Der große Unterschied

Aus Bibelwissen
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Von Daniel Muhl

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Mit Kain und Abel haben wir zwei Brüder vor Augen - die geistlich gesehen - nicht unterschiedlicher hätten sein können. Doch zuerst einmal sah, nach außen hin, fast alles gleich aus. Es war kaum ein Unterschied feststellbar. Deshalb möchte ich diese Geschichte etwas genauer betrachten.

Kain und Abel

Lesen wir zuerst den Bibeltext:

  • 1Mo 4:1-12 - Und der Mensch erkannte seine Frau Eva, und sie wurde schwanger und gebar Kain; und sie sagte: Ich habe einen Mann hervorgebracht mit dem HERRN. 2 Und sie gebar noch einmal, [und zwar] seinen Bruder, den Abel. Und Abel wurde ein Schafhirt, Kain aber wurde ein Ackerbauer. 3 Und es geschah nach einiger Zeit, da brachte Kain von den Früchten des Ackerbodens dem HERRN eine Opfergabe. 4 Und Abel, auch er brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der HERR blickte auf Abel und auf seine Opfergabe; 5 aber auf Kain und auf seine Opfergabe blickte er nicht. Da wurde Kain sehr zornig, und sein Gesicht senkte sich. 6 Und der HERR sprach zu Kain: Warum bist du zornig, und warum hat sich dein Gesicht gesenkt? 7 Ist es nicht [so], wenn du recht tust, erhebt es sich? Wenn du aber nicht recht tust, lagert die Sünde vor der Tür. Und nach dir wird ihr Verlangen sein, du aber sollst über sie herrschen. 8 Und Kain sprach zu seinem Bruder Abel. Und es geschah, als sie auf dem Feld waren, da erhob sich Kain gegen seinen Bruder Abel und erschlug ihn. 9 Und der HERR sprach zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Und er sagte: Ich weiß nicht. Bin ich meines Bruders Hüter? 10 Und er sprach: Was hast du getan! Horch! Das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden her. 11 Und nun, verflucht seist du von dem Ackerboden hinweg, der seinen Mund aufgerissen hat, das Blut deines Bruders von deiner Hand zu empfangen! 12 Wenn du den Ackerboden bebaust, soll er dir nicht länger seine Kraft geben; unstet und flüchtig sollst du sein auf der Erde!

Wo liegt der Unterschied?

Zuerst fällt auf, dass beide Brüder dem Herrn ein Opfer darbringen. Beide machten - äußerlich betrachtet - das Gleiche und auf Anhieb kann man nicht verstehen, warum Gott „so ungerecht“ war und das Opfer von Kain nicht annahm! Der erste Unterschied, der auffällt, war, dass Kain lediglich „Früchte des Feldes“ darbrachte, währenddem Abel seine „Erstlinge“ darbrachte.
Wo aber liegt hier der genaue Unterschied? Dazu möchte ich noch andere Bibelstellen zitieren:

  • Hebr 11:4 - Durch Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer dar als Kain, durch welchen [Glauben] er das Zeugnis erhielt, gerecht zu sein, indem Gott Zeugnis gab zu seinen Gaben; und durch diesen [Glauben] redet er noch, obgleich er gestorben ist.

Abel brachte also ein besseres Opfer als Kain dar und er tat dies aus Glauben! Der Apostel Johannes schreibt in Bezug auf Kain:

  • 1Jo 3:12 - Nicht wie Kain [sollen wir sein, der] aus dem Bösen war und seinen Bruder ermordete. Und weshalb ermordete er ihn? Weil seine Werke böse waren, die seines Bruders aber gerecht.

Kain wird hier als einer beschrieben, der aus dem Bösen war! Das wurde durch den Brudermord sichtbar. Die Frage, warum Kain Abel ermordete, beantwortet Johannes wie folgt: „Weil seine Werke böse waren!“ Diese Antwort erstaunt insofern, weil wir Menschen nicht unbedingt davon ausgehen, dass ein „böses Werk“ zwangsläufig zu einem Brudermord führen muss, zumal mit dem „bösen Werk“ vmtl. das „mangelhafte Opfer“ Kains gemeint sein dürfte. Bei uns stellt sich sofort die Frage: „Warum führte ein mangelhaftes Opfer zu einem Brudermord?“ Bevor ich dies zu erklären versuche, möchte ich noch die letzte neutestamentliche Stelle dazu lesen:

  • Jud 1:11 - Wehe ihnen! Denn sie sind den Weg Kains gegangen und haben sich für Lohn dem Irrtum Bileams völlig hingegeben, und in dem Widerspruch Korachs sind sie umgekommen.

