"Brennend im Geist" oder "träge"?

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Von Daniel Muhl

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Einführende Gedanken

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Nachdem Paulus im elften Kapitel des Römerbriefes seinen theologischen Lehrabschnitt abgeschlossen hat, beginnt er im 12. Kapitel mit seiner Ermahnung, Gott in richtiger Weise zu dienen.

Hier zeigt er auf, welche praktischen Auswirkungen ein Leben aus dem Glauben hat. Er beginnt mit den Worten:

  • Röm 12:1-2 - Ich ermahne und ermuntere euch nun Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber darzubringen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer; [das sei] euer sinnvoller Gottesdienst. 2 Und passt euch nicht [dem Wesen] dieser Weltzeit an, sondern lasst euch durch Erneuerung des Denkens verändern, sodass ihr prüfen und beurteilen könnt, was der Wille Gottes sei - der gute und wohlgefällige und vollkommene [Wille].

In Vers 11 fährt er dann wie folgt fort:

  • Röm 12:11-17 - Seid nicht träge, wenn es gilt, fleißig zu sein; seid brennend im Geist; dient dem Herrn in völligem Gehorsam! 12 Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet! 13 Nehmt Anteil an den Nöten der Heiligen, übt eifrig Gastfreundschaft! 14 Segnet eure Verfolger; segnet und flucht nicht! 15 Freut euch mit denen, die sich freuen, [und] weint mit denen, die weinen! 16 Seid eines Sinnes untereinander! Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern lasst euch zu den niedrigen herab! Haltet euch nicht selbst für klug! 17 Vergeltet niemand Böses mit Bösem, trefft [vielmehr] Vorsorge für das Gute gegenüber allen Menschen!

Wir sehen: Paulus ermahnt uns in diesem Text nicht träge oder anders übersetzt, "zögerlich" zu sein. Deshalb möchte ich mich mit dieser Ermahnung etwas näher beschäftigen.

Das Problem der Trägheit

Wenn ich über die "Trägheit" predige, dann mache ich das auf jeden Fall nicht als einer, der die eigene Trägheit überwunden hätte! Diesbezüglich tauge ich nicht als Vorbild! Immer wieder passiert es, dass ich von der Trägheit erfasst werde. Meistens hängt das dann mit einer körperlichen Müdigkeit oder mit einer psychischen Motivationslosigkeit zusammen. Deshalb predige ich mir dieses Thema zuerst einmal selbst!

Ein Problem sehe ich u. a. auch in dem Umstand, dass es manchmal schwer ist, klar zu erkennen, wann Arbeiten und wann Ausruhen angesagt ist. Wir wissen aus der Bibel, dass wir auch ausruhen dürfen und sollen. Gott hat uns einen Ruhetag geschenkt. Ich glaube, dieses Geschenk galt nicht nur dem Volk Israel. Auch Jesus sagte einmal zu seinen Jüngern: "Ruht ein wenig aus!" (Mk 6:31).

Wir dürfen uns also auch ohne schlechtes Gewissen ausruhen und erholen, ohne gleich denken zu müssen, faul oder träge zu sein! Manchmal ruhe ich mich ohne schlechtes Gewissen aus und ein andermal fühle ich mich dabei aber träge.

Meine Arbeit besteht im Wesentlichen darin, über biblische Aussagen nachzudenken, sie zu studieren und Gedanken über die Bibel aufzuschreiben. Eigentlich ist es paradox, dass Gott mir diesen Auftrag gegeben hat, zumal ich alles andere, als ein begabter Schreiber bin.
Nach ein paar Stunden des Studierens wird mein Denken richtig zähflüssig und dann merke ich; jetzt muss ich etwas anderes machen: Spazieren gehen, Radfahren, einen Besuch machen, eine Arbeit tun (die geistlich weniger anspruchsvoll ist), telefonieren oder ausruhen! In diesem Fall fühle ich mich nicht träge, sondern einfach nur müde von meiner Arbeit und dann habe ich auch kein schlechtes Gewissen, ein wenig auszuruhen!

Ein wenig anders verhält es sich, wenn ich nicht arbeite, weil mir die Motivation fehlt! In diesem Fall fühle ich mich immer wieder einmal träge und auch etwas faul! Manchmal kann ich mich dann zum Arbeiten überwinden; ein andermal aber auch nicht!

Die Ursachen der Trägheit

Ich glaube, dass es relativ viele verschiedene Ursachen für die Trägheit gibt und einige davon, möchte ich nachfolgend etwas näher beleuchten.
Doch bevor die Fleißigen unter uns abschalten oder "auf Durchzug" stellen, möchte ich darauf hinweisen, dass auch ganz aktive und fleißige Christen unter einer geistlichen Trägheit leiden können! Ironischerweise kann man gerade auch durch eine große Aktivität, "geistlich träge" werden.

Zu träge, um zu essen!?

In den Sprüchen lesen wir etwas, dass wir wahrscheinlich noch gar nie gesehen haben:

  • Spr 19:24 - Hat der Faule seine Hand in die Schüssel gesteckt, nicht einmal zu seinem Mund bringt er sie zurück.

So ein sprichwörtlich fauler Mensch habe ich noch nie gesehen! Jeder hungrige und gesunde Mensch wird seine, mit Essen, gefüllte Hand wieder an seinen Mund zurückführen können. Die beschriebene Person hat sich also entschieden, in die Schüssel zu greifen, weil sie entweder Hunger oder Lust auf Essen verspürt. Vielleicht fühlt sie sich aber auch verpflichtet, etwas zu essen. Wie dem auch sei, diese faule Person, ist zu faul, um mit dem Essen zu beginnen!

Im NT redet Jesus von einer geistlichen Speise, bzw. von einem geistlichen Brot! So lesen wir in Joh 6:27:

  • HSN - Bemüht euch nicht [angestrengt wirkend] um die Speise, die vergeht, sondern [bemüht euch] um die Speise, die bleibt ins ewige Leben hinein, die der Menschensohn euch geben wird; denn diesen hat Gott, der Vater, durch sein Siegel beglaubigt.

und in Vers 35 sagte Er:

  • HSN - Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nimmermehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst leiden.

Die Stelle aus Spr 19 gewinnt dann an großer Aktualität, wenn wir dies auf die geistliche Speise beziehen. Ist es nicht so, dass praktisch alle Christen wissen, dass Jesus das wahre Lebensbrot ist? Sie wissen, dass man Jesus dann besonders gut aufnehmen kann, wenn man sich mit Ihm und seinem Wort beschäftigt. Man kann Jesus dann, ganz besonders gut aufnehmen, wenn man Ihn kennenlernt und mit Ihm ins Gespräch kommt. Wo kann man ihn besser kennen lernen als dort, wo von seinem Denken, Reden und Handeln berichtet wird.

