2024-09 - Andachten vom September 2024
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Sonntag, 1. September 2024
Herr, du bist unsre Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Psalm 90,1-2
Jesus sprach zu seinen Jüngern: Habt Glauben an Gott!
Markus 11,22
Das Vertrauen auf den Ewigen
Psalm 90 dürfte der älteste und gleichzeitig der einzige Psalm von Mose sein. Mose zeigt uns in diesem Psalm, wie vergänglich wir sind. Die ganze sichtbare Schöpfung muss einmal vergehen. Jesus sagte während seiner Endzeitrede in Matthäus 24:35: „Der Himmel und die Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“ Weil das so ist, gibt es für uns auch keinen Ort in dieser sichtbaren Welt, wo wir uns vor der Vergänglichkeit schützen könnten. Es gibt zwar allerlei Bemühungen, unser irdisches Leben zu verlängern, aber eine Unsterblichkeit in einem Körper aus Fleisch und Blut wird es nie geben (1Kor 15:50)! Zum Glück ist das so, denn unser jetziger Leib ist ganz und gar untauglich für die Ewigkeit! Trotzdem habe ich manchmal den Eindruck, dass die Menschen in einer Art und Weise leben, als müssten sie nie sterben.
Ab Vers 12 bittet Mose den HERRN um Weisheit und beginnt mit den Worten: „So lehre uns denn, unsere Tage zu zählen, damit wir ein weises Herz erlangen!“ Mose bringt damit Folgendes zum Ausdruck: Gott muss uns lehren, damit wir weise werden können. Ohne das Wirken seines Geistes wird es uns immer an göttlicher Weisheit fehlen. Durch das ‚Zählen unserer Tage‘ wird uns bewusst, dass wir sterblich sind. Unsere Sterblichkeit und auch das Erkennen des Sterbeprozesses lösen in uns entscheidende Gedankenprozesse aus. Wir fragen nach dem Sinn und Zweck unseres Daseins, und das bildet eine wichtige Grundlage für alles weitere Suchen.
Die Frage nach dem Sinn und Zweck unserer Existenz können wir nie befriedigend beantworten, ohne zu wissen, woher wir kommen und wohin wir gehen! Zu diesem Wissen gelangen wir aber nur, wenn wir den kennen, der uns geschaffen hat, und von ihm erfahren, weshalb er uns erschuf.
Wir wurden im Bilde Gottes geschaffen (1Mo 1:26-27) und haben die Bestimmung, ihm gleich zu werden (1Jo 3:2). Dabei geht es in erster Linie darum, dass wir, wie Gott, Wesen der göttlichen Liebe werden. Unsere irdische, sterbliche Existenz ist nicht das Letzte, sondern lediglich ein wichtiger, wertvoller, aber auch schmerzhafter Geburtsprozess, der uns in das göttliche und unsterbliche Leben führt. Darum ist und bleibt Gott allein unser Zufluchtsort, eine felsenartige Wohnung und eine sichere Burg (Ps 71:3)! Wir kommen von ihm, er ist unsere Zuflucht, und wir haben die Bestimmung, zu ihm in das ewige Vaterhaus zu gelangen (Joh 14:2).
Der Weg dorthin führt nur über den Glauben bzw. das Vertrauen auf Gott, den wir jetzt nicht sehen können, so wie das Ungeborene seine Mutter auch nicht sehen kann, aber trotzdem mit ihr verbunden ist.
Montag, 2. September 2024
Der HERR heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden.
Psalm 147,3
Durch seine Wunden seid ihr heil geworden.
1.Petrus 2,24
Zerbrochene Herzen und geheilte Wunden
In seinen Psalmen spricht König David zweimal von "zerbrochenen Herzen". In Psalm 34:19 heißt es: "Nahe ist der HERR denen, die zerbrochenen Herzens sind, und die zerschlagenen Geistes sind, rettet er." Und in Psalm 51:19 lesen wir: "Die Opfer Gottes sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten."
Wer den Psalm 147 verfasst hat, ist nicht bekannt, aber die Botschaft ist dennoch eindeutig: Zerbrochene Herzen haben eine wunderbare Verheißung! Bevor wir jedoch tiefer in diese Verheißung eintauchen, stellt sich die Frage, was genau mit einem "zerbrochenen Herzen" gemeint sein könnte.
David schreibt nicht nur, dass der HERR zerbrochene Herzen nicht verachtet und ihnen nahe ist – er hat es auch selbst erfahren. In Psalm 34 war David auf der Flucht vor Saul. In seiner Angst und Verzweiflung stellte er sich wahnsinnig. Vielleicht fühlte sich sein Herz in diesem Moment wie ein zerbrochener Tonkrug, dem jeglicher Zusammenhalt fehlte.
Auch Psalm 51 entstand nach einer besonders schweren Zeit in Davids Leben. Nachdem er Uria seine Frau geraubt und ihn anschließend ermordet hatte (2Sam 11:15), verlor er den inneren Frieden. Die enge Beziehung zu Gott war zerstört, und Davids Herz zerbrach endgültig. Ebenso musste Hesekiel prophezeien, dass Gott das treulose und ehebrecherische Herz des Volkes Israel zerschlagen würde (Hes 6:9).
In der heutigen Zeit wird Ehebruch nicht mehr so stark verachtet wie früher; er ist fast zu einem gesellschaftlichen Standard geworden. Doch Mörder stehen nach wie vor ganz oben auf der Liste der Verachtung. Umso erstaunlicher ist es, dass David – als Ehebrecher und Mörder – bezeugen kann, dass Gott ein zerbrochenes Herz nicht verachtet. Ehebruch und Mord verabscheut Gott zutiefst, doch das zerbrochene Herz eines Ehebrechers und Mörders verachtet er nicht. Stattdessen wendet er sich dem zerbrochenen Herzen eines Sünders zu.
Ein zerbrochenes Herz ist ein Herz, das seinen Halt verloren hat. Früher vertraute es auf seine eigenen Fähigkeiten und oft auch auf böse Machenschaften. Doch nach dem Zerbruch ist jegliches Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten zerstört.
Solche zerbrochenen und verwundeten Herzen wird Gott mit viel Liebe und Sanftmut heilen und verbinden. Unsere Wunden, die durch unsere Sünden entstanden sind, wird er heilen. Auf erstaunliche Weise werden wir durch die Wunden Jesu geheilt. Jesaja prophezeite bereits im Hinblick auf das Kreuz: "Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt" (Jes 53:5). Welch herrliches Wunder der Gnade und Liebe unseres Gottes!
Dienstag, 3. September 2024
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
Psalm 139,5
Fürwahr, Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir.
Apostelgeschichte 17,27-28
Der uns umgebende Gott
Mittlerweile kenne ich einige Seen in den Schweizer Bergen, die über kristallklares, frisches, aber nicht allzu kühles Wasser verfügen. Meist liegen sie in einem wunderbar eingebetteten Alpenpanorama. Wenn ich an einem solchen Bergsee stehe, kann ich kaum widerstehen, ein paar Runden zu schwimmen. Dabei tauche ich auch gerne unter, sodass ich ganz vom Wasser umgeben bin. Es ist schon fast zu einem Ritual geworden, dass ich dann eines meiner Lieblingsgebete spreche: „Herr Jesus Christus, wie mich jetzt dieses herrliche Wasser von allen Seiten umgibt, so lass mich allezeit von deiner wunderbaren Gnade umgeben sein!“
Der Psalm 139 ist in seiner Art einmalig! David hat hier Dinge erkannt und ausgesprochen, die sehr bemerkenswert sind. Er beschreibt Gott nicht nur in seiner Allmacht und Allgegenwart, sondern auch als denjenigen, der schon längst alle unsere Gedanken erkannt hat (V. 2). Bevor wir von ihm im Leib unserer Mutter gestaltet wurden, sah er uns bereits, und alle Tage unseres Lebens waren in „sein Buch“ geschrieben (V. 16). Der allmächtige Gott hatte schon längst unsere gesamte DNA festgelegt. Das erinnert mich an die Zeit, als ich noch im Architekturbüro arbeitete. Nachdem ich ein Haus entworfen hatte (damals noch zweidimensional auf Papier), sah ich das Haus mit meinen inneren Augen bereits vor mir, obwohl es noch nicht gebaut war. Auch dieser Psalm macht deutlich, dass Gott über Raum und Zeit steht und alles wunderbar geplant hat.
Als Paulus sich in der „hochgebildeten Philosophenstadt“ Athen befand und auf dem Areopag stand, sprach er die Anwesenden an und begann seine Rede wie folgt: „Männer von Athen, ich sehe, dass ihr in jeder Beziehung den Göttern sehr ergeben seid. Denn als ich umherging und eure Heiligtümer betrachtete, fand ich auch einen Altar mit der Aufschrift: ‚Einem unbekannten Gott‘. Was ihr nun, ohne es zu kennen, verehrt, das verkündige ich euch.“ (Apg 17:22b-23)
Inmitten des Polytheismus verkündigte Paulus den für die Athener unbekannten Gott, der alle umgibt und jedem Menschen das biologische Leben gegeben hat. Dieses Leben entstand, als Gott dem noch leblosen Körper Adams seinen Atem einblies (oder Hauch, Odem, hebr. „neshamah“). Erst durch den „Hauch seines Mundes“ wurde der Mensch zu einer lebendigen Seele (1Mo 2:7). Bereits die griechischen Philosophen* haben erkannt, dass wir Menschen von Gott stammen.
Die Tatsache, dass der Gott der Liebe uns von allen Seiten umgibt und uns durch und durch kennt, ist nicht für alle eine beglückende Erkenntnis. Denn jeder, der nicht mit Gott und somit nicht aus der Liebe leben möchte, ahnt bewusst oder unbewusst, dass dieser Gott auch ein verzehrendes Feuer ist (Hebr 12:29), das alles verbrennt, was nicht Liebe ist! Glückselig sind alle, die schon heute eine vertrauensvolle Liebesbeziehung zum Herrn Jesus Christus haben dürfen!
- Man vermutet, dass der erste Teil des Zitats, das Paulus erwähnte, von dem kretischen Dichter Epimenides (6. Jh. v. Chr.) und der zweite Teil von dem stoischen Philosophen und Dichter Aratos von Soloi (3. Jh. v. Chr.) stammt.
Mittwoch, 4. September 2024
Ein Engel rührte Elia an und sprach zu ihm: Steh auf und iss! Und er stand auf und aß und trank und ging durch die Kraft der Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Berg Gottes.
1.Könige 19,5.8
Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden?
Matthäus 6,31
Steh auf und iss!
Was ist schwerer: Feuer vom Himmel fallen zu lassen, nach dreieinhalb Jahren Dürre um Regen zu bitten, der dann auch kommt, oder aufzustehen und zu essen? Wenn du gesund bist, etwas zu essen im Haus hast und wählen müsstest, würdest du dich sehr wahrscheinlich für Letzteres entscheiden, weil du dir das Erste nicht zutraust.
In 1. Könige 18:21ff scheint es so, als ob der Prophet Elia ganz alleine, als einziger Diener des HERRN, "völlig entspannt" vor dem feindlich gesinnten König Ahab, seinen 450 Baalspropheten und dem götzendienerischen Volk auftrat. Auf Geheiß Gottes forderte er sie alle zu einem ultimativen "Gottestest" heraus. Sowohl die Propheten des "Gottes" Baal als auch er selbst sollten ein Schlachtopfer herrichten. Der Gott, der mit Feuer antworten würde, erwiese sich als der einzig wahre Gott! Baal blieb stumm, und Jahweh, der Gott Israels, antwortete mit Feuer und verzehrte das Opfer samt den dazugehörigen Materialien: Holz, Steine, Erde und Wasser (1Kö 18:38). Anschließend kündigte Elia einen heftigen Regen an, der seit dreieinhalb Jahren ausblieb. Dafür betete er sechs Mal – und es geschah nichts! Dann betete er ein siebtes Mal, und plötzlich erschien eine kleine Wolke am Himmel (1Kö 18:44). Bald darauf wurde der Himmel schwarz von Wolken, und es kam ein starker Regen!
Was war das für ein Glaube, und was für eine Machtdemonstration?! Der allmächtige Gott stand auf der Seite Elias, und nach dieser Glaubenserfahrung gäbe es für ihn keinen Grund mehr, sich vor irgendetwas zu fürchten! Aber weit gefehlt! Isebel, die böse Frau des Königs Ahab, kündigte seine Ermordung an – und was geschah? Elia fürchtete sich und floh um sein Leben! Völlig erschöpft ließ er sich unter einem Ginsterstrauch nieder und wünschte sich, sterben zu können. Zum HERRN sagte er nur noch: "Es ist genug. Nun, HERR, nimm mein Leben hin! Denn ich bin nicht besser als meine Väter" (1Kö 19:4b).
Was war das für eine emotionale "Berg- und Talfahrt"! Hier sehen wir einen absolut beeindruckenden und starken Glaubenshelden, der schließlich zu einem ängstlichen, mutlosen und vielleicht auch etwas kleingläubigen Mann wurde, der einen Engel als Motivator brauchte, um aufzustehen und etwas essen zu können. Jakobus schreibt dazu: "Elia war ein Mensch von gleichen Gemütsbewegungen wie wir" (Jak 5:17).
Viele Menschen brauchen morgens zwar auch eine Motivation, um aufzustehen, aber das Essen bereitet den meisten doch noch Freude! Wir neigen eher dazu, uns zu sorgen, was wir essen, trinken und anziehen sollen. Im Gegensatz zu den meisten von uns war diese Frage zur Zeit Jesu für viele Menschen eine existenzielle Sorge. Sich nicht um Essen und Trinken zu sorgen, war damals noch wesentlich anspruchsvoller als in unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft. Trotzdem neigen wir auch heute noch dazu, uns Sorgen zu machen! Statt uns Sorgen zu machen, sollten wir viel eher nach dem "Reich Gottes" trachten (Mt 6:33). Dazu gehört auch das Glaubensgebet: "HERR, lass mich morgen früh rechtzeitig aufstehen, damit ich auch für dich Zeit finde, um dein Wort zu lesen und 'geistliche Speise' zu essen!"
Donnerstag, 5. September 2024
Hilf deinem Volk und segne dein Erbe und weide und trage sie ewiglich!
Psalm 28,9
Als Jesus das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren geängstet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben.
Matthäus 9,36
Der HERR, der sein Volk weidet
Ein guter Hirte führt seine Schafe auf die Weide, wo sie in aller Ruhe grasen, umhergehen und ausruhen können. Dabei hat er seine Schafe im Blick und wacht über sie, damit sie geschützt und ungestört weiden können.
