Die Entstehung, Grundlage und die Säulen der Gemeinde (Apg 2:37-43)

Aus Bibelwissen
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Von Daniel Muhl

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Der Heilige Geist bewirkte an Pfingsten (hebr. Schawuot) gleich mehrere außergewöhnliche Wunder:
  1. Ein Brausen, wie von einem gewaltigen Sturm, erfüllte das ganze Haus, in dem die Menschen versammelt waren.
  2. Zerteilte Zungen von Feuer liessen sich auf die Jünger nieder.
  3. Die Jünger wurden mit Heiligen Geist erfüllt!
  4. Dann kam die "Zungenrede", bzw. das Reden in fremden Sprachen. Dabei sprachen die Galiläer die Sprachen der Parther, Meder und Elamiter. Sie wurden auch von Menschen aus Mesopotamien, Kappadozien, Pontus, der Provinz Asia und von Menschen aus Phrygien, Pamphylien, Ägypten, Kyrene in Libyen und Rom verstanden. Dabei hörten die Ausländer Aussagen über die großen Taten Gottes!
  5. Nachdem die Anwesenden das Wunder der Ausgießung des Heiligen Geistes miterleben durften, hielt "der Fischer aus Betsaida" eine vollmächtige Predigt, die eine "heilige Betroffenheit" bewirkte. Diese heilige Betroffenheit löste eine große Umkehr aus, so dass 3'000 Menschen der Gemeinde Jesu Christi hinzugetan wurden. Nebst der Erfüllung mit Heiligem Geist, war das vielleicht das größte Wunder an diesem Tag!

Was diese "heilige Betroffenheit" auslöste, möchte ich nun aus Apg 2:37-40 vorlesen:

  • 37 Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den anderen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Brüder?
    38 Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.
    39 Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die in der Ferne sind, so viele der Herr, unser Gott, hinzurufen wird.
    40 Und mit vielen anderen Worten legte er Zeugnis ab und ermahnte sie und sagte: Lasst euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht!
    41 Die nun sein Wort aufnahmen, ließen sich taufen; und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan.
    42 Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten.
    43 Es kam aber über jede Seele Furcht, und es geschahen viele Wunder und Zeichen durch die Apostel.

Was ist hier eigentlich genau passiert?
Nachdem Petrus eine vollmächtige und geisterfüllte Predigt hielt, schließt er mit den Worten:

  • "Gott hat ihn zum HERRN und zum CHRISTUS gemacht – diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt!" (Apg 2:36)


Was löste die Rede des Petrus aus?

Die versammelten Menschen hörten zu!

Wir sehen hier eine große Hörbereitschaft. Das Gesagte "perlte" nicht einfach an ihnen ab! Sie hörten mit ihrem Herzen zu! Das ist viel mehr als das "Aufnehmen von Informationen". Wer mit dem Herzen hört, verfügt über eine "geistliche Hörbereitschaft". Er lässt das Reden Gottes in sein Innerstes eindringen und das bewirkt immer etwas! Manchmal ist dieser Vorgang schmerzhaft – wie wir es hier auch sehen können – aber er leitet eine grundlegende Heilung und Veränderung ein! Sind wir auch bereit mit dem Herzen zuzuhören, auch wenn es uns im Innersten zuerst einmal schmerzt? Weil viele mit ganzem Herzen zuhörten, muss es uns auch nicht wundern, wenn es heißt:

  • Ihre Herzen wurden durchbohrt (Apg 2:37)!

An dieser Stelle sollten wir einmal kurz innehalten und uns in die Zuhörerschaft hineinversetzen! Das Verurteilen und Hinrichten des einzig Schuldlosen, bzw. das Kreuzigen des Sohnes Gottes ist die schlimmste Sünde, die es überhaupt geben konnte! Petrus machte den Zuhörern den Vorwurf:

  • "... diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt!"