Das Alte Testament prophezeite das gesamte Leben Jesu und das Neue Testament berichtet uns über sein ganzes Leben sowie seine Lehre. Wenn wir also die Bibel betend lesen und studieren, dann nehmen wir geistliche Speise auf. Eigentlich wissen das fast alle Christen. Trotzdem scheint es immer wieder ein ganz großes Problem zu sein, diese geistliche Speise täglich aufzunehmen! Wie viele lesen morgens die Losungen, beten vielleicht das "Vater unser" oder ein anderes Standardgebet und starten dann den Tag. Sie haben ihre Hand in die Schüssel gesteckt, führen sie aber nicht zu ihrem Mund zurück, um das Gehörte oder Gelesene geistlich zu verdauen, indem sie es verinnerlichen und sich Zeit nehmen über dem Gelesenen zu beten.
Solche Christen können in der Gemeinde vielleicht durchaus sehr aktiv sein und trotzdem leiden sie genau an dieser Faulheit. Es ist durchaus möglich, dass sie im Beruf äußerst erfolgreich sind, dass sie sich sehr stark um ihre Familie, ihr Haus, ihren Garten und um verschiedene andere Ämter kümmern und deshalb auch sehr fleißig sind! Niemand würde sich trauen, solche Gemeindemitglieder aus "faul oder träge" zu bezeichnen. Aber aus geistlicher Sicht, sind sie trotzdem träge!

Trägheit infolge von Angst

Die Angst ist mitunter eine Ursache, die zu einer großen Trägheit und Motivationslosigkeit führen kann. Aus der Bibel können wir erkennen, dass es eine durchaus positive Furcht geben kann. Die Gottesfurcht ist der Anfang der Weisheit (Spr 9:10). Wer Gott fürchtet, fürchtet den, der alle Macht im Himmel und auf Erden hat und der uns als Vater bedingungslos liebt! Diese Furcht hat sehr wunderbare Auswirkungen. Wer Gott fürchtet, findet das Leben! Wer den Herrn fürchtet, fühlt sich in ihm geborgen und fürchtet keine Menschen oder Umstände mehr!
Doch diese vollkommene Gottesfurcht, ist ein wachstümlicher Prozess! Ich selbst bin noch nicht soweit. Immer wieder ertappe ich mich dabei, sowohl Menschen oder auch Umstände zu fürchten. Mit zunehmender Gottesfurcht verringern sich diese Ängste. Die Gottesfurcht hat auch etwas mit der Liebe zu Gott zu tun. Darum schreibt Johannes folgenden Satz:

  • HSN1Jo 4:16 - ... die vollendete Liebe treibt die Furcht aus, weil die Furcht [immer] die Strafe [vor Augen] hat; wer sich also fürchtet, ist in der Liebe [noch] nicht zur Vollendung gekommen.

Der vollkommen Liebende rechnet mit absolut keiner Strafe von Seiten Gottes. Gleichzeitig weiss er aber auch, dass es Leiden um Christi willen gibt, die ihm aber zum Guten zusammenwirken müssen.

In Bezug auf die Trägheit schreibt Salomo:

  • ELBSpr 22:13 - Der Faule sagt: Ein Löwe ist draußen; mitten auf den Plätzen könnte ich getötet werden!

Der Träge hat "gute Argumente", um nicht nach Draußen zu gehen und zu arbeiten oder einen Auftrag auszuführen! Einen Acker zu bebauen oder die Schafe zu hüten, könnte dazu führen, dass ich einem Löwen begegne und von ihm getötet werde. Dieses Argument hat durchaus auch seine Logik! Denken wir an David, der sogar einem Löwen das Schaf aus dessen Rachen entriss (1Sam 17:34-36). Sogar ein "Mann Gottes" kam auf seinem Weg, durch einen Löwen, ums Leben (1Kö 13:24).

Der Faule sagt sich; "ich will kein Risiko eingehen!" und wähnt sich dadurch auf der sicheren Seite. Kurzfristig ist er vielleicht in einer vermeintlich größeren Sicherheit, aber längerfristig bahnt sich für ihn eine Katastrophe an! Zurzeit Salomos fiel ein träger Mann in die Armut. Heute kann das genauso passieren.
Doch dieser Umstand hat auch im Geistlichen seine Entsprechung. Wer am Reich Gottes nicht mitarbeitet, wird geistlich arm! Er macht immer weniger Glaubenserfahrungen und er lernt auch keine Sensibilität für das Wirken des Heiligen Geistes. Salomo beschreibt die Folgen der Trägheit wie folgt:

  • ELBSpr 24:30-31 - Am Acker eines Faulen kam ich vorüber und am Weinberg eines Menschen ohne Verstand. Und siehe, er war ganz in Nesseln aufgegangen, seine Fläche war mit Unkraut bedeckt, und seine steinerne Mauer eingerissen.

Die Folge war also: Die Schutzmauer des Ackers und des Weinbergs war eingerissen und dadurch kam es auch zu einer Verseuchung des ganzen Feldes mit Unkraut.
Wenn Jesus vom Acker sprach, dann meinte er unter anderem auch das menschliche Herz (Mt 13:19-23) und den Weinberg kann man als das Arbeitsfeld Gottes sehen (Mt 20). Geistliche Faulheit macht die Schutzmauer des Herzens brüchig und führt dazu, dass das Unkraut des Feindes, sowohl in das menschliche Herz eindringt als auch das Arbeitsfeld Gottes beschädigt (z. B. die Gemeinde). Wie aber geschieht das?

Wer sich zu wenig mit dem Wort Gottes beschäftigt und kaum Zeit für die Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus und seinen Geschwistern hat, öffnet sein Herz für das kosmische Denken. Dieses Denken verseucht sowohl das eigene Herz als auch die Gemeinde oder den Hauskreis! Das Unkraut breitet sich aus. Die Arbeitslast wird immer größer und dadurch sinkt auch die Motivation, mit der Arbeit überhaupt zu beginnen. Der Faule sieht vielleicht den mit Unkraut überwucherten Acker und sagt sich sofort: "Das alles ist mir viel zu anstrengend!" Die Folge davon ist, eine noch größere Faulheit und am Ende eine katastrophale (geistliche) Armut sowie das Verderben! Der Teufelskreis hat sein Werk vollbracht.

