HSN Mk: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 25. Februar 2020, 13:36 Uhr

Das Markusevangelium
übersetzt und erklärt von Heinz Schumacher
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Mk 1 Mk 2 Mk 3 Mk 4 Mk 5
Mk 6 Mk 7 Mk 8 Mk 9 Mk 10
Mk 11 Mk 12 Mk 13 Mk 14 Mk 15
Mk 16

Erläuterungen

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Dieses kürzeste Evangelium gilt zugleich als das älteste. Aufgrund altkirchlicher Überlieferung nimmt man Johannes Markus als Verfasser an (Apg 12:12.25 - Apg 13:5.13 - Apg 15:37.38 - Kol 4:10 - 2Tim 4:11 - 1Petr 5:13); dieser habe sein Evangelium aufgrund von Mitteilungen und Belehrungen des Apostels Petrus niedergeschrieben. - Mk bringt sehr wenig "Sondergut" (Texte, die nur dieses Evangelium enthält). Könnte man da nicht auf Mk verzichten? - Nein, denn bei ihm treten viele Einzelheiten in den Berichten deutlicher als bei den anderen Evangelisten hervor. "Er bringt selbst in entbehrlichen Nebensachen so genaue und farbige Züge, dass man dem Eindruck, vor Nachrichten aus erster Hand zu stehen, kaum entgehen kann" (Adolf Pohl). - Mk geht es in erster Linie nicht (wie Mt und Joh) um die bedeutenden Reden Jesu, sondern um seine Taten. Diese werden, unterbrochen durch einige Lehrabschnitte, in dichter Folge aneinander gereiht. Er stellt Jesus als den gehorsamen Gottesknecht dar, der sein Heilswerk auf Erden verrichtet.

Mk 1

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Mk 1:1 - Anfang des Evangeliums (1*) Jesu Christi, des Sohnes Gottes (2*):
"1* Markus beginnt mit dem Auftreten des Täufers Johannes (vgl. Mt 3:1-12). Er bringt weder ein Geschlechtsregister noch eine Weihnachtsgeschichte. 2* o. Anfang der Heilsbotschaft von Jesus, dem Messias, dem Sohne Gottes"
Mk 1:2 - [Es begann] wie es geschrieben steht bei Jesaja, dem Propheten: „Sieh, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg herrichten soll" (3*).
3* Vor Jes 40:3 wird einleitend Mal 3:1 zitiert; vgl. Mt 11:10 u. Mt 3:3.
Mk 1:3 - „Die Stimme eines laut Rufenden [ist] in der Wüste [zu hören]: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Pfade!“

Mk 1:4 - [So] trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und predigte (4*) eine Taufe der Sinnesänderung (5*) zur Vergebung der Sünden.
"4* o. machte als Herold öffentlich bekannt 5* o. der Umkehr, des Umdenkens, der Buße"
Mk 1:5 - Und es gingen zu ihm hinaus das ganze Land Judäa und alle Bewohner Jerusalems und sie ließen sich von ihm im Jordanfluss taufen [und] bekannten dabei ihre Sünden.

Mk 1:6 - Und Johannes war bekleidet mit [einem Gewand aus] Kamelhaaren und einem ledernen Gürtel um seine Hüfte und er aß Heuschrecken und wilden Honig,

Mk 1:7 - und er predigte (4*): Nach mir kommt [einer], der stärker ist als ich, für den ich nicht [einmal] gut genug bin, [ihm] gebückt den Riemen seiner Sandalen zu lösen.
4* o. machte als Herold öffentlich bekannt
Mk 1:8 - Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit Heiligem Geist taufen (6*).
6* vgl. Mt 3:11 - Lk 3:16 - Apg 1:5 - 1Kor 12:13
Mk 1:9 - Und es geschah in jenen Tagen, da kam Jesus von Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen (7*).
7* w. in den Jordan hineintauchen (vgl. Mt 3:13-17)
Mk 1:10 - Und sogleich (8*), als er aus dem Wasser heraufstieg, sah er, wie die Himmel sich zerteilten (9*) und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam,
"8* Lieblingswort des Markus, das ca. 40-mal bei ihm vorkommt 9* o. sich spalteten, zerrissen (vgl. Jes 63:19)"
Mk 1:11 - und eine Stimme geschah (10*) aus den Himmeln: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.
10* Gottes Wort ist ein Geschehen (vgl. 1Mo 15:1 - Hes 6:1 - Hes 7:1 - Joe 1:1 u.a.).
Mk 1:12 - Und sogleich (8*) treibt ihn der Geist in die Wüste hinaus
8* Lieblingswort des Markus, das ca. 40-mal bei ihm vorkommt
Mk 1:13 - und er war in der Wüste 40 Tage lang (11*) und wurde vom Satan versucht (12*); er war mit den wilden Tieren zusammen und die Engel dienten ihm.
"11* Zur Zahl 40 vgl. 1Mo 7:4 - 1Mo 7:12 - 2Mo 34:28 - 4Mo 14:33,34 - 5Mo 29:4 - Ps 95:8-10. 12* vgl. Mt 4:1-11 - Lk 4:1-13"
Mk 1:14 - Nachdem aber Johannes gefangen gesetzt (13*) worden war, kam Jesus nach Galiläa; er predigte (4*) das Evangelium Gottes (14*)
"13* o. überliefert, verhaftet, preisgegeben 14* o. die Heilsbotschaft, frohe Botschaft, Freudenkunde Gottes (Röm 1:1 - Röm 15:16 - 1Thes 2:2 - 1Thes 2:8,9). Sie geht von Gott aus und hat seine ""großen Taten"" zum Inhalt (Apg 2:11), insbesondere sein Königreich (Mt 4:23), bei Paulus vor allem Jesu Person und Werk (Röm 1:1-4)."
Mk 1:15 - und sprach: Die bestimmte Zeit ist erfüllt und das Königreich Gottes nahe gekommen! Ändert euer Sinnen und Denken und gewinnt Glauben und Vertrauen im Evangelium (15*)!
15* o. Tut Buße und seid gläubig aufgrund der Heilsbotschaft
Mk 1:16 - Dann erblickte er, am See Galiläas vorübergehend, Simon und Andreas, den Bruder Simons (16*), [die gerade] im See [ein Wurfnetz] im Bogen auswarfen; sie waren nämlich Fischer.
16* vgl. Mt 4:18 - Mk 3:16
Mk 1:17 - Und Jesus sprach zu ihnen: Auf! Mir nach! - dann werde ich dafür sorgen (17*), dass ihr Menschenfischer werdet!
17* w. machen, bewirken
Mk 1:18 - Und sogleich (8*) ließen sie die Netze zurück und folgten ihm.
8* Lieblingswort des Markus, das ca. 40-mal bei ihm vorkommt
Mk 1:19 - Als er dann ein wenig weitergegangen war, sah er Jakobus, den (Sohn) des Zebedäus, und Johnannes, seinen Bruder, wie sie im Boot die Netze ausbesserten (18*),
18* o. instand setzten, in Ordnung brachten
Mk 1:20 - und sogleich (8*) rief er sie. Und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit den Lohnarbeitern im Boot zurück und gingen fort, ihm nach.
8* Lieblingswort des Markus, das ca. 40-mal bei ihm vorkommt
Mk 1:21 - Dann begeben sie sich nach Kapernaum und sogleich (8*) ging er am Sabbat in die Synagoge hinein und lehrte.
8* Lieblingswort des Markus, das ca. 40-mal bei ihm vorkommt
Mk 1:22 - Und sie gerieten außer sich (19*) über seine Lehre, denn er lehrte sie wie einer, der [göttliche] Vollmacht besitzt, und nicht wie die Schriftgelehrten.
19* o. entsetzten sich, waren betroffen, erschüttert, betäubt, bestürzt (vgl. Mk 6:2 - Mk 7:37 - Mk 10:26 - Mk 11:18)
Mk 1:23 - Und sogleich (8*) befand sich in ihrer Synagoge ein Mensch mit einem unreinen Geist; er schrie auf
8* Lieblingswort des Markus, das ca. 40-mal bei ihm vorkommt
Mk 1:24 - und sagte: Was haben wir mit dir [zu tun], Jesus, Nazarener? Bist du gekommen, uns zugrunde zu richten (20*)? Ich kenne dich [und weiß], wer du bist: der Heilige Gottes!
20* o. ins Verderben zu stürzen, zu vernichten
Mk 1:25 - Da gebot ihm Jesus nachdrücklich (21*): Schweig und fahre aus von ihm!
21* o. tadelnd, rügend (Mt 8:26 - Mt 12:16 - Mt 17:18)
Mk 1:26 - Darauf riss der unreine Geist ihn hin und her, schrie mit lauter Stimme und fuhr aus von ihm.

Mk 1:27 - Und sie erschraken alle, sodass sie miteinander stritten und sagten: Was ist das? Eine neue Lehre in [göttlicher] Vollmacht! Sogar den unreinen Geistern gebietet er (22*) und sie gehorchen ihm!
22* o. erteilt er Befehle
Mk 1:28 - Und sogleich (8*) verbreitete sich die Kunde von ihm überallhin in die ganze Umgegend von Galiläa.
8* Lieblingswort des Markus, das ca. 40-mal bei ihm vorkommt
Mk 1:29 - Und sogleich (8*), als sie aus der Synagoge kamen, gingen sie in das Haus des Simon und Andreas, zusammen mit Jakobus und Johannes.
8* Lieblingswort des Markus, das ca. 40-mal bei ihm vorkommt
Mk 1:30 - Die Schwiegermutter Simons aber lag fiebernd danieder und sogleich (8*) sagen sie ihm von ihr.
8* Lieblingswort des Markus, das ca. 40-mal bei ihm vorkommt
Mk 1:31 - Und er trat herzu, erfasste [ihre] Hand und richtete sie auf; da verließ sie das Fieber und sie diente ihnen.

Mk 1:32 - Als es aber Abend geworden [und] die Sonne untergegangen war, brachten sie zu ihm alle Leidenden und von Dämonen Besessenen

Mk 1:33 - und die ganze Stadt war an der Tür versammelt.

Mk 1:34 - Und er heilte viele, die an den verschiedensten Krankheiten (23*) litten, und viele Dämonen trieb er aus; doch er ließ die Dämonen nicht reden, denn sie kannten ihn.
23* an Krankheiten aller Art (vgl. Mt 4:24 - Lk 4:40)
Mk 1:35 - Dann, am frühen Morgen, als es noch sehr dunkel (24*) war, stand er auf, ging hinaus und begab sich an einen einsamen Ort; dort betete er.
24* w. sehr nächtlich
Mk 1:36 - Und Simon und seine Gefährten eilten ihm nach,

Mk 1:37 - sie fanden ihn [schließlich] und sagen zu ihm: Alle suchen dich!

Mk 1:38 - Da sagt er zu ihnen: Lasst uns anderswohin in die benachbarten Ortschaften gehen, damit ich auch dort [die Heilsbotschaft] verkündige (25*); denn dazu bin ich gekommen.
25* o. predige, öffentlich bekannt mache
Mk 1:39 - So ging er denn hin und verkündigte [die Heilsbotschaft] in ihren Synagogen in ganz Galiläa und trieb die Dämonen aus.

Mk 1:40 - Da kommt ein Aussätziger zu ihm, ruft ihn auf den Knien um Hilfe an und sagt: Wenn du willst, kannst du mich reinigen (26*)!
26* vgl. Mt 8:2 mit Anm. 3
Mk 1:41 - Da streckte [Jesus], im Innersten von Erbarmen bewegt (27*), seine Hand aus und rührte ihn an und spricht zu ihm: Ich will, werde rein!
27* Das Wort „splangchnizomai“, das das innerste herzliche Erbarmen Gottes beschreibt, kommt im NT vor in Mt 9:36 - Mt 14:14 - Mt 15:32 - Mt 18:27 - Mt 20:34 - Mk 1:41 - Mk 6:34 - Mk 8:2 - Mk 9:22 - Lk 7:13 - Lk 10:33 - Lk 15:20.
Mk 1:42 - Und sogleich (8*) wich der Aussatz von ihm und er war gereinigt.
8* Lieblingswort des Markus, das ca. 40-mal bei ihm vorkommt
Mk 1:43 - Und er fuhr ihn heftig an (28*) und trieb ihn sogleich (8*) weg
"8* Lieblingswort des Markus, das ca. 40-mal bei ihm vorkommt 28* o. erteilte ihm eine strenge Weisung"
Mk 1:44 - mit den Worten: Sieh zu, sag niemand etwas! Geh vielmehr hin und zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, was Mose geboten hat (29*), ihnen zum Zeugnis!
29* vgl. 3Mo 13:49 - 3Mo 14:2-32
Mk 1:45 - Er aber, [kaum dass er] weggegangen war, fing an, vielfach öffentlich davon zu reden (30*) und die Sache bekannt zu machen (31*), sodass [Jesus] nicht mehr in aller Öffentlichkeit eine Stadt betreten konnte; er hielt sich vielmehr draußen an einsamen Orten (32*) auf; doch [die Leute] kamen von überall her zu ihm.
"30* o. eifrig zu verkündigen, zu predigen 31* o. das Wort (von seiner Heilung) auszubreiten 32* o. an öden, leeren, wüsten Orten (Mk 1:35)"

Mk 2

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Mk 2:1 - Als er dann nach [einigen] Tagen wieder nach Kapernaum gekommen war, wurde bekannt (1*), dass er im Hause sei.
1* w. wurde gehört
Mk 2:2 - Und es versammelten sich [so] viele, dass es keinen Platz mehr gab (2*), nicht einmal [draußen] vor der Tür, und er sagte ihnen das Wort.
2* o. der Raum (die Menschen) nicht mehr fassen konnte
Mk 2:3 - Da kommen [Leute], die einen Gelähmten zu ihm bringen, von vieren getragen,

Mk 2:4 - und da sie [ihn] wegen der Volksmenge nicht an ihn heranbringen konnten (3*), deckten sie das Dach ab, wo [Jesus] war, und nachdem sie eine Öffnung gemacht hatten (4*), lassen sie das Bett (5*) hinab, auf dem der Gelähmte lag.
"3* o. nicht an ihn herankommen, zu ihm vordringen konnten 4* w. (die Lehmschicht) aufgegraben hatten 5* Gemeint ist ein ärmliches Bett (Tragbahre, Matte)."
Mk 2:5 - Und als Jesus ihren Glauben sah, spricht er zu dem Gelähmten: Kind, deine Sünden sind [dir] vergeben!

Mk 2:6 - Es saßen aber einige von den Schriftgelehrten dort; sie machten sich Gedanken in ihren Herzen [und urteilten] (6*):
6* griech. dialogizomai = (gründlich) überlegen, erwägen, denken, urteilen; sich Gedanken machen
Mk 2:7 - Was redet der so? Er lästert! Wer kann Sünden vergeben außer Einem, Gott?

Mk 2:8 - Und sogleich erkannte Jesus in seinem Geist, dass sie so bei sich überlegten (6*), und er spricht zu ihnen: Warum überlegt (6*) ihr dies in euren Herzen?
6* griech. dialogizomai = (gründlich) überlegen, erwägen, denken, urteilen; sich Gedanken machen
Mk 2:9 - Was ist leichter (7*), dem Gelähmten zu sagen: „Deine Sünden sind [dir] vergeben“, oder zu sagen: „Steh auf und hebe dein Bett (5*) auf und geh umher“ (8*)?
"7* o. müheloser zu bewerkstelligen 8* vgl. Mt 9:5 mit Anm. 6"
Mk 2:10 - Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn (9*) Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben – spricht er zu dem Gelähmten:
9* vgl. Mt 8:20 mit Anm. 17
Mk 2:11 - Ich sage dir: Steh auf, hebe dein Bett auf und geh hin in dein Haus!

Mk 2:12 - Da stand er auf, hob sogleich sein Bett auf und ging in Gegenwart aller hinaus, sodass sie alle [vor Staunen] außer sich gerieten (10*), Gott verherrlichten und sagten: So etwas haben wir noch nie gesehen!
10* o. die Fassung verloren, sich entsetzten
Mk 2:13 - Und er ging wieder hinaus an den See, und alles Volk (11*) kam zu ihm und er lehrte sie.
11* o. die ganze Volksmenge
Mk 2:14 - Im Vorbeigehen sah er dann Levi, den [Sohn] des Alphäus (12*), am Zollhaus sitzen und er spricht zu ihm: Folge mir nach! Und er stand auf und folgte ihm nach.
12* Levi = Matthäus (Mt 9:9 - Mt 10:3 - Mk 3:18 - Lk 6:15)
Mk 2:15 - Und es geschieht, dass er in dessen Haus zu Tische liegt (13*), und es befanden sich auch viele Zöllner und Sünder zusammen mit Jesus und seinen Schülern bei Tisch; denn es waren viele und sie folgten ihm.
13* Die Speisen wurden auf einem niedrigen Tisch aufgetragen, die Gäste lagen auf Polstern (W. Michaelis).
Mk 2:16 - Als nun die Schriftgelehrten unter den Pharisäern sahen, dass er mit den Sündern und Zöllnern isst, sagten sie [vorwurfsvoll] zu seinen Schülern: [Wie ist es nur möglich] dass er mit den Zöllnern und Sündern zusammen isst?

Mk 2:17 - Jesus hörte es und spricht zu ihnen: Nicht die bei Kräften sind, brauchen einen Arzt, sondern die Leidenden. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder (14*).
14* vgl. Mt 9:12,13 - Lk 5:31,32
Mk 2:18 - Und die Schüler des Johannes und die Pharisäer waren gerade dabei zu fasten (15*); da kommen [einige] und sagen zu ihm: Warum fasten die Schüler des Johannes und die Schüler der Pharisäer, deine Schüler aber fasten nicht?
15* hatten gerade ihre Fastenzeit o. pflegten zu fasten
Mk 2:19 - Da sprach Jesus zu ihnen: Können denn die Gefährten des Bräutigams (16*) fasten, während der Bräutigam (17*) bei ihnen ist? Solange (18*) sie den Bräutigam bei sich haben, können sie nicht fasten.
"16* vgl. Mt 9:15 mit Anm. 14 u.15 17* vgl. Joh 3:29 - Offb 19:7 18* w. Wie lange Zeit"
Mk 2:20 - Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen weggenommen sein wird (19*), und dann, an jenem Tag, werden sie fasten.
19* o. ihnen entrissen sein wird
Mk 2:21 - Niemand näht einen Flicken von neuem Tuch (20*) auf ein altes Kleid; wenn aber doch, so reißt das Füllstück (21*) [wieder] von ihm ab – das Neue vom Alten – und der Riss wird [noch] schlimmer.
"20* w. von ungewalktem Stoff 21* o. der aufgesetzte Flicklappen (Einsatz, Füllung)"
Mk 2:22 - Auch füllt niemand jungen Wein in alte Schläuche; wenn aber doch, wird der Wein die Schläuche zerreißen und der Wein kommt um (22*) und auch die Schläuche; sondern [man gießt] jungen Wein in neue Schläuche.
22* o. verdirbt, geht verloren (vgl. Mt 9:16-17 mit Anmerkungen sowie Lk 5:36-39)
Mk 2:23 - Und es geschah, dass er am Sabbat durch die Saatfelder dahinging (23*), und seine Schüler begannen, unterwegs die Ähren auszuraufen (24*).
"23* durch die Kornfelder zog o. wanderte 24* w. die Ähren ausraufend den Weg zu machen"
Mk 2:24 - Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh [nur], was für unerlaubte [Dinge] sie am Sabbat tun!

Mk 2:25 - Und er spricht zu ihnen: Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er Not litt und Hunger hatte, er und seine Begleiter?

Mk 2:26 - Wie er zu Zeiten Abjatars, des Hohenpriesters, in das Haus Gottes hineinging und die Schaubrote aß, die zu essen allein den Priestern erlaubt ist, und auch seinen Begleitern [davon] gab (25*)?
25* vgl. 3Mo 24:5-9 - 1Sam 21:2-7 - 1Sam 22:20-23 - 2Sam 15:24 - Mt 12:1-14. Im Bericht von 1Sam 21:2-7 ist Ahimelech Priester, noch nicht Abjatar. Dieser wurde später Priester. In V.26 könnte gemeint sein: zu Zeiten Abjatars, des (späteren) führenden Priesters Davids.
Mk 2:27 - Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen willen geworden und nicht der Mensch um des Sabbats willen (26*).
26* Hier setzt Jesus Prioritäten: Der Ruhetag soll dem Menschen dienen, nicht aber ihn knechten!
Mk 2:28 - Somit ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

Mk 3

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Mk 3:1 - Dann ging er wieder in die Synagoge hinein. Und es befand sich dort ein Mensch, der eine abgestorbene (27*) Hand hatte,
27* o. verdorrte, gelähmte, bewegungsunfähige
Mk 3:2 - und [Jesu Gegner] achteten genau darauf (28*), ob er ihn am Sabbat heilen würde, damit sie ihn verklagen könnten.
28* „paratäreo“ = von der Seite (d.h. genau, scharf, heimtückisch) beobachten, auflauern, genau Acht geben
Mk 3:3 - Und er spricht zu dem Menschen, der die erstorbene (27*) Hand hatte: Steh auf [und tritt] in die Mitte!
27* o. verdorrte, gelähmte, bewegungsunfähige
Mk 3:4 - Dann spricht er zu ihnen: [Was] ist erlaubt [in euren Augen]: am Sabbat Gutes zu tun oder Böses zu tun, Leben (29*) zu retten oder zu töten? Sie aber schwiegen.
29* w. eine Seele („psyche“)
Mk 3:5 - Da blickte er sie ringsumher zornig an, zugleich betrübt über die Verhärtung (30*) ihres Herzens, und er spricht zu dem Menschen: Strecke die Hand aus! Und er streckte [sie] aus, und seine Hand wurde wiederhergestellt (31*).
"30* o. Verstockung, Verstocktheit (Röm 11:25 - Eph 4:18). Jesu Zorn ist von Traurigkeit und Mitleid begleitet. Diese Bemerkung findet sich nur bei Mk. („Sondergut“); vgl. Mt 12:9-14 - Lk 6:6-11. 31* „Das Wort 'wiederherstellen' ist sonst auch gebraucht für die Erneuerung der Herzen und des Reiches Israel und der Welt (Mk 9:12 - Mt 17:11 - Apg 1:6 - Apg 3:21). So spürt man in unserer Geschichte den Atem der Neuen Welt“ (F. Rienecker)."
Mk 3:6 - Da fassten die Pharisäer, [kaum dass] sie hinausgegangen waren, sogleich mit den Herodianern (32*) zusammen einen Beschluss gegen ihn, um ihn umzubringen.
32* Anhänger des Herodes Antipas und Römerfreunde
Mk 3:7 - Da zog sich Jesus mit seinen Schülern an den See zurück und eine große [Menschen-]Menge von Galiläa folgte [ihm]. Auch von Judäa

Mk 3:8 - und von Jerusalem und Idumäa, von jenseits des Jordanflusses (33*) und [der Gegend] um Tyrus und Sidon [folgte ihm] eine große Menge; als sie hörten, was er alles tat, kamen sie zu ihm.
33* d.h. aus dem Ostjordanland
Mk 3:9 - Und er wies seine Schüler an, ihm wegen der Volksmenge ständig ein Boot bereitzuhalten, damit sie ihn nicht [zu arg] bedrängten;

Mk 3:10 - denn er heilte viele, sodass sich alle von Leiden Geplagten [geradezu] auf ihn stürzten (34*), um ihn zu berühren (35*).
"34* o. über ihn herfielen 35* Wieder berichtet Mk. (Mk 3:9,10) zusätzlich zu Mt. und Lk. weitere Einzelheiten."
Mk 3:11 - Und sooft die unreinen Geister ihn erblickten (36*), fielen sie vor ihm nieder und schrien: Du bist der Sohn Gottes!
36* o. schauten, anschauten
Mk 3:12 - Und viele Male gebot er ihnen streng (37*), ihn nicht öffentlich bekannt zu machen.
37* vgl. Mt 12:16
Mk 3:13 - Dann steigt er auf den Berg und ruft [die] zu sich, die er selbst [bei sich haben] wollte, und sie gingen weg – hin zu ihm.

