Die Welt der Gedanken

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Von Daniel Muhl

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Einführung

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"Die Welt der Gedanken" ist ein grundlegendes Thema, mit dem sich eigentlich jeder Mensch intensiv beschäftigen sollte, weil es sich auf unser ganzes Leben auswirkt und mit unserer ganzen Existenz in Verbindung steht!

Zu Beginn möchte ich ein Wort aus Jes 55 lesen:

  • Jes 55:6 Sucht den HERRN, während er sich finden läßt! Ruft ihn an, während er nahe ist.
    Jes 55:7 Der Gottlose verlasse seinen Weg und der Mann der Bosheit seine Gedanken! Und er kehre um zu dem HERRN, so wird er sich über ihn erbarmen, und zu unserem Gott, denn er ist reich an Vergebung!
    Jes 55:8 Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR.
    Jes 55:9 Denn [so viel] der Himmel höher ist als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.
    Jes 55:10 Denn wie der Regen fällt und vom Himmel der Schnee und nicht dahin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt, sie befruchtet und sie sprießen läßt, daß sie dem Sämann Samen gibt und Brot dem Essenden,
    Jes 55:11 so wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht. Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird bewirken, was mir gefällt, und ausführen, wozu ich es gesandt habe.

Es gibt ein Denken, das viel größer und höher ist als unser Denken! Wer das verstanden hat, nimmt sich selbst nicht mehr so wichtig, ist demütig und lernwillig! Das Denken Gottes kommt aus der Ewigkeit und unser Denken ist lediglich ein paar Jahrzehnte alt und es basiert auf unseren meist subjektiven Erfahrungen. Wir beurteilen alles aus unserer Sicht und unsere Sichtweise ist in etwa so klein wie die Erde, währenddem die Sichtweise Gottes Milliarden von Galaxien umfasst!
Doch Gott verachtet uns nicht und er teilt uns die Gedanken mit, die wir im jetzigen Leben brauchen! Er sagt uns längst nicht alles, weil wir noch gar nicht in der Lage sind, alles zu erfassen und zu verstehen (Joh 16:12)! Trotzdem beschenkt er uns mit seinen Gedanken, wenn wir ihm unser Vertrauen schenken, und durch seine Gedanken werden wir viel reicher, als dass wir uns das in den kühnsten Träumen je vorstellen könnten!

Ein zentrales Thema

Mich beschäftigt das Thema schon seit Jahrzehnten, weil es für unser Leben und den Glauben absolut entscheidend ist. Dieses Thema ist sehr interessant und gleichzeitig äußerst komplex! Warum? Weil hinter jeder Handlung und jedem Ereignis ein Gedanke steht! Aber nur schon diese Erkenntnis löst unzählige weitere Fragenkomplexe aus, wie zum Beispiel:

  • Wie kommt ein Gedanke zustande?
  • Woher kommt die Inspiration?
  • Wie entstand unser Denken?
  • Was hängt mit dem Denken zusammen?

Es gibt unzählige Faktoren, die beim Denken eine Rolle spielen! Im wissenschaftlichen Bereich versucht man die Funktionen des Gehirns immer besser zu verstehen! Man weiß, dass unser Gehirn aus einem neuronalen Netzwerk besteht, das über die Synapsen miteinander verbunden ist! Man weiß, dass feine elektronische Impulse eine große Rolle spielen usw.
Je mehr man sich mit diesem Thema beschäftigt, desto mehr kommt man über die Komplexität des Gehirns ins Staunen! Für mich ist klar:

"Dieses ganze System wurde von einem hoch intelligenten Designer entwickelt, der gleichzeitig der Erschaffer des Menschen ist!"

Da sich der Erschaffer des Menschen in der Bibel geoffenbart hat, finden wir im Wort Gottes auch alle für uns relevanten Hinweise und Informationen zum Thema "Gedanken".
Die Bibel sagt viel mehr über die Welt der Gedanken, als wir annehmen und für sie ist dieses Thema auch absolut zentral, weil damit ein "geistlich-seelisches Organ" verbunden ist! Es handelt sich dabei um nichts Geringeres als das "Herz des Menschen", das man auch als "Willenszentrum" und als "Sitz der innersten Motive" bezeichnen könnte! Damit ist also nicht in erster Linie unsere "Pumpmaschine" gemeint!