Das falsche Gottesbild, das zu Faulheit führte

Jesus erzählt uns auch ein Gleichnis, das sehr schwer zu verstehen ist. Es erschüttert vielleicht auch ein stückweit unser Gottesbild und lässt ein eigenartiges Gefühl zurück. Wir lesen:

  • HSNLk 19:12-26 - Er sagte also: Ein vornehmer Mensch zog in ein fernes Land, um königliche Würde und Herrschaft für sich zu empfangen und [dann] zurückzukehren.
    13 [Vorher] rief er zehn seiner Sklaven [zu sich] und gab ihnen zehn Pfunde und er sprach zu ihnen: Treibt [damit] Handel [in der Zeit], bis ich komme!
    14 Seine Bürger aber hassten ihn und schickten eine Gesandtschaft hinter ihm her und [ließen] sagen: Wir wollen nicht, dass dieser über uns König sei !
    15 Und es geschah: Als er im Besitz königlicher Würde und Herrschaft zurückgekommen war, da ließ er diese [seine] Sklaven zu sich rufen, denen er das Geld gegeben hatte, damit er erführe, was sie erwirtschaftet hätten.
    16 Der erste trat ein und sagte: Herr, dein Pfund hat zehn Pfunde dazu erworben.
    17 Da sprach er zu ihm: Sehr gut, du tüchtiger Sklave! Weil du im Kleinsten treu gewesen bist, sollst du Vollmacht haben über zehn Städte.
    18 Und der zweite kam und sagte: Dein Pfund, Herr, hat fünf Pfunde erbracht.
    19 Zu diesem sprach er: Und du – sei über fünf Städte [gesetzt]!
    20 Da kam der andere und sagte: Herr, sieh, [da ist] dein Pfund, das ich in einem Tuch aufbewahrt hielt;
    21 ich fürchtete mich nämlich vor dir, weil du ein strenger Mensch bist. Du nimmst, was du nicht hingelegt hast und erntest, was du nicht gesät hast.
    22 Er spricht zu ihm: Mit deinen eigenen Worten werde ich dich richten, du untüchtiger Sklave! Du wusstest [also], dass ich ein strenger Mensch bin, [dass ich] nehme, was ich nicht hingelegt, und ernte, was ich nicht gesät habe?
    23 Warum hast du dann mein Geld nicht auf die Bank gegeben? Dann hätte ich es bei meinem Kommen mit Zins abheben [können].
    24 Darauf sprach er zu den Dabeistehenden: Nehmt ihm das Pfund weg und gebt es dem, der die zehn Pfunde hat!
    25 Da sagten sie zu ihm: Herr, er hat [doch schon] zehn Pfunde!
    26 Ich sage euch: Jedem, der hat, wird gegeben werden; von dem aber, der nicht hat, wird auch [das], was er hat, weggenommen werden.

Die Vorgeschichte gefällt uns wesentlich besser. Hier wird uns die schöne Sonntagschulgeschichte von Zachäus erzählt. Gegen Ende dieses Berichtes sagt Jesus:

  • HSNLk 19:10-11 - Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.
    11 Als sie aber dies hörten, fügte er [noch] ein Gleichnis hinzu; denn er war nahe bei Jerusalem und sie meinten, das Königreich Gottes werde nun gleich aufleuchtend sichtbar werden.

Das war also der Auslöser der Geschichte! Der Menschensohn hatte also den Auftrag das Verlorene zu suchen und zu retten. Soweit so klar. Aber was hat das mit dieser Geschichte zu tun? Wir haben es hier mit einem vornehmen Mann zu tun, der außer Landes reiste, um ein Reich für sich zu empfangen.
Hier deutet Jesus schon einmal an, dass das Reich Gottes auf Erden noch nicht unmittelbar bevorsteht. Der Sohn Gottes muss zuerst Seine königliche Würde in einem "fernen Land" empfangen. Zuerst ist aber Tod, Auferstehung und Himmelfahrt angesagt! Im Himmel empfängt er seine königliche Würde, währenddem seine Diener auf Erden zuerst mit ihren Gaben, die sie von ihrem Herrn empfangen haben, arbeiten sollten. Damals dachte natürlich keiner, dass es mit der Inthronisierung auf der Erde, noch ca. 2'000 Jahre dauern sollte! Wie dem auch sei, zuerst ist auf jeden Fall Arbeiten angesagt! Dabei geht es um Treue und Ausharren! Einer der Knechte war absolut nicht motiviert und versäumte es, mit seinen Gaben zu arbeiten. Schauen wir uns diesen Text etwas näher an:

Da ist also ein vornehmer Mensch, der seinen zehn Sklaven, je ein Pfund, bzw. eine Mine gab und sagte: "Treibt [damit] Handel [in der Zeit] (o. Seid geschäftig), bis ich komme!" Die Mine entsprach einem Wert von 100 Drachmen. Das wiederum entsprach 100 Tagelöhnen. In diesem Gleichnis kommt es zu einer Zwischenbemerkung: Die Bürger jenes Landes hassten diesen Edelmann. Heinz Schumacher schreibt dazu:

"Jesus knüpft hier vielleicht an die Zeitgeschichte an: Archelaus (Mt 2:22) war nach Rom gereist, um vom Kaiser als Nachfolger seines Vaters anerkannt zu werden, während eine jüdische Gesandtschaft dies verhindern wollte."

Im übertragenen Sinn dürften die Bürger jenes Landes, die den kommenden König hassten, jene sein, die in den Tagen Jesu seine Reden hörten und die Wunder sahen, die Er als Messias tat; Ihn aber als König trotzdem ablehnten! Nach der Wiederkunft Jesu, werden diese Menschen in ein tödliches Gericht kommen (Lk 19:27)!

In Mt 25:15, wo Jesus ein ganz ähnliches Gleichnis erzählte, ist von drei Knechten die Rede, bei der, der erste fünf Talente, der zweite zwei und der dritte ein Talent bekam. Der reich Beschenkte ging unverzüglich los und arbeitete mit seinen Talenten. Auch der zweite arbeitete mit seinen Talenten! Der dritte hingegen, versteckte sein Talent in der Erde. Im Unterschied zu Lk 19:13, sind hier die Gaben, die der Herr austeilte, unterschiedlich groß und derjenige, der am wenigsten bekam, war offensichtlich nicht motiviert, damit zu arbeiten. Da regt sich aus menschlicher Sicht zuerst einmal die Frage: "Was hat der dritte Knecht dafür, dass er nur ein Talent bekam?" Ich glaube, das Problem war nicht, dass er nur ein Talent bekam, sondern dass er von seinem Herrn ein falsches Bild hatte, bzw. ihn zu wenig gut kannte. Dazu möchte ich später noch einiges sagen.

Nach seiner Rückkehr versammelte der König seine Knechte um sich und wollte wissen, was die Knechte mit dem anvertrauten Silber(-geld) gemacht haben. Man könnte hier auch übersetzen: "In was für einem Maße sie vollständig geschäftig waren." Die Knechte Jesu Christi sind auch mit Gnadengaben und geistlichen Befähigungen ausgestattet worden. Als reich Beschenkte, sollen sie damit für das Reich Gottes arbeiten, Schätze im Himmel sammeln und ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen. Sie sollen nach dem suchen, was droben ist und für die Menschen mit ihren Gaben ein Segen sein! Das ist "geistliches Investment"!

