Das Feuer, die Leidenschaft und Stärke der Liebe

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Von Daniel Muhl

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Die göttliche Liebe ist das Größte und Herrlichste, was es gibt. Gott ist die Liebe (1Jo 4:8) und gar nichts steht über der Liebe (1Kor 13:13). Ihre Eigenschaften werden vom Apostel Paulus 1Kor 13 sehr umfassend beschrieben. Wir können nicht genug darüber nachdenken und uns über die Liebe Gottes erfreuen. Je mehr wir eine Ahnung von der Liebe Gottes bekommen haben, desto mehr wollen wir sie kennenlernen und in unser Bewusstsein aufnehmen. Von der Zartheit und Feinfühligkeit der Liebe haben wir wahrscheinlich schon eine gewisse Vorstellung. Aber die Liebe Gottes besitzt auch eine Leidenschaft, die wir vermutlich in weiten Teilen unterschätzen. Ausgerechnet das Lied der Lieder – das etliche Christen lediglich als Beschreibung einer erotischen Liebe anschauen – gibt uns hier sehr interessante Anhaltspunkte:
  • Hl 8:6-7 - «Leg mich wie ein Siegel an dein Herz, wie ein Siegel an deinen Arm! Denn stark wie der Tod ist die Liebe, hart wie der Scheol die Leidenschaft. Ihre Gluten sind Feuergluten, eine Flamme Jahs. 7 Mächtige Wasser sind nicht in der Lage, die Liebe auszulöschen, und Ströme schwemmen sie nicht fort. Wenn einer den ganzen Besitz seines Hauses für die Liebe geben wollte, man würde ihn nur verachten.» 

Es ist nicht so einfach, an dieser Stelle genau zu sagen, wer hier zu wem spricht. Vermutlich spricht hier die Geliebte (Sulamith) ihren Geliebten (Salomo) an, wenn sie wie ein Siegel auf sein Herz und Arm gelegt werden möchte. Nach dieser Bitte kommt nämlich die Begründung, weshalb (sie) ein Siegel sein möchte. Sie sagt: „Denn stark wie der Tod ist die Liebe!“ Sowohl der Tod, als auch die Liebe verfügen über eine gewaltige Stärke und angesichts dieser Kräfte gibt es für die Geliebte nur einen sicheren Ort: Sie möchte als Siegel(-ring) auf seinem Arm und Herzen sein!
Der Name Salomo (hebr. shelomo) kommt von Shalom und bedeutet Frieden. Salomo ist daher ein Typus auf den ganz großen Friedefürsten Jesus Christus! Sulamith bedeutet „die Vollkommene“ oder „die Friedliche“ und dieser Name stammt von shalam, was auch mit „Frieden haben“ übersetzt werden kann. Einige übersetzen diesen Namen mit „Befriedete“ oder „die zum Frieden Gebrachte“. Sulamith wird im Lied der Lieder auch als Braut bezeichnet (Hl 5:1). Sie ist somit eine Darstellung auf die geliebte und zum Frieden gebrachte Braut Jesu! An dieser Stelle möchte ich offen lassen, ob es sich hier um die „reine Jungfrau“ aus 2Kor 11:2 handelt und somit um den Leib Jesu oder ob es hier um die Stadt Jerusalem geht, die ebenfalls als Braut gesehen wird (Jes 62:5). Auf jeden Fall handelt es sich hier um eine Heilskörperschaft, die sich in Liebe mit dem Friedefürsten Jesus Christus eins gemacht hat oder mit Ihm noch eins wird.
Diese von Gott geliebte Heilskörperschaft möchte nun als Siegelring auf dem Arm Jesu und als Siegel auf Seinem Herzen sein. Sie möchte so nah wie nur möglich sein und sie möchte aus einer intimen Liebesbeziehung zum König des Friedens leben. Das erinnert uns vielleicht auch an Psalm 2: Ps 12:2 - Küsst den Sohn, dass er nicht zürne und ihr umkommt auf dem Weg Nur eine intime Liebesbeziehung zum Sohn, bewahrt uns vor dem Umkommen und dem Zorn des Sohnes. Wer sich nicht in eine intime Nähe des Sohnes, bzw. der Königs des Friedens begibt, wird früher oder später mit der Härte und der Leidenschaft der Liebe konfrontiert. Der Siegelring bedeutet aber nicht nur größte Nähe und Verbundenheit, sondern auch die Vollmacht, im Namen des Besitzers Dinge anzuordnen. Ein versiegeltes Dokument machte durch das Zeichen des Siegels auch auf den Autor aufmerksam. Sulamith wollte auch, dass sie als das Siegel des Königs erkannt wird. Ihr Reden sollte in der Vollmacht des Königs geschehen und ihr Handeln sollte in völliger Übereinstimmung mit ihrem Herrn sein.
In der Offenbarung (w. Enthüllung) wird vom Lamm (w. Lämmlein) ein Buch mit sieben Siegel geöffnet. Diese geöffneten Siegel lösen hauptsächlich Gerichte aus (Offb 6:1-8). Paulus erklärt der Korinthergemeinde, dass die Heiligen (wiedergeborene Christen) die Welt richten werden (1Kor 6:2). Wir können nur dann in Gerechtigkeit richten, wenn wir die Vollmacht Jesu haben und ganz nah an Seinem Herzen sind. Die Geliebte hat erkannt, dass sie als Siegelring auf dem Arm und auf dem Herzen Jesu sein muss, wenn die Stärke und Härte der Liebe Gottes für alle sichtbar aktiv wird.

