CORONA

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Naturereignis, Schuld des Menschen, Angriff Satans oder Gericht Gottes?
von Holger Stoye

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Eine ganz wichtige Weichenstellung

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Menschen, die mit Jesus leben, haben ein unglaubliches Privileg: Sie wissen, dass ihr Leben und das Schicksal dieser Welt in den Händen Gottes liegt. Sie wissen – Gott sitzt auf dem Thron, Gott regiert, Gott führt alles nach Seinem Plan zu Seinen Zielen – im Kleinen unseres Lebens wie im Großen dieser Welt. Paulus sagt in Eph 1:11:
  • „Gott führt alles nach dem Ratschluss Seines Willens.“

In dieser Gewissheit des Glaubens dürfen wir ruhig und getrost durch unser Leben gehen – auch und gerade in Corona-Zeiten.

Diese Gewissheit des Glaubens wird uns aber nur dann tragen, wenn wir es lernen, mit den Augen des Glaubens zu sehen. Dafür hat Gott uns Seinen Geist und Sein Wort geschenkt. Dadurch will der Herr uns die Augen für die geistliche Realität im Geschehen dieser Welt öffnen. Wir dürfen lernen, nicht am Vordergründigen hängen zu bleiben, sondern hinter die Fassade zu blicken. Wir sollen die geistlichen Zusammenhänge erkennen, die sich im Hintergrund unseres menschlichen Erfahrungshorizonts abspielen. Denn nur so können wir die Dinge von Gott her richtig einordnen, die sich in unserer Welt und in unserem Leben gerade abspielen. Und nur so können wir mit diesen Dingen auch richtig umgehen – von Gott her, geistlich, wachsam, nüchtern, im Glauben. Ich möchte deshalb mit einer sehr grundsätzlichen und provokanten Frage beginnen, an der sich bereits eine ganz wichtige Weichenstellung in der geistlichen Einordnung unserer aktuellen Situation vollzieht:

  • Wer ist eigentlich verantwortlich für diese Corona-Pandemie? Der Mensch, der Teufel oder Gott?
  • Ist diese Pandemie ein Naturereignis, die Schuld des Menschen, ein Angriff Satans oder ein Gericht Gottes?

Wir merken: Von der Beantwortung dieser Frage hängt viel ab. Sie bestimmt unsere Sichtweise und damit auch unseren Umgang mit dieser Pandemie. Vor allem aber: Die Beantwortung dieser Frage hat Bedeutung weit über die aktuelle Situation hinaus. Sie gilt grundsätzlich auch für alle sonstigen Einbrüche in den Ablauf dieser Welt. Wir lernen an Corona also am Modell auch für die kommenden Ereignisse dieser Welt und unseres Lebens.

Ist diese Pandemie ein Naturereignis, die Schuld des Menschen, ein Angriff Satans oder ein Gericht Gottes?

Ich nehme die im Einzelnen noch zu begründende Antwort schon einmal vorweg: Sie ist alles zugleich. Diese Pandemie ist sowohl ein Naturereignis als auch die Schuld des Menschen, ein Angriff Satans und ein Gericht Gottes. Die Bibel zeigt uns an vielen Stellen, wie diese verschiedenen Ebenen miteinander verwoben sind, einander bedingen und auf eine oft verborgene Weise innerlich zusammenhängen. Aber die Bibel sagt auch ganz klar: Diese Ebenen der Verantwortlichkeit und Kausalität sind nicht gleichwertig, sondern einander über-, beziehungsweise untergeordnet. Es sind Ebenen, die in einer Hierarchie zueinander stehen.

Unterschiedliche Ebenen - im Überblick

Schauen wir uns diese Ebenen einmal kurz im Überblick an:

1. Die natürliche Ebene

Auf der untersten Ebene steht das Naturereignis. Wir haben es auch bei Naturkatastrophen zunächst einmal mit ganz natürlichen Abläufen zu tun. Doch wenn sich unsere Sichtweise darauf beschränkt, werden wir ausschließlich damit beschäftigt sein, uns vor deren Auswirkungen zu schützen. Wir werden nicht weiter nach tieferen Ursachen fragen, und deshalb auch keine grundsätzlichen Konsequenzen ziehen. Unser Kampf gilt dem Schutz vor dem Virus. Weiter reicht unser Horizont auf dieser Ebene nicht.

