HSN Lk: Unterschied zwischen den Versionen

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<big><big>'''Das Lukasevangelium'''</big></big><br />
 
<big><big>'''Das Lukasevangelium'''</big></big><br />

Aktuelle Version vom 25. Februar 2020, 13:37 Uhr

Das Lukasevangelium
übersetzt und erklärt von Heinz Schumacher
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Lk 1 Lk 2 Lk 3 Lk 4 Lk 5
Lk 6 Lk 7 Lk 8 Lk 9 Lk 10
Lk 11 Lk 12 Lk 13 Lk 14 Lk 15
Lk 16 Lk 17 Lk 18 Lk 19 Lk 20
Lk 21 Lk 22 Lk 23 Lk 24


Erläuterungen

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Es ist das einzige Evangelium, das von einem Heidenchristen verfasst wurde, dem Arzt Lukas, der zeitweilig Begleiter des Apostels Paulus war (Kol 4:14). Mit aller Sorgfalt (Lk 1:1-4) hat er, dabei wie alle heiligen Schreiber vom Geiste Gottes geleitet (2Tim 3:16 - 2Petr 1:21), Jesu Heilswerk auf Erden dargestellt, eingebettet in eine ausführliche Kindheitsgeschichte und aufschlussreiche Berichte über die Erscheinungen des Auferstandenen. - Als Arzt stellt Lukas den Herrn besonders als den Heiland und Retter der Menschen dar, der ihnen nach Leib, Seele und Geist Hilfe bringt. In den Heilungsberichten werden "Krankheiten wie Heilungen vom ärztlichen Standpunkt aus einwandfrei beschrieben" (W. Michaelis); darüber hinaus aber geht es Lukas darum, Gottes Güte und Barmherzigkeit in und durch Jesus als Freudenkunde sichtbar zu machen. Dies zeigen besonders die Weihnachtsgeschichte, die Lobgesänge in Lk 1, die heilbringenden Begegnungen Jesu mit Menschen und die Gleichnisse vom Finden des Verlorenen (Lk 15), schließlich auch die Kreuzesworte Jesu und die hilfreichen Worte des Auferstandenen. -

Obwohl sich Lukas in manchem an Markus anzulehnen scheint, bringt er doch viele eigene Texte ("Sondergut"), nicht nur am Anfang und Schluss seines Evangeliums, sondern vor allem in seinem "Reisebericht" (Lk 9:51 bis Lk 18:14). Wie bei Matthäus, so tritt auch bei Lukas die Erwartung des kommenden Königreiches Gottes stark hervor. Weitere Schwerpunkte sind der Glaube, die Liebe, die Vergebung der Sünden und die von Jesus geforderte innere Freiheit gegenüber dem irdischen Besitz. Nach Wilhelm Michaelis könnte Lukas sein Evangelium zwischen 65 und 70 n.Chr. beendet haben.

Lk 1

Lk 1:1 - Nachdem es [schon] viele unternommen haben (1*), einen geordneten Bericht zu verfassen von den Ereignissen, die sich unter uns zugetragen haben (2*),
"1* w. Hand angelegt haben 2* o. vollzogen haben, ganz erfüllt haben; die unter uns zum Abschluss gekommen sind; die in uns zu voller Gewissheit wurden"
Lk 1:2 - wie sie uns jene überliefert haben, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes gewesen sind,

Lk 1:3 - schien es auch mir gut – der ich von Anbeginn allem sorgfältig nachgegangen bin –, es dir der Reihe nach zu schreiben, vortrefflichster (3*) Theophilus (4*),
"3* o. vorzüglichster, mächtigster, vornehmster 4* ein vielleicht in Italien beheimateter angesehener Mann, dem Lukas sein Evangelium und die Apg. gewidmet hat"
Lk 1:4 - damit du die Zuverlässigkeit (5*) der Worte (6*) erkennst, in denen du unterrichtet (7*) worden bist.
"5* o. Sicherheit, den sicheren Grund 6* o. Lehren 7* o. unterwiesen"
Lk 1:5 - In den Tagen des Herodes (8*), des Königs von Judäa, lebte (9*) ein Priester mit Namen Zacharias, aus der Priesterabteilung (10*) Abijas, und seine Frau [war] von den Töchtern Aarons und ihr Name [war] Elisabeth.
"8* Herodes des Großen (37-4 v.Chr.) 9* w. war 10* w. Tagesklasse – eine der 24 Hauptabteilungen im turnusmäßig wechselnden Priesterdienst"
Lk 1:6 - Sie waren beide gerecht vor Gott, indem sie in allen Geboten und Rechtssatzungen des Herrn untadelig wandelten.

Lk 1:7 - Und sie hatten kein Kind, weil Elisabeth unfruchtbar war, und waren beide [schon] in vorgerücktem Alter (11*).
11* w. vorgerückt in ihren Tagen (sodass keine Nachkommenschaft mehr zu erwarten war)
Lk 1:8 - Da geschah es, als er in der Ordnung seiner Abteilung (10*) Priesterdienst tat vor Gott,
10* w. Tagesklasse – eine der 24 Hauptabteilungen im turnusmäßig wechselnden Priesterdienst
Lk 1:9 - dass ihn nach der Gewohnheit des Priesteramts das Los traf, in den Tempel des Herrn eingehend das Rauchopfer darzubringen (12*).
12* vgl. 2Mo 30:7
Lk 1:10 - Und die ganze Menge des Volkes war betend draußen zur Stunde des Rauchopfers.

Lk 1:11 - Da erschien ihm ein Engel [des] Herrn (13*), er stand zur Rechten des Rauchopferaltars
13* Herr (griech. Kyrios) entspricht dem alt. Gottesnamen Jahwe, d.h. der Ewigseiende, Unwandelbare, immer und überall Daseiende. Das Wort erscheint 26-mal in Lk 1 und Lk 2 mit Bezug auf Gott (in Lk 1:43 ist das Jesuskind gemeint). 26 ist der Zahlwert von „Jahwe“ (JHWH). Ganz im Sinne des AT spricht Lukas von Jahwe, dem Gott Israels (Lk 1:68 = Ps 41:14), vom Engel Jahwes (Lk 1:11 - Lk 2:9 = 1Mo 16:7-11 - 1Mo 22:11 - 1Mo 22:15), vom Gesetz Jahwes (Lk 2:23,24 = Ps 19:8) usw.
Lk 1:12 - und Zacharias geriet in Schrecken (14*), als er ihn sah, und Furcht befiel ihn.
14* o. Bestürzung, Verwirrung
Lk 1:13 - Der Engel aber sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias; denn deine dringende Bitte ist erhört worden und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären und du sollst seinen Namen Johannes nennen.

Lk 1:14 - Er wird dir zur Freude und Wonne sein und viele werden sich über seine Geburt freuen.

Lk 1:15 - Denn er wird groß sein vor dem Herrn (15*) und Wein und berauschendes Getränk wird er gewiss nicht trinken (16*) und schon von Mutterleibe an wird er mit Heiligem Geist erfüllt werden.
"15* o. vor den Augen, nach dem Urteil des Herrn 16* vgl. 3Mo 10:9 - 4Mo 6:3 - Ri 13:3-5"
Lk 1:16 - Und er wird viele von den Söhnen Israels zum Herrn (13*), ihrem Gott, hinwenden (17*).
"13* Herr (griech. Kyrios) entspricht dem alt. Gottesnamen Jahwe, d.h. der Ewigseiende, Unwandelbare, immer und überall Daseiende. Das Wort erscheint 26-mal in Lk 1 und Lk 2 mit Bezug auf Gott (in Lk 1:43 ist das Jesuskind gemeint). 26 ist der Zahlwert von „Jahwe“ (JHWH). Ganz im Sinne des AT spricht Lukas von Jahwe, dem Gott Israels (Lk 1:68 = Ps 41:14), vom Engel Jahwes (Lk 1:11 - Lk 2:9 = 1Mo 16:7-11 - 1Mo 22:11 - 1Mo 22:15), vom Gesetz Jahwes (Lk 2:23,24 = Ps 19:8) usw. 17* o. bekehren, zurückführen"
Lk 1:17 - Und er [ist es], der vor ihm hergehen wird (18*) im Geist und in der Kraft Elias (19*), um der Väter Herzen zu den Kindern hinzuwenden und Ungehorsame zur Gesinnung von Gerechten, um [dem] Herrn (13*) ein wohl zugerüstetes Volk zu bereiten (20*).
"13* Herr (griech. Kyrios) entspricht dem alt. Gottesnamen Jahwe, d.h. der Ewigseiende, Unwandelbare, immer und überall Daseiende. Das Wort erscheint 26-mal in Lk 1 und Lk 2 mit Bezug auf Gott (in Lk 1:43 ist das Jesuskind gemeint). 26 ist der Zahlwert von „Jahwe“ (JHWH). Ganz im Sinne des AT spricht Lukas von Jahwe, dem Gott Israels (Lk 1:68 = Ps 41:14), vom Engel Jahwes (Lk 1:11 - Lk 2:9 = 1Mo 16:7-11 - 1Mo 22:11 - 1Mo 22:15), vom Gesetz Jahwes (Lk 2:23,24 = Ps 19:8) usw. 18* Vor dem Herrn, vor JAHWE, der in JESUS auf Erden erschien, soll Johannes als Vorläufer hergehen (vgl. Jes 40:3 - Mal 3:1 - Lk 1:76). 19* vgl. 1Kö 17 und 1Kö 18 20* vgl. Mal 3:1 - Mal 3:23,24 - Mt 17:11-13"
Lk 1:18 - Und Zacharias sprach zu dem Engel: Woran soll ich dies erkennen (21*)? Ich selbst bin ja alt und [auch] meine Frau [ist schon in] vorgerücktem Alter (22*).
"21* nämlich die Wahrheit dieser Zusage 22* w. vorgerückt in ihren Tagen; vgl. 1Mo 15:8 - 1Mo 18:11 - Hebr 11:11,12"
Lk 1:19 - Der Engel antwortete ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht (23*), und ich bin ausgesandt worden, zu dir zu reden und dir diese frohe Botschaft zu verkündigen.
23* der vor den Augen o. vor dem Angesicht Gottes steht (unmittelbar vor Gott seinen Platz hat und Gott als Bote zur Verfügung steht); vgl. Dan 8:16 - Dan 9:21
Lk 1:20 - Und [nun] sieh: Zur Vergeltung dafür, dass du meinen Worten nicht geglaubt hast, die sich erfüllen werden zu ihrer bestimmten Zeit, wirst du stumm sein und nicht sprechen können bis zu dem Tag, da dies geschieht.

Lk 1:21 - Das Volk wartete [inzwischen] auf Zacharias und sie wunderten sich über sein langes Verweilen im Tempel.

Lk 1:22 - Als er aber herauskam, vermochte er nicht zu ihnen zu sprechen und sie erkannten, dass er eine Erscheinung im Tempel wahrgenommen hatte; er seinerseits winkte ihnen zu und blieb stumm.

Lk 1:23 - Und es geschah: Als die Tage seines Priesterdienstes zu Ende gegangen waren, ging er heim (24*) in sein Haus.
24* w. ging er weg
Lk 1:24 - Nach diesen Tagen aber wurde Elisabeth, seine Frau, schwanger (25*) und sie hielt sich fünf Monate lang völlig (26*) verborgen und sprach:
"25* w. empfing Elisabeth 26* o. nach allen Seiten hin (w. ringsum)"
Lk 1:25 - So hat [der] Herr (13*) an mir getan in den Tagen, da er darauf gesehen hat, meine Schmach unter den Menschen zu beseitigen (27*).
27* o. wegzunehmen, wegzuschaffen; vgl. 1Mo 30:23
Lk 1:26 - Im sechsten Monat aber wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa gesandt mit Namen Nazareth

Lk 1:27 - zu einer Jungfrau, die [mit] einem Mann namens Josef aus dem Hause Davids verlobt war; der Name der Jungfrau [war] Maria.

Lk 1:28 - Und als [der Engel] zur ihr hereingekommen war, sprach er: Sei gegrüßt, Begnadete, der Herr (13*) [ist] mit dir!
13 Herr (griech. Kyrios) entspricht dem atl. Gottesnamen Jahwe, d.h. der Ewigseiende, Unwandelbare, immer und überall Daseiende. Das Wort erscheint 26-mal in Lk 1 und Lk 2 mit Bezug auf Gott (in Lk 1:43 ist das Jesuskind gemeint). 26 ist der Zahlwert von „Jahwe“ (JHWH). Ganz im Sinne des AT spricht Lukas von Jahwe, dem Gott Israels (Lk 1:68 = Ps 41:14), vom Engel Jahwes (Lk 1:11 - Lk 2:9 = 1Mo 16:7-11 - 1Mo 22:11 - 1Mo 22:15), vom Gesetz Jahwes (Lk 2:23,24 = Ps 19:8) usw.
Lk 1:29 - Sie aber geriet über dem Wort in große innere Unruhe (28*) und überlegte bei sich selbst, was dieser Gruß wohl zu bedeuten habe (29*).
"28* o. Verwirrung, Bestürzung, Aufruhr 29* w. welcher Art dieser Gruß sei"
Lk 1:30 - Da sprach der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, denn du hast Gnade bei Gott gefunden (30*)!
30* vgl. 2Mo 33:12,13 - 2Mo 33:16 - 2Mo 34:9
Lk 1:31 - Und sieh, du sollst schwanger werden (31*) und einen Sohn gebären und seinen Namen JESUS (32*) nennen.
"31* w. im Leibe empfangen 32* Jesus o. Jeschua (verkürzt aus Jehoschua) heißt: Jahwe ist Heil, Hilfe, Rettung; der Herr rettet (Mt 1:21)."
Lk 1:32 - Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden und (der) Herr, Gott (33*), wird ihm den Thron seines Vaters David geben
33* "Der Herr, Gott" entspricht dem hebräischen JAHWE ELOHIM (1Mo 2:7) = der ewigseiende Gott.
Lk 1:33 - und er wird über das Haus Jakobs als König herrschen in die Ewigkeiten hinein (34*) und seiner Königsherrschaft (35*) wird kein Ende sein (36*).
"34* w. in die (kommenden) Weltzeiten (Äonen) hinein 35* o. seines Königreiches, Königtums 36* vgl. 2Sam 7:16 - Jes 9:5-6 - Ps 72:1-17 - Dan 2:44 - Dan 7:13-14 - Offb 3:21 - Offb 11:15 - Offb 19:16 - Offb 22:1-5"
Lk 1:34 - Maria aber sprach zu dem Engel: Wie wird dies geschehen können (37*), da ich keinen Mann kenne (38*)?
"37* w. Wie wird dies sein 38* o. mit keinem Mann zusammenlebe, Umgang habe. Maria war zwar verlobt; dies stellte ein rechtsgültiges Eheversprechen dar; doch die Ehe hatte noch nicht mit der Heimholung der Braut ins Haus des Bräutigams begonnen."
Lk 1:35 - Der Engel antwortete ihr: Heiliger Geist wird über dich kommen und Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum auch wird das Heilige, das gezeugt und geboren wird (39*), “Sohn Gottes“ genannt werden (40*).
"39* Das Wort „gennao“ bedeutet sowohl „erzeugen“ als auch „gebären“. 40* vgl. Mt 16:16 - Joh 1:34 - Joh 1:49 - Apg 9:20 - Röm 1:3,4 - Röm 5:10 - 1Kor 1:9; s.a. Mt 1:18 - Mt 1:20!"
Lk 1:36 - Und sieh, Elisabeth, deine Verwandte, auch sie hat [im Mutterleib] einen Sohn empfangen, [noch dazu] in ihrem Alter, und dies ist der sechste Monat für sie, die man unfruchtbar nennt;

Lk 1:37 - denn nichts, was Gott je gesagt hat, wird [ihm] unmöglich sein (41*).
41* o. wird sich als unvermögend, unwirksam, unausführbar, kraftlos erweisen; vgl. 1Mo 18:14 - Mt 19:26
Lk 1:38 - Maria aber sprach: Sieh, [ich bin] die Magd (42*) [des] Herrn; mir geschehe nach deinem Wort (43*)! Und der Engel schied von ihr.
"42 w. Sklavin (so auch Lk 1:48) 43 o. Ausspruch (mir geschehe, wie du gesagt hast)"
Lk 1:39 - Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Bergland in eine Stadt Judas

Lk 1:40 - und trat ein in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth.

