und er war in der Wüste vierzig Tage und wurde versucht von dem Satan und war bei den Tieren, und die Engel dienten ihm.
Markus 1,12-13
Versucht Gott uns? Und warum demütigt er uns?
Der heutige Losungstext hinterlässt vielleicht einen etwas schalen Nachgeschmack. Prediger des Evangeliums betonen oft, dass Gott ein unendlich liebender Vater ist (1Joh 4:16), der gerne vergibt und voller Gnade und Barmherzigkeit handelt (Ps 103:8). Das ist absolut wahr (Joh 14:6) und darum kann uns die Aussage aus 5. Mose 8:2 zunächst irritieren. In der Bibel wird Satan als der große Versucher beschrieben (Mt 4:3), daher fühlt es sich merkwürdig an, wenn es heißt, dass der HERR sein Volk in der Wüste demütigte und versuchte.
Vielleicht erinnert uns diese Stelle auch an eine Aussage aus dem Jakobusbrief:
"Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht. Denn Gott kann nicht versucht werden vom Bösen, er selbst aber versucht niemand." (Jak 1:13, ELB)
Dieser Vers scheint dem heutigen Losungstext zu widersprechen. Daher stellt sich die berechtigte Frage: "Versucht Gott uns oder nicht?" Wie war es beispielsweise, als Gott Abraham prüfte und von ihm verlangte, seinen Sohn zu opfern (1Mo 22:1-2)? Wollte Gott damit den Glauben Abrahams testen?
Das sind schwierige Fragen, die sich nicht leicht in Einklang bringen lassen.
Wenn Gott jemanden prüft oder eine Versuchung durch Satan zulässt (Hi 1:12), dann nicht, weil er selbst etwas herausfinden müsste. Vielmehr verfolgt er dabei einen höheren Zweck (Röm 8:28), der oft erst im Rückblick deutlich wird.
Wie kann man die Stelle aus dem Jakobusbrief dann richtig verstehen? Die Elberfelder Übersetzung gibt den Grundtext präzise wieder, doch die Neue Genfer Übersetzung (NGÜ) bringt den Sinn der Aussage klarer zum Ausdruck:
"Doch wenn jemand in Versuchung gerät, Böses zu tun, soll er nicht sagen: Es ist Gott, der mich in Versuchung führt! Denn so wenig Gott selbst zu etwas Bösem verführt werden kann, so wenig verführt er seinerseits jemand dazu."
Gott verführt niemals zum Bösen (1Jo 1:5). Wenn er prüft, dann nicht, um für sich selbst etwas herauszufinden, sondern um etwas sichtbar zu machen – sei es für die Person selbst, für andere Menschen oder für Engel.
Die Prüfung Abrahams offenbarte den Engeln die Tiefe seines Vertrauens und stärkte zugleich seinen Glauben (Hebr 11:17-19). Als Gott das Volk Israel in der Wüste demütigte und "versuchte", zeigte er ihnen, was in ihren Herzen war. Er offenbarte ihren mangelnden Glauben, der in der Wüste – bis auf wenige Ausnahmen – leider nicht gewachsen ist. Diese Selbsterkenntnis legte jedoch die Grundlage für einen wichtigen Wachstumsprozess.
Gott ließ auch zu, dass Satan Petrus dreimal in die Versuchung führte, Jesus zu verleugnen (Lk 22:31-32). Dadurch erkannte Petrus, dass er aus eigener Kraft nicht in der Lage war, seinem Herrn treu zu bleiben – trotz seiner vorherigen Überzeugung. Diese Erfahrung machte ihn demütig und zeigte ihm, dass er allein durch Gottes Kraft bis in den Tod treu bleiben konnte.
Im Gegensatz zu allen anderen Menschen konnte Jesus jeder Versuchung Satans widerstehen (Hebr 4:15). In der Versuchung in der Wüste offenbarte sich Jesus als der wahrhaftige Sohn Gottes. Diese Prüfung bereitete ihn auf den ultimativen Kampf in Gethsemane und am Kreuz vor. Durch seinen Sieg nahm er dem Tod die Macht (Hebr 2:14) und schenkte uns neues Leben. Dafür gebührt ihm alle Ehre, aller Dank und unsere Anbetung in Ewigkeit!
Freitag, 10. Januar 2025
Der HERR spricht: Möge doch ihr Herz so bleiben, dass sie mich allezeit fürchten und meine Gebote halten, damit es ihnen und ihren Kindern gut geht, für immer!
5.Mose 5,29
Ein neues Gebot gebe ich euch: dass ihr einander liebt. Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: Wenn ihr bei euch der Liebe Raum gebt.
Johannes 13,34-35
Unter Zwang oder aus tiefster Überzeugung?
Einer der schönsten Momente in der Kindererziehung ist der Punkt, an dem die eigenen Kinder das Gute und Richtige nicht nur deshalb tun, weil sie die Strafe der Eltern fürchten, sondern weil sie selbst davon überzeugt sind, dass es gut und richtig ist (Spr 22:6). Bei meinen Kindern war dies etwa im Alter von 17 bis 18 Jahren. Diese Entwicklung machte sie zu einem Gegenüber, mit dem man sich auf „Augenhöhe" unterhalten konnte. Natürlich hatten sie noch nicht die gleiche Lebenserfahrung wie ich, aber sie begegneten anderen Menschen mit Respekt und Anstand, ohne dass ich sie dazu ermahnen musste. Das ist im Grunde der eigentliche Unterschied zwischen Unmündigkeit und Mündigkeit.
In der geistlichen Entwicklung von Gotteskindern ist es ganz ähnlich (1Kor 3:1-2). Zu Beginn ihres Glaubenslebens fragen sich viele: „Darf ich dies oder jenes tun, ohne von Gott bestraft zu werden?" Die Gottesfurcht hält sie dann davon ab, zu lügen, zu betrügen oder ihrem Nächsten etwas Böses anzutun. Die Angst vor einer möglichen Strafe bewirkt, dass sie die Gebote Gottes mehr oder weniger einhalten. Das ist zwar wesentlich besser, als wenn völlige Gesetzlosigkeit vorherrschen würde, doch es zeigt auch, dass diese Christen geistlich noch nicht mündig geworden sind. Geistliche Mündigkeit zeigt sich unter anderem daran, dass man das Gute und Vollkommene von ganzem Herzen will – unabhängig davon, ob es dafür ein Gesetz gibt oder nicht (Röm 8:14).
Von geistlicher Mündigkeit konnte beim Volk Israel in der Wüste noch keine Rede sein. Es war schon gut, wenn sie Gott so sehr fürchteten, dass sie sich wenigstens aus Angst bemühten, die Gebote Gottes einzuhalten, anstatt in Gesetzlosigkeit zu versinken (5Mo 4:10). Danach sehnte sich Gott zunächst, wie wir aus dem Losungstext erkennen können. Nicht weil dies sein letztes Ziel war, sondern weil es die Grundlage für den nächsten Entwicklungsprozess bildete. Wer sich nämlich bemüht, die Gebote Gottes möglichst genau einzuhalten, erkennt früher oder später, dass er dazu gar nicht in der Lage ist. Er merkt, dass ihm noch etwas fehlt, und diese Erkenntnis bildet unter anderem die Grundlage dafür, sich von der Liebe Gottes beschenken und füllen zu lassen (Röm 7:7-25).
Als die Israeliten am Sinai die furchterregende Stimme Gottes hörten, baten sie darum, diese Stimme nicht mehr hören zu müssen, weil sie um ihr Leben bangten. Gott sagte daraufhin zu Mose die erstaunlichen Worte: „Ich habe die Stimme der Worte dieses Volkes gehört, die sie zu dir geredet haben. Sie haben recht geredet mit allem, was sie gesagt haben." (5Mo 5:28)
Gott wusste von Anfang an, dass es etwas noch viel Besseres gab als sein mächtiges und furchterregendes Reden am Berg Sinai. Das Bessere war, dass sein Sohn Mensch wurde, um uns so seine Liebe zu offenbaren (Joh 1:14). Damit wollen wir freiwillig und aus tiefster Überzeugung lieben – und nicht, weil wir es müssen! Die geoffenbarte Liebe Jesu Christi verändert uns zu mündigen und liebenden Christen, die nicht mehr aus Berechnung und Angst handeln (1Joh 4:18). Das zeigt sich im Alltag: Wenn wir geduldig mit anderen umgehen, selbst wenn wir im Stress sind. Oder wenn wir vergeben, wo es schwerfällt, und Menschen ermutigen, anstatt zu kritisieren. Solche Taten sind Ausdruck der Liebe Jesu, die durch uns wirkt. Eine Gemeinschaft voller Liebe und Respekt ist das beste Zeugnis nach außen. Denn daran wird jeder erkennen, dass wir Jünger bzw. Schüler Jesu sind!
Samstag, 11. Januar 2025
Ich will mit ihnen einen Bund des Friedens schließen, der soll ein ewiger Bund mit ihnen sein.
Hesekiel 37,26
Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt.
Offenbarung 1,4
Ein Bund des Friedens
Wenn ein jüdisches Paar heiratet, wird am Ende der Hochzeitszeremonie oft ein Glas zertreten. Diese Handlung hat eine symbolische Bedeutung und erinnert an die Zerbrechlichkeit der Ehe. Wie ein Glas sorgfältig behandelt werden muss, so sollte auch die Ehe mit liebevoller Fürsorge gepflegt werden, da sie sonst zerbrechen kann.
Dieses Ritual erinnert aber auch an die Zerstörung des Ersten und Zweiten Tempels in Jerusalem. Der Tempel war der Ort, an dem die Verbundenheit mit Gott gepflegt wurde. Diese Beziehung wurde durch das treulose Verhalten Israels zerstört (Jer 2:13). Doch da Gott nicht untreu werden kann (2Tim 2:13), „fand" er eine neue Möglichkeit, diese Beziehung wiederherzustellen.
Zwischen einem Ehebund und den Bündnissen, die Gott mit den Menschen schloss, besteht ein bedeutsamer Zusammenhang (Eph 5:31-32).
Die wörtliche Übersetzung des Losungstextes lautet: „Ich schneide mit ihnen einen Bund des Friedens …" Dieser Ausdruck entstammt einem antiken Ritual, bei dem die Bündnispartner Opfertiere zerteilten und diese so anordneten, dass ein Weg zwischen den Hälften entstand. Anschließend gingen die Bündnispartner zwischen den geteilten Tierhälften hindurch. Dies war ein symbolischer Akt, der ausdrückte:
„Sollte ich den Bund brechen, möge mir das Gleiche geschehen wie diesen geteilten Tieren." (Mehr dazu siehe hier!)
Das „Schneiden eines Bundes" war also eine blutige und sehr ernsthafte Handlung, und das Brechen eines Bundes hatte schwerwiegende Folgen (1Mo 15:9-18).
Am Berg Sinai, in der Wüste, schloss der HERR mit seinem Volk einen Bund, der mit einem Ehebund vergleichbar ist (2Mo 19:5-6). Das Gesetz, das Gott ihnen dabei gab, war wie ein Ehevertrag. Dieser Bund war gut und löste einen entscheidenden Lern- und Entwicklungsprozess aus. Doch dieser Bund konnte die Menschen nicht vollkommen machen. Deshalb kündigte Gott durch Jeremia einen neuen Bund an (Jer 31:31-34) – einen Bund, der die Menschen von innen her grundlegend erneuert und sie an das vollkommene Ziel führen wird.
