Gemeinschaft und das Leben im Licht

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Von Daniel Muhl

Als MP3-Vorträge:
- Einführung in den 1. Johannesbrief
- Grundlage für die Gemeinschaft

Göttliche Gemeinschaft, die gleichzeitig auch das Ziel unserer Existenz beinhaltet, ist untrennbar mit dem Wandel im Licht verbunden! Das wird uns gerade im 1. Johannesbrief ganz deutlich vor Augen geführt.

Einführende Gedanken

In diesem ersten Kapitel zeigt Johannes die Grundlage des Evangeliums, des Glaubens und somit auch der Gemeinschaft auf:

  1. Wenn man diese Grundlage erkannt und begriffen hat, kann man auch ein Leben im Licht und in der Wahrheit führen.
  2. Wer im Licht und in der Wahrheit ist, erkennt zwangsläufig seine Sünden (w. Verfehlungen). Wer seine Sünden noch nicht sieht, ist noch nicht in der Wahrheit.
  3. Diese Erkenntnis führt dann auch zu dem Bewusstsein, dass eine Reinigung notwendig ist.
  4. Durch das Sündenbekenntnis und das Blut Jesu, kommt es dann zu dieser umfassenden Reinigung.

Grundlage christlicher Gemeinschaft

Am Anfang: Sehen, Hören, Tasten

  • 1Jo 1:1 Was von Anfang an war, was wir gehört, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir angeschaut und unsere Hände betastet haben vom Wort des Lebens.

Johannes beginnt diesen Brief sehr ähnlich, wie seinen Bericht über das Leben Jesu (Johannes-Evangelium). Er zeigt, was am Anfang war und was er als Augenzeuge gehört, gesehen und betastet hat.
Am Anfang war das Wort (1Mo 1:3 / Joh 1:1). Das Wort Gottes ist die Grundlage für alles! Alles bekommt durch Sein Wort die Bestimmung! Jedes Wesen bekommt durch Sein Wort die Information, damit es existieren kann! Jeder Mensch lebt durch das zuvor ausgesprochene Wort Gottes; auch dann, wenn das den meisten Menschen nicht bewusst ist!
Das Hören, Sehen und Tasten macht auf drei Zeugen aufmerksam. Es erinnert an die anderen drei Zeugen: „Geist, Wasser und Blut“ (1Jo 5:8).
Die Reihenfolge ist auch sehr aufschlussreich:

  1. Das Hören. Erst wenn wir die Worte Gottes hören (oder lesen), können wir glauben. Das Hören kommt vor dem Sehen!
  2. Anschliessend kommt das Sehen. Wir kommen vom Glauben zum Schauen und wir werden Ihn sehen wie Er ist (1Jo 3:3). Dadurch werden wir sein, wie Er!
  3. Als Abschluss kommt das Betasten oder die Berührung! Es ist wie an einer Hochzeit: Zuerst sieht die Braut den Bräutigam, dann küsst sie Ihn und als Abschluss wird sie mit Ihm ein Fleisch!

Johannes will den Geschwistern dadurch deutlich machen:

  1. Sein Zeugnis ist nicht nur vom Hörensagen! Er selbst war dabei. Er selbst ruhte „am Herzen“ Jesu!
  2. Er hörte die Worte Jesu. Es waren keine Menschenworte! Es waren Worte der göttlichen Liebe und der alles übertreffenden Weisheit Gottes! Es waren vollmächtige Worte!
  3. Johannes sah die vielen göttlichen Wunder (Heilungen, Sturmstillung, Gehen auf dem Wasser, Totenauferweckung, Blindenheilungen usw.)! Das waren alles Zeichen des Messias und des Gottessohnes! Wer das verneint, bezichtigt ihn als Lügner, obwohl er Augenzeuge war! Die Geschwister, die diesen Brief bekamen, hatten sehr wahrscheinlich die Liebe des Apostels persönlich erlebt. Der Liebende sagt die Wahrheit, währenddem der Lügner durch sein Lügen beweist, dass er noch nicht verstanden hat, was Liebe ist. Weil die Geschwister die Liebe des Johannes erfahren haben, konnten sie auch davon ausgehen, dass sein Zeugnis wahr war!
  4. Johannes hat den Leib des Auferstanden betastet. Die Leibliche Auferstehung war keine Illusion (vgl. 1Kor 15).