In der Bibel werden die Obersten des Volkes auch als "Hirten" bezeichnet (Hesekiel 34). Ihre Aufgabe wäre es, das Volk zu leiten und ihm so zu dienen, dass es gut versorgt ist und sich sicher fühlen kann. Die Obrigkeit ist für Recht und Ordnung im Land zuständig. Leider gibt es nicht viele Regenten, die in erster Linie das Wohl des Volkes im Auge haben. In Hesekiel 34,2-3 wirft Gott den Obersten des Volkes vor, dass sie "sich selbst weiden" und die "Herde" nur ausbeuten, anstatt sich fürsorglich um das Volk zu kümmern. Macht, eigene Ehre und Reichtum sind leider allzu oft das Hauptmotiv der Regierenden. Wenn die herrschende Elite "sich selbst weidet", dann ist das Volk verängstigt und kann mit Schafen verglichen werden, die keinen wirklichen Hirten haben.
Doch wir sollten uns davor hüten, über die gegenwärtigen Regierungen ein abschließendes Urteil zu fällen. Premierminister Benjamin Netanjahu zum Beispiel hat sicher auch etliche Fehler begangen, aber er hat eine beinahe unendlich schwere Aufgabe! International steht er fast allein da, und innenpolitisch muss er sich um ein Volk kümmern, das so unterschiedlich denkt und handelt wie der Rest der Welt. Er sollte sein Volk vor grausamen Terroristen schützen und sich gleichzeitig um die noch lebenden Geiseln kümmern, die Soldaten stärken, die Wirtschaft im Gang halten, für Recht und Ordnung sorgen usw. usf. Für mich ist das eine "Mission Impossible"! Auch wenn wir mit dem einen oder anderen Verhalten nicht einverstanden sind – wer sind wir, dass wir über Benjamin Netanjahu oder Olaf Scholz ein gerechtes Urteil fällen könnten? Zwar müssen sie sich vielleicht vor weltlichen Gerichten verantworten, aber ein abschließendes und gerechtes Urteil wird nur Gott fällen können! Anstatt über unsere Regierungen zu lästern, sollten wir für sie beten und sie im Namen Jesu segnen!
Gottes Anforderungsprofil an zukünftige Herrscher ist ganz anders, als es heute üblich ist! Gottes zukünftige Regenten müssen von Herzen demütig sein und sich in hingebender und uneigennütziger Liebe um das Volk kümmern, damit alle in Ruhe, Frieden und mit Freude auf einer neuen Erde "weiden" können.
Jesus sagte zu seinen Jüngern: "... wer unter euch groß werden will, soll euer Diener sein; und wer von euch der Erste sein will, soll aller Sklave sein. Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele" (Mk 10:43b-45). Jesu demütige und liebende Hingabe hat ihn zum besten aller Hirten und zum "König aller Könige" qualifiziert! Es lohnt sich, seinem Beispiel zu folgen!
Freitag, 6. September 2024
Wir liegen vor dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.
Daniel 9,18
Aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme.
Epheser 2,8-9
Aus Gnade und durch Glauben
Der Prophet Daniel ist in jeder Hinsicht eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Für mich gehört er zu den beeindruckendsten Männern der Bibel. Er war nicht nur hochbegabt, treu, integer und absolut loyal, sondern auch bescheiden und demütig. Manchmal fragt man sich, ob er überhaupt ein "normaler Mensch" war, der, wie wir, mit den üblichen Fehlern und Schwächen zu kämpfen hatte. Aus dem Gesamtkontext der Bibel wissen wir, dass es nur einen "Menschen" gab, der absolut sündlos war, und das ist unser Herr Jesus Christus (Röm 3:23 / Hebr 4:15). Deshalb war auch Daniel ein sündiger Mensch. Aber die Bibel berichtet uns von keinem Fehlverhalten seinerseits, wie es bei Abraham, Jakob, David, Petrus und anderen beschrieben wird. Es ist absolut bemerkenswert, wie vorbildlich er sich inmitten von gefährlichen und korrupten Götzendienern verhielt. Obwohl die babylonischen Könige und ihr ganzer Staatsapparat von Willkür und Unrecht geprägt waren, gelang Daniel das "Kunststück", sich einerseits der Obrigkeit unterzuordnen und andererseits treu an Gott und seinen Ordnungen festzuhalten. Er kannte kaum Menschenfurcht (Dan 6), weil er Gott fürchtete, und es wird auch nicht berichtet, dass er jemals geheuchelt oder vor den Königen gekuscht hätte.
Vor diesem Hintergrund ist das priesterliche Gebet Daniels aus dem neunten Kapitel umso beeindruckender! In den Versen 4-5 lesen wir:
"Und ich betete zum HERRN, meinem Gott, und ich bekannte und sprach: Ach, Herr, du großer und furchtbarer Gott, der Bund und Güte denen bewahrt, die ihn lieben und seine Gebote halten! Wir haben gesündigt, uns vergangen, gottlos gehandelt, wir haben uns aufgelehnt und sind von deinen Geboten und von deinen Rechtsbestimmungen abgewichen."
Mit den Worten aus den Versen 18b und 19 beendet er sein Gebet:
"... Denn nicht aufgrund unserer Gerechtigkeiten legen wir unser Flehen vor dich hin, sondern aufgrund deiner vielen Erbarmungen. Herr, höre! Herr, vergib! Herr, merke auf und handle! Zögere nicht, um deiner selbst willen, mein Gott! Denn dein Name ist über deiner Stadt und deinem Volk ausgerufen worden."
Von Daniel lesen wir nicht, dass er gottlos gehandelt oder sich gegen die Gebote Gottes aufgelehnt hätte, und trotzdem solidarisierte er sich mit seinem Volk, indem er sich mit der Schuld Israels identifizierte, sie vor Gott brachte und um Vergebung bat. Daran hatte Gott Wohlgefallen, und dieses Gebet entsprach auch der Gesinnung Jesu Christi, der die Schuld der ganzen Welt auf sich nahm und auslöschte (Joh 1:29). Daniel verhielt sich ähnlich wie der Sohn Gottes und wurde so zu einem echten "Gegenüber" Gottes.
Gehören wir auch zu denen, die sich voller hingebender Liebe mit der Sünde ihres Volkes identifizieren und sie vor Gott bringen? Wir hätten auf jeden Fall allen Grund dazu,
weil wir aus Gnade und durch den Glauben gerettet wurden! Aber selbst dieser rettende
Glaube ist kein "Produkt", das wir selbst hervorgebracht hätten, sondern ein reines Gnadengeschenk Gottes (Eph 2:8). Was für eine wunderbare Gnade und Barmherzigkeit durften wir doch empfangen! Wenn wir das erfahren haben, dann dürfen auch wir, wie Daniel, die Sünde unseres Volkes im Gebet vor Gott tragen und um seine Vergebung bitten.
Das ist göttliche Liebe!
Samstag, 7. September 2024
Der HERR sprach zu Salomo: Bitte, was ich dir geben soll! Salomo sprach: Du wollest deinem Knecht ein gehorsames Herz geben, dass er dein Volk richten könne und verstehen, was gut und böse ist.
1.Könige 3,5.9
Der Teufel führte Jesus mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan!
Matthäus 4,8-10
Ein gehorsames Herz
Wie wäre es für uns, wenn der allmächtige Gott, dem alles möglich ist, zu uns sagen würde: "Du hast einen Wunsch frei!" Was würden wir uns wünschen? Hätten wir uns ein glückliches Leben, Erfolg, uneingeschränkte Macht, Reichtum, Gesundheit, großes Ansehen oder Frieden und Sicherheit gewünscht? Man könnte die Liste beliebig fortsetzen, und es gäbe noch vieles, das wir uns vielleicht wünschen würden.
Salomo hat sich für etwas Erstaunliches entschieden: "Du wollest deinem Knecht ein gehorsames Herz geben, damit er dein Volk richten könne und verstehen, was gut und böse ist." Ein gehorsames Herz wäre vermutlich nicht unsere erste Priorität gewesen. Es klingt weder nach einem genussvollen Leben noch nach ultimativer Freiheit.
Doch bei genauerem Nachdenken muss man sagen: Dieser Wunsch offenbart bereits eine beachtliche Portion Weisheit! Salomo hat erkannt: "Wenn ich ein gehorsames Herz habe, dann tue ich das, was in den Augen Gottes das Beste ist, und das ist weit besser als das, was ich für das Beste halte." Hätten wir auch so viel Weisheit gehabt?
Vielleicht hat sich der eine oder andere auch gefragt, was ein 'gehorsames Herz' mit der Fähigkeit zu tun hat, ein Volk zu richten und zu verstehen, was gut und böse ist? Offensichtlich vermittelt uns der Gehorsam gegenüber Gott auch Verständnis und Unterscheidungsvermögen. Das ist ein weiterer Vorteil eines solchen Wunsches!
Das hebräische Wort "shama" bedeutet jedoch nicht nur "gehorchen", sondern auch "hören". In der deutschen Sprache passt das ebenfalls: Der Gehorchende horcht! Nur wer gelernt hat, in seinem Herzen auf die leise – und manchmal kaum wahrnehmbare – Stimme Gottes zu hören, weiß, was als Nächstes zu tun ist. Auch diesbezüglich hat Salomo etwas sehr Wichtiges erkannt!
König Salomo wurde von Gott mit mehr Weisheit beschenkt als alle seine Zeitgenossen (1Kö 3:12-13)! Da stellt sich fast zwangsläufig die Frage, warum er so töricht endete. Damit ein Herz weise bleiben kann, braucht es auch eine "Liebe zu Gott", die sich durch unzerbrechliche Treue auszeichnet. Diese Treue zu seiner "ersten Liebe" verlor Salomo durch seine vielen Frauen, die andere Götter anbeteten (1Kö 11)!
Die treue Liebe zu seinem himmlischen Vater machte es Jesus möglich, allen Versuchungen Satans zu widerstehen! Jesus hätte nur einmal niederfallen und Satan anbeten müssen, und alle Reiche der Welt hätten ihm gehört!
Das wäre tausendmal einfacher gewesen, als sich kreuzigen zu lassen! Aber wenn Jesus das getan hätte, hätte er nicht nur gesündigt, sondern wir alle wären nach wie vor dem Tod geweiht und somit für immer verloren! Doch Gott sei Dank: Die Liebe Jesu hat gesiegt und uns, glaubende Sünder, vom Tod errettet!
Sonntag, 8. September 2024
Lehre mich rechtes Urteil und Erkenntnis, denn ich vertraue deinen Geboten.
Psalm 119,66
Paulus schreibt an Timotheus: Lass dich nicht auf Streitereien und Wortgefechte ein. Du weißt doch, dass sie nur zu Auseinandersetzungen führen.
2.Timotheus 2,23
Ein guter Geschmack
Psalm 119 ist in 22 Abschnitte aufgeteilt. Jeder Abschnitt enthält acht Verse, die mit dem gleichen hebräischen Buchstaben beginnen, und zwar in alphabetischer Reihenfolge. Alle Verse des neunten Abschnitts beginnen mit dem Buchstaben "ט (Teth)". Heinz Schumacher schreibt in seinen Erläuterungen dazu:
„Das mit Teth beginnende Wort ‚gut‘ (tov) findet sich in diesem Abschnitt fünfmal am Versanfang (V. 65-66 – V. 68 – V. 71-72). Eine wunderbare Aussage über Gottes Wesen enthält V. 68: ‚Gut bist du und tust Gutes.‘ Gott ist gut: also nicht heimtückisch, böse, sondern gütig, erbarmend, liebend, gerecht, ohne Falsch. Sein Handeln entspricht seinem Wesen: Er tut Gutes. Ja, ‚vergiss nicht, meine Seele, was er dir Gutes getan hat‘ (Ps 103:2)!“
Der Psalmist bittet in V. 66 um ein „gutes Urteilsvermögen“ (hebr. „tubh taam“). Die Lutherbibel (2017) übersetzt es mit „heilsame Einsicht“, und die Neue Genfer Übersetzung spricht von einem „gesunden Urteil“. Der Autor des längsten Psalms hat erkannt, dass die Worte Gottes gesund und heilsam sind und dass wir durch die Gebote und Weisungen des HERRN zu einem guten Urteilsvermögen gelangen.
In unserer chaotisch turbulenten Zeit, in der alles relativiert wird und niemand mehr recht weiß, was „oben und unten“ ist, brauchen wir in besonderer Weise ein gutes Urteilsvermögen! Ohne das Erkennen der göttlichen Ordnungen fehlt uns das gesunde Urteilsvermögen. Die Folge ist ein krankes und irrendes Herz. Auch der Psalmist befand sich zuvor auf einem Irrweg! Denn ein Vers später schreibt er: „Ehe ich gedemütigt wurde, irrte ich (Ps 119:67)!“
Die hebräischen Worte „tubh taam“ könnte man auch mit „guter Geschmack“ übersetzen. Durch unseren Geschmackssinn können wir beurteilen, ob eine Speise gut schmeckt. Ein schmackhaftes Essen ist ein besonderer Genuss, der uns Freude bereitet. Allerdings verändert sich unser Geschmack durch die Einnahme ungesunder Ernährung. Infolge des veränderten Geschmacks verschlechtert sich auch das „Urteilsvermögen“ der Geschmacksnerven, sodass der Betreffende das Ungesunde dem Gesunden vorzieht!
Im Geistlichen verhält es sich praktisch genauso! In Sprüche 18:8a lesen wir: „Die Worte des Verleumders sind wie Leckerbissen!“ Der Verleumder ist jemand, der gerne schlecht über andere spricht! Je nachdem, wie verdorben unser Urteilsvermögen bzw. unsere geistlichen Geschmacksnerven sind, empfinden wir das Schlechtreden über andere als geschmackvoll, weil es scheinbar unser Selbstwertgefühl steigert und wir uns besser als andere fühlen können. Auf diesem Prinzip basiert z. B. die Boulevardpresse.
Auch Streitereien und Wortgefechte verderben unseren „geistlichen Geschmack“. Sie richten unseren Fokus auf das „Schlechte“, statt auf das Gute und Wohltuende! Das Beachten der Worte Gottes und der Anweisungen unseres Herrn Jesus Christus schenkt uns ein gutes Urteilsvermögen und dadurch auch einen guten geistlichen Geschmack, der unser Herz und unsere Seele gesund werden lässt!
Montag, 9. September 2024
Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den HERRN!
Psalm 40,5
Andreas findet seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden.
Johannes 1,41
Geduldiges Warten und Hoffen
Zu Beginn dieses Jahrhunderts erlebte ich eine besonders schwere Zeit in unserem Architekturbüro. Einerseits sah ich einen „riesigen Berg“ Arbeit vor mir, und andererseits hatten wir mit finanziellen Problemen zu kämpfen, die so bedrohlich waren, dass wir schon mit einer Zahlungsunfähigkeit rechneten. Die Situation lastete so schwer auf meiner Seele, dass ich kurz vor einem Burnout stand. Ich war wie gelähmt und fühlte mich unendlich müde! Es hätte nicht mehr viel gefehlt, und ich wäre ein Fall für die Psychiatrie geworden. Damals betete ich etwa wie folgt: „Herr Jesus, wenn du mir jetzt nicht hilfst, bin ich am Ende!“ Einige Tage später schenkte mir der Herr Jesus eine unerwartete Lösung, und ich sah wieder „ein Licht im Tunnel“.