Damit machte er ihnen den schlimmsten Vorwurf, den man sich überhaupt vorstellen kann! Wie kann man eine solche Anklage ertragen? Wie kann man mit einer solchen Schuld überhaupt noch leben? Es ist ja, wie wenn man den Gott der Liebe selbst umgebracht hätte.
Wie würden wir reagieren? Das Naheliegende wäre eigentlich, sich zu rechtfertigen und jegliche Schuld von sich zu weisen. Vielleicht würden wir wie Pilatus unsere Hände in "Unschuld waschen".

Was taten die Zuhörer und was taten sie nicht?

Zuerst möchte ich zeigen, was sie nicht taten. Sie haben sich nicht selbst gerechtfertigt, indem sie sagten ...

"Ich war bei der Kreuzigung gar nicht dabei!"
"Die Pharisäer, Priester und Schriftgelehrten haben das eingefädelt und die Römer haben es ausgeführt! Ich bin unschuldig!"

Wir könnten uns auch rechtfertigen und sagen:

"Jesus wurde vor bald 2'000 Jahren gekreuzigt und deshalb kann Gott mir diesbezüglich keine Schuld in die Schuhe schieben! Ich war nicht dabei! Ich konnte auf die Verurteilung Jesu keinen Einfluss nehmen! Ich bin unschuldig! Wäre ich dabei gewesen, hätte ich mich mit aller Kraft gegen diese Verurteilung gewehrt!"

Wirklich?
Hättest du dich wirklich für diesen Schuldlosen mit aller Kraft eingesetzt oder hättest du vielleicht genauso kläglich versagt, wie Petrus, der seinen HERRN dreimal verleugnete? Ich bin überzeugt, dass ich es nicht besser als Petrus gemacht hätte!

Und wie sieht es heute aus?
Setzt du dich heute auch mit aller Kraft für die 340'000 Mio. verfolgten Christen weltweit ein?

Auch wenn ich vor 2'000 Jahren bei der Verurteilung von Jesus nicht dabei war, so ist mir trotzdem klar, dass ich am Tod des Messias ebenfalls mitschuldig geworden bin! Er starb wegen meiner Schuld! Er wurde u.a. auch deswegen gekreuzigt, weil ich gesündigt habe!

Zum Glück hatten die Zuhörer die Gnade, an dieser Stelle richtig zu reagieren!

Was geschah mit den Zuhörern und wie reagierten sie?

Sie waren tief getroffen und betroffen! Es war eine heilige Betroffenheit! Die Frage, "was sollen wir tun?", zeigt uns auch ihre Ratlosigkeit und Ohnmacht. Es zeigt uns indirekt folgendes Bewusstsein:

> Wir sind am Ende!
> Wir sind verloren!

Aber in ihrer Frage steckt auch ein Funke Glaube, nämlich der Glaube, dass Gott ihnen in dieser ausweglosen Situation helfen kann! Das war der erste Schritt der Umkehr! In dieser Frage verbarg sich auch die Hoffnung, dass Gott sich in Seiner Gnade über sie erbarmen könnte.

Und das tat Er auch!

Petrus zeigt ihnen den "Rettungsring"

Tut Buße (kehrt um, denkt um) (Apg 2:38)

Petrus ruft zu dem auf, was wir u. a. in Jes 55:7 lesen:

  • "Verlasst eure Gedanken der Bosheit, so wird sich der HERR über euch erbarmen und euch vergeben!"

"Buße tun" ist ja viel mehr als nur "Reue zeigen". Das griech. Wort "metanoia" heisst wörtlich übersetzt: "Mit-denken" oder "Um-denken". Es beinhaltet eine radikale Umkehr des eingeschlagenen Weges. Es geht nicht mehr um die Selbstverwirklichung, sondern um eine Christusverwirklichung! Wer wirklich umgekehrt ist, lernt auch völlig umzudenken und er lernt, "mit den Gedanken Gottes mitzudenken". Dabei begeben wir uns immer mehr in die biblischen Denkspuren!
Der nächste Schritt ist ebenfalls von großer Bedeutung!