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Wir können nicht über die "Welt der Gedanken" sprechen, ohne auch das Thema "Herz" zu beachten! Unser Herz ist noch wichtiger als unsere Gedanken, weil die meisten Gedanken aus dem Herzen stammen! Darum gibt uns das Wort Gottes auch folgenden Ratschlag:

  • Spr 4:23 – "Mehr als alles, was man ⟨sonst⟩ bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm ⟨entspringt⟩ die Quelle des Lebens."

An dieser Stelle wird deutlich, dass weder die Gesundheit noch der Erfolg, das Ansehen oder der Reichtum die Dinge sind, auf die man am meisten aufpassen sollte!

Die Zusammenhänge

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Im Anhang (siehe hier!) habe ich einige biblische Begriffe aufgelistet, die mit dem Denken in Verbindung stehen.

Es ist jedoch äußerst schwierig, aber auch sehr interessant, alle diese Faktoren und Begriffe richtig einzuordnen, so dass die Beziehungen sowie Abhängigkeiten erkennbar werden. Grafiken und Beispiele können dabei etwas helfen; sie beleuchten jedoch immer nur gewisse Aspekte und zeigen nie die gesamte Komplexität. Es soll hier aber weniger die wissenschaftliche Seite der Gedanken als viel mehr die zentrale Bedeutung für unser Leben und unseren Glauben beleuchtet werden. Jedes Reden und Handeln sind auf Gedanken zurückzuführen, die zuvor gedacht wurden. Aus meiner Sicht existiert gar nichts, ohne dass zuvor ein Gedanke vorhanden war. Die Gedanken haben ihren Ursprung in den Motiven, den (unbewussten) Zielen, den Erfahrungen, bzw. Erinnerungen und den Impulsen, bzw. den Einflüssen! Auch wenn das Herz als unsere zentralste Angelegenheit bezeichnet werden kann, wo die wichtigsten Entscheidungen gefällt werden, so wird es doch von den unterschiedlichsten "Geistern" geprägt. Im Idealfall wird das Herz nur vom Geist Gottes geprägt! Der Geist wiederum offenbart sich durch Worte, die aus den Gedanken entstanden sind! Daraus können wir erkennen, dass vieles in einer Wechselwirkung zueinandersteht! Auch wenn der Geist sich durch ausgesprochene Gedanken offenbart, so ist der Geist weder mit dem "Verstand" noch mit den "Gedanken" oder "Worten" gleichzusetzen!

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Wenn die Bibel uns rät, dass wir am meisten auf unser Herz achtgeben sollen, dann macht sie damit indirekt deutlich, dass das Herz durch fehlende Bewahrung verdorben wird, wenn es sich unguten Einflüssen ausgesetzt hat! Wenn sich z. B. ein Mensch in der Gemeinschaft mit Spöttern und Verächtern aufhält (Ps 1:1), dann färbt sich der Geist dieser Leute auf sein Herz ab, was wiederum seine Gedanken beeinflusst. Alles was unser Herz anschaut, prägt uns und somit auch unsere Gedanken! Das Wort Gottes sagt in 1Mo 8:21b:

  • "... das Sinnen des menschlichen Herzens ist böse von seiner Jugend an."
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Weil der natürliche Mensch von Grund auf egoistisch ist und sich nicht an der göttlich bedingungslosen Liebe orientiert, ist er in den Augen Gottes böse (Mt 7:11).

Das böse Herz produziert egoistische Gedanken und daraus entstehen immer wieder rücksichtslose Worte, die wiederum zu bösen Taten führen. Die bösen Taten erzeugen Wut, Bitterkeit und im Endstadium ein Herz, das vom Hass gefüllt ist. Das hasserfüllte Herz steckt dann in einer tiefen Finsternis, die mit einem schrecklichen Kerker verglichen werden kann! Dadurch befindet sich das Herz im Tod!