In Psalm 40 beschreibt David ebenfalls einen bedrohlichen Zustand. Er berichtet, wie er sich in einer „Grube des Verderbens“ bzw. in einer „Zisterne voller Schlamm“ befand (V. 3). Möglicherweise benutzte David diese Beschreibung als Metapher für eine ausweglose Situation. Der Prophet Jeremia wurde jedoch buchstäblich in eine Zisterne voller Schlamm geworfen, und man beabsichtigte, ihn dort verdursten zu lassen (Jer 38:6). Sowohl Jeremia als auch David wurden vom HERRN aus der „Grube des Verderbens“ gerettet!
Warst du auch schon einmal in einer scheinbar ausweglosen Lage? Wenn wir keinen Ausweg mehr sehen, ist die Gefahr groß, dass wir kapitulieren – besonders dann, wenn wir nur noch mit unseren eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten rechnen! David wartete beharrlich auf das Eingreifen des HERRN (V. 2). Auf Gott zu hoffen und geduldig auf die Hilfe des Herrn Jesus Christus zu warten, können wir nur dann, wenn wir ihn zuvor kennengelernt haben.
Johannes der Täufer richtete seinen Blick auf Jesus und sagte: „Siehe, das Lamm Gottes!“ (Joh 1:36). Dieser Blick und das anschließende Zeugnis bewegten Andreas und seinen „Mitschüler“ dazu, Jesus kennenzulernen (Joh 1:38ff). Sie verbrachten einen Tag mit Jesus, und das reichte bereits aus, damit Andreas zu der Überzeugung kam: „Jesus ist der verheißene Messias!“ Als Andreas seinen Bruder Simon Petrus fand, musste er sofort berichten: „Wir haben den Messias gefunden!“ Jesus ist der Messias, d. h. der „gesalbte Retter Gottes“, der zuerst kam, um die Sündenlast der Welt auf sich zu nehmen, damit er jedem Glaubenden seine göttliche Gerechtigkeit schenken kann (2Kor 5:21 / Röm 3:22). Mit dieser geschenkten Gerechtigkeit können wir einmal in das Haus des himmlischen Vaters einziehen, wenn Jesus wiederkommt und uns zu sich holt (Joh 14:1-2)! Wir warten und hoffen auf den wiederkommenden Herrn Jesus Christus!
Dienstag, 10. September 2024
Halleluja! Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen im Rate der Frommen und in der Gemeinde.
Psalm 111,1
Lobt unsern Gott, alle seine Knechte und die ihn fürchten, Klein und Groß!
Offenbarung 19,5
Die Kostbarkeit des Lobens
„Halleluja“ („Lobet Jah“) ist eines der wenigen Worte, die in nahezu alle Sprachen übernommen wurden. Auch „Hosanna“ („rette doch!“ oder „hilf doch!“) und „Amen“ („so sei es“ oder „wahrlich“) könnte man als „internationale Begriffe“ bezeichnen. „Jah“ ist die Kurzform von Jahweh (Der Seiende, der Werdende). In vielen Übersetzungen wird Jahweh mit „HERR“ wiedergegeben, da der hebräische Begriff „JHWH“ (vermutlich „Jahweh“ oder „Jahaweh“) im Neuen Testament mit „kyrios“ (Herr) übersetzt wird (Ps 110:1 - Mt 22:44).
Dem Loben, Preisen und Anbeten des HERRN wird in der Bibel eine große Bedeutung zugemessen, weil es Gott verherrlicht, dem HERRN die Ehre gibt und ein Ausdruck dankbarer Freude ist. Obwohl „Lobpreis und Anbetung“ (engl. „Praise and Worship“) so schön und wertvoll sind, wird über die Art und Weise, wie sie praktiziert werden sollen, teilweise heftig gestritten – ganz zur Freude Satans! Die Geschmäcker in Bezug auf Rhythmus, Melodie und Instrumente gehen oft weit auseinander. Manche beklagen sich über die häufigen Wiederholungen oder die „Oberflächlichkeit“ mancher Texte. Klar ist jedoch, dass Lobpreis und Anbetung etwas sehr Wichtiges und Wertvolles sind. Jesus hat mit seinen Jüngern Loblieder (Hallel-Psalmen) gesungen (Mt 26:30). Paulus und Silas haben Gott im Gefängnis gelobt – oder anders übersetzt: „einen Hymnus gesungen“. Auch schrieb Paulus in Kolosser 3:16b: „Singt Psalmen, Lobgesänge und von Gottes Geist eingegebene Lieder; singt sie dankbar und aus tiefstem Herzen zur Ehre Gottes“ (NGÜ).
Das Entscheidende beim Lobpreis ist die Herzenshaltung bzw. die „Gesinnung des Herzens“. Darum glaube ich auch, dass die äußere Form eine untergeordnete Rolle spielt und jeder für sich selbst herausfinden muss, wie er Gott – in seinem Herzen – am besten loben und anbeten kann. Paulus erklärt uns in Römer 14, dass es Geschwister gibt, die ohne jegliche Bedenken alles essen können, während andere ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn sie dies oder jenes essen. Er betont, dass jeder das tun soll, was seine Vertrauensbeziehung zu Gott stärkt, und sagt auch, dass wir einen Bruder nicht verurteilen sollen, wenn er etwas tun oder nicht tun kann.
Wenn ein „Musikstil“ meine Freude und Dankbarkeit gegenüber Gott intensiviert sowie meine Liebe und mein Vertrauen zu Gott vergrößert, dann ist er gut für mich. Wenn ein Musikstil Ärger und Aggressionen auslöst, dann ist er für die „Anbetung Gottes“ denkbar ungeeignet. So wie es Geschwister gibt, die „alles“ mit gutem Gewissen essen können, und andere, die das nicht können, so gibt es solche, die voller Freude mit anderen einen „Negro Spiritual“ singen können, während andere dabei schon ein schlechtes Gewissen bekommen. Was die äußere Form der Anbetung betrifft, gilt meines Erachtens für jeden etwas anderes; ganz ähnlich wie beim Essen in Römer 14! Die gegenseitige Rücksichtnahme ist dabei von großer Bedeutung und ein Ausdruck der Liebe. Jüngere Gläubige möchte ich dazu ermutigen, die inhaltsreichen Lieder von Paul Gerhardt zu entdecken, und ältere Geschwister, auch neuere Lieder zu singen, die ebenso tiefgründig sein können.
Aber warum ist das „Gott loben“ – in welcher Form auch immer – so wichtig und kostbar? Wenn der Lobpreis Gottes aus ganzem Herzen kommt und nicht nur eine „Pflichtübung“ ist, dann intensiviert er unsere Liebesbeziehung zu Gott. Er vergrößert unsere Dankbarkeit, Ehrfurcht und Demut gegenüber Gott. Der von Herzen kommende Lobpreis stärkt unser Vertrauen zu Gott, fördert die Gemeinschaft, beruhigt unser Herz und unsere Seele, reduziert Angst und Stress und richtet unseren Fokus auf die Ewigkeit und somit auf unseren liebenden himmlischen Vater!
Mittwoch, 11. September 2024
Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist.
Psalm 51,12
Das Ziel aller Weisung ist die Liebe, die aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben kommt.
1.Timotheus 1,5
Mache du es - ich schaffe es nicht!
Nicky Cruz war der Anführer einer der gefährlichsten Straßengangs in New York City. Sein Leben war geprägt von Gewalt, Drogen und Kriminalität. Obwohl er spürte, dass er innerlich zerrissen war, wusste er nicht, wie er sich aus diesem Kreislauf befreien konnte. Die Wut und Dunkelheit in ihm waren so stark, dass er keine Hoffnung sah, sich jemals ändern zu können.
Der Prediger David Wilkerson erzählte ihm von der Liebe Gottes. Einerseits sehnte Nicky sich nach Veränderung, andererseits erkannte er, dass er selbst nicht in der Lage war, sein Leben zu ändern, weil sein Herz so tief in Bosheit und Finsternis verstrickt war. In einem Moment tiefer innerer Not entschied er sich, Gott um Hilfe zu bitten. Er flehte Gott an, sein Leben zu verändern, weil er wusste, dass er es allein nicht schaffen würde. Gott erhörte sein Gebet, erfüllte Nickys Herz mit seiner Liebe und schenkte ihm die tiefe Gewissheit der Vergebung.
Die meisten Menschen haben schon versucht, sich selbst zum Positiven zu verändern. Einige machen dann gewisse Fortschritte und sind optimistisch, es weiterhin zu schaffen. Ob König David damit rechnete, sich selbst laufend verbessern zu können, weiß ich nicht. Aber nachdem er massiv gegen Gott und die Menschen gesündigt hatte (2Sam 11), wurde ihm klar: „Ich kann mein Herz und meine Gedanken nicht so verändern, dass sie rein werden! Das kann nur Gott allein, und ich vertraue darauf, dass er es tun wird, wenn ich ihn darum bitte!“
David machte in Psalm 51,9 eine erstaunliche Aussage: „Entsündige mich mit Ysop, dass ich rein werde; wasche mich, dass ich weißer werde als Schnee!“ David traute Gott zu, dass er ihn vollständig reinigen könne, obwohl er sich massiv mit Sünde befleckt und große Schuld auf sich geladen hatte.
Dazu möchte ich eine Aussage von Adolf Heller zitieren:
„Was ich jetzt sage, mag manche überraschen: Wer nach schwerer Versündigung die Erlösung und Vergebung erfasst hat, ist in den Augen Gottes reiner als einer, der nie gesündigt hat! Ich wiederhole: Wer gesündigt hat und seine Sünde Jesus gebracht hat, wer Buße getan und sie unter das sündenauflösende Blut Christi und unter die Zucht des Heiligen Geistes gestellt hat, ist reiner, als wenn er nie gesündigt hätte!“
Wie kommt Adolf Heller zu dieser Aussage? Erlösung und Vergebung kann man nur dann voll und ganz erfassen, wenn man zuvor nicht nur seine Schuld erkannt hat, sondern auch die eigene Unfähigkeit, sich selbst so zu verändern, dass man so vollkommen lieben kann, wie Gott selbst! Das ist das Ziel; denn Jesus sagt in Matthäus 5,48: „Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.“
Trotzdem bleibt die Frage, warum man durch das Erfassen und In-Anspruch-Nehmen der Erlösung und Vergebung Gottes reiner sein soll, als wenn man nie gesündigt hätte. Einem Menschen, der nie gesündigt hat, fehlt es an Demut, und diese gehört zur Vollkommenheit dazu! Die Selbstreinigung bewirkt keine göttliche Vollkommenheit, während eine Reinigung von Seiten Gottes nicht nur zu einer vollständigen Befreiung von Sünde führt, sondern gleichzeitig auch zu einer von Gott geschenkten Gerechtigkeit, die weit besser ist als jede eigene Gerechtigkeit. Warum?
Die göttliche Gerechtigkeit beinhaltet eine Liebe, die von absoluter Demut, Wahrheit und Treue geprägt ist. Der eigenen Gerechtigkeit fehlt es an Demut. Die Gerechtigkeit Gottes kann man sich nur mit einem demütigen Herzen schenken lassen, und nur durch Demut können wir unsere Mitmenschen höher achten als uns selbst (Phil 2:3), sie wertschätzen und ihnen die Würde geben, die ihnen als Geliebte Gottes zusteht! Nur ein demütiges und liebendes Herz ist ein reines Herz, und dieses reine Herz kann nur Gott selbst schaffen!
Donnerstag, 12. September 2024
Helft dem Elenden und Bedürftigen zum Recht.
Psalm 82,3
Euch aber lasse der Herr wachsen und immer reicher werden in der Liebe untereinander und zu jedermann.
1.Thessalonicher 3,12
Wachsen in der Liebe
Die Rechte der Schwachen, Elenden und Bedürftigen werden von den Mächtigen dieser Welt oft „mit Füßen getreten“. Um ihre eigene Macht zu vergrößern oder zu erhalten, müssen sie sich vor allem mit den Einflussreichen und Erfolgreichen beschäftigen. Alles andere ist für die Mächtigen „Zeitverschwendung“, und darum haben sie in der Regel auch kein Interesse daran, sich um das Recht der Schwachen und Elenden zu kümmern.
In Psalm 82 spricht Gott mächtige Personen an, denen er eine große Verantwortung übertrug. Jede Obrigkeit, jede Regierung und jeder menschliche Richter sollte sich das hier Gesagte zu Herzen nehmen. Etliche Ausleger sind der Meinung, dass in diesem Psalm ausschließlich dieser Personenkreis angesprochen wurde und dass die Ausdrücke „Götter“ und „Söhne des Höchsten“ (Ps 82:6) lediglich eine Metapher für menschliche Könige und irdische Richter sind. Ich bin jedoch nicht dieser Meinung! Es ist zwar richtig, dass hier auch irdische Könige und Richter angesprochen werden, aber nicht ausschließlich!
Die Aussage in Vers 1, „Gott steht in der Gottesversammlung, inmitten der Götter (hebr. elohim) richtet er“, erinnert an Hiob 1:6 und Hiob 2:1 sowie an 1. Könige 22,19ff. Auch der Ausdruck „Söhne Gottes“ findet sich in 1. Mose 6:2ff, Hiob 1:6; 2:1; 38:7. Das sind alles Textpassagen, die von einer „himmlischen Versammlung“ und von Engel- bzw. Geisteswesen sprechen. Es gibt Engelfürsten, die als hohe Verantwortungsträger sogar über irdische Nationen eingesetzt wurden. In Daniel 10:13 spricht vermutlich der Engel Gabriel (Dan 8:16 & Dan 9:21) von einem „Engelfürsten von Persien“ und von Michael, dem „Engelfürsten Israels“. Auch die Bemerkung in Psalm 82:7 legt den Schluss nahe, dass die hier Angesprochenen in erster Linie „Geisteswesen“ sind, die nicht damit rechnen, wie Menschen sterben zu müssen. Es heißt dort: „... doch wie ein Mensch werdet ihr sterben und wie einer der [irdischen] Fürsten fallen.“
Die Aufgabe der Söhne Gottes wäre gewesen, dem HERRN zu dienen, indem sie u. a. den Geringen, Verwaisten, Elenden und Bedürftigen zu ihrem Recht verhelfen und die Armen aus der Hand der Gottlosen entreißen. Stattdessen haben sie ihre Behausung verlassen (ihren geistlichen Leib; Jud 1:6; 1Petr 3:19-20) und sich mit Menschen vermischt, indem sie mit Frauen Geschlechtsverkehr hatten (1Mo 6:2). Dabei zeugten sie die Riesen und die Helden der Urzeit („Halbgötter“; 1Mo 6:4).