Lasst euch auf den Namen Jesu Christi taufen (Apg 2:38)

Man muss sich das einmal "auf der Zunge zergehen lassen"! Nachdem die Zuhörer erkannt haben, dass sie den "HERRN der Herrlichkeit" gekreuzigt haben, nachdem sie erkennen mussten, dass sie am Tod des Messias schuldig geworden sind, sollen sie sich auf dessen Namen taufen lassen. Dieses Angebot ist eine unbeschreibliche und unfassbare Gnade!
Welche Bedeutung hat die Taufe? Was wird durch sie zum Ausdruck gebracht? Mit der Wassertaufe bezeuge ich vor Engeln und Menschen, dass bei mir bereits eine innere Taufe "mit Feuer und Heiligem Geist" durch Jesus stattgefunden hat (Mt 3:11)! Das ist heute meist die Reihenfolge! Damals war es noch umgekehrt! Als sie sich demütigten und taufen ließen, bekamen sie den Heiligen Geist! Durch die Taufe kommt zum Ausdruck:

→ "Ich gebe mein altes Leben in den Tod!" Das "alte Leben" ist eine Bezeichnung, welche die normale ICH-Bezogenheit eines Menschen zum Ausdruck bringt.
→ Es war auch ein Akt der Demütigung. Die Durchführung dieser Taufe konnte letztlich nur durch die Demut der Täuflinge vollzogen werden!

Petrus äußert eine wunderbare Verheißung

Petrus gibt nun allen Zuhörern, die sich zu dieser Entscheidung "durchringen" konnten, eine wunderbare Verheißung:

  • "Ihr bekommt das Geschenk des Heiligen Geistes" (Apg 2:38)

Man stelle sich das vor: "Die Verheißung gilt u. a. denen, die Jesus gekreuzigt haben! Dann den Kindern und den Fernen!" (Apg 2:39). Was für eine Gnade! Wenn "Christus-Mörder" – zu denen wir alle indirekt gehören – umgekehrt sind und sich auf Jesus taufen lassen, dann erhalten sie das wertvollste Geschenk, das man sich vorstellen kann: "Den Heiligen Geist – den Geist aus Gott!" Alle gläubigen Christen aus den Nationen gehören jetzt auch zu diesen "Fernen", die das Glück erleben dürfen, mit dem Heiligen Geist beschenkt zu werden!

Mit vielen anderen Worten legte Petrus Zeugnis ab

Petrus schließt mit dem Aufruf:

  • "Lasst euch erretten - weg von [euren] verkehrt [dahinlebenden] Zeitgenossen!" (Apg 2:40)

Alle diejenigen, die diese Schritte gewagt haben, sollten sich jetzt von den verkehrt [dahinlebenden] Zeitgenossen innerlich entfernen. Es kommt zwar noch zu einzelnen Begegnungen mit diesen Zeitgenossen, aber sie sollten sich aus der "Gemeinschaft" mit ihnen zurückziehen. Wenn sie sich z. B. weiterhin dem "Sauerteig der Pharisäer" ausgesetzt hätten, wären sie einer großen Gefahr ausgesetzt gewesen! Die "frisch" bekehrten Gläubigen sollten sich nicht weiter im "Rat der Gottlosen" oder im "Kreis der Spötter" aufhalten (Ps 1:1)!

Was waren die Auswirkungen?

Nun komme ich zu den Auswirkungen dieser Pfingstpredigt des Petrus:

  1. Annahme des Wortes.
    Ein Großteil der Zuhörer nahm das Wort Gottes an! Alle die den Worten Gottes vertrauten, durften die Vergebung, Erlösung und auch die Errettung erfahren!
    Man muss den Worten Gottes Vertrauen schenken; ansonsten bleibt man im Zustand der Verlorenheit!
  2. Taufe
    Das war das Zeugnis vor Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit: "Ich gebe mein altes ICH-Wesen in den Tod"
  3. Gemeindeleben
    Das Gemeindeleben bestand aus vier Säulen, die ich nachfolgend näher beleuchten möchte. Zuerst kommt noch die vierte Auswirkung:
  4. Ehrfurcht
    (H. Schumacher: "In der rechten Furcht des Herrn und gegenseitiger Ehrfurcht kann Gemeinschaft gelingen")