Lk 1:41 - Und es geschah: Als Elisabeth den Gruß der Maria hörte, hüpfte das Kind (44*) in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde mit Heiligem Geist erfüllt
44* o. bewegte sich das werdende Kind (als Ausdruck der Freude, vgl. Lk 1:44 u. Lk 6:23)
Lk 1:42 - und brach mit lauter Stimme in die Worte aus (45*): Gesegnet [bist] du unter den Frauen und gesegnet [ist] die Frucht deines Leibes!
45* w. schrie auf mit großem (Freuden-)Geschrei und sagte
Lk 1:43 - Und woher [wird] mir dies [zuteil], dass die Mutter meines Herrn (46*) zu mir kommt?
46* Die viel Ältere nennt eine junge Israelitin „die Mutter meines Herrn“!
Lk 1:44 - Denn sieh, als die Stimme deines Grußes in meine Ohren kam, hüpfte das Kind vor Freude (47*) in meinem Leibe.
47* o. in Jubel, mit Frohlocken
Lk 1:45 - Und glückselig [ist sie], die geglaubt hat, denn es wird in Erfüllung gehen (48*), was ihr vom Herrn gesagt worden ist.
48* o. dass in Erfüllung gehen (zur Vollendung kommen) wird
Lk 1:46 - Und Maria sprach (49*): Es erhebt meine Seele den Herrn (50*)
"49* Die Kapitel Lk 1 und Lk 2 enthalten vier Lobgesänge, nach den lateinischen Anfangsworten bezeichnet als das Magnificat der Maria (Lk 1:46-55), das Benedictus des Zacharias (Lk 1:68-79), das Gloria in excelsis der Engel (Lk 2:14) und das Nunc dimittis des Simeon (Lk 2:29-32). 50* o. Meine Seele macht groß (preist, rühmt) den Herrn"
Lk 1:47 - und es jubelt mein Geist über Gott, meinen Retter (51*);
51* vgl. zur Zusammenarbeit von Seele und Geist Phil 1:27!
Lk 1:48 - denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd [gnädig] angesehen. Sieh doch, von nun an werden mich glücklich preisen alle Generationen;

Lk 1:49 - denn Großes hat an mir getan, der mächtig ist und dessen Name heilig ist,

Lk 1:50 - und sein Erbarmen [erweist sich] von Geschlecht zu Geschlecht (52*) an denen, die ihn fürchten.
52* w. für Generationen und Generationen
Lk 1:51 - Er übte Macht aus mit seinem Arm, zerstreute, die hochmütig (53*) sind im Denken ihres Herzens.
53* o. überheblich, übermütig, stolz
Lk 1:52 - Er holte Herrscher (54*) von [ihren] Thronen herunter und erhöhte Niedrige.
54* o. Gewaltige, Machthaber, Regenten
Lk 1:53 - Hungernde füllte er mit guten Gaben und Reiche schickte er leer weg.

Lk 1:54 - Er hat sich Israels, seines Knechtes, angenommen, eingedenk [seines] Erbarmens,

Lk 1:55 - wie er geredet hat zu unsern Vätern, [zu] Abraham und seinen Nachkommen auf ewig (55*).
55* Der Lobgesang der Maria geht auf viele AT-Stellen zurück; vgl. 1Sam 1:11 - 1Sam 2:1 - 1Sam 2:5 - 2Sam 2:7,8 - Ps 34:11 - Ps 89:11 - Ps 98:3 - Ps 103:13 - Ps 103:17 - Ps 107:9 - Ps 111:9 - Ps 147:6 - Jes 41:8 - 1Mo 17:7.
Lk 1:56 - Maria aber blieb etwa drei Monate bei ihr, dann kehrte sie in ihr Haus zurück.

Lk 1:57 - Für Elisabeth aber erfüllte sich die Zeit zu gebären und sie gebar einen Sohn.

Lk 1:58 - Und es hörten ihre Nachbarn (56*) und Verwandten, dass [der] Herr große Barmherzigkeit an ihr erwiesen hatte (57*), und sie freuten sich mit ihr.
"56* w. ihre Umwohner 57* w. sein Erbarmen mit ihr groß gemacht hatte"
Lk 1:59 - Und es geschah: Am achten Tage kamen sie, um das Kindlein zu beschneiden, und sie nannten es nach dem Namen seines Vaters Zacharias.

Lk 1:60 - Da ergriff seine Mutter das Wort und sprach: Nein – sondern Johannes soll er heißen!

Lk 1:61 - Da sagten sie zur ihr: Niemand aus deiner Verwandtschaft trägt diesen Namen (58*)!
58* w. Niemand ist aus deiner Verwandtschaft, der mit diesem Namen genannt wird
Lk 1:62 - Darauf winkten sie seinem Vater, [um zu erfahren] wie er [das Kind] genannt haben wolle.

Lk 1:63 - Der verlangte ein Täfelchen und schrieb [darauf] die Worte: Johannes ist sein Name. Und alle wunderten sich.

Lk 1:64 - Im gleichen Augenblick aber wurde sein Mund aufgetan und seine Zunge [gelöst] und Gott preisend redete er [wieder].

Lk 1:65 - Und Furcht kam über alle, die um sie her wohnten, und im ganzen Bergland Judäas wurden alle diese Begebenheiten besprochen (59*)
59* o. gingen alle diese Geschehnisse von Mund zu Mund
Lk 1:66 - und alle, die es hörten, nahmen es sich zu Herzen und sagten: Was wird wohl aus diesem Kindlein werden (60*)? Denn auch die Hand (61*) [des] Herrn war mit ihm.
"60* o. Was wird wohl dieses Kindlein (in Zukunft) sein 61* Hand = Darreichung, Bewahrung, Formung, Führung"
Lk 1:67 - Und Zacharias, sein Vater, wurde mit Heiligem Geist erfüllt und er redete prophetisch und sprach (62*):
62* Die Verse Lk 1:68-79 enthalten mehr als nur einen persönlichen Lobpreis Gottes; die Worte des Zacharias sind vom Heiligen Geist gewirkte „Prophetie“ oder „Weissagung“: Die Geburt des Knaben Johannes wird als Teil des göttlichen Heilsratschlusses mit Israel verstanden; er soll das Bindeglied werden zwischen Verheißung des AT und Erfüllung im NT durch den Messias Jesus.
Lk 1:68 - Gepriesen sei [der] Herr (63*), der Gott Israels! Denn er hat auf sein Volk geblickt (64*) und [ihm] Erlösung bereitet
"63* o. Hoch gelobt, gesegnet sei JAHWE! Vom „Segnen Gottes“ kann nur in dem Sinn die Rede sein, dass von Gott empfangene Segenskraft aus gläubigem Herzen als Dank und Lob und Liebe zu ihm zurückfließt; vgl. Ps 134:2 - Ps 135:19,20 („Segnet Jahwe!“) und Eph 1:3 64* o. sein Volk aufgesucht, (gnädig) angesehen"
Lk 1:69 - und uns ein Horn (65*) des Heils aufgerichtet (66*) im Hause Davids, seines Knechtes,
"65* Horn = Symbol der Kraft und Sieghaftigkeit. Das Horn kann triumphierend erhoben, aber auch zerbrochen werden (Ps 18:3 - Ps 75:5 - Ps 75:11 - (Ps 89:18 - Ps 92:11 - 1Sam 2:1 - 1Sam 2:10). 66* o. ein Horn der Rettung erweckt (erstehen lassen)"
Lk 1:70 - so wie er durch den Mund seiner heiligen Propheten von Urbeginn an (67*) geredet hat,
67* o. von alters her, von der Urzeit o. Vorzeit an
Lk 1:71 - [um uns] Rettung [zu schaffen] von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen,

Lk 1:72 - um Barmherzigkeit zu üben an unsern Vätern und seines heiligen Bundes zu gedenken,

Lk 1:73 - des Eides, den er unserm Vater Abraham geschworen hat (68*), um uns zu geben,
68* vgl. zu Lk 1:68-73: Ps 41:14 - Ps 111:9 - Ps 132:17 - Ps 105:8,9 - Ps 106:10 - Ps 106:45 - Jer 11:5
Lk 1:74 - aus Feindeshand befreit, ihm ohne Furcht zu dienen

Lk 1:75 - in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen in allen unsern Tagen.

Lk 1:76 - Du aber, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten genannt werden (69*), denn du wirst [dem] Herrn vorausgehen (70*), um seine Wege zu bereiten (71*),
"69* vgl. Lk 20:6 - Mt 11:9-11 - Mt 14:5 70* o. vor den Augen, vor dem Angesicht des Herrn voranziehen (hergehen) 71* vgl. Mal 3:1 - Lk 1:17 - Mt 11:10 - Mt 17:10-13"
Lk 1:77 - um seinem Volk Erkenntnis des Heils in Vergebung ihrer Sünden zu geben (72*).
72* o. Erkenntnis der Rettung (Heilserfahrung) durch Erlass ihrer Sündenschuld zu geben (Mt 26:28 - Apg 10:43)
Lk 1:78 - [Dies alles aber geschieht] wegen des innigen Mitgefühls der Barmherzigkeit unseres Gottes, in dem uns aufsuchen wird (73*) der Aufgang [eines Lichts] aus der Höhe (74*),
"73* o. auf uns blicken, uns gnädig heimsuchen wird (Lk 1:68) 74* o. das Aufstrahlen, Emporsteigen, (eines Lichts) aus der Höhe (vgl. Jes 60:1,2 - Mal 3:20 - Joh 8:12)"
Lk 1:79 - denen leuchtend zu erscheinen, die in Finsternis und Todesschatten sitzen (75*), um unsre Füße auf den Weg des Friedens zu lenken.
75* vgl. Jes 9:1,2 - Mt 4:16
Lk 1:80 - Das Kindlein aber wuchs heran und erstarkte im Geist. Und er hielt sich in der Wüste auf (76*) bis zum Tag seines öffentlichen Auftretens vor Israel.
76* o. in einsamen, öden, menschenleeren Gegenden

Lk 2

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Lk 2:1 - Es geschah aber in jenen Tagen, dass eine Verordnung vom Kaiser Augustus ausging (1*), den ganzen bewohnten Erdkreis [in Steuerlisten] eintragen zu lassen (2*).
"1* Augustus (= der Anbetungswürdige, Erhabene) war Ehrentitel Octavians (31 v.Chr. bis 14 n.Chr.). 2* Es handelte sich um eine Volkszählung und Steuereinschätzung im ganzen Römischen Reich, das sich stolz „der ganze bewohnte Erdkreis“ nennen ließ."
Lk 2:2 - Diese erste Eintragung geschah, als Quirinius (3*) Statthalter von Syrien war (4*).
"3* o. Cyrenius 4* Ludwig Albrecht übersetzt nach einer anderen griech. Lesart: „noch ehe Quirinius Statthalter von Syrien war“ und er merkt an, dieser sei wahrscheinlich von 4 v. Chr. bis 4 n. Chr. Statthalter von Syrien gewesen, während Jesus im Jahr 7 v. Chr. geboren sein könnte."
Lk 2:3 - Da gingen alle hin, um sich eintragen zu lassen, ein jeder in seine Stadt.

Lk 2:4 - So zog auch Josef von Galiläa, aus der Stadt Nazareth, hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt, weil er aus dem Haus und Stamm Davids war,

Lk 2:5 - um sich eintragen zu lassen mit Maria, seiner Verlobten, die schwanger war (5*).
5* vgl. Lk 1:27 - Lk 1:30,31 - Lk 1:34,35!
Lk 2:6 - Es geschah aber, während sie dort weilten, dass die Tage, da sie gebären sollte, sich erfüllten.

Lk 2:7 - Und sie gebar ihren erstgeborenen Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe (6*), denn es war für sie [sonst] kein Platz in der Herberge.
6* den Futtertrog der Tiere
Lk 2:8 - Und es waren Hirten in derselben Gegend, die auf freiem Felde lebten und des Nachts bei ihrer Herde Wache hielten.

Lk 2:9 - Und ein Engel [des] Herrn (7*) trat zu ihnen und die Herrlichkeit [des] Herrn (8*) umleuchtete sie und sie fürchteten sich sehr (9*).
"7* o. Engel Jahwes, vgl. 1Mo 16:7 - 1Mo 22:11 - 1Mo 22:15 - Ri 2:1 - Ri 6:11 - Ri 6:21,22 - 2Kö 1:3 - Ps 34:8 - Lk 1:11 - Apg 5:19 - Apg 8:26 - Apg 12:7 - Apg 12:23 u.a. 8* o. Herrlichkeit Jahwes (Hes 1:28), des Ewigseienden 9* w. sie fürchteten sich mit großer Furcht"
Lk 2:10 - Da sprach der Engel zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Denn sieh, ich verkündige euch große Freude (10*), die dem ganzen Volk zuteil werden wird,
10* w. ich verkündige euch als Evangelium (als frohe Botschaft) eine große Freude
Lk 2:11 - denn euch wurde heute [der] Retter (11*) geboren, welcher ist Christus, [der] Herr (12*), in der Stadt Davids.
"11* o. Heilskönig, Heiland (der Heil bringende Befreier) 12* griech. CHRISTOS KYRIOS = der Gesalbte o. MESSIAS, (welcher ist) JAHWE, der Unwandelbare. In JESUS ist JAHWE selber im Fleisch erschienen."
Lk 2:12 - Und dies soll euch das Zeichen sein: Ihr werdet ein neugeborenes Kind finden, in Windeln gewickelt und in einer Futterkrippe liegend.

Lk 2:13 - Und plötzlich war da bei dem Engel die [versammelte] Menge des himmlischen Heeres (13*); sie lobten Gott und sprachen:
13* vgl. Ps 103:20,21 - Dan 7:10 - Offb 5:11,12, ferner die Gottesnamen „Gott Zebaoth“ (Gott der Heere) in Am 5:27 sowie „Jahwe Zebaoth“ (Herr der Heere) in Jes 3:15 - Jes 10:24 - Jes 22:14,15 - Jer 50:31 - Sach 1:3,4!
Lk 2:14 - Herrlichkeit (14*) [sei] Gott in den höchsten Höhen und auf Erden Friede unter (15*) den Menschen des [göttlichen] Wohlgefallens!
"14* o. Ehre 15* o. in, bei"
Lk 2:15 - Und es geschah: Als die Engel von ihnen weg in den Himmel gegangen waren, sagten die Hirten zueinander: Lasst uns nun hingehen nach Bethlehem (16*) und diese Sache ansehen (17*), die [dort] geschehen ist, die der Herr uns kundgetan hat!
"16* o. hinübergehen bis Bethlehem 17* o. dieses Wort (das Gesagte) besehen, das ..."
Lk 2:16 - Und sie kamen eilends und machten [sie] ausfindig: sowohl Maria als auch Josef und das Neugeborene, das in der Futterkrippe lag.