Die Investition des ersten Knechtes verzehnfachte sich, so dass er am Ende 11 Pfunde hatte. Mit dem letzten Pfund aus Vers 24 waren es dann 12!
In Lk 19:17 lesen wir dann:

  • Da sprach er zu ihm: Sehr gut, du tüchtiger Sklave! Weil du im Kleinsten treu gewesen bist, sollst du Vollmacht haben über zehn Städte.

Dieser Knecht ist also auch in den "Kleinigkeiten" treu gewesen (w. geworden). Vielleicht kann man hier auch sagen: "Er lernte selbst in den Kleinigkeiten des Alltags 'aus Glauben, bzw. aus Vertrauen' heraus zu leben." Vermutlich kümmerte er sich um jeden einzelnen, der 100 Denare (100 Tagelöhne). Im übertragenen Sinn könnte ma sagen: Er hat alle ihm geschenkten Gaben genutzt und er hat an jedem Tag, bzw. allezeit 'dem Herrn gedient'. Das heisst auch, dass dieser erste Knecht, den Glauben und die Treue in jeden Bereich seines Lebens miteinbezogen hatte. Treue (und Glauben) in allen Teilen und zu jeder Zeit, bewirkt auch maximale Vollmacht.
Beim zweiten Knecht gab es nicht das Lob (im Gegensatz zu Mt 25:21-23), im Kleinsten treu gewesen zu sein, aber auch eine Belohnung! Ist das ein Hinweis darauf, dass er nicht in allen Teilen treu, bzw. glaubend war? Vielleicht, aber mit Bestimmtheit kann man das nicht sagen! Heinz Schumacher schreibt dazu einfach:

"Je nach dem Verhalten der Menschen wird Gott einmal Unterschiede machen – im Dienstbereich (Lk 19:17Lk 19:19), in der Verherrlichung (1Kor 15:41,42) und im Gericht (Mt 11:22Mt 11:24)."

Der dritte Knecht sagte dann zu dem Herrn:

  • "Herr, sieh, [da ist] dein Pfund, das ich in einem Tuch aufbewahrt hielt;" (Lk 19:20)

Dieser böse Sklave sagt, im Gegensatz zu seinen Vorgängern, "Herr, sieh!" Mit anderen Worten: "Du musst erkennen, was ich gemacht habe und dass dies durchaus sinnvoll war!" Er hat also das Pfund in einem Schweißtuch "weggelegt"! Dadurch blieb das Pfund ungenutzt und die "Gaben" wurden in der eigenen Arbeit und Angst "eingeschlossen". Die vom Herrn geschenkten Gaben wurden einfach beiseite gelegt.

Die Begründung für seine Untätigkeit war Folgende:

  • "Ich fürchtete mich nämlich vor dir, weil du ein strenger Mensch bist. Du nimmst, was du nicht hingelegt hast und erntest, was du nicht gesät hast." (Lk 19:21).

Zuerst müssen wir einmal feststellen, dass dieser Knecht versucht, sich selbst zu rechtfertigen, indem er seinem Herrn indirekt die Schuld für seine Untätigkeit zuschiebt. "Deine Strenge und deine mangelhafte Großzügigkeit hat mich vollständig demotiviert! Du nimmst ja sowieso alles, was du nicht hingelegt hast und erntest einfach das, was du selber nicht gesät hast!" Hierin zeigt sich die Bosheit dieses Knechtes.

Trotzdem kann man sich die Frage stellen: "Wo existiert der Zusammenhang zwischen der "Strenge" des Herrn und dem "Nicht-gebrauchen" des Pfundes? Zwei Gedanken fallen mir dazu ein:

  1. Der Knecht dachte: "Wenn ich mit diesem Pfund arbeite, dann nimmt mein Herr den Ertrag sowieso wieder und ich habe nichts davon. Darum lasse ich das Pfund einfach liegen! Der Knecht sieht seinen Herrn als streng, egoistisch und unfreundlich und rechnet überhaupt nicht mit einem großzügigen Verhalten von Seiten des HERRN! Er hat ein vollkommen falsches Charakterbild von ihm und das macht diesen Knecht egoistisch, träge und böse! Im übertragenen Sinn hatte er also ein falsches und böses Gottesbild! Ein verzerrtes Gottesbild macht die Menschen auch "verzerrt"! Wer sich sagt: "Der Herr behält sowieso alles für sich, darum bringt es mir nichts, wenn ich für ihn arbeite und darum gehe ich viel lieber meinen eigenen Geschäfte nach!"
  2. In Bezug auf Jesus ist es tatsächlich so, dass Er die Sünde, die Er nicht hingelegt hatte, am Kreuz auf sich nahm und den Fluch, den Er nicht säte, auf Golgatha erntete. Jesus war aus Liebe zum Vater und zu uns, unheimlich "streng mit sich selbst"! Sollte der Knecht das gesehen haben (was ich aber eher nicht glaube), dann hatte er sich vielleicht überlegt: "Ich will meine Seele nicht so 'zurückstellen', wie Jesus sie 'zurückgestellt' hat, darum lege ich die Gaben und der damit verbundene Auftrag lieber auf die Seite und arbeite für mich, statt für diesen Herrn, bzw. für das Reich Gottes!"

Dieser zweite Gedanke ist im Gleichnis eher unrealistisch; aber vielleicht trifft er auf einige (Namen-)Christen zu. An dieser Stelle können wir erkennen, dass ein falsches Gottesbild ein träges und egoistisches Leben zur Folge haben kann. Nun haben wir aber alle, mehr oder weniger, ein verzerrtes Gottesbild! Doch aus dieser Geschichte wird besonders deutlich, dass dieser böse Knecht, seinen Herrn überhaupt nicht liebte! Nur die Liebe zum HERRN, lässt uns fleißige Arbeiter im Werk des HERRN werden!

Nach seiner Selbstrechtfertigung kommt das Gerichtsurteil des HERRN:

  • Lk 19:22-24 - Er spricht zu ihm: Mit deinen eigenen Worten werde ich dich richten, du untüchtiger Sklave! Du wusstest [also], dass ich ein strenger Mensch bin, [dass ich] nehme, was ich nicht hingelegt, und ernte, was ich nicht gesät habe?
    23 Warum hast du dann mein Geld nicht auf die Bank gegeben? Dann hätte ich es bei meinem Kommen mit Zins abheben [können].
    24 Darauf sprach er zu den Dabeistehenden: Nehmt ihm das Pfund weg und gebt es dem, der die zehn Pfunde hat!

