Die Taufe Jesu Christi

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Von Daniel Muhl

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Ein zusammengeführter Text

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(Mt 3:13-17 / Mk 1:9-11 / Lk 3:21-22)

Der nachfolgende Text stammt aus Mt 3 und die in Klammern angegebenen Texte sind aus den anderen Evangelien:

  • (Mk 1:9 - Und es geschah in jenen Tagen) 13 Dann kommt Jesus (Mk 1:9 - von Nazareth) aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen (Lk 3:21 - als alles Volk sich taufen ließ) 14 Johannes aber wehrte ihm und sprach: Ich habe nötig, von dir getauft zu werden. Und du kommst zu mir? 15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß es jetzt [so sein]! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da läßt er ihn. 16 Und als Jesus getauft war (Lk 3:21 - und betete), stieg er sogleich aus dem Wasser herauf; und siehe, die Himmel wurden ihm geöffnet (Lk 3:21 - da tat sich der Himmel auf), und er (Joh 1:32 - Johannes bezeugte und sprach: Ich) sah den Geist Gottes (Lk 3:22 - in leiblicher Gestalt) wie eine Taube herabfahren und auf sich kommen (Joh 1:32 - und er blieb auf ihm. 17 Und siehe, eine Stimme [kommt] aus den Himmeln (Lk 3:21 - dem Himmel), welche spricht: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe (Mk 1:11 - Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden).
    (Joh 1:33 - [Später erklärte Johannes dazu]: Und ich kannte ihn nicht; aber der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf welchen du sehen wirst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, dieser ist es, der mit Heiligem Geist tauft. 34 Und ich habe gesehen und habe bezeugt, daß dieser der Sohn Gottes ist)

Bevor Jesus getauft wurde, prophezeite Johannes der Täufer: "… der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, so daß ich nicht würdig bin, ihm die Schuhe zu tragen; der wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen (Mt 3:11b)." Das sagte er zu den Pharisäern und Sadduzäern, die keine Früchte brachten, die der Buße würdig waren. Ihr praktisches Leben stimmte nicht mit dem überein, was sie das Volk lehrten.
Daraus wird ersichtlich, dass die eine und alles entscheidende Taufe von Jesus selbst durchgeführt wird. Seine Taufe geschieht nicht mit Wasser, sondern mit Heiligem Geist und mit Feuer!

Die Bedeutung der Taufe

Damit wir die Taufe Jesu besser verstehen können, müssen wir zuerst einmal wissen, welche Bedeutung die Taufe hat. Die Taufe hat ihren Ursprung in den Reinigungsvorschriften des AT. Bei der Reinigung befreit man sich vom Schmutz und Unrat. Durch die Wassertaufe bezeugt ein Mensch, dass er sein altes, egoistisches und gottfeindliches Wesen in den Tod gegeben hat. So schreibt Paulus:

  • "So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in Neuheit des Lebens wandeln (Röm 6:4)."

Zwei Verse später macht der Apostel deutlich, dass es sich hier um den alten Menschen handelt, der mit Christus gekreuzigt wurde. Vor der Wiedergeburt sitzt das "Ich" auf dem Thron des Herzens. Diesem "Ich" geht es nur um die Selbstverwirklichung, um den Genuss und um die eigene Ehre! Der wiedergeborene Christ hat Jesus Christus auf seinem Herzensthron und er möchte zur Ehre Gottes leben, was aber nur aus Liebe zu Ihm und zu seinen Mitmenschen geschehen kann. Weil ein Christ das von ganzem Herzen möchte (obwohl er oft nicht das tut, was er möchte; Röm 7:19), darum lebt dieser "alte Mensch" nicht mehr! Der wiedergeborene Christ, hat den "alten Menschen" durch die Taufe in den Tod gegeben.
Der Heilige Geist überzeugt Menschen dazu, dass ihr "ich-bezogenes Wesen" unmöglich in das Reich Gottes eingehen kann. In der Folge davon, übergeben diese Menschen Gott ihr Leben und ihr Herz! Das Herz gehört dann Gott und nicht mehr dem Menschen selbst. Das selbstbezogene "Ichwesen" kommt dadurch in den Tod. Das beinhaltet u. a. die Taufe durch den Heiligen Geist! Diese Überführung durch den Heiligen Geist erwähnt Jesus in Joh 16:7-11:

  • Es ist euch nützlich, daß ich weggehe, denn wenn ich nicht weggehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; wenn ich aber hingehe, werde ich ihn zu euch senden. 8 Und wenn er gekommen ist, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht. 9 Von Sünde, weil sie nicht an mich glauben; 10 von Gerechtigkeit aber, weil ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht; 11 von Gericht aber, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist.

Sobald der Heilige Geist am Herzen eines Menschen zu wirken beginnt, wird er sich der eigenen Sündhaftigkeit immer mehr bewusst. Der Mensch realisiert plötzlich, wie er bis anhin nur auf sich selbst und auf Menschen vertraut hat. Er merkt, wie schwer es ihm fällt, zu glauben, dass Jesus alles für ihn getan hat und dass es Gott wirklich gut mit ihm meint! Immer wieder zweifeln auch wir Christen daran, dass Gott uns alles zum Guten zusammenwirken lässt (Röm 8:28). Ohne eine Vertrauensbeziehung zum Schöpfer verfehlen wir das Ziel und darum ist der fehlende Glaube, das fehlende Vertrauen zu Jesus auch Sünde (w. Verfehlung)! Das macht uns der Heilige Geist bewusst!

Die Taufe mit Feuer hat einen mehrfachen Bedeutungsinhalt! Im Zusammenhang mit den Pharisäern und Sadduzäern müssen wir hier ein schwer zu ertragendes Feuergericht sehen, das alles verbrennt, was nicht Liebe ist. Aus der Bibel wissen wir aber auch, dass die Liebe selbst eine eifrige, leidenschaftliche Feuerglut ist (Hl 8:6). Die Liebe Gottes führt Gerichte auch deshalb durch, um die Menschen zu läutern (Sach 13:9). Auch wenn wir Christen nicht in das große Weltgericht hineinkommen werden und wir auch nicht zum Zorn bestimmt sind (1Thes 5:9), so hat das Gericht Gottes auch an uns eine Aufgabe. Petrus schreibt dazu:

  • 1Petr 4:16-19 - wenn er aber als Christ <leidet>, schäme er sich nicht, sondern verherrliche Gott in diesem Namen! 17 Denn die Zeit <ist gekommen>, daß das Gericht anfange beim Haus Gottes; wenn aber zuerst bei uns, was <wird> das Ende derer <sein>, die dem Evangelium Gottes nicht gehorchen? 18 Und wenn der Gerechte mit Not errettet wird, wo wird der Gottlose und Sünder erscheinen? 19 Daher sollen auch die, welche nach dem Willen Gottes leiden, einem treuen Schöpfer ihre Seelen anbefehlen im Gutestun.

Die Taufe mit Feuer betrifft also auch uns! Durch das Leiden werden auch wir geläutert und wir verlernen das Sündigen, weil wir dadurch u. a. immer mehr aus der Abhängigkeit von Gott heraus leben! Darum schreibt Petrus im gleichen Kapitel:

  • 1Petr 4:1 - Da nun Christus im Fleisch gelitten hat, so wappnet auch ihr euch mit derselben Gesinnung- denn wer im Fleisch gelitten hat, hat mit der Sünde abgeschlossen-,

Mit der Wassertaufe bezeugt man vor den Menschen und vor der Unsichtbarkeit, dass man sein egoistisches Ichwesen in den Tod gegeben hat.