Der Schreiber des Hebräerbriefs macht in Kapitel 8-9 darauf aufmerksam, dass der „Sinai-Bund" nicht tadellos war (Hebr 8:7). Damit ist gemeint, dass er nicht in der Lage war, die Menschen so zu verändern, dass sie göttlich lieben lernten. Daher musste ein neuer Bund geschlossen werden, der einen ewigen Frieden ermöglicht. Diesen neuen Bund setzte Jesus Christus beim Herrenmahl ein (Lk 22:20). Damit dieser neue Bund rechtskräftig werden konnte, musste zuvor der alte Bund aufgelöst werden.
Das wiederum konnte nur geschehen, indem sich das „Lamm Gottes" am Kreuz zerteilen bzw. zerschneiden ließ (Joh 1:29). Seine Seele wurde in den Tod ausgeschüttet (Jes 53:12), damit alle „Todgeweihten" göttliches Leben empfangen konnten, und sein Geist kehrte zu Gott zurück (Lk 23:46).
Das war die größte „Kernspaltung" der Weltgeschichte, bei der die Liebe so viel Energie freisetzte, dass sie die universelle Kraft des Todes für immer besiegte (Hld 8:6 / 1Kor 15:54-55).
Das alles war die Grundlage für den ewigen Bund des Friedens (Hebr 13:20). Wer kann diese unbeschreibliche Gnade fassen?
Sonntag, 12. Januar 2025
Hass erregt Hader; aber Liebe deckt alle Übertretungen zu.
Sprüche 10,12
Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden. Ihr Lieben, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben.
1.Johannes 4,10-11
Hassen oder Lieben?
Ich kann mich nicht erinnern, jemals einem Menschen begegnet zu sein, der sich gewünscht hätte, von anderen gehasst zu werden. Es gibt sicherlich einige, die gefürchtet werden wollen – aber ob sie tatsächlich gehasst werden möchten, wage ich stark zu bezweifeln. Was ich jedoch immer wieder feststellen konnte, ist, dass praktisch jeder geliebt werden möchte. Selbst bei Menschen, die wir als rücksichtslos, verachtend oder böse einstufen, spüre ich oft einen (vielleicht unbewussten) „Schrei nach Liebe". Auch ein kriminelles Gangmitglied sucht die Anerkennung und Wertschätzung seiner „Kameraden", indem es sie beeindrucken will. Das Problem dabei ist: Es sucht die Liebe am falschen Ort, mit falschen Mitteln und einem destruktiven Handeln (Jes 55:6).
Obwohl wir alle geliebt werden wollen und kaum jemand danach strebt, gehasst zu werden, sind wir Menschen dennoch anfällig für Hass. Obwohl wir es lieben, in freundliche Gesichter zu schauen, haben dämonische Fratzen und hässliche „Aliens" Hochkonjunktur. Warum eigentlich?
Hass entsteht meist aus tiefer Verbitterung, die fast immer auf schmerzhafte Verletzungen zurückgeht (Hebr 12:15). Manchmal werden wir so stark verletzt, dass wir uns nahezu machtlos fühlen, während uns die Verbitterung überwältigt – besonders dann, wenn wir noch stolz und hochmütig sind. Wenn die Bitterkeit ein gewisses Maß erreicht, beginnt sie, unser Denken in Hass zu verwandeln. Dieser führt zu Streit und weiteren, noch tiefer gehenden Verletzungen. Hass ist eine Versuchung Satans, der uns Menschen in finstere Gestalten verwandeln will. Er versucht, uns auf die Seite des Bösen zu ziehen (1Petr 5:8).
Warum beschreibe ich ein solch düsteres Thema, wenn es doch heute um die Liebe geht? Weil es uns hilft, das böse Verhalten von Menschen – die eigentlich geliebt werden wollen – besser zu verstehen! Wer andere besser versteht und zugleich die Liebe Gottes erfahren hat, ist auch fähiger, selbst zu lieben (1Joh 4:19).
Neben Jesus wurde ein Schwerverbrecher gekreuzigt. Vermutlich war er kein „einfacher Dieb", sondern eher ein „brutaler Mörder". Und dennoch hat Jesus auch diesen Menschen geliebt. Als dieser seine Hoffnung auf Jesus setzte, hat Jesus seine Sünden vor Gott zugedeckt, sodass dieser „große Sünder" gemeinsam mit ihm ins Paradies durfte. Das ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie die Liebe siegt (Lk 23:43)!
Wer aus Liebe Übertretungen zudeckt, rechnet der betreffenden Person das Böse nicht an (1Kor 13:5). Das bedeutet nicht, dass man das Böse „schönredet" oder rechtfertigt, sondern dass man das Böse von der „bösen Person" trennt. So wird es möglich, das Böse zu hassen und gleichzeitig die Person zu lieben, die sich hinter der Bosheit verbirgt (Röm 12:9). Aus Liebe zu uns hat Gott in Christus die Sünde der Welt beseitigt und sie damit zugedeckt! Deshalb schreibt Paulus in 2Kor 5:18-19:
„Alles aber von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Christus und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat: wie denn Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, indem er ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnete und in uns das Wort von der Versöhnung gelegt hat."
Weil Gott uns so sehr liebt, dürfen auch wir einander lieben – trotz all unserer Fehler und Schwächen (1Joh 4:11)!
Montag, 13. Januar 2025
Halte meine Augen davon ab, nach Nichtigem zu schauen.
Psalm 119,37
Dein Auge ist das Licht des Leibes. Wenn dein Auge lauter ist, so ist dein ganzer Leib licht; wenn es aber böse ist, so ist auch dein Leib finster.
Lukas 11,34
Das richtige Anschauen
Wenn ich mit einer digitalen Kamera in die absolute Finsternis gehen und dort ein Foto machen würde (ohne Bildrauschen), dann würde im Speicher für jeden Pixel eine dreifache „0" abgespeichert, weil bei „Schwarz" alle drei Farbkanäle (Rot, Grün, Blau) auf Null „gestellt" würden. Die Informationen auf dem Speicher wären also absolut leer und ohne Aussagekraft – das pure Gegenteil von anschaulicher Kreativität.
Dies wird zu einer Metapher für das Auge, das sich auf das Finstere und Böse richtet (Mt 6:23). Dadurch wird das Gedächtnis und schließlich auch das menschliche Herz mit Nichtigem gefüllt. Der Psalmist erkannte für sich die geistliche Gefahr, die darin liegt, auf Nichtiges zu schauen (siehe auch Ps 101:3). Ihm wurde bewusst, dass er Gottes aktives Eingreifen braucht, um seine Augen von Nichtigem (שָׁוְא, schaw) abzuwenden. Das hebräische Wort schaw wird in der Bibel oft auch für das Falsche, Wertlose, den Götzendienst und die Lüge verwendet. Der Psalmist bittet also darum, vor der Faszination des Wertlosen bewahrt zu werden.
In den Augen Gottes ist vor allem das wertlos, was keinen Bestand hat und somit auch keinen Ewigkeitswert besitzt (1Kor 3:13). Letztendlich haben nur die Dinge einen Ewigkeitswert, die aus der göttlichen Liebe entspringen. Der Götzendienst hingegen ist das genaue Gegenteil davon. Warum? Weil der Götze ein selbst hergestelltes „Produkt" ist, auf das man sein Vertrauen setzt (Jes 44:9-20). Obwohl es auch heute noch Menschen gibt, die ihr Vertrauen auf eine selbstgemachte Figur oder ein Maskottchen setzen, sehen die heutigen Götzen meist anders aus: Heute setzt man sein Vertrauen auf Idole, sterbliche Menschen, die Technik oder auf eigene Vorkehrungen. Das sind die Götzen der Moderne. Manche setzen ihr Vertrauen auf irgendwelche geistigen Mächte, die jedoch ebenfalls von Gott erschaffen worden sind und – im Gegensatz zu Jesus Christus – nicht bewiesen haben, dass sie uns bedingungslos bis zur völligen Hingabe lieben. Im Gegensatz zu Gott und unserem Herrn Jesus Christus haben alle Götzen keinen Bestand; sie werden sich wie Rauch verflüchtigen (Jes 41:29).
Darum ist es entscheidend, worauf wir unsere Augen richten (Hebr 12:2). Vielleicht haben wir uns schon einmal gefragt, warum die Engel in der Bibel manchmal mit einem weiß leuchtenden Leib beschrieben werden (Mt 28:3). Die Antwort lautet: Sie haben von Gott einen geistlichen, metaphysischen Leib erhalten. Vielleicht könnte man auch sagen, dass sie gerade deshalb leuchten, weil sie das Angesicht Gottes schauen. Das verdeutlicht ebenfalls, was es bedeutet, wenn Jesus sagt, dass das Auge das Licht des Leibes ist.
Was aber ist ein „lauteres Auge"? Manche Übersetzer geben das griechische Wort haplus mit „einfältig", „unzerteilt", „einfach" oder „ungeteilt" wieder. Mit dieser Aussage motiviert Jesus seine Zuhörer zu einer klaren, ungeteilten Ausrichtung auf Gott (Mt 6:22). Was wir betrachten, prägt unser Herz – richten wir unsere Augen daher bewusst auf das, was von ewigem Wert ist. Das ist letztendlich die Bestimmung von uns Menschen*, und nur so wird unser ganzes Wesen licht sein. In vielleicht nicht allzu ferner Zukunft werden auch die Leiber der gestorbenen Gläubigen auferstehen und so verwandelt werden, dass sie von Gott einen geistlichen, hell leuchtenden Leib erhalten (1Kor 15:42-44). Das gehört ebenfalls zu unserer Bestimmung.
- Das griechische Wort anthropos (ἄνθρωπος = Mensch) stammt aus dem Altgriechischen und setzt sich aus zwei Teilen zusammen: ano (ἄνω), was „aufwärts" oder „nach oben" bedeutet, und tropos (τρόπος), was „wenden" oder „drehen" bedeutet. Zusammen ergibt sich die Bedeutung „der nach oben Blickende" oder „der Aufwärtsschauende". Diese etymologische Wurzel unterstreicht die besondere Fähigkeit des Menschen, seinen Blick nach oben zu richten – sowohl physisch als auch im übertragenen, geistlichen Sinne (Ps 121:1). Diese sprachliche Herkunft zeigt, dass der Mensch von seiner grundlegenden Natur her dazu geschaffen wurde, seinen Blick nach oben zu Gott zu richten. Wenn wir stattdessen unseren Blick auf Nichtiges richten, verfehlen wir einen wesentlichen Teil unserer gottgegebenen Bestimmung.
Dienstag, 14. Januar 2025
Wer sich des Armen erbarmt, der ehrt Gott.
Sprüche 14,31
Jesus sprach zu dem jungen Mann: Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach!
Matthäus 19,21
Praktische Liebe ehrt Gott
Das heutige Losungswort aus den Sprüchen macht deutlich: "Wie wir mit den Schwächsten unserer Gesellschaft umgehen, hat direkte Auswirkungen auf unsere Beziehung zu Gott." (Jak 2:14-17)
Die hebräische Bezeichnung für das Buch der Sprüche lautet mishle und stammt von mashal, was als "Spruch", "Sprichwort" oder "Gleichnis" übersetzt werden kann. Dieses Wort hat auch die Grundbedeutung des „Vergleichens". Im Buch der Sprüche werden zahlreiche Dinge miteinander verglichen oder gegenübergestellt. So auch im heutigen Losungstext. Der ganze Vers von Spr 14:31 lautet in der Elberfelder Übersetzung:
„Wer den Geringen unterdrückt (oder erpressend schmäht), verhöhnt den, der ihn gemacht hat; aber ihn ehrt, wer sich über den Armen erbarmt."