Der Herr wiederholt den "Glauben" des Sklaven. Man könnte hier eigentlich auch sagen: "Dir geschehe nach deinem Glauben". Er richtet ihn nach seinem eigenen Gottesbild. Er nimmt ihm das weg, das er in sein eigenes Schweißtuch hineinlegte. Der böse Knecht, sieht den Herrn als "streng" und "egoistisch"! Daher glaubt er nicht, dass es sich lohnt, für ihn zu arbeiten. Jetzt erlebt er diesen Herrn genauso, wie er ihn beurteilte, obwohl der Herr eigentlich nicht so ist!
In Vers 23 wird deutlich: "Wenn du das, was ich dir (an Gaben) gegeben habe, wenigstens einem anderen weitergegeben hättest (der damit dann für mich gearbeitet hätte), dann hätte ich jetzt wenigstens etwas davon. Du hättest deine Gaben jemandem geben können, der für mich arbeitet!"
Der Vers 24 zeigt etwas Interessantes: "Der erste Knecht besitzt oder verwaltet an dieser Stelle die zehn Pfunde. Er musste sie nicht dem Herrn abgeben. Auch darin zeigt sich, dass der Herr nicht dem Bild entspricht, das der böse Knecht von ihm hatte! Die Dabeistehenden sagen dann:

  • Herr, er hat [doch schon] zehn Pfunde! (Lk 19:25).

Die Dabeistehenden empfanden die Anweisung des Herrn vermutlich seltsam oder vielleicht sogar etwas ungerecht. Möglicherweise widerspiegeln sie dabei genau das, was wir empfanden, als wir diesen Text das erste Mal gelesen haben. Die Tatsache, dass hier dem "Armen" das Letzte noch genommen wird, um es dem "Reichen" zu geben, widerspricht unserem Gerechtigkeitsempfinden total! Heute würde man dieses Verhalten als asozial deklarieren.
Doch das, was hier geschah, zeigt uns, wohin der Egoismus und ein falsches Gottesbild letztendlich führt. Dieses falsche Gottesbild entstand möglicherweise auch deshalb, weil der böse Knecht davon ausging, dass der HERR genauso egoistisch "funktioniert", wie er selber! Er schloss von seinem Denken, auf das Denken des Herrn. Diesen Fehler machen alle Menschen! Erst dann, wenn wir die große Liebe unseres Herrn Jesus Christus aus seinem Wort erkannt haben, erkennen wir, wie ganz anders das Denken Gottes ist!
Jesus antwortet:

  • "Ich sage euch: Jedem, der hat, wird gegeben werden; von dem aber, der nicht hat, wird auch [das], was er hat, weggenommen werden (Lk 19:26)."

Wer ist hier der "Habende"? Es ist der, der im Kleinsten treu war, d. h. derjenige, der in allen Bereichen seines Lebens aus dem Glauben gelebt hat. Den Glaubenden, beziehungsweise denen, die aus einer treuen Vertrauensbeziehung zu Gott leben, wird alles aus Gnade geschenkt (Röm 8:32)!

Warum neigen wir zur geistlichen Faulheit?

Zu Beginn habe ich darauf hingewiesen, dass selbst "fleissige und aktive Christen" in der Gefahr stehen, geistlich faul zu werden. Selbst Christen, die bis "zum Umfallen" arbeiten, können u. U. geistlich faul sein!
An dieser Stelle kann man sich schon die Frage stellen, warum selbst, an sich "tüchtige und fleißige" Menschen zu geistlicher Faulheit neigen? Wie so oft, gibt es auch hier ganz unterschiedliche Gründe:

  1. Der Feind Gottes setzt alles daran, dass sich die Kinder Gottes nicht mit dem Wort Gottes beschäftigen. Er will uns klar machen, dass die aktuellen News, unsere Vergnügungen und To-Do-Listen viel wichtiger sind, als das Bibellesen, das Gebet und die Gemeinschaft!
  2. Auch an dieser Stelle trifft das zu, was der Apostel Paulus in Röm 8 schreibt:
    "Denn das Sinnen und Trachten des Fleisches (ist) Tod, das des Geistes aber Leben und Friede; ist doch das Sinnen und Trachten des Fleisches Feindschaft gegen Gott; denn dem Gesetz Gottes ordnet es sich nicht unter und vermag [das] auch nicht" (Röm 8:6-7).
    In uns streitet das Fleisch ständig gegen den Geist. Einige Christen lesen gerne viel in der Bibel und sie erforschen mit großer Neugier biblische Geheimnisse; aber sie leiden unter einer Gebetsfaulheit. Manchmal ist es auch umgekehrt.
  3. Wenn wir das Bibellesen als Pflicht empfinden, dann macht es häufig keine Freude. Das gleiche gilt natürlich auch für das Gebet. Wir dürfen unseren Herrn Jesus innig darum bitten, dass wir diese Dinge nicht aus Pflicht, sondern aus Liebe zu IHM tun!
  4. Das Lesen der Bibel kann manchmal sehr anstrengend sein! Nicht selten wühlt sie uns auf; ein andermal verstehen wir sie nicht oder wir ärgern uns vielleicht über gewisse Aussagen. Das Verständnis über das Wort Gottes wächst dann stetig, wenn wir uns damit immer wieder beschäftigen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir viele Bibelabschnitte, die mich früher geärgert oder die ich absolut nicht verstanden habe, heute sehr kostbar sind.
  5. Durch das Lesen der Bibel wird manchmal ein schlechtes Gewissen entfacht. Das stresst uns. Ein andermal wird unser Gottesbild erschüttert und wir fühlen uns verunsichert. Da wir diese negativen Gefühle meiden, beschäftigen wir uns lieber mit anderen Dingen.
  6. Das Alltagsgeschäft, das unbedingt erledigt werden muss, hat bei uns meist den Vorrang. Es kommen dann Gedanken wie: "Beten kann ich auch später noch" oder "die Bibel kann ich auch morgen noch lesen, währenddem ich jetzt etwas viel ‘Wichtigeres’ zu tun habe!"
  7. Wenn wir einen anstrengenden Tag hinter uns haben, dann haben wir das ganz große Bedürfnis, uns zu entspannen. Das darf auch sein! Gott schenkt uns Ruhezeiten und er will sogar, dass wir ausruhen. Die Frage ist aber wie? Das gottgemäße Ausruhen empfinde ich oft gar nicht so einfach. Häufig verbinden wir das Ausruhen mit menschlicher Genusssucht. Diese macht träge und bewirkt eigentlich nicht die wirkliche Erholung! So stellt sich die Frage: "Ruhen wir uns aus, indem wir stundenlang vor der 'Glotze' sitzen oder fast ununterbrochen im Netz rumsurfen? Versuchen wir uns zu erholen, indem wir den 'fleischlichen Lüsten' nachgehen? Ruhen wir aus, indem wir über die sozialen Medien, unsere Beziehungen 'digital' pflegen?
    Nebenbei bemerkt: Wir stehen heute in der großen Gefahr, dass sich "unser Nächster" immer mehr, nicht mehr real vor uns befindet, sondern digital im Netz! Dadurch entsteht eine emotionale Distanz und das Gebot "liebe deinen Nächsten", wird immer schwieriger umzusetzen.