Wort des Lebens

Durch das Wort Gottes kam es am Anfang zu Leben. Durch Sein Wort hat Er alles ins Leben gerufen.
Beim Schöpfungsakt von 1Mo 1 wurde Adam zu einer lebendigen Seele (1Kor 15:45). Der zweite Schöpfungsakt beginnt dadurch, dass das Wort Fleisch wurde und hier Worte aussprach, die Geist und Leben waren!
Jeder menschliche Geist, der diese Worte hört und ihnen vertraut (glaubt), wird mit göttlichem und unsterblichem Leben gefüllt! Es entsteht ein neuer, inwendiger Mensch (2Kor 4:16). Somit kommt es auch zu einer Neugeburt (Joh 3:3).
Das Wort Gottes erzeugt früher oder später immer das wahre göttliche Leben. Wahres Leben kann man nicht vom Wort trennen, so wie kein lebendiges Wesen im natürlichen Bereich ohne die entsprechende DNA-Information existieren kann.
Wer leben will, muss sich das Wort des Lebens verinnerlichen; er muss es aufnehmen, bewahren, behüten und bewegen!
Der Vers 2 enthält wieder ein Dreiteiler:

  • 1Jo 1:2 - und das Leben ist geoffenbart worden, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das ewige Leben, das bei dem Vater war und uns geoffenbart worden ist -

Folgende Punkte zeigt hier Johannes auf:

  1. Sehen! Johannes hat Jesus physisch gesehen! Wir sehen Sein Wesen der Liebe in Seinem Wort und durch Seine Führungen mit uns. Wir können Jesus jetzt nur noch mit den Augen des Herzens sehen.
  2. Bezeugen! Nachdem Johannes Jesus gesehen hatte, konnte er nicht anders, als Ihn zu bezeugen. Sein Herz wurde mit dem Wesen Jesu erfüllt und wessen Herz voll ist, dessen Mund geht über (Lk 6:45). Wer Jesus wirklich mit dem Herzen anschauen durfte, der kann nicht anders, als über Ihn und von Ihm zu reden!
  3. Verkündigen! Johannes hat nicht nur über seine Erlebnisse mit Jesus berichtet, sondern er wurde auch zu einem Verkündiger des Evangeliums. Die frohe Botschaft Gottes musste er den Menschen auch darlegen! Er konnte und er wollte nicht mehr anders! Wer die Schönheit des Evangeliums der Gnade erkannt hat, der ist auch von der Liebe Gottes ergriffen!

Das Sehen löste in Johannes das Bezeugen (gr. martyreo; +3140) und Verkündigen (gr. ap-angello; +518) des äonischen Lebens aus!

Der Unsterbliche kam ins Sterbliche

Dieses Leben war beim Vater und wurde durch Jesus offenbar! Es ist ein Wunder, welches wir hier wahrscheinlich nie richtig erfassen können! Es ist eine faszinierende Tatsache, ...

... dass das Unsterbliche ins Sterbliche kam,
... dass der Herrliche in das Elende kam,
... dass der Liebende zu den Hassenden kam,
... dass der allmächtige Gottessohn am Ende „ohnmächtig“ am Kreuz hing!

Dadurch wurde das göttliche Leben offenbar! Jesus Christus hat unsere Schuld auf sich genommen und gleichzeitig allen Glaubenden Sein göttliches Leben und Seine Vollkommenheit geschenkt.

Verkündigung bewirkt Gemeinschaft mit Gott

Die Auswirkung der Verkündigung ist etwas Wunderbares:

  • 1Jo 1:3-4 - was wir gesehen und gehört haben, verkündigen wir auch euch, damit auch [ihr] mit uns Gemeinschaft habt; und zwar ist unsere Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. 4 Und dies schreiben wir, damit unsere Freude vollkommen sei.