2. Die menschliche Ebene

Auf der nächsten Ebene steht die Verantwortlichkeit des Menschen. Wir erkennen, dass der Mensch in seiner Gier nach Gewinnmaximierung durch seine Ausbeutung der Natur und seinen Umgang mit der Tierwelt selbst die entscheidenden Ursachen für die Katastrophen setzt, die als Konsequenz seines Verhaltens über ihn kommen. Den Schritt auf diese Ebene werden auch viele Nichtchristen noch mitgehen. Dann stellt sich aber die Frage nach der Konsequenz aus dieser Erkenntnis. Die WHO und viele Wissenschaftler haben deshalb schon darauf hingewiesen, dass ohne einen veränderten Umgang des Menschen mit der Natur weitere und weitaus schlimmere Pandemien und Katastrophen nicht lange auf sich warten lassen werden. Nach der Pandemie ist vor der Pandemie.

3. Die satanische Ebene

Auf der dritten Ebene erkennen wir, dass hinter dieser Welt eine geistliche Realität steht – Satan und seine Mächte. Die Bibel nennt ihn den Gott dieser Weltzeit (2Kor 4:4). Jesus nennt ihn den Menschenmörder von Anfang. Er steht hinter dem Zeitgeist dieser Welt. Er will dem Menschen schaden und in seine Auflehnung gegen Gott hineinziehen. Er will diese Welt kaputt machen, er will den Menschen kaputt machen und er will eine kaputte und ratlose Welt seinem Stellvertreter auf der Erde, dem Antichristen, zuführen. Vor allem aber verfolgt er mit seiner ganzen List und seinem ganzen Hass die Gemeinde Gottes und das Volk Gottes, Israel.

Satan will Glauben verhindern, Gemeinde zerstören, die Glaubenden für ihr geistliches Leben und ihren geistlichen Auftrag blockieren. Gemeinde steht deshalb nach Eph 6 immer in einem geistlichen Kampf mit Satan und seinen Mächten. Diese geistliche Dimension der Pandemie müssen wir unbedingt erkennen. Denn das wird erhebliche Konsequenzen für unseren Umgang damit haben.

4. Die göttliche Ebene

Auf der letzten und höchsten Ebene der Verantwortlichkeit und Kausalität erkennen wir den lebendigen Gott.
Die Bibel sagt:

  • Ps 103:19: „Der HERR hat im Himmel aufgerichtet Seinen Thron, und Seine Herrschaft regiert über alles.“
  • Ps 119:91: „Nach Deinen Verordnungen stehen Himmel und Erde heute da, denn alle Dinge (das Ganze, d. h. das ganze Weltall) dienen Dir.“
  • Eph 1:11: „Er wirkt alles nach dem Ratschluss Seines Willens.“

„Der HERR hat im Himmel aufgerichtet Seinen Thron, und Seine Herrschaft regiert über alles.“

Gott sitzt auf dem Thron. Er regiert. Er wirkt alles nach dem Ratschluss Seines Willens. Alle Dinge müssen Ihm dienen. Das bedeutet für die unteren Ebenen – sie unterstehen Ihm, auch sie müssen zutiefst und zuletzt Seinem verborgenen Plan und Willen dienen. Selbst in der Rebellion gegen Gottes geoffenbarten Willen müssen Menschen und Teufel noch Gottes geheimen Willen erfüllen und Seinen verborgenen Plänen und Absichten dienen.

Im Kreuz Jesu finden sowohl die Rebellion gegen Gott als auch die Verwirklichung Seiner geheimen Liebesziele ihre tiefste Erfüllung. Hier wird ganz klar, in welchem Verhältnis die Verantwortung des Menschen, der Unheilswille Satans und der Heilswille Gottes zueinander stehen. Selbst da, wo Mensch und Satan in unheiliger Allianz den Gottessohn töten, müssen sie Ihm noch dienen. Das sollte reichen, um die Hierarchie dieser Ebenen deutlich zu machen. Der Glaube erkennt: Zutiefst und zuletzt haben wir es immer mit dem lebendigen Gott zu tun.