Ruhen wir uns in der Gemeinschaft aus oder in Gottes Schöpfung? Ruhen wir aus, indem wir Musik hören, die uns zur Anbetung Gottes animiert oder indem wir uns mit etwas beschäftigen, das uns Freude vermittelt (Gartenarbeit, Hobby, Bewegung, Sport, Natur oder Gemeinschaft mit Freunden)?
Beim Ausruhen ist auch ganz wichtig, dass wir uns immer wieder die Frage stellen: "Was erbaut mich geistlich und was nicht?"
Ich kannte einen Pastor, der unermüdlich die Bibel studierte, predigte und zahllose Seelsorgefälle betreute und für ihn war die Gartenarbeit Erholung pur! Das war für ihn der große Ausgleich zu seiner geistlich anstrengenden Arbeit! Hier konnte er sich ausruhen! Für einen professionellen Gärtner dürfte die Gartenarbeit wohl kaum Erholung sein! Der braucht dann etwas anderes für die Erholung! Vielleicht ist für ihn dann das Hören von schöner Musik, das Lesen eines guten Buches, Erholung pur!
Doch manchmal nimmt die Gartenarbeit so viel Raum ein, dass die entsprechenden Geschwister kaum mehr Zeit haben, in der Gemeinde aktiv mitzuarbeiten. Es ist auch hier immer wieder die Frage nach dem richtigen Maß!

Die Auswirkungen der Trägheit

Bevor ich zum wichtigsten Punkt komme, nämlich zu der Frage, "wie überwinde ich die (geistliche) Trägheit?", will noch einige Gedanken über die Auswirkungen der Trägheit weitergeben.

Die Vernachlässigung des Herzens und des Reiches Gottes

Wie wir bereits gesehen haben, hat Salomo den Weinberg und den Acker eines faulen Menschen beschrieben und erklärt, dass die (Schutz–)Mauern eingebrochen und das Land mit Unkraut übersät ist. Der Acker ist ein Bild für das menschliche Herz (Mt 13:18-23). Bei einem faulen Bauern verwildert der Acker und bei einem geistlich faulen Christen verwildert sein Herz. Aber wie schaut das aus? Da gibt es eine relativ einfache Gleichung:

Je mehr ein Christ "die 3 G's" (Gotteswort, Gebet und Gemeinschaft) vernachlässigt, desto mehr wird er vom weltlichen Denken inspiriert! Das, was wir anschauen, formt und prägt uns!

Wer die Welt mit ihrer Gesinnung anschaut, füllt automatisch sein Herz mit diesem weltlichen Denken! Ob er das will oder nicht, spielt hier kaum eine Rolle!
Mein Eindruck, den ich heute immer wieder habe, ist, dass ein oder zwei G's vernachlässigt wird. Obwohl das Wort Gottes und das Gebet an oberster Stelle stehen muss, so darf es aber auch nicht an der Gemeinschaft mit den Brüdern und Schwestern fehlen. In der Gemeinschaft werden wir ermuntert, getröstet, korrigiert und an den Stellen ergänzt, wo wir selbst Mangel leiden! Vielen Lehrern – so z. B. auch mir – fehlt es an der Gabe des Evangelisierens und deshalb brauchen sie die Geschwister, die in diesem Punkt von Gott begabt sind. Die tätige Liebe, die in jeder Hinsicht sehr wichtig ist (1Jo 3:18 / 1Tim 6:18), können wir fast ausschließlich in einer Gemeinschaft praktizieren. Leider gibt es auch Gemeinschaften wo das Wort Gottes oder das Gebet Mangelware ist! Auch das trägt dazu bei, dass Unkraut in den Herzen und Gemeinden wuchert!

Faulheit führt in Abhängigkeiten

In Spr 6:6 lesen wir Folgendes: Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh ihre Wege an und werde weise! Wer die vorangehenden Verse studiert, realisiert sofort: Hier hat sich ein Mensch in Abhängigkeiten verstrickt und Salomo rät ihm, sich so schnell wie möglich daraus zu lösen! Dies kann er u. a. dadurch, indem er den Weg der Ameise studiert, die ohne Anführer, Aufseher und Gebieter – also aus eigenem Antrieb – im Sommer ihr Brot sammelt und in der Ernte die Nahrung speichert!

Je mehr wir in geistlichen Dingen träge werden, desto mehr werden wir von anderen Menschen und von geistigen Mächten abhängig. Wir können die Geister nicht mehr unterscheiden und verlassen uns auf die, von denen wir denken, dass sie richtig liegen. Dabei spielen dann unser Bauchgefühl, Sympathie und Antipathie eine viel größere Rolle, als wir denken!
Die unterschiedlichen Lehren, Geisteshaltungen und der Mainstream können nur dann richtig beurteilt werden, wenn wir uns für das Wort Gottes sowie das Gebet viel Zeit nehmen!

Faulheit erzeugt unfähige Gesandte

Der König Salomo stellte weiter fest:

  • Spr 10:26 - Wie Essig für die Zähne und wie Rauch für die Augen, so ist der Faule für die, die ihn senden.

Im Internet fand ich folgende Aussage:

"Durch Essig kann die Entstehung von Karies um ein Vielfaches beschleunigt werden (wegen der Säure). Essig ist also sehr schlecht für die Zähne."

Was der Rauch für die Augen ist, weiß jeder aus eigener Erfahrung!
Für den Sendenden ist ein träger Gesandter ein Ärgernis und ein nicht geringes Problem! Auch wir sind Gesandte, so schreibt Paulus:

  • 2Kor 5:20 - An Christi Statt sind wir nun Gesandte; Gott lässt durch uns eine Aufforderung ergehen; wir bitten dringend an Christi Statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!

Geistliche Faulheit macht uns zu untauglichen Gesandten Jesu Christi! Vermutlich trug auch die geistliche Trägheit in Laodizea dazu bei, dass diese Gemeinde "lau" wurde (Offb 3:14-22).

Wie sollten wir das Evangelium "vollmächtig" bezeugen können, wenn wir geistlich träge sind, indem wir eines der drei "G's" (Gotteswort, Gebet und Gemeinschaft) vernachlässigen?
Es kam schon vor, dass mir Geschwister sagten, in ihrer Umgebung hätte es keine Gemeinden oder Hauskreise, die ihrem Erkenntnisstand entsprächen und darum gehen sie in keine Gemeinschaft. Damit sind sie einer Verführung des Satans erlegen! Sie müssen sich nicht mehr in der geschwisterlichen Liebe üben und sie werden auch nicht mehr infrage gestellt, was natürlich im Moment als sehr angenehm empfunden wird. Dass der Apostel Paulus nie so dachte, versteht sich von selbst!

Wie überwinden wir (geistliche) Trägheit?