Mächtige haben den Auftrag, den Schwachen zu ihrem Recht zu verhelfen, und wir haben die schöne Berufung, in der Liebe zu wachsen! „Das Wachsen in der göttlichen Liebe“ gehört zu den wichtigsten Entwicklungsprozessen für uns Menschen, und Gottes Ziel ist es, dass wir in der Liebe vollendet werden. Manchmal wollen wir uns gegenseitig vorschreiben, einander zu lieben, und ein andermal erstellen wir irgendwelche Verhaltensregeln dazu. Wer seinen Nächsten lediglich aus einem „Pflichtgefühl“ heraus liebt, liebt noch nicht so, wie Gott es sich gedacht hat. Manche wollen andere sogar dazu nötigen, ihre Mitmenschen zu lieben! Das hat aber nicht viel mit Liebe zu tun. „Weckt die Liebe nicht, bis es ihr selbst gefällt!“ schreibt Salomo im Hohelied 2:7. Das Einzige, was wir tun sollten, ist, die Liebe vorzuleben und einander zur Liebe zu motivieren. Dies darf aber nicht mit psychischem Druck geschehen! Jesus und Paulus haben die Liebe vorgelebt und zum Lieben motiviert.
Freitag, 13. September 2024
Beweise deine wunderbare Güte, du Heiland derer, die Zuflucht suchen vor denen, die sich gegen deine rechte Hand erheben.
Psalm 17,7
Ihr könnt euch glücklich preisen, wenn ihr beschimpft werdet, nur weil ihr euch zu Christus bekennt; denn dann ist der Geist Gottes bei euch, in dem Gottes Herrlichkeit gegenwärtig ist.
1.Petrus 4,14
Geborgen in Gott und der Geist der Herrlichkeit
"Mache deine Güte außergewöhnlich, der du diejenigen rettest, die sich bei dir bergen!" So könnte man den ersten Teil von Psalm 17:7 auch übersetzen. Das Gefühl von absoluter Geborgenheit ist sehr beruhigend und wohltuend. Darum suchen wir Menschen Schutz und Sicherheit. Der HERR ist der beste Schutz und bei ihm sind wir am sichersten Ort, den es gibt (Ps 91:1-2)! Das ist aber eine Tatsache, die man nicht sehen kann. Man kann sie höchstens selbst erfahren, indem man sein Vertrauen auf den unsichtbaren und allmächtigen Gott setzt (Hebr 11:1). Bruder Andrew, der "Schmuggler Gottes", der wahrscheinlich hunderttausende von Bibeln hinter den "Eisernen Vorhang" schmuggelte, durfte diesen außergewöhnlichen Schutz Gottes erfahren, obwohl er sich - menschlich gesehen - immer wieder in sehr gefährlichen Situationen befand. Er sagte sinngemäß:
"Der sicherste Ort der Welt ist der, an dem wir uns im Willen Gottes befinden." (Röm 8:31)
Im Moment fühle ich mich in der Schweiz relativ sicher! Im Grenzgebiet von Israel und dem Libanon sieht es etwas anders aus. Da fliegen täglich Dutzende Raketen der Hizbollah Richtung Israel und es kommt immer wieder zu Terrorattacken, Raketeneinschlägen und Waldbränden. Aus menschlicher Sicht würde ich mich dort nicht so sicher fühlen, wie hier in der Schweiz. Aber wenn Gott mir in diesem Gebiet einen Auftrag geben würde, wäre ich dort sicherer als hier, denn auch hier kann mich ganz unerwartet ein schweres Schicksal treffen (Jak 4:13-15).
Kürzlich lernte ich einen Mann aus Deutschland kennen, dessen einzige Tochter - die gerade mal 18 wurde - genau dorthin reiste, um in einem Pflegeheim für Holocaust-Überlebende zu arbeiten. Er ist davon überzeugt, dass sie genau das tut, was Gott ihr gezeigt hat, und darum macht er sich um seine Tochter auch keine Sorgen! Das ist ein Vertrauen in den allmächtigen Gott, den wir aber nicht sehen können (2Kor 5:7)! Dieser Gott kann uns sowohl aus dem "Rachen des Löwen" als auch "aus einem vernichtenden Feuer" retten (Dan 6:23 / Dan 3:26-27).
Der Hebräerbriefschreiber erwähnte diese Wunder ebenfalls (Hebr 11:33-34), aber dann erwähnt er auch andere Schicksale, indem er schreibt: „Andere aber ließen sich martern und nahmen die Befreiung nicht an, um eine bessere Auferstehung zu erlangen; ..." (Hebr 11:35). Es gibt also auch Christen, die das Martyrium erleiden und die gequält werden. Ist man dann auch in Gott geborgen? Ich glaube ja; auch wenn ich diesbezüglich über keine persönlichen Erfahrungen verfüge! Ich habe immer wieder auch authentische Berichte gelesen und Zeugnisse von "OpenDoors" gehört, die das bestätigen. Verfolgte Christen dürfen eine Geborgenheit erfahren, die man von außen nicht sehen kann (2Kor 4:16-18) und nicht wenige dürfen das Geheimnis entdecken, was es heißt, wenn der "Geist der Herrlichkeit Gottes" auf ihnen ruht. Das berichtete sinngemäß ein Christ, der in einem arabischen Gefängnis geschlagen wurde und unter starken Schmerzen litt. Während er in seiner Gefängniszelle lag, geschah das Undenkbare und er berichtete weiter: "Plötzlich kam ein Friede und eine Freude über mich, dass ich mich so glücklich fühlte, wie nie zuvor!" Genau da ruhte der Geist der Herrlichkeit auf ihm (1Petr 4:14)! Darum dürfen sich auch verfolgte Christen in Gott geborgen wissen (Röm 8:35-39)!
Samstag, 14. September 2024
Ich hatte viel Bekümmernis in meinem Herzen, aber deine Tröstungen erquickten meine Seele.
Psalm 94,19
Jesus sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn.
Lukas 22,42-43
Bekümmernis, Tröstung und Stärkung
Die menschliche Psyche wird mit vielen Gefühlen konfrontiert und befindet sich oft in einem ständigen Auf und Ab. Man könnte auch von Wellenbewegungen sprechen, bei denen die Seele manchmal "himmelhoch jauchzend" und dann wieder "zu Tode betrübt" ist (Ps 42:12). Es gibt Menschen, die relativ ausgeglichen wirken, während bei anderen das Wechselbad der Gefühle viel stärker zum Vorschein tritt. Bei manchen hält ein "Hoch" relativ lange an, während andere über weite Strecken in einem "Tief" verweilen. Ausgeglichene Menschen empfinden wir oft als gelassen, und diese Gelassenheit ist für viele erstrebenswert. Doch wir sind alle unterschiedlich "gebaut" und können nicht immer "aus unserer Haut" (Jer 13:23).
Der Dichter von Psalm 94 schien nicht von ständiger Gelassenheit geprägt zu sein! Doch Vorsicht: Wer den ganzen Psalm liest, erkennt, wie sehr der Psalmist gelitten hat. Die Verse 16 und 21 lassen vermuten, dass es sich hier um einen Verfolgten handelt, der unter Unrecht litt und viel Bosheit in seiner Gesellschaft erkennen musste.
Inmitten dieser Bekümmernis (oder "seiner gemischten Gefühle") wird er von Gott getröstet. Er durfte erkennen, dass der HERR für ihn eine schützende Burg und ein "Fels der Zuflucht" wurde (Ps 94:22). Das dürfte seine Seele beruhigt haben.
Die Tröstungen Gottes beinhalten ein großes Geheimnis, das man nur entdeckt, wenn man Trost nötig hat (2Kor 1:3-4). Wir sind zwar dankbar, wenn wir Trost erfahren, doch die Situationen, in denen wir Trost brauchen, meiden wir, wann immer möglich. Wer möchte schon "zu Tode betrübt" sein und Traurigkeit oder Kummer erleben? Doch gerade Traurigkeit und Kummer bilden das Fundament für Gottes Tröstungen, die so wunderbar sind, dass man dann die Traurigkeit nicht mehr missen möchte.
Das im Lehrtext erwähnte Gebet Jesu sprach er im Garten Gethsemane. Dort litt seine Seele unvorstellbare Qualen, und wir können kaum sagen, ob Gethsemane oder sein Sterben am Kreuz schwerer war. Gethsemane beinhaltete vor allem seelische Not, während das Kreuz eine absolute Katastrophe für seinen Körper war. Im Garten Gethsemane sagte er zu seinen Jüngern: "Meine Seele ist tief betrübt bis in den Tod. Bleibt hier und wacht mit mir!" (Mt 26:38). Wir lesen auch, dass sein Schweiß wie Blutstropfen wurde (Lk 22:44). In dieser Situation brauchte selbst der Sohn Gottes eine Stärkung aus dem Himmel, und der Vater sandte einen Engel, der ihn stärkte.
In Offenbarung 21:3-4 wird uns ein allumfassender Trost verheißen, einer meiner Lieblingsstellen: "Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen." (Jes 25:8 / 1Kor 15:54)
Ich wünschte, es wäre schon so weit!
Sonntag, 15. September 2024
Wenn du nun isst und satt wirst, so hüte dich, dass du nicht den HERRN vergisst.
5.Mose 6,11-12
Jesus sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel.
Johannes 6,32
Viele Gaben verbergen manchmal den Geber
Die Generation meiner Großeltern erzählte mir, wie es nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland aussah: "Die Ladenregale waren ziemlich leer und die Kirchen meist voll!" Heute ist es umgekehrt: "Die Kirchen sind ziemlich leer und die Ladenregale meist voll!" Die aktuelle Generation Europas hat in den letzten Jahrzehnten reichlich zu essen gehabt, aber mehrheitlich den Gott der Bibel vergessen, der uns nach dem Krieg so viel Segen geschenkt hat (5Mo 8:10-14). Der wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands unter Konrad Adenauer und Ludwig Erhard wurde von so manchen als Wunder bezeichnet!
Gott, der HERR, wusste um die Gefahr des "Vergessens", wenn es den Menschen jahrzehntelang gut geht! Je größer und länger der Wohlstand andauert, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir den erreichten Segen als eine Selbstverständlichkeit betrachten und dabei den Geber aller guten Gaben vergessen (Jak 1:17). Darum ließ Gott durch Mose sagen: "Wenn du nun isst und satt wirst, so hüte dich, dass du nicht den HERRN vergisst." (5Mo 6:11-12)
Als die Israeliten das verheißene Land einnahmen, waren wahrscheinlich viele dankbar! Die Zeit der Sklaverei und der anschließenden Wüstenwanderung war endlich vorbei, und sie kamen in ein Land, wo "Milch und Honig" floss (2Mo 3:8). Damit die Israeliten den Geber aller guten Gaben und somit ihren Gott nicht vergessen würden, ordnete der HERR das "Shema Israel" an: "Höre, Israel: Der HERR ist unser Gott, der HERR allein! Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft (5Mo 6:4-5)." Damit die Liebe zum HERRN wachsen kann, gab Mose noch zusätzliche Anweisungen:
- Diese Worte sollen in deinem Herzen sein, d.h. die Gedanken und Motive sollen vom "Shema Israel" geprägt sein (5Mo 6:6).
- Schärfe diese Worte deinen Kindern ein, damit sie dieses "Shema Israel" auch weitertragen (5Mo 6:7). Dies hat vermutlich auch dazu beigetragen, dass die Juden ihre Identität während ihres fast 2’000-jährigen Exils nicht verloren haben.
- Rede davon, wenn du sitzt, gehst, dich hinlegst und aufstehst. Dadurch bleiben die Worte in deinem Herzen und sie vertiefen sich (5Mo 6:7).
- Binde sie auf deine Hand! Die orthodoxen Juden machen das buchstäblich, indem sie den Gebetsriemen (Tefillin) anlegen. Im übertragenen Sinn könnte man auch sagen: "Denk daran, wenn du mit deinen Händen arbeitest oder sonst etwas tust!" (5Mo 6:8)
- Diese Worte sollen als Merkzeichen zwischen deinen Augen sein. Dazu wird bei den Juden ein Tefillin-Kästchen auf der Stirn, oberhalb der Haarlinie, angebracht. Das könnte u.a. folgende Bedeutung haben: Denke bei allem, was du anschaust, an Gottes Liebe zu dir und an deine Liebe zu ihm! (5Mo 6:8)
- Schreibe es an die Pfosten deiner Türen und Tore. Bei den Israeliten ist dies die Mesusa, ein kleines Gehäuse mit einem Pergamentstreifen, der handgeschriebene Abschnitte aus der Tora enthält, insbesondere das Shema Israel (5Mo 6:4-9) und weitere Passagen (5Mo 11:13-21). Dies erinnert daran: "Denke an deine Liebe zu Gott, wenn du eingehst und wenn du ausgehst" (5Mo 6:9). Es symbolisiert, dass Gottes Wort unser ganzes Leben durchdringen soll (5Mo 11:18-20 / Ps 119:105).
Gott gab den Israeliten das Manna, damit sie die Wüstenwanderung überleben konnten (2Mo 16:35 / Neh 9:20). Durch Jesus ist uns das wahre Lebensbrot aus dem Himmel gegeben worden (Joh 6:35 / Joh 6:51). Dies ist das allergrößte Geschenk, das wir je empfangen haben (2Kor 9:15). Wer dieses Geschenk mit tiefer Dankbarkeit angenommen hat und sich regelmäßig mit Freude daran erinnert, der vergisst den Geber aller guten Gaben nicht (Jak 1:17 / Ps 103:2)! Dadurch wächst auch seine Liebe zu Gott (1Jo 4:19 / Röm 5:5). Möge der HERR uns diese Gnade schenken (Eph 3:16-19)!
Montag, 16. September 2024
Gott der HERR hilft mir, darum werde ich nicht zuschanden.
Jesaja 50,7
Als Petrus die hohen Wellen sah, bekam er Angst. Er begann zu sinken und schrie: "Hilf mir, Herr!"
Matthäus 14,30
Der HERR hilft mir
Viele Menschen haben schon einmal eine charismatische Persönlichkeit getroffen, die eine besondere Ausstrahlung hatte. Manchmal sind wir so beeindruckt, dass wir ihnen fast alles zutrauen. Sie sagen vielleicht; „Yes, we can!" und wir setzen unser Vertrauen auf diese "Überflieger". Doch wer mehr auf Menschen statt auf Gott vertraut, wird früher oder später enttäuscht, weil sie niemals das geben können, was Gott ihm gibt (Ps 118:8-9). Je stärker man sich an Menschen gebunden hat, desto größer ist die Enttäuschung. Man fühlt sich dann nicht nur betrogen, sondern auch tief beschämt.