Lk 2:17 - Als sie es aber gesehen hatten, machten sie das Wort bekannt, das zu ihnen über dieses Kindlein gesagt worden war (18*).
18* nämlich den Ausspruch des Engels des Herrn (Lk 2:10,11)
Lk 2:18 - Und alle, die es hörten, wunderten sich über den Bericht der Hirten (19*).
19* w. über das, was ihnen von den Hirten gesagt wurde
Lk 2:19 - Maria aber bewahrte alle diese Worte und dachte [immer wieder] in ihrem Herzen [darüber] nach (20*).
20* o. erwog (bewegte) sie in ihrem Herzen
Lk 2:20 - Und die Hirten kehrten [wieder] zurück, wobei sie Gott verherrlichten und lobten über allem, was sie gehört und gesehen hatten, so wie zu ihnen gesagt worden war.

Lk 2:21 - Und als acht Tage vergangen waren (21*) [und die Zeit da war], ihn zu beschneiden (22*), da erhielt er den Namen Jesus (23*), der von dem Engel genannt worden war, ehe er im Mutterleib empfangen wurde.
"21* w. erfüllt waren 22* vgl. 3Mo 12:3 - Lk 1:59 23* w. da wurde sein Name „Jesus“ genannt; vgl. Mt 1:21 - Mt 1:25 - Lk 1:31"
Lk 2:22 - Als dann die Tage ihrer (24*) Reinigung dem Gesetz Mose entsprechend vergangen waren (21*), brachten sie ihn nach Jerusalem hinauf, um ihn dem Herrn darzustellen (25*),
"21* w. erfüllt waren 24* Die Mehrzahlform schließt auch Josef mit ein. 25* o. zur Verfügung zu stellen, darzubringen, zu weihen"
Lk 2:23 - wie es geschrieben steht im Gesetz [des] Herrn: Alles Männliche, das den Mutterleib [als Erstgeburt] öffnet, soll „heilig dem Herrn“ heißen,

Lk 2:24 - und um ein Opfer darzubringen entsprechend dem, was im Gesetz [des] Herrn gesagt ist: ein Paar (26*) Turteltauben oder zwei junge Tauben (27*).
"26* w. Joch 27* vgl. 3Mo 12:2-8 - 2Mo 13:2"
Lk 2:25 - Und sieh, da war ein Mensch in Jerusalem mit Namen Simeon – dieser Mensch war gerecht und gottesfürchtig (28*) und wartete auf die Tröstung Israels (29*) und Heiliger Geist war auf ihm.
"28* o. fromm (ein Mann ehrerbietiger Scheu vor Gott) 29* durch den Messias (Jes 12:1,2 - Jes 40:1 - Jes 42:3 - Jes 49:13 - Jes 52:9 - Jes 61:1,2 - Jes 66:13)"
Lk 2:26 - Diesem war vom Heiligen Geist eine göttliche Zusage (30*) zuteil geworden, er werde den Tod nicht sehen, ehe er den Christus [des] Herrn geschaut habe (31*).
"30* o. Weisung, Ausspruch, Offenbarung, Weissagung 31* Jesus ist sowohl der Messias Jahwes (der Gesalbte des Herrn, griech. CHRISTOS KYRIOU, Lk 2:26) als auch der Messias, Jahwe (der Gesalbte, der Herr, griech. CHRISTOS KYRIOS, Lk 2:11)."
Lk 2:27 - Und er kam im Geist (32*) in den Tempel, und als die Eltern das Kindlein Jesus hereingebracht hatten, um nach dem Brauch des Gesetzes mit ihm zu verfahren,
32* o. durch den Geist (dazu getrieben)
Lk 2:28 - nahm auch er es in die Arme und pries (33*) Gott und sprach:
33* o. lobte, segnete (vgl. Lk 1:68 mit Anm. 63)
Lk 2:29 - Nun entlässt du deinen Sklaven, Gebieter, nach deinem Wort in Frieden;

Lk 2:30 - denn meine Augen haben dein Heil (34*) geschaut,
34* Luther: deinen Heiland (w. dein Heilbringendes)
Lk 2:31 - das du vor den Augen (35*) aller Völker bereitet hast,
35* o. vor dem Antlitz, im Angesicht
Lk 2:32 - ein Licht zur Offenbarung für die Nationen (36*) und zur Herrlichkeit deines Volkes Israel (37*).
"36* ein Licht, das auch den nichtisraelitischen Völkern göttliche Offenbarung bringt (vgl. Apg 13:46 - Apg 13:47) 37* vgl. Jes 42:6 - Jes 46:13 - Jes 49:6 - Jes 52:10"
Lk 2:33 - Und sein Vater und [seine] Mutter wunderten sich über das, was da über ihn gesagt wurde.

Lk 2:34 - Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Sieh, dieser ist bestimmt zum Fallen und Aufstehen vieler in Israel (38*) und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird -
38* d.h. um viele zu Fall zu bringen (Jes 8:14,15 - Röm 9:32,33 - Röm 11:11) und (andererseits) viele aufzurichten
Lk 2:35 - auch dir selbst wird dann ein Schwert durch die Seele dringen -, damit vieler Herzen Gedanken offenbar werden (39*).
39* o. die Überlegungen aus vielen Herzen enthüllt werden
Lk 2:36 - Und es war da eine Prophetin Hanna, eine Tochter Phanuels aus dem Stamm Asser; diese war [schon] in weit vorgerücktem Alter (40*); seit ihrer Mädchenzeit (41*) hatte sie sieben Jahre mit [ihrem] Mann gelebt
"40* w. vorgerückt (vorangeschritten) in vielen Tagen 41* w. von ihrer Jungfrauschaft an"
Lk 2:37 - und sie [war nun] eine Witwe von 84 Jahren (42*); sie wich nicht [mehr] vom Tempel, indem sie mit Fastenübungen und dringenden Bitten Nacht und Tag [Gott] diente.
42* w. bis zu 84 Jahren, an die 84 Jahre; o. sie war bis (zu ihrem jetzigen Alter) von 84 Jahren Witwe (geblieben)
Lk 2:38 - Und in eben jener Stunde trat [auch] sie herzu, lobte (43*) ihrerseits Gott und redete über ihn (44*) zu allen, die auf die Erlösung (45*) Jerusalems warteten.
"43* o. pries, dankte, bekannte 44* nämlich Jesus 45* o. Befreiung, Loskauf (durch Lösegeld) (Jes 40:2)"
Lk 2:39 - Und als sie (46*) alles erledigt hatten nach dem Gesetz [des] Herrn (47*), kehrten sie nach Galiäa in ihre Stadt Nazareth zurück.
"46* die Eltern Jesu 47* o. alles vollendet (erfüllt, zu Ende gebracht) hatten, was das Gesetz Jahwes verlangte"
Lk 2:40 - Das Kind aber wuchs heran und erstarkte, mit Weisheit erfüllt (48*), und Gottes Gnade war auf ihm.
48* Wohl jedem heranwachsenden Kind, das schon früh mit Lebensweisheit und Gottesweisheit erfüllt wird!
Lk 2:41 - Und es wanderten seine Eltern Jahr für Jahr zum Passahfest nach Jerusalem (49*).
49* Der folgende Bericht ist der einzige im NT, der etwas über den heranwachsenden Jesus mitteilt.
Lk 2:42 - Als er nun 12 Jahre alt geworden war und sie nach dem Festbrauch hinaufgezogen waren,

Lk 2:43 - blieb, als sie die Tage zu Ende gebracht hatten, der Knabe Jesus während ihrer Rückreise in Jerusalem zurück, ohne dass seine Eltern es bemerkten (50*).
50* o. und seine Eltern erkannten (wussten) es nicht
Lk 2:44 - In der Meinung, er befinde sich bei der Reisegesellschaft, gingen sie eine Tagereise weit und suchten ihn [eifrig] unter den Verwandten und Bekannten,

Lk 2:45 - und als sie [ihn] nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten ihn [dort].

Lk 2:46 - Und es geschah: Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel, [wie er] mitten unter den Lehrern saß, ihnen zuhörte und ihnen Fragen stellte.

Lk 2:47 - Alle aber, die ihn hörten, gerieten außer sich [vor Staunen] über sein Verständnis (51*) und seine Antworten (52*).
"51* o. Seine Einsicht, Urteilskraft 52* die er den Lehrern auf ihre Gegenfragen gab"
Lk 2:48 - Und als [die Eltern] ihn sahen, waren sie vor Schrecken fassungslos (53*) und seine Mutter sprach zu ihm: Kind, warum hast du uns das angetan (54*)? Sieh (doch), dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht!
"53* o. waren sie bestürzt, betroffen, erschüttert 54* w. was hast du uns so getan"
Lk 2:49 - Da sprach er zu ihnen: Was [heißt es], dass ihr mich gesucht habt? Wusstet ihr nicht, dass ich mich aufhalten muss in dem, was meinem Vater gehört (55*)?
55* w. sein muss in den (Bereichen, Angelegenheiten, Dingen) meines Vaters
Lk 2:50 - Sie aber verstanden das Wort nicht, das er ihnen sagte.

Lk 2:51 - Dann zog er mit ihnen hinab und kam [wieder] nach Nazareth und war ihnen untertan (56*). Und seine Mutter bewahrte alle [diese] Worte sorgfältig in ihrem Herzen.
56* o. untergeordnet, gehorsam. Dies war auch für Jesus die Norm. Doch der Gehorsam gegen den irdischen Vater und die Mutter fand im Gehorsam gegen den himmlischen Vater seine unüberschreitbare Grenze (Lk 2:49 - Joh 2:4). So gilt auch für Christen, dass in Grenzfällen der Gehorsam gegen Gott über dem gegen menschliche Autoritäten stehen soll (Röm 13:1 - Offb 14:9,10 - Apg 5:29).
Lk 2:52 - Jesus aber nahm zu an Weisheit und Alter und Gunst (57*) bei Gott und Menschen.
57* o. Wohlgefallen, Gnade (vgl. 1Sam 2:26)

Lk 3

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Lk 3:1 - Im 15. Jahr der Regierung von Kaiser Tiberius (58*), als Pontius Pilatus [als Statthalter] über Judäa regierte und Herodes Vierfürst von Galiläa war, während sein Bruder Philippus Vierfürst von Ituräa und der Landschaft Trachonitis war und Lysanias Vierfürst von Abilene (59*),
"58* Gottes Heilsgeschichte vollzieht sich inmitten der Weltgeschichte. So verknüpft hier Lukas das Auftreten des Johannes mit fünf Namen der weltlichen und zwei Namen der geistlichen Obrigkeit jener Zeit. Israel befand sich damals unter römischer Militärgewalt. Kaiser Tiberius regierte von 14-37 n.Chr. „Je nachdem man die Regentschaft des Tiberius mit Augustus zusammen mitzählt oder nicht und römische oder orientalische Jahreseinteilung annimmt, kommt man auf Ende 26 bis Anfang 29 n.Chr.“ (E. Schweizer). Das frühere Datum dürfte das richtigere sein, da Jesus im Jahr 30 gestorben sein dürfte (nach anderen im Jahr 32). 59* „Vierfürst“ (griech. Tetrarch) bezeichnet ursprünglich den Herrscher über den vierten Teil eines Reiches, dann aber auch allgemein einen Landesfürsten (vgl. Mt 14:1). Ituräa, Trachonitis und Abilene lagen im Norden und Nordosten von Palästina."
Lk 3:2 - zur Zeit des Hohenpriesters (60*) Hannas und Kaiphas – da geschah Gottes Wort (61*) an Johannes, den Sohn des Zacharias (62*), in der Wüste (63*).
"60* Einzahl, da nach Gottes Ordnung nur einer Hoherpriester sein kann. Der von den Römern im Jahr 15 abgesetzte Hannas übte auch in der Amtszeit seines Schwiegersohnes Kaiphas (18-36) noch Einfluss aus (Joh 18:13 - Apg 4:6). 61* o. Ausspruch Spruch, Weisung 62* „Johannes“ (o. Jochanan) bedeutet „Jahwe ist gnädig“, „Zacharias“ (o. Sacharja) „Jahwe gedenkt“. 63* vgl. Lk 1:80"
Lk 3:3 - Und er kam in die ganze Umgegend des Jordans und verkündete laut und öffentlich (64*) eine Taufe der Sinnesänderung (65*) zur Vergebung der Sünden,
"64* o. machte als Herold öffentlich bekannt (predigte) 65* o. Buße, Reue, Umkehr, des Umdenkens (vgl. Mt 3:2 - Mk 1:4)"
Lk 3:4 - wie es geschrieben steht im Buch der Reden (66*) des Propheten Jesaja: „Die Stimme eines laut Rufenden [ist] in der Wüste [zu hören]: Bereitet den Weg des Herrn (67*)! Macht gerade seine Pfade!
"66* o. Worte, Aussprüche (vgl. Jes 40:3-5 - Mt 3:3 - Mk 1:3) 67* o. den Weg Jahwes (des Ewigseienden)"
Lk 3:5 - Jede Schlucht soll aufgefüllt und jeder Berg und [jede] Anhöhe abgetragen werden, die krummen [Pfade] sollen zur geraden [Straße] werden und die rauen zu ebenen Wegen (68*).
68* Auch die Herzen und Handlungen der Menschen werden im NT als „krumm“ o. „gerade“ bezeichnet (vgl. Apg 2:40 - Apg 8:21 - Apg 13:10 - Phil 2:15 - 2Petr 2:15)
Lk 3:6 - Und alles Fleisch (69*) soll das Heil (70*) Gottes sehen!“
"69* d.h. nicht nur Israel, sondern auch die Völkerwelt und die Schöpfung 70* w. das Rettende, Heilbringende (Lk 2:30)"
Lk 3:7 - Er sprach nun zu den Volksmengen, die hinauszogen, um sich von ihm taufen zu lassen (71*): Brut von Giftschlangen, wer hat euch zu verstehen gegeben, dass ihr dem zukünftigen Zorn[gericht] (72*) entkommen werdet?
"71* Es folgt die Bußpredigt (Lk 3:7-9), die Standespredigt (Lk 3:10-14) und die Messiaspredigt (Lk 3:15-18) des Täufers Johannes (vgl. Mt 3:7-12). 72* vgl. Jes 2:12-22 - Zeph 2:2,3 - Offb 6:16,17 - Röm 2:5 - Röm 5:9 - 1Thes 1:10 - 1Thes 5:9"
Lk 3:8 - Bringt nur erst der Sinnesänderung (65*) würdige Früchte hervor und fangt nicht an, bei euch selbst zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater! Denn ich sage euch: Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen (73*) Kinder zu erwecken!
"65* o. Buße, Reue, Umkehr, des Umdenkens (vgl. Mt 3:2 - Mk 1:4) 73* d.h. aus verhärteten, kalten, toten Menschen (Eph 2:1)"
Lk 3:9 - Schon ist aber auch die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum nun, der keine gute Frucht bringt, wird herausgeschlagen und ins Feuer geworfen.

Lk 3:10 - Da fragten ihn die Volksmengen: Was sollen wir denn tun?

Lk 3:11 - Er antwortete ihnen: Wer zwei Untergewänder (74*) hat, teile dem mit, der keins hat, und wer zu essen hat (75*), mache es ebenso!
"74* o. Hemden, Röcke 75* w. wer Speisen (Nahrungsmittel) hat"
Lk 3:12 - Es kamen aber auch Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sie sagten zu ihm: Lehrer, was sollen wir tun?

