"Wie lange noch wirst du immerfort zürnen?" nach Ps 79

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aus HSA: "Die Psalmen Israels"


"Wie lange noch wirst du immerfort zürnen?" Ps 79.

Ähnlich wie Ps 74 beschreibt Ps 79 die Lage des Volkes Gottes nach einer Katastrophe, wobei Jerusalem zerstört und das Volk in die Gefangenschaft weggeführt wurde (Ps 79:11). Es kann sich eigentlich nur um das Geschehen des Jahres 587 handeln: Nebukadnezar, der König von Babel, drang in Jerusalem ein und zerstörte die Stadt und den Tempel (2Kö 25). Man beachte hierzu das bei Ps 74 über "Verfasser und Situation" Gesagte! - ÄÜhnlich wie im Ps 74 lautet auch hier die Fragestellung des Beters Asaf: Wie lange, o Gott, soll der Feind noch höhnen, der Eifer deines Zorns noch brennen, unsere Niederlage noch andauern? -

Der Psalmist bittet Gott um Sündenvergebung und Rettung sowie um Rache und um "siebenfache" Vergeltung dessen, was man den "Schafen seiner Weide" angetan hat. "Siebenfach" heißt wohl, Gottes Gericht soll gründlich und aufs Äußerste gesteigert über die Feinde ergehen. Israel selbst wird im Gesetz für den Fall des Ungehorsams so etwas angedroht (3Mo 26:18 - 3Mo 26:21 - 3Mo 26:24 - 3Mo 26:28) - unvorstellbares Grauen - und auch die Völkerwelt soll vor der Wiederkunft Jesu Christi dreimal sieben Gerichte treffen (Offb 6-16)

1. Gottes Gerichte sind absolut gerecht. -
2. Im Zorn gedenkt er des Erbarmens (Hab 3:2).
3. Er zerschlägt, um zu heilen (Jes 19:22 - 5Mo 32:39 - Hi 5:18). So hält er auch für die Völkerwelt Gnade bereit.

Viele Psalmen enthalten den Vergeltungsgedanken. Das ist eine Ebene, die der Bergpredigt Jesu (Mt 4-7) und der neutestamentlichen Gemeindeethik (etwa in Röm 12:9-21) noch nicht gleichkommt. Aber auch das NT spricht bis in das letzte Kapitel hinein von göttlicher Vergeltung (vgl. Röm 2:5-10 - Gal 6:7.8 - Offb 22:12). Gott ist gerecht in seinem Walten, zutiefst aber Liebe (1Jo 4:8 - 1Jo 4:16).

Wohl jedem, der sich durch Glauben erretten lässt und im Glaubensgehorsam dem Herrn zu gefallen such!