Wir müssen die Ereignisse auf allen vier Ebenen von Gott her sehen lernen. Deshalb wollen wir die geistliche Draufsicht auf diese Ebenen an einigen biblischen Beispielen einüben.

Unterschiedliche Ebenen - im Einzelnen

Ebene 1 – Das Naturereignis

Beginnen wir mit der ersten Ebene, dem Naturereignis. Als die Jünger mit Jesus voller Angst im Sturm unterwegs sind, spricht der Herr zu Wind und Wellen: „Schweig, verstumme!“ (Mk 4:39). Und der Wind legte sich. Die Naturgewalten gehorchten dem Wort Jesu. Eine schöne Geschichte, die damals geschah und oft von uns weit weg ist. Doch dann bricht plötzlich auch in unser Leben so eine Naturgewalt ein – das Coronavirus. Und wir? Sind auch wir voller Furcht wie die Jünger damals? Dabei haben doch auch wir Jesus im Boot unseres Lebens. Er ist der Herr über Wind und Wellen, über alle Naturgewalten. Er ist auch der Herr über dieses Virus. Haben wir das schon einmal bewusst ausgesprochen: Jesus ist der Herr über das Coronavirus. Das heißt nicht, dass wir nicht auch daran erkranken könnten. Das heißt nicht, dass wir vorhandene Gefahren leichtfertig ignorieren. Aber das heißt, dass kein Virus in unser Leben eintreten darf ohne einen Passierschein unseres Herrn. Und wenn der Herr dem Virus diese Erlaubnis erteilt, dann kann uns auch nichts davor schützen. Wir sind so oder so immer in der Hand unseres Herrn. Deshalb werden wir nicht leichtfertig, aber wir sind auch nicht ängstlich. Wir verstecken uns nicht. Wir räumen diesem Virus nicht das letzte Wort über unser Leben und unsere Gemeinde ein. Wir lassen nicht Angst und Sorge über uns herrschen. Nicht das Virus, sondern Jesus soll uns bestimmen.

Röm 14:8: "Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Sei es, dass wir leben, sei es, dass wir sterben, wir sind des Herrn."

Röm 14:9: "Denn hierzu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, auf dass Er herrsche sowohl über Tote als über Lebendige."

Im Leben und im Sterben sind wir in der Hand unseres Herrn. Er setzt Zeit und Stunde in unserem Leben, auch die Sterbestunde. Christen wissen – ich sterbe nie an einem Virus, sondern immer am Willen meines Herrn. Und Sterben bedeutet für den Christen – bei Jesus sein. Wenn wir das wirklich glauben, sollte das auch in unserem Umgang mit Corona erkennbar sein. Wie soll uns die Welt denn diese Hoffnung des Evangeliums abnehmen, wenn wir genauso angstbesetzt sind, wie alle anderen auch? Alles muss Jesus dienen. Auch die Naturgewalten. Auch das Coronavirus.

Ebene 2 – Die Verantwortung und Schuld des Menschen

Betreten wir die zweite Ebene, die Verantwortung und Schuld des Menschen.

Röm 1:18: „Denn es wird offenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten ...“

Die Bibel sagt: Es gibt einen kommenden Zorn, ein kommendes Gericht Gottes. Das steht fest. Aber hier in Röm 1 lesen wir: Es gibt auch einen gegenwärtigen Zorn Gottes über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit des Menschen. Diese Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit des Menschen fordert Gottes Gericht heraus. Aber nach Röm 1 besteht dieses gegenwärtige Gericht Gottes heute vor allem darin, dass Er dem Menschen seinem eigenen Willen überlässt, und ihn dann einfach nur die Konsequenzen seiner eigenen Handlungen erfahren lässt. Dreimal ertönt es in Röm 1 wie ein Hammerschlag: „Deshalb hat Gott sie dahingegeben ...“ (Röm 1:24.26.28) – und Röm 1:27: „und sie empfingen den gebührenden Lohn ihrer Verirrung an sich selbst“.

So sind viele Katastrophen der Geschichte, wie auch unsere aktuelle Pandemie, einfach nur die Konsequenz unseres eigenen schuldhaften Verhaltens, unserer Gier, unseres Egoismus, unserer Trennung von Gott. Gott übt Gericht, indem Er uns unserem eigenen Willen überlässt. Da können wir nur beten: Herr, rette uns vor uns selbst. Die Lösung des Problems besteht darin, Jesus den Thron und die Herrschaft unseres Lebens zu überlassen. Das ist also kein Akt der Unfreiheit, sondern der Befreiung und Erlösung.