Ganz anders verhält es sich beim Vertrauen auf den Herrn Jesus Christus! Doch weil wir ihn nicht sehen können, fällt es uns manchmal schwer, ihm ganz zu vertrauen (Joh 20:29). Wir befürchten, am Ende enttäuscht zu werden. Kurz vor seinem Tod sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!" (Joh 14:1)
Die Aussage aus Jesaja 50:7 zeugt von großer Gewissheit! Warum ist der Prophet so sicher, dass der HERR hilft? Ein Vers zuvor lesen wir: „Ich bot meinen Rücken den Schlagenden und meine Wangen den Raufenden, mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel" (Jes 50:6). Viele sehen darin eine Prophezeiung auf den leidenden Gottesknecht, also auf Jesus, der bei seiner Verurteilung ähnlich behandelt wurde (Mt 26:67).
Niemand vertraute so sehr auf den himmlischen Vater wie Jesus! Nach seinem Tod am Kreuz dachten viele, sein Gottvertrauen sei vergeblich gewesen. Doch Gott erweckte ihn von den Toten (Apg 2:24), und so wurde Jesus nicht zuschanden, obwohl es am Kreuz zunächst so aussah!
Auch in unserem Leben mag es Situationen geben, in denen es scheint, als ob sich das Vertrauen auf Gott nicht lohnt. Viele Christen weltweit leiden unter Verfolgung, aber sie erfahren auch Freude und inneren Frieden (Röm 5:3-5). Sie gewinnen Brüder und Schwestern in Christus, die sie wirklich lieben. Die größte Belohnung erwartet sie aber, wenn der Herr Jesus wiederkommt und sie in das Haus des himmlischen Vaters führt, wo sie das unsterbliche Leben haben dürfen (Joh 14:2 / 1Petr 1:3-4). Das Vertrauen auf den HERRN wird nicht enttäuscht!
Auch Petrus vertraute darauf, dass Jesus ihm helfen konnte. Sein Glaube wurde nicht beschämt, obwohl er zunächst auf die Wellen (o. den Wind) schaute statt auf Jesus. Wenn wir heute auf die weltweiten „Turbulenzen" schauen statt auf Jesus, laufen wir Gefahr zu sinken. Jesus rät uns: „Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht" (Lk 21:28). Lasst uns also auf Jesus schauen (Hebr 12:2), damit wir nicht versinken, sondern zuversichtlich in die Zukunft blicken können!
Dienstag, 17. September 2024
Du krönst das Jahr mit deinem Gut.
Psalm 65,12
Gott hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt.
Apostelgeschichte 14,17
Gutes und Dankbarkeit
Das Jahr bzw. die Jahreszeiten sind auch ein Wunder und Geschenk des liebenden himmlischen Vaters (Jak 1:17)! Wäre die Erdachse genau senkrecht zur Ebene ihrer Umlaufbahn (Ekliptik) ausgerichtet, gäbe es keine Jahreszeiten, da die Sonnenstrahlen das ganze Jahr über gleichmäßig auf die Erdoberfläche treffen würden. Wäre die Erde hingegen in einem gebundenen Rotationszustand, sodass eine Seite immer der Sonne zugewandt wäre, würde es auf dieser Seite dauerhaft sehr heiß, während die abgewandte Seite in ständiger Dunkelheit und Kälte verbliebe. Nur durch die geneigte Erdachse (23,5°) haben wir die schönen Jahreszeiten, wie wir sie kennen (1Mo 8:22).
Jede Jahreszeit hat etwas Faszinierendes und Schönes! Darum kann David auch schreiben: "Du krönst das Jahr mit deinem Guten" (Ps 65:12). Im biblischen Kalender beginnt das religiöse Jahr mit dem Monat Nisan, der mit dem Neumond um die Frühlings-Tagundnachtgleiche beginnt, meist Mitte/Ende März oder Anfang April (2Mo 12:2). In Israel steht dann der Frühling in voller Blüte, und die Natur ergrünt. Das ist der Schmuck, der den Frühling "krönt" (Hl 2:11-13).
Die Krone des Sommers ist vielleicht das Ausreifen der Früchte, die beginnende Erntezeit und die angenehm warmen Nächte (Ps 74:17).
Im Herbst wird dann die ganze restliche Ernte eingefahren (2Mo 23:16), und in Israel feiert man u. a. Rosch Haschana ('Haupt des Jahres', Neujahrsfest). Dieses Fest markiert den Beginn des zivilen jüdischen Jahres und fällt auf den 1. und 2. Tag des Monats Tishri (meist September/Oktober). Dann werden noch der Versöhnungstag (Jom Kippur) (3Mo 16:29-30) und das Laubhüttenfest (Sukkot) gefeiert (3Mo 23:34), welches auch eine Art "Erntedankfest" ist. Die Krone des Herbstes zeigt sich in der großen Fülle aller Früchte und den schönen Farben der verwelkenden Blätter.
Im Winter ruht die Natur und manchmal krönt er die Landschaft mit einem schönen weißen Kleid, das in der Sonne funkelt und glitzert (Hi 37:6 / Ps 147:16).
Das ganze Jahr über kann man die Güte und die beschenkende Gnade Gottes erkennen und den HERRN darüber anbeten (Apg 14:17)! Sowohl das Jahr als auch die Jahreszeiten sind mit der Güte Gottes gekrönt und ein großes Wunder!
Leider betrachten wir diese Dinge oft als eine Selbstverständlichkeit, und das ist sehr schade. Je mehr wir aber diese "selbstverständlichen" Dinge als Wunder Gottes erkennen und ihm dafür danken, desto mehr wird auch unser Herz mit Freude erfüllt (1Thes 5:18).
Wer Gott "Dank opfert", der verherrlicht Gott und gibt ihm die Ehre (Ps 50:23)! Aber nicht nur das! Durch unsere zunehmende Dankbarkeit werden wir immer zufriedener und tun uns selbst einen großen Gefallen! Dankbarkeit ist auch ein Schlüssel für die Genügsamkeit, die uns ohne Reichtum reich werden lässt (1Tim 6:6)! Danket dem HERRN, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich (Ps 136:1)!
Mittwoch, 18. September 2024
Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen und ein Zepter aus Israel aufkommen.
4.Mose 24,17
Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, euch dies zu bezeugen für die Gemeinden. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der helle Morgenstern.
Offenbarung 22,16
Der Morgenstern und das Ende der Nacht
Als "Stars" bezeichnen wir manchmal prominente und erfolgreiche Menschen. So kennen wir z. B. Fußballstars wie Lionel Messi oder den ehemaligen Musikstar Elvis Presley und andere. Sie heben sich durch ihre außergewöhnlichen Begabungen und Leistungen von anderen Menschen ab. Dadurch fallen sie, wie die hellen Sterne am Nachthimmel, zuerst auf!
Auch in der Bibel sind Sterne ein symbolisches Bild für Personen mit einer besonderen Bedeutung. So wird der König von Babel als "Glanzstern" und "Sohn der Morgenröte" bezeichnet (Jes 14:12). Viele Bibelausleger sehen die Aussagen aus Jesaja 14 auch als eine symbolische Beschreibung Satans (vgl. dazu auch Hes 28:12-19).
In Offenbarung 1 wird der herrliche Menschensohn beschrieben, der in seiner rechten Hand "sieben Sterne" hält (V. 13), die in Vers 20 als "Engel der Gemeinden" bezeichnet werden (Offb 1:13-20). Diese "Engel" werden häufig als "Gemeindeleiter" interpretiert, während andere meinen, dass jede Gemeinde tatsächlich einen Engel über sich hat. Wie dem auch sei, "Sterne" werden in der Bibel auch mit bedeutsamen Führungspersönlichkeiten verglichen (Dan 12:3).
Die Prophezeiung aus 4. Mose 24:17 sprach der "Seher" Bileam aus. Er bezeichnet sich als ein Mann mit "geöffnetem Auge, der die Worte Gottes hört, der ein Gesicht des Allmächtigen sieht, der niederfällt mit enthüllten Augen" (4Mo 24:3-4). Bileam hatte außergewöhnliche Fähigkeiten: Er hörte Gott reden, er sah "ein Gesicht Gottes" und er wollte nur das sagen, was Gott ihm auftrug! Er wollte alles richtig machen, und es schien so, als wäre er ein herausragender Prophet gewesen. Doch in der Bibel wird er negativ beurteilt. Warum? Weil er den Lohn der Ungerechtigkeit liebte (2Petr 2:15). Bileam hatte ein geteiltes Herz. Einerseits wollte er alles richtig machen, damit Gott mit ihm zufrieden sein würde, andererseits liebte er die Belohnung bzw. das Geld von König Balak, der ein Feind Israels und somit auch ein Feind Gottes war. Er dachte, er könne gleichzeitig Gott und seine eigenen Begierden bzw. seine Geldliebe befriedigen. Er hielt sich für so schlau, dass er damit rechnete, Gott und dem Mammon gleichzeitig dienen zu können. Doch Jesus sagte unmissverständlich: "Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird einem anhangen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon" (Mt 6:24).
Trotzdem benutzte Gott diesen "begabten Seher", um durch ihn das Volk Israel zu segnen (4Mo 24), und er prophezeite einen zukünftigen Stern aus Jakob und somit einen König aus Israel (4Mo 24:17)! Historisch gesehen wird oft König David als Erfüllung dieser Prophezeiung gesehen, da er Moab besiegte und Israel zu einer mächtigen Nation machte (2Sam 8:2).
Jedoch wird diese Prophezeiung auch als messianisch betrachtet, was bedeutet, dass sie auf Jesus Christus hinweist. Jesus wird als der "Stern aus Jakob" und das "Zepter aus Israel" gesehen, der letztendlich die Macht und Herrschaft hat, um Gerechtigkeit und Frieden zu bringen (Jes 9:5-6 / Mt 2:1-2).
In Offenbarung 22:16 bezeichnet sich Jesus als der Morgenstern. Durch Jesus und sein Wort leuchtet in unseren Herzen der Lichtglanz der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes auf (2Kor 4:6)! Jesus in uns ist die Hoffnung der Herrlichkeit (Kol 1:27), und er ist wie der Morgenstern, der den künftigen Tag ankündigt, an dem alle Finsternis, und somit auch das Böse, weichen muss (2 Petr 1:19)! Ich glaube, dass dieser Tag schon bald anbrechen wird (Röm 13:11-12)!
Donnerstag, 19. September 2024
HERR, geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht.
Psalm 143,2
Jesus sprach zu der Frau: Dir sind deine Sünden vergeben. Dein Glaube hat dir geholfen; geh hin in Frieden!
Lukas 7,48.50
Gerechtigkeit und Vergebung
Sowohl das Alte als auch das Neue Testament bezeichnen Menschen als gerecht (1Mo 6:9 / Lk 2:25). Diese Stellen scheinen der Aussage von David in Ps 143:2 zu widersprechen. Auch Paulus hat den Römern geschrieben: "Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer" (Röm 3:10b).
Der Gesamtkontext der Bibel macht klar, dass kein Mensch aus eigener Kraft so leben und eine Gerechtigkeit erwirken könnte, die vor Gott ausreichen würde, um sich das ewige Leben zu verdienen (Röm 3:20 / Gal 2:16). Doch leider gibt es immer noch Christen, die der irrigen Meinung sind, dass, wenn sie sich nur genügend anstrengen, sie es verdient hätten, in den "Himmel" zu kommen. Ein Leben lang hoffen sie darauf, dass ihre Bemühungen irgendwann ausreichen, damit Gott mit ihnen zufrieden sein würde. Aber weil sie bewusst oder unbewusst merken, dass sie es nie wirklich schaffen werden, leben sie in Angst und haben weder Frieden noch Freude im Herzen (Röm 8:15). So mancher Gläubige fragt sich auf dem Sterbebett: "Reicht es? Habe ich genug getan, um in den Himmel zu kommen?" Hier muss ganz klar gesagt sein: "Es reicht nie! Mit der eigenen Gerechtigkeit kann kein Mensch vor Gott erscheinen und bestehen!" (Jes 64:5)
Wie ist es aber zu verstehen, wenn die Bibel Menschen als gerecht bezeichnet? Gibt es doch welche, die es geschafft haben und aus sich selbst heraus gerecht werden konnten? Nein, und nochmals nein! Der Schlüssel zum richtigen Verständnis der Gerechtigkeit liegt in 1. Mose 15:6 verborgen! Da heißt es: "Und er (Abraham) glaubte dem HERRN; und er rechnete es ihm als Gerechtigkeit an." Durch das Vertrauen auf Gott werden wir mit der göttlichen Gerechtigkeit beschenkt (Röm 4:5)! Der Glaube an Gott beinhaltet das Vertrauen auf Gott und sein Wort. Der gläubige Christ ist auch einer, der sein Leben dem HERRN anvertraut! Auch Habakuk 2:4 gibt uns dazu einen Hinweis: "Siehe, die ⟨verdiente⟩ Strafe für den, der nicht aufrichtig ist! Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben." Die liebevolle Vertrauensbeziehung zu Gott ist der einzige Schlüssel für eine von Gott geschenkte Gerechtigkeit, mit der wir in das Reich Gottes eingehen können (Joh 14:6). Dieses Vertrauen bzw. dieser Glaube entsteht aber nur durch eine Neuzeugung von Seiten Gottes und somit auch durch die Wiedergeburt (Joh 3:3-5).
Der Glaube an Gott vermittelt uns das Bewusstsein, dass Gott durch die Opferung seines Sohnes am Kreuz von Golgatha die Grundlage für eine umfassende Vergebung geschaffen hat (1Joh 1:7 / Hebr 9:22). Wer dem HERRN seine Sünden bekennt und auf ihn vertraut, dem wird vergeben, und das Wort Gottes bezeichnet einen solchen als gerecht, weil er mit der Gerechtigkeit Jesu beschenkt ist (2Kor 5:21)!
Allein dieses Bewusstsein kann uns die wahre Freude und den Frieden Gottes vermitteln, die unser Herz zur Ruhe kommen lassen und uns mit voller Zuversicht unseren Weg gehen lassen (Röm 5:1 / Phil 4:7)! Darum dichtete Nikolaus Ludwig von Zinzendorf, der Gründer der "Losungen", folgendes Lied:
Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn.
Freitag, 20. September 2024
Gott breitet den Himmel aus und geht auf den Wogen des Meers. Er macht den Großen Wagen am Himmel und den Orion und das Siebengestirn und die Sterne des Südens.
Hiob 9,8-9
Wir haben nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir zu ihm, und einen Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn.
1.Korinther 8,6
Der eine Gott, der alles gemacht hat
Der „Große Wagen“ ist ein bekanntes Sternbild des Nordhimmels und Teil des Großen Bären. Wahrscheinlich hat ihn schon jedes Kind einmal gesehen.
Das **Orion-Sternbild** leuchtet Mitte Dezember – kurz vor der Wintersonnenwende – besonders hell am europäischen Nachthimmel, vor allem um Mitternacht. Innerhalb des Orion befindet sich der Stern „Beteigeuze*“, ein Roter Überriese, dessen Ende als Supernova bevorsteht. Beteigeuze ist ein „sterbender Stern“. Wenn wir dieses Ereignis miterleben, wird die Supernova mit bloßem Auge sichtbar sein – ein seltenes und beeindruckendes Himmelsereignis.