Hier ist also von einem „Weg Kains“ die Rede.

Was war der Weg Kains?

Das Opfer Kains war nach Aussage des Hebräerbriefes schlechter! Aber was heisst das und wie sollen wir das verstehen? Aus dem Bericht der Genesis wird deutlich, dass Abel die „Erstlinge“ Gott geopfert hat, währenddem bei Kain nur von einem „Opfer“ die Rede ist. Es ist deshalb sehr naheliegend, dass Kain nicht die „Erstlinge“ und nicht das „Beste“ für den HERRN opferte, sondern nur „minderwertige Ware“! Es ist gut möglich, dass er die gleiche Einstellung hatte, wie die Priester in Mal 1:6-8:

  • Ein Sohn ehrt den Vater und ein Knecht seinen Herrn. Wenn ich nun Vater bin, wo ist meine Ehre? Und wenn ich Herr bin, wo ist meine Furcht? spricht der HERR der Heerscharen zu euch, ihr Priester, die ihr meinen Namen verachtet. Doch ihr sagt: "Womit haben wir deinen Namen verachtet?" 7 [Ihr,] die ihr unreine Speise auf meinem Altar darbringt. Doch ihr sagt: "Womit haben wir dich unrein gemacht? "Indem ihr sagt: Der Tisch des HERRN, den kann man verachten. 8 Auch wenn ihr Blindes darbringt, um es als Opfer zu schlachten, ist es [für euch] nichts Böses; und wenn ihr Lahmes und Krankes darbringt, ist es [für euch] nichts Böses. Bring es doch deinem Statthalter! Wird er Gefallen an dir haben oder dein Angesicht erheben? spricht der HERR der Heerscharen.

Wer dem Herrn minderwertige Ware opfert, verachtet Ihn! Jeder Mensch, der dies tut, bezeugt einerseits, dass er an einen Gott glaubt, dem man etwas opfern sollte, aber gleichzeitig will man Ihm nicht das Beste geben, weil man das Erste und Beste für sich selbst behalten will!
Ein Atheist opfert Gott nichts, weil er nicht daran glaubt, dass es einen Gott gibt! Darum kann man von einem Atheisten auch nicht erwarten, dass er Gott etwas opfern soll! Aber in dem Moment, wo ich Gott etwas opfere, glaube ich an seine Existenz oder ich heuchle nur einen Glauben an Gott vor, um irgendwelchen Menschen zu gefallen. Wenn ich an einen Schöpfergott glaube, dann glaube ich auch, dass Er alles erschaffen hat. Die Tiere und alle Früchte des Feldes. Mit anderen Worten; Gott hat mir letztendlich alles, was ich ernten und essen kann, geschenkt! Ich lebe zu 100% von Ihm und alles was ich geniessen kann, ist auf Seine große Güte zurückzuführen! Wer sich dessen bewusst ist, dem sollte auch klar sein, dass dem Geber aller guten Gaben nur das Beste und das Erste gebührt!
Das Volk Israel sollte dem Herrn den Zehnten und die Erstlinge opfern (3Mo 27:30 / 3Mo 23:10). Der zehnte Teil, von allem, was Gott Seinem Volk geschenkt hat, sollte Gott geopfert werden. Es ist in etwa so, wie wenn ein reicher Mann zu einem armen Obdachlosen kommt und sagen würde: „Ich schenke dir jeden Monat 10'000 Euro und dafür hätte ich von dir, gerne Material im Wert von 1'000 Euro zurück. Der arme Mann kauft sich nun im ersten Monat zehn Kleider im Wert von 10'000 Euro ein, wobei 9 Kleider 9'900 Euro gekostet haben und das Zehnte lediglich 100 Euro. Der arme Mann gibt nun dem großzügigen und reichen Mann das Kleid im Wert von 100 Euro und behauptet, es sei eins von zehn Kleidern, die er gekauft habe. Hat er eins von zehn Kleidern zurückgegeben? Ja, klar! Hat er auch Material im Wert von 1'000 Euro zurückgegeben? Nein! Er war so gierig, dass er seinem Gönner nur 1%, statt 10% zurückgab!
Mit diesem Verhalten betrog er seinen Gönner massiv, währenddem er sein Gewissen damit beruhigte, dass er seinem Gönner tatsächlich eins von zehn Kleidern zurückgab! Das wäre ein Ausdruck tiefster Undankbarkeit. Mit einem solchen Verhalten würde der Obdachlose seinen Gönner massiv verachten!
Dem Geber aller guten Gaben gebührt das Beste, das Erste! Wer Gott sein Bestes und Erstes gibt, ehrt Ihn damit! Wer Ihm Minderwertiges gibt, verachtet Ihn!
Beim Spenden und beim Opfern geht es überhaupt nicht darum, dass Gott irgendetwas von uns benötigen würde! Er braucht für sich, weder unsere Opfer, noch unser Geld oder irgend sonst etwas Materielles, weil Er alles Materielle geschaffen hat und es jederzeit wieder schaffen kann. Unser Gott wünscht sich unsere Dankbarkeit und unsere Liebe zu Ihm und die fehlt vollständig, wenn Menschen Ihm minderwertige Ware opfern!
Opfern wir Ihm das Beste und das Erste? Opfern wir Ihm das Beste und Erste unseres Vermögens? Opfern wir Ihm das Beste und Erste unserer Zeit? Opfern wir Ihm das Beste und Erste unserer Begabungen und Fähigkeiten? Oswald Chambers sagte dazu:

„Mein Äußerstes für Sein Höchstes!“

Was sind schon 10% an Denjenigen, der uns 100% gibt? Eigentlich ist es das absolute Minimum! Die göttliche Liebe gibt nicht 10%, sondern 100%! Jesus Christus war der Einzige, der in jeder Hinsicht alles gegeben hat! Er hat Seine Herrlichkeit, Seine Ehre, Seinen Reichtum, Seine Gerechtigkeit abgegeben! Jesus gab für uns Sein Leben und Er schüttete für uns Seine Seele in den Tod (Jes 53:12)!
Wer von der Liebe Jesu Christi vollständig ergriffen ist, ist ebenfalls in der Lage, seinen Leib zu geben und sich als Gott wohlgefälliges Schlachtopfer zur Verfügung zu stellen (Röm 12:1).
Wir können mit Recht davon ausgehen, dass Kain Gott nicht seine Erstlinge und stattdessen minderwertige „Ware“ geopfert hat. Dadurch verachtete er den Geber aller Früchte des Feldes! Wenn wundert es da noch, dass Gott das Opfer Kains nicht anschaute? Diese Verhaltensweise gefiel Gott nicht und darum schaute Er sie auch nicht an!

Was hat das mit dem Glauben zu tun?

Als Abel sein „bestes“ und „erstes“ Opfer gab, vertraute er auf Gott, dass Gott ihn künftig auch versorgen und segnen wird, obwohl er Ihm seine Erstlinge gab! Wenn man die Erstlinge opfern würde und nachher nichts mehr kommt, hätte man für sich selbst nichts mehr! Es braucht Glaube und Vertrauen auf Gott, wenn man Ihm sein Erstes und Bestes opfert!
Doch es liegt noch ein anderer Aspekt in dieser Begebenheit! Abel erkannte vmtl. auch, dass Gott ihm das Opfer schenkte und vielleicht ahnte er auch schon, dass Gott das wahre Opfer bringen wird, damit Er uns anschauen kann! Wer das Opferlamm Gottes für sich in Anspruch genommen hat, der steht unter dem wohlgefälligen Blick Gottes!

Der Weg Kains

Kain wollte das Beste und Erste für sich! Das zeigt auch, dass ihm der materielle Gewinn wichtiger war, als seine Beziehung zum Schöpfer. Wie traurig ist es doch, wenn für uns Christen, unser Vermögen, unsere Ehre, unser Genuss oder unsere Gesundheit wichtiger ist, als unsere Beziehung zum himmlischen Vater! Wehe uns, wenn der materielle Gewinn an erster Stelle steht und wir die Liebesbeziehung zu Gott und zum Nächsten hintenanstellen! Genau diese Tragödie ist bei Kain geschehen. Bei ihm stand etwas über Gott! Alles, was bei uns an oberster Stelle steht, wird zu unserem Gott, bzw. zu unserem Götzen! Ob das unser Gewinn, unsere Ehre, unsere Gesundheit oder unser Verstand ist, spielt gar keine Rolle!
Wir vertrauen dem, der an oberster Stelle steht! Wenn unser eigener Verstand an oberster Stelle steht, dann vertrauen wir unserem Verstand mehr, als dem Schöpfer des Himmels und der Erde! Genau solches bezeichnet die Bibel als Unglaube! Vielleicht sagte sich der Verstand Kains Folgendes:

„Der Ackerboden ist verflucht! Immer wieder gibt es Missernten infolge von Dornen, Disteln, Ungeziefer, Pilzen usw. Deshalb muss ich unbedingt vorsorgen und mir das Beste der Ernte auf die Seite tun! Das schlechte Saatgut, das mir nicht so wichtig ist, kann ich ja auch noch Gott geben! Warum sollte ich Ihm das Beste geben! Der braucht doch das gar nicht! Ich muss doch nicht meinen Gott versorgen! Der kann auch gut für sich selbst sorgen! Und überhaupt habe ich den Eindruck, dass es Gott nicht gut mit mir meint, denn sonst hätte Er den Ackerboden nicht verflucht! Aber damit Er nicht ganz unzufrieden wird, sollte ich Ihm vielleicht doch etwas geben!“

Der Unglaube Kains zeigte sich auch darin, dass er seinem Verstand und seiner eigenen Vorsorge vmtl. mehr vertraute, als Gott! „Das Leben ist so mühsam! Ich muss schauen, dass ich nicht zu kurz komme und das Beste für mich reserviere!“
Vielleicht verglich Kain seine Arbeit auch mit der Arbeit seines Bruders und dachte: „Ich mühe mich auf dem Acker total ab und Abel schaut „nur ein bisschen“ auf seine blöden Schafe! Meine Anstrengung als Ackerbauer ist wesentlich größer, als die des Hirten! Gott kann mit meinem Opfer mehr als zufrieden sein! Meines ist auf jeden Fall mehr wert, als das von Abel!“ Ob Kain so dachte, wissen wir nicht! Auf jeden Fall wäre es ein typisch menschliches Verhalten, das total von Hochmut geprägt ist! Sollte Gott einen solchen Hochmut gesehen haben, wäre es auch ein Grund gewesen, das Opfer Kains nicht anzuschauen!
Eigentlich hätte sich Kain, nach fehlender Annahme seines Opfers, sagen können: „Wenn Gott mein Opfer nicht anschaut, dann kann ich künftig auch darauf verzichten und alles für mich verwenden!“ Stattdessen wurde er sehr zornig (w. entbrannte er) und sein Gesicht senkte sich! Er konnte die Ablehnung seines Opfers deshalb nicht wegstecken, weil er darin auch eine fehlende Anerkennung seiner Arbeit und vmtl. auch seiner Person empfand! Diese fehlende Anerkennung ärgerte ihn zutiefst. Er erkannte, dass seine Beziehung zu Gott, nicht die gleiche war, wie die seines Bruders! Währenddem er seine Beziehung zu Gott, über seine Mühe und über das Materielle definierte, basierte die Beziehung Abels auf einem Vertrauensverhältnis!

Der religiöse Mensch definiert seine Beziehung zu seinem Gott (oder zu seinen Göttern) fast immer über seine Leistung, bzw. über seine Anstrengung für Gott! Wenn dann der religiöse Mensch merkt, dass Gott seine Anstrengungen nicht anschaut, dann wird er voller Zorn und sagt sich: „Jetzt habe ich mich so angestrengt und mir so viel Mühe gegeben und Gott ignoriert mich einfach! Mein Bruder, der ein bisschen auf seine Herden aufpasst und kaum eine Ahnung davon hat, was es heisst „im Schweiße deines Angesichts sollst du [dein] Brot essen!“ hat eine „so tolle“ Beziehung zu Gott! Dabei habe ich mehr geleistet und deshalb bin ich auch mehr wert! Gott ist in Seinem Verhalten einfach ungerecht!“
Im Herzen von Kain steigt zuerst eine Eifersucht und dann eine unglaubliche Bitterkeit auf, die ihn total beherrscht und steuert! Die Bitterkeit hat ihn so sehr im Griff, dass er gar nicht mehr anders kann, als Abel zu hassen! Menschen, die hassen, haben in ihrem Herzen den Gehassten bereits umgebracht. So schreibt Johannes:

  • 1Jo 3:15 - Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Menschenmörder, und ihr wisst, dass kein Menschenmörder ewiges Leben bleibend in sich hat.