Diese Gegenüberstellung bringt viele Aspekte zum Vorschein:
- Gott identifiziert und solidarisiert sich mit den Armen (Mt 25:40).
- Wer den Schwachen geringschätzt, verachtet auch Gott (Spr 17:5).
- Wer den Elenden unterdrückt, macht sich den Allmächtigen zum Gegner (Jak 5:4).
- Wer dem Bedürftigen mit Gnade begegnet, verherrlicht Gott (Spr 19:17).
- Wer dem Hilflosen Barmherzigkeit schenkt, ehrt Gott (1Jo 3:17).
Unser Umgang mit den Unterlegenen und Schwachen hat also viel mehr mit Gott zu tun, als wir vielleicht vermuten. Ob ich Gott liebe, ehre und ihm vertraue, zeigt sich unter anderem auch daran, wie ich mit den Menschen am „Rand der Gesellschaft" umgehe (1Joh 4:20).
Zur Zeit Jesu hielten die Pharisäer viele kleinere Gebote Gottes sehr genau ein. Gleichzeitig verachteten sie die „sündigen Zöllner" und behandelten die Armen unbarmherzig. Zu ihnen sagte Jesus:
„Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr zahlt den Zehnten von Gartenminze, Dill und Kümmel und habt dabei das Schwerwiegende des Gesetzes außer Acht gelassen: das Recht schaffende Gericht, das liebende Erbarmen und den vertrauenden Glauben. Dieses hätte man tun und jenes nicht lassen sollen." (Mt 23:23 – HSN)
Der reiche junge Mann aus Mt 19:16-21 führte ein vorbildliches Leben. Gemäß seiner Selbsteinschätzung hielt er die Gebote der Nächstenliebe. Trotzdem spürte er, dass ihm etwas fehlte, und fragte Jesus:
„Lehrer, was soll ich Gutes tun, damit ich ewiges Leben habe?"
Darauf antwortete Jesus:
„Wenn du vollkommen sein willst, so geh hin, verkaufe deine Habe und gib den Erlös den Armen! Und du wirst einen Schatz in den Himmeln haben. Und komm, folge mir nach!"
Vollkommen-Sein bedeutet hier nicht „moralische Perfektion", sondern ein „Vollendet-Sein", bei dem das göttliche Ziel erreicht ist. Dieses Ziel umfasst die vollkommene Liebe zu Gott und zum Nächsten (Mt 22:37-40).
Der reiche Mann war äußerst begabt und vorbildlich. Er war in fast jeder Hinsicht überdurchschnittlich gut und dachte, er könne das göttliche Ziel aus eigener Kraft erreichen. Als Jesus ihm jedoch sagte, was zu tun sei, wurde ihm schnell klar, dass er dazu nicht in der Lage war. Seine Liebe zu Gott und zum Nächsten war zu gering, um vollkommen zu werden.
Deshalb kann ein Mensch erst dann vollkommen werden, wenn er mit der Liebe Gottes erfüllt ist (1Joh 4:19). Nur so wird es möglich, alles loszulassen, dem Herrn nachzufolgen und sich ihm ganz hinzugeben. Wir erreichen das Ziel nicht durch Begabung oder Vorbildlichkeit, sondern allein durch die uns geschenkte Liebe Gottes! (Röm 5:5)
Mittwoch, 15. Januar 2025
Du sollst nicht ehebrechen.
2.Mose 20,14
Der Mann soll seine Frau nicht vernachlässigen, ebenso nicht die Frau ihren Mann.
1.Korinther 7,3
Ehe - Glück oder Herausforderung?
Die Ehe ist für viele ein großes Glück! Sie kann zu einer Quelle tiefer Freude und Erfüllung werden, wenn beide Partner sich aufeinander einlassen und gemeinsam wachsen (Pred 4:9-10). Es gibt Paare, die ihre Beziehung – je länger sie dauert – als wertvoller empfinden als Wohlstand und Erfolg. Doch die Ehe stellt auch hohe Anforderungen an Liebe, Geduld und Hingabe.
Eine ehrliche Bilanz
In der Schweiz werden 40% der Ehen geschieden, in Deutschland 35,7% und in Portugal sogar 70%. Gleichzeitig zeigen Studien, dass viele Paare, die sich nicht scheiden lassen, ebenfalls mit großen Herausforderungen konfrontiert werden. Manche arrangieren sich, leben aber eher neben- statt miteinander. Andere bleiben aus Überzeugung oder anderen Gründen zusammen, obwohl sie unglücklich sind.
Warum scheitern Ehen? Oft ist es eine Mischung aus überhöhten Erwartungen, mangelnder Kommunikation und Egoismus (Phil 2:3-4). In manchen Fällen steht eine schwierige Persönlichkeit, wie etwa ein ausgeprägter Narzissmus, einer harmonischen Beziehung im Weg. Ohne eine grundlegende Veränderung des Narzissten führt dies entweder zu einer Trennung oder zu einem „lebenslangen Martyrium". Doch selbst in weniger extremen Fällen können kleine Missverständnisse oder das Fehlen gemeinsamer Ziele eine Beziehung belasten.
Ehebruch – ein Symptom tieferer Probleme
Der Ehebruch wird in unserer Gesellschaft oft als Kavaliersdelikt betrachtet. Doch das Missachten der Treue ist selten der Beginn der Probleme, sondern häufig ein Symptom tiefer liegender Konflikte. Gerade in der Ehe ist es entscheidend, dass beide Partner ihre Bedürfnisse ehrlich kommunizieren und einander wertschätzen.
Die Ehe – Gottes großartiger Plan
Die Ehe ist eine wunderbare Erfindung Gottes (1Mo 2:24). Wenn sie im Sinne seiner Liebe gelebt wird, kann sie zu einer Quelle tiefen Glücks werden. In einer harmonischen Ehe teilen wir Freude und verdoppeln sie dadurch, während geteiltes Leid erträglicher wird.
Die Bibel beschreibt die Ehe als einen Raum, in dem wir bedingungslos lieben lernen können. Sowohl der ledige Paulus als auch der verheiratete Petrus betonen, wie wichtig eine hingebende Liebe in der Ehe ist (Eph 5:25 / 1Petr 3:1-7). Dies geschieht unter anderem dadurch, dass Männer ihre Frauen so sehr lieben, wie Christus die Gemeinde geliebt hat, indem er sich selbst für sie hingab. Diese Liebe umfasst auch Wertschätzung und all das, was Paulus in 1Kor 13 beschreibt. Gelingt es einem Mann, so zu lieben, hat er eine „glückselige Frau", die ihn ebenfalls liebt und ihm großen Respekt zollt (Eph 5:33).
Praktische Schritte zu einer erfüllten Ehe
Damit die Ehe gelingen kann, braucht sie Pflege und Aufmerksamkeit. Hier einige Anregungen:
- Regelmäßige Kommunikation: Nehmt euch Zeit für Gespräche, um Wünsche, Sorgen und Freuden zu teilen (Jak 1:19).
- Gemeinsam auf Gott fokussiert: Betet gemeinsam und lasst euch auf die „Liebesprojekte Gottes" konzentrieren bzw. nach seinem Reich trachten (Mt 6:33).
- Vergebung und Geduld: Konflikte sind unvermeidbar. Entscheidend ist, wie ihr mit ihnen umgeht (Kol 3:13).
- Tägliche Wertschätzung: Kleine Gesten der Liebe und Anerkennung stärken die Beziehung.
In einer von Gottes Liebe geprägten Ehe können Partner nicht nur lernen, einander zu lieben, sondern auch anderen Liebe weiterzugeben (1.Joh 4:19). Denn letztlich geht es darum: „Sich mit der Liebe Gottes füllen lassen, damit wir lieben können!"
Donnerstag, 16. Januar 2025
Alle hoffärtigen Augen werden erniedrigt, und die stolzen Männer müssen sich beugen; der HERR aber wird allein hoch sein an jenem Tage.
Jesaja 2,11
Was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er zuschanden mache, was stark ist; und was gering ist vor der Welt und was verachtet ist, das hat Gott erwählt, was nichts ist, damit er zunichtemache, was etwas ist, auf dass sich kein Mensch vor Gott rühme.
1.Korinther 1,27-29
Selbstgefällig oder demütig?
Noch heute staunen wir darüber, wie die alten Ägypter die Große Pyramide von Gizeh gebaut haben. Sie ist ohne Zweifel ein Meisterwerk der Baukunst. Erstaunlicherweise ist sie präzise an den Himmelsrichtungen ausgerichtet – ihre Nordseite verläuft exakt von Ost nach West. Noch immer rätselt die Wissenschaft darüber, wie dieses Bauwerk erstellt wurde. Man vermutet, dass sie als Grabmal für Cheops, den ägyptischen Pharao, errichtet wurde. Ob er die Vollendung erlebte, ist unklar, doch sicher war er stolz darauf und dachte: ‚Wer ist so erhaben wie ich?' (Jes 14:13-14)
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen der Großen Pyramide von Gizeh und einer Sandburg, die ein sechsjähriges Kind gebaut hat? Für uns Menschen ist der Unterschied gewaltig – für Gott jedoch sind sie in etwa gleich! Der Sechsjährige zeigt seinem Vater voller Stolz, was er gebaut hat, und der Pharao demonstriert vor den Menschen seine überragende Macht. Doch welchen Wert hat das alles in Bezug auf die Ewigkeit? (1Kor 7:31)
Heute sind wir auf andere Dinge stolz: etwa darauf, Raketen zum Mars zu schicken und dort Raumstationen zu errichten. Doch egal, wie weit wir Menschen ‚fliegen' – unser Hochmut bleibt derselbe. Das erinnert an eine Aussage des Propheten Obadja, der durch den Geist Gottes prophezeite:
„Wenn du dein Nest auch hoch bautest wie der Adler und wenn es zwischen die Sterne gesetzt wäre: Ich werde dich von dort hinabstürzen, spricht der HERR!" (Ob 1:4)
Der technische Fortschritt entwickelt sich so rasant, dass Prof. Yuval Noah Harari auf seiner Website schreibt:
„Die Geschichte begann, als die Menschen Götter erfanden, und wird enden, wenn die Menschen zu Göttern werden." (siehe hier!)
„Ihr werdet sein wie Gott", versprach „die Schlange" bereits zu Beginn der Menschheitsgeschichte – kurz vor dem Sündenfall (1Mo 3:5). Offensichtlich lassen wir sterblichen Menschen uns immer noch auf dieselbe Weise täuschen wie damals.
Stolze, hochmütige und selbstgefällige Menschen sind uns in der Regel unsympathisch, weil diese Haltung oft mit der Verachtung anderer verbunden ist (Spr 16:5). Den eigenen Hochmut und die eigene Selbstgefälligkeit nehmen wir hingegen nicht so negativ wahr, da sie uns scheinbar ein gutes Selbstwertgefühl vermitteln.
Aus göttlicher Sicht jedoch sind Stolz und Hochmut ein Gräuel, denn sie entwerten andere Menschen und entstammen nicht der Liebe (Spr 8:13). Hochmut ist zudem zutiefst unlogisch, da alles, was wir sind und haben, ein Geschenk Gottes ist (1Kor 4:7).