Mk 3:14 - Und er bestimmte (38*) zwölf, die er auch Apostel (39*) nannte, dass sie mit ihm seien (40*) und er sie aussende, um zu predigen (41*)
"38* o. bestellte, setzte ein (w. machte: er machte sie zu Aposteln). Die Zwölfzahl entspricht dem Zwölfstämmevolk Israel (vgl. Mt 19:28 - Offb 21:12 - Offb 21:14). 39* d.h. Abgesandte, Ausgesandte, Sendboten 40* „Mit ihm sein“ heißt nicht nur „bei ihm sein“, sondern mit teilhaben an Jesu Auftrag und Dienst. 41* die Heilsbotschaft öffentlich bekannt zu machen"
Mk 3:15 - und Vollmacht zu besitzen, die Dämonen auszutreiben.

Mk 3:16 - Und so setzte er die Zwölf ein und legte dem Simon den Namen Petrus bei,

Mk 3:17 - ferner Jakobus, den [Sohn] des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus, und legte ihnen den Namen „Boanerges“ bei, was „Donnersöhne“ bedeutet,

Mk 3:18 - ferner Andreas und Philippus und Bartholomäus und Matthäus und Thomas und Jakobus, den [Sohn] des Alphäus, und Thaddäus und Simon, den Kananäer,

Mk 3:19 - und Judas Iskariot, der ihn dann verriet (42*).
42* vgl. Mt 10:1-4 - Lk 6:12-16
Mk 3:20 - Dann geht er ins Haus (43*) und wieder kommt die Volksmenge zusammen, sodass sie nicht einmal [ihr] Brot essen konnten (44*).
"43* o. in ein Haus, nach Hause (Mk 2:1) 44* eine Mahlzeit einnehmen konnten, Zeit zum Essen fanden"
Mk 3:21 - Als seine Angehörigen (45*) [davon] hörten, gingen sie aus (46*), um sich seiner zu bemächtigen (47*), denn sie sagten: Er ist von Sinnen (48*).
"45* w. „die von ihm“ (die Seinigen) 46* o. brachen sie auf, machten sie sich auf den Weg 47* ihn zu ergreifen, (mit Gewalt) festzuhalten o. zu holen 48* o. ist außer sich (hat den Verstand verloren)"
Mk 3:22 - Und die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sprachen: Er hat den Beelzebul (49*), und: Durch den Obersten der Dämonen treibt er die Dämonen aus!
49* vgl. Mt 9:34 - Mt 10:25 - Mt 12:24 - (2Kö 1:2)
Mk 3:23 - Da rief er sie herbei und sprach in Gleichnissen zu ihnen: Wie kann der Satan den Satan austreiben?

Mk 3:24 - Wenn ein Königreich gegen sich selbst entzweit ist (50*), so kann jenes Reich nicht bestehen.
50* o. mit sich selbst uneins ist, in sich selbst gespalten ist, mit sich selbst im Streit liegt.
Mk 3:25 - Und wenn ein Haus (51*) gegen sich selbst entzweit ist (50*), so wird jenes Haus keinen Bestand haben können.
"50* o. mit sich selbst uneins ist, in sich selbst gespalten ist, mit sich selbst im Streit liegt. 51* hier: Hausgemeinschaft, Familie"
Mk 3:26 - Und wenn der Satan gegen sich selbst aufgestanden und entzweit ist, so kann er nicht bestehen, sondern es ist zu Ende mit ihm (52*).
52* w. er hat ein Ende
Mk 3:27 - Niemand aber kann in das Haus des Starken eindringen und seine Habe rauben, wenn er nicht zuvor den Starken bindet (53*); erst dann wird er sein Haus ausrauben (54*).
"53* o. gebunden hat, gefesselt hat 54* vgl. Mt 12:29 - Lk 11:21,22"
Mk 3:28 - Wahrlich (55*), ich sage euch: Alle Sünden und Lästerungen – was auch immer sie lästernd sagen mögen – werden den Menschenkindern (56*) vergeben werden;
"55* w. Amen 56* w. den Söhnen der Menschen"
Mk 3:29 - wer aber gegen den Heiligen Geist lästert, hat [auch] im [kommenden] Weltzeitalter keine Vergebung, sondern ist [auch noch] im kommenden Zeitalter seiner Sündenschuld verfallen (57*).
57* w. ist äonischer Sünde schuldig. Jesus hat bei dieser Aussage das gegenwärtige und das kommende Zeitalter (Äon) im Auge; vgl. Mt 12:31,32 mit Anmerkungen.
Mk 3:30 - [Das sagte er] weil sie behaupteten: Er hat einen unreinen Geist.

Mk 3:31 - Da kommen seine Mutter und seine Brüder, und während sie draußen standen, [ließen] sie ihm eine Mitteilung machen und ihn rufen (58*).
58* w. sandten sie zu ihm, ihn rufend
Mk 3:32 - Und eine Menge [Menschen] hatte sich um ihn herum gelagert und sie sagen zu ihm: Sieh, deine Mutter und deine Brüder und deine Schwestern [stehen] draußen [und] suchen dich.

Mk 3:33 - Da gab er ihnen zur Antwort: Wer ist meine Mutter und [wer sind] meine Brüder?

Mk 3:34 - Und die im Kreis um ihn Lagernden ringsum anblickend sagt er: Sieh, meine Mutter und meine Brüder!

Mk 3:35 - Denn wer [auch immer] den Willen Gottes tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.

Mk 4

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Mk 4:1 - Und wieder begann er am See zu lehren. Und es versammelt sich eine sehr große Volksmenge bei ihm, sodass er in ein Boot stieg und sich [darin] auf dem See niedersetzte, während sich die ganze Menge am See[ufer] auf dem Lande befand.

Mk 4:2 - Und er lehrte sie vieles in [Form von] Gleichnissen und sagte ihnen in seiner Lehre:

Mk 4:3 - Hört zu! Sieh, der Sämann ging aus, um zu säen (1*).
1* vgl. Mt 13:1-23 - Lk 8:4-15
Mk 4:4 - Und es geschah: Indem er säte, fiel einiges [daneben] an den Weg und es kamen die Vögel und fraßen es auf.

Mk 4:5 - Anderes wieder fiel auf felsigen [Boden] (2*), wo es nicht viel Erde hatte, und sogleich ging es auf (3*), weil dem Erdreich die Tiefe fehlte (4*),
"2* o. steinigen [Grund] 3* o. schoss es in die Höhe 4* w. weil es nicht Tiefe der Erde hatte"
Mk 4:6 - und als die Sonne aufgegangen war, wurde es von der Hitze versengt, und weil es keine [rechte] Wurzel hatte, verdorrte es.

Mk 4:7 - Anderes wieder fiel unter die Dornen (5*) und die Dornen wuchsen empor und erstickten es völlig (6*) und es brachte keine Frucht.
"5* w. in die Dornen (die Triebe der Dornsträucher) 6* o. erstickten es durch Zusammendrücken"
Mk 4:8 - Anderes wieder fiel auf das gute Land (7*), es ging auf und wuchs heran und brachte Frucht, und das eine [Samenkorn] trug dreißig[fältig] und das andre sechzig[fältig] und das andere hundert[fältig].
7* o. in die gute Erde, auf den guten Boden
Mk 4:9 - Und er sprach: Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Mk 4:10 - Als er dann allein war, fragten ihn, die um ihn waren, mit den Zwölfen nach den Gleichnissen.

Mk 4:11 - Und er sprach zu ihnen: Euch ist das Geheimnis des Königreiches Gottes (8*) anvertraut (9*); jenen aber, die draußen [sind] (10*), wird alles [nur] in Gleichnissen [zuteil],
"8* o. der königlichen Herrschaft Gottes 9* w. gegeben (zu erkennen gegeben: Mt 13:11) 10* außerhalb der Gemeinschaft mit Jesus (vgl. 1Kor 5:12,13 - Kol 4:5 - 1Thes 4:12 - Offb 22:15)"
Mk 4:12 - damit sie „sehenden Auges doch nicht sehen und hörenden Ohres doch nicht verstehen (11*), damit sie nicht etwa umkehren und ihnen vergeben werde“(12*).
"11* w. sehend sehen und nicht wahrnehmen und hörend hören und nicht verstehen 12* Die „draußen“ sind und „draußen“ bleiben wollen, trifft ein göttliches Verstockungsgericht (vgl. Röm 11:7-10 - Jes 6:9,10 - Mt 13:13-15)."
Mk 4:13 - Und er spricht zu ihnen: Wisst ihr nicht, [was] diese Gleichnis [bedeutet]? Wie wollt ihr dann alle [anderen] Gleichnisse begreifen?

Mk 4:14 - Der Sämann sät das Wort.

Mk 4:15 - Die an den Weg [Gesäten] aber sind die, bei denen das Wort [zwar] ausgesät wird, doch wenn sie es gehört haben, kommt sogleich der Satan und nimmt das Wort weg (13*), das in sie gesät worden war.
13* o. rafft weg, beseitigt, tilgt das Wort
Mk 4:16 - Und dies sind die auf das felsige [Land] (2*) Gesäten: Wenn sie das Wort hören, nehmen sie es sogleich mit Freuden an,
2* o. steinigen [Grund]
Mk 4:17 - doch sie haben keine [in die Tiefe gehende] Wurzel in sich, sondern lassen sich vom Augenblick[sgefühl] leiten (14*); wenn dann Druck (15*) oder Verfolgung wegen des Wortes entsteht, kommen sie sogleich zu Fall (16*).
"14* o. sind wetterwendisch, unbeständig, Augenblicksmenschen (vgl. Mt 13:21 - Lk 8:13) 15* o. Bedrängnis, Drangsal, Einengung 16* o. stoßen sie sich (daran), ärgern sie sich, werden sie (am Glauben) irre (vgl. Mt 11:26 - Mt 13:21 - Mt 13:57)"
Mk 4:18 - Andere wieder sind die unter die Dornen (5*) Gesäten: Das sind jene, die das Wort [zwar] gehört haben,

Mk 4:19 - doch die Sorgen [dieser] Weltzeit (17*) und der Betrug des Reichtums und die mancherlei sonstigen Begierden (18*) dringen ein und ersticken völlig das Wort (19*), sodass es fruchtlos [bleibt].
"17* nämlich diesen böses Äons (Gal 1:4 - Mt 13:22) 18* w. die Begierden nach dem Übrigen 19* es überwuchernd und zusammendrückend (V.7)"
Mk 4:20 - Die [aber] auf das gute Land (7*) gesät wurden, sind jene, die das Wort hören und aufnehmen und Frucht bringen – dreißig[fältig] und sechzig[fältig] und hundert[fältig].
7* o. in die gute Erde, auf den guten Boden
Mk 4:21 - Und er sprach zu ihnen (20*): Wird etwa die Lampe geholt (21*), um unter das Gefäß gestellt zu werden, das euch als Getreidemaß dient, oder unter das Bett? Nicht [vielmehr], um auf den Leuchter (22*) gestellt zu werden?
"20* vgl. Mt 5:15 - Mt 7:2 - Mt 10:26 - Mt 13:12 - Lk 8:16-18 21* w. Kommt etwa die Lampe 22* o. Lampenständer, Lampengestell, Kandelaber"
Mk 4:22 - Es ist ja nichts verborgen, außer damit es geoffenbart werde, und nichts geschah geheim (23*), ohne [schließlich] an den Tag zu kommen (24*).
"23* o. wurde verhüllt, geheim gehalten („apokryph“) 24* w. sondern damit es ins Offenbare komme"
Mk 4:23 - Wenn einer Ohren hat zu hören, der höre!

Mk 4:24 - Und er sprach zu ihnen: Gebt Acht [darauf], was ihr hört! Mit welchem Maßstab (25*) ihr messt, wird man [auch] euch messen und man wird euch [noch] dazugeben.
25* o. Meßlatte, Richtschnur, Norm
Mk 4:25 - Denn wer hat, dem wird gegeben werden, und wer nicht hat, von dem wird auch genommen werden, was er hat (26*).
26* vgl. Mt 13:12 mit Anm. 11
Mk 4:26 - Und er sprach (27*): Mit dem Königreich (28*) Gottes verhält es sich so, wie wenn ein Mensch den Samen aufs Land streut (29*)
"27* Mk 4:26-29 und Mk 8:22-26 sind „Sondergut“, d.h. nur Mk. hat diese Texte. Daneben sind viele einzelne Sätze und Worte „Sondergut“, auch ist einiges ausführlicher berichtet als in den anderen Evangelien (so z.B. in Mk 7:31-37 - Mk 9:20-27). 28* o. Königsherrschaft, Königtum 29* o. auf die Erde wirft"
Mk 4:27 - und [dann] schläft und aufsteht, Nacht und Tag, und der Same sprosst und wächst in die Länge (30*) - er weiß selbst nicht, wie [es geschieht].
30* o. wächst empor, wird groß
Mk 4:28 - Von selbst (31*) bringt die Erde Frucht hervor, zuerst die grüne Saat, dann die Ähre, dann den Weizen, voll ausgereift in der Ähre.
31* o. selbsttätig, aus eigenem Antrieb (griech. automatos)
Mk 4:29 - Wenn aber die Frucht es zulässt (32*), schickt er sogleich die Sichel, denn die Ernte ist da (33*).
"32* o. es von sich gibt, sich darbietet (so weit ist) 33* Der Sinn ist: Das Wort von der Gottesherrschaft besitzt eine wunderbare Keimkraft und Entfaltungsmacht. Ohne menschliches Zutun geschieht göttliches Wachstum (vgl. 1Kor 3:6,7). Am Ende des Zeitalters kommt die Ernte (Mt 13:24 - Mt 13:30 - Offb 14:15)."
Mk 4:30 - Und er sprach: Wie sollen wir das Königreich (28*) Gottes abbilden oder mit welchem Gleichnis sollen wir es darstellen?
28* o. Königsherrschaft, Königtum
Mk 4:31 - [Es ist] wie mit einem Senfkorn. Das ist, auf die Erde gesät, kleiner als alle Samen[körner] auf Erden;

Mk 4:32 - wenn es dann [aber] gesät ist, geht es auf und wird größer als alle Gartengewächse und treibt große Zweige, sodass unter seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können (34*). -
34* vgl. Mt 13:32 mit Anmerkungen
Mk 4:33 - Und in vielen derartigen Gleichnissen sagte er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten (35*);
35* o. je nach ihrer Fassungskraft, ihrem Aufnahmevermögen
Mk 4:34 - ohne Gleichnis aber redete er nicht zu ihnen (36*); [waren sie] aber für sich allein, so erklärte er den eigenen Schülern alles (37*).
"36* vgl. Mt 13:34,35 - Mk 4:10-12 37* o. so gab er (ihnen) von allem die Auflösung (Deutung)"
Mk 4:35 - Als es dann Abend (38*) geworden war an jenem Tag, sagt er zu ihnen: Lasst uns ans jenseitige [Ufer] übersetzen!
38* o. spät, später Nachmittag
Mk 4:36 - Da lassen sie die Volksmenge gehen (39*) und nehmen ihn, so wie er war, im Boote mit, und andere Boote begleiteten ihn (40*).
"39* o. verabschieden sie, entlassen sie die Volksmenge 40* w. waren mit ihm"
Mk 4:37 - Und es entsteht ein heftiger Wirbelsturm und die Wogen schlugen ins Boot (41*), sodass das Boot sich schon füllte.
41* o. warfen sich auf das Boot
Mk 4:38 - Und er selbst war hinten im Heck, auf dem Kopfkissen schlafend (42*). Und sie wecken ihn auf und sagen zu ihm: Lehrer, liegt dir nichts daran (43*), dass wir umkommen?
"42* Wieder ist es Mk., der einige besondere Einzelzüge ergänzt, die sich in Mt 8:23-27 und Lk 8:22-25 nicht finden. 43* o. kümmert es dich nicht, bist du nicht besorgt"
Mk 4:39 - Da [war er plötzlich] ganz wach, redete gebietend (44*) zu dem Wind und sprach zu dem See: Schweig [und] verstumme! Da legte sich der Wind und es trat eine große Stille ein (45*).
"44* o. Vorwürfe machend, tadelnd, scheltend, rügend 45* vgl. Ps 65:8 - Ps 89:10 - Ps 107:29 - Mt 8:26"
Mk 4:40 - Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so ängstlich (46*)? Habt ihr noch [immer] keinen Glauben?
46* o. feige, verzagt, furchtsam
Mk 4:41 - Da gerieten sie in große Furcht (47*) und sprachen zueinander: Wer ist [eigentlich] dieser [Mann], dass ihm auch der Wind und der See gehorchen?
47* w. Da fürchteten sie sich mit großer Furcht

Mk 5

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Mk 5:1 - Und sie kamen an das jenseitige [Ufer] des Sees, in die Gegend der Gerasener (48*),
48* Die Handschriften nennen hier wie auch in den Parallelen (Mt 8:28 - Lk 8:26) drei mögliche Orte des Geschehens: das damals berühmte Gerasa, 55 km vom See entfernt gelegen, den kleinen Ort Gergesa, dessen Ruinen heute noch unmittelbar am See bekannt sind, und das 10 km entfernte Gaddara (A. Pohl). Jesus betritt das Gebiet der „Zehnstädte“ (Griech. Dekapolis) im Ostjordanland, also „Heidenland“.
Mk 5:2 - und [kaum, dass] er aus dem Boot gestiegen war, lief ihm sogleich von den Grabstätten [her kommend] ein Mensch mit einem unreinen Geist entgegen (49*).
49* Ausführlicher als Mt (Mt 8:28-34) schildern Mk und Lk (Lk 8:26-39) diese Begebenheit. Der Geist der Unreinheit treibt den Besessenen in Wildheit, Nacktheit, Gewalttätigkeit (auch gegen sich selbst) und in die Grabhöhlen. Jesus erweist sich als Sieger über die Dämonen.
Mk 5:3 - Er hauste in den Grabhöhlen und niemand vermochte ihn mehr zu fesseln (50*), nicht einmal mit einer Kette,
50* o. zu binden
Mk 5:4 - weil er oft [schon] mit Fußfesseln und Ketten gebunden worden war, doch die Ketten waren von ihm zerrissen und die Fußfesseln zerbrochen (51*) worden und niemand besaß die Kraft, ihn zu überwältigen (52*).
"51* o. zerschlagen, zerstoßen, zerrieben 52* o. zu zähmen, zu bändigen, zu bezwingen"
Mk 5:5 - Und ständig, bei Nacht und bei Tage, hielt er sich in den Grabhöhlen und in den Bergen auf, schreiend und sich selbst mit Steinen schlagend.

Mk 5:6 - Als er nun Jesus von weitem erblickte, kam er gelaufen und fiel vor ihm nieder

Mk 5:7 - und mit lauter Stimme schreiend sagt er: Was habe ich mit dir [zu tun], Jesus, Sohn Gottes, des Höchsten? Ich beschwöre dich bei Gott, mich nicht zu peinigen (53*)!
53* „basanizo“ = peinigend (im Gericht) untersuchen, verhören, die Echtheit prüfen
Mk 5:8 - Er hatte nämlich zu ihm gesagt: Fahre aus, unreiner Geist, aus dem Menschen!

Mk 5:9 - Und er fragte ihn: Was ist dein Name? Er entgegnet ihm: „Legion“ ist mein Name, denn wir sind viele (54*).
54* Eine römische Legion umfasste damals etwa 6000 Mann.
Mk 5:10 - Und er bat ihn viele Male (55*), sie (56*) nicht aus jener Gegend fortzuschicken.
"55* o. heftig, dringend, inständig 56* nämlich die Dämonen. Hier ist der Besessene Sprachrohr der Dämonen; in Mk 5:12 und Mt 8:29 reden diese selbst"
Mk 5:11 - Es befand sich aber dort eine große Schweineherde, die am Berg[hang] weidete.

Mk 5:12 - Und sie baten ihn: Schick uns in die Schweine, das wir in sie fahren (57*)!
57* Die Geister wollen nicht „wohnungslos“ sein, sie suchen Verkörperung. Dies gilt andererseits auch vom Gottes- und Menschengeist (Kol 2:9 - 2Kor 5:3).
Mk 5:13 - Da erlaubte er es ihnen. Und die unreinen Geister fuhren aus und fuhren in die Schweine hinein und es stürmte (58*) die Herde den Abhang hinab in den See – etwa 2000 – und sie ertranken (59*) im See (60*).
"58* o. stürzte sich 59* w. erstickten 60* Wo immer Dämonen herrschen, geht es – ihrem inneren Gesetz entsprechend – abwärts in Tod und Verderben."
Mk 5:14 - Da flohen die Hirten, die sie hüteten, und berichteten es in der Stadt und auf den Gehöften (61*) und [die Leute] kamen, um zu sehen, was geschehen war.
61* o. auf den Feldern, Bauernhöfen, in den Dörfern
Mk 5:15 - Und sie kommen zu Jesus und schauen sich den [zuvor] von Dämonen Besessenen an, der die „Legion“ [unreiner Geister in sich] gehabt hatte, wie er dasitzt, bekleidet und vernünftig, und sie fürchteten sich.

Mk 5:16 - Und die es gesehen hatten (62*), erzählten ihnen, was (63*) mit dem Besessenen geschehen war, und [den Vorfall] mit den Schweinen.
"62* o. die Augenzeugen 63* w. wie (es)"
Mk 5:17 - Da fingen sie an, ihn zu bitten, aus ihrem Gebiet fortzugehen.

Mk 5:18 - Und als er in das Boot einstieg, bat ihn der [zuvor] Besessene, bei ihm bleiben zu dürfen (64*).
64* w. dass er mit ihm sei
Mk 5:19 - Doch er erlaubt es ihm nicht, sondern spricht zu ihm: Geh hin in dein Haus zu den Deinen und verkünde ihnen, was für große Dinge (65*) der Herr an dir getan und [welches] Erbarmen er dir erzeigt hat (66*)!
"65* w. Wie Großes, wie viel, was alles 66* In diesem Fall bestand Jesus nicht auf Verschwiegenheit (wie Mk 1:44 - Mk 3:12), denn hier im Heidenland „bestand keine Gefahr, dass Israel durch unverständige Messiaspropaganda verführt würde“ (A. Pohl)."
Mk 5:20 - Und er ging fort und begann in der Dekapolis (67*) öffentlich davon zu reden (68*), was für große Dinge (65*) Jesus ihm getan, und alle wunderten sich.
"67* d.h. im Zehnstädtegebiet 68* o. zu verkündigen, zu predigen"
Mk 5:21 - Als dann Jesus im Boot wieder zum gegenüberliegenden [Ufer] (69*) gelangt war, versammelte sich eine große Volksmenge bei ihm und er war am See (70*).
"69* ans Westufer des Sees Genezareth 70* Wieder berichten Mk. und Lk. (Lk 8:40-56) ausführlicher als Matthäus (Mt 9:18-26)."
Mk 5:22 - Da kommt einer der Synagogenvorsteher [herbei] (71*), mit Namen Jairus (72*), und als er ihn sieht, fällt er zu seinen Füßen [nieder]
"71* Das Berichtete geschah wohl in Kapernaum (Mt 8:5 - Mt 11:23), wo es mehrere Synagogen gab. 72* d.h. „Gott erleuchtet“ o. „Gott möge (sein Antlitz) strahlen lassen“"
Mk 5:23 - und bittet ihn inständig (73*) und sagt: Mein Töchterlein liegt in den letzten Zügen (74*); doch komm und leg ihr die Hände auf, damit sie gerettet wird und lebt!
"73* o. flehentlich, sehr, viele Male 74* o. ist sterbenskrank"
Mk 5:24 - Da ging er mit ihm fort und eine große Volksmenge folgte ihm und sie drängten und drückten ihn.

Mk 5:25 - Und [da war] eine Frau, die [schon] zwölf Jahre Blutungen hatte (75*)
75* o. mit Blutfluss behaftet war (sodass sie nach 3Mo 15:25-31 als unrein galt)
Mk 5:26 - und von vielen Ärzten vieles erlitten und ihr ganzes Vermögen aufgewendet hatte – doch es hatte ihr nichts genützt, sondern es war vielmehr [noch] schlimmer mit ihr geworden.