Die Eigenschaften der Liebe

Die Verse 6+7 aus Hl 8 zeigen uns gleich mehrere Eigenschaften der Liebe:

  1. Die Liebe ist stark wie der Tod!
  2. Die Leidenschaft, bzw. der Eifer der Liebe ist so hart wie der Scheol (Totenreich).
  3. Die Gluten (o. das Funkensprühende) der Liebe sind Feuergluten (o. Funkensprühende des Feuers).
  4. Die Liebe ist eine Flamme Jahs.
  5. Viele Wasser können die Liebe nicht auslöschen.
  6. Ströme können sie nicht fortschwemmen oder überspülen.
  7. Vermögen (und somit auch Leistung) stellt kein Gegenwert für die Liebe dar.

Diese Beschreibung der Liebe ist eine ganz andere Charakterisierung als diejenige aus 1Kor 13. Vielleicht ist man versucht, diese Beschreibung als eine alttestamentliche Sichtweise der Liebe zu klassifizieren, bei der die Lieblichkeit sowie Sanftheit noch fehlt!
Ja es stimmt! In diesen beiden Versen kommen die zarten Eigenschaften der Liebe nicht oder kaum zum Ausdruck! Aber das widerspricht sich nicht. Die sanften Eigenschaften der Liebe, wie sie uns in 1Kor 13 beschrieben werden, zeigen uns die begnadigende Liebe, währenddem wir es hier hauptsächlich mit der erziehenden Liebe zu tun haben. Gnade und Barmherzigkeit sind ein Ausdruck der Liebe Gottes! Aber wir werden noch sehen, dass hinter den Gerichten Gottes ebenfalls Seine Liebe steht!
An dieser Stelle möchte ich eine Frage stellen: „Wenn Gott die Liebe in Person ist, gibt es dann irgendein Handeln Gottes, das nicht auf die Liebe Gottes zurückzuführen wäre? Gibt es irgendeine Aktion Gottes, wo nicht die Liebe das Grundmotiv wäre? Seine Liebe ist bei allem Handeln Gottes immer das erste und letzte Motiv!
Alle Gerichte Gottes sind auf das Grundmotiv der Liebe Gottes zurückzuführen. Eine nie endende Höllenqual wäre nicht nur sinn- ziel- und zwecklos; sie lässt auch überhaupt kein Grundmotiv der Liebe erkennen. Alles, was die Liebe macht, bewirkt langfristig bei allen, immer nur Segen und Heil! Wir werden auch noch sehen, dass alle Gerichte Gottes und somit auch die Feuergerichte, von der Liebe Gottes getragen sind und die Liebe verfolgt immer das Ziel der Rettung! Würde die Liebe einmal nicht mehr retten wollen, wäre sie keine Liebe mehr und dann wäre Gott auch nicht der Unwandelbare, Er wäre nicht derselbe, gestern, heute und bis in alle Ewigkeit!