Lk 3:13 - Er aber sprach zu ihnen: Verlangt nicht mehr, als euch befohlen wurde (76*)!
76* o. Treibt nicht über das euch Angeordnete hinaus (noch) mehr (Geld) ein
Lk 3:14 - Es fragten ihn aber auch Soldaten: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Ihr sollt niemand [um Geld zu erpressen] misshandeln (77*) noch zu Unrecht anklagen (78*); seid [vielmehr] zufrieden mit eurer Bezahlung!
"77* w. durchschütteln (nur hier im NT) 78* o. denunzieren, schikanieren (nur Lk 3:14 - Lk 19:8)"
Lk 3:15 - Während aber das Volk in Erwartung war und sich alle in ihren Herzen über Johannes Gedanken machten, ob nicht etwa er der Christus sei,

Lk 3:16 - antwortete Johannes [ihnen] allen: Ich zwar taufe euch mit Wasser; es kommt aber [einer], der stärker ist als ich, für den ich nicht [einmal] gut genug bin, [ihm] den Riemen seiner Sandalen zu lösen; er wird euch mit (79*) Heiligem Geist und Feuer taufen (80*).
"79* o. in 80* vgl. Mt 3:11 - Mk 1:8 - Apg 1:5 - Apg 11:15,16"
Lk 3:17 - Seine Worfschaufel (81*) ist in seiner Hand, um seine Tenne gründlich zu reinigen und den Weizen in seine Scheune zu sammeln; die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen (82*).
"81* Schaufel zum Worfeln des Getreides = zur Trennung der Körner von der Spreu 82* Auch nach Mt 13:30 - Mt 13:40-43 - Mt 13:49,50 - Mt 25:31-46 - Röm 2:5-10 - Offb 14:14-20 gibt es eine zukünftige Gerichtszeit = Erntezeit = Scheidungszeit."
Lk 3:18 - Indem er nun auch [noch] vieles andere ermahnend sagte, verkündigte er dem Volk die Heilsbotschaft (83*).
83* o. die frohe Botschaft, das Evangelium
Lk 3:19 - Herodes aber, der Vierfürst (59*), von ihm zurechtgewiesen wegen Herodias, der Frau seines Bruders (84*), und aller bösen [Dinge], die Herodes getan,
"59* „Vierfürst“ (griech. Tetrarch) bezeichnet ursprünglich den Herrscher über den vierten Teil eines Reiches, dann aber auch allgemein einen Landesfürsten (vgl. Mt 14:1). Ituräa, Trachonitis und Abilene lagen im Norden und Nordosten von Palästina. 84* vgl. Mt 14:3,4 - Mk 6:17,18"
Lk 3:20 - fügte zu allem auch dies [noch] hinzu, dass er Johannes ins Gefängnis werfen ließ (85*).
85 w. einschloss im Gefängnis
Lk 3:21 - Es geschah aber: Als das ganze Volk sich taufen ließ und [auch] Jesus getauft worden war und betete, da öffnete sich der Himmel (86*)
86* vgl. Mt 3:13-17 - Mk 1:9-11
Lk 3:22 - und der Heilige Geist kam auf ihn herab – in leiblicher Gestalt (87*) wie eine Taube – und eine Stimme erging (88*) aus dem Himmel: „Du bist mein geliebter Sohn; an dir habe ich Wohlgefallen gefunden (89*)!“
"87* o. Erscheinung, Anblick, Aussehen 88* w. geschah, wurde, ereignete sich (vgl. Lk 3:2: Gottes Wort geschah) 89* vgl. Ps 2:7 - Mt 3:17 - Mt 17:5 - Kol 1:13"
Lk 3:23 - Und er, Jesus, war, als er begann (90*), ungefähr 30 Jahre [alt]. Er war, wie man meinte (91*), ein Sohn des Josef (92*), des Eli (93*),
"90* seinen messianischen Auftrag durch Lehrwort und Heilstat auszuführen 91* o. (nach Gesetz, Brauch, Sitte) annahm 92* Manche Forscher meinen: Während der in Mt 1 aufgeführte Stammbaum das Geschlechtsregister des Josef darstellt, liefere Luk. das der Maria. Sie sei eine Erbtochter gewesen (4Mo 27:8). Der Mann einer Erbtochter musste sich in das Geschlecht ihres Vaters einschreiben lassen und bekam dadurch gleichsam zwei Väter (F. Rienecker). Dann war Josef leiblicher Sohn Jakobs (Mt 1:16) wie auch nach dem Gesetz Sohn Elis, seines Schwiegervaters (Lk 3:23). - Eine andere Erklärungsmöglichkeit ist die, dass Eli kinderlos war und sein Bruder Jakob nach Elis Tod nach dem Gesetz der Schwagerehe (5Mo 25:5,6) die Witwe heiratete und Josef zeugte. Auch so wäre Josef leiblicher Sohn Jakobs, zugleich aber nach dem Gesetz ein Sohn Elis gewesen. Jakob und Eli konnten Stiefbrüder gewesen sein, deren Väter aus verschiedenen Linien des Hauses Davids stammten (L. Albrecht). 93* Der Genitiv „des“ steht für „ein Sohn des“."
Lk 3:24 - des Mattat, des Levi, des Melchi, des Jannai, des Josef,

Lk 3:25 - des Mattitja, des Amos, des Nahum, des Hesli, des Naggai,

Lk 3:26 - des Mahat, des Mattitja, des Schimi, des Josech, des Joda,

Lk 3:27 - des Johanan, des Resa, des Serubbabel, des Schealtiel, des Neri,

Lk 3:28 - des Melchi, des Addi, des Kosam, des Elmadam, des Er,

Lk 3:29 - des Joschua, des Elieser, des Jorim, des Mattat, des Levi,

Lk 3:30 - des Simeon, des Juda, des Josef, des Jonam, des Eljakim,

Lk 3:31 - des Melea, des Menna, des Mattata, des Nathan, des David,

Lk 3:32 - des Isai, des Obed, des Boas, des Salmon, des Nachschon,

Lk 3:33 - des Amminadab, des Admin, des Arni, des Hezron, des Perez, des Juda,

Lk 3:34 - des Jakob, des Isaak, des Abraham, des Terach, des Nahor,

Lk 3:35 - des Serug, des Regu, des Peleg, des Eber, des Schelach,

Lk 3:36 - des Kenan, des Arpachschad, des Sem, des Noah, des Lamech,

Lk 3:37 - des Metuschelach, des Henoch, des Jered, des Mahalalel, den Kenan,

Lk 3:38 - des Enosch, des Set, des Adam, des Gottes (94*).
94* Gott steht – als 77. Glied – an der Spitze dieser Geschlechterfolge, gleichsam als erster „Vater“ über Adam und der Menschheit (vgl. Eph 3:15). Doch Adam war nur Geschöpf, noch nicht im vollen Sinne Sohn, wie Jesus und die an ihn Glaubenden.

Lk 4

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Lk 4:1 - Jesus aber, voll Heiligen Geistes, kehrte vom Jordan zurück und wurde durch den Geist (1*) in der Wüste [umher]geführt,
1* o. im, vom Geist (Gottes)
Lk 4:2 - 40 Tage lang, und dabei vom Teufel versucht (2*). Und er aß nichts in jenen Tagen, und als sie zu Ende waren, hatte er Hunger.
2* Die ersten Menschen wurden vom Teufel versucht und versagten (1Mo 3:1-6); Jesus als der „zweite Mensch“ (1Kor 15:47) wird ebenfalls versucht und hält stand. Vgl. Mt 4:1-11 mit Anmerkungen!
Lk 4:3 - Da sagte der Teufel zu ihm: Wenn du [wirklich] Gottes Sohn bist, so sprich zu diesem Stein, dass er Brot werde!

Lk 4:4 - Doch Jesus gab ihm zur Antwort: Es steht geschrieben (3*): „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein." (4*)
"3* vgl. 5Mo 8:3 - Mt 4:4 4* w. Nicht von Brot allein soll (o. wird) der Mensch leben"
Lk 4:5 - Dann führte er ihn [auf eine Höhe] hinauf und zeigte ihm in einem Augenblick (5*) alle Königreiche des bewohnten Erdkreises
5* w. in einem Punkt der Zeit
Lk 4:6 - und der Teufel sprach zu ihm: Dir will ich die Macht (6*) über dies alles und die Herrlichkeit [dieser Reiche] geben, denn mir ist sie übergeben und ich gebe sie, wem immer ich will (7*).
"6* o. Gewalt, Herrschaft, Vollmacht, Verfügungsrecht 7* Jesus hat an dieser Stelle nicht widersprochen. Tatsächlich beherrscht der Fürst der Finsternis, obwohl er am Kreuz besiegt wurde (Kol 2:14,15), bis zu seinem endzeitlichen Sturz (Offb 12:7-12 - Offb 20:1-3 - Offb 20:10) diese Welt, allerdings von Gott beschränkt und begrenzt (vgl. 1Jo 5:19 - 1Jo 3:8 - Joh 12:31 - Joh 14:30 - 2Kor 4:4 - Offb 13:2 - Eph 2:2 - Eph 6:10-19 - Hi 1:6,7)."
Lk 4:7 - Wenn du dich nun anbetend vor mir niederwirfst, soll dir alle [diese Macht] gehören!

Lk 4:8 - Da antwortete ihm Jesus: Es steht geschrieben: „JAHWE (8*), deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen.“ (9*)
"8* d.h. den Ewigseienden, den Unwandelbaren, den HERRN 9* vgl. 5Mo 6:13 - Mt 4:10"
Lk 4:9 - Darauf führte er ihn nach Jerusalem und stellte ihn auf die Zinne (10*) des Tempels und sprach zu ihm: Wenn du [wirklich] Gottes Sohn bist, so wirf dich von hier hinunter,
10* o. Flügel, Türmchen, Rand
Lk 4:10 - denn es steht geschrieben (11*): „Seinen Engeln wird er deinetwegen Befehl geben, dich sorgfältig zu behüten“ (12*)
"11* Auch der Feind versucht, sich auf Gottes Wort zu berufen! 12* o. zu bewachen, zu bewahren"
Lk 4:11 - und: „Auf Händen werden sie dich tragen, damit du deinen Fuß nicht etwa an einen Stein stößt.“ (13*)
13* vgl. Ps 91:11,12 - Mt 4:5,6
Lk 4:12 - Jesus entgegnete ihm: Es ist gesagt: „Du sollst JAHWE (8*), deinen Gott, nicht [herausfordernd] versuchen.“ (14*)
"8* d.h. den Ewigseienden, den Unwandelbaren, den HERRN 14* o. auf die Probe stellen, vgl. 5Mo 6:16"
Lk 4:13 - Nachdem [so] der Teufel mit seiner ganzen Versuchung zu Ende war (15*), stand er von ihm ab bis zu gelegener Zeit (16*).
"15* o. alle Versuchung ganz vollendet, abgeschlossen hatte 16* „kairos“ = gelegene, günstige, passende, festgesetzte Zeit, kritischer Augenblick (Mt 12:1)"
Lk 4:14 - Und Jesus kehrte in der Kraft des Geistes nach Galiläa zurück und die Kunde von ihm ging aus [und verbreitete sich] in der ganzen Umgegend.

Lk 4:15 - Er selbst lehrte [immer wieder] in ihren Synagogen und wurde von allen geehrt.

Lk 4:16 - Und er kam nach Nazareth, wo er aufgewachsen war (17*), und ging nach seiner Gewohnheit am Sabbattag in die Synagoge hinein und stand auf, um vorzulesen.
17* o. erzogen worden war, groß geworden war
Lk 4:17 - Und es wurde ihm die Buch[rolle] des Propheten Jesaja gereicht, und als er [sie] aufgerollt hatte, fand er die Stelle, wo geschrieben war:

Lk 4:18 - „[Der] Geist [des] Herrn ist auf mir (18*), weil er mich gesalbt hat, um Armen Evangelium zu verkündigen (19*); er hat mich gesandt, um Gefangenen Freilassung (20*) auszurufen (21*) und Blinden, dass sie wieder sehen sollen, Unterdrückte (22*) in Freiheit (20*) zu entlassen [und]
"18* o. Geist Jahwes (ruht) auf mir 19* o. frohe Botschaft zu bringen 20* o. Erlass der Schuld, Vergebung 21* der Satz kann auch so unterteilt werden: weil er mich gesalbt hat. Armen Evangelium zu verkündigen, hat er mich gesandt, Gefangenen Freilassung auszurufen ... (vgl. Jes 61:1,2 - Jes 42:7 - Jes 58:6). 22* o. Niedergebeugte, Gebrochene, Misshandelte"
Lk 4:19 - ein Gnadenjahr (23*) des Herrn öffentlich auszurufen.“ (24*)
"23* w. ein angenehmes, wohlannehmbares Jahr 24* Gemeint ist das Erlassjahr Jahwes (3Mo 25:10). Im 50. Jahr sollte jeder Israelit, der aus Not in Dienstbarkeit geraten war oder Grund und Boden hatte verkaufen müssen, wieder zu Freiheit und Eigentum gelangen. - Mit dem Auftreten Jesu ist nunmehr das große Halljahr Gottes angebrochen."
Lk 4:20 - Und nachdem er das Buch zusammengerollt [und] dem Diener zurückgegeben hatte, setzte er sich, und aller Augen in der Synagoge waren gespannt (25*) auf ihn gerichtet.
25* o. fest, unverwandt
Lk 4:21 - Er begann dann zu ihnen zu sprechen [und sagte]: Heute ist dieses Schriftwort erfüllt, das eure Ohren [soeben] gehört haben (26*)!
26* w. erfüllt in euren Ohren. Zu beachten ist, dass Jesus Jes 61:1-3 nur so weit vorgelesen hat, als es sich bei seinem damaligen ersten Kommen erfüllte; die Fortsetzung „und einen Tag der Vergeltung unseres Gottes“, die sein zweites sichtbares Kommen betrifft, las er nicht mehr.
Lk 4:22 - Und alle stellten ihm ein [gutes] Zeugnis aus (27*) und staunten über die Worte der Gnade, die aus seinem Munde kamen, und sagten: Ist der nicht Josefs Sohn?
27* o. stimmten ihm zu
Lk 4:23 - Da sprach er zu ihnen: Sicher werdet ihr mir das Sprichwort vorhalten (28*): Arzt, heile dich selbst! All die großen [Dinge], von denen wir gehört haben, [dass sie] in Kapernaum geschehen sind, vollbringe auch hier in deiner Vaterstadt!
28* w. dieses Gleichnis sagen
Lk 4:24 - Er sprach aber: Wahrlich (29*), ich sage euch: Kein Prophet ist in seiner Vaterstadt willkommen (30*).
"29* w. Amen 30* o. gut aufgenommen, anerkannt (Mt 13:57 - Mk 6:4)"
Lk 4:25 - In Wahrheit sage ich euch: Viele Witwen gab es in den Tagen Elias in Israel, als der Himmel drei Jahre und sechs Monate verschlossen war [und] eine große Hungersnot entstand, [die sich] über das ganze Land [erstreckte],

Lk 4:26 - doch zu keiner von ihnen wurde Elia geschickt als allein (31*) nach Sarepta bei Sidon zu einer verwitweten Frau.
31* w. wenn nicht, außer
Lk 4:27 - Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elisa, doch keiner von ihnen wurde gereinigt als allein (31*) Naaman, der Syrer (32*).
"31* w. wenn nicht, außer 32* Schon in alter Zeit gab Gott gelegentlich Heiden den Vorzug vor Israel (vgl. 1Kö 17:1 - 1Kö 17:9 - 2Kö 5:14 - Jak 5:17). Gott bestimmt in souveräner Freiheit, wo und wann und wem er Heilung oder sonstige Hilfe schenkt."
Lk 4:28 - Als sie das hörten, wurden alle in der Synagoge von Zorn erfüllt (33*)
33* Die frommen Juden meinen, einen Anspruch auf Gott zu haben. Sie können seine bedingungslose Gnade nicht verstehen.
Lk 4:29 - und sie standen auf und warfen ihn zur Stadt hinaus und führten ihn bis an den Rand des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, um ihn [dort] hinabzustürzen.