Mk 5:27 - [Diese] hatte von Jesus gehört und kam [nun] in der Volksmenge von hinten [heran] und berührte sein Gewand;

Mk 5:28 - denn sie sagte [sich]: Wenn ich auch nur seine Kleider berühre, werde ich geheilt werden (76*).
76* o. gerettet werden (Hilfe, Heil, Rettung erlangen)
Mk 5:29 - Und sogleich versiegte der Quell ihres Blutes und sie spürte an [ihrem] Körper (77*), dass sie von der Plage geheilt war.
77* w. sie erkannte (merkte) am Körper
Mk 5:30 - Sogleich hatte [aber auch] Jesus bei sich bemerkt (78*), dass Kraft von ihm ausgegangen war, und er wandte sich in der Volksmenge um und sprach: Wer hat meine Kleider berührt?
78* o. in sich selbst erkannt
Mk 5:31 - Da sagten seine Schüler zu ihm: Du siehst, [wie] die Menge dich [von allen Seiten] drängt und drückt, und [da] sagst du [noch]: Wer hat mich berührt?

Mk 5:32 - Und er blickte rings umher, um die zu sehen, die das getan hatte.

Mk 5:33 - Da kam die Frau, von Furcht erfüllt und zitternd, [wohl] wissend, was ihr geschehen war, fiel vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit.

Mk 5:34 - Er aber sprach zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dich geheilt (79*). Geh hin in Frieden und sei [und bleibe] von deinem quälenden Leiden befreit (80*)!
"79* o. dich gerettet, dir geholfen, dich gesund gemacht (dir Rettung, Heil, Hilfe verschafft) (vgl. Mt 9:22 - Mk 10:52 - Lk 7:50 - Lk 8:48 - Lk 17:19 - Lk 18:42) 80* w. von deiner Plage gesund"
Mk 5:35 - Während er noch redet, kommen [Leute] des Synagogenvorstehers und melden ihm (81*): Deine Tochter ist gestorben, was belästigst du den Lehrer noch?
81* w. sagend
Mk 5:36 - Jesus überhörte absichtlich (82*) diese Meldung (83*) und sagt zu dem Synagogenvorsteher: Fürchte dich nicht, glaube nur!
"82* o. überging, ließ unbeachtet (oder aber: hörte nebenbei, hörte mit an) 83* w. das geredete Wort"
Mk 5:37 - Und er ließ niemand als Begleitung mitgehen außer Petrus und Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus.

Mk 5:38 - Und sie kommen zum Haus des Synagogenvorstehers und er beobachtet das lärmende Durcheinander und [wie sie] laut weinen und wehklagen,

Mk 5:39 - und er geht hinein und spricht zu ihnen: Was lärmt und weint ihr so? Das Kind ist nicht gestorben, sondern schläft.

Mk 5:40 - Da lachen sie ihn aus. Er aber treibt alle hinaus (84*) und nimmt [nur] den Vater des Kindes und die Mutter und seine Begleiter (85*) mit und tritt ein, wo das Kind war.
"84* o. wirft alle hinaus, jagt alle fort 85* w. die mit ihm"
Mk 5:41 - Dann ergreift er die Hand des Kindes, und er spricht zu ihr (86*): „Talitha kum!“, das heißt übersetzt: Mädchen, ich sage dir: Steh auf!
86* auf Aramäisch
Mk 5:42 - Und sogleich stand das Mädchen auf und ging umher; es war nämlich zwölf Jahre alt. Da gerieten sie sogleich völlig außer sich (87*).
87* w. Und sie entsetzten sich sogleich mit großem Entsetzen
Mk 5:43 - Und er gebot ihnen nachdrücklich (88*), niemand solle dies erfahren, und sagte, man solle ihr zu essen geben (89*).
"88* o. streng, inständig (w. viel) 89* Jesus vergisst über der Wahrung des Messiasgeheimnisses keineswegs die nächsten kleinen Schritte im Alltag."

Mk 6

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Mk 6:1 - Und er ging von dort weg und kommt in seine Vaterstadt (1*) und seine Schüler folgen ihm.
1* nämlich Nazareth (Lk 1:26 - Lk 2:4 - Lk 2:39 - Lk 2:51 - Mt 2:23 - Mt 21:11 - Mk 1:9 - Joh 1:45,46 - Apg 10:38). „Patris“ bezeichnet den väterlichen, heimatlichen Bezirk (Heimatort, Heimatdorf, Vaterstadt).
Mk 6:2 - Als es dann Sabbat geworden war, begann er in der Synagoge zu lehren, und viele, die zuhörten, gerieten außer sich (2*) und sprachen: Woher [hat] der das? Und welcher Art [ist] die Weisheit, die diesem gegeben ist, und [sind] die machtvollen Wundertaten, die so durch seine Hände geschehen?
2* o. entsetzten sich, waren erschüttert (Mk 1:22)
Mk 6:3 - Ist dieser nicht der Zimmermann (3*), der Sohn der Maria und Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon? Und sind seine Schwestern nicht [auch] hier bei uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm.
3* nicht nur der Sohn des Zimmermanns (Mt 13:55). Jesus hat offenbar das Handwerk Josefs gelernt und selbstständig ausgeübt. „Er stellte Deichseln her oder reparierte Pflugscharen, zimmerte Kästen, Bänke, Bettgestelle ..., deckte und dichtete Dächer“ (A. Pohl).
Mk 6:4 - Da sprach Jesus zu ihnen: Nirgendwo wird ein Prophet weniger geachtet als in seiner Vaterstadt (1*) und bei seinen Verwandten und in seinem Hause (4*).
"1* nämlich Nazareth (Lk 1:26 - Lk 2:4 - Lk 2:39 - Lk 2:51 - Mt 2:23 - Mt 21:11 - Mk 1:9 - Joh 1:45,46 - Apg 10:38). „Patris“ bezeichnet den väterlichen, heimatlichen Bezirk (Heimatort, Heimatdorf, Vaterstadt). 4* vgl. Mt 13:57 mit Anmerkungen!"
Mk 6:5 - Und er vermochte dort keine machtvolle Wundertat zu vollbringen – außer dass er wenigen Kranken (5*) die Hände auflegte und [sie] heilte.
5* griech. "arrostoi" = Kraftlose, Energielose, Kränkliche
Mk 6:6 - Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und er zog durch die Dörfer ringsum und lehrte.

Mk 6:7 - Dann ruft er die Zwölf zu sich. Und er begann sie auszusenden – jeweils zu zweit – und verlieh ihnen Vollmacht (6*) über die unreinen Geister
6* o. Autorität, Machtfülle, Gewalt, Herrschaft
Mk 6:8 - und er gebot ihnen, nichts auf den Weg mitzunehmen als allein einen [Wander-]Stab, kein Brot, keine Reisetasche [und auch] kein Kupfergeld im Gürtel (7*),
7* der zugleich als „Geldbeutel“ diente
Mk 6:9 - wohl aber Sandalen [an den Füßen] (8*). Und (er gebot): Zieht nicht zwei Röcke (9*) an!
"8* Nach Mk. sind Stab und Sandalen erlaubt, nach Mt. aber sind sie untersagt (Mk 10:10) (nach Lk 9:3 der Stab); allen gemeinsam ist das Verbot, Geld, Reisetasche oder zwei Röcke mitzunehmen. Die Unterschiede zeigen, dass es sich nur um allgemeine Hinweise handelt. Jesu Schüler sollen sich nicht auf menschliche Sicherungen verlassen. 9* o. Untergewänder, Hemden"
Mk 6:10 - Weiter sagte er ihnen: Wo ihr in ein Haus einkehrt, dort bleibt, bis ihr von dort weiterzieht.

Mk 6:11 - Und wenn [die Leute] eines Ortes euch nicht aufnehmen, ja nicht einmal anhören [wollen], so geht von dort weg und schüttelt – ihnen zum Zeugnis – den Staub unter euren Füßen ab (10*)! -
10* Dies ist eine symbolische Handlung, die ausdrückt: Wir brechen die Beziehungen ab und überlassen euch dem Gericht Gottes. Euer Land ist für uns unheilig; wir wollen uns damit nicht verunreinigen (Apg 18:5,6 - 2Kor 2:16).
Mk 6:12 - Da zogen sie aus und verkündeten öffentlich (11*), man solle [zu Gott hin] umkehren (12*),
"11* o. predigten, machten als Herolde öffentlich bekannt 12* o. sein Sinnen und Denken ändern (vgl. Mt 3:2 - Mt 3:8)"
Mk 6:13 - und sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke (5*) mit Öl und heilten [sie].
5* griech. "arrostoi" = Kraftlose, Energielose, Kränkliche
Mk 6:14 - Und es hörte der König Herodes (13*) [von Jesus]; denn sein Name war bekannt geworden und man sagte: Johannes der Täufer ist aus [den] Toten auferweckt worden; darum auch sind die [Wunder-]Kräfte in ihm wirksam.
13* Herodes Antipas, Sohn Herodes des Großen (Mt 2:1-19), herrschte als „Vierfürst“ (Tetrarch) von 4 v.Chr. bis 39 n.Chr. über Galiläa und Peräa im Ostjordanland.
Mk 6:15 - Andere aber sagten: Er ist Elia; [wieder] andere aber sagten: Ein Prophet [ist er], wie einer der Propheten!

Mk 6:16 - Als aber Herodes [davon] hörte, sprach er: Johannes, den ich selber habe enthaupten [lassen], der ist auferweckt worden!

Mk 6:17 - Er selbst; Herodes, hatte nämlich [Leute] ausgesandt und Johannes festnehmen und gefesselt ins Gefängnis werfen [lassen] (14*). (Dies geschah) wegen der Herodias, der Frau seines Bruders Philippus, weil (Herodes) sie geheiratet hatte.
14* o. im Gefängnis anketten (lassen)
Mk 6:18 - Johannes hatte nämlich zu Herodes gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu besitzen (15*)!
15* o. Du hast kein Recht, die Frau deines Bruders (zur Frau) zu haben (vgl. Mt 14:1-4 - Lk 3:19,20)
Mk 6:19 - Herodias aber hegte einen Groll gegen ihn und wollte ihn töten [lassen], vermochte es aber nicht.

Mk 6:20 - Denn Herodes fürchtete den Johannes, kannte er ihn [doch] als einen gerechten und heiligen Mann, und so nahm er ihn [vor Nachstellungen] in Schutz. [Jedes Mal] wenn er ihn hörte, kam er in große Verlegenheit und Unruhe und doch hörte er ihn gern.

Mk 6:21 - Da kam ein Tag, [der für Herodias] eine günstige Gelegenheit [bot], als [nämlich] Herodes anlässliche seiner Geburtstagsfeierlichkeiten für seine Würdenträger (16*) und die Heeresobersten (17*) und die Ersten Galiläas ein Gastmahl veranstaltete.
"16* o. für seine Großen, Edlen, Vornehmen 17* o. hohen Offiziere („chiliarchos“ = Befehlshaber über 1000 Mann)"
Mk 6:22 - Als dabei ihre, der Herodias, Tochter (18*) hereinkam und tanzte, gefiel sie dem Herodes und den Tischgästen. Da sprach der König zu dem Mädchen: Erbitte von mir, was du willst, und ich werde es dir geben!
18* Die Lesart „seine Tochter“ dürfte unrichtig sein.
Mk 6:23 - Er schwor ihr [sogar] wiederholt (19*): Um was auch immer du mich bitten magst, ich werde es dir geben – bis zur Hälfte meines Königsreichs!
19* o. eifrig, nachdrücklich, viele Male
Mk 6:24 - Da ging sie hinaus und fragte ihre Mutter (20*): Was soll ich verlangen (21*)? Sie aber sagte: den Kopf Johannes des Täufers!
"20* w. und sagte zu ihrer Mutter 21* o. wünschen, fordern"
Mk 6:25 - Sogleich begab sie sich in aller Eile (22*) zum König hinein und forderte: Ich will, dass du mir sofort auf einer Schüssel (23*) den Kopf Johannes des Täufers überreichst!
"22* w. mit Eifer o. mit Eile (Geschwindigkeit) 23* o. Teller, Tafel, Platte, Schale"
Mk 6:26 - Da wurde der König aufs Tiefste betrübt (24*), [doch] wegen der Eidesworte und der Tischgäste wollte er sie nicht abweisen,
24* o. sehr traurig (ringsum von Traurigkeit umgeben)
Mk 6:27 - und so schickte der König sogleich den Scharfrichter los mit dem Befehl, seinen Kopf herzubringen. [Dieser] ging hin und enthauptete ihn im Gefängnis

Mk 6:28 - und brachte seinen Kopf auf einer Schüssel (23*) herbei und gab ihn dem Mädchen und das Mädchen gab ihn seiner Mutter.
23* o. Teller, Tafel, Platte, Schale
Mk 6:29 - Als seine Schüler (25*) [davon] hörten, kamen sie und nahmen seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.
25* die Schüler des Johannes
Mk 6:30 - Die Apostel (26*) versammeln sich dann [wieder] bei Jesus und sie berichteten ihm alles, was (27*) sie getan und was (27*) sie gelehrt hatten.
"26* o. Sendboten (die Jesus ausgesandt hatte: Mk 6:7-13) 27* o. wie viel (was für große Dinge)"
Mk 6:31 - Und er spricht zu ihnen: Kommt mit, ihr allein (28*), an einen einsamen Ort, abseits [von der Menge], und ruht ein wenig aus! Denn es waren viele, die da kamen und gingen, sodass [die Apostel] nicht einmal eine günstige Gelegenheit (29*) zum Essen fanden.
"28* w. ihr selbst 29* o. passende Zeit"
Mk 6:32 - Da fuhren sie in einem Boot weg an einen einsamen Ort (30*), abseits [von der Menge] (31*).
"30* o. an einem öden, stillen, abgelegenen Platz 31* o. für sich (allein)"
Mk 6:33 - Doch man hatte sie wegfahren sehen und viele erfuhren es (32*) und liefen zu Fuß von allen Städten dort zusammen und kamen ihnen zuvor (33*).
"32* o. bemerkten, erkannten es 33* o. waren noch vor ihnen da. Bei widrigen Winden oder wenn eine Landzunge zu umrudern war, war der Landweg tatsächlich schneller zu bewältigen (A. Pohl)."
Mk 6:34 - Und [kaum] war er ausgestiegen, sah er [vor sich] eine große Volksmenge und er wurde ihretwegen im Innersten von Erbarmen bewegt, waren sie doch wie Schafe, die keinen Hirten haben (34*) und er begann, sie über vieles zu belehren.
34* vgl. Mt 9:36 - 4Mo 27:17 - 1Kö 22:17 - Hes 34:5
Mk 6:35 - Und als die Tageszeit (35*) schon weit vorgerückt war (36*), traten seine Schüler zu ihm und sagten: Einsam (37*) ist die Gegend (38*) und die Tageszeit (35*) schon weit vorgerückt (39*);
"35* o. Stunde 36* w. viel geworden war (am Spätnachmittag) 37* w. Verlassen, öde, wüst, (menschen)leer 38* o. der Ort, Platz (topos) (vgl. Mk 6:31,32) 39* w. schon viel"
Mk 6:36 - schick sie fort, damit sie in die Gehöfte und Dörfer ringsum gehen und sich etwas zu essen kaufen!

Mk 6:37 - Er aber antwortete ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen! Da sagen sie zu ihm: Sollen wir fortgehen und für 200 Denare (40*) Brote kaufen und [sie] ihnen zu essen geben?
40* Ein Denar war der Tageslohn eines Arbeiters (Mt 20:2)
Mk 6:38 - Er aber spricht zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Geht hin [und] seht nach! Nachdem sie es festgestellt hatten, sagen sie: Fünf, und zwei Fische!

Mk 6:39 - Da ordnete er an, sie sollten alle veranlassen, sich auf dem grünen Gras [zum Mahl] zu lagern, gruppenweise in Tischgemeinschaften (41*).
41* w. Tischgesellschaften (neben) Tischgesellschaften o. Mahlgemeinschaften (neben) Mahlgemeinschaften. Das nur hier im NT vorkommende Wort „symposion“ erscheint zweimal in Mehrzahlform.
Mk 6:40 - Und so ließen sie sich nieder in Abteilungen (42*) zu je hundert und je fünfzig.
42* Auch das nur hier im NT vorkommende Wort „prasia“ (Gartenbeet, Abteilung, Gruppe) erscheint zweimal in Mehrzahlform: Abteilungen (neben) Abteilungen.
Mk 6:41 - Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte auf zum Himmel [und] segnete [sie] und brach (43*) die Brote und gab sie seinen Schülern, damit sie [sie] ihnen vorlegten, und die zwei Fische teilte er unter alle.
43* „kataklao“ = zerbrechen, in Stücke brechen (nur hier und in Lk 9:16)
Mk 6:42 - Und sie aßen alle und wurden satt

Mk 6:43 - und sie hoben an Brocken (44*) zwölf Körbe voll auf (45*) und [was übrig blieb] von den Fischen.
"44* o. an Brotresten, an abgebrochenen Stücken 45* w. Füllungen von zwölf Körben"
Mk 6:44 - Und die die Brote gegessen hatten, waren 5000 Mann (46*).
46* vgl. Mt 14:13-21 mit Anmerkungen - Lk 9:10-17 - Joh 6:1-15 - 2Kö 4:42-44!
Mk 6:45 - Und sogleich drängte (47*) er seine Schüler, in das Boot zu steigen und ans jenseitige [Ufer] nach Bethsaida vorauszufahren (48*), während er selbst die Volksmenge entließe.
"47* o. nötigte, trieb, zwang 48* Da die Speisung der 5000 nach Lk 9:10 in o. bei Bethsaida Julias stattfand, das an der Nordküste 1 km östlich der Jordanmündung lag, hat man ein zweites Bethsaida westlich vom See angenommen, zumal die Überfahrt des Bootes im Land Genezareth endete (Mk 6:53)."
Mk 6:46 - Und nachdem er von ihnen (49*) Abschied genommen hatte, ging er fort auf den Berg, um zu beten.
49* d.h. von der Menge
Mk 6:47 - Als es dann Abend geworden war, befand sich das Boot in der Mitte des Sees und er selbst allein auf dem Land.

Mk 6:48 - Und da er sie sieht, [wie sie] beim Rudern sich plagen (50*) - denn der Wind stand ihnen entgegen -, kommt er um die vierte Nachtwache (51*) zu ihnen, dahingehend über den See (52*). Und er wollte [zunächst] an ihnen vorübergehen (53*).
"50* o. sich quälen, hart bedrängt o. erprobt werden 51* zwischen 3 und 6 Uhr morgens 52* o. über das Meer schreitend, wandelnd auf dem See. Jesus ist bei dieser besonderen Offenbarung den Gesetzen der Schwerkraft enthoben. 53* A. Pohl deutet dieses „Vorübergehen(wollen)“ vom AT her (2Mo 33:19 - 2Mo 33:22 - 1Kö 19:11) als „tröstliche Gegenwart, wenngleich unter Wahrung einer majestätischen Hoheit“."
Mk 6:49 - Als sie ihn aber [so] sahen, dahingehend über den See, dachten sie: „Es ist ein Gespenst!“ (54*) und schrien laut auf;
54* o. Erscheinung, Traumbild, Trugbild (griech. phantasma)
Mk 6:50 - denn sie alle sahen ihn und gerieten in Angst und Schrecken (55*). Er aber redete sogleich mit ihnen und spricht: Seid getrost (56*), ich bin [es] fürchtet euch nicht!
"55* o. waren bestürzt, verwirrt, aufgewühlt 56* o. Fasst Mut, habt Vertrauen; vgl. Mt 14:27!"
Mk 6:51 - Und er stieg zu ihnen ins Boot und der Wind legte sich (57*), und sehr, über die Maßen, entsetzten sie sich in ihrem Innern;
57* o. ließ nach (wurde müde)
Mk 6:52 - denn sie waren aufgrund des Brotwunders (58*) [noch immer] nicht zur Einsicht gekommen, sondern ihr Herz war verhärtet (59*).
"58* w. aufgrund der Brote 59* vgl. Mt 14:22-33 mit Anm. 25! - Sehr ernst weist Mk. in V.52 darauf hin, dass sogar der engere Kreis der Schüler Jesu noch nicht von Herzen gläubig war (trotz Mt 14:33). Ihre Herzen waren noch verhärtet (gefühllos, verstockt) (vgl. Mk 8:17,18). Dennoch blieben sie seine Schüler, und so konnte er sie schrittweise über Passion, Kreuz, Auferstehung und Pfingsten zum wahren Herzenslauben führen."
Mk 6:53 - Als sie dann ans Land hinübergefahren waren, kamen sie nach Genezareth (60*) und legten an.
60* eine fruchtbare Landschaft an der Nordwestseite des Sees.
Mk 6:54 - Und sogleich, [kaum] dass sie aus dem Boot gestiegen waren, erkannten ihn [die Leute]

Mk 6:55 - und liefen in jener ganzen Gegend umher und begannen die Leidenden (61*) auf den Betten (62*) umherzutragen, [jeweils dorthin] wo sie hören: [Da] ist er!
"61* o. die, denen es schlecht ging, die ein Übel hatten 62* Gemeint sind ärmliche Betten (Tragbahren, Matten)."
Mk 6:56 - Und wo immer er in Dörfer oder Städte oder Gehöfte hineinging, legten sie die Kranken (63*) auf den freien Plätzen nieder und baten ihn, wenigstens den Saum (64*) seines Gewandes berühren [zu dürfen], und alle, die ihn berührten, wurden geheilt (65*).
"63* o. Schwachen, Kraftlosen 64* o. die Quaste (vgl. Mt 9:20 mit Anm. 22) 65* o. gerettet, (von ihren Leiden) befreit, gesund. Obwohl diese Menschen Jesus in einem sehr unvollkommenen „Wunderglauben“ nur als „Wunderarzt“ sehen, versagt er ihnen als der gütige Erbarmer seine Hilfe nicht."

Mk 7

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Mk 7:1 - Dann versammeln sich bei ihm die Pharisäer und einige von den Schriftgelehrten, die von Jerusalem gekommen waren,

Mk 7:2 - und sie sehen, [wie] einige seiner Schüler mit unreinen (1*), das heißt ungewaschenen Händen die Speisen zu sich nehmen (2*).
"1* „koinos“ = gemein, profan, (kultisch) unrein, unheilig 2* w. die Brote essen"
Mk 7:3 - Die Pharisäer nämlich und alle Juden essen nicht, ohne sich die Hände mit einer Handvoll Wasser (3*) gewaschen zu haben; so halten sie an der Überlieferung der Alten (4*) fest.
"3* w. mit der Faust. Dies wird verschieden gedeutet:
a) mit einer Faust voll Wasser,
b) die geballte Faust in der anderen hohlen Hand drehend,
c) bis zum Ellbogen, d) eifrig, gründlich.
4* o. Ältesten (vgl. Mt 15:2)"

Mk 7:4 - Auch vom Markte [kommend] essen sie nicht, ohne [sich vorher] gewaschen zu haben (5*), und [noch] viele andere [Vorschriften] gibt es, die sie empfangen (6*) haben, um [sie] zu halten: Reinigungen (7*) von Bechern und Krügen und Kupfergefäßen und Liegen (8*).
"5* o. sich (rituell) gereinigt, ein Bad genommen zu haben 6* o. überkommen, übernommen, angenommen 7* o. Waschungen (w. Eintauchen) 8* o. Betten (hier: Lager der Speisenden, Sitzpolster)"
Mk 7:5 - Da fragen ihn die Pharisäer und die Schriftgelehrten (9*): Warum richten sich deine Schüler in ihrem Lebenswandel nicht nach der Überlieferung der Alten (4*), sondern nehmen die Speise (10*) mit unreinen (1*) Händen zu sich?
"1* „koinos“ = gemein, profan, (kultisch) unrein, unheilig 4* o. Ältesten (vgl. Mt 15:2) 9* V.5 knüpft an Mk 7:2 an (nach einer eingeschobenen Erläuterung in den Versen Mk 7:3,4) 10* w. das Brot"
Mk 7:6 - Er aber sprach zu ihnen: Treffend (11*) hat Jesaja über euch Heuchler prophetisch enthüllend gesprochen (12*), wie geschrieben steht: „Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist weit entfernt von mir;
"11* o. Gut, schön, zu Recht 12* w. prophezeit, geweissagt"
Mk 7:7 - umsonst aber verehren sie mich (13*), indem sie Menschengebote als Lehren vortragen.“ (14*)
"13* o. ihr ganzer Gottesdienst ist vergeblich 14* vgl. Jes 29:13 - Mt 15:8,9 mit Anm. 7"
Mk 7:8 - Gottes Gebot habt ihr verlassen und klammert euch (15*) [stattdessen] an die Überlieferung der Menschen!
15* o. haltet euch (mit aller Gewalt)
Mk 7:9 - Und er sprach zu ihnen: Gut (16*) [versteht ihr es], das Gebot Gottes beiseite zu räumen (17*), um eure Überlieferung aufrecht zu erhalten.
"16* o. Geschickt, fein, schön, trefflich 17* o. ungültig zu machen, außer Kraft zu setzen, aufzuheben."
Mk 7:10 - Denn Mose hat gesagt: "Ehre deinen Vater und deine Mutter!" und: "Wer Vater oder Mutter schmäht, soll des Todes sterben." (18*)
18* vgl. 2Mo 20:12 - 2Mo 21:17 - Mt 15:4
Mk 7:11 - Ihr aber sprecht: Wenn ein Mensch zum Vater oder zur Mutter sagt: Was dir von mir [als Unterstützung] zusteht (19*), sei „Korban“ - das heißt eine [Gott geweihte] Gabe -,
19* o. zum Nutzen sein sollte, zugute kommen sollte
Mk 7:12 - dann braucht er für Vater oder Mutter nichts mehr zu tun (20*).
20* o. so entbindet ihr ihn für die Zukunft (von der Verpflichtung), etwas für Vater oder Mutter zu tun, w. so lasst ihr ihn nicht länger etwas für Vater oder Mutter tun
Mk 7:13 - So setzt ihr das Wort Gottes außer Kraft (21*) durch eure Überlieferung, die ihr [im Lauf der Zeit] herausgebildet habt (22*); und dergleichen tut ihr vieles.
"21* o. So macht ihr das Wort Gottes ungültig 22* w. die ihr überliefert habt"
Mk 7:14 - Als er dann die Volksmenge wieder herbeigerufen hatte, sprach er zu ihnen: Hört mir zu, [ihr] alle, und versteht!