Dieser schreckliche Teufelskreis kann sich über Jahrzehnte erstrecken und in manchen Fällen erscheint er anfänglich gar nicht negativ, sodass man sich durchaus glücklich und erfolgreich fühlt, weil man sich durch diesen Lebensstil, viel Reichtum und Genuss verschaffen konnte! Aber der anfängliche Erfolg ist trügerisch und bewirkt nur Stolz und noch mehr Egoismus!
Aus diesem Teufelskreis kommen die Menschen nur dann, wenn sie dem Rat der Bibel folgen und auf die Bitte Gottes eingehen:

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  • "Gib mir, mein Sohn, dein Herz, und deine Augen lass an meinen Wegen Gefallen haben!" (Spr 23:26)

Wer diesem Rat folgt, steigt aus dem Teufelskreis aus und kommt in einen göttlichen "Gnaden- und Lebenskreis" hinein!

Das Herz gehört jetzt dem, der die Liebe in Person ist (1Jo 4:8)! Gott gibt uns dann ein neues Herz (Hes 36:26). Das Herz schaut nun auf die Liebe Gottes! Es freut sich über die Gnade und Barmherzigkeit der HERRN! Es will lieben und hat erkannt, dass im Lieben die größte Lebenserfüllung steckt! Obwohl das Lieben mit einer Opferbereitschaft verbunden ist, erzeugt es einen inneren Frieden und eine bleibende Freude! Alles wird voller Licht und authentisch! Nur so findet man den Zugang zum wahren göttlichen Leben!

Glaube und Denken

Gläubigen Menschen wird manchmal mangelndes Denken attestiert, weil sie an Wunder glauben, die unseren Erfahrungen widersprechen! Sowohl eine Jungfrauengeburt als auch eine Auferstehung aus den Toten konnte bis heute wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden! Deshalb empfindet man Leute, die solches glauben als "naiv" und "leichtgläubig". Einige sagen vielleicht: "Wer an eine Auferstehung der Toten glaubt, hat sein Denken durch eine Utopie benebelt!"
Der Glaube an die Auferstehung der Toten, ist weit verbreitet und wird von den unterschiedlichsten Menschen geteilt (darunter sind Staatspräsidenten, Professoren, Wissenschaftler, Politiker, Unternehmer und einfache Arbeiter). Dieser Glaube ist keine Frage des Intellekts oder der Intelligenz, sondern eine Frage des Herzens!
Der Glaube an die Auferstehung der Toten, ist eng mit der Frage nach der Entstehung des Menschen verknüpft. Sollte es einen Erschaffer des Menschen geben, der durch geistige Impulse einen Menschen aus Fleisch und Blut erschuf, dann ist es für den Erschaffer des Menschen auch kein Problem, eine Jungfrau schwanger werden oder einen Toten auferstehen zu lassen! Die Annahme, dass nach einem Urknall alle Lebewesen auf der Erde zufällig entstanden sind, braucht mindestens so viel Glaube, wie die Annahme, dass ein hochintelligentes Wesen alle unterschiedlichen Arten auf dieser Erde erschuf! Vom eierlegenden Schnabeltier, das auch gleichzeitig ein "leuchtendes" Säugetier ist, bis hin zur Fledermaus (mit einem eingebauten Radarsystem) und der hohen Komplexität eines Menschen! Wer das Gehirn, das Auge, das Gehör oder das Nervensystem eines Menschen erforscht, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus!