Die vier Säulen der Gemeinde

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Nun darf ich "die vier Säulen der Gemeinde" etwas genauer betrachten. Das Fundament, bzw. der Grund der Gemeinde ist immer Jesus Christus (1Kor 3:11). Den Eck- oder Schlussstein kann man unterschiedlich interpretieren, bzw. einordnen; aber eine Möglichkeit bestünde darin, ihn als Abschlussstein ganz oben zu sehen. Auch der Eckstein ist unser HERR (Apg 4:11). Eine grundsolide Gemeinde steht auf vier Säulen! Jede einzelne Säule ist "fundamental" wichtig. Sie lauten:
  1. Die Lehre der Apostel
  2. Die Gemeinschaft (der Heiligen)
  3. Das Brotbrechen
  4. Die Gebete

Fehlt eine Säule oder ist eine Säule zu schwach ausgebildet, ist die Gemeinde gefährdet und es entstehen gefährliche Risse, wie ich mit meinem Bild verdeutlichen möchte. Alle vier Säulen sind für eine Gemeinde von großer Bedeutung! Keine darf fehlen! Viele Gemeinden vernachlässigen die eine oder andere Säule. Im schlechtesten Fall fehlen sogar eine oder zwei Säulen.

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Nun darf ich die vier Säulen etwas näher beleuchten:

I. Die Lehre der Apostel

Da es noch gar keine Schriften des Neuen Testamentes gab, beruhte die Lehre der Apostel auf folgenden Grundlagen:

  1. Zeugnisse über Jesu Lehre
    Die Apostel hatten noch viele Aussagen Jesu und Seiner Lehre im Gedächtnis. Das, was sie gehört hatten, gaben sie weiter und legten es in der Kraft des Heiligen Geistes aus. Alle Lehren Jesu, die wir heute in den vier Evangelien finden, waren damals nur durch die mündliche Überlieferung der Jünger, bzw. Schüler Jesu vorhanden.
  2. Zeugnisse über Jesu Leben
    Gut möglich, dass die Lehre der Apostel auch auf einzelne Begebenheiten des Lebens Jesu aufgebaut war. Wenn sie z. B. berichteten, dass Jesus eine ganze Nacht auf dem Berg betete, bevor er die Apostel auswählte (Lk 6:12), dann haben sie damit vielleicht auch zum Ausdruck gebracht, wie wichtig es ist, Entscheidungen im Gebet vorzubereiten. Generell gilt: Die Lehre der Apostel war durch den Heiligen Geist inspiriert.
  3. Zeugnisse über Jesu Taten
    Es ist anzunehmen, dass die Lehre der Apostel auch auf etlichen Handlungen Jesu aufgebaut war. Denken wir nur an das Segnen der Kinder (Mk 10:16) oder an die Fußwaschung (Joh 13:5ff).
  4. Auslegung des Alten Testamentes
    Wir wissen ja, dass das ganze Alte Testament von Jesus Christus zeugt (Joh 5:39). Als die Apostel das Alte Testament auslegten, stellten sie immer auch den Bezug zu Jesus Christus her, damit die Zuhörer das Wort Gottes immer besser verstehen konnten!
  5. Neue Offenbarungen durch den Heiligen Geist
    Später schenkte der Heilige Geist den Aposteln neue Offenbarungen, die noch hinzukamen. Denken wir nur an die Vision des Apostels Petrus in Joppe (Apg 10:11ff) oder die vielen Geheimnisse, die dem Apostel Paulus später geoffenbart wurden (Eph 3:8-10). Diese Offenbarungen beruhten aber immer auf der Basis der Heiligen Schrift, bzw. des Alten Testamentes.