Das „Siebengestirn“ (Plejaden) ist ein offener Sternhaufen aus jungen, heißen Sternen. Es wird manchmal als „Taube“ beschrieben, da seine Form an diesen Vogel erinnert.
Die „Sterne des Südens“ hingegen sind von der nördlichen Halbkugel aus nur schwer oder gar nicht sichtbar. Zu ihnen gehört das Sternbild „Kreuz des Südens“, das vor allem auf der Südhalbkugel zu sehen ist.
Was ist das für eine geheimnisvolle Reihenfolge?
- Der Große Wagen – ein auffälliges, sehr bekanntes Bild des Nordhimmels.
- Das Orion-Sternbild – ein Sternbild mit einem „sterbenden Stern“, das besonders um Mitternacht zu sehen ist.
- Das Siebengestirn – junge, heiße Sterne, die manchmal die Form einer Taube haben.
- Die Sterne des Südens – fast unsichtbar von der nördlichen Hemisphäre, darunter das Kreuz des Südens.
Zeichen am Himmel
In Lukas 21:11 spricht Jesus von „großen Zeichen am Himmel“. Ob eine Supernova wie bei Beteigeuze dazugehört, ist ungewiss, aber es wäre möglich! Menschen haben bereits „Zeichen am Himmel“ produziert: Mit dem Starlink-Programm von SpaceX hat Elon Musk Satelliten im Orbit verteilt, um einen weltweiten Internetzugang zu ermöglichen. Diese Satelliten erscheinen manchmal als „Lichterketten“ am Nachthimmel.
Ich gehe jedoch davon aus, dass wir noch ganz andere „Zeichen am Himmel“ sehen werden, auch wenn ich nicht weiß, welche es sein werden! Auf jeden Fall werden sie uns in Staunen versetzen! Die Himmel bestehen aus lauter Geheimnissen! Das sichtbare Weltall ist nur ein Teil von mehreren Himmeln. Die Bibel spricht von mindestens drei Himmeln (2Kor 12:2). Es gibt auch einen für uns unsichtbaren Himmel, der sich vermutlich in einer anderen Dimension befindet. In diesem unsichtbaren Himmel befindet sich u.a. der Thron Gottes. Gott hat auch diesen geschaffen, denn Paulus schreibt in Kolosser 1:16: „Denn in ihm ist alles in den Himmeln und auf der Erde geschaffen worden, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Gewalten oder Mächte: Alles ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen.“ (Joh 1:3 / Hebr 1:2)
Im Lehrtext steht, dass alle Dinge „durch ihn“ (Christus) geschaffen wurden und wir „zu ihm“. Wir sind dazu bestimmt, zu unserem Herrn Jesus Christus zu kommen! Aber nicht nur das. Paulus schreibt in Römer 11:36 auch: „Denn aus ihm und durch ihn und zu ihm hin sind alle Dinge! Ihm sei die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.“ In diesem Satz wird die gesamte Heilsgeschichte Gottes zusammengefasst. Was für ein Wunder!
- Beteigeuze ist ein „sterbender Stern“, dessen Ende vermutlich schon vorbei ist. Da uns das „Licht“ dieser Supernova aber noch nicht erreicht hat, haben wir dieses Ende noch nicht sehen können – das vermuten zumindest einige Astronomen.
Samstag, 21. September 2024
Ein fröhliches Herz macht ein fröhliches Angesicht; aber wenn das Herz bekümmert ist, entfällt auch der Mut.
Sprüche 15,13
Er zog seine Straße fröhlich.
Apostelgeschichte 8,39
Ein trauriges und ein fröhliches Herz
Ein fröhliches Herz ist ein besonderes Geschenk, das in jeder Hinsicht wohltuend ist – sowohl für die betroffene Person als auch für die meisten Anwesenden (Spr 17:22). Das bekümmerte und traurige Herz hingegen erleidet große Not (Spr 12:25). Jeder erfahrene Psychiater und Seelsorger kennt Menschen, die von tiefster Schwermut oder Depression geplagt sind. Je nach Intensität meiden die Betroffenen fröhliche Menschen, weil sie den Kontrast zu ihrem eigenen Zustand dann noch stärker empfinden. Diese geplagten Menschen so aufzurichten, dass sie wieder Mut schöpfen, ist oft sehr schwer, und so mancher Angehörige fühlt sich dabei völlig ohnmächtig. Die Aufforderung „Sei doch einfach fröhlich!" wäre hier völlig fehl am Platz, weil sich ein niedergeschlagener Geist nicht einfach mit ein paar „guten Ratschlägen" aufrichten lässt (Spr 18:14).
Der Apostel Paulus war ein weiser Seelsorger und schrieb deshalb den wichtigen Satz: „Freut euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden!" (Röm 12:15). Ein guter Seelsorger hat von Gott die wunderbare Gabe der seelischen Heilung bekommen (1 Kor 12:9). Ein solcher Heilungsprozess kann relativ schnell geschehen, aber in vielen Fällen handelt es sich um eine langwierige Angelegenheit, die viel Ausdauer, Einfühlungsvermögen, Weisheit, Verständnis und Geduld erfordert (Jak 5:16).
Die Apostelgeschichte 8 berichtet von einem ranghohen äthiopischen Beamten, einem Eunuchen. Im Altertum wurden intelligente und fähige Jungen kastriert, damit sie ein Harem betreuen konnten, ohne sich an den Frauen des Königs zu vergreifen. Gleichzeitig konnten sie nicht durch weibliche Reize verführt werden, wenn sie mit wichtigen Aufgaben eines Königs betraut waren (Dan 1:3-4).
Dieser Beamte war in Jerusalem. Vielleicht erledigte er dort einige Geschäfte für die Königin, doch die Bibel berichtet nur, dass er in Jerusalem war, um dort anzubeten. Er wollte dem Gott Israels die Ehre geben und diesen wunderbaren Gott näher kennenlernen (Apg 8:27). Da er vermögend war, konnte er sich eine Schriftrolle des Propheten Jesaja kaufen. Er hoffte, durch dieses Buch noch mehr über den allmächtigen Gott zu erfahren. Es ist ungewiss, ob er in Israel erfahren hatte, dass Verschnittene bzw. Eunuchen nicht in die Gemeinde des HERRN kommen durften (5 Mo 23:2). Eigentlich war er ein Ausgestoßener und vielleicht spürte er deswegen von Seiten der Juden eine gewisse Abneigung.
War er traurig, als er in der Jesaja-Rolle las? Wir wissen es nicht. Auf jeden Fall verstand er nicht, was er las: Er las von einem verachteten „Mann der Schmerzen", der wegen der Schuld anderer zur Schlachtung geführt und dessen Leben von der Erde weggenommen wurde (Jes 53). Während er sich fragte, um wen es sich dabei handeln könnte, traf er Philippus, der ihm diese Stelle auslegte und ihm das Evangelium von Jesus erklärte (Apg 8:30-35). Jesus starb für all unsere Sünden, damit wir Heilung und Frieden mit Gott finden können (Jes 53:5 / Röm 5:1).
Diese Botschaft erfreute den Kämmerer so sehr, dass er sich taufen ließ und „fröhlich seine Straße zog" (Apg 8:38-39). Bestimmt las er später weiter und stieß dann auf die Stelle, in der es heißt: „Und der Fremde, der sich dem HERRN angeschlossen hat, soll nicht sagen: Der HERR wird mich sicher von seinem Volk ausschließen. Und der Eunuch sage nicht: Siehe, ich bin ein dürrer Baum! Denn so spricht der HERR: Den Eunuchen, die meine Sabbate bewahren, das erwählen, woran ich Gefallen habe, und an meinem Bund festhalten, denen gebe ich in meinem Haus und in meinen Mauern einen Platz und einen Namen, besser als Söhne und Töchter. Einen ewigen Namen werde ich ihnen geben, der nicht ausgelöscht werden soll" (Jes 56:3-5).
Es ist gut möglich, dass der Kämmerer Freudentränen vergoss, als er diese Stelle las, die ihm die große Liebe Gottes vor Augen führte (Ps 126:5 / Röm 8:38-39).
Sonntag, 22. September 2024
Er wird der Friede sein.
Micha 5,4
Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, auf dass ihr Segen erbt.
1.Petrus 3,9
Wahrer Friede und Segen
Für uns sind Frieden und Leben mehr oder weniger ein Zustand. Liebe und Gnade empfinden wir als abstrakte Charaktereigenschaften. Das Wort Gottes verbindet diese Begriffe jedoch in erster Linie mit einer Person. Paulus schreibt in Epheser 2:14: „Denn er (Christus) ist unser Friede, der aus beiden eins gemacht und die Scheidewand des Zaunes abgebrochen hat." Jesus selbst sagte zu Marta: „Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist (Joh 11:25)." Diese Aussage unterstreicht die tiefe Verbindung zwischen Leben und der Person Jesu (Joh 14:6).
Auch der Losungstext deutet an, dass der Friede eine Person ist. Was wird in Micha 5 über diese Person sonst noch gesagt? In Vers 1 lesen wir: „Und du, Bethlehem (Haus des Brotes) Efrata (Fruchtbarkeit), das du klein unter den Tausendschaften von Juda bist, aus dir wird mir ⟨der⟩ hervorgehen, der Herrscher über Israel sein soll; und seine Ursprünge sind von der Urzeit, von den Tagen der Ewigkeit her" (Mi 5:1). Diese Prophezeiung weist auf die göttliche Natur des kommenden Messias hin (Joh 1:1-3).
Diese Stelle haben die Hohenpriester und Schriftgelehrten zitiert, als Herodes sie fragte, wo der Messias geboren werden sollte (Mt 2:6). Für sie war klar, dass dieser künftige Herrscher über Israel der Messias sein würde, weil seine Ursprünge von der Urzeit und von den Tagen der Ewigkeit her sind! Der Messias war präexistent, d. h. er war schon immer da, obwohl er in Bethlehem geboren wurde. Jesus Christus ist ohne Anfang und Ende (Hebr 7:3). Er existierte, bevor Abraham geboren wurde (Joh 8:58). Diese Aussagen betonen die Ewigkeit und Göttlichkeit Jesu (Offb 1:8).
Wie zeigt sich wahrer Frieden? Albert Einstein sagte dazu: „Frieden kann nicht durch Gewalt erhalten werden. Er kann nur durch Verständnis erreicht werden." Martin Luther King Jr. definierte ihn so: „Wahrer Frieden ist nicht die Abwesenheit von Krieg, sondern das Vorhandensein von Gerechtigkeit." Diese Aussagen beschreiben jedoch mehr oder weniger den Zustand eines äußeren Friedens! Die Bibel spricht von einem tieferen Frieden, der alle Vernunft übersteigt (Phil 4:7).
Was aber bedeutet es, wenn der Friede eine Person ist, und wie wirkt sich das auf den Einzelnen aus? Nur die Gegenwart Jesu erzeugt den wahren Frieden! Nur wenn der König des Friedens im Herzen eines Menschen wohnt, entsteht der wahre innere Friede (Joh 14:27), und wenn er in allen wohnen wird, dann entsteht auch der äußere, vollkommene Friede (Jes 9:5-6)!
Die größte Glückseligkeit und der wunderbarste Friede, den ich je erlebt habe, erfüllten mich, nachdem mir klar wurde, dass wir in der Gegenwart Gottes einmal alles verstehen werden. Wir werden alle Wege, auf die uns Gott geführt hat, völlig verstehen, und wir werden jeden Menschen absolut verstehen! Warum? Weil wir alles „mit den Augen Jesu sehen werden"! Auch werden wir erfahren, wie Gott aus allem das Beste gemacht hat (Röm 8:28)! Das bewirkt dann eine Ruhe, eine Glückseligkeit und den vollkommenen Frieden (1 Kor 13:12)!
Weil das so ist, dürfen wir schon heute alle unsere Mitmenschen segnen; ja, wir sollen sogar die segnen, die uns fluchen (Lk 6:28)! Das gehört unter anderem zu unseren Liebesaufgaben (Mt 5:44-45)! Es ist eine wahre göttliche Berufung, die aus der Liebe Gottes stammt (1 Joh 4:7-8)!
Montag, 23. September 2024
Der HERR lässt sein Heil verkündigen; vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar.
Psalm 98,2
Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden.
Matthäus 5,6
Die Rettung und der Hunger nach Gerechtigkeit
Das hebräische Wort für „Heil" bzw. „Rettung" lautet in Psalm 98:2 „Jeschuah". Dieser Begriff ist eng verwandt mit dem Wort „Jehoschuah", das im Griechischen mit „Jesus" übersetzt wird. Jesus ist der „Rettername" Gottes! Er hat nicht nur die Rettung verkündigt, sondern er ist auch die Rettung in Person (Joh 14:6). Jeder Mensch, der an ihn glaubt, wird von seinen Sünden und seiner Schuld befreit (Joh 8:36). Gleichzeitig wird der Glaubende mit der Gerechtigkeit Gottes beschenkt (Röm 3:22)! Diese gute Botschaft wird allen Nationen verkündigt (Mt 28:19-20)! Was für ein wunderbares Geschenk der Gnade Gottes!
Trotzdem ist die Ungerechtigkeit in dieser Welt noch immer präsent (Röm 1:18)! Viele Menschen leiden sehr darunter. Besonders intellektuell und finanziell schwächere Menschen kommen nicht selten „unter die Räder"; sie werden unterdrückt und übervorteilt (Jak 2:6). Selbstbewusste und hochmütige Menschen schauen verächtlich auf sie herab und sagen sich vielleicht: „Das sind die ‚Loser' unserer Gesellschaft. Sie waren einfach zu ‚dumm', um erfolgreich zu werden!" Eine Doktrin der Evolutionslehre besagt, dass bei der natürlichen Selektion diejenigen Individuen überleben, die am besten an ihre Umwelt angepasst sind. Daraus leiten dann einige ihr eigenes Lebensprinzip ab: „Es gilt das Recht der Stärkeren!" Das bedeutet im Grunde, dass der Stärkere dominiert, während Schwächere unterlegen sind und oft keine Chance haben, ihre eigenen Rechte oder Interessen zu wahren. Die Schwächeren – und das sind nicht wenige – hungern wirklich nach Gerechtigkeit (Mt 5:6)!
Natürlich wollen wir nicht zu denen gehören, die „nach Gerechtigkeit hungern". Diesen Zustand wünscht sich kaum jemand! Aber aus der Sicht Gottes werden gerade diese als „glückselig" bezeichnet (Mt 5:6). Offensichtlich beurteilt Jesus den ‚Hunger nach Gerechtigkeit' ganz anders als wir Menschen! Warum? Jesus sieht nicht nur das Äußere und das Materielle; er sieht alle Aspekte des Lebens, unsere seelischen Entwicklungsprozesse sowie unseren gesamten Lebensweg, der auch bis in die zukünftige Welt hineinreicht. Aus seiner Perspektive ist es ein Vorteil, wenn man zuerst einmal „nach Gerechtigkeit hungert und dürstet", weil wir dadurch eine Sensibilität für die Gerechtigkeit entwickeln und gleichzeitig immer offener für die von Gott geschenkte Gerechtigkeit werden (Röm 3:21-22). Wer nach Gerechtigkeit hungert und dann erleben darf, wie schön es ist, wenn Gott diesen ‚Mangel' einmal ausgleicht, wird selig sein und sein Glück kaum fassen können (Ps 17:15)!