Stark wie der Tod

Bei diesen sieben Eigenschaften der Liebe aus Hl 8 fallen einige Dinge besonders auf: Ihre Stärke, ihre Härte und ihr Eifer werden mit den widergöttlichsten Dingen beschrieben, die es überhaupt gibt. Der Tod beinhaltet eine maximale Gottesferne und Paulus bezeichnet ihn als den letzten Feind (1Kor 15:26).
Wie kommt der Geist Gottes dazu, das Schönste und das Heiligste mit dem größten Feind zu vergleichen? Bei diesem Vergleich, stellt das Lied der Lieder fest, dass die Liebe über die gleiche Stärke wie der Tod verfügt! Wir hätten diesen Satz niemals so geschrieben!

  1. Wir hätten die widergöttlichste Macht im Universum nicht mit dem Herrlichsten und Heiligsten in Verbindung gebracht.
  2. Und wenn wir es gemacht hätten, dann hätten wir geschrieben, dass die Liebe stärker als der Tod ist.

Warum der Geist Gottes dies an dieser Stelle getan hat, können wir erst erahnen, wenn wir einmal die Stärke des Todes genauer anschauen. Paulus schreibt in Bezug auf den Tod:

  • 1Kor 15:56 - Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz.

Er erklärt, dass durch das Gesetz die Sünde eine solche Kraft bekam, so dass sie jeden Menschen durchdringen konnte. Im Römerbrief erklärt er dazu:

  • Röm 5:12 - Deshalb, wie durch "einen" Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben.

Die Stärke des Todes ist so umfassend, dass er jeden Menschen ergriffen hat. Alle haben gesündigt und alle haben den Tod verdient. Alle wurden zur Gottesferne verurteilt und alle wurden vom göttlichen Leben getrennt. Die Stärke des Todes war also absolut umfassend und sie hat es fertig gebracht, dass jeder Mensch vom wahren Leben getrennt wurde.
Was bedeutet es nun, wenn die Liebe die genau gleiche Stärke wie der Tod hat? Es geht hier um nichts Geringeres, als um eine göttliche Gleichung! Dabei sollten wir es nicht wagen, diese göttliche Gleichung zu einer Ungleichheit zu machen.
Wenn der Tod durch seine Stärke jeden Menschen vom göttlichen Leben trennen konnte, so wird auch die Liebe dieselbe Stärke haben und jeden Menschen – zu seiner Zeit – mit dem göttlichen Leben verbinden. Nicht mehr und bitte auch nicht weniger! Paulus bezeugt dies ganz unmissverständlich, wenn schreibt:

  • 1Kor 15:22 - Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden.

Und im Römerbrief heißt es:

  • Röm 5:18 - Wie nun durch die Sünde des Einen die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt.

Hier hat Paulus die Auswirkungen der Stärke der Liebe sehr deutlich beschrieben. Der Tod wurde vom Sieg verschlungen (1Kor 15:54). Letztlich hat Jesus Christus dies dadurch bewerkstelligt, indem Er aus Liebe zu allen Menschen Seine Seele in den Tod ausgeschüttet hat (Jes 53:12).

Leidenschaftlich wie der Scheol

Der Eifer und die Leidenschaft des Scheols sind enorm. Der Scheol (gr. Hades; Totenreich) ist einer der alles verschlingt, was ihm zwischen „die Finger“ gerät (Spr 1:12). Man könnte den Scheol durchaus als gierig und unersättlich bezeichnen. So lesen wir in den Sprüchen auch Folgendes:

  • Spr 27:20 - Scheol und Abgrund werden nicht satt, und die Augen des Menschen werden nicht satt.
  • Spr 30:16 - Der Scheol und der verschlossene Mutterleib, die Erde, die an Wasser nie satt wird, und das Feuer, das nie sagt: Genug!

Der Scheol will alle Seelen verschlingen und auch er ist durch die Sünde äußerst erfolgreich! Der Psalmdichter stellt sogar die Frage:

  • Ps 89:49 - Welcher Mann lebt und wird den Tod nicht sehen, wird sein Leben befreien von der Gewalt des Scheols?

Auch im Propheten Jesaja wird dem Scheol eine unheimliche Maßlosigkeit attestiert:

  • Jes 5:14 - Darum sperrt der Scheol seinen Schlund weit auf und reißt seinen Rachen auf ohne Maß.