II. Die Gemeinschaft

Die Gemeinschaft ist in verschiedener Hinsicht sehr wichtig. Gerade jetzt in der Corona-Pandemie ist sie sehr gefährdet. Der Feind Gottes möchte jetzt die Gemeinschaft zerstören, damit auch die Gemeinden kaputt gehen. Wir leben im Spannungsfeld zwischen "Unterordnung unter die Obrigkeit" (Röm 13) und der "Unterordnung unter das Wort Gottes" (Apg 5:29). Die Gemeinschaft ist aus mehreren Gründen sehr wichtig:

  1. Liebe geniessen
    In der Gemeinschaft dürfen wir die Liebe untereinander geniessen.
  2. Liebe lernen
    Nur da lernen wir die Brüder und Schwestern wirklich kennen und trotzdem zu lieben!
  3. Wachsen und Ausreifen
    In der Gemeinschaft können wir von den unterschiedlichen Gnadengaben der Geschwister profitieren. Diese Gnadengaben benötigen wir unbedingt, damit wir geistlich voll ausreifen können (Eph 4:11-13)!
  4. Korrektur
    In einer gesunden Gemeinschaft erhalten wir auch die Korrektur, die wir immer wieder einmal nötig haben (Kol 3:16 / 1Thes 5:11).
  5. Glaubensstärkung
    Durch die Gemeinschaft können wir gegenseitig im Glauben gestärkt werden, weil wir erkennen können, wie Gott die einzelnen Geschwister führt, bewahrt und durchträgt. Wir sollten uns die Gemeinschaft auf keinen Fall wegnehmen lassen.

Des Weiteren beinhaltet die Gemeinschaft auch folgende Aspekte:

  • Tischgemeinschaft
    In der Bibel wurde die Gemeinschaft sehr oft auch bei einem gemeinsamen Essen gepflegt. Viele wichtige Gespräche führte Jesus beim Essen, wo sie "zu Tische lagen" (Mt 9:10ff). Die Gastfreundschaft stand praktisch auch immer mit einem gemeinsamen Essen in Verbindung. Unterschätzen wir den Wert und die Bedeutung der Gastfreundschaft und der Tischgemeinschaft nicht!
  • Anteilnahme am Leben der Geschwister
    Ohne Gemeinschaft findet auch kaum wirkliche Anteilnahme statt, weil man nicht erfährt, wie es dem Bruder / der Schwester wirklich geht. Nur wenn wir über das Ergehen der Geschwister Bescheid wissen, können wir Ihnen auch in richtiger Weise zur Seite stehen.
  • Hören & Lernen
    In der Gemeinschaft lernen wir aufeinander zu hören. Bei jedem Zusammensein können wir auch das praktizieren, was Jakobus uns empfiehlt: "Jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden!" (Jak 1:19). Das "Auf-einander-hören" ist ein wesentlicher Bestandteil des Lernens und für unser geistliches Wachstum unabdingbar!
  • Lasten tragen (Gal 6:2)
    Wie können wir das Gesetz Christi erfüllen, um die Lasten des anderen zu tragen, ohne in einer Gemeinschaft integriert zu sein? Nur in der Gemeinschaft erfahren wir, welche Lasten die Schwester oder der Bruder zu tragen haben.
  • Dienen (Diakonie) und Hilfeleistungen
    Durch einen Livestream, einen Audio-Vortrag oder eine gute YouTube-Predigt kann ich zwar dem Hörer auch in einer gewissen Weise dienen; aber das ersetzt niemals echte Diakonie! Ebenso kann ich mit einem Telefonanruf Freude bereiten; aber auch hier kommt es nicht zu dem biblischen Dienst, wie er nur in einer gelebten Gemeinschaft möglich ist.

III. Das Brotbrechen

Die Tatsache, dass das Brotbrechen auch eine Säule der Gemeinde sein soll, mag uns vielleicht ein wenig erstaunen, weil wir es manchmal als ein "beiläufiges Ritual" betrachten. Wahrscheinlich unterschätzen wir im christlichen Abendland die Bedeutung des Abendmahls. Wir dürfen dabei nicht vergessen, dass das Abendmahl mit der Erlösungstat Jesu am Kreuz in Verbindung steht und dass das Wort vom Kreuz, denen eine Kraft Gottes ist, die gerettet werden (1Kor 1:18).