Die Taufe Jesu

Wenn wir die Bedeutung der Taufe erkannt haben, dann stellt sich natürlich die Frage, welche Bedeutung hat die Taufe bei Jesus? Sehr oft wird die Taufe auch mit Umkehr und Buße in Verbindung gebracht. Aber bei Jesus war das alles anders! Er hatte weder ein sündiges "Ichwesen", noch brauchte Er eine reuige Buße! Jesus musste Sein Leben nicht ändern, Er musste nicht umkehren, noch hätte Er infolge einer Sünde sterben müssen! Er hätte am Leben bleiben können! Aber dann wäre Er allein geblieben! Allein in Seiner Gerechtigkeit! Das wollte Er aber nicht und darum wollte Er freiwillig die Sünde der Welt auf sich nehmen und deshalb "musste" Er sterben!
Er hat sich taufen lassen, weil Er Seine Seele in den Tod geben wollte (Jes 53:12), damit wir leben können! Johannes hatte in einer gewissen Weise recht, als er sagte: "Ich habe es nötig, von dir getauft zu werden!" Johannes war auch ein Sünder und auch er brauchte die Taufe mit Heiligem Geist und Feuer. Jesus brauchte diese Taufe nicht für sich selbst, aber Er wollte sie, damit Er nicht alleine blieb (Joh 12:24) und wir einen freien Zugang zum Vater erhalten würden!

Damit alle Gerechtigkeit erfüllt würde

Nachdem Johannes sagte, dass er es nötig habe, von Jesus getauft zu werden, erstaunt uns die Antwort Jesu wahrscheinlich zuerst einmal. Die Aussage Jesu, "denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen", erzeugte bei mir zuerst einmal zwei Fragen?

  1. Warum wird durch die Taufe Jesu alle Gerechtigkeit erfüllt?
  2. Jesus war doch gerecht und sündlos! Warum brauchte es Seine Taufe und warum durfte ein sündiger Mensch Jesus taufen?

Zuerst dürfen wir hier einmal auch die Demut Jesu sehen, der von Nazareth zum Jordan hinabsteigt und sich selbst erniedrigte und sich auch nicht schämte, von einem Sünder getauft zu werden. Jesus konnte sich unterordnen, wie Er das z. B. auch bei Seinen Eltern getan hatte (Lk 2:51). Er konnte sich aus Liebe unter die Menschen stellen; Er konnte Sklavenarbeit tun (Joh 13:5).
Johannes machte deutlich: "Ich brauche es, von Dir getauft zu werden, denn Du stehst über mir und nur Du kannst mit Heiligem Geist und mit Feuer taufen! Brauche nicht ich diese Taufe von Dir?" Die Antwort Jesu, "laß es so geschehen", macht auch deutlich, dass zu diesem Zeitpunkt etwas anderes dran war! Man könnte hier auch übersetzen: "Ermögliche (dies) jetzt, denn so ist es richtig!" Das bedeutet auch: Es ist richtig und wichtig, dass ich mein Leben in den Tod gebe, dass ich meine Seele in den Tod ausschütte, damit ich nicht alleine bleibe, sondern viel Frucht bringen kann!
Aber warum wird dadurch die Gerechtigkeit erfüllt (o. gesättigt, aufgefüllt)? Jesus betonte, "so gebührt es uns"! Mit anderen Worten; das, was ich hier jetzt mache, das betrifft uns und nicht nur mich! Vermutlich setzt sich das gr. Wort "dikaiosyne" aus "dikaios" (gerecht) und "syn" (zusammen, samt) zusammen und könnte auch als "Gesamtgerechtigkeit" übersetzt werden. Die Gerechtigkeit ist ein "Gerecht-sein", das die anderen miteinschliesst.
Die Gerechtigkeit erwähnt Paulus in einem sehr interessanten Zusammenhang:

  • Röm 4:5-8 - Dem dagegen, der nicht Werke tut, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, wird sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet, 6 wie auch David die Seligpreisung des Menschen ausspricht, dem Gott Gerechtigkeit ohne Werke zurechnet: 7 «Glückselig die, deren Gesetzlosigkeiten vergeben und deren Sünden bedeckt sind! 8 Glückselig der Mann, dem der Herr Sünde [nicht] zurechnet!»