Mk 7:15 - Es gibt nichts, was von außerhalb des Menschen in ihn eingeht, das ihn unrein machen (23*) kann, sondern was aus dem Menschen ausgeht, ist es, was den Menschen unrein macht.
23* o. [vor Gott] verunreinigen, profanieren, entweihen
Mk 7:16 - Wenn einer Ohren hat zu hören, der höre (24*)!
24* Dieser Vers, der genau Mk 4:23 entspricht, fehlt in wichtigen alten Handschriften.
Mk 7:17 - Als er sich dann weg von der Menge in ein Haus hinein begeben hatte (25*), fragten ihn seine Schüler nach dem Gleichnis (26*).
"25* o. als er dann ... ins Haus hineingegangen war 26* o. Sinnbild, Rätselwort (gemeint ist Mk 7:15)"
Mk 7:18 - Und er spricht zu ihnen: So seid also auch ihr [noch] unverständig? Begreift ihr nicht, dass alles, was von außen in den Menschen eingeht, ihn nicht unrein machen (23*) kann?
23* o. [vor Gott] verunreinigen, profanieren, entweihen
Mk 7:19 - Es gelangt ja nicht in sein Herz hinein, sondern in den Bauch und wird [dann] ausgeschieden (27*). Damit erklärte er alle Speisen für rein (28*).
"27* w. und gelangt in den Abort hinaus 28* Eine außerordentlich wichtige Feststellung! Jesus ist nicht nur Herr über den Sabbat (Mt 12:8), sondern auch über die Reinheitsgebote des Gesetzes (vgl. Apg 10:11-15 - 1Kor 10:25)."
Mk 7:20 - Dann sagte er: Was aus dem Menschen ausgeht, das macht den Menschen unrein (29*).
29* kultisch bzw. vor Gott unrein
Mk 7:21 - Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die schlechten Gedanken (30*): Unzuchtsünden, Diebereien, Morde
30* Es werden 12 Sündenäußerungen genannt, die ersten sechs in der Mehrzahlform: sie weisen auf die bösen Taten hin, die den bösen Gelüsten (nicht nur einmalig, sondern zur Wiederholung drängend) folgen; die weiteren sechs weisen auf die innere Gesinnung hin (Einzahl). Vgl. auch die “Lasterkataloge“ in Mt 15:19 - Röm 1:29-31 - 1Kor 6:9,10 - Gal 5:19-21 - 2Tim 3:1-5 - Offb 21:8 - Offb 22:15.
Mk 7:22 - Ehebrüche, Habgiersünden, Bosheiten, List, Ausschweifung, böses Auge (31*), Lästerung, Hochmut (32*), Unverstand (33*).
"31* d.h. missgünstig blickendes, neidisches Auge 32* o. Übermut, Selbstüberhebung 33* o. Unbesonnenheit, Torheit"
Mk 7:23 - Alle diese bösen [Gelüste und Taten] kommen von innen heraus, und sie machen den Menschen unrein (29*).
29* kultisch bzw. vor Gott unrein
Mk 7:24 - Von dort aufbrechend ging er fort in das Gebiet von Tyrus (34*). Und als er in ein Haus eintrat, wünschte er, das niemand es erführe, doch er konnte nicht verborgen bleiben;
34* In Mk. 7:24 bis Mk 8:9 wirkt Jesus im „Heidenland“, nördlich (Tyrus) und östlich (Dekapolis) von Galiläa.
Mk 7:25 - vielmehr hörte sogleich eine Frau von ihm, deren Töchterlein einen unreinen Geist hatte, und sie kam und fiel zu seinen Füßen nieder.

Mk 7:26 - Die Frau aber war eine Griechin – der Abstammung nach Syrophönizierin – und sie bat ihn [darum], den Dämon aus ihrer Tochter auszutreiben.

Mk 7:27 - Da sprach er zu ihr: Lass zuerst die Kinder satt werden (35*), denn es ist nicht fein (36*), das Brot der Kinder zu nehmen und den Hunden (37*) hinzuwerfen!
"35* Dies bedeutet heilsgeschichtlich: Gottes Heil kommt zuerst zu Israel, danach erst zu den Nationen (vgl. Röm 1:16 - Apg 13:45-47). 36* o. schön, gut, recht, in Ordnung 37* o. Hündlein (vgl. Mt 15:26). Die Bezeichnung „Hunde“ war damals im Blick auf Andersgläubige durchaus nicht ungewöhnlich; sie ist hier außerdem in „Hündlein“ (zur Familie gehörige Stuben- o. Schoßhunde) abgemildert."
Mk 7:28 - Sie aber antwortete ihm: Herr! Auch die Hunde (37*) fressen [aber doch] unter dem Tisch von den kleinen Bröckchen der Kinder (38*)!
"37* o. Hündlein (vgl. Mt 15:26). Die Bezeichnung „Hunde“ war damals im Blick auf Andersgläubige durchaus nicht ungewöhnlich; sie ist hier außerdem in „Hündlein“ (zur Familie gehörige Stuben- o. Schoßhunde) abgemildert. 38* w. von den Krümlein o. Brosämlein der Kindlein. Die Verkleinerungsformen „Hündlein“, „Brosämlein“, „Kindlein“ zeigen die Bescheidenheit und Zartheit der Bitte der Frau. Dennoch ist ihr Glaube groß (Mt 15:28)."
Mk 7:29 - Da sagte er zu ihr: Um dieses Wortes willen gehe hin (39*); der Dämon ist aus deiner Tochter ausgefahren (40*).
"39* freier: Weil du dies gesagt hast, geh nach Hause 40* Eine Fernheilung Jesu (vgl. Mt 8:5-13)!"
Mk 7:30 - Und sie ging weg in ihr Haus und traf das Kind auf dem Bett liegend an und den Dämon ausgefahren.

Mk 7:31 - Nachdem er dann das Gebiet von Tyrus wieder verlassen hatte, wanderte er (41*) durch Sidon zum See Galiläas, mitten hinein in das Zehnstädtegebiet (42*).
"41* w. kam er 42* Der Herr wandert nicht geradewegs in südöstlicher Richtung vom Gebiet um Tyrus zum See Genezareth, sondern in einem großen Bogen nordwärts (nach Sidon) – ostwärts – südostwärts – südwärts ins heidnische Dekapolis (Zehnstädtegebiet), um sich dann dem See von Südosten her zu nähern."
Mk 7:32 - Und sie bringen einen Tauben zu ihm, [der nur] mit Mühe reden [konnte], und bitten ihn, ihm die Hand aufzulegen (43*).
43* vgl. Mt 9:18 - Mk 6:5 - Mk 8:23 - Mk 8:25 - Lk 4:40 - Lk 13:13
Mk 7:33 - Und er nahm ihn beiseite, weg von der Menge für sich allein, legte seine Finger in seine Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel (44*);
44* w. und berührte, gespuckt habend, seine Zunge
Mk 7:34 - dann blickte er zum Himmel auf, seufzte [betend] (45*) und spricht zu ihm: Effatha, das heißt: Sei geöffnet!
45* vgl. Röm 8:23 - Röm 8:26
Mk 7:35 - Und sogleich wurde sein Gehör geöffnet (46*) und die Fessel seiner Zunge gelöst und er redete richtig.
46* o. wurden seine Hörorgane [Ohren] aufgetan
Mk 7:36 - Und er befahl ihnen, es niemand zu sagen; doch je öfter er es ihnen befahl, desto eifriger machten sie es öffentlich bekannt (47*),
47* o. desto mehr taten sie es im Übermaß kund
Mk 7:37 - ja sie gerieten in höchstem Maße außer sich (48*) und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; sogar die Tauben bringt er zum Hören und die Sprachlosen zum Reden!
48* o. waren über alle Maßen bestürzt, entsetzt, erschüttert

Mk 8

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Mk 8:1 - Als in jenen Tagen wieder eine große Volksmenge (1*) da war und sie nichts zu essen hatten, ruft er [seine] Schüler herbei und spricht zu ihnen:
1* o. viel Volk
Mk 8:2 - Ich bin im Innersten von Erbarmen bewegt über die Volksmenge, denn sie harren [nun] schon drei Tage bei mir aus und haben nichts zu essen,

Mk 8:3 - und wenn ich sie hungrig nach Hause entlasse (2*), werden sie unterwegs kraftlos zusammenbrechen (3*); auch sind einige von ihnen von weit her gekommen.
"2* o. ohne Essen (nüchtern) in ihre Häuser wegschicke 3* o. ermattet niedersinken, vor Entkräftung umkommen"
Mk 8:4 - Da antworteten ihm seine Schüler: Woher könnte jemand hier in der Wüste Brote [bekommen und] diese [alle] sättigen?

Mk 8:5 - Und er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie sagten: Sieben.

Mk 8:6 - Da gebietet er der Volksmenge, sich auf der Erde niederzulassen, und er nahm die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Schülern (4*), damit sie [sie] austeilten (5*), und sie teilten [sie] der Menge aus (5*).
"4* Anklänge an das Mahl des Herrn sind nicht zu übersehen (vgl. Mt 14:19 - Mt 15:36 - Mt 26:26 - Mk 6:41 - Mk 14:22 - Lk 22:19 - Lk 24:30 - 1Kor 11:23,24). 5* „paratithämi“ = vorlegen, vorsetzen, darreichen, (Speisen) auftragen o. verteilen"
Mk 8:7 - Auch hatten sie wenige Fischlein, und nachdem er sie gesegnet hatte, ließ er auch diese austeilen (5*).
5* „paratithämi“ = vorlegen, vorsetzen, darreichen, (Speisen) auftragen o. verteilen
Mk 8:8 - Und sie aßen und wurden satt und die Überreste an Brocken hoben sie auf: sieben Körbe (6*) [voll].
6* Gemeint ist ein (kleiner o. größerer) geflochtener Handkorb, insbesondere Fischkorb (Mt 15:37 - Mt 16:10 - Apg 9:25).
Mk 8:9 - Es waren aber etwa 4000 (die gegessen hatten) (7*), und er verabschiedete sie (8*).
"7* vgl. dazu Mt 15:38 mit Anm. 35 8* o. entließ sie, schickte sie fort"
Mk 8:10 - Gleich darauf stieg er mit seinen Schülern in das Boot und er kam in die Gegend (9*) von Dalmanutha (10*).
"9* o. das Gebiet, w. die (Landes-)Teile 10* möglicherweise Magdala am Westufer des Sees (Mt 15:39)"
Mk 8:11 - Da kamen die Pharisäer heraus und begannen mit ihm zu streiten (11*): Sie verlangten, um ihn auf die Probe zu stellen, ein Zeichen vom Himmel von ihm (12*).
"11* o. begannen ein Streitgespräch (einen Disput) 12* ein Wunderzeichen als Beweis seiner göttlichen Sendung (vgl. 1Kö 17 u. 1Kö 18 - Offb 11:3-6)"
Mk 8:12 - Da seufzt er in seinem Geist tief auf (13*) und spricht: Warum verlangt dieses Geschlecht (14*) ein Zeichen? Wahrlich (15*), ich sage euch: Nimmermehr wird diesem Geschlecht ein Zeichen gegeben werden (16*)!
"13* vgl. Joh 11:33 - Röm 8:26 14* o. diese Generation, das Volk von heute (vgl. Mt 11:16 - Mt 12:39 - Mt 12:41,42 - Mt 16:4 - Mt 17:17 - Mk 8:38) 15* w. Amen 16* w. Wenn diesem Geschlecht ein Zeichen gegeben wird (zu ergänzen ist: dann möge Gott mich strafen). Hebräische Beteuerungsformel (vgl. 1Mo 14:23 - Ps 95:11 - Hebr 3:11 - Hebr 4:3 - Hebr 4:5)."
Mk 8:13 - Und er ließ sie [stehen], stieg wieder ein und fuhr weg, ans jenseitige Ufer hinüber (17*).
17* nach Mk 8:22 nicht an die Ost-, sondern Nordküste des Sees
Mk 8:14 - Und sie hatten vergessen, Brote mitzunehmen; außer einem Brot hatten sie nichts bei sich im Boot.

Mk 8:15 - Und [Jesus] gebot ihnen nachdrücklich: Gebt Acht [und] hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und vor dem Sauerteig des Herodes (18*)!
18* vgl. zu „Sauerteig“ Mt 13:33 - Mt 16:11,12 - 1Kor 5:6-8
Mk 8:16 - Da machten sie sich miteinander Gedanken [darüber], dass sie keine Brote [bei sich] hatten.

Mk 8:17 - [Jesus] merkte es und spricht zu ihnen: Was macht ihr euch Gedanken [darüber], dass ihr keine Brote habt? Begreift und versteht ihr [immer] noch nicht? Habt ihr ein Herz, [das] verhärtet (19*) [ist]?
19* o. verstockt, versteinert (vgl. Mk 6:52)
Mk 8:18 - Die ihr Augen habt, seht ihr [trotzdem] nicht? Die ihr Ohren habt, hört ihr [dennoch] nicht? Und erinnert ihr euch nicht [daran],

Mk 8:19 - wie viele Tragkörbe voll Brocken ihr aufgehoben habt, als ich die fünf Brote für die 5000 brach? Sie sagen zu ihm: Zwölf!

Mk 8:20 - [Und] wie viele Handkörbe, gefüllt mit Brocken, habt ihr aufgehoben, als [ich] die sieben [Brote] für die 4000 [brach]? Sie sagen zu ihm: Sieben (20*)!
20* vgl. Mt 14:14-21 - Mt 15:32-39 - Mt 16:9,10 - Mk 6:35-44 - Mk 8:1-9
Mk 8:21 - Da sprach er zu ihnen: Habt ihr [immer] noch kein Verständnis?

Mk 8:22 - Und sie kommen nach Bethsaida (21*). Da bringen sie ihm einen Blinden und bitten ihn, er möge ihn berühren (22*).
"21* Es dürfte sich um Bethsaida Julias handeln, an der Nordküste des Sees Genezareth 1 km östlich von der Jordanmündung gelegen (Mt 14:13). Neben der Stadt Bethsaida (Mt 11:20,21 - Lk 9:10 - Joh 1:44) bestand das alte Dorf noch weiter. 22* vgl. Mk 3:10 - Mk 5:27-31 - Mk 6:56"
Mk 8:23 - Und er nahm den Blinden bei der Hand (23*) und führte ihn aus dem Dorf hinaus, und nachdem er seine Augen mit Speichel benetzt (24*) [und] ihm die Hände aufgelegt hatte, fragte er ihn: Siehst du etwas?
"23* o. er ergriff die Hand des Blinden 24* w. in seine Augen gespuckt (vgl. Mk 7:33 - Joh 9:6)"
Mk 8:24 - Da blickte er auf und sagte: Ich sehe die Menschen [allerdings undeutlich] – denn wie Bäume sehe ich sie umhergehen!

Mk 8:25 - Daraufhin legte er die Hände nochmals auf seine Augen; da [konnte] er deutlich sehen und war wiederhergestellt und erblickte alles licht und klar bis in die Ferne.

Mk 8:26 - Und er schickte ihn fort in sein Haus und sprach: Geh auch nicht [erst] ins Dorf hinein (25*)!
25* Mk 8:22-26 ist „Sondergut“ wie Mk 4:26-29 (vgl. Mk 4:26 mit Anm. 27).
Mk 8:27 - Und Jesus und seine Schüler zogen aus in die Dörfer bei Cäsarea Philippi (26*). Und unterwegs fragte er seine Schüler: Was sagen die Menschen, wer ich sei (27*)?
"26* Die 40 km nördlich von Bethsaida gelegene „Kaiserstadt“ war vom Vierfürsten Philippus zur Hauptstadt erhoben worden (vgl. Mt 16:13 mit Anm. 12). 27* o. Für wen halten mich die Leute"
Mk 8:28 - Sie aber antworteten ihm: Johannes der Täufer, andere: Elia, wieder andere: Einer der Propheten.

Mk 8:29 - Da fragte er sie [weiter]: Ihr aber, was sagt ihr, wer ich sei? Petrus antwortet und spricht zu ihm: Du bist der Christus (28*)!
28* der Gesalbte, der Messias (vgl. Joh 20:31 - Apg 2:36)
Mk 8:30 - Da gebot er ihnen streng (29*), niemandem von ihm zu sagen (30*).
"29* „epitimao“ = schelten, tadeln zurechtweisen, nachdrücklich gebieten o. ermahnen (Mt 12:16 - Mt 16:22 - Mt 17:18) 30* vgl. Mt 9:30 - Mt 16:20!"
Mk 8:31 - Und er begann, sie zu belehren, der Menschensohn müsse viel leiden und vonseiten der Ältesten und Hohenpriester und Schriftgelehrten [als unecht und unbrauchbar] verworfen werden und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen (31*).
31* vgl. Mt 8:20 - Mt 16:21! - Markus gebraucht gern das Wort auferstehen (Mk 8:31 - Mk 9:9,10 - Mk 9:31 - Mk 10:34 - Mk 12:23 - Mk 12:25), dagegen bevorzugen vor allem Matthäus und Paulus auferweckt werden (Mt 9:25 - Mt 16:21 - Mt 17:9 - Mt 17:23 - Mt 20:19 - Mt 27:63 - Mt 28:6 - Röm 4:24 - Röm 6:4 - Röm 6:9 - Röm 8:11 - Röm 8:34 sowie häufig in 1Kor 15).
Mk 8:32 - Er sagte [ihnen dieses] Wort ganz offen (32*). Da nahm ihn Petrus auf die Seite und begann, ihm ernstlich tadelnd Vorhaltungen zu machen (29*).
"29* „epitimao“ = schelten, tadeln zurechtweisen, nachdrücklich gebieten o. ermahnen (Mt 12:16 - Mt 16:22 - Mt 17:18) 32* o. freimütig, frei heraus"
Mk 8:33 - Er aber wandte sich um, und indem er seine Schüler ansah, wies er [nun seinerseits] den Petrus ernstlich tadelnd zurecht (29*) und er sagt: Geh hinweg, [tritt] hinter mich, Satan! Denn du hast nicht im Sinn, was göttlich, sondern was menschlich ist (33*)!
"29* „epitimao“ = schelten, tadeln zurechtweisen, nachdrücklich gebieten o. ermahnen (Mt 12:16 - Mt 16:22 - Mt 17:18) 33* vgl. Mt 16:23 mit Anm. 27"
Mk 8:34 - Dann rief er die Volksmenge zusammen mit seinen Schülern zu sich und sprach zu ihnen: Wenn einer mir nachfolgen (34*) will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.
34* w. hinter mir her folgen
Mk 8:35 - Denn wer irgend seine Seele (35*) retten will, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele (35*) verlieren wird um meinetwillen und um des Evangeliums (36*) willen, der wird sie retten (37*).
"35* o. sein (vom Seelisch-Natürlichen beherrschtes) Leben 36* o. der Heilsbotschaft, der Freudenkunde (Gottes) 37* vgl. Mt 10:39 - Mt 16:25 - Mk 10:29,30 - Lk 17:33"
Mk 8:36 - Denn was nützt es einem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und [dabei] Schaden zu erleiden an seiner Seele (38*)?
38* o. seine Seele [sein Seelenleben) einzubüßen
Mk 8:37 - [Und] was könnte ein Mensch als Gegenwert für seine Seele bezahlen (39*)?
39* o. als Tauschmittel (Lösegeld) für seine Seele geben
Mk 8:38 - Wer sich also meiner und meiner Worte schämt inmitten dieses ehebrecherischen (40*) und sündigen Geschlechts (41*), dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln kommen wird (42*).
"40* Israels Abfall von Gott ist Ehebruch (Hes 16 - Hos 2) 41* o. Volks (Generation) (vgl. Mk 8:12) 42* vgl. Mt 10:33 - Mt 16:27 - Mt 25:31"

Mk 9

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Mk 9:1 - Und er sprach zu ihnen: Wahrlich (15*), ich sage euch: Es sind einige unter denen, die hier stehen, die den Tod gewiss nicht schmecken werden, bis sie das Königreich Gottes in [seiner] Macht haben kommen sehen (43*).
"15* w. Amen 43* o. bis sie das Königtum Gottes in Kraft gekommen sehen. Diese Verheißung betrifft den folgenden Bericht von der Verklärung Jesu (vgl. Mt 16:28 mit Anm. 35)."
Mk 9:2 - Und sechs Tage danach nimmt Jesus den Petrus, den Jakobus und den Johannes mit sich und führt sie auf einen hohen Berg hinauf (44*) - abseits, für sich allein. Und seine Gestalt veränderte sich vor ihnen (45*)
"44* Die altkirchliche Tradition denkt an den Berg Tabor. 45* o. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt, vgl. Mt 17:2"
Mk 9:3 - und seine Kleider wurden glänzend, strahlend weiß (46*), wie [sie] kein Walker (47*) auf Erden so weiß machen kann.
"46* w. sehr weiß 47* Textilarbeiter, der Fasern miteinander verfilzte und Stoffe reinigte und bleichte"
Mk 9:4 - Und es erschien (48*) ihnen Elia, zusammen mit Mose, und sie unterredeten sich mit Jesus (49*).
"48* Bezeichnung für das Sichtbarwerden überirdischer bzw. geistleiblicher Gestalten: Mt 17:3 - Lk 1:11 - Lk 24:34 - Apg 9:17 - Apg 13:31 - 1Kor 15:5-7. 49* Das Thema dieser Unterredung nennt Lk 9:31."
Mk 9:5 - Da wendet sich Petrus an Jesus und sagt: Rabbi (50*), es ist gut, dass wir hier sind; so wollen wir [nun] drei Zelte errichten: dir eines und Mose eines und Elia eines (51*).
"50* ehrerbietige hebräische Anrede des (Gesetzes-)Lehrers 51* vgl. Mt 17:4 mit Anmerkungen"
Mk 9:6 - Er wusste nämlich nicht, was er [dazu] sagen sollte; waren sie doch außer sich vor Furcht.

Mk 9:7 - Und es kam (52*) eine Wolke, die sie überschattete, und eine Stimme kam (52*) aus der Wolke: „Dies ist mein geliebter Sohn; hört auf ihn!“
52* w. wurde, entstand, geschah
Mk 9:8 - Und plötzlich, als sie um sich blickten, sahen sie niemand mehr – nur Jesus allein bei sich.

Mk 9:9 - Er befahl ihnen dann beim Hinabsteigen von dem Berg, niemand zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn aus [den] Toten auferstanden sei.