Die nächste Dreiteilung (1Jo 1:3) enthält eine kleine Verschiebung:

  1. Sehen!
  2. Hören!
  3. Verkündigung!

Hier wird die Verkündigung auf die Basis zweier Zeugen gestellt. Mit den Augen haben die Apostel den Herrn Jesus gesehen und auch darauf gehört, was Er gesagt hat. Man kann eine Stimme akustisch hören und trotzdem nicht zuhören! Johannes und die Apostel haben zugehört. Manchmal auch nicht. Vor allem da, wo Jesus ihnen Sein Leiden ankündigte.
Wenn wir Jesus mit unseren Herzensaugen gesehen haben und wenn wir Ihm wirklich zugehört haben, dann werden wir automatisch auch das verkündigen, was wir erkannt haben!
Echte geistliche Gemeinschaft entsteht nur, wenn das Evangelium verkündigt wird und wenn man auf diese Verkündigung hört!
Johannes wollte geistliche Gemeinschaft mit den Geschwistern. Doch diese Gemeinschaft ist nur dann eine Gemeinschaft im Sinne Gottes, wenn sie auf der Gemeinschaft mit dem Vater und seinem Sohn Jesus Christus basiert!
Wenn wir keine Liebesgemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn pflegen, dann entsteht auch keine zutiefst erfüllende Gemeinschaft unter den Geschwistern!
Johannes (und seine Mitarbeiter) hatten Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn und in diese Gemeinschaft wollte Johannes auch die Geschwister hineinführen, weil es nichts Schöneres gibt! Es ist das Ziel, das wir anstreben: Das völlige Eins-Sein mit dem Vater und dem Sohn! Das erzeugt auch eine nicht zu übertreffende Gemeinschaft unter den Gliedern des Leibes Jesu!
Diese Liebesgemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn basiert auf der brennenden Liebe zu Gott!
Die liebende Verbindung zum Vater, zum Sohn und zu den Geschwistern erzeugt dann eine vollkommene Freude (1Jo 1:4).

Leben im Licht

Gott ist Licht

  • 1Jo 1:5 - Und dies ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: dass Gott Licht ist und gar keine Finsternis in ihm ist.

Zur frohmachenden und lebensspendenden Verkündigung gehört auch die Lehre, dass Gott Licht ist und dass in Ihm gar keine Finsternis ist (1Jo 1:5). Was aber bedeutet das?

  1. Licht bedeutet u. a. auch Wahrheit. Im Licht wird alles offenbar! Im Licht kann gar nichts verheimlicht oder verborgen werden. Das Licht Gottes macht alles sichtbar! Es erleuchtet alles. Das Licht ist Leben und es belebt alles. In Gott gibt es absolut keine Lüge und keinen Hass. Wer Ihm böse Motive unterstellt (4Mo 14:3), versündigt sich schwer! Aus Gott kommt nichts Böses! Er hat das Böse auch nicht geschaffen, sondern Er hat nur Sein Licht zurückgezogen und dadurch entstand Finsternis! Finsternis entstand durch die Abwesenheit Gottes und nicht, weil Er Böses gedacht hat. Einige Aussagen der Bibel haben konkordant geprägte Geschwister so ausgelegt, dass Gott die bösen Gedanken selbst entwickelt hat. Es sind dies z. B.:
    1. Kla 3:37-38 - Wer ist es, der da sprach, und es geschah, - [und] der Herr hat es nicht geboten? 38 Kommt nicht aus dem Mund des Höchsten das Böse und das Gute hervor? 
    2. Mi 2:3 - Darum, so spricht der HERR: Siehe, ich ersinne ein Unglück gegen dieses Geschlecht, aus dem ihr eure Hälse nicht ziehen und unter dem ihr nicht aufrecht gehen werdet; denn es ist eine böse Zeit.
    3. Rt 1:21 - Voll bin ich gegangen, und leer hat mich der HERR zurückkehren lassen. Warum nennt ihr mich Noomi, da der HERR gegen mich ausgesagt und der Allmächtige mir Böses getan hat?

Auch wenn Hiob sagt, „Der HERR hat gegeben, und der HERR hat genommen, der Name des HERRN sei gepriesen!“ (Hi 1:21), dann heißt das nicht, dass Gott Derjenige wäre, der dem Hiob Böses will! Gott hat immer gute Pläne, auch wenn Er für eine gewisse Zeit dem Bösen Raum gibt!
In Gott gibt es kein böses Motiv, sondern immer nur das Motiv der Liebe! Wenn Gott nur einen Funken eines bösen Motives hätte, dann gäbe es in Ihm auch Finsternis!
Das Böse lässt Gott nur für eine gewisse Zeit zu, um damit Seine Geschöpfe in Lernprozesse zu führen. Paulus sah nur die Liebe Gottes als Motiv, als Er ihm den Satansengel nicht wegnahm (2Kor 12:7)! Er wusste, dass Gott es gut mit ihm meinte und dass Gottes Liebe immer da ist, auch wenn Gott die Not nicht beseitigte!