Somit kann der Eifer und die Leidenschaft des Scheols als unersättlich, umfassend und maßlos bezeichnet werden! Die Liebe hat nun denselben Eifer und die genau gleiche Eigenschaft! Sie will alle, die ihre Seelen nicht am Leben erhalten konnten, wieder ins Vaterhaus zurückführen. Grundlage dazu, ist das Leiden und Sterben des Gottessohnes, wie es auch in Ps 22 beschrieben wird. Diese Todesleiden haben dann auch zur Folge, was in Ps 22:30 beschrieben wird:

  • Es aßen und fielen nieder alle Fetten der Erde; vor ihm werden sich beugen alle, die in den Staub hinabfuhren, und der, der seine Seele nicht am Leben erhalten konnte.

Die göttliche Liebe bringt diejenigen, die ihre Seelen nicht am Leben erhalten konnten und somit den seelischen Tod in der Gehenna erlitten haben (Mt 10:28), dazu, dass sie sich beugen und letztlich auch das bezeugen, was wir in Jes 45:24 lesen können:

  • Nur in dem HERRN ist Gerechtigkeit und Stärke.

Dieses Bekenntnis kann unmöglich ein erzwungenes Bekenntnis sein, weil sich Gott niemals mit einem erzwungenem Bekenntnis zufrieden geben würde. Wie Gott über ein Lippenbekenntnis denkt, das nicht von Herzen kommt, sehen wir in Jer 23:

  • Jer 23:13-14 - Und der Herr hat gesprochen: Weil dieses Volk sich mit seinem Mund naht und mich mit seinen Lippen ehrt und sein Herz fern von mir hält und ihre Furcht vor mir angelerntes Menschengebot ist: 14 – darum, siehe, will ich fortan wunderbar mit diesem Volk handeln, wunderbar und wundersam; und die Weisheit seiner Weisen wird zunichtewerden, und der Verstand seiner Verständigen sich verbergen.

Ein Herz ist erst dann am Ziel, wenn es bei dem Herrn ist und ein Lippenbekenntnis zum Herrn ist für den Herrn erst dann annehmbar, wenn es von Herzen und freiwillig kommt. Wenn ein solches Bekenntnis freiwillig und ehrlich ist, dann zeigt uns das aber auch, dass bei diesen Seelen eine echte Umkehr stattgefunden hat!
Der Eifer der Liebe kommt auch darin zum Ausdruck, dass die Liebe solange sucht, bis sie das Verlorene gefunden hat. Alle Gleichnisse über die Verlorenheit enden damit, dass das Verlorene gefunden wird (Lk 15).

Feuergluten und eine Flamme Jahs

Hier wird die Liebe dreimal mit dem Feuer in Verbindung gebracht! Zuerst ist von einer Glut (o. einem Feuerstrahl, bzw. einem Funkensprühen) die Rede. Dann kommt das eigentliche Feuer und am Schluss wird die Liebe als eine Flamme (o. Feuerlohe) bezeichnet. Ich weiß nicht, ob es an dieser Stelle so zum Ausdruck gebracht werden kann, aber irgendwie erinnern mich diese drei Ausdrücke an das „Feuermachen“. Zuerst werden Funken gesprüht (heute benutzt man ein Feuerzeug, das dann einen Feuerstrahl von sich gibt) und dadurch entsteht ein Feuer, das lichterloh brennt und gegen Ende ist es dann an einer Feuerstelle eine Flamme, die noch brennt.
Das Feuer hat in der Bibel eine ganz wichtige Funktion. Die wohl wichtigste Funktion ist die Läuterung! So lesen wir im Propheten Sacharja Folgendes:

  • Sach 13:9 - Und ich bringe den dritten Teil ins Feuer, läutere sie, wie man das Silber läutert, und prüfe sie, wie man das Gold prüft. Der wird meinen Namen anrufen, und ich werde ihm antworten, ich werde sagen: Er ist mein Volk. Und er wird sagen: Der HERR ist mein Gott.

Gold und Silber werden mit Feuer geläutert, bzw. gereinigt. Im Feuer wird alles verbrannt, was vergänglich ist. Holz, Heu, Stroh und Stoppeln, ja alle organischen Dinge verfaulen, vermodern und verderben. Im Feuer werden sie verbrannt und somit beseitigt. Beim Läuterungsprozess wird das Gold und Silber noch von der allerletzten Schlacke befreit, so dass sie ganz rein werden. Obwohl das irdische Gold auch vergeht, so ist es doch ein Symbol für das Unvergängliche! Paulus macht darauf aufmerksam, wenn er schreibt:

  • 1Kor 3:11-15 - Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. 12 Wenn aber jemand auf den Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut, 13 so wird das Werk eines jeden offenbar werden, denn der Tag wird es klarmachen, weil er in Feuer offenbart wird. Und wie das Werk eines jeden beschaffen ist, das wird das Feuer erweisen. 14 Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen; 15 wenn jemandes Werk verbrennen wird, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer. 