In den Augen Gottes ist der Hasser ein Mörder! Der Hass ist immer auch der Nährboden für einen tatsächlich ausgeführten Mord!
Der Weg Kains könnte man wie folgt zusammenfassen:

„Es beginnt mit einer Unzufriedenheit über seine Situation. Daraus erwächst die Gier nach mehr! Er will für sich selbst das Beste und gibt Gott das Minderwertige. Er denkt, Gott müsse mit dem zufrieden sein, denn das, was er Ihm gibt, wurde mit viel Schweiß erarbeitet. Mit seinem „hart erarbeiteten Opfer“ müsste Gott eigentlich noch mehr zufrieden sein, als mit dem Opfer eines Hirten, der nur ein bisschen auf seine Tiere aufpassen muss! Doch Gott schaut sein mühevoll erbrachtes Opfer nicht an! Kain empfindet eine Ablehnung seiner Person, wird bitter und fängt seinen Ach, so frommen Bruder zu hassen! Bei Kain kann man auch ein stückweit eine Geldliebe diagnostizieren, obwohl es damals vmtl. noch kein Geld gab. Die Geldliebe, welche eine Wurzel alles Bösen ist (1Tim 6:10), führt immer ins Verderben, weil es dem Materiellen mehr Wert gibt, als den geistlichen (und bleibenden) Dingen, wie z. B. den Liebesbeziehungen! Dadurch erhalten auch Menschenleben immer weniger Wert, so dass man plötzlich anfängt, um des Gewinnes willen, Menschen zu beseitigen! Das ist die „Karriere“ eines Mörders!“

Ein letztes Warnschild Gottes

Bevor es zum Brudermord kam, redete Gott noch zu Kain:

  • 1Mo 4:6b-7 – „Warum bist du zornig, und warum hat sich dein Gesicht gesenkt? 7 Ist es nicht [so], wenn du recht tust, erhebt es sich? Wenn du aber nicht recht tust, lagert die Sünde vor der Tür. Und nach dir wird ihr Verlangen sein, du aber sollst über sie herrschen.“

Nach dieser Aussage Gottes, vernehmen wir keine Antwort von Seiten Kains! Man hat geradezu den Eindruck, dass das Herz Kains, schon so von der Finsternis „verblendet“ war (1Jo 2:11), dass die Aussagen Gottes kaum noch Wirkung zeigten.
Hätte Kain intensiv über die Worte Gottes nachgedacht, wäre die Wahrscheinlichkeit einer Buße, bzw. Umkehr wesentlich gestiegen. Hätte Kain sich ernsthaft gefragt, „was ist eigentlich der Grund meines Zorns?“, dann hätte er seine Gefühle zumindest einmal formuliert und dem Herrn vielleicht gesagt: „Ich fühle mich von Dir abgelehnt, währenddem Du mein Bruder - der längst nicht so hart arbeiten musste wie ich - angenommen hast! Das macht mich wütend!“ Doch weil Gott mit Seiner Aussage auch indirekt deutlich machte, dass er nicht „recht“ getan hatte, konnte er sich bei Gott auch nicht beschweren. Innerlich merkte er vmtl. schon, dass er nicht richtig gehandelt hat. Dieses „recht tun“ könnte man auch mit „Gutes, Untadeliges oder Wohlgefälliges tun“ übersetzen. Kain merkte, dass er nicht das Gute getan hat und deshalb konnte er Gott keine Erwiderung geben.
Der einzige Ausweg aus dieser Situation wäre - wie so oft - eine Demut des Herzens gewesen! Wäre er demütig gewesen, hätte er sagen und bekennen können: „Mein Gott, ich war selbstsüchtig, ich war eifersüchtig, ich habe Dich nicht geehrt, ich habe Dir nicht vertraut, ich habe meinen Bruder verachtet und ich war hochmütig! Bitte vergib mir und schenk mir einen Neuanfang!“
Doch wie so oft, verhindert die Kombination „Sünde“ und „Hochmut“ eine Buße und der Mensch steuert mit Vollgas in das Verderben und den Abgrund!
Wer Gutes und Wohlgefälliges tut, indem er aus der Liebe lebt, der kann sein Gesicht zu Gott aufheben. Er wird auch nicht eifersüchtig, wenn Gott andere ehrt, sondern freut sich mit ihnen mit. Wer Gutes tut, hat auch kein schlechtes Gewissen und er muss sich weder verstecken, noch irgendwelche Lügen erfinden.
Die Aussage „so lauert die Sünde vor der Tür“ könnte man auch wie folgt übersetzen: „dann verweilst du (hältst du dich auf) vor der Tür der Sünde“. Wer nicht Gutes tut, verweilt vor der Tür der Sünde! Kain hat nicht das Gute, das Wohlgefällige getan, weil er Gott mit seiner Gabe nicht geehrt, sondern verachtet hatte! Das hatte zur Folge, dass er sich vor der Tür der Sünde aufhielt! Der Aufenthalt vor der Tür der Sünde ist gefährlicher als der Aufenthalt vor der „Höhle eines Löwen“, weil der Löwe zwar unseren Leib töten kann, aber „die Sünde“ (nämlich die fehlende Vertrauensbeziehung zu Gott) zum Verderben der Seele führen wird (Mt 10:28).
Ein Mensch verweilt nur dann nicht vor dem „Tor der Sünde“, wenn er das Wohlgefällige tut und das beinhaltet an erster Stelle: „Aus einem Vertrauen zu Gott zu leben und Den anzuschauen, der wirklich gut ist, damit wir lernen, aus einer Verbindung mit Ihm heraus, das Gute zu tun!“