David entdeckte ein ganz besonderes Geheimnis, als er schrieb:

  • Ps 139:11-12 - Und spräche ich: Nur Finsternis möge mich verbergen und Nacht sei das Licht um mich her: 12 Auch Finsternis würde vor dir nicht verfinstern, und die Nacht würde leuchten wie der Tag, die Finsternis wäre wie das Licht.

Da wo Gott sich für die Geschöpfe sichtbar zurückzieht, da wird es für die Geschöpfe finster! Doch Er ist – für die Geschöpfe unsichtbar – auch in der Finsternis präsent. Er sieht alles, was in der Finsternis abläuft. Für Gott ist in der Finsternis alles sichtbar. Es gibt gar nichts, dass irgendein Geschöpf vor Ihm verstecken könnte; auch dann nicht, wenn es sich in die allergrößte Finsternis zurückzieht!

Wandel in der Finsternis und Gemeinschaft mit Gott gibt es nicht

  • 1Jo 1:6 - Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, lügen wir und tun nicht die Wahrheit.

Wie viele „Christen“ behaupten, Gemeinschaft mit Gott zu haben und gleichzeitig bewegen sie sich in der Finsternis. Ihre Motive sind von der Welt geprägt:

- Hauptsache, ich werde geehrt!
- Hauptsache, mein Ansehen ist nicht beschädigt!
- Sie nähren ihre Eifersucht und den Neid.
- Sie möchten dem anderen „etwas heimzahlen“.
- Sie geben dem Hass Raum.
- usw.

Was denken wir eigentlich den lieben langen Tag durch? Ist unser Denken vom Egoismus gesteuert oder denken wir voll Freude, Dankbarkeit und Liebe über unseren wunderbaren Gott nach? Sind wir mit unseren Brüdern und Schwestern so verbunden, dass wir mit ihnen leiden und uns immer wieder überlegen: „Wie können wir ihnen wohltun? Wie viele „Christen“ behaupten, sie hätten Gemeinschaft mit Gott und gleichzeitig ist ihr Herz von der Habsucht gesteuert? Finsternis hängt mit folgenden Eigenschaften zusammen:

  1. Lüge (1Jo 1:6).
  2. Hass (1Jo 2:9).
  3. Unfruchtbaren Werken (Eph 5:11).

Gedanken, für die wir uns schämen müssen und die wir deshalb verbergen müssen, gehören zu den Gedanken der Finsternis. Wer die Finsternis liebt, wird in die äußere Finsternis geschickt, bis er den Fluch der Finsternis erkennt und daraus lernt, dass die Finsternis in der Ewigkeit keinen Wert und in der Gegenwart Gottes keinen Platz hat! Er muss begreifen, dass ein Leben und ein Denken im Dunkeln nur Elend verursacht!

Gemeinschaft durch Leben im Licht und in der Wahrheit

Nichts ist so zielführend und so erfüllend wie der Wandel im Licht:

  • 1Jo 1:7 - Wenn wir aber im Licht wandeln, wie [er] im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von jeder Sünde.

Zum Wandel im Licht gehört es auch, dass wir alle unsere Gedanken und Motive des Herzens vor Gott ausbreiten und mit Ihm darüber sprechen.
Wie viele Männer sprechen mit Gott darüber, dass sie immer wieder eine Frau anschauen und sie sexuell begehren? Meistens verdrängen die Männer im Gebet diesen Umstand und sind der irrigen Meinung, dass Gott dies dann ebenso verdrängt. Wenn wir vor Gott alles ans Licht bringen, dann werden wir immer authentischer und es entsteht eine echte Gemeinschaft mit Gott und untereinander!
Wenn wir vor Gott alles ans Licht bringen, dann wird uns, unsere Sündhaftigkeit immer mehr bewusst! Wir neigen dazu, uns selbst zu verachten (was wir aber nicht tun sollten) und schließen daraus, dass Gott uns auch abgrundtief verachten muss!
Wir schließen aus unseren Empfindungen auf die Empfindungen Gottes, und das ist ein großer Fehler! Gott liebt uns unendlich, obwohl unser inneres Wesen manchmal so ekelhaft aussieht! Diese brutale Selbsterkenntnis könnte aus menschlicher Sicht eine Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit auslösen! Aber Johannes weist sofort darauf hin, dass das Blut Jesu uns von jeder Sünde reinigt!
Selbst Hass- und Mordgedanken können wir vor Gott bekennen und Ihm sagen, dass uns diese Gedanken in ganz bestimmten Situationen überfallen! Wenn wir unseren ganzen Unrat vor Gott ins Licht stellen, reinigt uns Sein Blut von jeder Sünde! Keine ist ausgeschlossen!