Lk 4:30 - Er aber schritt mitten zwischen ihnen hindurch und zog [weiter].

Lk 4:31 - Und er kam hinab nach Kapernaum, einer Stadt in Galiläa, und lehrte sie an den Sabbaten (34*).
34* o. am Sabbat. Die Mehrzahlform „ta sabbata“ kann eine Mehrzahl von Sabbattagen – oder den einzelnen Sabbattag (Mk 1:21) – oder die Woche (Mt 28:1) bezeichnen (G. Kittel). Sie kann auch die Sabbatfeier[n] meinen.
Lk 4:32 - Und sie gerieten außer sich (35*) über seine Lehre, denn sein Wort geschah in [göttlicher] Vollmacht (36*).
"35* o. entsetzten sich, waren erschüttert (Mk 1:22) 36* w. denn in Vollmacht war sein Wort"
Lk 4:33 - Nun war da in der Synagoge ein Mensch, der den Geist eines unreinen Dämons [in sich] hatte, und mit lauter Stimme schrie er auf:

Lk 4:34 - Oh, was haben wir mit dir [zu tun], Jesus, Nazarener? Bist du gekommen, uns zugrunde zu richten (37*)? Ich kenne dich [und weiß], wer du bist: der Heilige Gottes!
37* o. zu verderben (vgl. Mk 1:23-28)
Lk 4:35 - Da gebot ihm Jesus nachdrücklich: Schweig und fahre aus von ihm! Darauf schleuderte ihn der Dämon mitten unter sie (38*) und fuhr aus von ihm, ohne ihm zu schaden.
38* w. in die Mitte
Lk 4:36 - Und ein Erstaunen und Erschrecken kam über alle und sie besprachen sich miteinander und sagten: Was ist dies [nur] für ein Wort! Mit [göttlicher] Autorität und Kraft gebietet er den unreinen Geistern und sie fahren aus!

Lk 4:37 - Und die Kunde (39*) von ihm drang in jeden Ort des Umlands (40*).
"39* o. der Ton, Schall, Klang, Ruf (das „Echo“) 40* o. der Umgegend, Nachbarschaft"
Lk 4:38 - Er brach dann auf von der Synagoge und begab sich in das Haus des Simon (41*) hinein. Die Schwiegermutter des Simon aber war von hohem Fieber befallen und sie baten ihn für sie.
41* des Simon Petrus (Mt 8:14,15 - Mk 1:29-31)
Lk 4:39 - Und er trat herzu, [stand] oberhalb von ihr (42*) und gebot ernstlich tadelnd dem Fieber, da verließ es sie; sie aber stand sofort auf und diente ihnen.
42* d.h. wohl: am Kopfende des Lagers
Lk 4:40 - Als dann die Sonne unterging, brachten alle, die an verschiedenen Krankheiten Leidende hatten, diese zu ihm; er aber legte einem jeden von ihnen die Hände auf und heilte sie.

Lk 4:41 - Auch fuhren von vielen [Menschen] Dämonen aus, wobei sie laut schrien und riefen: Du bist der Sohn Gottes! Da tadelte er [die Dämonen] und ließ sie nicht reden, weil sie wussten, dass er der Christus war (43*).
43* vgl. Mt 8:29 - Mk 3:11 - Lk 4:34
Lk 4:42 - Als es aber Tag geworden war, ging er hinaus und wanderte an eine einsame Stätte; doch die Volksmengen suchten ihn und kamen bis zu ihm hin und [wollten] ihn festhalten (44*), damit er nicht von ihnen wegginge.
44* o. zurückhalten, aufhalten
Lk 4:43 - Er aber sprach zu ihnen: Auch den anderen Städten muss ich [unbedingt] (45*) das Evangelium vom Königreich Gottes verkündigen (46*); denn dazu bin ich gesandt worden.
"45* vgl. Mt 16:21 - Mt 24:6 mit Anmerkungen! 46* w. das Königreich Gottes „evangelisieren“, als frohe Botschaft verkündigen"
Lk 4:44 - Und so predigte er [denn] in den Synagogen Judäas.

Lk 5

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Lk 5:1 - Es geschah aber, als die Volksmenge ihn bedrängte und das Wort Gottes hörte – er selbst stand [dabei] am See Genezareth -,

Lk 5:2 - dass er zwei Boote am See[ufer] liegen sah; die Fischer aber waren aus ihnen ausgestiegen (47*) und wuschen die Netze.
47* o. von ihnen weggegangen
Lk 5:3 - Da trat er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land weg hinauszufahren (48*); dann setzte er sich nieder und lehrte die Volksmengen vom Boot aus.
48* w. hinaufzufahren (auf die Höhe des Sees)
Lk 5:4 - Als er aber aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus auf die hohe See (49*) und lasst [dort] eure Netze zum Fang hinunter!
49* w. Fahre hinauf zur Tiefe. Das Wort „bathos“ (Tiefe) wird auch mit „Höhe“ (des Sees) übersetzt.
Lk 5:5 - Da entgegnete Simon: Meister (50*), die ganze Nacht hindurch haben wir uns abgemüht und nichts gefangen (51*), doch auf dein Wort hin (52*) will ich die Netze hinunterlassen!
"50* o. Vorsteher, Vorgesetzter 51* Die Erfahrung lehrte: So werden wir am Tage erst recht nichts fangen! 52* So spricht der Glaubensgehorsam (Röm 1:5)."
Lk 5:6 - Und als sie das getan hatten, fingen sie (53*) eine sehr große Menge von Fischen, [sodass] ihre Netze [schon] Risse bekamen (54*).
"53* w. umschlossen sie (schlossen sie zusammen ein) 54* zu zerreißen drohten und begannen"
Lk 5:7 - Und sie winkten [ihren] Gefährten im anderen Boot, dass sie kämen und mit anfassten; und sie kamen und füllten beide Boote, sodass sie zu sinken drohten.

Lk 5:8 - Als aber Simon Petrus [das] sah, fiel er Jesus zu Füßen (55*) und sagte: Geh [weit] weg von mir (56*), Herr, denn ich bin ein sündiger Mann (57*)!
"55* o. fiel er zu den Knien Jesu nieder 56* w. Geh hinaus, weg von mir 57* Nicht eine Bußpredigt, sondern ein Gnadenwunder Jesu führt hier zur Sündenerkenntnis (vgl. Röm 2:4)."
Lk 5:9 - Denn Erstaunen und Erschrecken (58*) hatten ihn erfasst und alle, die mit ihm waren, wegen des Fischfangs, den sie zusammen eingebracht hatten,
58* „thambos“ = Staunen, Schrecken, Entsetzen (Lk 4:36)
Lk 5:10 - ebenso aber auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, die Teilhaber (59*) Simons waren. Und Jesus sprach zu Simon. Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen (60*)!
"59* o. Genossen, Geschäftspartner 60* w. lebendig gefangen nehmen (d.h. für das Gottesreich gewinnen)"
Lk 5:11 - Und sie zogen die Boote an Land und verließen alles und folgten ihm nach.

Lk 5:12 - Und es geschah: Als er in einer der Städte war, sieh, [da war] ein Mann voller Aussatz. Als [dieser] Jesus sah, warf er sich vor ihm nieder (61*) und bat ihn dringend (62*): Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen (63*)!
"61* w. fiel er aufs Angesicht nieder 62* „deomai“ = etwas aus Not, Mangel, Bedürftigkeit heraus begehren o. erbitten 63* vgl. Mt 8:2 mit Anm. 3 - Mk 1:40"
Lk 5:13 - Da streckte er die Hand aus, berührte ihn und sprach: Ich will (64*), werde rein! Und sogleich wich der Aussatz von ihm.
64* vgl. zum Willen Jesu: Mt 26:39 - Joh 5:21 - Joh 17:24
Lk 5:14 - Er befahl ihm dann, es keinem zu sagen; „geh vielmehr fort und zeige dich dem Priester und bringe [das Opfer] dar für deine Reinigung, wie es Mose angeordnet hat, ihnen zum Zeugnis“ (65*).
65* vgl. 3Mo 13:49 - 3Mo 14:2-32 - Mk 1:44
Lk 5:15 - Es verbreitete sich aber die Kunde von ihm (66*) [nur noch] mehr und große Volksmengen kamen zusammen, um [ihn] zu hören und von ihren Krankheiten (67*) geheilt zu werden.
"66* w. das Wort (Gerede, Gerücht) über ihn 67* o. Kraftlosigkeiten, Schwächen"
Lk 5:16 - Er selbst aber hielt sich zurückgezogen und betend in den einsamen Gegenden (68*) auf.
68* o. in den Wüsten, Einöden, verlassenen Gegenden
Lk 5:17 - Und es geschah eines Tages, als er damit beschäftigt war zu lehren, dass Pharisäer und Gesetzeslehrer da saßen, die aus allen Dörfern Galiläas und Judäas und aus Jerusalem gekommen waren; und [die] Kraft [des] Herrn war [wirksam] (69*), sodass er Heilungen vollbrachte.
69* o. Kraft Jahwes war da, war gegenwärtig
Lk 5:18 - Und sieh, da brachten Männer auf einem Tragbett einen gelähmten Menschen herbei und sie versuchten [immer wieder], ihn hineinzutragen und vor ihn hinzulegen,

Lk 5:19 - und da sie wegen der Volksmenge keinen [Weg] fanden, ihn hineinzutragen, stiegen sie auf das Dach und ließen ihn mit dem kleinen Tragbett durch die Ziegel hinab, mitten vor Jesus hin.

Lk 5:20 - Und als er ihren Glauben sah, sprach er: Mensch, deine Sünden sind dir vergeben (70*)!
70* vgl. Mt 9:1-2 - Mk 2:3-5
Lk 5:21 - Da begannen die Schriftgelehrten und die Pharisäer zu überlegen (71*): Wer ist [eigentlich] dieser, der [solche] Lästerungen ausspricht? Wer kann Sünden vergeben außer Gott allein?
71* o. sich Gedanken zu machen (vgl. Mk 2:8 mit Anm. 6)
Lk 5:22 - Da aber Jesus ihre Überlegungen durchschaute (72*), wandte er sich an sie und sprach: Was überlegt (73*) ihr da in euren Herzen?
"72* o. ihre Gedanken erkannte 73* o. denkt, erwägt, untersucht"
Lk 5:23 - Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder zu sagen: Steh auf und geh umher (74*)?
74* Vor Gott wiegt die Sündenvergebung schwerer als eine Heilung. Doch Jesus geht hier auf das Denken seiner Gegner ein. Er demonstriert ihnen am „Schwereren“ (einer nachprüfbaren Wundertat), dass er auch das in ihren Augen „Leichtere“, nämlich Sündenvergebung zuzusprechen, tun kann.
Lk 5:24 - Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben – sprach er [daraufhin] zu dem Gelähmten: Ich sage dir: Steh auf, heb dein Tragbettlein auf und geh hin in dein Haus!

Lk 5:25 - Und augenblicklich stand er auf vor ihren Augen, hob empor, worauf er gelegen hatte, und ging Gott preisend (75*) fort in sein Haus.
75* „doxazo“ = ehren, rühmen, verherrlichen, preisen
Lk 5:26 - Da erfasste alle ein Entsetzen (76*) und sie priesen (75*) Gott und sprachen, von Furcht erfüllt: Wir haben heute Unglaubliches (77*) gesehen!
"75* „doxazo“ = ehren, rühmen, verherrlichen, preisen 76* o. Außersichsein, fassungsloses Staunen 77* o. Unerwartetes, Ungeheuerliches, „Paradoxes“"
Lk 5:27 - Danach ging er hinaus und erblickte einen Zöllner namens Levi (78*), der am Zollhaus saß, und er sprach zu ihm: Folge mir nach!
78* Levi = Matthäus (vgl. Mt 9:9 - Mk 2:14)
Lk 5:28 - Da ließ er alles zurück, stand auf und folgte ihm nach.

Lk 5:29 - Und Levi veranstaltete in seinem Hause ein großes Gastmahl für ihn und es war eine große Schar von Zöllnern und anderen [Leuten] da, die mit ihnen zu Tische lagen (79*).
79* vgl. Mk 2:15 mit Anm. 13!
Lk 5:30 - Da äußerten die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten seinen Schülern gegenüber ihren Unwillen (80*) und sagten: Warum esst und trinkt ihr mit den Zöllnern und Sündern?
80* o. da murrten (murmelten, brummten) die Pharisäer
Lk 5:31 - Jesus antwortete ihnen: Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt, sondern die Kranken (81*).
81* o. die Leidenden (die, denen es schlecht geht)
Lk 5:32 - Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Umkehr (82*).
82* o. zur Sinnesänderung, zum Umdenken, zur Buße
Lk 5:33 - Sie aber sagten zu ihm: Die Schüler des Johannes fasten oft und verrichten [dabei] Gebete, ebenso auch die [Schüler] der Pharisäer, die deinigen aber essen und trinken!

Lk 5:34 - Da sprach Jesus zu ihnen: Könnt ihr etwa die Hochzeitsgäste, die dem Bräutigam besonders nahe stehen (83*), fasten lassen (84*), während der Bräutigam (85*) bei ihnen ist?
"83* w. die „Söhne des Brautgemachs“ = die Gefährten o. engsten Freunde des Bräutigams 84* w. fasten machen (zum Fasten veranlassen o. drängen) 85* vgl. Joh 3:29 - Mt 9:15 - Mk 2:19"
Lk 5:35 - Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam ihnen entrissen sein wird (86*), und dann, in jenen Tagen, werden sie fasten.
86* o. von ihnen weggenommen sein wird
Lk 5:36 - Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis: Niemand reißt von einem neuen Kleid [ein Stück Stoff als] Flicken ab und setzt [ihn] auf ein altes Kleid; andernfalls wird er [nur] das neue zerreißen und zum alten wird der Flicken vom neuen nicht passen.

Lk 5:37 - Auch füllt niemand jungen Wein in alte Schläuche; wenn aber doch, so wird der junge Wein die Schläuche zerreißen und auslaufen (87*) und die Schläuche werden verderben;
87* w. und er selbst wird ausgeschüttet werden
Lk 5:38 - vielmehr muss man jungen Wein in neue Schläuche füllen (88*).
88* vgl. Mt 9:17 mit Anm. 20 - Mk 2:22
Lk 5:39 - Und keiner, der alten [Wein] getrunken hat, will jungen; denn er sagt: Der alte ist besser (89*).
89* o. ist brauchbar, angenehm. - Der Sinn ist: Die Gegner Jesu, Pharisäer und Schriftgelehrte, wollen vom Althergebrachten nicht lassen; es genügt und „schmeckt“ ihnen.

