Dein Reich komme, Dein Wille geschehe

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Von Daniel Muhl

Dein Reich komme

Was darunter verstanden wurde

Das "Vaterunser" nach Mt 6:9-13 (ELB) 🖌️:

9b Unser Vater, der [du bist] in den Himmeln, geheiligt werde dein Name;
10 dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden!
11 Unser tägliches Brot gib uns heute;
12 und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben;
13 und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen!

Das "Vaterunser" nach Lk 11:2-4 (ELB):

2b Vater, geheiligt werde dein Name; dein Reich komme;
3 unser nötiges Brot gib uns täglich;
4 und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir selbst vergeben jedem, der uns schuldig ist; und führe uns nicht in Versuchung.

Sowohl das Volk als auch die Jünger verstanden darunter zuerst einmal das kommende messianische Friedensreich. Alle sehnten sich nach diesem Reich, in dem nur noch Gerechtigkeit, Frieden und Freude herrschen sollten.

In Mt 4:17 sagte Jesus:

  • "Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen!"

Auch das interpretierten vermutlich die meisten Juden so, dass das messianische Friedensreich nicht mehr lange auf sich warten lässt. Tatsächlich hätte dies auch so geschehen können, wenn das Volk Gottes nach der Auferstehung Jesu und nach Pfingsten Jesus als ihren Messias angenommen hätte. Dann hätte auch die 70. Jahrwoche beginnen können, und nach deren Abschluss hätte das Millennium beginnen können. Doch weil dies nicht geschah, kam es zu einem Einschub von vermutlich fast 2'000 Jahren.

Tatsächlich kam das 'Reich der Himmel' nahe, weil Jesus selbst als der 'König des Himmels' im Volk Gottes anwesend war. Das Reich der Himmel beginnt dort, wo der Messias ist!

Das "Reich der Himmel" wird in den Evangelien oft auch als "Reich Gottes" bezeichnet (vgl. Lk 18:17), und auch der Apostel Paulus verwendete diesen Begriff häufiger, als wir denken (Röm 14:17 - 1Kor 4:20 - 1Kor 6:9 - 1Kor 6:10 - 1Kor 15:50 - Gal 5:21 - Kol 4:11). Er machte unter anderem deutlich, wer seine Mitarbeiter am "Reich Gottes" waren (vgl. Kol 4:11) und wer das Reich Gottes nicht erben wird. Er erklärte, dass das Reich Gottes Gerechtigkeit, Frieden und Freude im Heiligen Geist ist (vgl. Röm 14:17).

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Bei uns beginnt das Reich Gottes nicht mit einem äußeren Friedensreich, sondern mit Christus, der durch den Heiligen Geist in unseren Herzen wohnt! Wir tragen das Reich Gottes zuerst einmal in unseren Herzen, und erst nach unserer Entrückung und nach dem Ruf des Volkes Israel ...

  • "Gepriesen [sei], der da kommt im Namen des Herrn!" (vgl. Lk 13:35)

... wird Jesus in großer "Macht und Herrlichkeit" wiederkommen und das Millennium bzw. das messianische Friedensreich aufrichten!

Dein Wille geschehe

Was bedeutet das? Als gläubige Christen wissen wir, dass der Wille Gottes immer geschieht (zumindest der verborgene Wille Gottes). Aber hier geht es in erster Linie darum, dass wir uns mit dem geoffenbarten Willen Gottes voll identifizieren. Den verborgenen Willen Gottes am Kreuz von Golgatha durften wir zum Teil erkennen, aber den verborgenen Willen Gottes in unserer persönlichen Wegführung kennen wir oft nicht (so wie auch Joseph im Gefängnis den verborgenen Willen in seinem Leben vermutlich noch nicht erkennen konnte)!

Es ist für uns jedoch wichtig, den geoffenbarten Willen Gottes zu erfassen, indem wir Sein Wort studieren und uns damit identifizieren! Den Willen Gottes im persönlichen Leben können wir auch durch intensives Beten kennenlernen. Erst nachdem Paulus drei Mal zum HERRN betete, erkannte er, dass die Schläge des Satansengels ihm zum Besten dienten. Er konnte dann auch sinngemäß sagen: "(Dein Wille geschehe), damit deine Kraft in meiner Schwachheit zur Vollendung komme und ich mich nicht überhebe".

Sogar für den Sohn Gottes war dies in Gethsemane nicht einfach! Er betete intensiv:

  • "Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir weg - doch nicht mein Wille, sondern der deine geschehe!" (Lk 22:42).

Auch für uns ist es manchmal sehr schwer zu sagen: "Nicht mein Wille, sondern der deine geschehe!" Das gelingt nur durch ein intensives Beten und ein unerschütterliches Vertrauen!


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