Das ist einer der Gründe, warum Gott in seiner Weisheit beschlossen hat, alles Starke und Erhabene zu erniedrigen. Gleichzeitig wählt er die Schwachen und Geringen, um mit ihnen seine Heilsgeschichte zu schreiben (1Kor 1:27-28). Dieses Vorgehen zeigt die ausgleichende Gerechtigkeit Gottes: Die Privilegierten dieser Welt werden erniedrigt, während die Benachteiligten, die demütig geworden sind, von Gott erhöht werden (Lk 14:11).
In der zukünftigen Welt werden nur die von Herzen Demütigen ‚oben stehen' (Mt 5:5). Das ermutigt uns, unseren Stolz zu hinterfragen und die Haltung der Demut neu zu suchen – sowohl gegenüber Gott als auch gegenüber anderen Menschen (1Petr 5:5-6).
Freitag, 17. Januar 2025
Eines jeden Wege liegen offen vor dem HERRN.
Sprüche 5,21
Richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch ans Licht bringen wird, was im Finstern verborgen ist, und das Trachten der Herzen offenbar machen wird.
1.Korinther 4,5
Beurteilen oder verurteilen?
Vorgestern lautete das Losungswort: „Du sollst nicht ehebrechen." (2Mo 20:14) Auf den ersten Blick scheint der heutige Losungstext keinen Zusammenhang damit zu haben. Doch wenn wir den Kontext von Sprüche 5 betrachten, wird deutlich, dass gerade der Ehebruch das zentrale Thema dieses Kapitels ist. Salomo warnt die jungen Männer davor, sich auf eine fremde, verführerische Frau einzulassen (Spr 5:3-6). Besonders für junge Menschen kann die Verlockung eines „sexuellen Abenteuers" groß sein, doch Salomo macht klar: Am Ende bringt es nur Verdruss und Verderben.
Nach dieser eindringlichen Warnung folgt der Hinweis aus dem heutigen Losungstext: „Denn vor den Augen des HERRN liegen eines jeden Wege, und auf alle seine Bahnen gibt er acht" (ELB). Gerade weil der HERR den Anfang und das Ende eines jeden Lebensweges sieht (Ps 139:1-4), kann er uns zeigen, welche Auswirkungen unser Verhalten hat. Er erkennt, ob ein angestrebtes Ziel ins Unglück führt oder sich segensreich auswirkt.
Der HERR möchte, dass wir lernen, mitzudenken und uns sein Denken aneignen, indem wir über sein Wort nachsinnen (Ps 1:2). So können wir nicht nur eine Handlung, sondern auch die Motivation dahinter im Sinne Gottes beurteilen. Eine gute Unterscheidungsfähigkeit ist ein wesentlicher Aspekt der Weisheit.
Im deutschen Wort „Urteilen" steckt auch das Wort „Teilen". Dies spiegelt sich auch im Griechischen wider. Das griechische Grundwort „krino" (κρίνω) bedeutet „urteilen" oder „unterscheiden" und bezeichnet das Trennen von Gut und Böse. Der Lehrtext ermahnt uns jedoch, nicht „vor der Zeit" – bis der Herr kommt – zu richten (krino). Andererseits fordert uns Jesus auf, „gerecht" zu richten (Joh 7:24), und Paulus schreibt in 1Kor 5:12-13, dass wir diejenigen richten sollen, die innerhalb des Glaubens stehen.
Diese scheinbar gegensätzlichen Aussagen werfen die Frage auf, wie wir in Bezug auf das Urteilen richtig handeln sollen. Letztlich entscheidet der jeweilige Textzusammenhang, wie eine Aussage zu verstehen ist. Grundsätzlich gilt jedoch:
Wir sollen durchaus Verhaltensweisen oder Gesinnungen beurteilen, um richtige Entscheidungen treffen zu können (1Thess 5:21).
Es gibt jedoch einen wesentlichen Unterschied zwischen dem Beurteilen eines Verhaltens und dem Verurteilen eines Menschen. Als Saulus von Tarsus die Gläubigen verfolgte (Apg 9:1-2), hätten wir sein Verhalten zweifellos als böse verurteilen können. Doch es wäre falsch gewesen, Saulus als Mensch zu verdammen. Der Herr Jesus bekehrte ihn, und Paulus wurde ein Mann, der aus der Liebe Gottes lebte. Heute käme es uns nicht in den Sinn, diesen Mann zu verurteilen oder gar zu verdammen.
Wenn wir also auch heute mit bösem Verhalten konfrontiert werden, können wir dieses Verhalten als falsch deklarieren. Doch es steht uns nicht zu, den Menschen selbst zu verurteilen (Röm 14:4). Wir wissen nicht, was der HERR noch mit diesem Menschen vorhat – vielleicht wird auch er ein Werkzeug der Liebe Gottes!
Darum gilt: „Richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch ans Licht bringen wird, was im Finstern verborgen ist, und das Trachten der Herzen offenbar machen wird." (1Kor 4:5)
Wir alle stehen vor der Herausforderung, zwischen gerechtem Beurteilen und vorschnellem Verurteilen zu unterscheiden. Der Herr sieht nicht nur die Taten, sondern auch das Herz (1Sam 16:7). Er allein kennt den Anfang und das Ende eines jeden Weges. Darum gilt: Urteilen wir mit Weisheit, Mitgefühl und Demut – und lassen wir Gott das letzte Wort. Vielleicht wird gerade der, den wir heute nicht verstehen, morgen ein Werkzeug seiner Liebe.
Samstag, 18. Januar 2025
Du sollst heute wissen und zu Herzen nehmen, dass der HERR Gott ist oben im Himmel und unten auf Erden und sonst keiner.
5.Mose 4,39
Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe! Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus.
Philipper 4,5.7
Der HERR über alles
Ein einfacher Angestellter von Tesla weiß, wer sein oberster Arbeitgeber ist, auch wenn er ihm noch nie persönlich begegnet ist. Trotzdem ist es für ihn vorteilhaft, die Ziele und Wünsche seines Chefs zu kennen und sich danach zu richten. Es wäre unvernünftig zu sagen: „Ich bin Elon Musk noch nie begegnet, also muss ich mich auch nicht an seinen Zielvorgaben orientieren."
Doch genauso verhalten sich viele Menschen gegenüber dem HERRN, dem Schöpfer des Universums (1Mo 1:1). Was Gott, der Herrscher über Himmel und Erde, zu sagen hat, lässt sie kalt. Stattdessen widmen sie ihre Aufmerksamkeit lieber dem neuesten Klatsch oder den Schlagzeilen manipulativer Medien. Doch diese Dinge verblassen gegenüber den Worten des höchsten Gottes (Jes 40:8).
Gott ist der einzige HERR, der überall und uneingeschränkt seinen Willen ausübt (Ps 115:3). Er herrscht nicht nur auf der Erde, sondern auch im Himmel, wo mächtige Geisteswesen existieren. Doch selbst die ranghöchsten Engel – in Psalm 82 als „Götter" bezeichnet – können nichts tun, was Gott nicht erlaubt (Hi 1 & Hi 2). Dies vermag allein der HERR, der über allem steht.
Aus 5. Mose 4 und der ganzen Bibel wird deutlich, dass Gott einzigartige Dinge tut, die niemand sonst vollbringen kann (Ps 72:18). Seine Größe zeigt sich sowohl im Gewaltigen als auch im Kleinsten. Er umspannt das Universum und hatte dennoch die „Größe", sich klein zu machen. In seiner scheinbar größten Schwäche und Ohnmacht – als Mensch am Kreuz – besiegte er die mächtigste Kraft des Universums: den Tod (1.Kor 15:55-57).
An dieser Stelle möchte ich ein Zitat von Arno Backhaus weitergeben:
"Schon viele Menschen wollten Götter sein, aber nur ein Gott wollte Mensch sein!"
Dies tat Gott aus unendlicher Güte, Liebe und Freundlichkeit (Joh 3:16). Er zeigt uns, wie nahe er uns gekommen ist. Wer diese Wahrheit erkennt, kann sich von Gottes milder, sanftmütiger Freundlichkeit inspirieren lassen und sie an andere weitergeben. Der HERR ist uns nicht nur nahegekommen – er wird bald sichtbar wiederkehren und Frieden auf diese Erde bringen (Offb 1:7), nicht mehr als Mensch, sondern mit großer Macht und Herrlichkeit vom Himmel her. Zuvor werden jedoch die schweren Gerichte stattfinden, die in der Offenbarung beschrieben sind.
Diesem allmächtigen und liebenden Gott dürfen wir all unsere Sorgen und Anliegen im Gebet und mit Danksagung anvertrauen (1Petr 5:7). Dabei können wir immer mehr das Wunder erleben, wie sein Friede, der allen Verstand übersteigt, unsere Herzen und Gedanken bewahrt. Dies übertrifft jedes weltliche Glück!
Sonntag, 19. Januar 2025
Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir!
Jesaja 60,1
Unser Gott hat ein Herz voll Erbarmen. Darum kommt uns das Licht aus der Höhe zur Hilfe. Es leuchtet denen, die im Dunkel und im Schatten des Todes leben. Es lenkt unsere Füße auf den Weg des Friedens.
Lukas 1,78-79
Das gekommene und das kommende Licht
Eine Kerze braucht Wachs, eine Öllampe Öl und eine LED-Lampe Strom, um leuchten zu können. Zusätzlich müssen alle Lichtquellen entzündet oder aktiviert werden. Ohne die nötige „Energie" und ohne einen Impuls von außen können sie nicht leuchten. Doch was bedeutet es konkret, „sich aufzumachen und licht zu werden" (Jes 60:1)?
Die Prophezeiung Jesajas richtet sich an die Stadt Jerusalem, die darniederliegt. Prophetische Verheißungen gewähren uns einen Einblick in zukünftige Ereignisse. Der Losungstext enthält eine Botschaft mit vier möglichen Erfüllungen:
- Jerusalem nach dem babylonischen Exil Während des 70-jährigen babylonischen Exils lag die Stadt Gottes in Trümmern (Jer 25:11). Die „Tochter Jerusalem" war zerstört und sollte nun durch das prophetische Wort ermutigt werden, aus der „Asche" aufzuerstehen. Aber wie konnte diese Stadt licht werden? Indem sie sich dem wahren Licht zuwandte, es annahm und es reflektierte (Joh 8:12). Mit anderen Worten: Die Heimkehrer und Bewohner Jerusalems sollten sich dem HERRN zuwenden und ihn annehmen, damit sie selbst zu einem Licht für andere werden konnten – so wie ein Spiegel das Licht weiterleitet, wenn er dem Licht zugewandt ist.
- Zur Zeit des Messias Nach der Geburt von Johannes dem Täufer stimmte sein Vater Zacharias einen Lobpreis an. In diesem sprach er prophetisch über den kommenden Messias (Lk 1:67-79). Zu jener Zeit stand in Jerusalem zwar ein prächtiger Tempel, dennoch litt das Volk unter der Herrschaft von Herodes dem Großen und den Römern. Zusätzlich bedrückten die strengen Regeln der Pharisäer und Schriftgelehrten die Menschen (Mt 23:4). Trotz all dieser Umstände wusste Zacharias: Der Messias – das wahre Licht Jerusalems – war im Kommen! Wer sich damals aufrichtete, dem Messias zuwandte und ihn annahm, wurde selbst zu einem Licht für andere (Mt 5:14).