Lk 6

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Lk 6:1 - Es geschah aber an einem Sabbat[tag], dass er durch die Kornfelder wanderte (1*). Dabei rissen seine Schüler die Ähren ab und aßen [davon], indem sie [sie] mit den Händen zerrieben (2*).
"1* o. durch Saaten (Saatfelder) hindurchging 2* Außer dem Abrupfen ist auch das Zerreiben in den Augen der Pharisäer ein verbotenes Werk (Sabbatentheiligung)."
Lk 6:2 - Einige von den Pharisäern aber sagten: Warum tut ihr (3*), was am Sabbat nicht erlaubt ist?
3* o. Was macht ihr (da)
Lk 6:3 - Da antwortete ihnen Jesus: Habt ihr auch davon nichts gelesen (4*), was David tat, als er Hunger hatte – er selbst und seine Begleiter (5*)?
"4* o. auch nicht dies gelesen 5* seine Begleiter = „die mit ihm (Seienden)“"
Lk 6:4 - Wie er in das Haus Gottes hineinging und die Schaubrote nahm und aß (6*) und [auch] seinen Begleitern (5*) gab, die zu essen [doch] niemand erlaubt ist außer den Priestern allein?
"5* seine Begleiter = „die mit ihm (Seienden)“ 6* vgl. 3Mo 24:5-9 - 1Sam 21 - Mt 12:4 - Mk 2:26"
Lk 6:5 - Und er sprach zu ihnen: Der Menschensohn ist Herr [auch] über den Sabbat.

Lk 6:6 - Es geschah aber an einem anderen Sabbat, dass er in die Synagoge hineinging und lehrte. Und es war dort ein Mensch, dessen rechte Hand abgestorben (7*) war.
7* o. gelähmt, schlaff, ausgezehrt (w. dürr, trocken) (vgl. Mt 12:10 - Mk 3:1)
Lk 6:7 - Die Schriftgelehrten und die Pharisäer aber beobachteten ihn genau (8*), ob er [wohl] am Sabbat heilen würde, damit sie [etwas] fänden, um ihn anzuklagen.
8* o. beobachteten ihn von der Seite (= scharf, lauernd)
Lk 6:8 - Er aber kannte ihre Gedanken (9*) und so sprach er zu dem Mann, der die abgestorbene Hand hatte: Steh auf und tritt in die Mitte! Und er stand auf und trat [vor].
9* o. wusste um ihre Überlegungen
Lk 6:9 - Jesus aber sprach zu ihnen: Ich frage euch: [Was] ist erlaubt [in euren Augen] – am Sabbat Gutes zu tun oder Böses zu tun, Leben (10*) zu retten oder zu vernichten (11*)?
"10* w. eine Seele („psyche“) 11* o. zugrunde gehen zu lassen, zu verderben"
Lk 6:10 - Und sie alle ringsum anblickend sprach er zu ihm: Strecke deine Hand aus! Er tat es und seine Hand wurde wiederhergestellt (12*).
12* vgl. Mk 3:5 mit Anmerkungen!
Lk 6:11 - Sie aber wurden von sinnloser Wut gepackt (13*) und besprachen miteinander, was sie Jesus wohl antun könnten.
13* o. mit [wütendem] Unverstand erfüllt, ganz von Sinnen
Lk 6:12 - Es geschah aber in diesen Tagen, dass er hinausging auf den Berg, um zu beten, und er verbrachte die ganze Nacht (14*) im Gebet zu Gott.
14* o. und er war die Nacht hindurch
Lk 6:13 - Und als es Tag geworden war, rief er seine Schüler herbei und er wählte sich zwölf von ihnen aus, die er auch Apostel nannte:

Lk 6:14 - Simon, den er auch Petrus nannte, und Andreas, seinen Bruder, und Jakobus und Johannes und Philippus und Bartholomäus

Lk 6:15 - und Matthäus und Thomas und Jakobus, des Alphäus [Sohn], und Simon, genannt „Eiferer“ (15*),
15* griech. Zelot. Die Zeloten waren Eiferer gegen Rom.
Lk 6:16 - und Judas, des Jakobus [Sohn], und Judas Iskariot, der zum Verräter wurde (16*).
16* Die ersten neun Namen stimmen in Mt 10:2-4 - Mk 3:16-19 - Lk 6:14-16 überein (wobei allerdings Mk. den Andreas an 4. statt an 2. Stelle nennt); dann folgen bei Mt. und Mk. Thaddäus, Simon der Eiferer und Judas Iskariot, dagegen folgen bei Luk.: Simon der Eiferer, Judas (Sohn des Jakobus) und Judas Iskariot. - Da der engste Jüngerkreis Jesu nur 12 seiner Schüler umfasste, muss Thaddäus der gleiche Jünger sein wie Judas, des Jakobus Sohn. - Der Zwölfapostelkreis steht in engster Beziehung zum Zwölfstämmevolk Israel (Mt 19:28 - Offb 21:9-14), wie andererseits Paulus zur Völkerwelt (1Tim 2:7 - 2Tim 1:11).
Lk 6:17 - Als er dann mit ihnen hinabgestiegen war, trat er auf ein ebenes Feld (17*); [dort befanden sich] auch eine große Schar seiner Schüler und eine große Menge des Volkes von ganz Judäa und Jerusalem und dem Küstengebiet von Tyrus und Sidon,
17* o. blieb auf einem flachen Platze stehen
Lk 6:18 - die gekommen waren, um ihn zu hören und Heilung von ihren Krankheiten zu finden; auch die von unreinen Geistern Belästigten (18*) wurden geheilt.
18* o. Beunruhigten, Geplagten
Lk 6:19 - Und die ganze Volksmenge suchte ihn anzurühren; denn Kraft ging von ihm aus und heilte alle (19*).
"19* o. und er heilte alle. Zwei Worte für „heilen“ erscheinen mehrfach im NT und auch bei Lukas: a) „iaomai“ = heilen, wiederherstellen, gesund machen (bei Lk 5:17; Lk 6:18a-19; Lk 9:2.11; Lk 9:42; Lk 14:4; Lk 22:51) (vgl. „iatros“ = Arzt: Lk 4:23); b) „therapeuo“ = (ärztlich) behandeln o. bedienen; kurieren, pflegen, heilen (bei Lk 4:23.40; Lk 5:15; Lk 6:7.18b; Lk 7:21; Lk 8:2.43; Lk 9:1.6; Lk 10:9)."
Lk 6:20 - Und er hob seine Augen auf, [richtete sie] auf seine Schüler und sprach (20*): Glückselig [seid ihr] Armen, denn euer ist das Königreich Gottes (21*)!
"20* Man nennt Lk 6:20-49 die „Feldrede Jesu“ (wegen Lk 6:17) o. die „Bergpredigt nach Lukas“; dieser Text ist aber keineswegs nur eine verkürzte Fassung von Mt 5-7 (zumal sich Worte wie Lk 6:24-26 dort nicht finden). In seiner mehrjährigen Lehrtätigkeit wird Jesus vieles wiederholt oder ähnlich ausgedrückt haben, sodass man sich durchaus diesen Text als eigenständige „Feldrede“ vorstellen kann. 21* o. denn euch gehört die Königsherrschaft, das Königtum Gottes (vgl. zu V. 20-23 - Mt 5:3-12!)"
Lk 6:21 - Glückselig [ihr], die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet gesättigt werden! Glückselig [ihr], die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen!

Lk 6:22 - Glückselig seid ihr, wenn euch die Menschen um des Menschensohnes willen hassen und ausstoßen (22*) und schmähen und euren Namen als böse verwerfen (23*).
"22* o. (aus ihrer Gemeinschaft) ausschließen; w. abgrenzen, absondern, aussondern 23* o. als einen Schlechten wegwerfend behandeln, in Verruf bringen, als Schimpfwort ausstoßen"
Lk 6:23 - Freut euch an jenem Tag, ja hüpft [vor Freude]; denn sieh, euer Lohn ist groß im Himmel! Denn ebenso haben es ihre Väter [immer wieder] mit den Propheten gemacht.

Lk 6:24 - Doch wehe euch, ihr Reichen, denn ihr habt euren Trost [schon] empfangen (24*).
24* nämlich Besitz, Vermögen, Reichtum. Eine weitere tröstende Zuwendung o. Belohnung haben sie nicht mehr zu erwarten (vgl. Mt 6:2). Jesus meint in V.24-26 aber nicht alle Reichen, Satten usw., sondern die unbarmherzigen Egoisten (vgl. Mt 19:23 - Mt 27:57 - 1Tim 6:17-19)
Lk 6:25 - Wehe euch, die ihr jetzt satt seid (25*), denn ihr werdet hungern! Wehe [euch], die ihr jetzt lacht, denn ihr werdet trauern und weinen!
25* o. voll gefüllt seid (statt nach der Gerechtigkeit Gottes zu hungern) (Mt 5:6)
Lk 6:26 - Wehe, wenn alle Menschen [nur] gut von euch reden (26*), denn ebenso haben es ihre Väter [immer wieder] mit den falschen Propheten gemacht.
26* o. euch loben, schmeicheln
Lk 6:27 - Euch aber, die ihr [auf mich] hört, sage ich: Liebet eure Feinde; tut wohl denen (27*), die euch hassen;
27* o. handelt gut an denen, tut Gutes denen
Lk 6:28 - segnet, die euch verfluchen; betet für die, die euch im Übermut kränken (28*)!
28* o. euch beleidigen, bedrohen, Gewalt antun
Lk 6:29 - Wer dich auf die [eine] Wange schlägt, dem biete auch die andere dar, und wer dir den Mantel (29*) wegnimmt, dem verweigere (30*) auch den Rock (31*) nicht!
"29* o. das Obergewand 30* w. verwehre 31* o. das Untergewand, das Hemd"
Lk 6:30 - Gib jedem, der dich bittet, und wer [dir] das Deine nimmt, von dem fordere es nicht zurück!

Lk 6:31 - Und wie ihr wünscht, dass euch die Menschen behandeln, genauso behandelt sie (32*)!
32* o. Und wie ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, ebenso tut ihnen! Dies ist die „Goldene Regel“ (vgl. Mt 7:12 - 3Mo 19:18).
Lk 6:32 - Wenn ihr [nur] die liebt, die euch lieben, welchen Dank (33*) habt ihr [dann zu erwarten]? Auch die Sünder lieben ja die, die sie lieben (34*).
"33* o. welche Gunst (von Gott): vgl. Mt 5:46 34* Hier wird das Wort agapan, das im NT in der Regel die göttliche Liebe bezeichnet, ausnahmsweise auf sündige Menschen bezogen. Hier bedeutet es: freundlich aufnehmen, gern mögen, hoch schätzen."
Lk 6:33 - Und wenn ihr [nur] denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank (33*) habt ihr [dann zu erwarten]? Dasselbe tun [ja] auch die Sünder!
33* o. welche Gunst (von Gott); vgl. Mt 5:46
Lk 6:34 - Und wenn ihr [nur] denen Geld ausleiht, von welchen ihr es [zurück]zuerhalten hofft, welchen Dank (33*) habt ihr [dann zu erwarten]? Auch Sünder leihen Sündern Geld aus, um das Gleiche wiederzubekommen.
33* o. welche Gunst (von Gott); vgl. Mt 5:46
Lk 6:35 - Vielmehr: Liebet eure Feinde (35*) und tut Gutes und leiht, ohne [etwas] zurückzuerwarten (36*); dann wird euer Lohn groß sein und ihr werdet Söhne des Höchsten sein, denn [auch] er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen (37*).
"35* In der Feindesliebe zeigt die göttliche Liebe, was sie vermag (Röm 5:8 - Röm 5:10). 36* o. wo keine Zurückerstattung zu erwarten ist 37* vgl. Mt 5:12 - Mt 5:44-46 - Lk 6:23"
Lk 6:36 - Werdet barmherzig [nach dem Maß], wie auch euer Vater barmherzig ist (38*)!
38* vgl. Mt 5:48 und Mt 5:16 mit Anm. 15!
Lk 6:37 - Und richtet nicht, so werdet ihr gewiss nicht gerichtet werden; verurteilt nicht, so werdet [auch] ihr keinesfalls verurteilt werden (39*). Sprecht [eure Schuldner] frei (40*), so werdet [auch] ihr freigesprochen (40*) werden!
"39* vgl. zu V.37-46: Mt 6:14 - Mt 7:1-5 - Mt 7:16-18 - Mt 7:21 - Mt 10:24 - Mt 12:34,35 - Mt 15:14 40* „apolyo“ = (die Schuld) erlassen, freigeben, freisprechen, loslassen (vergeben)"
Lk 6:38 - Gebt, so wird euch gegeben werden; ein reichliches (41*) Maß – fest gedrückt (42*), gerüttelt [und] überfließend – wird man in euren Kleiderbausch füllen (43*); denn mit welchem Maß ihr messt, wird man euch wieder messen (44*).
"41* o. schönes, gutes 42* o. zusammengepresst 43* der als Tasche diente (o. in euren Schoß geben) 44* Gottes Art soll Maßstab für die unsere werden (Lk 6:36). Umgekehrt gilt aber auch: Gott misst und beurteilt den Menschen nach seinem Tun und Richten (vgl. Lk 6:35 - Lk 6:37,38 - Mt 16:27 - Röm 2:5-11 - Offb 22:12). Anders ist es auf dem Boden der Gnadenbotschaft (vgl. Tit 3:4-5)."
Lk 6:39 - Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis: Kann etwa ein Blinder einem Blinden den Weg weisen (45*)? Werden sie nicht beide in die Grube fallen?
45* o. einen Blinden geleiten, führen
Lk 6:40 - Der Schüler steht nicht über dem Lehrer (46*); [erst] wenn er ganz ausgebildet (47*) ist, wird jeder wie sein Lehrer sein (48*).
"46* w. ist nicht über den Lehrer hinaus (Mt 10:24) 47* o. voll ausgerüstet, vollendet 48* ein Hinweis auf die zukünftige Jesusähnlichkeit derer, die in ihm bleibend lernen und reifen (1Jo 3:2)"
Lk 6:41 - Was siehst du aber den Splitter (49*) im Auge deines Bruders, den Balken aber im eigenen Auge nimmst du nicht wahr (50*)?
"49* kleiner Bestandteil vom trockenen Halm, Heu o. Holz 50* vgl. Mt 7:3-5 mit Anmerkungen!"
Lk 6:42 - [Oder] wie kannst du zu deinem Bruder sagen: „Bruder, lass [es bitte geschehen], ich will den Splitter in deinem Auge herausziehen“, während du selbst den Balken in deinem Auge nicht siehst? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann wirst du klar sehen (51*), um den Splitter im Auge deines Bruders herauszuziehen.
51* o. dann wirst du deutlich sehen, scharf hinblicken, „durchblicken“, o. dann magst du zusehen
Lk 6:43 - Es gibt nämlich keinen guten Baum, der faule Frucht hervorbringt, und wiederum keinen faulen Baum, der gute Frucht hervorbringt.

Lk 6:44 - Jeder Baum wird an [seiner] eigenen Frucht erkannt; denn von Dornen sammelt man keine Feigen und vom Dornbusch erntet man keine Traube.

Lk 6:45 - Der gute Mensch (52*) bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor, und der böse bringt aus dem bösen (Schatz) das Böse hervor; denn wovon das Herz erfüllt ist (53*), [davon] redet sein Mund.
"52* Wie kann Jesus trotz Schriftworten wie Ps 14:1-3 - Röm 3:9-12 - Röm 5:12 - Mt 15:19 vom „guten Menschen“ und vom „guten Schatz seines Herzens“ reden? - Er übersieht das [relativ] Gute solcher Menschen nicht, die demütig und barmherzig sind, Gott suchen, sein Wort lieben und zum Glauben und Gehorsam bereit sind (vgl. Mt 12:35). 53* o. aus dem überfließenden, überströmenden Herzen (vgl. Mt 12:34)"
Lk 6:46 - Was nennt ihr mich aber „Herr, Herr!“ und tut nicht, was ich sage?