Deshalb ist diese Pandemie, wie alle Katastrophen dieser Welt, ein Ruf Gottes an uns Menschen, von unseren eigenen Wegen umzukehren. Wir sollen erkennen, wie wenig wir die Dinge dieses Leben in der Hand haben, wie verletzlich wir schon bei einem kleinen Virus sind, wie Geld und Party nicht mehr zählen, wie unsere Sterblichkeit uns plötzlich wieder ins Bewusstsein rückt und alles zusammen uns ganz neu vor die Frage stellt, was im Leben wirklich wichtig ist. Das ist die Chance in der Krise, der Ruf Gottes im Gericht, die Chance zum Neuanfang in der Pandemie. Und dieser Neuanfang beginnt mit der Erkenntnis, wohin uns ein Leben ohne Gott führt.

Der Herr spricht durch Jeremia:

Jer 2:19: „Deine eigene Bosheit züchtigt dich, und deine Treulosigkeiten strafen dich. Erkenne doch und sieh, dass es schlimm und bitter ist, wenn du den HERRN, deinen Gott, verlässt ...“

Ebene 3 – Der Angriff Satans

Betreten wir nun die dritte Ebene, die geistliche Realität des Teufels.

Eph 6:12: „Unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistigen Mächte der Bosheit in der Himmelswelt.

Eph 6:16: Ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt!“

Menschen, die zu Jesus gehören, sind immer das wichtigste Angriffsobjekt Satans. „Unser Kampf ist nicht wider Fleisch und Blut.“ Das ist eine ganz wichtige Grunderkenntnis. Wir müssen lernen, hinter die Fassade der Dinge zu schauen. Wir müssen hinter das Virus schauen. Das Virus ist in seinen Auswirkungen nicht nur eine Gefahr für den Leib, es ist eine Gefahr für Seele und Geist des Menschen – eine Gefahr für das geistliche Leben und den Auftrag der Gemeinde. Dieses Virus ist einer von diesen „feurigen Pfeilen des Bösen“, mit dem Satan nicht nur unseren Leib, sondern unseren Glauben und unsere Gemeinden angreift. Wenn wir das erkennen, wird der Schutz des Leibes für uns nicht mehr die einzige und oberste Priorität haben.

Es geht in diesem geistlichen Kampf um mehr als um unseren Leib, unsere Gesundheit und die Länge unseres irdischen Lebens. Das haben wir als Christen doch schon immer so gesehen und gesagt. Jetzt wird dieses alte Bekenntnis der Christen auch bei uns im Westen mal einer echten Prüfung unterzogen. Gilt das immer noch oder zeigt sich unter der Gefahr dieses Virus, dass das alles nur ein Lippenbekenntnis war? Wer hat wohl ein Interesse daran, wenn Gemeinden sich nicht mehr versammeln oder Christen nicht mehr in die Versammlung kommen? Nur der Satan. Selbst in den Ländern schlimmster Christenverfolgung ist ihm dies nicht gelungen. Die Gläubigen haben immer einen Weg gefunden, sich zu versammeln. Bei uns reicht schon ein Virus, damit Gemeinden freiwillig schließen oder Christen seit Monaten nicht mehr in die Versammlung gehen. Ich habe volles Verständnis für die besondere Situation vorerkrankter Menschen. Wir wollen nicht leichtfertig sein, wir wollen nicht verantwortungslos mit bestehenden Gefahren umgehen. Aber wir dürfen die geistliche Dimension dieses Kampfes nicht aus dem Auge verlieren, und unseren geistlichen Auftrag keinesfalls dem Schutz des Leibes unterordnen. Damit hätten wir dem Leib die oberste Priorität eingeräumt. Und diese Stellung steht dem Leib nicht zu. Sonst bleibt vielleicht unser Körper gesund, aber unsere Seele und unser Geist, unser Glaube und unsere Gemeinden werden krank. Das erleben wir doch gerade weithin.

Ebene 4 – Der Gott des Gerichts und der Herr der Geschichte

Damit betreten wir die vierte und höchste Ebene der Verantwortlichkeit und Kausalität – die Ebene Gottes als Gott des Gerichts und Herr der Geschichte.