Seitdem wir wissen, dass die DNA-Struktur eines jeden Lebewesens eine Erbinformation enthält, steht auch die Frage im Raum, von wo diese Information stammt? Das Wort Gottes spricht ganz einfach davon, dass am Anfang "das Wort" war und dass durch dieses "Wort" alle Dinge erschaffen wurden (Joh 1:3). Ich bin überzeugt, dass die gesamte Erbinformation durch das erschaffende Wort Gottes entstand! Man kann einem Menschen, der an einen Erschaffer des Menschen glaubt, auf jeden Fall kein mangelndes oder naives Denken unterstellen! Wenn ich aber behaupte, dass ein Airbus A380 auch durch eine Explosion entstehen könnte, dann würde man mich zurecht als "Utopisten" bezeichnen. Die A380 entsteht auch dann nicht durch eine Explosion, wenn ich zuvor alle Materialien zur Verfügung stellen und den Versuch einige Milliarden Jahre durchführen würde (in der Hoffnung, dass dann per Zufall alles einmal zusammenpasst)!

Gott legt in seinem Wort großen Wert darauf, dass die Menschen denken, dass sie Weisheit erwerben (Spr 4:5 / Jak 1:5), dass sie verständig und klug sind (Spr 1:2 Mt 10:16). Paulus kritisiert die Galater, dass sie "unverständig" sind (Gal 3:1-3). Das griech. Wort ἀνόητος (anoetos; +453) müsste wörtlich mit "undenkend" übersetzt werden! Der Apostel erwartete also, dass die Christen in Galatien zu "denkenden Gläubigen" werden!

+3341 · Buße · 📖 Vorkommen · 🖌
μετάνοια‭ metá-noia = auch Umdenken, Umkehren
→ von ‭μετανοέω‭ meta-noéo +3340 = umdenken‭
aus:
→ →‭ ‭μετά‭ metá +3326 = mit, nach, um
→ →‭ ‭νοιέω‭ noéo +3539 = denken‭
w. Mitdenken
Erklär.: Sinnesänderung

Im NT werden wir des Öfteren mit dem Wort "Buße" konfrontiert! Die meisten verstehen darunter eine Reue oder Umkehr. Im Griechischen lautet dieses Wort μετάνοια (metanoia; +3341). Die wörtliche Übersetzung lautet hier: "Mitdenken" und damit ist auch ein "Umdenken" gemeint. Man könnte auch sagen, dass Gott uns dazu aufruft, mit seinem Wort oder mit seinen geoffenbarten Gedanken mitzudenken!

Der Apostel Paulus ermahnt auch dazu, dass prophetische Aussagen von der Gemeinde beurteilt werden sollen (1Kor 14:29) und an einer anderen Stelle sagt er, dass alles (Gehörte) geprüft werden soll, damit man dann das Gute behalten kann (1Thes 5:21).

Die Behauptung, dass gläubige Christen das Denken ausschalten müssen, ist völlig falsch! Je mehr man mit einem offenen und ehrlichen Herzen über "Gott und die Welt" nachdenkt, desto mehr kommt man zu dem Schluss, dass es einen Gott geben muss und dass dieser Gott uns in der Bibel zu einem vernünftigen Denken auffordert!
Das biblische Mitdenken soll in jeder Hinsicht gefördert werden. Die Zuhörer müssen in eine geistliche Selbstständigkeit geführt werden, sodass sie nicht mehr von Menschen oder irgendwelchen "Geistern" abhängig sind. Wer biblisch denken gelernt hat wird gefestigt!

Das Denken der Menschen

Wissenschaftliche Äußerungen über die Entstehung des Denkens

Nicht wenige Wissenschaftler sind davon überzeugt, dass alle Vorgänge im Inneren des Menschen materiell erklärbar sind. Mit anderen Worten: Jeder Gedanke ist eine Folge von verschiedenen Einflüssen, die im Gehirn durch bestehende Vernetzungen und chemische Reaktionen (sprich: Produktion von Hormonen) sowie elektronische Impulse verarbeitet werden. Man hat erkannt, dass das Gehirn über eine fast unzählbare Menge von Neuronen verfügt. Jedes Neuron ist mit fünf- bis zehntausend anderen Neuronen verbunden. Es handelt sich dabei um ein stern- sowie netzförmiges Gebilde. Einige Neuronen werden durch Meldungen von Auge, Gehör oder anderen Nerven aktiviert. Die Aktivierung dieser Neuronen hat die Erregung von zig-tausend anderen Neuronen zur Folge. Auf diesem Weg entstehen dutzende von Bildern, Erinnerungen und Empfindungen.