Lk 6:47 - Jeder, der zu mir kommt und meine Worte hört und tut – ich will euch zeigen, wem er gleich ist:

Lk 6:48 - Er ist einem Menschen gleich, der beim Bau eines Hauses grub, tief grub (54*), und das Fundament (55*) auf den Felsen legte. Als aber Hochwasser kam (56*), brandete der Strom an jenes Haus, doch er vermochte es nicht zu erschüttern, weil es gut gebaut worden war.
"54* w. grub und vertiefte 55* o. die Grundmauer (vgl. Mt 7:24-27) 56* o. eine Flut entstand"
Lk 6:49 - Wer aber [meine Worte] hört und nicht [danach] tut (57*), ist einem Menschen gleich, der ein Haus ohne Fundament (55*) auf den Erdboden baute. Als es [dann] der Strom umbrandete (58*), fiel es sofort [in sich] zusammen und der Sturz jenes Hauses war groß (59*).
"55* o. die Grundmauer (vgl. Mt 7:24-27) 57* w. gehört und nicht (danach) getan hat 58* o. Als (dann) der Strom daran stieß (schlug, riss) 59* o. und es geschah der gewaltige Einsturz jenes Hauses"

Lk 7

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Lk 7:1 - Nachdem er [nun] alle seine Worte (1*) dem Volk vollends zu Gehör gebracht hatte (2*), ging er nach Kapernaum hinein.
"1* o. Reden, Aussprüche 2* o. vor den Ohren des Volkes vollendet hatte"
Lk 7:2 - Dem Knecht (3*) eines Hauptmanns (4*) aber, den [dieser] sehr schätzte (5*), ging es schlecht; er lag im Sterben.
"3* w. Sklaven (so auch Lk 7:3 und Lk 7:10) 4* Anführer von 100 Mann (centurio), vgl. Mt 8:5-10 - Mt 8:13 5* o. der ihm teuer (wertvoll) war"
Lk 7:3 - Da [der Hauptmann] aber von Jesus hörte, schickte er Älteste der Juden zu ihm mit der Bitte, er möge kommen und seinen Knecht retten (6*).
6* o. wohlbehalten hindurchbringen (w. hindurchretten)
Lk 7:4 - Als sie bei Jesus angekommen waren, baten sie ihn dringend (7*) und sagten: Er ist es wert, dass du ihm dies gewährst;
7* o. eifrig, nachdrücklich, inständig
Lk 7:5 - denn er liebt unsere Nation und die Synagoge hat er uns erbaut!

Lk 7:6 - Da ging Jesus mit ihnen. Als er schon nicht [mehr] weit von dem Haus entfernt war, sandte der Hauptmann Freunde [zu ihm] und ließ ihm sagen (8*): Herr, bemühe dich nicht, denn ich bin nicht wert (9*), dass du unter mein Dach trittst;
"8* w. ihm sagend 9* o. genügend, passend, gut genug"
Lk 7:7 - darum habe ich mich auch nicht für würdig gehalten, selbst zu dir zu kommen; sondern sprich [nur] ein Wort, so wird mein Diener (10*) geheilt sein!
10* o. Knabe, Bursche, Knecht
Lk 7:8 - Auch ich bin ja ein Mensch, der einer Befehlsgewalt unterstellt ist (11*), und habe Soldaten unter mir, und sage ich zu diesem: Geh hin!, so geht er, und zu jenem: Komm!, so kommt er, und zu meinem Sklaven: Mach das!, so macht er`s.
11* o. einer Autorität (Macht, Vollmacht) untergeordnet ist
Lk 7:9 - Als Jesus das hörte, wunderte er sich über ihn und er wandte sich um zu der Menge, die ihm folgte, und sprach: Ich sage euch: Nicht einmal in Israel habe ich so großen Glauben gefunden!

Lk 7:10 - Und als die Abgesandten in das Haus zurückkehrten, trafen sie den Knecht gesund an.

Lk 7:11 - Und es geschah in der darauf folgenden [Zeit], dass er in eine Stadt namens Nain kam (12*), und mit ihm zogen seine Schüler und eine große Volksmenge (13*).
"12* o. zog, reiste, wanderte, ging 13* Diese Begebenheit berichtet nur Lukas („Sondergut“). Nain lag etwa 50 km südwestlich von Kapernaum und 8 km südöstlich von Nazareth. Vgl. die Totenerweckungen in 1Kö 17:17-24 und 2Kö 4:18-37! Im Unterschied zu Elia/Elisa spricht Jesus nur einen Befehl aus."
Lk 7:12 - Sowie er sich aber dem Stadttor näherte, sieh, da wurde [gerade] ein Verstorbener herausgetragen, der einzige (14*) Sohn seiner Mutter, und sie war eine Witwe. Und eine ansehnliche (15*) Menge [von Leuten aus] der Stadt gab ihr das Geleit (16*).
"14* w. der einzig gezeugte, einzig geborene 15* o. stattliche, bedeutende, zahlreiche 16* w. war mit ihr"
Lk 7:13 - Und als der Herr (17*) sie sah, wurde er ihretwegen im Innersten von Erbarmen bewegt (18*) und er sprach zu ihr: Weine nicht (19*)!
"17* Jesus wird in den Evangelien (außer als Anrede) noch relativ selten „der Herr“ genannt (vgl. Mt 21:3 - Lk 10:1 - Lk 11:39 - Lk 13:15 - Lk 17:5,6 - Lk 18:6 - Lk 19:8 - Joh 6:23 - Joh 11:2 - Joh 13:13,14 - Joh 20:2 - Joh 20:18 - Joh 20:20 - Joh 21:7 - Joh 21:12), sehr häufig dann aber als der Auferstandene und Erhöhte in Apg. und den Briefen. 18* vgl. Mt 9:36 - Mk 6:34 - Mk 8:2 - Lk 15:20 19* vgl. Lk 8:52 - Offb 5:5 - Offb 21:4"
Lk 7:14 - Dann trat er heran und berührte den Sarg, die Träger aber blieben stehen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir: Richte dich auf (20*)!
20* o. Werde wach, werde erweckt, steh auf; vgl. Mt 9:25 - Mk 5:41 - Lk 8:54
Lk 7:15 - Da setzte der Tote sich aufrecht hin und begann zu reden, und [Jesus] gab ihn seiner Mutter.

Lk 7:16 - Und Furcht erfasste alle und sie verherrlichten Gott und sprachen: „Ein großer Prophet ist unter uns aufgestanden“ (21*) und: „Gott hat [gnädig] auf sein Volk geblickt“ (22*).
"21* w. erweckt worden 22* “episkeptomai“ = (gnädig) nach etwas sehen, auf etwas blicken, besuchen, heimsuchen; vgl. Lk 1:68 - Lk 1:78!"
Lk 7:17 - Und diese Rede über ihn (23*) ging aus [und verbreitete sich] in ganz Judäa und im ganzen Umland.
23* o. dieses Wort über ihn (die Kunde von dieser seiner Tat), vgl. Lk 4:14 - Lk 4:37 - Lk 5:15
Lk 7:18 - Und es berichteten dem Johannes seine Schüler alle diese [Geschehnisse]. Da rief Johannes zwei seiner Schüler zu sich

Lk 7:19 - und schickte sie zum Herrn, um ihn zu fragen (24*): Bist du [es wirklich], der da kommen soll (25*), oder sollen wir [irgendeinen] anderen erwarten (26*)?
"24* w. sagend 25* nach den Messias-Verheißungen des AT (vgl. Mt 11:3) 26* Selten äußert jemand im NT seine Zweifel an Jesu Messianität so offen wie hier Johannes, der bereits einen Winter lang in der Bergfeste Machärus gefangen lag."
Lk 7:20 - Als dann die Männer bei ihm angekommen waren, sprachen sie: Johannes der Täufer hat uns zu dir gesandt und lässt fragen (24*): Bist du [es wirklich], der da kommen soll (25*), oder sollen wir [irgendeinen] anderen erwarten?
"24* w. sagend 25* nach den Messias-Verheißungen des AT (vgl. Mt 11:3)"
Lk 7:21 - In jener Stunde heilte er viele [und befreite sie] von Krankheiten und schmerzhaften Leiden (27*) und bösen Geistern, und vielen Blinden schenkte er in [seiner] Gnade das Augenlicht (28*).
"27* „mastiges“ = Schmerzen wie Peitschenhiebe 28* o. gewährte er die Gnade zu sehen"
Lk 7:22 - Und er antwortete ihnen: Geht hin und berichtet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen wieder, Lahme gehen umher, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote werden auferweckt [und] Armen wird Evangelium verkündigt (29*)
29* vgl. Jes 35:5,6 - Jes 61:1 - Mt 11:5,6 - Lk 7:11-15
Lk 7:23 - und glückselig ist, wer nicht im Ärger Anstoß an mir nimmt!

Lk 7:24 - Als aber die Boten (30*) des Johannes weggegangen waren, begann er, zu den Volksmengen über Johannes zu reden: Wozu seid ihr [seinerzeit] in die Wüste hinausgezogen? Um ein Schilfrohr anzuschaun, vom Winde schwankend?
30* Das Wort „angelos“ bezeichnet an den allermeisten Stellen Engel Gottes (jedoch in Mt 25:41 - 2Kor 12:7 u. a. Stellen Engel Satans), einige Male auch menschliche Boten (so u.a. in Mt 11:10 - Lk 7:24 - Lk 7:27 - Lk 9:52).
Lk 7:25 - Oder wozu seid ihr hinausgezogen? Um einen Menschen zu sehen, in weiche Gewänder gekleidet? Siehe, die in prächtiger Kleidung und Luxus (31*) dahinleben, sind in den Königspalästen [zu finden].
31* o. Prunk, Üppigkeit
Lk 7:26 - Oder wozu seid ihr hinausgezogen! Um einen Propheten zu sehen? Ja, ich sage euch: Sogar sehr viel mehr als einen Propheten (32*) [habt ihr gesehen].
32* o. Sogar einen besonderen, außergewöhnlichen Propheten
Lk 7:27 - Dieser ist's von dem geschrieben steht: „Sieh, ich sende meinen Boten vor dir her (33*), der deinen Weg vor dir herrichten wird.“
33* w. vor deinem Angesicht her (Mal 3:1 - Mt 11:10)
Lk 7:28 - Ich sage euch: Unter den von Frauen Geborenen befindet sich kein Größerer als Johannes (34*); doch der Kleinste im Königreich Gottes ist größer als er.
34* o. ist keiner größer als Johannes. Abweichende Lesarten ergänzen: „befindet sich kein größerer Prophet als Johannes“. Vgl. Mt 11:11 mit Anm. 11!
Lk 7:29 - Und das ganze Volk, das [ihn] hörte, [insbesondere] auch die Zöllner, gaben Gott Recht, indem sie sich taufen ließen mit der Taufe des Johannes (35*);
35* Dies war eine „Taufe der Sinnesänderung zur Vergebung der Sünden“ (Lk 3:3 - Mt 3:11 - Mk 1:4).
Lk 7:30 - die Pharisäer und die Gesetzeskundigen jedoch verwarfen den [Heils-]Ratschluss Gottes für sich selbst (36*), indem sie sich nicht von ihm taufen ließen (37*).
"36* o. machten den Ratschluss Gottes für sich selbst wirkungslos (zunichte, ungültig) 37* Die Verse Lk 7:29,30 sind „Sondergut“ des Lukas."
Lk 7:31 - Wem soll ich nun die Menschen dieses Geschlechts (38*) vergleichen, ja, wem sind sie gleich?
38* o. dieses Volkes, dieser gegenwärtigen Generation
Lk 7:32 - Sie sind Kindern gleich, die auf dem Marktplatz sitzen und einander zurufen: Wir haben für euch Flöte gespielt und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen und ihr habt nicht geweint.

Lk 7:33 - Denn Johannes der Täufer ist gekommen, aß kein Brot und trank keinen Wein und ihr sagt: Er hat einen Dämon!

Lk 7:34 - Der Menschensohn ist gekommen, isst und trinkt und ihr sagt: Sieh, [dieser] Mensch [ist ein] Fresser und Weinsäufer, der Zöllner und Sünder Freund!

Lk 7:35 - Und [doch] ist die Weisheit gerechtfertigt worden von allen ihren Kindern (39*).
39* vgl. Mt 11:16-19
Lk 7:36 - Es bat ihn aber einer der Pharisäer, bei ihm zu essen (40*). Und er ging in das Haus des Pharisäers hinein und ließ sich [zum Essen] nieder (41*).
"40* Lk 7:36-50 ist „Sondergut“ und – trotz einiger Berührungspunkte – keineswegs identisch mit den Berichten in Mt 26:6-13 - Mk 14:3-9 und Joh 12:3-8. 41* o. legte sich (zu Tisch) nieder. Die Speisen wurden auf einem niedrigen Tisch aufgetragen, die Gäste lagen auf Polstern."
Lk 7:37 - Und sieh, eine Frau, die in der Stadt als Sünderin [bekannt] war, hatte erfahren, dass er im Haus des Pharisäers zu Tisch war; sie brachte ein Alabastergefäß mit Salböl herbei,

Lk 7:38 - trat weinend von hinten an seine Füße heran und begann, mit [ihren] Tränen seine Füße zu benetzen, und sie trocknete [sie] mit den Haaren ihres Hauptes; dann küsste sie wiederholt (42*) seine Füße und salbte [sie] mit dem Salböl (43*).
"42* o. heftig (vgl. Mt 26:49 - Lk 15:20) 43* Im Verhalten der Frau mischt sich die Verehrung des großen Lehrers mit tiefer Reue und mit Liebe zu dem Herrn, von dem sie bereits weiß: Er vergibt mir."
Lk 7:39 - Als [das] der Pharisäer sah, der ihn eingeladen hatte, sprach er bei sich selbst: Wenn dieser ein Prophet wäre, hätte er [längst] erkannt, wer und was für eine Frau [das ist], die ihn da berührt – das sie [nämlich] eine Sünderin ist (44*).
44* Ein Prophet erkennt nicht nur verborgene Dinge der Zukunft, sondern auch des Menschenlebens (vgl. Joh 4:17-19 - 1Kor 14:24,25).
Lk 7:40 - Darauf antwortete ihm Jesus (45*): Simon, ich habe dir etwas zu sagen! Er aber sagt: Lehrer, sprich!
45* Jesus antwortet auf unausgesprochene Gedanken! Er ist also doch Prophet!
Lk 7:41 - Ein Geldverleiher hatte zwei Schuldner; der eine schuldete [ihm] 500 Denare (46*), der andere 50.
46* Ein Denar entsprach dem Tageslohn eines Arbeiters (vgl. Mt 18:28 - Mt 20:2 - Mt 20:9).
Lk 7:42 - Da sie nicht zurückzahlen konnten, schenkte (47*) er es beiden. Wer von ihnen wird ihm nun mehr Liebe entgegenbringen?
47* „chariszomai“ = aus Gnaden schenken, gütig spenden, erlassen, vergeben (vgl. Lk 7:21 - Kol 2:13 - Kol 3:13)
Lk 7:43 - Simon antwortete: Ich vermute: der, dem er mehr geschenkt (47*) hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geurteilt.
47* „chariszomai“ = aus Gnaden schenken, gütig spenden, erlassen, vergeben (vgl. Lk 7:21 - Kol 2:13 - Kol 3:13)
Lk 7:44 - Und zu der Frau gewandt sprach er zu Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen, [doch] Wasser für die Füße hast du mir nicht gegeben; diese aber hat mit [ihren] Tränen meine Füße benetzt und mit ihren Haaren [sie] getrocknet.