Es gibt viele Christen, die große Mühe haben, in dieser Pandemie ein Gericht Gottes zu erkennen. Das passt einfach nicht in ihr Gottesbild. Doch wir haben ja bereits gesehen, dass nach Röm 1 der Zorn und das Gericht Gottes heute vor allem darin bestehen, dass Er den Menschen seinem eigenen Willen und den Konsequenzen seiner eigenen Handlungen überlässt. Auch das ist doch bereits Ausdruck des göttlichen Gerichts.

Gott ist Liebe. Aber Er ist nicht harmlos. Er ist heilig und gerecht. In Jes 30:18 wird Gott deshalb ein „Gott des Gerichts“ beziehungsweise ein „Gott des Rechts“ genannt. Gott ist in diesem Universum die letzte Instanz der Gerechtigkeit. Deshalb ist Sein Gerichtshandeln sowohl Teil Seines Weltregimentes als auch Seines Heilsplans. Kein Heil ohne Gericht. Aber auch kein Gericht ohne Heil. Gericht und Heil gehören bei Gott immer zusammen. Deshalb kann Gott Gericht und Gerichtswerkzeuge immer auch für Seine verborgenen Heilsabsichten einsetzen. Das gilt auch für den Teufel.

Ich denke hier zum Beispiel an die Geschichte von Hiob (Hi 1; 2). Es ist Satan, der Unglück und Katastrophen in das Leben Hiobs trägt. Satan ist also unmittelbar verantwortlich. Er steckt hinter der Not in Hiobs Leben. Er will Hiobs Glauben zerstören und Gott vor allen Himmelsmächten blamieren. Aber vor seinem Angriff muss er Gott erst um Erlaubnis fragen. Gott gibt ihm einen Spielraum und setzt ihm eine Grenze. Zweimal lesen wir, wie Gott sagt: Bis hierhin und nicht weiter. Wer trägt also die letzte Verantwortung für alles? Natürlich Gott. Denn Er gibt Satan die Erlaubnis für seinen Angriff auf Hiob. Warum tut Gott das? Weil Er damit geheime Ziele verfolgt. Er will Hiob in eine Gottesbeziehung hineinführen, die dieser bis dahin trotz seines frommen Lebenswandels noch nicht kannte.

Am Ende sagt Hiob: „Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; jetzt aber hat mein Auge dich gesehen. Darum verwerfe ich mein Geschwätz und bereue in Staub und Asche“ (Hi 42:5). Am Ende der Geschichte steht eine in ihrer Tiefe bislang unbekannte Gottesbeziehung, ein doppelter Segen im Leben Hiobs, die Ehre Gottes vor Menschen und Engeln, und ganz nebenbei auch noch ein prophetisches Vor- bild auf den unschuldig leidenden Gottesknecht, Christus. Und eine Offenbarung und Glaubensermutigung für uns alle. Und das alles als Folge eines bösartigen Angriffs Satans.
Es stimmt schon – alles muss Gott dienen: Selbst der Teufel. Selbst Leidens- und Gerichtswege. Selbst ein Coronavirus.
Wenn Gott etwas genehmigt, dann weiß Er, was Er da tut. Und es geschieht nichts auf dieser Welt ohne Seine Genehmigung. Wenn uns dieses Wissen nicht ruhig und getrost macht, was dann?
So wie Gott bei Hiob gleich mehrere verborgene Ziele parallel verfolgte, so auch jetzt in und durch diese Pandemie.