An dieser Stelle geht es um die Werke der Gläubigen, die verbrannt werden oder bestehen bleiben. Bleibende Werke sind Werke, die aus Glauben, d. h. aus einer Vertrauensbeziehung zu Jesus Christus heraus geschehen sind! Alles, was aus Glauben geschah, sind auch Werke, die Gott zuvor bereitet hat (Eph 2:10). Diese Werke haben im Feuer bestand! Ich glaube, dass dieses Feuer auch die Liebe ist! Egoistische Werke haben keinen Bestand und sie werden im Feuer der Liebe allesamt verbrennen. Gott legt an jedes Werk den Maßstab seiner göttlichen Liebe an und jedes Werk, das diesem Maßstab der Liebe nicht genügt, wird verbrennen!
Wer diese Aussage in vollem Umfange erfasst hat, sollte eigentlich auch gleich ein Schaudern bekommen! Warum? Weil keines unserer Werke dem Maßstab der göttlichen Liebe genügen kann. Wenn wir nicht aus Glauben leben und wenn nicht der Geist Gottes in uns, die göttlichen Werke bewirkt, dann hält diesem Feuer gar nichts stand! Darum muss ich immer wieder sagen:

  • Die Liebe Gottes verbrennt alles, was nicht Liebe ist!

Auch bei Jesaja bewirkte eine glühende Kohle eine Reinigung!

  • Jes 6:5-7 - Da sprach ich: Wehe mir, denn ich bin verloren. Denn ein Mann mit unreinen Lippen bin ich, und mitten in einem Volk mit unreinen Lippen wohne ich. Denn meine Augen haben den König, den HERRN der Heerscharen, gesehen. 6 Da flog einer der Serafim zu mir; und in seiner Hand war eine glühende Kohle, die er mit einer Zange vom Altar genommen hatte. 7 Und er berührte damit meinen Mund und sprach: Siehe, dies hat deine Lippen berührt; so ist deine Schuld gewichen und deine Sünde gesühnt.

Durch die glühende Kohle vom himmlischen Altar ist die Schuld und Sünde Jesajas gewichen. Auch hier hat eine Feuerglut eine Reinigung vollzogen!
In diesem Zusammenhang darf ich auch noch auf die Bedeutung des Brandopferaltars hinweisen. Auf dem Brandopferaltar wurden die Opfer verbrannt! Das Opfer hat in vielen Fällen auch die Sünden getilgt; auch wenn uns der Hebräerbriefschreiber deutlich macht, dass es hier nie zu einer bleibenden und umfassenden Sündenbefreiung kam. Eine solche ist nur durch das Opfer Jesu Christi möglich geworden.
Aufgrund der Opfergesetze im Alten Bund, die auch von einer Sündentilgung sprachen, war den Schriftgelehrten das Opfer enorm wichtig und auch heilig! Für sie war das Opfer wichtiger als der Altar und darum meinten sie auch, dass ein Schwur bei dem Altar ohne Bedeutung sei, so dass Jesus sie eines Besseren belehren musste:

  • Mt 23:18-20 - Wenn jemand bei dem Altar schwören wird, ist das nichts; wenn aber jemand bei der Gabe schwören wird, die auf ihm ist, so ist er gebunden. 19 Blinde! Was ist denn größer, die Gabe oder der Altar, der die Gabe heiligt? 20 Wer nun bei dem Altar schwört, schwört bei ihm und bei allem, was auf ihm ist.