Mk 9:10 - [Dieses] Wort hielten sie fest (53*) und sie erörterten miteinander (54*), was das “aus den Toten Auferstehen“ bedeuten solle.
"53* freier: Dieses Wort ließ sie nicht mehr los 54* o. stritten miteinander (darüber)"
Mk 9:11 - Und sie fragten ihn: Warum sagen die Schriftgelehrten, Elia müsse zuerst kommen?

Mk 9:12 - Er aber sprach zu ihnen: Gewiss, Elia wird zuerst kommen und alles wieder zurechtbringen (55*). Und wie steht über den Menschensohn geschrieben? Dass er viel erleiden und für nichts geachtet werden wird (56*)!
"55* o. wieder herrichten, wiederherstellen, in den richtigen Zustand versetzen (Mal 3:23,24) 56* o. verachtet, verworfen, misshandelt werden wird"
Mk 9:13 - Doch ich sage euch: Elia ist auch [bereits] gekommen und sie haben mit ihm gemacht, was sie wollten, wie über ihn geschrieben steht (57*).
57* vgl. 1Kö 19:2 - 1Kö 19:10 - Mt 17:11-13 mit Anmerkungen
Mk 9:14 - Als sie dann zu den [übrigen] Schülern kamen, erblickten sie eine große Volksmenge um sie herum (58*) und Schriftgelehrte im Wortwechsel mit ihnen (59*).
"58* Wieder berichtet Mk. in diesem Abschnitt ausführlicher als Mt. (17:14-21) und Lk. (9:37-42), wie auch in Mk 5:40-42 - Mk 6:17-29 - Mk 7:1-4 - Mk 7:31-37 - Mk 12:32-34 - Mk 15:42-46. 59* o. die mit ihnen stritten (diskutierten)"
Mk 9:15 - Und sogleich, als sie ihn sahen, war die ganze Menge außer sich vor Staunen (60*) und sie liefen herzu und grüßten ihn.
60* o. geriet die ganze Menge in große Erregung
Mk 9:16 - Und er fragte sie: Worüber streitet ihr mit ihnen?

Mk 9:17 - Da antwortete ihm einer aus der Menge: Lehrer, ich habe [hier] meinen Sohn zu dir gebracht; er ist von einem stummen Geist besessen (61*),
61* w. er hat einen sprachlosen (o. stummen) Geist
Mk 9:18 - und wo er ihn auch packt (62*), da reißt er ihn zu Boden (63*) und er schäumt (64*) und knirscht mit den Zähnen und wird starr (65*), und ich sagte deinen Schülern, sie möchten ihn [doch] austreiben, und sie vermochten es nicht (66*).
"62* o. ergreift, überfällt, in Besitz nimmt 63* o. da zerrt er ihn hin und her 64* o. und er hat (wie ein Tobsüchtiger) Schaum vor dem Mund 65* o. steif (w. ausgetrocknet) 66* o. doch ihnen fehlte die Kraft (Stärke, Macht) dazu"
Mk 9:19 - Er aber entgegnet ihnen: O du ungläubiges Geschlecht (67*), wie lange noch soll ich bei euch sein, wie lange euch ertragen (68*)? Bringt ihn zu mir!
"67* o. O du ungläubige Generation, du Volk ohne Vertrauen 68* Unglauben (Misstrauen) erträgt Jesus noch schwerer als andere Sünden (vgl. Joh 16:9 - Hebr 3:19 - Hebr 11:6)."
Mk 9:20 - Da brachten sie ihn zu [Jesus]. Als aber der Geist ihn sah, zerrte er [den Jungen] sogleich hin und her (69*), sodass er hinfiel und sich mit Schaum [vor dem Mund] auf dem Boden wälzte.
69* o. zog er (den Jungen) krampfartig zusammen
Mk 9:21 - Und [Jesus] fragte seinen Vater: Wie lange Zeit ist es her, dass er dies bekommen hat (70*)? Er sagte: Von Kindheit an.
70* w. das ihm dies geschehen ist
Mk 9:22 - Und oft [schon] hat er ihn teils ins Feuer, teils in Gewässer geworfen, um ihn umzubringen; aber wenn du etwas kannst, so hilf uns und erbarme dich über uns!

Mk 9:23 - Jesus aber sprach zu ihm: [Was heißt] „wenn du kannst“? Alles ist dem Glaubenden möglich (71*)!
71* Die Einschränkung „wenn du kannst“ ist falsch; „wenn du willst“ ist richtig (vgl. Mt 8:2 - 1Jo 5:14). Innerhalb des Willens Gottes stehen dem Glauben alle Möglichkeiten offen.
Mk 9:24 - Sogleich schrie der Vater des Kindes: Ich glaube, hilf meinem Unglauben!

Mk 9:25 - Als nun aber Jesus sah, dass eine Menge [von Leuten] zusammenläuft, gebot er mit aller Strenge dem unreinen Geist: Du stummer und tauber Geist, ich selbst gebiete dir: Geh heraus aus ihm und geh nicht mehr in ihn hinein!

Mk 9:26 - Und schreiend und heftig zerrend (72*) verließ er ihn. Und [der Junge] wurde wie tot, sodass die meisten sagten: Er ist gestorben!
72* o. reißend, schüttelnd, verkrampfend
Mk 9:27 - Jesus aber ergriff [machtvoll] seine Hand und richtete ihn auf und er erhob sich.

Mk 9:28 - Als er sich dann in ein Haus hinein begeben hatte (73*), fragten ihn seine Schüler, als sie allein (74*) waren: [Wie kommt es] dass wir ihn nicht austreiben konnten?
"73* o. Als er dann ins Haus hineingegangen war (Mk 7:17) 74* o. abseits, für sich (ungestört)"
Mk 9:29 - Und er sprach zu ihnen: Diese Art (75*) kann durch nichts ausgetrieben werden als nur durch Gebet.
75* entweder: eine bestimmte Art von Dämonen, oder: die Dämonen im Allgemeinen, oder: (auf Jesu Schüler bezogen) der Kleinglaube (Mk 9:18,19 vgl. Mt 17:20,21)
Mk 9:30 - Und sie gingen von dort weg und zogen durch Galiläa und er wollte nicht, dass es jemand erführe.

Mk 9:31 - Er belehrte nämlich seine Schüler über Folgendes (76*): Der Menschensohn wird in die Hände der Menschen übergeben werden (77*) und sie werden ihn töten; doch wenn er getötet ist, wird er nach drei Tagen auferstehen (78*).
"76* w. und sprach zu ihnen 77* o. ausgeliefert, überantwortet, preisgegeben werden 78* „Nach drei Tagen“ ist hier gleichbedeutend mit „am dritten Tag“ bei Paulus, Lukas und Matthäus. Andernfalls würde die Schrift sich selbst widersprechen (vgl. Est 4:16 mit Est 5:1, ferner Hos 6:2 - Jon 2:1 - Mt 12:40 - Mt 16:21 - Mt 17:23 - Mt 20:19 - Lk 9:22 - 1Kor 15:4). Auch in Mk 9:31 - Mk 10:34 sagen andere Lesarten „am dritten Tag“. Im alten Judentum wurde der Teil des Tages häufig als ganzer Tag gezählt."
Mk 9:32 - Sie aber verstanden das Gesagte nicht und scheuten sich, ihn zu fragen.

Mk 9:33 - Und sie kamen nach Kapernaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Was habt ihr unterwegs besprochen?

Mk 9:34 - Sie aber schwiegen; denn sie hatten unterwegs eine Auseinandersetzung darüber geführt (79*), wer [unter ihnen] der Größte (80*) [sei].
"79* o. miteinander verhandelt, diskutiert, gestritten 80* w. der Größere (Komparativ mit Superlativ-Bedeutung)"
Mk 9:35 - Da setzte er sich, rief die Zwölf und sprach zu ihnen: Wenn einer der Erste sein will, so sei er der Letzte von allen und aller Diener!

Mk 9:36 - Und er nahm ein kleines Kind, stellte es in ihre Mitte, schloss es in die Arme und sprach zu ihnen:

Mk 9:37 - Wer [auch nur] eins von solchen Kindlein aufgrund meines Namens (81*) aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht [allein] mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.
81* d.h. in der Kraft meiner Person, aufgrund meines Wesens
Mk 9:38 - Johannes sagte zu ihm: Lehrer, wir sahen jemand, der in deinem Namen Dämonen austrieb, und wir untersagten (82*) es ihm, weil er uns nicht nachfolgte.
82* giech. kolyo = hindern, verwehren, abhalten
Mk 9:39 - Jesus aber sprach: Untersagt (82*) es ihm nicht! Denn niemand wird aufgrund meines Namens (81*) eine Machttat vollbringen und kurz darauf (83*) imstande sein, Böses über mich zu reden (84*).
"81* d.h. in der Kraft meiner Person, aufgrund meines Wesens 82* giech. kolyo = hindern, verwehren, abhalten 83* w. schnell, geschwind 84* o. mich zu verleumden, zu schmähen"
Mk 9:40 - Denn wer nicht gegen uns ist, [der] ist für uns.

Mk 9:41 - Ja, wer euch [auch nur] einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil es heißt (85*), dass ihr Christus angehört (86*) - wahrlich (87*), ich sage euch: Er wird seinen Lohn keineswegs verlieren!
"85* w. in dem Namen (vgl. Mt 10:41,42) 86* w. Christi seid (eine für Mk. ungewöhnliche Formulierung, die aber bei Paulus mehrmals vorkommt: 1Kor 1:12 - 1Kor 3:23 - 1Kor 15:23 - 2Kor 10:7) 87* w. amen"
Mk 9:42 - Und wer einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, ein Anstoß [zur Sünde] wird (88*), für den wäre es besser, wenn ein [schwerer] Mühlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen würde.
88* w. zum "Skandal" (Ärgernis, Fallstrick) wird
Mk 9:43 - Und wenn deine Hand dich zur Sünde verführt (88*), so hau sie ab! Es ist besser für dich, verstümmelt ins Leben einzugehen, als zwei Hände besitzend in die Gehenna zu kommen (89*), in das unauslöschliche Feuer,
"88* w. zum ""Skandal"" (Ärgernis, Fallstrick) wird 89* vgl. Mt 5:30 mit Anm. 38; Mt 18:9 mit Anm. 13!"
Mk 9:44 - wo „ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt“ (90*).
90* Zitat aus Jes 66:24. In wichtigen alten Handschriften steht es nur in V.48, die Verse 44.46 fehlen dort.
Mk 9:45 - Und wenn dein Fuß dich zur Sünde verführt (88*) , so hau ihn ab! Es ist besser für dich, lahm ins Leben einzugehn, als zwei Füße besitzend in die Gehenna (89*) geworfen zu werden,
"88* w. zum ""Skandal"" (Ärgernis, Fallstrick) wird 89* vgl. Mt 5:30 mit Anm. 38; Mt 18:9 mit Anm. 13!"
Mk 9:46 - wo „ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt“ (90*).
90* Zitat aus Jes 66:24. In wichtigen alten Handschriften steht es nur in V.48, die Verse 44.46 fehlen dort.
Mk 9:47 - Und wenn dein Auge dich zur Sünde verführt (88*), so reiß es aus [und] wirf es weg! Es ist besser für dich, einäugig ins Königreich Gottes (91*) einzugehn, als zwei Augen besitzend in die Gehenna (89*) geworfen zu werden,
"88* w. zum ""Skandal"" (Ärgernis, Fallstrick) wird 89* vgl. Mt 5:30 mit Anm. 38; Mt 18:9 mit Anm. 13! 91* Der Begriff „Königreich Gottes“ entspricht hier dem Begriff „Leben“ (V.43.45); ähnlich Mt 25:34 - Mt 25:46."
Mk 9:48 - wo „ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt" (90*).
90* Zitat aus Jes 66:24. In wichtigen alten Handschriften steht es nur in V.48, die Verse 44.46 fehlen dort.
Mk 9:49 - Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden (92*).
92* Gericht und Reinigung, Leiden und Läuterung gehören immer zum göttlichen Walten dazu (1Petr 4:12).
Mk 9:50 - Das Salz ist gut; wenn aber das Salz seine Salzkraft verliert (93*), womit wollt ihr's würzen? Habt Salz in euch (94*) und haltet Frieden untereinander!
"93* w. salzlos (fade) wird 94* o. bei euch, unter euch (vgl. Mt 5:13 - Kol 4:6)"

Mk 10

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Mk 10:1 - Von dort bricht er auf und kommt in das Gebiet von Judäa und ins Ostjordanland (1*), und wieder kommen Volksmengen bei ihm zusammen und wieder lehrte er sie, wie er es gewohnt war.
1* w. und jenseits des Jordans. Jesus wandert von Kapernaum kommend (Mt 17:24 - Mk 9:33) am Jordan entlang südwärts und nähert sich, auf dem Umweg über das Ostjordanland, Judäa und Jerusalem.
Mk 10:2 - Und es traten Pharisäer herzu und fragten ihn, um ihn auf die Probe zu stellen (2*): Ist es einem Mann erlaubt, [seine] Frau zu entlassen (3*)?
"2* o. zu versuchen, in böser Absicht auszuforschen 3* o. fortzuschicken (vgl. Mt 19:3)"
Mk 10:3 - Er aber antwortete mit der Gegenfrage (4*): Was hat euch Mose geboten?
4* w. sagte ihnen antwortend
Mk 10:4 - Sie sagten: Mose hat gestattet (5*), einen Scheidebrief zu schreiben und [sie] zu entlassen (3*).
"3* o. fortzuschicken (vgl. Mt 19:3) 5* o. zugelassen, gewährt, freigestellt, eingeräumt"
Mk 10:5 - Jesus aber sprach zu ihnen: Wegen der Härte eurer Herzen (6*) schrieb er euch dieses Gebot,
6* o. Weil euer Herz so starrsinnig, unbeugsam, uneinsichtig ist (vgl. Röm 2:5 - Hebr 3:8)
Mk 10:6 - doch von Anfang der Schöpfung an hat [Gott] sie männlich und weiblich geschaffen (7*).
7* w. gemacht
Mk 10:7 - „Darum wird ein Mensch seinen Vater und [seine] Mutter verlassen und fest an seiner Frau hängen (8*)
8* o. haften, kleben (vgl. Mt 19:5)
Mk 10:8 - und die zwei sollen zu einem Fleisch werden (9*).“ Also sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch.
9* vgl. zu Mk 10:4-8 - 5Mo 24:1 - 1Mo 1:27 - 1Mo 2:24
Mk 10:9 - Was nun Gott zusammen ins Joch gespannt hat (10*), das soll der Mensch nicht scheiden.
10* o. zusammengefügt, -gespannt, -gebunden hat
Mk 10:10 - [Als sie] dann ins Haus [gegangen waren], fragten ihn [seine] Schüler noch einmal danach.

Mk 10:11 - Und er sagt zu ihnen: Wer seine Frau entlässt (11*) und eine andere heiratet, begeht [der ersten Frau] gegenüber Ehebruch.
11* o. fortschickt, loslässt, verstößt
Mk 10:12 - Und wenn sie ihren Mann entlässt (11*) und einen anderen heiratet, begeht sie Ehebruch (12*).
"11* o. fortschickt, loslässt, verstößt 12* Dies war freilich nicht jüdischer, wohl aber griechisch-römischer Brauch (vgl. 1Kor 7:10,11)."
Mk 10:13 - Und sie brachten Kindlein zu ihm, damit er sie berühre; die Schüler aber machten denen [die sie brachten], heftige Vorwürfe (13*).
13* o. wiesen sie schroff ab, drohten ihnen (Mt 19:13)
Mk 10:14 - Als aber Jesus [das] sah, wurde er sehr erregt (14*) und sprach zu ihnen: Lasst die Kindlein zu mir kommen, hindert sie nicht [daran]! Denn solchen [wie ihnen] gehört das Königreich Gottes.
14* o. wurde er unwillig, zornig (Mt 20:24 - Mt 21:15)
Mk 10:15 - Wahrlich (15*), ich sage euch: Wer das Königreich Gottes nicht annimmt wie ein Kindlein, wird keinesfalls hineinkommen (16*)!
"15* w. Amen 16* vgl. Mt 5:3 - Mt 5:20 - Mt 18:3 - Mt 23:13 - Mt 25:34 - Kol 1:13"
Mk 10:16 - Dann schloss er sie in die Arme und segnete sie, indem er ihnen die Hände auflegte.

Mk 10:17 - Als er sich dann [wieder] auf den Weg machte, lief einer herzu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Lehrer, was soll ich tun, um ewiges Leben (17*) als Erbteil zu erhalten (18*)?
"17* Hier dürfte das Leben der kommenden Weltzeit im messianischen Königreich gemeint sein, vgl. Mk 10:30 und Mt 25:46 mit Anm. 38! 18* vgl. Mt 19:16 - Mt 19:29"
Mk 10:18 - Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Einem: Gott (19*)!
19* Es war der Niedrigkeit Jesu angemessen, die Anrede „gut“ als eine nur Gott zukommende Ehre abzuweisen; als erhöhter Christus aber wird Jesus mit den gleichen Worten geehrt wie der Vater (Offb 5:13). „Gut ist Gott“ steht auch in Ps 100:5 - Ps 106:1 - Ps 119:68 - Ps 136:1.
Mk 10:19 - Die Gebote kennst du [ja] (20*): „Du sollst nicht töten – nicht ehebrechen – nicht stehlen – nicht lügnerisch Falsches bezeugen – nicht [jemandem] vorenthalten [was ihm zukommt] (21*) – Ehre deinen Vater und [deine] Mutter!“
"20* vgl. 2Mo 20 - Mt 19:17-19 21* o. nicht (jemand) berauben (vielleicht Kurzfassung von 2Mo 20:17)"
Mk 10:20 - Er aber sagte zu ihm: Lehrer, das alles habe ich wachsam beobachtet und befolgt von meiner Jugend an.

Mk 10:21 - Da blickte Jesus ihn an, gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eins fehlt dir [noch] (22*): Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib [den Erlös] den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; dann komm [und] folge mir nach!
22* bei deinem Bestreben, durch Gutestun Eingang ins Königreich Gottes zu finden; vgl. Mt 19:21 - Mt 25:34-40
Mk 10:22 - Bei [diesem] Wort verdüsterte sich [sein Gesicht] (23*) und er ging traurig weg, denn er hatte viele Güter erworben (24*).
"23* o. wurde er trübe („stygnazo“ steht im NT nur hier und in Mt 16:3) 24* o. er besaß ein großes Vermögen, zahlreiche Besitztümer"
Mk 10:23 - Da blickt Jesus seine Schüler ringsum an und sagt zu ihnen: Wie schwer wird es [für die] sein, die Vermögen (25*) haben, in das Königreich Gottes einzugehen!
25* o. Schätze, Güter, (viel) Geld
Mk 10:24 - Die Schüler aber erschraken über seine Worte; doch Jesus wendet sich noch einmal an sie und sagt: Kinder, wie schwer ist es [doch], in das Königreich Gottes einzugehen!

Mk 10:25 - Leichter kommt ein Kamel durch das Loch der Nähnadel hindurch als ein Reicher in das Königreich Gottes hinein (26*)!
26* Jesus will bewusst machen, wie ungeheuer schwer eine innerlich freie Stellung zu den Gütern dieser Welt ist. Das Wort „meint etwas schlechterdings Unmögliches und darf in keiner Weise erleichtert werden“ (J. Schniewind).
Mk 10:26 - Sie aber entsetzten sich noch mehr (27*) und sprachen zueinander: Wer kann dann [überhaupt] gerettet werden?
27* o. waren ganz und gar außer sich, zutiefst erschüttert
Mk 10:27 - Jesus blickt sie an und spricht: Bei Menschen ist es unmöglich, nicht aber bei Gott; denn bei Gott ist alles möglich (28*).
28* vgl. 1Mo 18:14 - Mt 19:26 - Röm 4:21
Mk 10:28 - Da begann Petrus zu reden [und sagte] zu ihm: Sieh, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt!

Mk 10:29 - Jesus sprach: Wahrlich (15*), ich sage euch: Es gibt keinen, der [sein] Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Äcker um meinetwillen und um des Evangeliums (29*) willen verlassen hat,
"15* w. Amen 29* o. der Heilsbotschaft (vgl. Mk 8:35)"
Mk 10:30 - der es nicht hundertfach [wieder] empfängt: jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker, [wenn auch verbunden] mit Verfolgungen, und in der kommenden Weltzeit ewiges Leben (30*).
30* Es entsprechen sich: Eingehen ins Königreich Gottes (Mk 10:23-25) – Gerettetwerden (Mk 10:26) – Leben haben im kommenden Äon (Mk 10:17,30); vgl. Mk 9:47 mit Anm. 91 - Mt 25:46 mit Anm. 38!
Mk 10:31 - Viele Erste aber werden Letzte sein und die Letzten Erste (31*).
31* Sünder erlangen Jesu Heil vor den „gerechten“ Pharisäern (Mt 9:13 - Mt 21:31), Heiden vor den zuerst berufenen Israeliten (Apg 13:46).
Mk 10:32 - Sie waren auf dem Wege und zogen hinauf nach Jerusalem und Jesus ging ihnen voran [in einer Weise, dass] sie erschraken und die Nachfolgenden in Furcht gerieten (32*). Und wieder nahm er die Zwölf beiseite und begann, zu ihnen von dem zu reden, was ihm demnächst begegnen würde (33*):
"32* “Zunehmend legte sich Beklommenheit auf sie ... Schaudernd sehen sie seine Zielstrebigkeit ins Dunkle hinein“ (A. Pohl). 33* o. (in naher Zukunft) zustoßen, widerfahren sollte"
Mk 10:33 - Sieh, wir gehen hinauf nach Jerusalem und der Menschensohn wird den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten übergeben werden (34*) und sie werden ihn zum Tode verurteilen und an die Heiden übergeben (35*)
"34* o. ausgeliefert, überantwortet werden (Mt 20:18) 35* o. den Nationen (Nichtisraeliten) ausliefern"
Mk 10:34 - und sie werden ihn verspotten (36*) und ihn anspucken, ja ihn auspeitschen und töten, und nach drei Tagen (37*) wird er auferstehen (38*).
"36 ihr Spiel o. ihren Mutwillen mit ihm treiben 37 vgl. Mk 9:31 mit Anm. 78! 38 vgl. Mk 8:31 mit Anm. 31!"
Mk 10:35 - Da treten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, an ihn heran und sagen zu ihm: Lehrer, wir wollen (39*), dass du für uns tust, was immer wir von dir erbitten!
39* o. wünschen, begehren
Mk 10:36 - Er aber sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich's für euch tue?

Mk 10:37 - Sie erwiderten ihm: Gewähre uns, dass wir in deiner Herrlichkeit (40*) [neben dir] sitzen [dürfen] – einer zu deiner Rechten und einer zur Linken!
40* „In deiner Herrlichkeit“ lautet bei Mt. „in deinem Königreich“ (Mt 20:21 - vgl. Mt 19:28). Die beiden wollen sich vorab Ehrenplätze sichern. Vgl. Offb 3:21!
Mk 10:38 - Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde?

Mk 10:39 - Sie antworteten ihm: Wir können es! Jesus aber sprach zu ihnen: Den Kelch, den ich trinke, werdet ihr [zwar] trinken, und mit der Taufe, mit der ich getauft werde, werdet ihr getauft werden;

Mk 10:40 - aber das Sitzen zu meiner Rechten oder Linken zu vergeben, ist nicht meine Sache, sondern [es wird jenen zuteil], denen es bereitet ist.

Mk 10:41 - Und es hörten [dies] die Zehn und sie begannen sich über Jakobus und Johannes zu ärgern (41*).
41* o. unwillig, zornig, erregt zu werden. Freier übersetzt: und Ärger und Zorn stiegen in ihnen auf.
Mk 10:42 - Da ruft Jesus sie herbei und spricht zu ihnen: Ihr wisst, dass [jene], die als Herrscher der Weltvölker gelten, sie als die Herren unterjochen und ihre Großen sie ihre Macht fühlen lassen (42*).
42* o. gewalttätig gegen sie vorgehen, ihre Gewalt missbrauchen, sie unterdrücken (Mt 20:25)
Mk 10:43 - So aber verhält es sich nicht bei euch (43*), sondern wer unter euch groß werden will, soll euer Diener sein,
43* o. ist es nicht unter euch, d.h. Machtwillen und Machtmissbrauch soll es bei euch nicht geben (Phil 2:5)
Mk 10:44 - und wer unter euch der Erste sein will, soll aller Sklave sein;

Mk 10:45 - denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele (44*).
44* vgl. Mt 20:26-28 mit Anmerkungen
Mk 10:46 - Und sie kommen nach Jericho. Als er dann Jericho [wieder] verließ (45*) - und [ebenso] seine Schüler und eine ziemlich große Volksmenge -, saß [da] Bartimäus, der Sohn des Timäus, ein blinder Bettler, am Weg,
45* w. von Jericho hinausging
Mk 10:47 - und als er hörte, es sei Jesus, der Nazarener, fing er an zu schreien: Sohn Davids, Jesus, erbarme dich meiner!