Gerade weil die Forschung auf diesen Gebieten sehr aktiv ist und hier auch schon einiges erkannt hat, neigen nicht wenige Evolutionisten zu der Annahme, dass das Denken ein rein biologisch-, chemischer Ablauf ist, der noch von feinen elektronischen Impulsen unterstützt wird.

Was ist mit Geist und Seele?

Geist und Seele werden von vielen Wissenschaftlern nur als ein Bestandteil des Gehirns angesehen oder sie zweifeln daran, dass diese überhaupt existieren. Ganz nach dem Motto:

"Ist das Hirn tot, existieren auch kein Geist und keine Seele mehr!"

Dies ist nicht selten die Schlussfolgerung dieser Überzeugung!

Wer der Bibel und somit dem Wort Gottes Vertrauen schenkt, weiß, dass dies nicht stimmt. Dieses Denken ist sogar sehr gefährlich, denn es führt zu folgendem Schluss:

"Nur das Sichtbare und das Materielle ist Realität! Alles andere gibt es gar nicht."

Der Ursprung dieses Denkens finden wir in Ps 10:4: "Der Gottlose spricht in seinem Hochmut: Er wird nicht nachforschen. Alle seine Gedanken sind: Es ist kein Gott!" Doch das rein materielle Denken nimmt eher wieder ein wenig ab. Eine wachsende Anzahl Quantenphysiker und andere Wissenschaftler sehen das nicht mehr so! Etliche sind davon überzeugt, dass die materielle Welt ohne "geistige Impulse" aus einem "Hyperraum" gar nicht existieren würde! Mehr dazu, finden Sie in den Vorträgen von Prof. Wolfgang Leisenberg!

Im Menschen ist etwas Besonderes "eingebaut"

Das Wort Gottes bezeugt uns, dass Geist und Seele auch nach dem Tode noch weiter existieren. In der Sterbeforschung ist man zu ähnlichen Erkenntnissen gelangt!
Die Tatsache, dass das Gehirn nicht gleich Seele ist, bezeugen sogar namhafte Hirnforscher. Professor Valentin von Braitenberg, ehemaliger Direktor am Max-Planck-Institut, erklärte in einem Interview, dass der wesentliche Unterschied zwischen Menschen und Tier darin besteht, dass der Mensch über die Sprache verfügt. Er kommt dann zu dem Schluss, dass durch die "Erfindung der Sprache" das Gehirn auch sehr gewachsen ist. Diese Aussage veranlasste den Reporter zu folgender Frage:

"Kann man das chronologisch sehen: das Gehirn ist größer geworden, und dann hat der Affe zu reden begonnen?"
"Nein, diese Vorstellung ist sicher falsch. So genannte mikrozephale Zwerge - die wirkliche Miniaturausgaben sind und bei denen, nicht wie beim Zirkuszwerg, alles kleiner ist, auch der Kopf -, diese mikrozephalen Zwerge sind zwar nicht gescheit, aber sie können reden, obschon ihre Gehirne kleiner oder gleich groß wie die Hirne von Schimpansen sind. Also, an der Größe kann es nicht liegen. Da ist etwas Neues eingebaut worden.
"Was denn?"
"Das wissen wir nicht."

Interessant ist, dass dieser Wissenschaftler bekennt, dass beim Menschen etwas Besonderes eingebaut worden ist, das allerdings unbekannt und unerklärlich ist. Das Wesentliche des Menschen besteht eben nicht aus Materie, sondern durch den immateriellen Geist.
Man versucht uns ständig - bewusst oder unbewusst - zu betrügen, indem gesagt wird: "Nur das Sichtbare und Materielle ist wesenhaft, alles andere ist nur Illusion!" Dabei ist es aus der Sicht Gottes gerade umgekehrt: • "Alles Sichtbare und Materielle ist vergänglich, seine Worte aber vergehen nicht!" (Mt 24:35)

Wie könnte sich das Denken beim natürlichen Menschen entwickelt haben?