Sünde, Vergebung und Reinigung

Wir haben Sünde

  • 1Jo 1:8 - Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.

Sünde ist eine Zielverfehlung! Das Ziel Gottes ist ein Leben aus der vollkommenen Liebe zu Gott und den Geschöpfen Gottes! Alles was außerhalb dieser göttlichen Liebe ist, ist eine Zielverfehlung und deshalb Sünde. Weil die Liebe zu Gott an erster Stelle steht, geht es auch zuerst darum, Ihm zu vertrauen und darum sagt Jesus:

  • Joh 16:8-9 - Und wenn er gekommen ist, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht. Von Sünde, weil sie nicht an mich glauben. 

Und Paulus schreibt:

Ich kann Gott nur dann lieben, wenn ich Ihm vertraue und allem glaube, was Er gesagt hat!
Wir sind in Sünde geboren und unser Denken ist von Natur aus nur sündig, weil wir normalerweise nur an uns denken! Auch dann, wenn wir den anderen scheinbar Gutes tun! Das Guttun beruhigt unser Gewissen, es hebt unser Selbstwertgefühl, es hebt unsere Stellung in der Gesellschaft und vermittelt ein Sinngefühl! Das geht alles auf ein tiefer liegenderes, egoistisches Motiv zurück!
Selbst bei der Bekehrung und der Hinwendung zu Gott, spielt der Egoismus oft eine nicht unwesentliche Bedeutung: „Ich habe mich zu Gott bekehrt, weil ich in der Ewigkeit Frieden und Freude haben möchte!“ Von der göttlich vollkommenen Liebe sind wir dabei aber noch weit entfernt.
Ganz frei vom Egoismus sind wir erst dann, wenn wir aufhören zu rechnen! Ob wir in diesem Leib, aus Fleisch und Blut, je soweit kommen, ist fraglich. Aber wer Gott über alles liebt und wer seinen Nächsten göttlich lieben gelernt hat, der liebt auch dann, wenn es ihm gar nichts bringt! Er liebt Gott auch dann, wenn Er ihm viele Wünsche nicht erfüllt, wenn er Mangel und Hunger leidet oder mit Schmerzen zu kämpfen hat!
Menschen, die ihre Nächsten göttlich lieben gelernt haben, würden ihnen auch dann wohltun, wenn es ihnen nichts bringt. Sie würden ihnen sogar dann Gutes tun, wenn Gott sie dafür nicht einmal belohnen würde. Doch so etwas lässt Gott nicht zu! Er hat Belohnung versprochen. Die kommt allerdings erst nach dem irdischen Leben!
Zum Wahr-werden gehört unbedingt auch das Bekennen der Sünde!

Bekenntnis, Vergebung, Reinigung

  • 1Jo 1:9-10 - Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit. 10 Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.

Ohne Sündenerkenntnis gibt es kein Sündenbekenntnis und ohne Sündenbekenntnis gibt es keine Vergebung und unser Geist und unsere Seele erfahren nicht die Reinigung von der Ungerechtigkeit. Die Ungerechtigkeit bleibt dann an uns haften! Aus 1Kor 6:1 geht hervor, dass in den Augen Gottes die ungerecht sind, die keine Vertrauensbeziehung zu Gott haben! Wer auf sich selbst vertraut, ist Gott gegenüber automatisch ungerecht, weil Gott der Geber aller guten Gaben ist und weil Er allen alles gegeben hat! Der Unglaube ist also auch mit der Ungerechtigkeit gleichzusetzen! Reinigung von Ungerechtigkeit bedeutet auch die Entfernung von Unglauben! Genau das brauchen wir je länger je mehr!