Mk 10:48 - Und viele befahlen ihm drohend (46*) zu schweigen; er aber schrie umso mehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner!
46* o. vorwurfsvoll, tadelnd, scheltend
Mk 10:49 - Da blieb Jesus stehen und sprach: Ruft ihn her! Und sie rufen den Blinden und sagen ihm: Fasse Mut (47*), steh auf, er ruft dich!
47* o. Sei getrost, sei unverzagt
Mk 10:50 - Da warf er seinen Mantel (48*) ab, sprang auf und kam zu Jesus.
48* o. sein Oberkleid, Obergewand
Mk 10:51 - Und Jesus redete ihn an und sprach: Was willst du? [Was] soll ich für dich tun? Der Blinde aber sprach zu ihm: Rabbuni (49*), [gib] dass ich wieder sehend werde (50*)!
"49* ehrenvolle Bezeichnung eines Lehrers (Steigerungsform von Rabbi): mein Herr, verehrter Lehrer (Joh 20:16) 50* o. (ich möchte) wieder sehen (können)"
Mk 10:52 - Da sprach Jesus zu ihm: Geh hin, dein Glaube hat dich geheilt (51*). Und sogleich wurde er wieder sehend und folgte ihm auf dem Wege.
51* o. gerettet, gesund gemacht (dir Rettung, Heil, Heilung gebracht) (vgl. Mt 9:22 - Mk 5:34)

Mk 11

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Mk 11:1 - Und als sie in die Nähe von Jerusalem kommen, nach Bethfage und Bethanien am Ölberg, sendet er zwei seiner Schüler aus

Mk 11:2 - und er spricht zu ihnen: Geht in das Dorf, das euch gegenüber[liegt] (52*), und sogleich, wenn ihr hineinkommt, werdet ihr ein [Esels-]Füllen angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat; bindet es los und bringt [es her]!
52* o. das (dort) vor euch liegt
Mk 11:3 - Und wenn jemand zu euch sagt: Warum macht ihr das?, so sprecht: Der Herr braucht es (53*) und er schickt es [auch] sogleich wieder her.
53* o. bedarf seiner (vgl. Mt 21:3-5)
Mk 11:4 - Da gingen sie fort und fanden das Füllen, angebunden an einer Tür draußen an der Straße (54*), und sie binden es los.
54* „amphodos“ = umlaufender Weg
Mk 11:5 - Und einige von denen, die dort standen, sagten zu ihnen: Was macht ihr? [Warum] bindet ihr das Füllen los?

Mk 11:6 - Sie aber antworteten ihnen [so], wie Jesus [es ihnen] gesagt hatte; da ließ man sie gewähren.

Mk 11:7 - Und sie bringen das Füllen zu Jesus und legen ihre Kleider (55*) auf [das Tier] und er setzte sich darauf.
55* o. Mäntel (Obergewänder)
Mk 11:8 - Auch breiteten viele ihre Kleider (55*) auf dem Wege aus, andere aber grüne Zweige (56*), die sie abgehauen [und] von den Feldern [hergeholt hatten].
"55* o. Mäntel (Obergewänder) 56* o. Laubbüschel"
Mk 11:9 - Und die vorangingen und die nachfolgten, riefen laut: Hosianna (57*)! Gesegnet (58*) sei, der da kommt im Namen des Herrn!
"57* d.h. „Rette doch, (Herr) gib doch Heil!“ (Ps 118:25). (Offenbare uns jetzt das messianische Heil!) 58* o. Gepriesen, gelobt (vgl. Mt 21:9 - Mt 23:39)"
Mk 11:10 - [Und] gesegnet (58*) sei das kommende Königreich unseres Vaters David (59*)! Hosianna in den Höhen (60*)!
"58* o. Gepriesen, gelobt (vgl. Mt 21:9 - Mt 23:39) 59* In Israel gehören Messiaserwartung und Reichserwartung unlöslich zusammen. 60* vgl. Lk 2:14 - Lk 19:38 - Mt 6:10 - Offb 11:15 - Offb 20:4"
Mk 11:11 - Und so kam er nach Jerusalem [und] in den Tempel, und nachdem er sich ringsum alles angeschaut hatte, ging er, da die Abendstunde schon [gekommen] war, mit den Zwölfen nach Bethanien hinaus.

Mk 11:12 - Als sie am nächsten Tag von Bethanien aufgebrochen waren, hatte er Hunger.

Mk 11:13 - Da sah er von weitem einen Feigenbaum, der Blätter hatte, und er kam [näher, um zu sehen], ob er vielleicht etwas [an Früchten] auf ihm fände, doch als er zu ihm kam, fand er nichts als Blätter; denn die rechte Zeit für [reife] Feigen war [noch] nicht da (61*).
61* Allerdings hätten „Früh- oder Vorfeigen, die bereits im Herbst des Vorjahres ansetzen, vorhanden sein können. Der Feigenbaum hätte also durchaus Früchte haben können. Dass keine vorhanden waren, nimmt Jesus zum Anlass (einer ernsten Zeichenhandlung). Er meint damit das Volk Israel“ (K. Layer).
Mk 11:14 - Da redete er ihn an und sprach: Fortan esse niemand mehr Frucht von dir für [dieses] Weltzeitalter (62*)! Und seine Schüler hörten es.
62* vgl. Mt 21:19 mit Anm. 22!
Mk 11:15 - Und sie kommen nach Jerusalem. Und als er in den Tempel eingetreten war, fing er an, [diejenigen] hinauszuwerfen, die als Verkäufer und Käufer im Tempel tätig waren, und die Tische der Geldwechsler stürzte er um und auch die Sitze der Taubenverkäufer;

Mk 11:16 - er ließ auch nicht zu, dass jemand ein Gerät (63*) durch den Tempel trug.
63* o. Gefäß, Werkzeug, Gegenstand
Mk 11:17 - Und er lehrte [sie] und sprach zu ihnen: Steht nicht geschrieben: „Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Nationen“ (64*)? Ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht (65*)!
"64* Jes 56:7 65* vgl. Mt 21:12,13 mit Anm. 14.15!"
Mk 11:18 - Und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten hörten [davon] und suchten [einen Weg], wie sie ihn umbringen könnten; denn sie fürchteten ihn, weil die ganze Volksmenge außer sich geraten war (66*) über seine Lehre.
66* o. entsetzt, erschüttert, bestürzt war (Mk 1:22)
Mk 11:19 - Und immer, wenn es Abend geworden war, gingen sie (67*) hinaus vor die Stadt.
67* Jesus und seine Schüler
Mk 11:20 - Und als sie in der Frühe vorübergingen, sahen sie, dass der Feigenbaum von den Wurzeln an vertrocknet (68*) war.
68* o. dürr geworden, verdorrt, ausgetrocknet
Mk 11:21 - Da erinnert sich Petrus und sagt zu ihm: Rabbi (69*), sieh: Der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist vertrocknet (68*)!
"68* o. dürr geworden, verdorrt, ausgetrocknet 69* d.h. Meister, Lehrer"
Mk 11:22 - Jesus antwortet ihnen: Habt Glauben an Gott (70*)!
70* o. Glauben Gottes (nur hier im NT): unerschütterlichen Glauben, wie ihn Gott besitzt und wirkt (Joh 6:29)
Mk 11:23 - Wahrlich (15*), ich sage euch: Wer zu diesem Berge [dort] spräche: „Heb dich empor und wirf dich ins Meer!“ (71*) und zweifelte nicht in seinem Herzen, sondern glaubte, dass geschieht, was er sagt – dem wird es [auch] zuteil werden (72*).
"15* w. Amen 71* w. Werde aufgehoben und geworfen ins Meer 72* w. es wird ihm sein. Vgl. Mt 21:21 mit Anmerkungen!"
Mk 11:24 - Darum sage ich euch: Bei allem, worum ihr betet und bittet, glaubt, dass ihr's empfangen habt, so wird es euch [auch] zuteil werden (73*).
73* w. und es wird euch sein (euch gehören). Immer gilt aber 1Jo 5:14! Bei Wunschgebeten ist hinzuzufügen: „wenn es dein Wille ist“ (vgl. Mt 18:19 - Mt 21:22).
Mk 11:25 - Und wenn ihr dasteht und betet, so vergebt (74*), wenn ihr gegen jemand etwas [vorzubringen] habt, damit auch euer Vater in den Himmeln euch eure Übertretungen vergebe (75*).
"74* o. erlasst (die Sündenschuld) 75* vgl. Mt 6:12 - Mt 6:14,15 - Mt 18:21-35 - Kol 3:13"
Mk 11:26 - Wenn ihr aber nicht vergebt (74*), wird euer Vater in den Himmeln auch eure Übertretungen nicht vergeben (76*).
"74* o. erlasst (die Sündenschuld) 76* V. 26 fehlt in wichtigen alten Handschriften"
Mk 11:27 - Und sie kommen wieder nach Jerusalem. Und während er im Tempel umhergeht, kommen die Hohenpriester und die Schriftgelehrten und die Ältesten zu ihm

Mk 11:28 - und fragen ihn (77*): In welcher Vollmacht (78*) tust du dies? Oder [anders gefragt]: Wer hat dir die Vollmacht verliehen, dies zu tun (79*)?
"77* w. und sagten zu ihm 78* o. mit welchem Recht, welcher Befugnis, Autorität 79* nämlich den Tempel zu reinigen und im Tempel zu heilen und zu lehren (Mt 21:14 - Mt 21:23)"
Mk 11:29 - Jesus aber sprach zu ihnen: Ich werde euch ein Wort fragen (80*). Antwortet mir, dann werde ich euch [auch] sagen, in welcher Vollmacht (78*) ich dies tue:
"78* o. mit welchem Recht, welcher Befugnis, Autorität 80* o. euch nach einer Sache fragen"
Mk 11:30 - Stammte die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen? Antwortet mir!

Mk 11:31 - Da besprachen sie sich miteinander (81*) in der Weise: Wenn wir sagen „vom Himmel“, wird er entgegnen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt?
81* o. überlegten sie, diskutierten sie miteinander
Mk 11:32 - Sollen wir dagegen sagen „von Menschen“ (82*)? - Sie fürchteten die Volksmenge; denn alle meinten, Johannes sei wirklich ein Prophet gewesen.
82* Hier bricht ihre Überlegung plötzlich ab; zu ergänzen ist: Das kam für sie nicht in Frage, denn ...
Mk 11:33 - So antworteten sie Jesus: Wir wissen es nicht. Und Jesus spricht zu ihnen: So sage auch ich euch nicht, in welcher Vollmacht (78*) ich dies tue.
78* o. mit welchem Recht, welcher Befugnis, Autorität

Mk 12

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Mk 12:1 - Und er fing an, in Gleichnissen zu ihnen zu reden: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg (1*); er umgab ihn ringsum mit einem Zaun (2*) und grub einen Keltertrog (3*) und baute einen Turm; dann verpachtete er ihn an Weingärtner und reiste in die Fremde (4*).
"1* vgl. Mt 21:33-46 - Lk 20:9-19 - Jes 5:1-7 2* o. Umfriedung, Hecke, Steinwall, Mauer 3* einen Auffangtrog unter der Kelter 4* o. ging außer Landes "
Mk 12:2 - Und zur bestimmten Zeit [der Ernte] schickte er einen Knecht (5*) zu den Weingärtnern, um [seinen Teil] von den Weinbergfrüchten von den Weingärtnern in Empfang zu nehmen (6*).
"5* w. Sklaven (so auch Mk 12:4) 6* Gott sandte zunächst die Propheten (die „Knechte“) zu Israel, hernach seinen Sohn (vgl. Mt 23:30-35 - Apg 7:52 - Hebr 1:1,2). Mk. und Lk. sprechen von einzelnen Knechten, die Gott sandte, Mt. jeweils von mehreren."
Mk 12:3 - Doch sie packten ihn, verprügelten ihn und schickten ihn mit leeren Händen (7*) fort.
7* w. leer
Mk 12:4 - Da sandte er noch einen andern Knecht zu ihnen; dem schlugen sie den Kopf blutig (8*) und beschimpften ihn.
8* o. den misshandelten sie durch Faustschläge ins Gesicht
Mk 12:5 - Und er sandte [noch] einen andern; den töteten sie [sogar]. Und [noch] viele andere [schickte er aus] – die einen verprügelten sie, die anderen töteten sie.

Mk 12:6 - Da hatte er noch Einen: den geliebten Sohn (9*); er schickte ihn als Letzten zu ihnen und sagte [sich]: Meinen Sohn werden sie [doch wohl] respektieren (10*)!
"9* vgl. 1Mo 22:2 - Mk 1:11 - Mk 9:7 - Kol 1:13 10* ihm Achtung o. Scheu entgegenbringen. Vgl. Mt 21:37 mit Anmerkungen!"
Mk 12:7 - Sie aber, die Weingärtner, sprachen zueinander: Dies ist der Erbe! Auf, lasst uns ihn töten, dann wird das Erbe uns gehören!

Mk 12:8 - Und sie packten ihn und töteten ihn und warfen ihn aus dem Weinberg hinaus.

Mk 12:9 - Was wird nun der Herr des Weinbergs tun? Er wird kommen und über die Weingärtner Verderben bringen (11*) und den Weinberg andern geben.
11* o. sie zugrunde richten, vernichten
Mk 12:10 - Habt ihr [denn] noch nicht (12*) dieses Schriftwort gelesen: „Der Stein, den die Bauleute als unbrauchbar verworfen hatten, der ist zum Eckstein geworden;
12* o. nicht einmal, auch nicht
Mk 12:11 - vom Herrn aus ist das geschehen (13*) und es ist wunderbar (14*) in unsern Augen“?
"13* o. von JAHWE aus ist er das geworden (Ps 118:22,23) 14* o. Und er ist wunderbar..."
Mk 12:12 - Da suchten sie ihn festzunehmen (15*), doch sie fürchteten die Volksmenge. Sie hatten nämlich erkannt, dass er im Blick auf sie das Gleichnis gesagt hatte. Und sie verließen ihn (16*) und gingen weg.
"15* o. in ihre Gewalt zu bekommen 16* o. ließen von ihm ab"
Mk 12:13 - Dann schicken sie einige von den Pharisäern und den Herodianern (17*) zu ihm, um ihn durch ein [unvorsichtiges] Wort zu fangen (18*).
"17* Anhänger des herodianischen Herrscherhauses, Partei der Römerfreunde 18* o. zu erhaschen, zu erjagen (um ihn durch eine Fangfrage zu fassen)"
Mk 12:14 - Und sie kommen und sagen zu ihm: Lehrer, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und auf [die Meinung von] niemand Rücksicht nimmst; den du siehst nicht auf das Äußere der Menschen, sondern lehrst den Weg Gottes wahrheitsgemäß. Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht (19*)? Sollen wir zahlen oder nicht?
19* vgl. Mt 22:16,17 mit Anmerkungen. Die „Heuchler“ schicken ihrer Fangfrage ein Lob voraus.
Mk 12:15 - Er aber, der ihre Heuchelei durchschaute (20*), sprach zu ihnen: Warum stellt ihr mich auf die Probe (21*)? Bringt mir einen Denar (22*), dass ich [ihn] ansehe!
"20* w. wusste, kannte 21* o. Warum wollt ihr mich in Versuchung führen, (meine Meinung) ausforschen, auskundschaften 22* vgl. Mt 18:28 - Mt 20:2"
Mk 12:16 - Sie brachten [einen] und er sagt zu ihnen: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten ihm: Des Kaisers.

Mk 12:17 - Jesus aber sprach zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist (23*)! Da wunderten sie sich sehr über ihn.
23* Gerade weil Jesus Gottes Sohn und König der Welt ist, kann er dem Kaiser so frei das zugestehen, was sein ist.
Mk 12:18 - Dann kommen Sadduzäer zu ihm, die da sagen, es gebe keine Auferstehung; sie legten ihm eine Frage vor und sagten:

Mk 12:19 - Lehrer, Mose hat uns [vor]geschrieben (24*): Wenn eines [Mannes] Bruder stirbt und eine Frau zurücklässt, [aber] kein Kind hinterlässt, so soll sein Bruder die Frau nehmen (25*) und seinem Bruder Nachkommenschaft erstehen lassen (26*).
"24* in 5Mo 25:5,6 25* die verwitwete Schwägerin heiraten 26* o. Samen auferwecken, aufrichten, erzeugen"
Mk 12:20 - [Nun] waren da sieben Brüder, und der erste nahm eine Frau und starb, ohne Nachkommen (27*) zu hinterlassen.
27* w. Samen
Mk 12:21 - Da nahm sie der zweite, [doch] auch er starb, ohne Nachkommen (27*) zurückzulassen, und der dritte ebenso (28*).
"27* w. Samen 28* Mt 22:26 ergänzt: und schließlich (alle) sieben."
Mk 12:22 - (Alle) sieben hinterließen keine Nachkommen. Als Letzte von allen starb auch die Frau.

Mk 12:23 - In der Auferstehung [nun], wenn sie auferstehen, welchem von ihnen wird die Frau [dann] gehören (29*)? Die sieben haben sie ja [alle] zur Frau gehabt.
29* o. wessen Frau wird sie (dann) sein
Mk 12:24 - Jesus sprach zu ihnen: Irrt ihr nicht deshalb, weil ihr die Schriften nicht kennt noch die Kraft Gottes?

Mk 12:25 - Wenn sie nämlich aus [den] Toten auferstehen, dann heiraten sie nicht noch werden sie verheiratet; sie sind vielmehr wie Engel in den Himmeln.

Mk 12:26 - Was aber die Auferweckung der Toten betrifft (30*), habt ihr nicht im Buch Moses gelesen, in dem [Bericht vom brennenden] Dornbusch, wie Gott zu ihm die Worte gesprochen hat: „Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs“ (31*)?
"30* w. Was aber die Toten betrifft, dass sie auferweckt werden 31* vgl. 2Mo 3:6"
Mk 12:27 - Er ist nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebenden (32*). Ihr irrt euch [also] sehr.
32* vgl. Mt 22:32 - Lk 20:38
Mk 12:28 - Und einer der Schriftgelehrten, der ihre Streitgespräche gehört hatte [und dem] seine guten Antworten aufgefallen waren (33*), trat herzu und fragte ihn: Welches Gebot ist das erste von allen (34*)?
"33* w. der gehört hatte, wie sie stritten, [und] gesehen hatte, dass er ihnen gut geantwortet hatte 34* o. das allerwichtigste? vgl. 5Mo 6:4,5 - 3Mo 19:18 - Mt 22:35-40"
Mk 12:29 - Jesus antwortete: Das erste lautet: „Höre, Israel: JAHWE (35*), unser Gott, ist einzig [und allein] JAHWE,
35* d.h. der Ewigseiende (der immer und überall Seiende), der Unwandelbare, Unveränderliche (2Mo 3:14,15)
Mk 12:30 - und du sollst JAHWE, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deiner ganzen Gesinnung (36*) und aus deiner ganzen Kraft.“
36* o. Denken, Verstand
Mk 12:31 - Das zweite ist dies: “Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Kein anderes Gebot ist größer als diese.

Mk 12:32 - Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Gut (37*), Lehrer, der Wahrheit gemäß hast du gesagt, dass [Gott] einer ist (38*) und es ist kein anderer [Gott] außer ihm,
"37* o. Richtig, recht, schön 38* o. dass ER der Einzige ist (5Mo 4:35 - 5Mo 6:4)"
Mk 12:33 - und ihn lieben aus ganzem Herzen und aus aller Einsicht (39*) und aus ganzer Kraft und den Nächsten lieben wie sich selbst – das ist mehr wert (40*) als alle Brandopfer und Schlachtopfer.
"39* o. Verständnis, Begriffsvermögen, Auffassungsgabe 40* o. vortrefflicher, wichtiger, weit größer"
Mk 12:34 - Als Jesus sah, dass er verständig antwortete, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Königreich Gottes (41*)! Und keiner wagte mehr, ihn [etwas] zu fragen.
41* Die Verse 32-34a finden sich nur bei Mk.
Mk 12:35 - Als dann Jesus im Tempel lehrte, ergriff er das Wort und sprach: Wieso sagen die Schriftgelehrten, der Christus (42*) sei Davids Sohn?
42* d.h. der Gesalbte, der Messias
Mk 12:36 - David selbst sagte [doch] im Heiligen Geist: „JAHWE (35*) sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde unter deine Füße lege.“ (43*)
"35* d.h. der Ewigseiende (der immer und überall Seiende), der Unwandelbare, Unveränderliche (2Mo 3:14,15) 43* vgl. Ps 110:1 - Mt 22:44-46"
Mk 12:37 - David selbst nennt ihn „Herr“ - woher ist er dann sein Sohn (44*)? Und die zahlreich [versammelte] Volksmenge hörte ihn gern.
44* Die Lösung liegt darin: Der Gesalbte Gottes (der Christus, der Messias, Gottes Sohn und Davids Herr) ist in der Person Jesu als Sohn Davids Fleisch geworden; vgl. Jes 11:1,2 - Mt 1:1 - Röm 1:3,4.
Mk 12:38 - Und er sagte in seiner Lehre: Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die Gefallen daran haben (45*), in langwallenden Gewändern umherzugehen und auf den Märkten gegrüßt zu werden
45* o. wünschen, wollen, begehren
Mk 12:39 - und die ersten Sitze in den Synagogen und die ersten Plätze bei den Gastmählern [einzunehmen];

Mk 12:40 - die der Witwen Häuser verschlingen und zum Schein lange Gebete verrichten; diese werden ein besonders schweres Gerichtsurteil [von Gott] empfangen (46*).
46* vgl. Mt 23:5-7 - Mt 23:14 - Lk 20:46,47
Mk 12:41 - Und er setzte sich dem Opferkasten gegenüber nieder und schaute zu, wie die Volksmenge [Kupfer-]Geld in den Opferkasten warf, und viele Reiche warfen viel ein.

Mk 12:42 - Da kam eine arme Witwe und warf zwei kleinste Kupfermünzen im Wert eines Pfennigs ein (47*) .
47* w. zwei Lepta (lokale Währung), was einem Quadrans (kleinste Münze der römischen Reichswährung) entsprach
Mk 12:43 - Und er rief seine Schüler herbei und sprach zu ihnen: Wahrlich (48*), ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr gegeben (49*) als alle, die [etwas] in den Opferkasten geworfen haben;
"48* w. Amen 49* w. eingeworfen"
Mk 12:44 - denn alle haben aus ihrem Überfluss gegeben (49*); diese aber hat aus ihrem Mangel (50*) heraus alles, was sie hatte, eingeworfen: ihren ganzen Lebensunterhalt.
"49* w. eingeworfen 50* o. Bedürftigkeit, Entbehren, Armut"

Mk 13

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Mk 13:1 - Als er dann aus dem Tempel heraustritt, sagt ihm einer seiner Schüler: Lehrer, sieh, was für Steine und was für Bauten!