- Jerusalem in der Gegenwart Auch heute stöhnt die Stadt Jerusalem unter äußeren Bedrohungen und innerer Zerrissenheit. Wir erleben, was der Prophet Sacharja vor über 2’000 Jahren vorhergesagt hat: „Und es wird geschehen an jenem Tag, da mache ich Jerusalem zu einem Stemmstein (oder Laststein) für alle Völker; alle, die ihn hochstemmen wollen, werden sich wund reißen" (Sach 12:3). Am Ende dieses Zeitalters werden alle Nationen gegen Jerusalem ziehen, und die Not der Stadt wird groß sein. Doch die Bewohner werden auf den Messias blicken, den sie zuvor „durchstochen" haben (Sach 12:10). Wenn der HERR wiederkommt, wird das geschehen, was zwei Kapitel später angekündigt wird: „Dann wird der HERR ausziehen und gegen jene Nationen kämpfen, wie er schon immer gekämpft hat am Tag der Schlacht. Und seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, der vor Jerusalem im Osten liegt …" (Sach 14:3-4). Nach diesem Ereignis beginnt das Millennium – das 1000-jährige Friedensreich, in dem Jesus Christus mit den Seinen in Jerusalem regieren wird (Offb 20:4).
- Das himmlische Jerusalem Vielleicht wird es auch am Ende des Millenniums ein weiteres Mal heißen: „Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir!" Dann kommt das große Finale, wenn das himmlische Jerusalem auf die Erde herabkommt und die „Hütte Gottes" dauerhaft unter den Menschen „zeltet" (Offb 21:2-3). Wie sehr wünschte ich, dieser Tag wäre schon gekommen – ein Tag voller Licht, Frieden und der vollkommenen Gegenwart Gottes!
Montag, 20. Januar 2025
Der HERR wird dein ewiges Licht und dein Gott wird dein Glanz sein.
Jesaja 60,19
Jesus spricht: Wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat. Ich bin als Licht in die Welt gekommen, auf dass, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe.
Johannes 12,45-46
Ein kaum vorstellbares Ziel
Das Ende der Sonne – eine wissenschaftliche Perspektive
Astronomen schätzen, dass unsere Sonne noch etwa 5 Milliarden Jahre in ihrer jetzigen Form leuchten wird. Dann wird der Wasserstoffvorrat im Kern erschöpft sein, und die Sonne wird sich zu einem Roten Riesen aufblähen. Dies würde auch das Ende allen biologischen Lebens auf der Erde bedeuten. Aus heutiger wissenschaftlicher Sicht ist dies der unvermeidliche Lauf der Dinge.
Doch die Bibel prophezeit ebenfalls ein Ende des gegenwärtigen kosmischen Zustands. Jesus sagte in Mk 13:31:
„Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen."
Der Apostel Petrus beschreibt dieses Ereignis in 2Petr 3:10 so:
„Doch der Tag, an dem der Herr sein Urteil spricht, wird so plötzlich und unerwartet kommen wie ein Dieb. Dann werden die Himmel mit gewaltigem Getöse vergehen, die Elemente im Feuer zerschmelzen und die Erde samt ihren Werken wird verbrannt." (HFA)
Nach biblischer Aussage wird das Ende unserer Welt nicht durch den natürlichen Zerfall der Sonne verursacht, sondern durch einen plötzlichen Eingriff Gottes (2Petr 3:7). Darum glaube ich, dass dieses Ereignis wesentlich früher eintritt, als die Wissenschaft vermutet.
Hoffnung in der Verheißung des Neuen Jerusalems
Im Buch Jesaja lesen wir eine faszinierende Verheißung: „Nicht mehr wird die Sonne dir als Licht am Tag dienen, noch als heller Schein der Mond dir leuchten ... der HERR wird dein ewiges Licht sein" (Jes 60:19). Dieses Bild ist für uns kaum vorstellbar, denn das Ende der Sonne bedeutet aus menschlicher Sicht auch das Ende unseres Lebens.
Doch Gottes Plan reicht weit über unsere Vorstellungskraft hinaus (1Kor 2:9). Johannes, der Apostel, erhielt auf der Insel Patmos eine Offenbarung (griech. Apokalypsis, wörtlich „Enthüllung"). Er schreibt:
„Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde. Denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer gab es nicht mehr." (Offb 21:1)
Diese Vision zeigt uns, dass die gegenwärtige Welt nicht das Ende der Geschichte ist. Johannes berichtet weiter:
„Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut." (Offb 21:2)
In dieser unfassbar großen Stadt – deren Breite, Länge und Höhe jeweils etwa 2.200 Kilometer betragen (Offb 21:16) – wird es keine Sonne und keinen Mond mehr geben. Die Herrlichkeit Gottes wird die Stadt erleuchten, und Jesus Christus, das Lamm, wird ihr Licht sein (Offb 21:23).
Der Blick auf das wahre Licht
Heute können wir das wahre Licht, Jesus Christus (Joh 8:12), nur mit den „Augen des Herzens" sehen (Eph 1:18). Doch wer ihn sieht, erkennt auch das Wesen des himmlischen Vaters. Im Neuen Jerusalem werden wir jedoch einen neuen, geistlichen Leib haben (1Kor 15:44). Dann werden wir Gott und sein Licht nicht nur innerlich erfahren, sondern ihn von Angesicht zu Angesicht anbeten können (1Kor 13:12).
Hinweis: Das Neue Jerusalem hat gewaltige Ausmaße. Wir wissen nicht, ob es Stockwerke hat oder wie viele Menschen darin wohnen werden. Doch wenn es Stockwerke mit einer Höhe von 65 Metern gäbe und 200 Milliarden Menschen in der Stadt lebten, würde jede Person über mehr als 840.000 m² Wohnfläche verfügen! (Siehe hier!)
Dienstag, 21. Januar 2025
Erhalte mich nach deinem Wort, dass ich lebe, und lass mich nicht zuschanden werden in meiner Hoffnung.
Psalm 119,116
Jesus spricht: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.
Johannes 5,24
Von der Hoffnung zur absoluten Gewissheit
Als ich mit einer sehr freundlichen türkischen Muslima ins Gespräch kam, fragte ich sie: „Glauben Sie, dass Sie einmal von Gott gerettet werden und nach diesem Leben ins Paradies kommen?" Ihre Antwort werde ich wohl nicht mehr vergessen. Sie sagte sinngemäß: „Ich hoffe es, aber ich weiß es nicht!" Sie glaubte an Allah und versuchte, eine gute Muslima zu sein, aber sie hatte keine Gewissheit, ob sie jemals von Allah errettet werden würde (Röm 10:9-10).
Das heutige Losungswort lädt uns ein, über die Art unserer Hoffnung nachzudenken. Beinhaltet die Bitte aus Psalm 119 auch eine solche ungewisse Hoffnung? Nein, die Bitte des Psalmisten drückt keine ungewisse Hoffnung aus, sondern vielmehr eine feste Zuversicht, die auf Gottes Zusagen gegründet ist (Hebr 11:1). Die Bitte, nicht beschämt zu werden, ist kein Ausdruck von Zweifel, sondern vielmehr eine Bekräftigung des Vertrauens darauf, dass Gott seine Zusagen hält (Röm 10:11).
Das Gebet des Psalmisten macht deutlich, dass die Worte Gottes absolut zuverlässig sind (Ps 119:89). Doch der Anbeter weiß auch, dass er aus sich selbst nicht die Kraft hat, Gott treu zu bleiben. Ihm ist bewusst, dass er nur durch Gottes Hilfe am Leben bleiben kann. Er rechnete jedoch fest damit, dass Gott ihn nicht beschämt dastehen lässt, wenn er seine Hoffnung auf ihn setzt. Mit diesem Satz bringt er sein großes Vertrauen in Gott zum Ausdruck.
Hoffte der Psalmschreiber bereits auf ein ewiges Leben? Die Hoffnung auf ein ewiges Leben entfaltete sich im Alten Testament (hebräisch Tanach) stufenweise (Hebr 1:1).
Von Abraham wissen wir aus dem Hebräerbrief, dass er an eine Auferweckung der Toten glaubte und auf eine Stadt wartete, deren Baumeister Gott ist (Hebr 11:19 / Hebr 11:10). Allerdings ist dies aus der Genesis kaum ersichtlich. Erst in den Psalmen und später bei den Propheten strahlt diese Erwartung immer mehr durch (Ps 16:10-11 / Ps 73:24-26 / Jes 26:19 / Dan 12:2).
Mit der Aussage aus Johannes 5:24 vermittelte der Sohn Gottes allen Gläubigen die ultimative Heilsgewissheit! Dieser Satz ist Evangelium pur! Er enthält die unübertrefflich gute Botschaft des Weltenerlösers (1Jo 5:13). Ewiges Leben und Errettung vor dem Gericht Gottes gibt es nicht durch gute Werke, eigene Anstrengung oder das Einhalten aller Gebote, sondern einzig und allein durch den Glauben bzw. das Vertrauen auf den, der Jesus Christus auf die Erde sandte (Eph 2:8-9). Nur das Vertrauen auf das Wirken Gottes erlöst uns und schenkt uns das wahre und unsterbliche Leben!
Das Wunderbare dabei ist, dass diese Gabe Gottes allen Menschen offensteht – völlig unabhängig von Vergangenheit, Intelligenz, Stärke oder anderen Befähigungen (Apg 10:34-35).
Warum aber nehmen verhältnismäßig wenige Menschen dieses Geschenk an? Einerseits lenkt Satan die Menschen von der göttlichen Wahrheit ab und verführt sie mit Lügen (2Kor 4:4). Andererseits fällt es insbesondere starken und erfolgreichen Menschen schwer, ihre Identität nicht mehr über ihre Leistungen zu definieren, auf die sie bisher so stolz waren.
Deshalb fällt es den Schwachen und Unterprivilegierten wesentlich leichter, dieses ultimative Angebot anzunehmen, als Menschen, die ihre Stärke in Leistung und Erfolg sehen (1Kor 1:26-29). Auch in unserer modernen Welt, die oft Leistung und Erfolg betont, bleibt diese Botschaft zeitlos: Ewiges Leben ist ein Geschenk der Gnade. Letztlich ist auch der Glaube bzw. das Vertrauen auf Gott eine unverdiente Gabe seiner Gnade!
Mittwoch, 22. Januar 2025
Jesaja sprach: Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen.
Jesaja 6,5
Paulus schreibt: Ich war früher ein Lästerer und ein Verfolger und ein Frevler; aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren.
1. Timotheus 1,13
Die Selbsterkenntnis und die Barmherzigkeit Gottes
Jesaja sprach diese Worte, nachdem er den HERRN auf seinem erhabenen Thron erblickte (Jes 6:1). Die Bibel erwähnt keinerlei Fehlverhalten von ihm. Dennoch fühlt er sich an dieser Stelle unrein und somit völlig unfähig, etwas zu tun oder zu sagen. Auch Hiob, ein rechtschaffener Mann (Hi 1:1), reagierte ähnlich: “Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört, jetzt aber hat mein Auge dich gesehen. Darum verwerfe ich ⟨mein Geschwätz⟩ und bereue in Staub und Asche” (Hi 42:5-6). Der Prophet Daniel, der ein „vorbildliches Leben" führte, wurde „kreidebleich", als ihm ein herrlicher Bote Gottes erschien (Dan 10:8). In Daniel 10:15 heißt es: “Und als er in dieser Weise mit mir redete, richtete ich mein Gesicht zur Erde und verstummte”. Nachdem Mose dem HERRN begegnete, fühlte auch er sich völlig unfähig, einen Auftrag Gottes auszuführen (2Mo 3:6 / 2Mo 3:11).