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Wenn ein Kind geboren wird, existiert ein Denken ohne jegliche Worte! Es hört zwar die Worte in der Umgebung, kann diese aber inhaltlich nicht füllen. Möglicherweise gibt es zu Beginn einfach zwei oder mehrere Empfindungen, die ein Säugling abspeichern kann: Angenehm oder unangenehm! Das Gehirn des Säuglings enthält noch wenig gespeicherte Informationen. Es hat vmtl. einzelne Erlebnisse abgespeichert und sie als angenehm oder unangenehm empfunden. Wenn ich es mit einem Computer vergleichen würde - wobei zu sagen ist, dass jeder Vergleich etwas hinkt - dann ist lediglich die System-Software vorhanden, damit man auf dem Computer weitere Software installieren kann, die es braucht, um Daten einzugeben.
Da beim Neugeborenen noch keine Sprache vorhanden ist, kann es jedes Erlebnis vmtl. nur als Empfindung abspeichern. Das könnte z. B. so ablaufen:
Das Kind verspürt ein Hungergefühl. Das ist unangenehm. Es beginnt mit einem Jammern, bis es dann zu einem Schreien ausartet. Die Mutter kommt und nimmt das Kleinkind auf. Es hört eine angenehme Stimme und spürt Zuneigung. Nur schon diese Veränderung lässt das Kind den Hunger kurz vergessen, weil es abgelenkt wird. Die Mutter macht ihre Brust frei, setzt das Kind an und es beginnt zu trinken. Dies führt zu einer Beseitigung des Hungergefühls.
Hat das Kind dieses Erlebnis einige Male gemacht, führt das zu einer Erfahrung, die so abgespeichert wird, dass beim nächsten Hungergefühl und Freimachen der Brust schon klar ist, dass sein Hungerproblem jetzt gelöst wird. Diese Erlebnisse und Alltagsabläufe werden nun im Gehirn mit den dazu gemachten Empfindungen und Gefühlen verknüpft und vernetzt. Unser gesamtes Denken baut nun auf solche Verknüpfungen auf.
Sobald sich die Sprache entwickelt hat, wird jeder Sprachbegriff mit einer großen Anzahl von Erlebnissen und Gefühlen verknüpft. Und genau an dieser Stelle wird deutlich, wie Kommunikationsprobleme entstehen können. Wenn ich ein Wort sage, wird jeder in diesem Raum, dieses Wort mit anderen Erlebnissen und Gefühlen füllen. So kann es vorkommen, dass ich z. B. einen Satz mit sieben Wörtern sage und viele verstehen etwas ganz anderes darunter, als ich eigentlich meine!
Was läuft in dir für ein Programm ab, wenn du das Wort "Vater" hörst? Einige erinnern sich an die schönen Erlebnisse mit ihrem Vater, sein freundliches Gesicht oder seine strengen Augen, als man eine Dummheit gemacht hatte. Andere sehen sofort seinen bösen Blick als er so oft betrunken nach Hause kam. Einige erinnern sich an den Vater, der Zeit hatte und sich bemühte, die vielen Fragen, die man hatte, zu erklären. Viele sehen in ihrem Vater den Mann, der mit ihren Leistungen nie zufrieden war, sie mussten immer noch besser werden. Deshalb floss die Liebe des Vaters auch nur sehr spärlich. Dann gibt es den Vater, der sich für die Kinder überhaupt nicht interessierte oder die furchtbaren Väter, die ihre eigenen Töchter sexuell missbrauchten.
Wir sehen: ein Wort und tausende von Emotionen, Gefühlen und Erlebnissen und jeder versteht unter diesem Wort etwas anderes. Wenn ich sage: "Unser Gott ist ein liebender Vater", dann ist das für viele Menschen anfänglich alles andere als beglückend, weil sie mit dem Begriff "Vater" viele negative Erinnerungen verbinden.
An diesem Beispiel sehen wir, was eigentlich in unserem Glaubensleben ablaufen sollte: Wir müssen lernen, alle Begriffe biblisch zu füllen und erst so kann neues, gesundes Denken wachsen. Nie werde ich ein einigermaßen richtiges Gottesbild bekommen, wenn ich die negativen Vater-Erfahrungen immer mit Gott in Verbindung bringe. Weiter muss uns auch bewusstwerden, dass unsere Begriffe auch dann nicht biblisch gefüllt werden, wenn wir kaum Zeit für die Bibel haben und stundenlang in die "Glotze" starren oder fast pausenlos im Internet "herumsurfen" und den Rest der Zeit für Arbeiten, Essen, Hobby und Schlafen benötigen. Bei einem solchen Lebensstil ist unser Denken garantiert sehr stark vom weltlichen Denken geprägt.