Der Mord und seine Folgen

Nach dem Brudermord stellt Gott noch eine letzte Frage: „Wo ist dein Bruder Abel?“ Die Reaktion Kains ist ganz typisch für Menschen, die von der Bosheit beherrscht sind:

  1. Lügen
  2. Abstreiten, eine Verantwortung zu haben
  3. Sich rechtfertigen

Das macht uns heute auch die Politik tagtäglich vor: „Ich lüge solange wie nur möglich und wenn ich es nicht mehr abstreiten kann - weil es ganz offensichtlich geworden ist - dann bin ich für das, was geschah, nicht wirklich verantwortlich! Entweder sind andere Menschen schuld oder die Umstände, die Veranlagung, aber sicher nicht ich!“ Das sagt man deshalb, weil man sich vor der Strafe fürchtet. Bei Menschen bekommt man vielleicht eine Strafmilderung, aber bei Gott bewirkt es genau das Gegenteil. Durch das Leugnen und Abstreiten erhöht man sein Strafmaß! Wer aber seine Schuld zugibt, sie bekennt und Gott um Vergebung bittet, der darf einen Schuldenerlass erfahren! Kain konnte sich weder demütigen, noch zur Wahrheit stehen!
Die Aussage „soll ich meines Bruders Hüter sein?“ zeigt eine lieblose Gleichgültigkeit! „Was geht mich mein Bruder an? Der ist doch selbst für sein Ergehen verantwortlich!“ Das pure Gegenteil dazu finden wir bei Christus: „Obwohl Er nicht gesündigt hat, übernahm Er die Verantwortung für die Schuld Seiner Brüder! Er hat Seine Brüder gehütet und als ein guter Hirte, hat Er Sein Leben für die Schafe gelassen!“

Der Fluch

Kain hat bei allen „möglichen Weichenstellungen“, immer wieder die Abzweigung zum Bösen hin gewählt! Sämtliche Möglichkeiten, Buße zu tun, hatte er verspielt. Nun bleibt nur noch ein schrecklicher Fluch übrig, der gleichzeitig ein furchtbares Gericht beinhaltet:

  • 1Mo 4:10-16 - Und er sprach: Was hast du getan! Horch! Das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden her. 11 Und nun, verflucht seist du von dem Ackerboden hinweg, der seinen Mund aufgerissen hat, das Blut deines Bruders von deiner Hand zu empfangen! 12 Wenn du den Ackerboden bebaust, soll er dir nicht länger seine Kraft geben; unstet und flüchtig sollst du sein auf der Erde! 13 Da sagte Kain zu dem HERRN: Zu groß ist meine Strafe, als dass ich sie tragen könnte. 14 Siehe, du hast mich heute von der Fläche des Ackerbodens vertrieben, und vor deinem Angesicht muss ich mich verbergen und werde unstet und flüchtig sein auf der Erde; und es wird geschehen: jeder, der mich findet, wird mich erschlagen. 15 Der HERR aber sprach zu ihm: Nicht so, jeder, der Kain erschlägt- siebenfach soll er gerächt werden! Und der HERR machte an Kain ein Zeichen, damit ihn nicht jeder erschlüge, der ihn fände. 16 So ging Kain weg vom Angesicht des HERRN und wohnte im Land Nod, östlich von Eden.

Wer vom Angesicht Gottes vertrieben wird, muss in der Gottesferne leben, fern vom wahren Leben, fern von der wahren Liebe, fern von der Gnade! Darum wird jede Gottesferne früher oder später zur „Hölle“!


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