Tag = ein Symbol für Lichtes-oder Gerichtsgegenwart Gottes und Christi

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aus AHS: "200 biblische Symbole"


Tag = ein Symbol für Lichtes-oder Gerichtsgegenwart Gottes und Christi


Die Schrift unterscheidet drei verschiedene Tage: den T a g - d e s - M e n s c h e n , an dem Christus abwesend ist der deshalb hinsichtlich der Person Jesu auch "Nacht" genannt wird, den T a g - d e s - H e r r n und den T a g - G o t t e s.

Die Zeugnisse über den Tag des Herrn nehmen einen sehr breiten Raum in unsrer Bibel ein, während vom Tag des Menschen und vom Tag Gottes nur je einmal die Rede ist (1Kor 4:3 - 2Petr 3:12). Prophetisch gesehen versteht das Wort Gottes unter "Tag" die Herrschaft Christi im messianischen Reich einschließlich der einleitenden Gerichte, also der Drangsalszeit. das festzuhalten ist wichtig,weil sich sonst scheinbar unlösliche Widersprüche ergeben hinsichtlich der Aussagen über den schrecken einerseits und die Segnungen andererseits, die mit dem Tag des Herrn verknüpft sind.

Die "große Drangsal", die der Aufrichtung des messianischen Friedensreiches vorausgeht, sie ermöglicht und einleitet, wird oft "Tag der Rache" genannt (Jes 34:8 - Jes 61:2 - Jes 63:4 - Jer 46:10 - Lk 21:22). Es ist ein "Tag der Bestürzung und der Zertretung und der Verwirrung" (Jes 22:5), den man, da er Finsternis und nicht Licht sit, nicht herbei wünschen soll (Am 5:18), der Bedrängnis, des Übels und des Verderbens (Ps 27:5 - Ps 41:1 - Ps 50:15 - Ps 59:16 - Ps 86:7 - Ps 102:2 - Jer 16:19 - Jer 17:17 - Nah 1:7), an dem Satan ohne, ja gegen sein Wissen und Wollen Gerichtsdienste auszuführen hat, um dadurch Gottes Absichten erfüllen zu helfen (Spr 16:4).

Der Tag des Herrn kommt wie eine Verwüstung vom Allmächtigen (Joe 1:15), er ist ein Tag der Finsternis und Dunkelheit, ein Tag des Gewölkes und der Wolkennacht (Joe 2:2; vgl. Zeph 1:15 - Mal 3:2 - Mal 3:19). Der "große Tag Jehovas" (Zeph 1:14) ist wohl ein Tag des Zornes (Offb 6:17), aber er ist auch ein herrlicher Tag (Apg 2:20), da er Heil und Rettung vorbereitet und einleitet. Er heißt darum auch "Tag des Heils" (Jes 49:8), an dem man Gott preisen wird (Jes 12:1) und an dem auch die Nationen zur Erkenntnis Gottes kommen werden (Jes 19:21.24 - Sach 2:11 - Ps 72:11). Dann werden die geistliche Blindheit und Taubheit der Völker beseitigt sein (Jes 29:18), und Himmel und Erde werden an jenem wunderbaren Tage Erhörung und Segnung erfahren (Hos 2:21.22). "Es wird geschehen an jenem Tage, da werden die Berge von Most triefen und die Hügel von Milch fließen, und alle Bäche werden von Wasser fließen" (Joe 4:18). Die Füße des wiederkommenden Christus werden "an jenem Tage auf dem Ölberg stehen, der vor Jerusalem gegen Osten liegt; und der Ölberg wird sich in der Mitte spalten nach Osten und nach Westen hin" (Sach 14:4). Selbst auf den Schellen der Rosse wird an jenem Tage zu lesen sein: "Heilig dem Herrn"" (Sach 14:20). Das bedeutet, wie wir bereits gesehen haben (siehe "Ross"), dass sogar das Natürliche und Triebhafte geheiligt und ein Zeugnis für Gott sein wird.

Doch nicht nur im Blick auf die Menschenwelt, sondern auch hinsichtlich der Engel ist in der Schrift von Gerichts- und Gnadentagen die Rede. So spricht Jud 1:6 von Engeln, "die ihren ersten Zustand nicht bewahrt, sondern ihre eigene Behausung verlassen haben" und die darum "zum Gericht des großen Tages mit ewigen Ketten unter der Finsternis verwahrt" werden. In Jes 24:21.22 lesen wir bezüglich der Engelwelt folgendes gewaltige Zeugnis: "Es wird geschehen an jenem Tage da wird der Herr mit Strafen heimsuchen die Heerschar der Höhe in der Höhe... Und sie werden in die Grube eingesperrt, wie man Gefangene einsperrt und in den Kerker eingeschlossen; und nach vielen Tagen werden sie in Gnaden heimgesucht werden."

Wie viel schreckliche und wunderbare Gerichts- und Lichttage hat doch die Schöpfung noch zu erwarten, wehe sie völlig zurechtgebracht sein wird! Unsere gegenwärtige Weltzeit, in der Christus verborgen ist (Kol 3:3), wird "Nacht" genannt (Röm 13:12). Aber bald kommt der Tag, an dem der Herr unser Lebenswerk prüfen wird (1Kor 3:13). Inmitten dieser Nachtzeit wandeln die Gläubigen als "Söhne des Tages" (1Thes 5:5.8) und schauen freudig aus auf den "Tag der Erlösung" (Eph 4:30).

Zur Zeit des Apostels Paulus gab es Leute, welche behaupten ln, der Tag des Herrn wäre schon da (2Thes 2:2). Das ist aber bis zur Stunde noch nicht der Fall. Denn zuvor muss der Antichrist geoffenbart werden (2Thes 2:3). Dann aber sind die Glieder des Leibes des Christus nicht mehr auf Erden. Denn bei seinem Wiederkommen wird ja der Herr "in seinen Heiligen und in all denen, die ihm geglaubt haben, bewundert" (2Thes 1:10).

Glückselig, wer im Geist und Glauben mit dem Dichter bekennen kann:

"Vor uns derTag, und hinter uns die Nacht!"