Einige Geschwister durften auch schon die Erfahrung machen, dass sie durch eine anbetende Einnahme des Abendmahls, Heilung erfahren durften. Natürlich dürfen wir das Brotbrechen nicht zu einem "magischen Ritual" für körperliche und seelische Heilung machen, aber eine anbetende Verinnerlichung der Liebestat Jesu am Kreuz, wirkt sich in jedem Fall positiv aus. Ob es zu einer körperlichen Heilung von Krankheit kommt oder nicht (2Tim 4:20), unterliegt immer der Souveränität Gottes und ist immer ein Gnadengeschenk. Manchmal ist es auch eine Gnade, wenn Gott "den Stachel im Fleisch" nicht entfernt (2Kor 12:7-9).

Warum ist das Brotbrechen von großer Bedeutung?

  1. Es ist ein Zeugnis
    Es ist ein Zeugnis vor der Sichtbarkeit und vor allem auch vor der Unsichtbarkeit! Mit dem Abendmahl geben wir eine Botschaft weiter und die beinhaltet ...
  2. Es ist eine Verkündigung
    Die Verkündigung des Todes Jesu, bis er wiederkommt!
    Paulus bezeugt in 1Kor 11:23: "Denn sooft ihr dieses Brot esst und den Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt."
    Von den mehreren 100 Mio. Christen weltweit, war keiner beim Tod Jesu dabei, aber alle sind davon überzeugt, dass Er für ihre Sünden starb und dass Er wiederkommen wird. Dieser Glaube, den die Christen nicht beweisen können, ist ein großes Zeugnis; gerade auch vor der Engelwelt! Darum sollten wir diese Art der "Verkündigung" nicht vernachlässigen!
    Mit dem Brotbrechen bringen wir aber auch noch etwas anderes zum Ausdruck:
  3. Es stellt eine Einheit dar
    Es macht deutlich, dass wir mit Jesus und untereinander ein Leib, eine Seele, ein Herz und ein Geist sein dürfen!
    Wenn wir uns das während des Abendmahls immer wieder bewusst machen, erkennen wir auch unsere Verbundenheit untereinander. Wir gehören alle zur Familie Gottes und da ist es unmöglich, dass wir den Schicksalsschlägen unserer Geschwister gleichgültig gegenüberstehen. Wir haben eine Verantwortung füreinander. So wie sich die gesunden Glieder eines Leibes um die verletzten oder kranken Glieder kümmern, so sollten wir auch füreinander besorgt sein.

IV. Die Gebete

Das Gebet ist der Atem geistlichen Lebens! Das Gebet ist die Rückendeckung jeder Gemeinde und jedes Predigers! Ohne Gebet hat eine Gemeinde keine lange Überlebenschance! Ohne Gebet verlieren die Verkündiger ihre Vollmacht und die Türen des Wortes bleiben verschlossen! So schreibt der wohl größte Apostel aller Zeiten in Kol 4:3:

  • "... und betet zugleich auch für uns, dass Gott uns eine Tür des Wortes öffnet, das Geheimnis des Christus zu reden, dessentwegen ich auch gebunden bin, ..."

Zwar gibt es fast keine Gemeinde, in der nicht gebetet wird, aber an vielen Orten wird das Gebet trotzdem wie ein "Stiefkind" behandelt! Für das Gebet nehmen sich leider etliche Gemeinden zu wenig Zeit. Nicht selten wird es lediglich "als Pflichtübung" und mit wenig Leidenschaft praktiziert. Eine lebendige Gemeinde basiert auf Christen, die mit viel Liebe und Hingabe beten! Oft sind es die unscheinbaren und unauffälligen Mitglieder einer Gemeinde, die diesen so fundamental wichtigen Dienst mit einer großen Treue tun! Fast jeder Erweckung gingen betende Christen voran.

Nachfolgend möchte ich noch auf ein paar Aspekte aufmerksam machen, die wir in Bezug auf die Gebete beachten sollten:

  • Die Liebe zu Gott sollte immer die Grundhaltung sein.
    Beten können wir viel besser, wenn wir unseren HERRN Jesus Christus von ganzem Herzen lieben, wenn wir uns über Seine Liebe und Güte freuen, wenn wir Ihm von Herzen dankbar sind, für das, was Er für uns getan hat! Je mehr wir die Liebestat Jesu am Kreuz, im Herzen verstanden und begriffen haben, desto mehr sind wir von der Liebe Jesu so ergriffen, dass wir gar nicht mehr anders können, als aus einer großen Liebe zu Ihm ins Gebet zu gehen.
  • Hören auf Gottes Wort
    Vor oder während eines Gebets, ist es sehr wertvoll, immer wieder einmal 2-3 Verse zu lesen und das Gelesene in das "Gespräch mit Gott" einzubeziehen. Zum Gebet gehört auch das Nachdenken über das Wort Gottes, bzw. über die Bibel!
  • Hören auf die Stimme Jesu
    Natürlich ist die Stimme Jesu zuallererst einmal das, was Er uns durch die Bibel sagt! Aber manchmal haben wir im Alltag Fragen, auf die wir in der Bibel noch keine Antworten gefunden haben. Dann redet Jesus manchmal durch innere Eindrücke oder durch einen tiefen Frieden, den wir im Innersten spüren, wenn wir einen Weg einschlagen.
  • Anbeten und Danken
    Die Anbetung im Geist und in der Wahrheit ist eine ganz wunderbare Sache, weil wir dann immer mehr erkennen können, was Gott getan hat! Dadurch kommen wir in das Bewusstsein hinein, dass Gott allein die alles entscheidende Realität ist. Die Dankbarkeit vergrößert die Zufriedenheit und durch sie erkennen wir die Liebe und Güte unseres Gottes immer tiefer!
  • Authentisch und ehrlich sein
    Vor Gott können wir uns so geben, wie wir sind! Das ist unglaublich entspannend! Es gibt kein einziges Gefühl oder keinen Gedanken, den wir nicht mit Ihm besprechen könnten! Egal wie verwerflich er auch sein mag! Gott sieht sowieso jeden Gedanken; aber alles, was wir mit Ihm bereden, bewirkt über kurz oder lang eine Heilung und Reinigung von den ungesunden Gedanken sowie ein besseres Verständnis der göttlichen Gedanken!
  • "Herz ausschütten"
    So wie Hanna dürfen wir Ihm im Gebet unser Herz ausschütten und Ihm unsere ganze Not klagen. Auch das wirkt in den allermeisten Fällen sehr befreiend, wenn die Klage im Vertrauen auf Gott ausgesprochen wurde.
  • Bitten, Flehen und Fürbitten
    Das ist unser Auftrag, den wir Christen von Gott erhalten haben! Paulus schreibt seinem "Kind" Timotheus dazu Folgendes:
    "Ich ermahne nun vor allen Dingen, dass Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, ... (1Tim 2:1)"
    "Vor allen Dingen" bedeutet, dass diese vier Dinge immer am Anfang jeder Tätigkeit stehen sollten. Würden wir immer, bevor wir etwas tun, zuerst vor Gott flehend ins Gebet gehen und Fürbitte tun, für alle, die mit unserer Tätigkeit in Berührung kommen, dann würden wir vmtl. staunen, welche Auswirkungen das auf unser Zusammenleben hat! Auch das Danken für jeden Menschen, verändert unsere Einstellung zum Nächsten oft sehr grundlegend!
  • Eine Priesterliche Haltung
    Eine priesterliche Haltung im Gebet ist eine wunderbare Sache und wirkt sich segensreicher aus, als wir uns das vorstellen können. Eine priesterliche Gebetshaltung finden wir an einigen Stellen der Bibel. Zum Beispiel bei ...
    1. Abraham in 1Mo 18:23ff
    2. Mose in 2Mo 32:11ff
    3. David in 1Chr 21:17
    4. Daniel in Dan 9:4ff
    5. Nehemia in Neh 1:5ff
    6. Jesus in Joh 17.
    7. Paulus in Röm 9:3
  • Freude über den HERRN
    Durch die Freude am HERRN werden wir immer weniger aus einem reinen Pflichtgefühl mit dem HERRN ins Gespräch kommen! Die Freude am HERRN vermittelt auch immer mehr eine Freude am Gebet!

Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass die einzelnen Ortsgemeinden wieder vermehrt diese 4 Säulen gleichermaßen im Fokus haben! Der Jesus Christus segne uns dazu!


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