Mk 13:2 - Und Jesus sprach zu ihm: Siehst du diese großartigen Bauten (51*)? Hier wird gewiss kein Stein auf dem andern gelassen werden, der nicht abgebrochen wird (52*)!
"51* o. Du erblickst (jetzt) diese mächtigen Bauten; (doch ich sage dir) ... 52* vgl. Mt 24:2 - Lk 21:6. Die drei Kapitel Mt 24, Mk 13 und Lk 21 bringen die „Endzeitrede“ Jesu, wobei in Mk 13:9-13 und Lk 21:12-17 Worte Jesu stehen, die sich bei Matthäus in einem anderen Zusammenhang finden (Mt 10:17-22)."
Mk 13:3 - Und als er sich auf dem Ölberg (53*) niedergesetzt hatte, dem Tempel gegenüber, fragten ihn abseits [von der Menge] Petrus und Jakobus und Johannes und Andreas (54*):
"53* w. dem Berg der Ölbäume o. Oliven (vgl. Sach 14:4 - Mt 24:3 - Lk 22:39 - Apg 1:12) 54* Wieder ist Markus genauer als Matthäus und Lukas, indem er die Namen der vier Schüler nennt."
Mk 13:4 - Sage uns, wann wird dies eintreten (55*)? Und was wird das Zeichen sein, wann dies alles zur Vollendung kommen soll (56*)?
"55* o. geschehen (w. wann wird dies sein) 56* o. wann der Abschluss (die Erfüllung, das Ende) aller dieser Dinge bevorsteht"
Mk 13:5 - Jesus aber begann (57*) zu ihnen zu sprechen: Seht zu, dass euch nicht jemand verführe!
57* „begann“ o. „fing an“ ist bei Mk ein sehr beliebtes Wort: Mk 1:45 - Mk 4:1 - Mk 5:17 - Mk 5:20 - Mk 6:2 - Mk 6:7 - Mk 6:34 - Mk 6:55 - Mk 8:11 - Mk 8:31,32 - Mk 10:28 - Mk 10:32 - Mk 10:41 - Mk 11:15 - Mk 12:1 - Mk 13:5 - Mk 14:19 - Mk 14:33 - Mk 14:65 - Mk 14:69 - Mk 14:71 u.a.
Mk 13:6 - Viele werden unter meinem Namen auftreten (58*) und sagen: Ich bin's! (59*) und werden viele in die Irre führen.
"58* o. aufgrund meines Namens (sich berufend o. stützend auf meinen Namen) kommen 59* nämlich der Messias (Mt 24:5) o. gar eine Offenbarung Gottes (vgl. Mt 14:27 mit Anm. 25!)"
Mk 13:7 - Wenn ihr dann von Kriegen und Kriegsgerüchten hört, so lasst euch nicht erschrecken! Es muss (60*) [ja so] geschehen, aber es ist noch nicht das Ende (61*).
"60* vgl. Mt 24:6 mit Anm. 12! 61* „Telos“ ist das Ende o. Ziel eines Zeitraums, eines Äons, einer Entwicklung: Mt 10:22 - Mt 24:6 - Mt 24:14 - Joh 13:1 - Röm 6:21,22 - 1Kor 1:8 - 1Kor 10:11 - 1Kor 15:24 - 1Petr 1:9 - 1Petr 4:7."
Mk 13:8 - Denn Nation wird sich gegen Nation erheben (62*) und Königreich gegen Königreich; es wird Erdbeben geben da und dort (63*) [und] es wird Hungersnöte geben; diese [Dinge sind] der Anfang der Geburtswehen (64*).
"62* o. aufstehen, (w. erweckt werden) 63* o. an (verschiedenen) Orten 64* jener Schmerzen, die das Kommen der messianischen Zeit einleiten (vgl. Mt 24:8)"
Mk 13:9 - Ihr aber, gebt Acht auf euch selbst! Man wird euch an [die] Gerichtshöfe ausliefern und in Synagogen werdet ihr geschlagen werden (65*); auch werdet ihr um meinetwillen vor Statthalter und Könige gestellt werden, zu einem Zeugnis für sie.
65* o. Geißelhiebe empfangen, ausgepeitscht werden
Mk 13:10 - Und in alle Nationen hinein muss (66*) zuerst (67*) das Evangelium öffentlich ausgerufen werden (68*).
"66* vgl. Mt 24:6 - Mk 13:7 67* ehe das Ende dieser Weltzeit kommt (vgl. Mt 28:19 - Apg 10:34,35 - Apg 13:46) 68* o. die Heilsbotschaft verkündigt werden"
Mk 13:11 - Wenn sie euch dann [ab]führen, um euch auszuliefern, so sorgt euch nicht im Voraus, was ihr reden sollt, sondern was euch in jener Stunde gegeben wird, das sagt! Ihr seid es ja nicht, die da reden, sondern der Heilige Geist.

Mk 13:12 - Dann wird [sogar] ein Bruder den Bruder zum Tode überliefern und ein Vater das Kind, ja, Kinder werden gegen [ihre] Eltern aufstehen und sie zu Tode bringen (69*).
69* o. umbringen, töten
Mk 13:13 - Und ihr werdet gehasst werden von allen um meines Namens willen. Wer aber geduldig ausharrt bis ans Ende (70*), wird gerettet werden (71*).
"70* Diese gegenwärtige böse Weltzeit (Gal 1:4) hat ein Ende: die Wiederkunft Christi. 71* vgl. Mt 10:17-22 - Mt 24:9 - Mt 24:13,14 - Lk 21:12-17"
Mk 13:14 - Wenn ihr aber den „Gräuel der Verwüstung“ [dort] stehen seht, wo er nicht [stehen] darf (72*) - wer es liest (73*), denke [darüber] nach -, dann sollen, die in Judäa sind, in die Berge fliehen;
"72* o. wo er nicht hingehört (nämlich im Heiligtum); vgl. Mt 24:15 mit Anm. 25! 73* im Buch Daniel (Dan 9:26,27 - Dan 11:31 - Dan 12:11)"
Mk 13:15 - wer auf dem [flachen] Hausdach ist, soll nicht herabsteigen und hineingehen, um etwas aus seinem Hause zu holen,

Mk 13:16 - und wer auf dem Felde ist, soll sich nicht nach hinten umwenden (74*), um [noch] seinen Mantel zu holen.
74* Es gibt den falschen (1Mo 19:17 - 1Mo 19:26 - Lk 9:62 - Phil 3:13) und den richtigen (Eph 2:11) Rückblick.
Mk 13:17 - Wehe aber den Schwangeren und Stillenden in jenen Tagen!

Mk 13:18 - Betet, dass es nicht im Winter geschehe!

Mk 13:19 - Denn jene Tage werden eine solche Drangsal sein (75*), wie sie sich derart [noch] nicht ereignet hat (76*) von Anfang der Schöpfung an, die Gott schuf, bis jetzt und auch keinesfalls [mehr] eintreten wird.
"75* o. eine solche Bedrängnis (Einengung) mit sich bringen ... Von der einzigartigen Bedrängnis des Endes sprechen auch Dan 12:1 - Joe 1:2,3 - Joe 1:15 - Mt 24:21,22 - Offb 6-19. Sie betrifft Volk und Land Israel, aber auch die Menschheit überhaupt. 76* o. wie sie derart noch nicht geschehen, geworden, dagewesen ist"
Mk 13:20 - Und wenn der Herr die Tage nicht verkürzt hätte (77*), so würde kein Fleisch [aus dieser Not heraus] gerettet werden, doch um der Auserwählten willen, die er sich auserwählt hat (78*), hat er die Tage verkürzt (79*).
"77* ein Hinweis auf Gottes heilsgeschichtliche Planung und Vorausbestimmung (Apg. 1,7) 78* vgl. Jes 41:8,9 - Mk 13:27 - Eph 1:4,5 79* vgl. Mt 24:22 mit Anmerkungen"
Mk 13:21 - Wenn dann jemand zu euch sagt: „Sieh, hier ist der Christus – sieh, dort!“, so glaubt es nicht!

Mk 13:22 - Denn falsche Messiasse und falsche Propheten werden sich erheben (80*) und Zeichen und Wunder tun, um womöglich auch die Auserwählten zum Abirren zu verleiten.
80* w. Pseudo-Christusse und Pseudo-Propheten werden erweckt werden (vgl. 2Thes 2:8,9 - Offb 13:11-15)
Mk 13:23 - Ihr aber, gebt Acht! Ich habe euch alles zuvor gesagt.

Mk 13:24 - Doch in jenen Tagen, nach jener Drangsal, wird die Sonne verfinstert werden und der Mond seinen Schein nicht geben (81*)
81* Im Griechischen ist die Sonne männlich und der Mond weiblich; man könnte etwa übersetzen: wird der Sonnenball verfinstert werden und die Mondscheibe kein Licht mehr geben.
Mk 13:25 - und die Sterne werden vom Himmel fallen (82*) und die in den Himmeln [vorhandenen] Kräfte und Energien werden in Erschütterung geraten (83*).
"82* w. werden aus dem Himmel fallende sein 83* o. wanken, schwanken, hin und her geschleudert werden (vgl. Jes 13:9-11 - Jes 24:18-23 - Jes 34:4 - Offb 6:12-14)"
Mk 13:26 - Und dann werden sie den Menschensohn (84*) in den Wolken kommen sehen mit großer Macht und Herrlichkeit,
84* vgl. Mt 8:20 mit Anm. 17 - Mt 24:30 - Mt 25:31 - Mt 26:64
Mk 13:27 - und dann wird er die Engel aussenden und seine Auserwählten zusammenführen von den vier Winden her, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.

Mk 13:28 - Vom Feigenbaum aber lernt das [folgende] Gleichnis: Sobald sein Zweig saftig wird und Blätter hervortreibt, so erkennt ihr [daran], dass die sommerliche Erntezeit nahe ist (85*).
85* vgl. Mt 24:32 mit Anmerkungen
Mk 13:29 - So sollt auch ihr, wenn ihr dies geschehen seht, wissen: Er (86*) ist nahe vor der Tür!
86* Er (der wiederkommende Herr) o. Sie (die Ernte) o. Es (das Ende dieser Weltzeit)
Mk 13:30 - Wahrlich (48*), ich sage euch: Dieses Volk (87*) wird keinesfalls vergehen, bis dies alles geschieht.
"48* w. Amen 87* vgl. Mt 24:34 mit Anm. 49"
Mk 13:31 - Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nimmermehr vergehen (88*).
88* vgl. Hebr 1:10-12 - Offb 21:1 - Ps 119:89
Mk 13:32 - Was aber jenen Tag und jene Stunde betrifft, so hat niemand Kenntnis [davon], auch nicht die Engel im Himmel, [ja] auch nicht der Sohn, sondern nur der Vater.

Mk 13:33 - Gebt Acht (89*) [und] schlaft nicht ein (90*); denn ihr wisst nicht, wann der bestimmte Zeitpunkt (91*) da ist.
"89* griech. plepete = Seht zu, gebt Acht, hütet euch (vgl. Mk 4:24 - Mk 8:15 - Mk 12:38 - Mk 13:5 - Mk 13:9 - Mk 13:23 - Kol 2:8) 90* d.h. seid im Geiste wach (1Kor 16:13 - 1Petr 5:8) 91* griech. kairos; vgl. Mt 12:1 mit Anm. 1"
Mk 13:34 - [Es ist] wie bei einem Menschen, der in die Fremde reiste; er verließ sein Haus und übertrug seinen Knechten die Verantwortung (92*); (er teilte) jedem seine Arbeit (zu) und befahl dem Türhüter zu wachen.
92* w. und gab seinen Sklaven die Vollmacht
Mk 13:35 - So wacht also; denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt – ob am späten Abend oder um Mitternacht oder beim [ersten] Hahnenschrei oder frühmorgens (93*),
93* Die Einteilung entspricht den vier römischen Nachtwachen von 18-6 Uhr. Der Herr kann „früh“ oder „spät“ wiederkommen, ein Datum kann keinesfalls errechnet werden. - Das „Türhüter-Gleichnis“ bringt nur Mk.
Mk 13:36 - damit er nicht, plötzlich kommend, euch schlafend findet.

Mk 13:37 - Was ich aber euch sage, sage ich allen: Wachet (94*)!
94* Die dreimalige Mahnung Jesu zu wachen (Mk 13:33 - Mk 13:35,37), die für alle gilt, zeigt die Dringlichkeit angesichts der Gefahr von Schlaf- und Rauschzuständen (vgl. Röm 13:11,12 - 1Kor 16:13 - 1Thes 5:6 - Offb 16:15).

Mk 14

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Mk 14:1 - Es waren aber noch zwei Tage bis zum Passah und [dem Fest] der ungesäuerten Brote (1*). Und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten suchten [fortwährend nach einem Weg], ihn mit List zu ergreifen und zu töten.
1* w. Nach zwei Tagen aber war das Passah ... Es ist Mittwoch, der 12. Nisan. Mit dem 14. Nisan beginnt das siebentägige Azyma-Fest (das Fest der ungesäuerten Brote); vgl. Mt 26:2 - Mt 26:17 mit Anm. 2 u.16!
Mk 14:2 - Sie sagten allerdings (2*): „Ja nicht am Fest (3*), damit es nicht zu einem Aufruhr des Volkes kommt“ (4*).
"2* o. Denn sie sagten 3* sondern „noch vor dem Fest ... je früher, desto besser“ (K. Bornhäuser) 4* o. zu einem lärmenden Durcheinander (Getümmel, Tumult) aufgeregter Volksmassen"
Mk 14:3 - Als er nun in Bethanien war, im Hause Simons, des Aussätzigen, kam, während er zu Tisch lag, eine Frau [zu ihm], die ein Alabastergefäß mit echtem, teurem Nardenöl (5*) [bei sich] trug; sie zerbrach das Alabastergefäß und goss [das Öl] herab auf sein Haupt.
5* o. mit unverfälschtem, sehr kostbarem Nardenöl (aus den Wurzeltrieben der indischen Nardenpflanze gewonnen)
Mk 14:4 - Es waren aber einige da, die ihren Unwillen äußerten (6*) [und] zueinander [sprachen]: Wozu ist diese Vergeudung des Salböls geschehen (7*)?
"6* o. ihrem Ärger Luft machten 7* o. Was soll diese Verschwendung des Salböls"
Mk 14:5 - Man hätte dieses Salböl doch für mehr als 300 Denare verkaufen und [den Erlös] den Armen geben können (8*)! Und sie machten ihr heftige Vorwürfe.
8* w. Es konnte nämlich dieses Salböl ... verkauft und (der Erlös) den Armen gegeben werden. Zum Wert eines Denars vgl. Mt 18:28 - Mt 20:2 - Mk 6:37.
Mk 14:6 - Jesus aber sprach: Lasst sie [in Ruhe]! Was macht ihr [der Frau] Schwierigkeiten (9*)? Sie hat ein gutes (10*) Werk an mir getan.
"9* o. Mühe (vgl. Mt 26:10) 10* o. edles, schönes, lobenswertes"
Mk 14:7 - Zu allen Zeiten habt ihr ja die Armen bei euch, und sooft ihr wollt, könnt ihr ihnen wohl tun; mich aber habt ihr nicht allezeit.

Mk 14:8 - Sie hat getan, was sie konnte (11*); sie hat meinen Leib im Voraus für [mein] Begräbnis gesalbt (12*).
"11* o. vermochte, hatte 12* o. sie hat vorweggenommen, meinen Leib zur Bestattung zu salben"
Mk 14:9 - Und wahrlich (13*), ich sage euch: Wo immer das Evangelium in die ganze Welt hinein ausgerufen wird (14*), da wird auch geredet werden [von dem], was diese [Frau] getan hat, ihr zum Gedächtnis (15*).
"13* w. amen 14* o. gepredigt, verkündigt wird 15* vgl. Mt 26:13 mit Anm. 12; Joh 12:1-8"
Mk 14:10 - Und Judas Iskariot, der eine von den Zwölfen, ging fort zu den Hohenpriestern, um ihnen [Jesus] auszuliefern (16*).
16* Das Wort „paradidomi“ (ausliefern, übergeben, überliefern, überantworten, preisgeben, verraten) kommt bei Mt und Mk häufig vor, u.a. in Mt 26:15,16 - Mt 26:21 - Mt 26:23,24,25 - Mt 26:46,48 - Mt 27:3,4 - Mk 3:19 - Mk 14:10,11 - Mk 14:18 - Mk 14:21 - Mk 14:41,42 - Mk 14:44 - Mk 15:1 - Mk 15:10 - Mk 15:15.
Mk 14:11 - Sie aber freuten sich, als sie es hörten, und versprachen, ihm Geld zu geben. Daraufhin suchte er nach einer günstigen Gelegenheit, um ihn auszuliefern.

Mk 14:12 - Und am ersten Tag der ungesäuerten Brote (17*), an dem sie das Passah[lamm] zu schlachten pflegten, sagen seine Schüler zu ihm: Wo sollen wir nach deinem Willen hingehen und Vorbereitungen treffen, damit du das Passah[mahl] essen [kannst]?
17* vgl. Mt 26:17 mit Anm. 16
Mk 14:13 - Da schickt er zwei seiner Schüler aus und spricht zu ihnen: Geht hin in die Stadt; da wird euch ein Mensch begegnen, der einen Krug mit Wasser trägt; dem folgt,

Mk 14:14 - und wo er hineingeht, da sagt dem Hausherrn: „Der Lehrer spricht: Wo ist mein Gastzimmer (18*), in dem ich das Passah[mahl] mit meinen Schülern essen [kann]?"
18* o. Quartier, Unterkunft, Herberge
Mk 14:15 - Dann wird er selbst euch ein geräumiges Zimmer im Obergeschoss zeigen, [mit Teppichen und Polstern] ausgelegt [und] bereit; dort trefft die Vorbereitungen für uns!

Mk 14:16 - Und die Schüler gingen fort und kamen in die Stadt und trafen es so an, wie er es ihnen gesagt hatte, und sie bereiteten das Passah[mahl].

Mk 14:17 - Als es dann Abend geworden war, kommt er mit den Zwölfen.

Mk 14:18 - Und als sie zu Tisch lagen und aßen, sprach Jesus: Wahrlich (13*), ich sage euch: Einer aus eurer [Mitte], der mit mir isst (19*), wird mich verraten und ausliefern (16*)!
"13* w. amen 16* Das Wort „paradidomi“ (ausliefern, übergeben, überliefern, überantworten, preisgeben, verraten) kommt bei Mt und Mk häufig vor, u.a. in Mt 26:15,16 - Mt 26:21 - Mt 26:23,24,25 - Mt 26:46,48 - Mt 27:3,4 - Mk 3:19 - Mk 14:10,11 - Mk 14:18 - Mk 14:21 - Mk 14:41,42 - Mk 14:44 - Mk 15:1 - Mk 15:10 - Mk 15:15. 19* vgl. Ps 41:10 - Ps 55:13-15 - Joh 13:21"
Mk 14:19 - Da begannen sie traurig zu werden und einer nach dem andern zu ihm zu sagen: Doch nicht etwa ich?

Mk 14:20 - Er aber sprach zu ihnen: Einer von den Zwölfen, der mit mir zusammen [die Hand] in die Schüssel eintaucht!

Mk 14:21 - Der Menschensohn geht zwar dahin, wie über ihn geschrieben steht; wehe aber jenem Menschen, durch den der Menschensohn ausgeliefert wird; gut wäre ihm, wenn er [überhaupt] nicht gezeugt und geboren (20*) worden wäre, jener Mensch (21*)!
"20* „gennao“ bedeutet sowohl (er)zeugen als auch gebären 21* vgl. Mt 26:23,24 - Lk 22:22"
Mk 14:22 - Und als sie aßen, nahm er Brot und sprach den Segen, brach es und gab es ihnen mit den Worten: Nehmt, dies ist mein Leib!

Mk 14:23 - Und er nahm einen Kelch, sprach das Dankgebet und gab ihnen [diesen] und sie tranken alle daraus.

Mk 14:24 - Und er sprach zu ihnen: Dies ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird (22*).
22* vgl. 2Mo 24:8 - Hebr 9:11-15 - Hebr 12:24; s.a. Mt 26:26-28 mit Anm. 21,22!
Mk 14:25 - Wahrlich (13*), ich sage euch: Ich werde keinesfalls mehr vom Gewächs (23*) des Weinstocks trinken bis zu jenem Tag, da ich's neu trinke im Königreich Gottes.
"13* w. Amen 23* o. Erzeugnis, Ertrag"
Mk 14:26 - Nachdem sie dann die Lob- und Preislieder gesungen hatten (24*), gingen sie hinaus zum Ölberg.
24* o. den „Hymnus“ angestimmt hatten: den am Schluss des Passahmahls gesungenen zweiten Teil des „Hallel“, die Psalmen 115-118. Den Vater lobpreisend geht Jesus mit den Seinen dem Tag des Todes entgegen.
Mk 14:27 - Und Jesus spricht zu ihnen: Ihr werdet alle [an mir] Anstoß nehmen (25*); denn es steht geschrieben: „Ich werde den Hirten schlagen und die Schafe werden sich zerstreuen.“ (26*)
"25* o. irre werden (vgl. Mt 11:6 - Mt 26:31) 26* vgl. Sach 13:7 - Mk 14:50"
Mk 14:28 - Nach meiner Auferweckung aber werde ich euch vorangehen nach Galiläa.

Mk 14:29 - Da sagte Petrus zu ihm: Mögen sich auch alle [an dir] stoßen und irre werden - ich aber nicht!

Mk 14:30 - Und Jesus spricht zu ihm: Wahrlich (13*), ich sage dir: Du, du wirst [noch] heute, in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, mich dreimal verleugnen!
13* w. Amen
Mk 14:31 - Er aber, übermäßig [heftig werdend], sprach: [Selbst] wenn ich mit dir sterben müsste (27*), werde ich dich [doch] nimmermehr verleugnen! Ebenso äußerten sich auch alle [anderen].
27* „Mitsterben“ („synapothnäsko“) kommt außer an dieser Stelle noch (in tieferer geistlicher Bedeutung) in 2Kor 7:3 und 2Tim 2:11 vor.
Mk 14:32 - Und sie kommen zu einem Grundstück (28*) mit Namen Gethsemane und er spricht zu seinen Schülern: Setzt euch hier nieder, bis ich gebetet habe!
28* o. Gehöft, Landgut
Mk 14:33 - Dann nimmt er Petrus und Jakobus und Johannes mit sich. Und es erfassten ihn Entsetzen und Grauen (29*)
29* o. Schrecken und innere Unruhe (Mt 26:37 - Hebr 5:7)
Mk 14:34 - und er sagt zu ihnen: Tief betrübt (30*) ist meine Seele bis zum Tode; bleibt hier und wacht!
30* w. ringsum von Traurigkeit umgeben (Ps 42:6 - Ps 88)
Mk 14:35 - Und er ging ein wenig weiter, fiel auf die Erde nieder und betete, dass – wenn möglich – die Stunde an ihm vorübergehe.

Mk 14:36 - Und er sprach: Abba (31*), Vater, dir ist alles möglich: Nimm diesen Kelch von mir weg (32*)! Doch nicht, was ich will [möge geschehen], sondern was du [willst]!
"31* So redeten Kinder im Familienkreis den Vater an. Im NT nur Mk 14:36 - Röm 8:15 - Gal 4:6. 32* „paraphero“ = wegtragen, wegnehmen, entfernen"
Mk 14:37 - Und er kommt und findet sie schlafend und spricht zu Petrus: Simon (33*), du schläfst? Hattest du nicht die Kraft, eine Stunde wach zu bleiben?
33* In dieser Situation konnte er nicht „Petrus“ (= Felsenmann) heißen.
Mk 14:38 - Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung (34*) kommt! Der Geist ist zwar willig (35*), das Fleisch aber schwach (36*).
"34* vgl. Mt 6:13 - Mt 26:41 - 1Kor 10:13 35* o. geneigt, bereit (Gott zu gehorchen) 36* vgl. Röm 8:5-9 - Gal 5:16,17"
Mk 14:39 - Und er ging wieder weg und betete dieselben Worte (37*).
37* w. dasselbe Wort sagend
Mk 14:40 - Und wieder kam er [zu ihnen] und fand sie schlafend; denn ihre Augen waren [ihnen] schwer geworden (38*) und sie wussten nicht, was sie ihm antworten sollten.
38* w. durch die Schwere (der Müdigkeit) niedergedrückt (und zugefallen)
Mk 14:41 - Dann kommt er zum dritten Mal und sagt zu ihnen: Ihr schlaft weiter und ruht euch aus, [doch] es ist genug (39*). Die Stunde ist gekommen, sieh, der Menschensohn wird in die Hände der Sünder ausgeliefert (40*).
"39* o. es ist vorbei, es ist soweit. (Ihr habt genug geschlafen. Die Zeit des ringenden Betens ist vorbei. 40* o. übergeben, überantwortet (Mk 14:10)"
Mk 14:42 - Steht auf (41*), lasst uns gehn! Sieh, mein Verräter (42*) ist nahe!
"41* o. Werdet wach (werdet erweckt) 42* o. der mich ausliefert, übergibt, überantwortet"
Mk 14:43 - Und sogleich, da er noch redet, kommt Judas herbei, einer von den Zwölfen, und mit ihm eine Menge Menschen, mit Schwertern und Stöcken [bewaffnet], von den Hohenpriestern und Schriftgelehrten und Ältesten her.