  • Zunächst ruft Gott Menschen durch die Krise zur Umkehr und zum Glauben.
  • Dann bereitet Er Seine Gemeinde auf die kommenden Ereignisse vor. Denn eins sollte uns ganz klar sein: Was wir heute unter Corona erleben, ist nur ein kleiner Testlauf für das, was nach den prophetischen Aussagen der Bibel noch auf uns zukommen wird. Lasst uns diese Krise also dafür nutzen, um zu lernen, biblische Grundpositionen zu finden, standhaft, nüchtern und treu zu bleiben und uns auf die Zeit vorzubereiten, wo Gemeinde nicht mehr in ei- ner ruhigen Komfortzone stattfinden kann.
  • Und schließlich bringt Gott die Welt durch die Auswirkungen dieser Pandemie in die endzeitliche Zielgerade. Unsere politischen und wirtschaftlichen Strukturen verändern sich dadurch in einem Tempo, wie wir es vorher nie für möglich gehalten hätten.
  • Diese Pandemie wirkt wie ein Brandbeschleuniger, wie ein Zeitraffer für den Umbau unserer Gesellschaft und dieser Welt. Gott sen- det ein kleines Virus und diese Welt ist binnen kürzester Zeit nicht mehr dieselbe. Was wir im globalen Umbau wirtschaftlicher und politischer Strukturen und im Bereich der explosionsartig fortschrei- tenden Digitalisierung und Überwachung gerade erleben, ist nichts anderes als die Vorbereitung der antichristlichen Weltherrschaft.

Auf genau diese Entwicklung hat uns der Herr durch Sein prophetisches Wort schon seit 2000 Jahren vorbereitet. Darüber brauchen wir uns also nicht aufzuregen und auch nicht in Depression zu verfallen.
Jesus sagt dazu in Seiner Endzeitrede in

Lk 21:9: „Dies alles muss geschehen.“

Prophetie wird zu Geschichte

Wir lesen dazu bei Amos:

Am 3:6: „Geschieht etwa ein Unglück in der Stadt, und der HERR hat es nicht bewirkt?“

Am 3:7: „Denn der Herr, HERR, tut nichts, es sei denn, dass Er Sein Geheimnis Seinen Knechten, den Propheten, enthüllt hat.“

Jes 45:7: „der Ich das Licht bilde und die Finsternis schaffe, der Frieden wirke und das Unheil schaffe. Ich, der HERR, bin es, der das alles wirkt.“

Gott reklamiert hier für sich die letzte Ursächlichkeit aller Ereignisse. Er besteht darauf, in allem Geschehen, auch im Gericht – in Finsternis und Unheil –, das letzte Glied der Kausalkette zu sein. Und das Größte – in dieser göttlichen Souveränität beugt Er Sich zu Seinen Leuten herab und tut nichts, ohne ihnen zuvor Sein geheimes Handeln in Seinem prophetischen Wort zu enthüllen. So können wir erleben, wie Prophetie zu Geschichte wird. Was für ein Privileg. Deshalb ist es so großartig, das prophetische Wort der Bibel zu studieren.

Der Inbegriff der kommenden Gerichte verkörpert sich in den vier apokalyptischen Reitern aus Offb 6. Mit ihnen kommen wahrhaft apokalyptische Gerichte über diese Welt. Doch keiner dieser apokalyptischen Reiter kann sein Werk auf dieser Erde tun, bevor nicht vom Himmel her mit Donnerstimme dieses gebietende „Komm!“ erschallt. Damit will die Bibel sagen: Gott setzt auch hier Seinen Gerichten und Seinen Gerichtswerkzeugen Zeit und Grenze.

Auch das Coronavirus steht unter diesem „Komm!“ Gottes. Und es bleibt, bis es seinen göttlichen Auftrag erfüllt hat – bis Gott ihm eine Grenze setzt. Dafür dürfen wir beten. Als Priester Gottes in dieser Welt.

Ausblick

Ein Letztes noch: Wie bei Hiob steht auch am Ende der Apokalypse etwas großartig Neues.

Offb 21:1: "Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; ... "

Offb 21:3: "Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden Sein Volk sein, ... "

Offb 21:4: "Und Er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen."

Offb 21:5: "Und der, welcher auf dem Thron saß, sprach: Siehe, Ich mache alles neu."

Wenn wir mit dem Gott des Gerichts ein Problem haben, dann wird es Zeit, unser Gottesbild zu revidieren. Lasst uns lernen, alle Einbrüche in diese Welt und in unser Leben immer von Gott her und vom Ziel her zu sehen. Denn auch der Gott des Gerichts ist und bleibt der Gott der Liebe. Alles muss ihm dienen. Auch der Teufel. Auch die Gerichte. Auch das Coronavirus. Lasst uns Ihn als Herrn der Gerichte und als Herrn der Geschichte anbeten. Und als dem Herrn unseres Lebens dienen – mit allem, was wir sind und haben.



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