Ähnliche Reaktionen finden sich auch bei anderen biblischen Gestalten. So sagte Petrus, als er nach einem überwältigenden Fischfang vor Jesus niederfiel: Geh von mir hinaus! Denn ich bin ein sündiger Mensch, Herr! (Lk 5:8). Man kann sich vorstellen, wie tief der „überragende Schriftgelehrte" Saulus erschüttert gewesen sein muss, als ihn eine himmlische Erscheinung blendete (Apg 9:3-4) und er erkannte, dass er bisher gegen den HERRN gekämpft hatte, obwohl er glaubte, ein treuer und eifriger Diener Jahwehs zu sein. Wahrscheinlich fühlte er sich noch „verlorener" als Jesaja.
Und ich? In meinem Leben gab es keine vergleichbaren Erlebnisse. Seit 47 Jahren denke ich mit großer Freude über das Wort Gottes nach, doch je mehr ich über die herrlichen Charaktereigenschaften des HERRN nachsinne, desto kleiner, unbedeutender und unfähiger komme ich mir vor. Mit 20 Jahren war meine Selbsteinschätzung noch deutlich „erhabener" als heute.
Wer die Herrlichkeit Gottes mit den Augen des Herzens sehen durfte (Eph 1:18), macht eine ähnliche Erfahrung wie jemand, dem plötzlich bewusst wird, wie groß das Universum ist und wie unbedeutend klein er im Vergleich dazu ist. Diese Selbsterkenntnis ist uns oft unangenehm, weil sie uns scheinbar „wertlos" erscheinen lässt – was wir jedoch nicht sind! Denn diese Selbsterkenntnis macht uns demütig (1Petr 5:6) und vermittelt uns das Bewusstsein, vollständig von der Gnade Gottes abhängig zu sein. Und genau das ist die beste Voraussetzung, um von Gott begnadigt und gebraucht zu werden.
Obwohl wir von Natur aus klein, unbedeutend und sündhaft sind (Röm 3:23), waren wir in den Augen Gottes so wertvoll, dass er für uns den höchsten Preis bezahlt hat (1Petr 1:18-19). Was für eine wunderbare Liebe und Barmherzigkeit! Darum kann auch ich – wie Philipp Friedrich Hiller – sagen:
Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht wert; das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hat's nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit.
Donnerstag, 23. Januar 2025
Meint ihr, dass ihr Gott täuschen werdet, wie man einen Menschen täuscht?
Hiob 13,9
Jesus sprach zu den Pharisäern: Ihr seid's, die ihr euch selbst rechtfertigt vor den Menschen; aber Gott kennt eure Herzen.
Lukas 16,15
Das Erstbeste!?
Es gibt Situationen im Leben, in denen wir verschiedene begehrenswerte Dinge vor uns sehen und zugleich befürchten, am Ende leer auszugehen. Oft neigen wir dann dazu, das Erstbeste zu nehmen – aus Angst, nichts mehr zu bekommen. Wer jedoch am Ende leer dasteht, hat den besonderen Vorteil, sich von Gott füllen und beschenken zu lassen (Phil 4:19 / Ps 81:11). Diese Geduld – zu warten, statt sofort zuzugreifen – erfordert jedoch ein tiefes Vertrauen in Gott.
Hiob stellt seinen Freunden die ernste Frage: „Meint ihr, dass ihr Gott täuschen werdet, wie man einen Menschen täuscht?" (Hi 13:9). Seine Worte enthüllen, dass selbst gottesfürchtige Menschen in schwierigen Situationen nach schnellen Antworten suchen können – und dabei Gefahr laufen, Gottes Gedanken zu missverstehen (Spr 3:5-6).
Im Leben Hiobs geschah das Unfassbare: Ausgerechnet dieser gottesfürchtige Mann verliert nicht nur sein Hab und Gut, sondern auch alle seine Kinder und schließlich seine Gesundheit! Wenn ein gerechter Gott so etwas zulässt, drängt sich sofort die „Warum-Frage" auf: Warum hat Gott das zugelassen? Was waren seine Beweggründe? Nach langem Nachdenken fanden die Freunde Hiobs die erstbeste und womöglich einzige Antwort: „Es ist unmöglich, dass ein gerechter Gott einen Unschuldigen mit so schweren Schicksalsschlägen ‚bestraft', weil Gott dann nicht mehr gerecht wäre! Folglich muss Hiob eine schwere verborgene Sünde begangen haben!" Sie glaubten, Gottes Gedanken durch ihre menschlichen Maßstäbe erklären zu können (Jes 55:8-9). Doch damit täuschten sie sich selbst – und in gewisser Weise auch Gott.
Jesus sprach ähnlich mahnende Worte zu den Pharisäern: „Ihr seid's, die ihr euch selbst rechtfertigt vor den Menschen; aber Gott kennt eure Herzen." (Lk 16:15). Die Pharisäer griffen ebenfalls nach dem Erstbesten – Reichtum und Status. Sie glaubten, ihr Wohlstand sei ein Zeichen von Gottes Segen und ihrer Gerechtigkeit. Doch Jesus entlarvte ihre falschen Motive. Ihre Liebe zum Geld, die Paulus später als „die Wurzel allen Bösen" bezeichnete (1 Tim 6:10), hatten sie „fromm verpackt", um sich vor anderen zu rechtfertigen. Doch vor Gott zählen weder Reichtum noch Selbsttäuschung – er sieht direkt in unsere Herzen (1 Sam 16:7).
In beiden Beispielen sehen wir, wie gefährlich es ist, das Erstbeste zu nehmen: Hiobs Freunde nahmen eine falsche Erklärung, die Pharisäer einen falschen Schatz. Beide täuschten sich selbst – und verfehlten die Wahrheit Gottes.
Eine Einladung zur Reflexion
Gott lässt sich nicht täuschen, und er kennt unsere innersten Beweggründe (Ps 139:1-2). Darum dürfen wir innehalten und uns fragen: „Was treibt mich an? Werde ich von Gottes Liebe oder von meinem eigenen Egoismus gesteuert?"
Es erfordert Mut und Geduld, in Unsicherheit zu verharren und auf Gottes Führung zu vertrauen (Spr 3:5), statt vorschnelle Antworten zu suchen. Doch gerade in dieser Leere kann Gott uns begegnen, uns beschenken und uns mit seiner Weisheit und Liebe füllen (Jak 1:5).
Freitag, 24. Januar 2025
Die sich halten an das Nichtige, verlassen ihre Gnade.
Jona 2,9
Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst.
Philipper 2,3
Demut in der Tiefe
In der antiken griechischen und römischen Welt wurde echte Demut oft negativ bewertet. Sie galt als Schwäche und war eine Haltung, die eher Sklaven und Dienern zugeschrieben wurde, aber keinesfalls Herren oder Imperatoren. Diese Einstellung beeinflusste auch spätere Epochen. Zum Beispiel lehnte die nationalsozialistische Ideologie Demut bewusst ab. Stattdessen propagierte sie Stärke, Härte und Rücksichtslosigkeit. Hermann Göring bezeichnete Demut als „töricht, falsch und ungesund", und Mitleid wurde regelrecht verachtet. Diese Haltung führte zur Förderung von Gewalt und Unmenschlichkeit – mit katastrophalen Folgen.
Doch was macht Demut wirklich aus? Die Bibel zeigt uns eine andere Perspektive: Demut ist keine Schwäche, sondern eine Kraft, die Beziehungen stärkt und Menschen mit Liebe verbindet (1Petr 5:5).
Jona und Jesus: Zwei Wege in die Tiefe
Der Bericht aus Jona 2 und das zweite Kapitel des Philipperbriefes stehen in spannendem Kontrast zueinander. Beide schildern eine tiefe Demutserfahrung, aber die Hintergründe sind sehr unterschiedlich.
Jesus selbst nahm auf Jona Bezug, als er sagte: „Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des großen Fisches war, so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein" (Mt 12:40). Doch während Jona infolge seines Ungehorsams im Bauch des Fisches landete, ging Jesus freiwillig ins „Herz der Erde". Jona beschrieb seinen Aufenthalt als einen Gang ins Totenreich (hebr. Scheol, Jon 2:3), während Jesaja prophezeite, dass der Messias „seine Seele in den Tod ausschütten" wird (Jes 53:12).
Dieser Unterschied ist zentral: Jona war ungehorsam und musste gerettet werden, Jesus aber war gehorsam und wurde zum Retter (Hebr 5:8-9). Trotzdem zeigt Jona in seiner dunkelsten Stunde einen erstaunlichen Glauben. Er vertraute darauf, dass Gott ihn selbst aus einer scheinbar hoffnungslosen Situation retten kann – trotz seines Versagens. Dies spiegelt den Glauben Jesu wider, der in seiner tiefsten Tiefe darauf vertraute, dass sein Vater ihn aus dem Tod erretten würde (Hebr 5:7).
Götzendienst versus Gehorsam
Jona 2:9 warnt vor Götzendienst: „Die sich halten an das Nichtige, verlassen ihre Gnade." Götzendienst ist mehr als das Anbeten von Statuen – es ist alles, was wir über Gott stellen (Kol 3:5 / Mt 6:24). Auch Ungehorsam ist eine Form von Götzendienst, denn dabei setzen wir unsere eigene Entscheidung über Gottes Anweisung (1Sam 15:23). Jona erkannte diese Wahrheit inmitten seiner Not.
Als Paulus im Philipperbrief zur Selbstlosigkeit motivierte, verwies er unter anderem auch auf den Gehorsam Jesu Christi und forderte die Gläubigen auf, sich die Gesinnung Jesu Christi anzueignen (Phil 2:5). Durch seine Demut wurde Jesus einer von uns, um uns zu retten (2Kor 8:9). Damit schenkte er uns eine unermessliche, unverdiente Würde (Röm 8:17).
Demut als Stärke
Paulus ermutigt die Philipper, einander in Demut höher zu achten, und verweist dabei auf Jesus Christus als Vorbild. Dieser erniedrigte sich selbst bis zum Tod am Kreuz – eine vollkommene Demut, die dazu führte, dass Gott ihn über alles erhöhte (Phil 2:8-9).
Wenn wir uns gegenseitig in Demut höher achten, entsteht eine Atmosphäre von Wertschätzung und Liebe, die tiefer und erfüllender ist als alle Freuden, die diese Welt zu bieten hat (1Pet 5:6 / Jak 4:10)!
Samstag, 25. Januar 2025
Der HERR wird sich wieder über dich freuen, dir zugut, wie er sich über deine Väter gefreut hat.
5.Mose 30,9
Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er ist seinem Volk zu Hilfe gekommen und hat es erlöst. Er hat uns einen starken Retter gesandt, einen Nachkommen seines Dieners David.
Lukas 1,68-69
Ein allmächtiger Gott, der sich freut
Einmal hatte ich eine besondere Idee: Wie wäre es, wenn ich ein Buch schreiben würde, in dem verschiedene Menschen – darunter auch bekannte Persönlichkeiten – auf die Frage antworten: „Was würde ich tun, wenn ich allmächtig wäre?“ Auf zwei DIN-A4-Seiten sollten sie überlegen, welche langfristigen Auswirkungen ihre Entscheidungen hätten und wie sie auf diese reagieren würden. Es wäre spannend, die Vielfalt an Antworten zu lesen, die sich von großen weltverbessernden Plänen bis hin zu überraschenden Einsichten erstrecken könnten.
Warum habe ich das Buch nie geschrieben? Weil ich von meinem HERRN keinen Auftrag dazu erhielt.