Die Opfergabe Gottes ist Sein Sohn, der als Lamm Gottes, die Sünde des gesamten Kosmos wegtrug (Joh 1:29). Gibt es etwas Größeres als die Opfergabe Gottes? Ja, der Altar Gottes, der die Opfergabe Gottes geheiligt hat! Was aber ist der Altar Gottes und was ist noch größer als Seine Opfergabe? Auch hier gibt uns Paulus einen Hinweis, wenn er schreibt:

  • 1Kor 13:3 - Und wenn ich alle meine Habe zur Speisung der Armen austeile und wenn ich meinen Leib hingebe, damit ich Ruhm gewinne, aber keine Liebe habe, so nützt es mir nichts

Erst die Liebe Gottes hat die Opfergabe Gottes geheiligt und somit ist der Altar ein Bild auf die Liebe Gottes! Auf dem Altar brannte ein Feuer und wir haben gesehen; auch die Liebe ist ein Feuer! Der Altar ist aber nicht nur ein Bild auf die Liebe Gottes, sondern auch eine Darstellung der Gerichte Gottes! Alle Gerichte Gottes werden letztlich von der Liebe Gottes getragen.
Die Gerichte, die beim Haus Gottes anfangen (1Petr 4:17), werden von der Liebe angeordnet, weil die Liebe Gottes damit etwas bezweckt! Aber die Gerichte sind nie das Letzte. Darum schreibt auch Jakobus:

  • Jak 1:13 - Denn das Gericht wird ohne Barmherzigkeit sein gegen den, der nicht Barmherzigkeit geübt hat. Die Barmherzigkeit triumphiert über das Gericht.

Das Feuer der Liebe Gottes verordnet Gerichte, um zu reinigen und um eine Erneuerung einzuleiten. Darum lesen wir auch bei Zephanja:

  • Zeph 3:8-9 - Darum wartet auf mich, spricht der HERR, auf den Tag, an dem ich mich aufmache zur Beute! Denn mein Rechtsspruch ist es, die Nationen zu versammeln, die Königreiche zusammenzubringen, um mein Strafgericht über sie auszugießen, die ganze Glut meines Zorns, denn durch das Feuer meines Eifers wird die ganze Erde verzehrt werden. 9 Dann aber werde ich den Völkern andere, reine Lippen geben, damit sie alle den Namen des HERRN anrufen und ihm einmütig dienen.

Diese Stelle redet vom Strafgericht, von der Glut Seines Zorns und von dem Feuer Seines Eifers. Und was bewirken diese schweren Gerichte? Sie bewirken eine Reinigung, so dass die Nationen den Namen des Herrn anrufen und Ihm einmütig dienen werden!
Vielleicht verstehen wir immer besser, was es heißt, wenn die Liebe so eifrig und leidenschaftlich wie der Scheol ist und wenn sie eine Feuerglut ist, die nicht erlischt!
Ich glaube, das sich hinter der Feuerglut der Liebe ein Geheimnis verbirgt:

„Wer durch den Heiligen Geist in der Liebe vollkommen gemacht wurde und durch den innenwohnenden Christus vollkommen liebt, der wird selbst zu dieser Feuerglut, die ihn gleichzeitig glückselig macht und jeder Selbstsüchtige sowie Hassende wird in der Gegenwart der feurigen Liebesglut Gottes unsagbare Schmerzen erleiden müssen!“

Stellen wir uns einen Menschen, wie Adolf Hitler vor, der von Hass und Egoismus durchsetzt ist und stellen wir uns vor, wie er mit diesem bösen Herzen, plötzlich der feurigen Glut der Liebe Gottes ausgesetzt ist, wo er seine eigene Bosheit, samt ihrem ganzem Ausmaß, realisiert; es wird ein kaum auszuhaltender Schmerz sein! Heute können die Menschen ihre abgrundtiefe Bosheit vielfach in der Finsternis verstecken und sie können einigermaßen damit leben. Aber wenn alles ans Licht kommt und die eigene Bosheit der Vollkommenheit Jesu Christi gegenübergestellt wird, dann gibt es für die Bösen das große Weinen und Zähneknirschen (Mt 13:42). Den Feuersee sehe ich genau vor diesem Hintergrund. Gerade im Feuersee, wo der Tod und der Hades hineingeworfen werden, brennt das unerbittliche Feuer der Liebe Gottes. Die Länge dieser Schmerzen hängt meines Erachtens ganz stark mit der eigenen Herzenshärte zusammen. Je unbarmherziger und unnachgiebiger ein Geschöpf anderen gegenüber war, desto unbarmherziger und unnachgiebiger wird dieses Geschöpf gegen sich selbst sein!
Stellen wir uns einmal vor: Da ist ein Mensch, der in seinem Hass, seinem Nächsten eine möglichst lange Strafe für sein Fehlverhalten wünscht! Durch diese Haltung drillt er seine eigene Seele ganz intensiv auf diese Unbarmherzigkeit. Und weil er seine Seele so sehr auf die Unbarmherzigkeit gedrillt hat, wird er über sehr lange Zeit keine Barmherzigkeit entdecken! Seine Seele ist so sehr vom Hochmut und der Unbarmherzigkeit geprägt, dass er letztlich auch kaum mehr gegen sich selbst barmherzig sein kann. Solchen Menschen fehlt auch über lange Zeit die Demut, sich unter die Hand Gottes zu beugen und zu bekennen, dass der Sohn Gottes auch für ihre Sünden gestorben ist! Je länger man an diesem Hochmut festhält, desto länger dauert dann auch das Leiden im Feuersee! Die Söhne Gottes, die in der Liebe Gottes dann vollendet sein werden, können sich ohne jeglichen Schmerz im Feuersee aufhalten, weil in diesem See, das Feuer der Liebe Gottes brennt! Das gr. Wort für Schwefel heißt theîon (+2303) und kommt von theios (+2304) und dieses Wort bedeutet „göttlich“! Im Strong-Nummern-Lexikon lesen wir unter dem Wort für Schwefel (+2303) Folgendes:

Der Gottes-Ort; d. h. der Ort wo Gott wohnt; weil nach damaliger Vorstellung dort Schwefelfeuer brennt?)

Auch das zeigt uns die göttliche Präsenz im Feuersee. Die Qual mit Feuer und Schwefel (im Feuersee) geschieht vor (w. „im Auge“) den heiligen Engeln und vor dem Lamm (Offb 14:10). Wenn das Lämmlein (wie man es wörtlich übersetzen müsste) und die heiligen Engel dieser Qual zuschauen, dann nicht deshalb, weil sie sich über die Qualen erfreuen, sondern weil sie den Zerbruch des Hochmutes abwarten und weil sie darauf warten, dass die Gequälten zum Herrn schreien, um gerettet zu werden. Den genau gleichen Vorgang finden wir auch in Ps 107, ab Vers 10:

  • Ps 107:10-16 - Die Bewohner des Dunkels und der Finsternis lagen gefesselt in Elend und Eisen: 11 denn sie waren widerspenstig gewesen gegen die Worte Gottes und hatten verachtet den Rat des Höchsten; 12 und er hatte ihr Herz gebeugt durch Unheil. Sie waren gestürzt, und kein Helfer war da. 13 Da schrien sie zum HERRN um Hilfe in ihrer Not: aus ihren Bedrängnissen rettete er sie. 14 Er führte sie heraus aus Dunkel und Finsternis, er zerriss ihre Fesseln. 15 Sie sollen den HERRN preisen für seine Gnade, für seine Wunder an den Menschenkindern! 16 Denn er hat eherne Türen zerbrochen, und eiserne Riegel hat er zerschlagen.

Man beachte, dass die hier Gerichteten widerspenstig gegen die Worte Gottes gewesen waren und dass sie den Rat des Höchsten verachtet hatten. Der Ungehorsam hatte ein Gericht zur Folge und offensichtlich suchten sie in diesem Gericht nach einem Helfer. Aber sie fanden keinen. Dieses Gericht löste aber nach einer gewissen Zeit einen Zerbruch aus, in dem sie zum Herrn schrien und gerettet wurden.
Die Qualen im Feuersee werden also von den heiligen Engeln und vom Lämmlein ganz genau beobachtet, weil hier das Feuer der Liebe Gottes auf eine Umkehr wartet.
Der gr. Begriff für „Qual“ lautet basanísmos (+929) und kommt von basanízo (peinigen; +928). Bei diesem Wort geht es auch darum, etwas zu testen, bzw. durch Reiben am Prüfstein etwas zu prüfen. Dies waren damals vorwiegend Metalle. Basanízo wiederum stammt von basanos (Qual; +931). Auch hier finden wir die Bemerkung:

„Der Prüfstein (ein schwarzer Stein zum Testen von Metallen); der Test, der Beweis.“

Es geht also um ein Testen und Prüfen, und zwar so lange, bis es dem Test standhält. Basanos geht auf das hebr. Wort pazaz zurück und das heißt so viel wie, „geläutert sein“, „rein sein“ (+06338). Daraus dürfen wir wieder einmal mehr erkennen, dass die Qualen im Gericht immer das Ziel der Läuterung haben!

