"Den Abend lang währet das Weinen, aber des Morgens ist Freude" nach Psalm 30

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aus HSA: "Die Psalmen Israels"


"Den Abend lang währet das Weinen, aber des Morgens ist Freude" (Ps 30.)


Immer wieder erlebte David große Bedrängnisse und kam dem Tode nahe. Auch hier schildert er eine solche Situation. Er rief den Herrn an und wurde wunderbar erhört. - Doch David erkennt in Ps 30:6 über sein persönliches Ergehen hinaus das Wesen Gottes. Wie verhält sich seine Gnade zu seinem Zorn? Ist beides gleich schwerwiegend und von gleicher Dauer? Nein, er erkennt - was auch Gottesmännern wie Mose, Jesaja, Paulus u.a. geoffenbart wurde: - Gott ist langsam zum Zorn und reich an Gnade und Treue (2Mo 34:6); einen kleinen Augenblick hat er Israel verlassen, um sich mit ewiger Gnade zu erbarmen (Jes 54:7,8); die Drangsal des Lebens geht schnell vorüber, gemessen an dem ewigen Gewicht von Herrlichkeit, ds bevorssteht (2Kor 4:17).

Das Weinen in den Nächten ist nicht das Letzte, sondern der Jubel am Morgen. Das durfte so mancher Einzelne schon erfahren, aber es gilt auch heilsgeschichtlich - insbesondere für den Auferstehungsmorgen. "Das eigentliche Motiv des Gotteszornes ist seine Gnade, die dem Menschen heraushelfen will aus dem verkehrten Wege auf die rechte Bahn" (Wei). Gericht ist bei Gott nie das Letzte.