Natürlich habe auch ich darüber nachgedacht, wie es wäre, wenn ich allmächtig wäre. Mein erster Impuls war: „Ich würde globale Probleme lösen – Kriege beenden, Armut und Hunger beseitigen, die Umwelt heilen, Gerechtigkeit schaffen usw." Doch wie würden die Menschen darauf reagieren? Anfangs gäbe es sicherlich große Freude und Dankbarkeit. Doch langfristig (Ps 106:13)? Käme es wirklich zu einer bleibenden Glückseligkeit und Zufriedenheit (Pred 1:8)?
Ich dachte an Menschen, die heute bereits alles haben – Gesundheit, Wohlstand, Erfolg. Oft scheinen auch sie nicht wirklich erfüllt zu sein (Pred 5:10). Würde nicht auch eine perfekte Welt irgendwann zur Selbstverständlichkeit werden?
Dann wurde mir klar: Es braucht mehr als äußere Veränderungen. Es braucht eine tiefgreifende Veränderung der Herzen (Hes 36:26). Aber diese Veränderung darf nicht erzwungen werden. Sie muss freiwillig geschehen – aus Liebe und durch Liebe (1Jo 4:19).
Und genau das hat Gott in seiner unendlichen Weisheit vorgesehen. Er hat uns seine Liebe gezeigt, indem er seinen Sohn sandte, um uns zu erlösen (Joh 3:16). Jesus hat uns vorgelebt, wie tief und bedingungslos diese Liebe ist (Röm 5:8).
In 5. Mose 30 beschreibt Mose, wie Israel nach der Zerstreuung unter die Völker zu Gott zurückkehren wird. Gott wird ihre Herzen verändern (5Mo 30:6), und sie werden mit Gutem und Überfluss gesegnet sein (5Mo 30:9). Dieser Zustand ist eine Vorausschau auf die Vollendung, wenn Gott einmal alles in allen sein wird (1Kor 15:28). Dann wird seine Liebe alles durchdringen, und der HERR wird sich über uns freuen.
Bis dahin dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott an jedem von uns wirkt (Phil 1:6), um uns in seine Liebe hineinzuführen – eine Liebe, die uns verändert und zu wahrer Erfüllung führt (Ps 16:11).
Sonntag, 26. Januar 2025
Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.
Jesaja 42,3
Jesus spricht: Seht zu, dass ihr nicht eins dieser Geringen verachtet!
Matthäus 18,10
Geknickte, Ausgebrannte und Kleine
Niedergeschlagenheit und das Gefühl, zerbrochen oder ausgebrannt zu sein, kennt fast jeder. In solchen Momenten können auch Minderwertigkeitsgefühle aufkommen, die uns schwer belasten. Doch die Bibel zeigt uns, dass gerade in diesen Schwächen eine Chance auf besondere Gotteserfahrungen liegt (2Kor 12:9). Viele Menschen erleben in diesen dunklen Stunden die unmittelbare Gegenwart des HERRN – wie er tröstet, beisteht und wieder aufrichtet (Ps 34:19).
In Matthäus 12:20 wird der Vers aus dem Jesajabuch auf Jesus bezogen. Matthäus berichtet, wie Jesus durch die Lande zog und geplagte Menschen heilte. Bemerkenswert ist Matthäus 12:16: „Und er bedrohte sie, dass sie ihn nicht offenbar machten." Jesus wollte verhindern, dass die Menschen in ihm nur einen Wundertäter sahen und dadurch seine wahre Sendung missverstanden.
Nach der sogenannten „Brotrede" aus Johannes 6 wollten die Menschen Jesus zum König machen (Joh 6:15). Doch er zog sich zurück. Der Grund: Jesus wurde nicht auf die Erde gesandt, um von Menschen zum König gemacht zu werden. Vielmehr sollte er als Lamm Gottes die Schuld der Welt tragen (Joh 1:29). Seine Nachfolger sollten ihn nicht nur wegen seiner Wohltaten lieben, sondern um seiner selbst willen.
In Jesaja 42 wird beschrieben, wie sanftmütig und fürsorglich der Messias ist. Die Verse 6b-7 heben hervor:
Und ich behüte dich und mache dich zum Bund des Volkes, zum Licht der Nationen, blinde Augen aufzutun, um Gefangene aus dem Kerker herauszuführen ⟨und⟩ aus dem Gefängnis, die in der Finsternis sitzen.
Jesus öffnete nicht nur buchstäblich Blinden die Augen (Joh 9:7), sondern auch den geistlich Blinden, die die unsichtbare Realität Gottes nicht erkennen konnten. Menschen können durch geistliche Mächte wie in einem „Gefängnis" gebunden sein (2Tim 2:26). Auch die eingangs erwähnten Gefühlszustände lassen sich manchmal wie ein finsteres Gefängnis anfühlen. Doch Jesus schenkt Befreiung und sorgt dafür, dass der „glimmende Docht" nicht erlischt.
Die Geringen, die Jesus in Matthäus 18:10 erwähnt, beziehen sich zunächst auf Kinder (Mt 18:2). Doch ab Vers 12 spricht Jesus vom verlorenen Schaf, das wiedergefunden wird. Damit weitet sich der Begriff „Geringe" (griech. mikron) über Kinder (griech. paidion) hinaus auch auf die „Kleinen" im Glauben (Mt 10:42).
Jesus warnt eindringlich davor, Kinder, Geringe, Kleine, Schwache und jene, die sich minderwertig fühlen, zu verachten (Mt 18:10). Denn wer sie verachtet, verachtet auch den, der sie geschaffen hat (Spr 14:31 / Spr 11:12) – und hat nicht verstanden, dass alles, was wir sind und haben, ein Geschenk der Gnade Gottes ist (1Kor 4:7). Jesus lehrt uns, jeden Menschen wertzuschätzen, denn nur dies entspricht der göttlichen Liebe (1Jo 4:11).
Montag, 27. Januar 2025
Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit, Gott, unser Heil.
Psalm 65,6
Das ist die Zuversicht, mit der wir vor ihm reden: Wenn wir um etwas bitten nach seinem Willen, so hört er uns.
1.Johannes 5,14
Hören und Erhören
Gottes Wort zeigt uns immer wieder, dass der HERR nicht nur jedes gesprochene Wort hört, sondern auch unser Innerstes kennt (Ps 139:1-4). Er sieht unsere Gedanken und Beweggründe. Das kann uns beunruhigen, wenn wir wissen, dass manches in uns nicht seinem Willen entspricht. Doch wer sich von der Liebe zu Gott und den Menschen leiten lässt, darf sich geborgen fühlen (1Joh 4:16).
Jesus sagt in Johannes 5:24: „Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen." Ebenso lesen wir in 1. Johannes 4:18: „Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht hat mit Strafe zu tun." Wer Gottes Liebe vertraut, braucht vor dem Weltgericht keine Angst zu haben.
Eine Gerechtigkeit, die antwortet
Das Losungswort „Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit" weist in seiner wörtlichen Übersetzung auf eine tiefergehende Dimension hin. Während in Psalm 65:3 Gott als „Hörer des Gebets" beschrieben wird, heißt es in Vers 6: „Mit furchterregenden (Dingen) antwortest du uns in Gerechtigkeit."
Was bedeutet das? In der Bibel sehen wir Beispiele, wie Gott in furchterregender Weise antwortet:
- Als David in 1. Chronik 21:26 einen Altar baute und Opfer darbrachte, antwortete Gott mit Feuer vom Himmel.
- In 1. Könige 18:38 verzehrte Gottes Feuer das Opfer Elias, obwohl es mit Wasser übergossen war.
Diese Antworten waren mächtige Zeichen von Gottes Gerechtigkeit. Seine Antworten durch furchterregende Dinge bedeuten aber auch Rettung und Erlösung für die Bedrängten einerseits und Strafe für die Unterdrücker andererseits (2Thess 1:6-7). Darin zeigt sich: Gottes Gerechtigkeit bringt gleichzeitig Heil und Gericht.
Gebete, die Gott erhört
Gott hört jedes Gebet, doch nicht jedes Gebet wird erhört (Jak 4:3). Entscheidender als die Worte selbst ist die Haltung des Herzens. Ich erinnere mich an ein persönliches Erlebnis: Als ich etwa zehn Jahre alt war, durfte ich mit meinen Eltern eine Reise nach Israel machen und dabei besuchten wir auch den Ölberg in Jerusalem. Mein Vater erzählte mir dort die Passionsgeschichte Jesu und sagte sinngemäß: „Jeder Mensch muss sich entscheiden, ob er für oder gegen Jesus sein möchte." Spontan antwortete ich: „Ich möchte mich für Jesus entscheiden!"
Diese kindliche Entscheidung war auch ein Gebet, das Gott erhörte – mit weitreichenden Folgen.
Wie erkennen wir Gottes Willen?
Gott erhört Gebete, die seinem Willen entsprechen (1Joh 5:14). Doch wie können wir wissen, ob unser Gebet in Übereinstimmung mit seinem Willen steht? Der Schlüssel liegt in seinem Wort. Wer die Bibel liest, darüber nachdenkt und sie in sein Leben integriert, lernt, Gottes Willen besser zu verstehen (Ps 119:105).
Wer sein Leben nach dem Wort Gottes ausrichtet und ihm vertraut, darf wunderbare Gebetserhörungen erleben. Diese müssen nicht spektakulär sein – oft liegt ihre Kraft gerade in der Einfachheit. Entscheidend ist, dass wir aus Liebe zu Gott und den Menschen beten (1Kor 13:1-3).
Fazit
Gottes Hören und Erhören ermutigt uns, ihm mit Zuversicht zu begegnen. Seine Gerechtigkeit bringt Heil und Frieden für die, die ihm vertrauen (Röm 5:1). Unser Gebet ist ein Ausdruck dieser Zuversicht – nicht perfekt, aber von Herzen kommend.
Dienstag, 28. Januar 2025
HERR, behüte mich wie einen Augapfel im Auge.
Psalm 17,8
Der Herr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen.
2.Thessalonicher 3,3
Die Bewahrung Gottes
Wenn wir etwas bewahren wollen, das uns wichtig und wertvoll ist, investieren wir meist viel in dessen Schutz. Wir unternehmen alles Mögliche, damit es weder beschädigt wird noch verloren geht. Die Pupille und der Augapfel sind nicht nur hochempfindlich, sondern auch besonders wertvoll für uns. Ein verletzter Finger bereitet uns weniger Sorgen als ein verletztes Auge (Mt 6:22).
Der heutige Losungstext enthält einige interessante Aspekte: Der Augapfel, oder besser die Pupille, heißt wörtlich übersetzt „kleiner Mann" (hebr. ishon) und wird an dieser Stelle auch als „Tochter des Auges" bezeichnet. Eine Tochter ist für den Vater eines der wertvollsten Geschenke (Hi 42:13-15 / Ps 127:3). Besonders kleinere Töchter sind verletzlich und bedürfen eines besonderen Schutzes.
Dies ist das ausdrucksstarke und poetische Bild, das David verwendet, um seinen HERRN um Bewahrung zu bitten (Ps 17:8). Er war von Todfeinden umzingelt und fühlte sich massiv bedroht. Mit seinem Gebet brachte David zum Ausdruck: „HERR, ich bin verletzlich, ich bin schwach, ich fühle mich hilflos, aber in deinen Augen bin ich wertvoll! Nimm mich unter den Schatten deiner Flügel, damit sie mich verbergen und schützen! Bewahre mich wie deinen Augapfel, wie eine kostbare Tochter!"