Mk 14:44 - Sein Verräter (43*) aber hatte ein Zeichen mit ihnen verabredet und gesagt: Derjenige, den ich küssen werde, der ist's; den nehmt fest (44*) und führt [ihn] sicher ab!
"43* o. der ihn auslieferte, übergab 44* o. den ergreift, überwältigt; bemächtigt euch seiner"
Mk 14:45 - [Kaum] ist er gekommen, tritt er sogleich an ihn heran und spricht: „Rabbi!“ und er küsste ihn heftig (45*).
45* o. wiederholt, herzlich, zärtlich (Lk 15:20)
Mk 14:46 - Da legten sie die Hände an ihn und nahmen ihn fest (46*).
46* o. bemächtigten sich seiner, ergriffen ihn
Mk 14:47 - Einer aber von denen, die dabeistanden, zog das Schwert, schlug auf den Knecht (47*) des Hohenpriesters ein und hieb ihm das Ohr ab (48*).
"47* w. Sklaven. (Solche konnten auch hochgestellte Beamte werden.) 48* das äußere Ohr, Ohrmuschel o. Ohrläppchen (w. Öhrchen). Vgl. Mt 26:51-53 - Lk 22:49-51 - Joh 18:10,11"
Mk 14:48 - Dann wandte sich Jesus an sie und sprach: Wie gegen einen Räuber seid ihr ausgezogen, mit Schwertern und Stöcken [bewaffnet], um mich gemeinsam gefangen zu nehmen.

Mk 14:49 - Jeden Tag war ich bei euch im Tempel und lehrte und ihr habt mich nicht festgenommen! Aber [dies muss geschehen], damit die Schriften erfüllt werden (49*)!
49* vgl. Mt 26:54 - Mt 26:56 - Lk 4:21 - Lk 24:27 - Joh 5:39 - Joh 10:35 - Joh 13:18 - Joh 17:12 - Joh 19:24 - Joh 19:28 - Joh 19:36,37
Mk 14:50 - Da verließen ihn alle und flohen.

Mk 14:51 - Auch ein gewisser junger Mann war ihm nachgegangen (50*), bekleidet mit einem leinenen Umhang auf bloßem [Leib], und sie griffen nach ihm (51*);
"50* o. hatte sich ihm angeschlossen, war ihm mit gefolgt 51* o. packten ihn (waren dabei, auch ihn festzunehmen)"
Mk 14:52 - er aber ließ den leinenen Umhang zurück und rannte nackt davon (52*).
52* Manche vermuten, der fliehende junge Mann in dieser nur hier berichteten Begebenheit könne Mk. selber gewesen sein, der aus Neugier oder Besorgtheit Jesus bei Nacht nachgeschlichen war.
Mk 14:53 - Dann führten sie Jesus dem Hohenpriester vor und es versammeln sich alle Hohenpriester (53*) und Ältesten und Schriftgelehrten.
53* Der Plural umfasst den amtierenden und die früher tätig gewesenen Hohenpriester sowie die männlichen mündigen Glieder der vornehmsten Priesterfamilien.
Mk 14:54 - Und Petrus folgte ihm von ferne (54*) bis in den Innenhof des hohepriesterlichen Palastes und er saß [dort] zusammen mit den Dienern und wärmte sich am Feuer (55*).
"54* o. von weitem, mit Abstand 55* w. Licht (am Licht spendenden Feuer, beim Feuerschein)"
Mk 14:55 - Die Hohenpriester aber und der gesamte Hohe Rat (56*) suchten nach einer Zeugenaussage gegen Jesus, um ihn töten [zu können], und fanden [sie] nicht.
56* das oberste Richterkollegium der Juden („Synedrium“)
Mk 14:56 - Viele sagten nämlich in lügnerischer Weise Falsches gegen ihn aus, doch die Zeugenaussagen stimmten nicht überein (57*).
57* w. waren nicht gleich
Mk 14:57 - Da traten einige auf und sagten in lügnerischer Weise gegen ihn aus:

Mk 14:58 - Wir selbst haben ihn sagen hören: „Ich werde diesen mit Händen gemachten Tempel zerstören (58*) und innerhalb von drei Tagen einen andern erbauen, der nicht von [Menschen-]Hand gemacht ist.“ (59*)
"58* o. abbrechen, niederreißen 59* Joh 2:19-21 zeigt, was Jesus wirklich gesagt und gemeint hat: Er meint den Tempel seines Leibes (Kreuzestod und Auferstehung), nicht den Tempel in Jerusalem, und nicht er zerstört den Tempel, sondern andere."
Mk 14:59 - Doch auch dabei war ihre Zeugenaussage nicht übereinstimmend (60*).
60* w. Und auch so war ihr Zeugnis nicht gleich
Mk 14:60 - Da stand der Hohepriester auf, [trat] in die Mitte und fragte Jesus: Antwortest du gar nichts [auf das], was diese gegen dich bezeugen?

Mk 14:61 - Er aber schwieg und antwortete nichts. Wiederum fragte ihn der Hohepriester und er spricht zu ihm: Bist du der Christus (61*), der Sohn des Gesegneten (62*)?
"61* d.h. der verheißene MESSIAS, der Gesalbte 62* o. des Gepriesenen, Hochgelobten"
Mk 14:62 - Jesus aber sprach: Ich bin [es] (63*). Und ihr werdet den Menschensohn sehen “sitzend zur Rechten der Kraft“ (64*) und “kommend mit den Wolken des Himmels“ (65*).
"63* vgl. Mt 14:27 mit Anm. 25! 64* „Der Gesegnete“ (V.61) und „die Kraft“ (V.62) sind Ersatznamen für JAHWE (vgl. Mt 26:63). 65* vgl. Ps 110:1 - Dan 7:13,14 - Mk 13:26 - Offb 1:7"
Mk 14:63 - Der Hohepriester aber zerriss seine Kleider (66*) und sprach: Wozu brauchen wir noch Zeugen?
66* „chiton“ = Untergewand o. Hemd. Er reißt als Zeichen der Empörung nicht nur sein Oberkleid ein, sondern auch sein Hemd, er entblößt die Brust (vgl. 2Kö 19:1).
Mk 14:64 - Ihr habt die Lästerung gehört – was meint ihr (67*)? Da verurteilten sie ihn alle [und sagten], er sei des Todes schuldig (68*).
"67* o. was scheint euch (richtig zu sein) 68* er habe wegen seiner Gotteslästerung den Tod verdient"
Mk 14:65 - Und einige begannen ihn anzuspucken und sein Gesicht zu umhüllen und ihn mit Fäusten zu schlagen und zu rufen: Weissage [wer dich schlägt] (69*)! Auch die Diener empfingen ihn mit Schlägen ins Gesicht.
69* o. Prophezeie! Erweise dich als Prophet!
Mk 14:66 - Während nun Petrus unten im Palasthof weilt, kommt eine von den Mägden des Hohenpriesters,

Mk 14:67 - und als sie Petrus sich wärmen sieht, richtet sie den Blick [fest] auf ihn und sagt: Auch du warst mit dem Nazarener, [mit] Jesus, [zusammen]!

Mk 14:68 - Er aber leugnete es und sprach: Ich weiß nicht und verstehe nicht, was du da redest! Und er ging hinaus, nach draußen, in die Vorhalle (70*), und es krähte ein Hahn.
70* o. in den Vorhof, auf den Vorplatz (des Hauses)
Mk 14:69 - Und als die Magd ihn [dort] sah, fing sie von neuem an, zu den Dabeistehenden zu sagen: Der da ist [auch] von ihnen!

Mk 14:70 - Er aber leugnete es wieder. Kurz darauf sagten wiederum die Umstehenden zu Petrus: Ganz sicher bist du [einer] von ihnen; du bist ja auch ein Galiläer!

Mk 14:71 - Da fing er an zu fluchen (71*) und zu schwören: Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr redet!
71* w. zu verfluchen. Wen o. was hat Petrus verflucht: Sich selbst? Sein Los? Seinen Herrn? - Die meisten Übersetzer ergänzen: er verfluchte „sich“.
Mk 14:72 - Sogleich krähte der Hahn zum zweiten Mal und Petrus gedachte des Wortes, das Jesus zu ihm gesagt hatte: „Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen!“ Und er begann (72*) zu weinen.
72* Das Wort „epiballo“ heißt eigentlich „sich darauf werfen, stürzen“. Es kann hier bedeuten: „begann“, vielleicht aber auch: „hinausstürzend“, „daran denkend“, „sich hinwerfend“ weinte er.

Mk 15

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Mk 15:1 - Nachdem sogleich am frühen Morgen die Hohenpriester mit den Ältesten und Schriftgelehrten und [somit] der gesamte Hohe Rat (56*) nach [eingehender] Beratung einen Beschluss ausgefertigt hatten, ließen sie Jesus fesseln und wegbringen und überantworteten ihn dem Pilatus (73*).
"56* das oberste Richterkollegium der Juden („Synedrium“) 73* o. lieferten ihn aus, gaben ihn preis an Pilatus"
Mk 15:2 - Und Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden (74*)? Er antwortete ihm: Du selbst sagst es.
74* vgl. Mt 27:11 - Lk 23:1-5 - Joh 18:33-38
Mk 15:3 - Und die Hohenpriester brachten viele Anklagen gegen ihn vor (75*).
75* o. beschuldigten ihn hart, verklagten ihn heftig
Mk 15:4 - Da fragte ihn Pilatus erneut: Sagst du nichts dazu (76*)? Sieh, wie vieles sie dir vorwerfen!
76* w. Antwortest du gar nichts
Mk 15:5 - Jesus aber antwortete überhaupt nicht mehr, sodass Pilatus sich wunderte.

Mk 15:6 - Jeweils zum [Passah-]Fest aber gab er ihnen einen Gefangenen frei, den sie sich ausbaten.

Mk 15:7 - Es war aber [einer] namens Barabbas mit den Aufrührern zusammen im Gefängnis (77*), die beim Aufruhr einen Mord begangen hatten.
77* w. gebunden, gefesselt, gefangen gesetzt
Mk 15:8 - Und die Volksmenge zog hinauf (78*) und begann zu bitten, [dass er tue] wie er zu tun pflegte (79*).
"78* zum Prätorium, der Amtswohnung des Statthalters 79* d.h. dass er ihnen die übliche Begnadigung gewähre"
Mk 15:9 - Pilatus aber antwortete ihnen: Wollt ihr, dass ich euch den König der Juden freigebe?

Mk 15:10 - Er hatte nämlich erkannt, dass ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten (80*).
80* o. ausgeliefert, übergeben hatten
Mk 15:11 - Die Hohenpriester aber wiegelten die Volksmenge [zu der Bitte] auf, ihnen lieber den Barabbas freizugeben.

Mk 15:12 - Da wandte sich Pilatus nochmals an sie und sagte: Was wollt ihr? [Was] soll ich denn [mit dem] machen, den ihr den König der Juden nennt?

Mk 15:13 - Sie aber schrien aufs Neue: Kreuzige ihn!

Mk 15:14 - Pilatus aber sprach zu ihnen: Was hat er denn Böses getan? Da schrien sie über die Maßen (81*): Kreuzige ihn!
81* o. noch mehr, in außergewöhnlicher Weise
Mk 15:15 - Daraufhin gab Pilatus, der die Menge zufrieden stellen wollte (82*), ihnen Barabbas frei und übergab Jesus [den Soldaten] zur Kreuzigung, nachdem er ihn hatte auspeitschen lassen.
82* o. der Menge Genüge tun, zu Willen sein wollte
Mk 15:16 - Die Soldaten aber führten ihn ab ins Innere des Palastes – das ist das Prätorium (83*) - und sie rufen die ganze Kohorte (84*) zusammen
"83* die Jerusalemer Amtswohnung des römischen Statthalters, wahrscheinlich nicht die Burg Antonia, sondern der ehemalige Königspalast Herodes des Großen 84* eine Truppe von 600-1000 Mann"
Mk 15:17 - und legen ihm einen purpurroten Mantel um (85*) und setzten ihm eine Krone aus Dornen[zweigen] auf (86*), die sie geflochten hatten (87*).
"85* o. ziehen ihm ein purpurfarbenes Gewand an 86* o. legen rings um (sein Haupt) einen Dornenkranz 87* eine Nachahmung des Kopfschmucks des Kaisers"
Mk 15:18 - Dann begannen sie ihn zu grüßen: „Heil dir, König der Juden!“,

Mk 15:19 - schlugen sein Haupt mit einem Rohrstab und spuckten ihn an und beugten die Knie und huldigten ihm.

Mk 15:20 - Und nachdem sie [so] ihren Spott mit ihm getrieben hatten, zogen sie ihm das purpurrote Gewand [wieder] aus und seine Kleider an. Dann führen sie ihn hinaus, um ihn zu kreuzigen.

Mk 15:21 - Und sie zwingen einen Vorübergehenden, der vom Felde kam, einen gewissen Simon aus Cyrene, den Vater des Alexander und des Rufus (88*), ihm das Kreuz zu tragen.
88* wahrscheinlich identisch mit dem in Röm 16:13 genannten Rufus. Zu V.21 vgl. Mt 27:32!
Mk 15:22 - [So] bringen sie ihn an den Ort (89*) Golgatha, was übersetzt „Schädelstätte“ heißt,
89* o. Stätte, Platz (vgl. Mt 27:33)
Mk 15:23 - und sie reichen ihm mit Myrre vermischten Wein, er aber nahm [ihn] nicht.

Mk 15:24 - Und sie kreuzigen ihn und verteilen seine Kleider unter sich, indem sie das Los darüber werfen, was sich ein jeder nehmen soll (90*).
90* vgl. zum Kreuzigungsbericht: Ps 22:2 - Ps 22:8 - Ps 22:19 - Ps 69:22!
Mk 15:25 - Es war aber die dritte Stunde (91*), als sie ihn kreuzigten.
91* etwa 9 Uhr morgens
Mk 15:26 - Und die Aufschrift [mit Angabe] seiner Schuld lautete (92*): „Der König der Juden.“
92* w. war darauf geschrieben
Mk 15:27 - Und mit ihm zusammen kreuzigen sie zwei Räuber (93*), einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken.
93* o. Plünderer, Wegelagerer, Aufrührer, vielleicht Eiferer gegen Rom (Zeloten)
Mk 15:28 - Da wurde das Schriftwort erfüllt, das da sagt: „Und er ist unter die Gesetzlosen gerechnet worden.“ (94*)
94* vgl. Jes 53:12 - Lk 22:37. Dieser Vers fehlt in wichtigen alten Handschriften.
Mk 15:29 - Und die Vorübergehenden lästerten ihn, sie schüttelten ihre Köpfe und sagten: He, der du den Tempel niederreißt und innerhalb von drei Tagen [wieder] aufbaust,

Mk 15:30 - rette dich selbst, indem du vom Kreuz herabsteigst!

Mk 15:31 - Ebenso verspotteten [ihn] auch die Hohenpriester mit den Schriftgelehrten und sagten zueinander: Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten!

Mk 15:32 - Der Christus, der König Israels, steige jetzt vom Kreuz herab, damit wir sehen und glauben! Auch die mit ihm zusammen Gekreuzigten schmähten ihn.

Mk 15:33 - Als dann die sechste Stunde gekommen war, entstand eine Finsternis, [die sich] über das ganze Land [ausbreitete], bis zur neunten Stunde (95*).
95* von 12 Uhr mittags bis 3 Uhr nachmittags (vgl. Mt. 27,45-50)
Mk 15:34 - Und in der neunten Stunde schrie Jesus auf, mit lauter Stimme rufend: „Eloi, Eloi, lema sabachthani?“ - das heißt übersetzt: “Mein Gott, mein Gott, wozu hast du mich verlassen?“

Mk 15:35 - Da sagten einige von den Umstehenden, die es hörten: Sieh, er ruft den Elia!

Mk 15:36 - Einer aber lief hin und füllte einen Schwamm mit Essig, steckte ihn ringsherum auf einen Rohrstab und gab ihm zu trinken; dabei sagte er: Lasst [nur], wir wollen [doch] sehen, ob Elia kommt, um ihn herunterzuholen!

Mk 15:37 - Jesus aber, nachdem er einen lauten Schrei ausgestoßen, hauchte [seinen Geist] aus (96*).
96* ließ seinen Lebensgeist ausströmen, übergab seinen Geist dem Vater (Mt 27:50 - Lk 23:46)
Mk 15:38 - Da wurde der Vorhang des Tempels von oben bis unten in zwei [Teile] zerrissen (97*).
97* vgl. Mt 27:51-54 - Hebr 9:1-15 - Hebr 10:19-22
Mk 15:39 - Als aber der Hauptmann, der [Jesus] gegenüber dabeistand, sah, dass er so [seinen Geist] aushauchte, sprach er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn!

Mk 15:40 - Es waren aber auch Frauen [dort], die von ferne zuschauten, unter ihnen auch Maria aus Magdala und Maria, die Mutter Jakobus des Kleinen und des Joses, sowie Salome,

Mk 15:41 - die ihm gefolgt waren und gedient hatten, als er [noch] in Galiläa war, - dazu [noch] viele andere, die mit ihm nach Jerusalem hinaufgezogen waren.

Mk 15:42 - Als es nun schon spät geworden war, kam, weil es Rüsttag war, das heißt [der Tag] vor dem Sabbat,

Mk 15:43 - Josef von Arimathäa [herbei], ein vornehmer (98*) Ratsherr (99*), der auch selbst auf des Königreich Gottes wartete. Er wagte es und ging zu Pilatus hinein und erbat sich den Leib Jesu.
"98* o. ehrbarer, wohlangesehener (w. wohlanständiger) 99* ein Mitglied des Hohen Rates, der Jesus verurteilt hatte! Dieser „reiche“ und „gerechte“ Mann war insgeheim ein Anhänger Jesu und hatte (als „stille Opposition“) seiner Verurteilung nicht zugestimmt (vgl. Mt 27:57 - Lk 23:50,51 - Joh 19:38)."
Mk 15:44 - Pilatus aber wunderte sich [darüber], dass er schon gestorben sein [sollte]; so rief er den Hauptmann zu sich und fragte ihn, ob er schon lange tot sei,

Mk 15:45 - und als er es von dem Hauptmann erfahren hatte, schenkte er dem Josef den Leib.

Mk 15:46 - Nachdem [dieser] feines Leinentuch gekauft und ihn [vom Kreuz] herabgenommen hatte, packte er ihn fest in das Leinentuch ein und legte ihn in eine Grabkammer, die aus einem Felsen ausgehauen worden war; dann wälzte er einen Stein vor die Tür der Grabkammer.

Mk 15:47 - Maria aus Magdala aber und Maria, die [Mutter] des Joses, schauten sich [genau] an, wo er hingelegt worden war.

Mk 16

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Mk 16:1 - Als dann der Sabbat inzwischen vergangen war, kauften Maria aus Magdala und Maria, die [Mutter] des Jakobus, und Salome wohlriechende Kräuteröle, um hinzugehen und ihn zu salben.

Mk 16:2 - Und sehr früh am ersten Tag der Woche (1*) kommen sie zur Grabkammer, als die Sonne [eben] aufgegangen war.
1* w. der Sabbate (= am ersten Tag nach dem Sabbat)
Mk 16:3 - Und sie sagten zueinander: Wer wird uns den Stein von der Tür der Grabkammer fortwälzen?

Mk 16:4 - Und wie sie aufblicken, sehen sie, dass der Stein [bereits] fortgewälzt ist; er war [in der Tat] überaus groß!

Mk 16:5 - Und als sie in die Grabkammer hineingegangen waren, sahen sie einen jungen Mann zur Rechten sitzen (2*), bekleidet mit einem langen weißen Gewand, und sie erschraken außerordentlich.
2* Auch in 1Mo 18:2 - 1Mo 18:16 - 1Mo 18:22 - 1Mo 19:1 - 1Mo 19:5 - 1Mo 19:10 - 1Mo 19:12 - 1Mo 19:15 - Lk 24:4 - Apg 1:10 - Apg 10:30 treten Engel als Männer auf.
Mk 16:6 - Er aber spricht zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus, den Nazarener, den Gekreuzigten: Er ist auferweckt worden, er ist nicht hier! Seht, [da ist] der Ort, wohin sie ihn gelegt hatten!

Mk 16:7 - [Nun] aber geht hin, sagt seinen Schülern und Petrus, dass er euch vorausgeht nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat (3*).
3 vgl. Mk 14:28
Mk 16:8 - Als sie dann hinausgetreten waren, flohen sie von der Grabkammer hinweg, denn Zittern und Entsetzen hatten sie erfasst, und sie sagten niemand etwas [davon], denn sie fürchteten sich.

Mk 16:9 - Nachdem er aber früh am ersten Wochentag auferstanden war, erschien er (4*) zuerst der Maria aus Magdala (5*), von der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte (6*).
"4* o. zeigte er sich 5* In den ältesten Handschriften (die man gefunden hat) schließt Markus mit 16:8. Die Verse 9-20 gelten als späterer Nachtrag. Sie sind aber, vom Inhalt her gesehen, keineswegs „unecht“: Alle Aussagen entsprechen dem Zeugnis des NT. 6* vgl. Lk 8:2 - Joh 20:14-18"
Mk 16:10 - Sie ging hin und berichtete es denen, die mit ihm zusammen gewesen waren [und nun] trauerten und weinten,

Mk 16:11 - und als jene hörten, dass er lebe und von ihr geschaut worden sei, glaubten sie es nicht.

Mk 16:12 - Danach offenbarte er sich zweien von ihnen in anderer Gestalt (7*), als sie unterwegs waren [und] aufs Land gingen (8*);
"7* „morphä“ = Erscheinungsform, Gestalt, Aussehen (Leiblichkeit, Qualität, Seinsweise), im NT nur noch in Phil 2:6,7 8* o. über Land, aufs Feld gingen (Lk 24:13-35)"
Mk 16:13 - auch sie gingen hin und berichteten es den Übrigen, und auch ihnen glaubten sie nicht.

Mk 16:14 - Später offenbarte er sich den Elfen, als sie zu Tische lagen, und er tadelte ihren Unglauben und [ihr] verhärtetes Herz (9*), weil sie denen, die ihn als Auferweckten geschaut, nicht geglaubt hatten.
9* vgl. Joh 16:9 - Ps 95:7-11 - Hebr 3:7-19
Mk 16:15 - Und er sprach zu ihnen: Geht hin in die ganze Welt und macht das Evangelium der ganzen Schöpfung bekannt (10*)!
10* o. predigt (verkündigt) die Heilsbotschaft der ganzen Schöpfung (vgl. Mk 13:10 - Mt 28:18-20)
Mk 16:16 - Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verurteilt werden.

Mk 16:17 - Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben (11*): In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, mit neuen Zungen reden,
11* o. gläubig geworden sind (mir vertrauen)
Mk 16:18 - Schlangen [ohne Gefahr] mit den Händen aufheben (12*), und wenn sie etwas Todbringendes trinken, wird es ihnen keinesfalls schaden; Kranken (13*) werden sie die Hände auflegen und es wird ihnen gut gehen (14*).
"12* o. fortschaffen (Apg 28:3-6) 13* o. Schwachen, Kraftlosen 14* vgl. Mt 10:8 - Apg 5:12-16 - Apg 10:46 - Apg 16:18"
Mk 16:19 - Der Herr Jesus nun wurde, nachdem er zu ihnen gesprochen hatte, in den Himmel aufgenommen (15*) und er setzte sich zur Rechten Gottes (16*).
"15* o. aufgehoben, emporgehoben. Es geht hier aber nicht um ein Emporschweben, sondern um die Aufnahme bei Gott (in der Dimension seiner uns unsichtbaren Lichtwelt). 16* vgl. Ps 110:1 - Mk 14:62 - 1Petr 3:22"
Mk 16:20 - Sie aber zogen aus und verkündigten allerorten [das Evangelium] (17*), wobei der Herr [mit ihnen] zusammenwirkte und das Wort durch die begleitenden Zeichen bekräftigte.
17* o. predigten überall


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