Vielleicht kann man die Verheißung Jesu auch noch von einer anderen Seite betrachten: Vermutlich gibt es auch einige sensible Menschen, die darunter leiden, dass sie selbst ungerecht sind und sich ungerecht verhalten. Vielleicht hören oder lesen sie die Worte des Apostels Paulus, der in 1Kor 6:9 schrieb: „Oder wisst ihr nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden?" Sie spüren intuitiv, dass sie das Reich Gottes „nicht erben" können; aber sie sehnen sich danach. Sie strengen sich an und geben sich immer mehr Mühe, „gerecht zu sein" (Röm 10:3). Wenn sie ehrlich sind, merken sie aber auch, dass sie das nie in vollkommener Weise schaffen werden. Dadurch entsteht auch eine Art „Hunger nach Gerechtigkeit". Wenn sie dann das Evangelium Gottes hören und endlich realisieren, dass sie keine eigene Gerechtigkeit produzieren müssen, sondern dass sie sich diese einfach von Gott schenken lassen können (Röm 3:24), dann sind auch sie glückselig (Röm 4:7-8)!
Dienstag, 24. September 2024
Gleichwie Gewächs aus der Erde wächst und Same im Garten aufgeht, so lässt Gott der HERR Gerechtigkeit aufgehen und Ruhm vor allen Völkern.
Jesaja 61,11
Das Reich Gottes gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und warf's in seinen Garten; und es wuchs und wurde ein Baum, und die Vögel des Himmels wohnten in seinen Zweigen.
Lukas 13,18-19
Der Same der Gerechtigkeit
Wenn ich ein Samenkorn aufschneide, sehe ich z. B. eine einfarbige, unauffällige Substanz, die für das bloße Auge völlig nichtssagend ist. Doch diese scheinbar unbedeutende Masse speichert eine riesige Datenmenge, die für uns nur schwer erfassbar ist. Das Genom eines Weizenkorns zum Beispiel enthält etwa 16 Milliarden Basenpaare. Das menschliche Genom besteht gerade mal aus etwa 3,2 Milliarden Basenpaaren! Die DNA einer menschlichen Zelle ist also fünfmal kleiner als die eines Weizenkorns. Das ist absolut erstaunlich und für uns irgendwie unlogisch, weil ein menschlicher Körper eigentlich viel komplexer ist als ein ausgewachsener Weizenhalm. Das Senfkorn hat lediglich etwa 135 Millionen Basenpaare, also rund 24-mal weniger als ein Mensch. Warum Gott das so gemacht hat, weiß ich nicht, aber es ist doch bemerkenswert! (1Kor 1:27)
Wenn man bedenkt, wie klein ein Senfkorn ist und wie groß der Schwarze Senfbaum wird, ist auch das sehr bemerkenswert. Dieser kann bis zu 3 Meter hoch werden und zählt innerhalb eines Gewürzgartens zu den Größten. (Mt 13:31-32)
Sowohl Jesaja 61:11 als auch Lukas 13:18-19 verwenden das Symbol eines Samens. Stellen wir uns einen frisch gepflügten Acker vor, auf dem die Erde zerkleinert wurde und dadurch ein Saatbett entstanden ist. Der Acker bzw. das Saatbett ist eine braune und unauffällige Fläche, die uns nicht unbedingt ins Staunen versetzt. Aber wenn darauf in einer gut durchdachten Ordnung unterschiedliche Samen ausgesät werden, kann daraus ein wunderschöner Garten entstehen, der uns dann wirklich ins Staunen versetzt. (1Kor 3:6-9)
Unsere chaotische Welt ist wie ein gepflügter Acker, auf dem man nicht wirklich lagern und ausruhen kann. Würde ich auf einem gepflügten Acker ein Zeltlager aufbauen, wäre alles in kürzester Zeit voller Dreck, und es wäre überhaupt nicht gemütlich.
Aber der Schöpfer dieser Welt säte ein Weizenkorn, das in die Erde fiel und starb, damit es viel Frucht bringt (Joh 12:24). Jesus Christus wurde vom Vater in diese chaotische und dreckige Welt gesandt, um zu sterben, damit vor allen Völkern eine bleibende Gerechtigkeit aufgehen konnte. Noch sind wir nicht im Paradiesgarten Gottes, aber die Saat dafür ist gelegt, und kaum sichtbare Sprösslinge sind bereits aufgegangen. (Offb 21:1-5)
Durch das Liebeswerk Gottes am Kreuz von Golgatha entstand zunächst eine ganz kleine Bewegung, die aber einen großen Glauben hatte. Vielleicht müsste man eher sagen: Sie hatte anfangs einen kleinen Glauben an einen großen Gott, und dieser Glaube reichte aus, um das Bewusstsein vieler Menschen komplett zu erneuern: "Durch Gottes große Gnade und durch das Vertrauen auf seine wunderbaren Taten dürfen wir Kinder Gottes sein!" (Joh 1:12 / Röm 8:15)
Das Senfkorn ist sehr klein, aber es erzeugt einen großen Baum. Wenn wir Glauben wie ein Senfkorn haben, können wir damit Berge versetzen (Mt 17:20). Es handelt sich dabei um ein festes Vertrauen in einen großen und allmächtigen Gott, der in der Lage ist, alles neu zu machen und es sogar fertig bringt, aus allen Leiden eine unvorstellbare Herrlichkeit zu schaffen! (Röm 8:18) Ihm allein sei die Ehre und Anbetung! (Offb 4:11)
Mittwoch, 25. September 2024
Siehe, ich, der HERR, bin der Gott allen Fleisches, sollte mir etwas unmöglich sein?
Jeremia 32,27
Als die Jünger Jesus sahen, warfen sie sich nieder; einige aber zweifelten. Und Jesus trat zu ihnen und sprach: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden.
Matthäus 28,17-18
Wider alle menschliche Vernunft
Jeremia sitzt als Gefangener von König Zedekia im Kerker von Jerusalem, und das babylonische Heer belagert die Stadt (Jer 32:2). Obwohl Zedekia von Nebukadnezar als Vasall eingesetzt worden war (2Kö 24:17) und sich dadurch in einer relativ gesicherten Position befand, lehnte er sich gegen den babylonischen König auf (2Kö 24:20). Als Nebukadnezar dies erfuhr, war seine Wut entsprechend groß. Jeremia wusste von Gott, dass die Babylonier die Stadt einnehmen und zerstören würden (Jer 21:10). Die Bewohner der Stadt sollten getötet oder gefangen nach Babel weggeführt werden (Jer 15:2). Auch wurde dem Propheten gezeigt, dass die Juden 70 Jahre im Exil bleiben würden (Jer 29:10). Es war klar: Jeremia würde die Heimkehr des Volkes nicht mehr miterleben. Das Leben, wie es einmal war, würde demnächst zu Ende gehen!
Mitten in dieser hoffnungslosen Lage kündigt Gott dem Jeremia an, dass sein Cousin Hanamel zu ihm ins Gefängnis kommen und ihm einen Acker zum Kauf anbieten würde (Jer 32:7). Was für eine skurrile Situation! Jeremia sollte als Gefangener einen Acker kaufen, und das kurz bevor in Jerusalem und Umgebung alles in „Schutt und Asche" liegen wird! „Was um alles in der Welt soll er jetzt mit einem Acker anfangen?" Als Hanamel tatsächlich zu ihm ins Gefängnis kam, wusste Jeremia, dass dies vom HERRN war und dass er den Acker kaufen sollte (Jer 32:8). Seltsamerweise hatte er auch das nötige „Kleingeld" dafür, und so zahlte er für den Acker 17 Silberschekel (Jer 32:9). Jeremias Schreiber bekam den Auftrag, die Kaufdokumente in einem Tongefäß aufzubewahren, damit sie viele Tage erhalten bleiben (Jer 32:14). Nebenbei bemerkt: Diese Methode hat sich bewährt, denn die Schriftrollen von Qumran waren auch nach mehr als 2'000 Jahren für die Fachleute noch lesbar.
Obwohl Jeremia wusste, dass er diesen Kauf tätigen sollte, und dass wieder einmal die Zeit kommen würde, wo Häuser, Felder und Weinberge in diesem Land gekauft werden (Jer 32:15), fiel es ihm schwer, den Sinn dieses Kaufes zu begreifen. So sagte er zu Gott: „Siehe, die Wälle reichen schon bis an die Stadt, sie einzunehmen. Und durch das Schwert, durch den Hunger, durch die Pest ist die Stadt in die Hand der Chaldäer gegeben, die gegen sie kämpfen … und da sagst du zu mir: ‚Kauf dir den Acker für Geld und nimm Zeugen, wo doch die Stadt in die Hand der Chaldäer gegeben ist!'?" (Jer 32:24-25) Daraufhin sagte der HERR zu Jeremia: „Siehe, ich bin der HERR, der Gott allen Fleisches! Sollte mir irgendein Ding unmöglich sein?" (Jer 32:27) Ab Vers 37 prophezeite Gott, dass er sein Volk Israel aus allen Ländern sammeln und sie wieder in ihr Land zurückbringen würde! (Jer 32:37) Dort sollen sie dann viel Gutes erfahren. Damals schien dies beinahe unmöglich, aber weil der HERR es verheißen hatte, traf es dann auch ein!
Als Johannes vor fast 2'000 Jahren schrieb, dass es einmal ein Bild geben wird, das sogar sprechen kann, konnte man sich das damals kaum vorstellen, aber heute schon (Offb 13:14-15). Es gibt aber immer noch Prophezeiungen, die für uns heute kaum vorstellbar sind, so z.B. dass auf dem Tempelplatz in Jerusalem ein dritter Tempel gebaut werden soll (2Thes 2:4) oder dass plötzlich ganz viele Menschen verschwinden, weil sie von Gott in den Himmel entrückt wurden (1Thes 4:13-18).
Jesus Christus tut auch heute noch Wunder, weil ihm alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben ist (Mt 28:18). Alles, was die Bibel prophezeit hat, wird auch eintreffen, ganz egal, wie unwahrscheinlich es auch klingen mag! Warum? Weil es in der Bibel hunderte Prophezeiungen gibt, die bereits in Erfüllung gegangen sind (2Petr 1:19-21). Gott ist treu (1Kor 1:9), und ihm ist nichts unmöglich! (Mt 19:26)
Donnerstag, 26. September 2024
Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern, und dein Gesetz hab ich in meinem Herzen.
Psalm 40,9
Jesus sprach zu dem Gesetzeslehrer: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt". Dies ist das höchste und erste Gebot. Das andere aber ist dem gleich: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst".
Matthäus 22,37-39
Der Geliebte liebt
Mit Psalm 40 gab uns Gott durch David ein ganz besonderes Lied. Es berichtet, wie David von Gott aus einer „Schlammgrube des Verderbens" geholt und seine Füße auf einen Felsen gestellt hat (Ps 40:2-3). Ob David diese Situation, wie Jeremia (Jer 38:6), wortwörtlich durchleiden musste, wissen wir nicht; wahrscheinlicher ist, dass es sich hier um eine poetische und bildhafte Sprache handelt. David war in so mancher schwierigen Situation, die sich psychisch so anfühlte, als befände er sich in einer Schlammgrube, aus der er nicht wusste, wie er wieder herauskommen könnte. Aber der HERR rettete David immer wieder aus diesen aussichtslosen Lagen (Ps 18:17-20).
David schreibt in Vers 7b: „Brand- und Sündopfer hast du nicht gefordert." Diese Aussage lässt uns in das Herz Gottes schauen und beantwortet etliche Fragen. So mancher Leser des dritten Buches Mose hat sich vielleicht schon gefragt, warum Gott diese vielen Schlachtopfer angeordnet hat. Dazu kann man unter anderem Folgendes sagen: „Gott hat zwar im Alten Testament Opfergesetze gegeben, aber diese Opfer waren nie als Selbstzweck gedacht. Sie sollten auf etwas Größeres hinweisen – auf das endgültige Opfer Jesu Christi!" (Hebr 10:1-10)
Psalm 40 ist auch ein messianischer Psalm, der Prophezeiungen über den Messias enthält. So werden die Verse 7+8 in Hebräer 10:5-7 zitiert und auf Christus bezogen! Dort lesen wir: „Darum spricht er bei seinem Eintritt in die Welt: ‚Opfer und Gaben hast du nicht gewollt; einen Leib aber hast du mir bereitet. An Brandopfern und Sündopfern hast du kein Wohlgefallen. Da sprach ich: Siehe, ich komme – in der Buchrolle steht von mir geschrieben –, um deinen Willen, o Gott, zu tun!'" Der Losungsvers wird in der Elberfelder Übersetzung wie folgt wiedergegeben: „Dein Wohlgefallen zu tun, mein Gott, ist meine Lust; und dein Gesetz ist tief in meinem Innern." (Ps 40:9)
David tat gerne, was dem HERRN gefiel, und er erkannte, dass die Gebote Gottes überaus wertvoll sind (Ps 19:8-11). Aber nur einer hatte die Gebote Gottes so tief im Innern, dass er den ganzen Wohlgefallen Gottes tun konnte, und das war Jesus Christus! (Joh 8:29)
Jesus war der einzige Mensch, der durch den Heiligen Geist gezeugt wurde (Mt 1:20), und er wusste sich von seinem Vater so unendlich geliebt (Joh 3:35), dass er auch der einzige war, der Gott vollkommen lieben konnte: mit ganzem Herzen, aus seiner ganzen Seele, mit seinem ganzen Denken und mit all seiner Kraft (Mk 12:30). Wörtlich übersetzt heißt es im Grundtext: „… und du wirst lieben den HERRN …" Somit ist dieses oberste Gebot auch eine Verheißung: Alle diejenigen, die die Liebe Gottes ganz persönlich erfahren durften, können gar nicht anders, als diesen Gott der Liebe zu lieben! (1Jo 4:19) Wer Gott von ganzem Herzen liebt, will auch seine Mitmenschen von ganzem Herzen lieben! (1Jo 4:20-21) Für einen Geliebten ist das Lieben zur ultimativen Lebenserfüllung geworden! (1Jo 4:16) Im ganzen Universum gibt es nichts, was mich so sehr fasziniert und erfüllt wie die Liebe Gottes! (Röm 8:38-39) Meine Liebeserfahrungen mit Gott würde ich nicht gegen 100 Milliarden Euro eintauschen wollen! (Phil 3:7-8)
Freitag, 27. September 2024
Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe.