Da wo Paulus uns ermahnt, nicht träge zu sein, rät er uns auch:

  • Röm 12:11b - ... seid brennend im Geist; dient dem Herrn als Sklaven

Das Mittel gegen Trägheit heißt also: "Seid brennend im Geist!" Und: "Dient dem Herrn als Sklaven!" Sofort stellt sich natürlich die Frage: "Wie können wir brennend im Geist werden?" Der erste Schritt ist, dass wir uns das von ganzem Herzen wünschen! Wir müssen uns also fragen: "Wollen wir das wirklich? Ist es unser größter Herzenswunsch, dem HERRN mit ganzer Hingabe zu dienen?" Deshalb könnte ein erstes Gebet wie folgt lauten: "Herr Jesus, ich möchte dir von ganzem Herzen dienen. Du siehst aber auch, wie ich von Natur aus träge bin und oft nicht die Kraft dazu habe. Bitte schenke mir diese Ganzhingabe! Schenke mir dieses "Brennen im Geist"!
Wer so etwas mit ganzem Herzen betet, wird gewiss erhört. Wahrscheinlich wird es aber in vielen Fällen so sein, dass dies wachstümlich geschieht! Dieses Gebet hat nicht zwingend zur Folge, dass wir von heute auf morgen so sehr "brennen", wie der Apostel Paulus "gebrannt" hat.

Betrachten wir zuerst einmal etwas die Menschen, die "gebrannt" haben.

Was und wer war brennend?

Wenn im AT jemand "entbrannte", dann war das in den allermeisten Fällen ein Zornig-sein. Meistens waren es Menschen die sich erhitzten und empörten. Dabei entstand eine große mentale, vielleicht auch geistliche "Energie".
Im NT hat das "Brennen" einerseits die Bedeutung, eines unerbittlichen Feuergerichtes und andererseits eines großen, geistlichen und durchaus positiven Eifers. Alle diejenigen, die für den Herrn "brannten", steckten ihren Eifer und ihre ganze Energie in die Sache des HERRN! Eiferer im negativen Sinn waren hart, gesetzlich und unnachgiebig. Dadurch fielen sie in eine Lieblosigkeit hinein. Eiferer im positiven Sinn, liebten den Herrn Jesus Christus mit ganzem Herzen und wollten mit ganzer Kraft zu seiner Ehre leben! Dazu gehörte natürlich auch, dass sie für ihre Mitmenschen ein Segen sein wollten! Sie liebten ihre Mitmenschen von ganzem Herzen und waren demütig, wie wir noch sehen werden! Echte Demut kennt keine Selbstgefälligkeit und begegnet den Menschen mit großer Wertschätzung!

Diesen positiven "Eifer" und dieses "Brennen" wünsche ich mir von ganzem Herzen! Das "Brennen" ist auch ein "Radikal-sein" im positiven Sinne; so wie auch ein Paulus radikal war. Diese Radikalität war eine uneingeschränkte Ganzhingabe an Gott; eine Hingabe ohne Kompromisse! Die Auswirkungen einer solchen Hingabe sind aber nicht Fanatismus oder Lieblosigkeit gegen Andersdenkende, sondern Sanftmut, Güte, Zuvorkommenheit und Freundlichkeit gegenüber allen Menschen. Natürlich verwendet die göttliche Liebe auch "harte und ernsthafte Worte" gegen böswillige Verleumdungen oder liebloses Verhalten! Das tut sie, weil die Liebe wahrhaftig ist und weil sie weiß, dass ein Mensch nur dann glückselig werden kann, wenn er wahrhaftig wird (sein Fehlverhalten vor Menschen eingesteht und seine lieblosen, bösen Gedanken vor Gott bekennt), damit er umkehren kann und selber lernt, aus der Liebe zu leben!

Jesus ermahnt seine Nachfolger wie folgt:

  • Lk 12:35 - Seid umgürtet an euren Hüften und lasst [eure] Lampen brennend sein!

Nachdem Jesus seine Schüler dazu aufforderte, sich vom Irdischen, bzw. Materiellen zu lösen und Werke des Erbarmens auszuüben, weist er auf den himmlischen Schatz hin (Lk 12:33-34). Mit dieser Einstellung und mit diesem Tun konnten die Jünger Jesu ein Licht in dieser Welt sein; mit anderen Worten: ihre Lampen brannten!
Wir können nur dann "brennend im Geiste" sein, wenn wir den Herrn Jesus von ganzem Herzen lieben! Damit können wir uns auch vom Irdischen lösen und aus der Barmherzigkeit leben!

Jesus bezeichnete Johannes den Täufer, als brennende Lampe:

  • Joh 5:35 - Jener war [wie] die Lampe, die brennt und scheint; ihr aber wolltet eine Zeit lang froh werden in seinem Licht.

Johannes war deshalb ein Licht, weil er ohne Menschenfurcht ganz klar die Botschaft weitergab, die Gott ihm ins Herz gelegt hat. Da er vollständig auf Gott fokussiert war, wusste er auch, was zu sagen war! Ich bin überzeugt: "Er brannte" für den HERRN und deshalb war er auch eine brennende Lampe, die in die damalige Dunkelheit hineinleuchtete!

Von Apollos, der damals in Ephesus war, lesen wir:

  • Apg 18:25 - Er war [gut] unterrichtet über den „Weg des Herrn“ und redete "brennend im Geist" und lehrte sorgfältig das, was Jesus betraf; [doch] kannte er nur die Taufe des Johannes.

Über ihn wird also berichtet, dass er über den "Weg des HERRN" gut unterrichtet war und sorgfältig lehrte, was Jesus betraf. Er predigte mit einer großen Freimütigkeit und war vmtl. auch sehr redegewandt, was ihm in Korinth vmtl. eine beachtliche Anhängerschaft einbrachte. Dieses und jegliches anderes Anhängertum verurteilte Paulus aber ganz klar (1Kor 1:12ff). In Korinth gab es auch Anhänger von Paulus und Petrus. Dieses "Anhängertum" führte zu Spaltungen innerhalb des Leibes Jesu und das ist nicht im Sinne unseres Herrn Jesus Christus.
Die Eigenschaften von Apollos, der "brennend im Geist" war, kann man wie folgt zusammenfassen:

  1. Er war gut unterrichtet im Weg des Herrn. Aber was heißt das? Wer die Wege des Herrn kennt, der weiß zuerst einmal, was das Ziel unseres Weges ist und dazu gehört auf jeden Fall auch das, was Paulus seinem Kind Timotheus schrieb:
    "Das Endziel der Unterweisung aber ist Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben; (1Tim 1:5)."
    Um das Ziel zu erreichen, muss man natürlich auch wissen, wer der Weg ist (Jesus Christus). Das beinhaltet u. a., dass man vor Ihm ganz wahr wird, Ihm die Sünden bekennt, Ihm für Seine Vergebung dankt und im Vertrauen zu Ihm durch das Leben geht! Zum "Weg des Herrn" gehört mitunter das Wissen, dass Jesus einen Weg der Selbsterniedrigung ging und dass auch wir diesen Weg zu gehen haben (Phil 2:5ff). Menschen, die im "Weg des Herrn" unterrichtet sind, haben auch erkannt, dass sie von Gott 'aus Liebe' gezüchtigt, bzw. erzogen werden (Hebr 12:5ff) und durch viele Bedrängnisse in das "Königreich Gottes" eingehen müssen. Das ist kein "Wohlstandsevangelium" (prosperity gospel)!
  2. Er lehrte sorgfältig, was Jesus betraf. Dieses "sorgfältig" beinhaltet einen großen Respekt vor dem Wort Gottes und genau diese Haltung zeigte sich dann auch darin, dass er sich von Priszilla und Aquila etwas sagen ließ! Er war korrekturfähig! Er sagte sich nicht: "Ich bin ein vollmächtiger Prediger, der von vielen bewundert wird; ich brauche keine Zurechtweisung mehr!"
    Dieser Respekt vor dem Wort Gottes und die Gnade hatten zur Folge, dass er "kraftvoll und gründlich" die Gegner des Evangeliums widerlegte (Apg 18:28)!

Wie werde ich "brennend im Geist"?

Dieses "Brennen im Geist" kann nur Gott schenken und der Heilige Geist in uns bewirken! Wir können das keinesfalls aus eigener Kraft produzieren!
Aber wir können uns danach sehnen und zwar nicht nur heute, sondern unablässig. Wir können unseren himmlischen Vater darum bitten, so wie wir Ihn auch um Weisheit bitten dürfen und sollen (Jak 1:5), so können wir Ihn auch um ein positives "Brennen im Geist" bitten.
Wer sich dieses "Brennen im Geist" wünscht, um damit aus einer "Ganzhingabe" zu leben - die dann auch die eigene Trägheit überwindet - bringt damit seine große Liebe zum Herrn Jesus zum Ausdruck! Die vollkommene Liebe zum HERRN ist das höchste ZIEL! Aus dieser Liebe zu Gott können wir auch unsere Mitmenschen in richtiger Weise lieben. Nur dann können wir den Brüdern und Schwestern so dienen, wie es Gott gefällt. Nur mit der Liebe zum HERRN, kann man "die Schafe richtig weiden"; wie das Jesus dem Petrus in seinem letzten Gespräch deutlich machte (Joh 21.)
Wer Gott von ganzem Herzen liebt, stellt Ihn in allen Dingen an die erste Stelle! Dadurch wird sein Denken auch göttlich "geeicht". Er lernt, was für uns Menschen 'das Beste' ist und ist somit auch fähig, anderen Menschen 'das Beste' zu vermitteln! 'Das Beste' ist keinesfalls das, was wir als 'das Beste' beurteilen. Wir denken, dass Glück, Erfolg, Wohlstand, Ehre, Genuss und Gesundheit 'das Beste' seien! Wenn uns Gott das eine oder andere schenkt, dürfen wir Ihm dafür von Herzen Danke sagen; aber wehe uns, wenn diese Dinge zur obersten Priorität unseres Lebens werden. Sobald diese Dinge an oberster Stelle stehen, dienen wir uns selbst und sind zu ausgekochten Egoisten geworden. Egoismus verdrängt die Liebe und lässt eine menschliche Gesellschaft düster und böse werden! Genau deshalb muss die Liebe zu Gott an oberster Stelle stehen, weil wir nur so zu Menschen werden, die für andere ein Segen sein können und weil wir nur so einen inneren und bleibenden Frieden finden! Gott von ganzem Herzen lieben können wir erst dann, wenn wir Ihn kennengelernt haben und Seine herrliche Gottesliebe ganz persönlich erfahren durften. Darum ist das "erste Gebot" wörtlich übersetzt eine Verheißung und weniger ein Gebot, bzw. eine Pflicht, die es zu erfüllen gilt!

Zum Schluß möchte ich das erste Gebot aus einer wörtlichen Übersetzung vorlesen, aus der ersichtlich wird, dass es sich letztlich um eine wunderbare Verheißung handelt:

  • DBR Mk 12:30 - Und du "wirst lieben" den Herrn, deinen Gott, aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Durchdenken und aus deiner ganzen Stärke.

Bibelstellen

Spr 6:6 Rat an den Faulen: "Studiere die Wege der Ameise!" Fleißige können sich von menschlicher Abhängigkeit lösen und handeln vorausschauend!

Spr 10:26 (Geistlich) Faule sind untaugliche Gesandte

Spr 13:4 Der Träge ist verlangend und gierig! Er will Konsumieren und Geniessen, ohne zu arbeiten (Spr 21:25). Früher oder später verhungert der (geistlich) Faule.

Spr 19:15 Trägheit narkotisiert

Spr 19:24 Der geistlich Faule weiss eigentlich, wo er sich sättigen könnte (indem er Wort Gottes studiert), aber wenn er sich dransetzt, dann ist er zu faul, um 'das Wort zu essen'!

Spr 20:4 Dem Faulen fehlt es an Weitsicht, bzw. Vorausschau!

Spr 22:13 Der Träge hat "gute Argumente", um nicht nach Draußen arbeiten zu gehen! Die Folge: Die Schutzmauer des Ackers und des Weinbergs war eingerissen (das geistliche Arbeitsfeld ist nicht geschützt und mit Unkraut verseucht; Spr 24:30-31)

Spr 26:14 Der Faule bewegt sich am Ort und kommt nicht vorwärts

Spr 26:16 Der Träge hält sich für sehr klug (vmtl. deshalb, weil er bisher mit geringstem Aufwand "gut leben" konnte und nicht sieht, welche Spätfolgen seine Einstellung hat).

Pred 10:18 Durch Trägheit zerfällt das Haus

Mt 25:26 Sein Herr aber entgegnete ihm: Du böser und träger Knecht! Wusstest du [wirklich], dass ich ernte, wo ich nicht gesät, und einsammle, wo ich nicht ausgestreut habe?

Lk 24:25 Da sprach er zu ihnen: O [wie] unverständig [seid ihr doch] und im Herzen schwerfällig und träge, allem zu glauben, was die Propheten gesagt haben. > Seid nicht träge, wenn es gilt, fleißig zu sein; seid brennend im Geist; dient dem Herrn in völligem Gehorsam !

Hebr 5:11 Darüber hätten wir viel zu sagen, doch es ist mit Worten schwer zu erklären, weil ihr im Hören träge geworden seid.

Hebr 6:12 damit ihr nicht träge werdet, sondern Nachahmer derer, die durch Glauben und geduldiges Ausharren die Verheißungen ererben.

2Petr 1:8 Wenn nämlich diese [Eigenschaften] bei euch vorhanden sind und zunehmen, so lassen sie [euch] nicht träge und unfruchtbar dastehen im Blick auf die Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus.


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