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Ich gehe noch einmal zurück zur Entstehung des Denkens: Anfänglich ist die Seele ja untrennbar mit Fleisch und Blut verbunden. Praktisch alle Erfahrungen kommen durch das Sehen, Hören, Tasten, Riechen und Fühlen zur Seele. Für den natürlichen Menschen ist vorerst alles Sichtbare und Materielle Realität und an dieser scheinbar einzigen Realität orientiert er sich und sie ist für ihn erst einmal das Entscheidende.

Darum sieht das weltliche und somit auch das natürliche Denken meist in etwa so aus:

"Das Sichtbare und Materielle soll ständig verbessert und optimiert werden. Die äußere Welt ist anfänglich so wichtig, dass sich das ganze Denken auf diese Welt konzentriert! Nebst dem materiellen Wohlstand und dem körperlichen Wohlbefinden, sehnt man sich auch nach Frieden, Sicherheit und nach der Anerkennung und Wertschätzung von Menschen!"

Das göttliche Denken sieht ganz anders aus:

"Die unsichtbaren Wesenseigenschaften Gottes und seine Zielsetzungen stehen an erster Stelle! Deshalb ist das göttliche Denken durch und durch von der Liebe geprägt! Es geht um die Liebe zu Gott und um die Liebe zu seinen Mitmenschen!

Wer Gott liebt, ...

... hört auf ihn (liest die Bibel und hört auf die Verkündigung des Evangeliums)
... vertraut ihm in allen Dingen
... spricht mit ihm im Gebet

Wer seinen Nächsten liebt, ...

... gibt ihm maximale Wertschätzung und achtet ihn höher als sich selbst
... vergibt ihm und wünscht ihm den Frieden mit Gott. Dieser kommt nur durch eine vertrauensvolle Liebesbeziehung mit Gott zustande.
... tut ihm wohl und steht ihm in der Not mit praktischer Hilfe bei
... usw.

Das Denken Gottes

Können wir etwas über das Denken Gottes sagen?

Was sagt uns die Bibel über die Gedanken Gottes?

Welches Ziel verfolgen die Gedanken Gottes?

Was wird aus den Gedanken Gottes?



Die Gedanken Gottes kommen in uns

Was sind die Voraussetzungen dafür?

Wie kommen die Gedanken Gottes in unsere Herzen?



Anhang

Welche biblischen Begriffe stehen mit dem Denken in Verbindung?

  1. Absicht (Motiv)
  2. Buße (griech. mätanoia = Mitdenken, Umdenken)
  3. Denken
  4. Einsicht
  5. Gedanken
  6. Geist
  7. Gesinnung
  8. Gewissen
  9. Handeln (Gedanken werden sichtbar)
  10. Herz
  11. Rede (Gedanken werden hörbar)
  12. Seele
  13. Sinn, Sinnen
  14. unverständig (undenkend)
  15. Verstand, verständig
  16. Wille
  17. Wort (Gedanken werden hörbar)
  18. Wunsch
  19. Ziel
  20. usw.

Wichtige Bibelstellen

  • Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. 2 Dieses war im Anfang bei Gott. 3 Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist. Joh 1:1-3