Jesaja 65,18
Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet.
1.Timotheus 4,4-5
Freude über die guten Gaben Gottes
Immer wieder begegne ich Menschen, die eine große Dankbarkeit ausstrahlen, obwohl sie sich teilweise in schwierigen Situationen befinden. Sie haben gelernt, Gott für alles Danke zu sagen - auch für das Schwere in ihrem Leben. Gleichzeitig sind sie auch gegenüber ihren Mitmenschen sehr dankbar und schenken ihnen Wertschätzung. Ich erinnere mich an die Begegnung mit einem Mann, der mir in einem Bereich Anerkennung schenkte, wo ich zuvor meist nur Kritik einstecken musste. Das war eine richtige Wohltat. Es ist einfach etwas Besonderes, wenn man mit Menschen zusammensein darf, die von Dankbarkeit und Wertschätzung geprägt sind.
Dankbarkeit ist ein Lebensstil, der gelernt und geübt sein will! Am besten fängt man damit an, in der Gegenwart, das heißt "im Jetzt", Gott dafür zu danken, was er alles gegeben hat. Dabei sollten wir auch auf die Kleinigkeiten achten, denn davon gibt es viel mehr, als wir auf den ersten Blick denken. Wer sich dieser Geschenke bewusst macht und Gott von Herzen dafür Danke sagt, der darf sich auch immer mehr freuen. Wenn ich z.B. einen Apfel esse, dann kann ich mich bei Gott einfach für den guten Apfel bedanken, was schon sehr gut ist. Ich könnte aber auch dafür danken, dass dieser Apfel gesund, schmackhaft, einmalig und so geschaffen wurde, dass er auch noch den "Nachwuchs" in sich trägt! Seine Verpackung bzw. seine Schale ist nicht nur wunderschön und praktisch, sondern auch noch biologisch abbaubar! Wenn nur schon ein einzelner Apfel so viele Wunder in sich trägt, dann können wir erahnen, dass wir nur so von göttlichen Wundern umgeben sind.
In 1. Timotheus 4 sagt der Geist Gottes ausdrücklich, dass in späteren Zeiten manche ⟨gebieten,⟩ sich von Speisen zu enthalten, die Gott geschaffen hat zur Annahme mit Danksagung für die, welche glauben und die Wahrheit erkennen (1Tim 4:3). Ich denke, wir leben bereits in dieser Zeit. Die Bibel sagt nichts gegen eine ausgewogene und gesunde Ernährung, aber sie warnt davor, Speisevorschriften zu erstellen, die dann zu einer Religion hochstilisiert werden. Paulus schreibt, dass die Speisen durch Wort Gottes und Gebet geheiligt werden. Weiter schrieb er: "Wenn euch jemand, der nicht glaubt, einlädt und ihr wollt hingehen, so esst, was euch vorgesetzt wird, und fragt nicht um des Gewissens willen." (1Kor 10:27)
Einige Jahre nach dem Atomunfall von Tschernobyl, der sich 1986 ereignete, hörte ich folgende Geschichte: "Eine gläubige Bauernfamilie, die nicht allzu weit von Tschernobyl wohnte, konnte mehr oder weniger nur das essen, was sie auf ihren Feldern geerntet hatte. Ihr Essen war aber radioaktiv verseucht. Vor dem Essen haben sie Gott gedankt, gebetet und die Speise gesegnet. Wider Erwarten erkrankte die Familie nicht an Krebs." Da ich nicht mehr weiß, von wem ich das gehört habe und auch keine Quelle ausfindig machen konnte, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, ob sich das auch wirklich so ereignet hat. Egal ob diese Geschichte stimmt oder nicht, für mich ist klar, dass Gott solche und andere Wunder tut! Es ist viel wichtiger, das Essen mit Dankbarkeit, Gebet und mit Wort Gottes einzunehmen, als sich an komplizierte Speiseregeln zu halten. Wir dürfen uns über die vielen und reichhaltigen Gaben Gottes freuen und ihm dafür die Ehre geben (Jak 1:17).
Samstag, 28. September 2024
Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir, HERR, mein Fels und mein Erlöser.
Psalm 19:15
Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen.
Lukas 2:19
Gottes Worte im Herzen
Richard Dennis und William Eckhardt waren erfolgreiche Rohstoffhändler, und sie wollten gemeinsam herausfinden, ob man erfolgreiches Handeln einfach lernen kann oder ob es sich hier mehr um einen angeborenen Instinkt handelt. Dazu starteten sie ein Experiment und rekrutierten mittels einer Anzeige Menschen aus unterschiedlichen Hintergründen. Sie brachten ihnen ihr geheimes Handelssystem bei, das auf klaren und einfachen Regeln basierte. Man musste nur bestimmten Trends folgen, die richtigen Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkte kennen und vor allem die Emotionen unter Kontrolle halten. Dabei waren Geduld und Disziplin wichtiger als ständiger Aktivismus. Dadurch wurden selbst unerfahrene Händler erfolgreich und sehr wohlhabend. Diese unerfahrenen Menschen bekamen also von erfahrenen Händlern die ultimativen Tipps, um sehr viel Geld zu verdienen.
"Daniel, warum erzählst du uns diese Geschichte? Willst du uns zur Gier anstacheln?", mag sich der eine oder andere fragen. Nein, natürlich nicht! Die Geldliebe würde euch nur ins Verderben stürzen (1Tim 6:10)! Mit dieser Geschichte will ich nur eines deutlich machen: Wer von einer erfahrenen Persönlichkeit entscheidende Tipps erhält, befindet sich in einer privilegierten Ausgangsposition oder anders ausgedrückt: "In der Pole-Position"! Große Erfahrung ist ein entscheidender Vorteil. Nur einer hat Ewigkeitserfahrung, und das ist der Gott der Bibel. Wer auf seine 'Tipps' hört, der findet einen ewigen Reichtum, der allein in Gott verborgen ist (Kol 2:3).
In Psalm 19 erwähnt David den unbezahlbaren Wert der Worte Gottes. In den Versen 8-9 redet er von Gottes Gesetz (oder Weisung, Zielgebung; hebr. torah), Zeugnis (hebr. eduth), Vorschrift (hebr. piqqud) und er redet vom Gebot (hebr. mizwat). Wer diese Dinge mit Gottesfurcht bzw. mit Ehrfurcht im Herzen beachtet, hat einen unbezahlbaren Schatz gefunden. David fährt weiter und sagt, dass die Rechtsbestimmungen Gottes oder das "Recht schaffende Gericht" wahrhaftig und gerecht sind! Sie sind wertvoller als Gold und süßer als Honig (Ps 19:10-11)! Lange Rede, kurzer Sinn: "Das Bewahren der Worte Gottes bewirkt einen großen Lohn!"
Gegen Ende dieses Psalms bittet David um Bewahrung vor Verirrung, Sünde und vor Übermütigen. Der hebräische Grundtext der Verse 13-14 enthält auch folgende Aussage: "Entschuldige mich von verborgenen (Sünden), … und von vielen Ausschreitungen!" Tatsächlich hat Jesus Christus ihn und uns von aller Schuld befreit (Kol 2:13-14)! Der Psalm endet mit der Bitte: "Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch (oder Sinnen) meines Herzens vor dir, HERR, mein Fels und mein Erlöser."
Wenn die Gesinnung unseres Herzens das Reden unseres Mundes und das Wirken unserer Hände von Gottes Wort geprägt sind, dann leben wir unter dem Wohlgefallen Gottes (Ps 19:14). Maria begann damit, indem sie die Worte der Hirten bewahrte, die ihr die himmlische Botschaft mitteilten (Lk 2:19). Sie erwog diese Worte in ihrem Herzen. Das Bewahren von Gottes Wort ist die beste Investition für unsere Zukunft (Mt 6:19-21 / Ps 119:11)!
Sonntag, 29. September 2024
Du sollst den Fremden lieben wie dich selbst.
3.Mose 19,34
Da ist nicht mehr Grieche oder Jude, Beschnittener oder Unbeschnittener, Nichtgrieche, Skythe, Sklave, Freier, sondern alles und in allen Christus.
Kolosser 3,11
Bei Gott ist kein Unterschied
Das Gebot aus 3Mo 19:34 wurde von Mose vor etwa 3½-tausend Jahren niedergeschrieben. Zu dieser Zeit war das - in dieser Ausdrucksweise - sehr ungewöhnlich! Zwar gab es bei den anderen Völkern auch Bestimmungen, wonach Fremde unter einem gewissen Schutz standen, aber diese wurden vor allem deshalb erlassen, um den Handel und das Geschäft mit den Fremden, insbesondere mit den Pilgern, nicht zu schädigen. Für ein Gebot, das die Bewohner eines Landes verpflichtet, "den Fremden zu lieben", bestand weder bei den Israeliten noch bei den heidnischen Völkern eine Notwendigkeit noch ein Bedürfnis!
Dieses Gebot ist auch deshalb bemerkenswert, weil die Israeliten zuvor einige Jahrhunderte unter der Sklaverei litten. Auch wurden sie von den Ägyptern verachtet und unterdrückt. Normalerweise entsteht aus einer solchen traumatischen Erfahrung Hass und eher das Bedürfnis, sich an Fremden zu rächen, indem man sie unterdrückt. "Den Fremden wie sich selbst zu lieben" war damals mit Sicherheit nicht das große Bedürfnis; zumal man selbst genug Probleme hatte. Diese Prämisse zeigt ein weiteres Mal, dass dieses Gebot göttlichen Ursprungs ist (2Tim 3:16).
Dieses Gebot entstand von dem Gott, der die Welt so sehr geliebt hat, dass er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben habe (Joh 3:16)! Es ist der gleiche Gott, der will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen (1Tim 2:4).
Als Jesus Christus am Kreuz von Golgatha die Schuld der ganzen Welt beseitigte (1Jo 2:2), schuf er für alle, die sich ihm anvertrauen, eine ganz neue Zusammengehörigkeit. Aus göttlicher Sicht ist die neue Verbundenheit so intensiv wie die einzelnen Körperteile, die zu einem Leib gehören (1Kor 12:12-27). Gläubige Christen - egal aus welchem Land oder aus welcher Kultur - sind Glieder des Leibes Jesu Christi und Kinder des lebendigen Gottes (Gal 3:26)! In Christus haben die unbeschnittenen Heiden die gleiche Würde bekommen wie die Auserwählten aus Israel. In Christus sind die Arbeitnehmer genauso wertvoll und wichtig wie die Arbeitgeber! Diese Gleichwertigkeit hebt aber die Unterordnung nicht auf! Solange wir noch als sterbliche Menschen auf dieser Erde leben, solange hat sich der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber und der Bürger der Obrigkeit unterzuordnen (Röm 13:1 / Eph 6:5-9)! Aber in Christus sind alle in Liebe vereint! Ein weiterer Grund, Gott die Ehre zu geben und ihn anzubeten!
Montag, 30. September 2024
Abner rief Joab zu: Soll denn das Schwert ohne Ende fressen? Weißt du nicht, dass daraus am Ende nur Jammer kommen wird?
2.Samuel 2,26
Jesus sprach: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der wird durchs Schwert umkommen.
Matthäus 26,52
Stecke dein Schwert an seinen Ort
"Wann hat das sinnlose Töten ein Ende?", habe ich mich immer wieder einmal gefragt, wenn ich an die Ukraine, den Nahen Osten oder auch an andere Länder dieser Welt denke. Heute ist es kaum mehr das Schwert, das ohne Ende "frisst", sondern die Raketen, Drohnen und Bomben, die scheinbar ohne Ende Leid und Zerstörung anrichten. Wenn ich an die vielen Verwundeten denke und an die unzähligen Trauernden, die ihre Liebsten im Krieg verloren haben, dann blutet mein Herz. Ein solches Elend wünsche ich weder Freund noch Feind. Wie fast alle sehne ich mich mit diesen leidgeprüften Menschen nach einem bleibenden Frieden!
Äußerlich betrachtet gibt es einige Faktoren, die als Auslöser für einen Krieg gelten. Die Ursachen der meisten Kriege sind vermutlich im Machthunger, in der Gier und im Hass zu finden! Diese Eigenschaften wiederum stammen alle aus unserem Egoismus! Solange wir Menschen von einem egoistischen Herzen gesteuert werden, solange bleiben die Gier, die Ehrsucht und der Machthunger präsent. Diese erzeugen früher oder später immer Hass, und dieser "produziert" dann wiederum "Mord und Totschlag". (Jak 4:1-2)
Gespräche, Verhandlungen und Vereinbarungen können zwar einen Krieg beenden, aber sie erzeugen nie einen bleibenden Frieden. Ein solcher Friede kann erst dann entstehen, wenn alle egoistischen in liebende Herzen verwandelt sind. Die Geschichte lehrt uns, dass die Menschheit dieses "Kunststück" nicht fertigbringt. Nur Gott selbst kann hassende Herzen zu liebenden Menschen verwandeln. Damit hat er bereits begonnen, als er zum Beispiel den "eifrigen Christenverfolger Saulus" in einen "liebenden Verkündiger der frohen Botschaft" verwandelte. Auch in der heutigen Zeit werden Menschen von Gott so radikal verändert (2Kor 5:17)! Aber solange der Herr Jesus Christus nicht mit großer Macht und Herrlichkeit wiedergekommen ist, bleiben diese Menschen in der Minderzahl.
Noch versucht eine Mehrheit, aus eigener Kraft "Frieden und Sicherheit" für diese Welt zu schaffen. Sie versuchen, dieses Ziel mit Vereinbarungen und Verträgen zu erreichen. Aber solange die menschliche Gesellschaft vom Egoismus geprägt ist, bleiben "Frieden und Sicherheit" nur von kurzer Dauer! Genau das prophezeite der Apostel Paulus, als er den Thessalonichern schrieb: "Wenn sie sagen: Friede und Sicherheit!, dann kommt ein plötzliches Verderben über sie, wie die Geburtswehen über die Schwangere; und sie werden nicht entfliehen." (1Thess 5:3) Aber das ist - Gott sei Dank - nicht das Ende! Das absolute Ende ist erst dann erreicht, wenn Gott alles in allen ist (1Kor 15:28). Dann werden alle mit der vollkommenen Liebe Gottes erfüllt sein, und es wird auch einen nie endenden Frieden geben!
Petrus durfte den wahren Messias kennenlernen, und kurz vor dessen Verhaftung wollte er ihn mit Gewalt verteidigen. Er dachte: "Das Schwert ist die Lösung! Durch Gewalt kann Jesus an die Macht kommen und den Frieden erzeugen!" Aber Jesus sagte nur: "Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der wird durchs Schwert umkommen." (Mt 26:52) Jesus Christus baut sein ewiges Reich des Friedens zuerst mit einer hingebenden Liebe, um die Herzen der Menschen so zu verändern, dass auch sie aus tiefster Überzeugung lieben wollen! (Joh 13:34-35)