Mächtige Wasser und Ströme

Selbst große Wasser können das Feuer der Liebe Gottes nicht löschen! Es gibt keine Macht im ganzen Universum, welche in der Lage wäre, das Feuer der Liebe Gottes zu löschen.
Vielleicht erhoffte sich Satan, währenddem der Sohn Gottes am Kreuz litt, dass Seine Liebe erkalten würde. Aber der Sohn hat bis ans Ende geliebt. Als er rief, „Vater vergib Ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!“ wurde diese Liebe sichtbar, die nicht gelöscht werden konnte! Als die Seele Jesu in den Tod ausgeschüttet wurde, da brannte seine göttliche Liebe selbst im Tod weiter! Der Tod konnte sie nicht löschen und ich glaube, dass der Tod die Gegenwart der Liebe nicht länger als 3 Tage aushalten konnte, so dass er den Sohn ausspucken musste, um es mit dem Bild des Jona zu erklären, der ebenfalls vom großen Fisch ausgespuckt wurde (Jon 2:11). Tod und Satan konnten die Liebe Gottes nicht auslöschen.
Wenn irgendwo ein Feuer brennt und man ohne Unterbruch einen großen Wasserstrom auf dieses Feuer lenkt, dann kommt irgendwann einmal der Zeitpunkt, wo dieses Feuer erlischt, weil der Strom ohne Ende, Wasser in das Feuer schüttet. Doch es gibt keine Macht im Universum, welche mit einem kontinuierlichen Zuschütten, die Liebe auslöschen könnte! Weder der Hass, noch die Bitterkeit, weder die Bosheit, noch die Grausamkeit oder die größte Gottesferne ist in der Lage, die Liebe Gottes auszulöschen! Darum schreibt Paulus auch:

  • Röm 8:38-39 - Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, 39 weder Hohes noch Tiefes noch keine andere Kreatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm HERRN.

Das Vermögen und die Liebe

Im Vers 8 können wir auch noch folgende Aussage finden:

  • Hl 8:8b - Wenn einer alles Gut in seinem Hause um die Liebe geben wollte, so gölte es alles nichts.

Wenn irgendjemand alles, was er hat, für die Liebe geben würde, dann hat er zumindest einmal erkannt, dass die Liebe etwas sehr Kostbares ist. Andererseits hat derjenige, der ein solches Angebot macht, die Überzeugung, die Liebe sei ein Gegenwert für etwas Materielles, sie beinhaltet ein Gegenwert für eine Leistung und dadurch hat der Anbieter noch überhaupt keine Ahnung, was oder wer die Liebe ist.
Wenn ich alles, was ich habe, Gott geben würde, damit Er mich liebt, dann würde ich mein Vermögen, dass ich z. T. durch meine Leistung erworben habe, als Gegenwert für die Liebe Gottes einsetzen! Das ist eine maximale Beleidung der Liebe Gottes. Es ist noch viel schlimmer, wie wenn ich auf die schweiz. Nationalbank gehen und sagen würde: „Ich gebe Ihnen 1.- Fr. und dafür erhalte ich von Ihnen ihre sämtlichen Goldreserven!“ Wenn ein Mann zu einer Frau sagen würde, „wenn du mich liebst, gebe ich dir mein gesamtes Vermögen“, dann macht er diese Frau zu einer Prostituierten, sofern sie zustimmt. Es wäre zwar, je nach Vermögen, eine gut bezahlte Prostitution, aber die Frau würde nicht denn Mann, sondern sein Geld lieben.
Die gläubigen Christen haben in der Regel kaum etwas mit der Prostitution zu tun, aber im Unterbewusstsein steckt noch vielfach das fromme Gefühl: „Je mehr ich für Gott tue, desto mehr wird Er mich lieben!“ Damit will man – wenn auch unbewusst – für die Liebe Gottes bezahlen und das wiederum hat sehr viel mit Prostitution zu tun! Genau das ist total verachtungswürdig, weil man dann seine eigene Leistung als Gegenwert für die Liebe sieht! Es gibt keinen Gegenwert für die Liebe! Die Liebe kann man sich nur schenken lassen! Einerseits so, dass man sich bedingungslos geliebt weiß und andererseits so, dass man auch lernt, andere bedingungslos zu lieben!


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