Die junge Gemeinde in Thessalonich litt wie David unter Verfolgung (2Thes 1:4). Paulus wollte seinen Geschwistern Mut zusprechen und sie daran erinnern, dass der HERR treu ist und sie stärken wird. In ihrer Bedrängnis durften sie fest darauf vertrauen, dass der HERR ihnen – immer zur rechten Zeit – die nötige Kraft geben und sie vor dem Bösen bewahren wird (2Thes 3:3). Dies bedeutete nicht, dass ihr Weg ohne Schmerzen sein würde, sondern dass der Böse sie nicht von Gott trennen und sie ihr Heil in Christus nicht verlieren würden (Röm 8:38-39)!
Auch wir dürfen mit diesem Bewusstsein in die Zukunft blicken: Wir sind in den Augen Gottes das Wertvollste, was er hat, weil wir zu seinem Sohn gehören (1Petr 2:9). Darum wird er uns bewahren und behüten und uns zu seinem wunderbaren Ziel führen! Er tut es, weil er treu ist (1Thes 5:24)! Ihm sei von Herzen Dank dafür!
Mittwoch, 29. Januar 2025
Mein Leben werde wert geachtet in den Augen des HERRN, und er errette mich aus aller Not!
1.Samuel 26,24
Ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: Obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, auf dass ihr durch seine Armut reich würdet.
2.Korinther 8,9
Der Reiche wird arm, damit Arme reich werden
Bei seiner letzten Begegnung mit König Saul hatte David ein zweites Mal die Möglichkeit, ihn zu töten – aber er tat es nicht! (1Sam 26:7-12) Obwohl David jahrelang von Saul verfolgt wurde, war für ihn klar: Der König Israels war ein Gesalbter des HERRN, und an einem solchen durfte er keine Hand anlegen (1Sam 24:6). Seine Begleiter hingegen waren überzeugt, dass Gott ihm Saul ausgeliefert hatte, damit er ihn endlich beseitigen konnte.
Doch David verzichtete darauf, selbst zu handeln. Stattdessen vertraute er auf Gott (Ps 37:5). Immer wieder erlebte er, wie der HERR ihn bewahrte und aus gefährlichen Situationen rettete. Obwohl Saul ihn voller Hass verfolgte, hielt David an einer göttlichen Perspektive fest: Das Leben eines Menschen ist wertvoll, selbst das eines Feindes (Mt 5:44). Er drückte es mit den Worten aus: „Groß war deine Seele … in meinen Augen."
Dieses Handeln Davids gegenüber seinem Todfeind zeigt sowohl seine tiefe Wertschätzung als auch sein Vertrauen auf die göttliche Gerechtigkeit: Der HERR würde Saul richten und ihn (David) zur bestimmten Zeit als König einsetzen (Röm 12:19).
Davids Haltung ist auch ein Spiegelbild dessen, was für uns gilt: Unser Leben ist in Gottes Augen wertvoll, selbst als wir ihm einst feindlich gesinnt waren. Paulus schreibt in Röm 5:10: „Wir sind ja mit Gott durch den Tod seines Sohnes versöhnt worden, als wir noch seine Feinde waren." Warum betrachtet Gott uns als kostbar, obwohl wir uns von ihm abgewandt hatten? Die Antwort ist einfach: Weil er uns unendlich liebt (Joh 3:16)!
Doch wie oft definieren wir unseren Wert über unsere Erfolge, unsere religiösen Leistungen oder unseren gesellschaftlichen Status? Das führt entweder zu Stolz oder zu Minderwertigkeitsgefühlen – beides entspricht nicht Gottes Wahrheit. Unser Wert liegt nicht in dem, was wir tun, sondern darin, was Gott für uns getan hat (Eph 2:8-9). Er zahlte den höchsten Preis, indem er seinen Sohn hingab.
Und Jesus? Er verließ freiwillig seine Herrlichkeit – aus Liebe zu uns (Phil 2:6-8)! Er verzichtete auf seinen Reichtum und wurde arm, damit wir durch ihn unermesslich reich werden (2Kor 8:9). Er nahm unsere Sünde auf sich, damit wir seine Gerechtigkeit und Vollkommenheit empfangen konnten (2Kor 5:21). Dieses Wunder der Liebe bleibt unbegreiflich, doch es ist die Grundlage unserer Hoffnung!
Donnerstag, 30. Januar 2025
Der HERR ist meine Kraft.
Habakuk 3,19
Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert.
2.Korinther 4,16
Das Geheimnis des Glaubens
Wer glaubt, dass es einen gerechten Gott gibt, hat sich vielleicht schon öfter gefragt: „Wann beseitigt Gott das Unrecht auf dieser Welt, und wann stellt er das Recht wieder her, damit auch diejenigen, die „nach Gerechtigkeit hungern", endlich gesättigt werden?" (Mt 5:6)
Der Prophet Habakuk hatte ein ähnliches Problem und beklagte sich bei Gott:
„HERR, wie lange schon schreie ich zu dir um Hilfe, aber du hörst mich nicht. »Überall herrscht Gewalt!«, rufe ich dir zu, doch von dir kommt keine Rettung. Warum muss ich so viel Unrecht mit ansehen, und warum schaust du untätig zu, wie die Menschen einander das Leben schwer machen? Unterdrückung und Gewalt, wohin ich blicke, Zank und Streit nehmen kein Ende!" (Hab 1:2-3)
Offensichtlich litt der Prophet massiv unter dem gesetzlosen Zustand seines Volkes, sodass er sich nach einem Eingreifen Gottes sehnte. Als Gott ihm jedoch offenbarte, was er geplant hatte, war Habakuk tief erschüttert! Warum? Gott kündigte den Einmarsch der Chaldäer bzw. Babylonier an, was bedeutete, dass große Bedrängnis auf sein Volk zukam. Am Ende des ersten Kapitels stellt er dann die Frage: „Wie lange ... dürfen sie auf Beutezug gehen und ganze Völker erbarmungslos vernichten?" (Hab 1:17)
Daraufhin wartete Habakuk gespannt auf die Antwort Gottes. Der HERR machte jedoch keine Zeitangabe, sondern gab ihm eine Antwort, die weit wichtiger war als das Wissen um den Zeitpunkt seines Eingreifens! Was der Allmächtige antwortete, wurde zu einer zentralen Kernaussage der biblischen Botschaft:
„Siehe, die [verdiente] Strafe für den, der nicht aufrichtig ist! Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben!" (Hab 2:4)
Das bedeutet so viel wie: „Der Aufrichtige wird durch das Vertrauen auf mich leben!"
Aber wie kann man dem HERRN vertrauen, wenn das Unrecht überhandnimmt und die Nöte immer größer werden? Wie können beispielsweise älter werdende Menschen, die körperlich immer mehr Probleme bekommen, auf Jesus Christus vertrauen? Der Glaubende rechnet mit der Treue Gottes und damit, dass der Herr Jesus Christus ihn durchträgt! Jesus Christus ist der Einzige, der unsere Seele auch im Sterbeprozess bewahren kann, weil er diesen Prozess selbst durchlitten hat (Hebr 2:18).
Der Apostel Paulus musste viel Schweres ertragen, und sein Körper wurde immer schwächer. Doch dabei entdeckte er zwei Geheimnisse:
- Die Kraft Gottes kommt gerade in seiner Schwachheit zur vollen Entfaltung (2Kor 12:9).
- Sein innerer Mensch – der von Gott gezeugt wurde und ewig lebt – wird dadurch von Tag zu Tag erneuert (2Kor 4:16)!
Das bedeutete auch, dass Paulus seinem eigentlichen Ziel immer näherkam: in das Bild Jesu verwandelt zu werden, um so zu sein, wie er ist (2Kor 3:18 / 1Jo 3:1-2)! Ja, es ist so: Schwere Zeiten ermöglichen uns, das Geheimnis des Lebens und der Kraft Gottes zu entdecken!
Freitag, 31. Januar 2025
Herr, tue meine Lippen auf, dass mein Mund deinen Ruhm verkündige.
Psalm 51,17
Wir können's ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.
Apostelgeschichte 4,20
Wer kann schweigen, wenn der HERR den Mund geöffnet hat?
„Frischbekehrte" haben gegenüber solchen, die schon länger im Glauben sind, oft einen Vorteil: Sie bezeugen voller Freude, was der Herr Jesus Christus an ihnen getan hat – wie er sie verändert und mit Frieden erfüllt hat (2Kor 5:17). Das betrifft besonders jene, die zuvor kaum etwas vom Glauben wussten oder sich in einer schweren Situation befanden. Sie durften den großen Unterschied zwischen Licht und Finsternis erfahren (1Petr 2:9). Sie waren in irgendeiner Weise gebunden und konnten nun eine Befreiung durch den HERRN erleben (Joh 8:36). Vielleicht lebten sie in einer Umgebung des Hasses und des Egoismus – und jetzt spüren sie tiefen Frieden und die unendliche Liebe Gottes (1Jo 4:16).
Wer eine solche Wandlung erfahren durfte, hat das Glück seines Lebens gefunden und kann meist nicht anders, als es anderen weiterzugeben! Gerade weil er mit Liebe und Dankbarkeit erfüllt ist, wünscht er sich nichts mehr, als dass auch seine Nächsten diese wunderbare Erfahrung machen dürfen (Röm 10:1). Das wirkt „ansteckend", und der Heilige Geist „benutzt" diese dankbare Freude, indem er anderen Menschen die Herzen öffnet (Apg 16:14)! Gleichzeitig gibt es aber oft großen Widerstand – sei es von Menschen, die eifersüchtig sind, oder von jenen, die eine solche Veränderung aus welchen Gründen auch immer ablehnen.
Als David Psalm 51 schrieb, war er zwar kein Neubekehrter, befand sich aber in einer ganz besonderen Wandlung. Durch seine schwerwiegende Sünde war er tief gefallen, und seine Beziehung zu Gott war gestört (2Sam 12:13). Zuvor war seine liebevolle Vertrauensbeziehung zum HERRN sein Lebenselixier gewesen – doch jetzt war sie beschädigt. In seinem Inneren war er zutiefst unglücklich! Als der Prophet Nathan ihm seine Sünde vor Augen führte, war das zunächst niederschmetternd und schmerzhaft, doch David erkannte darin auch eine einmalige Chance, Buße zu tun und zu Gott umzukehren. Er wusste: „Ich habe einen gnädigen und barmherzigen Gott, der gerne vergibt und mich sogar von meiner großen Schuld vollständig reinigen kann" (Ps 51:3-4). Er vertraute darauf, dass Gott ihm „die Lippen öffnete", damit er in richtiger Weise den Ruhm Gottes verkündigen konnte. David wusste: Wenn Gott dies tat, würde auch seine Beziehung zu ihm wiederhergestellt werden – und das war sein größtes Glück! Gleichzeitig konnte er auch andere dazu ermutigen, zu Gott umzukehren.
Nach der Auferstehung Jesu durfte auch Petrus erleben, wie der HERR ihm seine Sünde – die dreimalige Verleugnung – vergeben hat (Joh 21:15-17). Dadurch wurde sein Herz froh, und als er sah, wie der Heilige Geist ihn erfüllte, konnte er nicht mehr schweigen! Er musste Jesus als den Auferstandenen verkündigen und das Evangelium, die frohe Botschaft, weitergeben – auch wenn die Obrigkeit es ihm verbieten wollte (Apg 4:19-20). Wie kann man schweigen, wenn der HERR einem vergeben und Freude ins Herz gegeben hat? Lass uns diese Freude mit anderen teilen und mutig bezeugen, was Gott in unserem Leben getan hat (Ps 66:16)! Wie könnte man Worte zurückhalten, wenn er den Mund geöffnet hat?