Die "Gesamtgerechtigkeit" kommt nur durch eine Vertrauensbeziehung zum Schöpfer zustande. Damit dies aber rechtsgültig geschehen konnte, musste Jesus zuerst die Sünde des Kosmos am Kreuz wegtragen und Seine göttliche Gerechtigkeit denjenigen zur Verfügung stellen, die Ihm vertrauen. Hätte Jesus sich nicht taufen lassen, oder mit anderen Worten; hätte Er Sein Leben nicht in den Tod gegeben, hätte auch die rechtliche Grundlage gefehlt, damit Gott uns Sündern Seine göttliche Gerechtigkeit schenken konnte.
Jesus brauchte die Taufe nicht für sich, sondern Er musste sich wegen uns taufen lassen! Nur weil Jesus sich taufen ließ, betete und sich in den Tod gegeben hat, konnte sich für uns der Himmel auftun! Dadurch können die Menschen auch erkennen, dass der Heilige Geist bleibend auf Ihm war und letztlich auch auf allen, die sich in Christus bergen, bzw. in Ihm sind!
Jesu freiwillige "Ganzhingabe" bewirkte auch das wunderschöne Zeugnis des himmlischen Vaters:

  • "Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe!"

Wenn man bedenkt, welchen schweren Weg (Kreuzestod), der Vater dem Sohn zugemutet hatte, dann sagt jeder normal denkende Mensch: "Kein liebender Vater mutet seinem Kind ein solches Schicksal zu!" Ja, ein menschlicher Vater tut kaum so etwas; aber der himmlische Vater tat dies aus Liebe zu Seiner Schöpfung und in Übereinstimmung mit Seinem Sohn! Der Sohn wurde dazu nicht gezwungen! Er machte es freiwillig, weil auch Er göttlich liebte!
Deshalb ist es sehr bemerkenswert, dass der himmlische Vater genau an dieser Stelle, Seine Liebe zu Seinem Sohn auf ganz eindrückliche Art und Weise bezeugt! Alle sollen wissen: "Ich liebe meinen Sohn auch dann, wenn ich ihm einen sehr schweren Weg zumute! Mein Sohn ist kein 'von Gott verworfener Mensch', sondern derjenige, an dem ich mein ganzes Wohlgefallen habe!"

Jesus Christus hatte mindestens drei Zeugen, die deutlich machten, dass Er der verheissene Messias ist:

  1. Die prophezeite Stimme des Rufenden in der Wüste, bzw. Johannes der Täufer, sagt ganz klar: "Siehe, das Lamm Gottes, dass die Sünde des Kosmos wegnimmt (Joh 1:29)!" Dazu sagt Jesus: "Wenn ich von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis nicht wahr. Ein anderer ist es, der von mir zeugt, und ich weiß, daß das Zeugnis wahr ist, das er von mir zeugt. Ihr habt zu Johannes gesandt, und er hat der Wahrheit Zeugnis gegeben (Joh 5:31-33)!"
  2. Die Stimme Gottes aus dem Himmel, die bezeugte: "Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe!"
  3. Die Werke, die Er tat: "Blinde werden sehend und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote werden auferweckt, und Armen wird das Evangelium verkündigt (Mt 11:5)." Das waren messianische Zeichen und nur schon aufgrund dieser Werke hätten die Menschen glauben können, dass Jesus Christus der Messias war. Deshalb sagte Jesus auch: "Tue ich sie aber, so glaubt doch den Werken, wenn ihr auch mir nicht glaubt, damit ihr erkennt und glaubt, daß der Vater in mir ist und ich in ihm (Joh 10:38)!"

Die Taufe Jesu war ein ganz wichtiger Meilenstein im Leben Jesu, "auf dass alle Gerechtigkeit erfüllt würde!"


Stichworte*: §Taufe, §Gerechtigkeit, §Tod


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