Lk 7:45 - Einen Kuss hast du mir nicht gegeben; diese aber hat nicht aufgehört, seit ich hereingekommen bin, immer wieder (42*) meine Füße zu küssen.
42* o. heftig (vgl. Mt 26:49 - Lk 15:20)
Lk 7:46 - Du hast mein Haupt nicht mit Öl gesalbt; diese aber hat mit Salböl meine Füße gesalbt.

Lk 7:47 - Deswegen sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind [ihr] vergeben; denn sie hat viel geliebt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig (48*).
48* Wie die zweite Satzhälfte sowie das Gleichnis der Verse Lk 7:41-43 zeigen, ist das Maß der Liebe vom Maß der empfangenen Vergebung abhängig, nicht umgekehrt; so übersetzen einige die erste Satzhälfte sinngemäß so: Ihre vielen Sünden sind (ihr) vergeben, darum hat sie mir viel Liebe erwiesen.
Lk 7:48 - Dann sprach er zu ihr (49*): Deine Sünden sind vergeben!
49* durch eine klare Zusage bekräftigend, was sie innerlich schon wusste
Lk 7:49 - Da begannen die anderen Tischgäste (50*) bei sich selbst zu sprechen: Wer ist dieser, der sogar Sünden vergibt?
50* w. die mit (zu Tisch) Liegenden
Lk 7:50 - Er aber sprach zu der Frau: Dein Glaube hat dich gerettet; geh hin in Frieden!

Lk 8

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Lk 8:1 - Und es geschah in der darauf folgenden [Zeit] (1*), dass er umherzog von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf (2*), indem er das Königreich Gottes öffentlich bekannt machte und als Heilsbotschaft verkündete (3*), und die Zwölf mit ihm.
"1* o. im weiteren Verlauf (vgl. Lk 7:11) 2* o. dass er durch Städte und Dörfer seinen Weg nahm, dass er selbst Stadt und Dorf durchwanderte 3* o. das Königreich Gottes predigte und evangelisierte"
Lk 8:2 - Auch einige Frauen [begleiteten ihn], die von bösen Geistern [befreit] und von Krankheiten (4*) geheilt worden waren, [nämlich] Maria, genannt Magdalena (5*), von der sieben Dämonen ausgefahren waren (6*),
"4* o. Schwächezuständen, Schwachheiten 5* d.h. die aus Magdala (am Westufer des Sees Genezareth) 6* vgl. Mk 16:9 - Joh 20:1 - Joh 20:11-18"
Lk 8:3 - und Johanna, die Frau des Chuza, eines Beamten des Herodes (7*), und Susanna und viele andere, die ihnen dienten mit dem, was sie besaßen (8*).
"7* o. eines Aufsehers (Verwalters) des Herodes (Antipas] 8* o. mit ihrem Vermögen, ihrer Habe, ihrem Besitz"
Lk 8:4 - Als aber eine große Volksmenge zusammenkam (9*) und sie aus [allen] Städten zu ihm zogen, sprach er durch ein Gleichnis [zu ihnen]:
9* o. beieinander war, zusammen war
Lk 8:5 - Der Sämann ging aus, um seinen Samen zu säen (10*). Während er nun säte, fiel einiges [daneben] an den Weg (11*) und wurde zertreten und die Vögel des Himmels fraßen es auf.
"10* vgl. Mt 13:1-23 - Mk 4:1-20 11* o. entlang des Weges, an den Rand des Weges"
Lk 8:6 - Anderes fiel auf den Felsen nieder, und als es aufging, verdorrte es, weil [ihm] die Feuchtigkeit fehlte.

Lk 8:7 - Wieder anderes fiel mitten unter die Dornen und die Dornen wuchsen mit auf und erstickten es.

Lk 8:8 - Noch anderes fiel auf das gute Land (12*), und als es aufging, brachte es hundertfache Frucht. Als er dies gesagt hatte, rief er aus: Wer Ohren hat zu hören, der höre!
12* o. in das gute Erdreich, auf den guten Boden
Lk 8:9 - Da fragten ihn seine Schüler, was dieses Gleichnis bedeute.

Lk 8:10 - Er aber sprach: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Königreiches Gottes (13*) zu erkennen, den Übrigen aber [wird alles nur] in Gleichnissen [zuteil], damit sie [wie geschrieben steht] „sehend nicht sehen und hörend nicht verstehen“ (14*).
"13* o. der königlichen Herrschaft Gottes 14* vgl. Jes 6:9,10 - Röm 11:8-10"
Lk 8:11 - Dies aber ist [die Bedeutung] des Gleichnisses: Der Same ist das Wort Gottes.

Lk 8:12 - Die an den Weg[rand] [Gesäten] sind die, die [das Wort zwar] gehört haben, danach [aber] kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen fort, damit sie nicht glauben und gerettet werden (15*).
15* w. glaubend gerettet werden; vgl. Apg 16:31 - Röm 10:10 - Eph 2:8
Lk 8:13 - Die auf dem Felsen aber [sind solche], die das Wort, wenn sie es hören, [zunächst] mit Freuden aufnehmen; doch diese haben keine Wurzel; sie glauben eine Zeit lang (16*) und fallen zur Zeit (16*) der Versuchung (17*) [wieder] ab.
"16* „kairos“ = Zeitabschnitt; befristete, bestimmte, gelegene, günstige Zeit; kritischer Augenblick (vgl. Mt 12:1) 17* o. Prüfung, Anfechtung (vgl. Hebr 6:4-6)"
Lk 8:14 - Das in die Dornen Gefallene aber sind diese: Sie haben [das Wort zwar] gehört, doch von Sorgen und Reichtum und Genüssen des irdischen Lebens, [die] ihren Wandel [bestimmen], werden sie [gleichsam] erdrückt und erstickt (18*) und kommen nicht zur Reife (19*).
"18* o. lassen sie (es in sich) ersticken 19* o. bringen nichts zur Reife (zur Vollendung), erreichen nicht ihr Ziel"
Lk 8:15 - Das im guten Erdreich [Gesäte] aber sind die, die mit einem feinen und guten Herzen das Wort gehört haben und festhalten und Frucht bringen in geduldigem Ausharren (20*).
20* o. mit Ausdauer, Standhaftigkeit
Lk 8:16 - Niemand aber, der eine Lampe angezündet hat, deckt sie zu mit einem Gefäß oder stellt [sie] unter ein Bett, sondern stellt [sie] auf einen Leuchter (21*), damit die Hereinkommenden das Licht sehen.
21* o. Lampenständer (Kandelaber) (Mk 4:21)
Lk 8:17 - Es gibt ja nichts Verborgenes, das nicht offenbar werden wird, noch etwas Geheimes, das nicht doch bekannt werden (22*) und ans Tageslicht (23*) kommen wird.
"22* o. erkannt (durchschaut) werden 23* o. ans Licht der Öffentlichkeit (w. ins Offenbare)"
Lk 8:18 - Seht also zu, wie ihr hört! Denn wer hat, dem wird gegeben werden, und wer nicht hat, von dem wird auch genommen werden, was er zu haben meint (24*).
24* vgl. Mt 13:12 mit Anmerkungen; Mk 4:25
Lk 8:19 - Es kamen dann seine Mutter und seine Brüder zu ihm, doch sie konnten der Volksmenge wegen nicht mit ihm zusammentreffen (25*).
25* o. nicht bis zu ihm gelangen, ihn nicht erreichen (Mt 12:46 - Mk 3:31)
Lk 8:20 - Da wurde ihm gemeldet (26*): Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wünschen dich zu sehen!
26* o. berichtet, kundgetan
Lk 8:21 - Er aber gab ihnen zur Antwort: Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und tun.

Lk 8:22 - Es geschah aber eines Tages, dass er selbst und seine Schüler in ein Boot stiegen, und er sprach zu ihnen: Lasst uns ans jenseitige [Ufer] des Sees übersetzen! Und sie stießen [vom Lande] ab.

Lk 8:23 - Während der Fahrt (27*) aber schlief er ein. Da fuhr ein Wirbelsturm auf den See hernieder und [das Boot] füllte sich [mit Wasser] und sie befanden sich in [großer] Gefahr (28*).
"27* o. Während sie fuhren o. segelten 28* w. und sie waren ganz angefüllt und gefährdet"
Lk 8:24 - Da traten sie herzu, weckten ihn auf und riefen: Meister, Meister, wir kommen um (29*)! Er aber hatte sich aufgerichtet und redete gebietend (30*) zu dem Wind und zum Gewoge des Wassers; da hörten sie auf [zu wüten] (31*) und es trat eine [große] Stille ein.
"29* o. verderben, gehen unter, sind verloren 30* o. tadelnd, scheltend (vgl. Mt 8:26 - Mk 4:39) 31* o. da legten (beruhigten) sie sich, ließen sie ab"
Lk 8:25 - Er aber sprach zu ihnen: Wo ist euer Glaube (32*)? Sie aber, in Furcht geraten, wunderten sich und sagten zueinander: Wer ist [eigentlich] dieser [Mann], dass er sogar den Winden und dem Wasser Befehle erteilt und sie ihm gehorchen?
32* o. euer Vertrauen
Lk 8:26 - Und sie fuhren mit dem Boot [auf die Küste zu], in die Gegend der Gerasener (33*), die Galiläa gegenüberliegt.
33* vgl. Mk 5:1 mit Anm. 48
Lk 8:27 - Als er ausgestiegen [und] an Land [gegangen] war, kam ihm ein Mann aus der Stadt entgegen, der von Dämonen besessen war (34*) und seit geraumer Zeit keine Kleidung [mehr] trug und in keinem Haus blieb, sondern in den Grabhöhlen [sich aufhielt].
34* w. der Dämonen hatte; vgl. Mt 8:28-34 - Mk 5:1-20!
Lk 8:28 - Als [dieser] Jesus sah, schrie er auf und fiel vor ihm nieder und rief mit lauter Stimme: Was habe ich mit dir [zu tun], Jesus, Sohn Gottes, des Höchsten? Ich bitte dich dringend, mich nicht zu peinigen (35*)!
35* vgl. Mt 8:29 - Mk 5:7
Lk 8:29 - Er hatte nämlich dem unreinen Geist geboten, von dem Menschen auszufahren. Denn [schon] seit langer Zeit (36*) hatte [dieser] ihn in seiner Gewalt (37*) und man hatte ihn wiederholt gefesselt, mit Ketten und Fußfesseln gesichert (38*), doch er zerriss die Fesseln und wurde von dem Dämon in die einsamen Gegenden (39*) getrieben.
"36* w. seit vielen Zeiten 37* o. ihn gewaltsam gepackt, (mit sich) fortgerissen 38* o. bewacht, verwahrt 39* o. in die Wüsten (Einöden)"
Lk 8:30 - Jesus aber fragte ihn: Was ist dein Name? Er sagte: „Legion“, weil viele Dämonen in ihn hineingekommen waren.

Lk 8:31 - Und sie baten ihn, er möge ihnen nicht befehlen, in den Abgrund (40*) hinwegzufahren.
40* griech. Abyssos (ein Gefängnis für Geister und Tote); im NT nur noch im Röm 10:7 und Offb 9:1,2 - Offb 9:11 - Offb 11:7 - Offb 17:8 - Offb 20:1,3
Lk 8:32 - Es befand sich aber dort eine ziemlich große (41*) Schweineherde, die am Berge weidete, und sie baten ihn um die Erlaubnis, in jene hinein zu fahren, und er erlaubte es ihnen.
41* o. stattliche, ansehnliche
Lk 8:33 - Da fuhren die Dämonen von dem Menschen aus und fuhren in die Schweine hinein und es stürmte die Herde den Abhang hinab in den See und ertrank (42*).
42* vgl. Mk 5:13 mit Anmerkungen
Lk 8:34 - Als aber die Hüter [der Herde] sahen, was geschah, flohen sie und berichteten es in der Stadt und auf den Gehöften (43*).
43* o. auf den Feldern, Bauernhöfen, in den Dörfern
Lk 8:35 - Da kamen [die Leute] heraus, um zu sehen, was geschehen war. Sie kamen zu Jesus und fanden den Menschen, von dem die Dämonen ausgefahren waren, bekleidet und vernünftig (44*) zu den Füßen Jesu sitzen, und sie fürchteten sich.
44* o. besonnen, bei klarem Verstand
Lk 8:36 - Die es aber gesehen hatten, erzählten ihnen, wie der von Dämonen Besessene gerettet (45*) worden war.
45* o. geheilt, befreit
Lk 8:37 - Da bat ihn die ganze [versammelte] Menge aus dem Umland der Gerasener, er möge sie verlassen (46*); denn sie [fühlten sich] von großer Furcht bedrängt (47*); er aber stieg ins Boot und fuhr zurück (48*).
"46* o. von ihnen fortgehen 47* o. beengt, bedrückt, ganz ergriffen 48* an das Westufer des Sees bzw. nach Kapernaum (Mt 9:1 - Mk 5:21,22). Jesus lässt sich wegschicken!"
Lk 8:38 - Der Mann aber, von dem die Dämonen ausgefahren waren, bat ihn flehentlich, mit ihm zusammen sein zu dürfen; er schickte ihn jedoch weg (49*) und sagte:
49* Jesus will echte Nachfolge (Mt 4:18-22) und innige Gemeinschaft mit den Seinen (Joh 15:4,5); bloße menschliche Anhänglichkeit aber lehnt er ab. Der Geheilte soll nicht im Jüngerkreis, sondern im Zehnstädtegebiet ein Zeuge Jesu sein.
Lk 8:39 - Kehre in dein Haus zurück und berichte [ausführlich], was für große Dinge (50*) Gott an dir getan hat! Und er ging weg und machte durch die ganze Stadt hin öffentlich bekannt, was für große Dinge (50*) Jesus an ihm getan hatte.
50* o. wie Großes, was alles
Lk 8:40 - Als Jesus dann zurückkehrte, nahm ihn die Volksmenge [mit Freuden] in Empfang (51*), denn alle erwarteten ihn [bereits].
51* o. hieß ihn die Volksmenge willkommen
Lk 8:41 - Und sieh, da kam ein Mann namens Jairus – dieser war Vorsteher der Synagoge -, fiel Jesus zu Füßen und bat ihn, [doch] in sein Haus zu kommen;

Lk 8:42 - denn er hatte eine einzige (52*) Tochter von etwa 12 Jahren und diese lag im Sterben. Während er aber hinging, erdrückten (53*) ihn die Volksmengen [fast].
"52* w. einzig gezeugte, einzig geborene 53* w. erstickten"
Lk 8:43 - Und eine Frau, die seit 12 Jahren an Blutungen litt (54*), die [ihr] ganzes Vermögen (55*) für Ärzte ausgegeben (56*) hatte, ohne dass sie von einem hätte geheilt werden können,
"54* o. mit Blutfluss behaftet war (vgl. Mt 9:19 - Mk 5:25) 55* o. den ganzen Lebensunterhalt 56* o. aufgewendet, verbraucht"
Lk 8:44 - trat von hinten herzu und berührte den Saum (57*) seines Gewandes und sofort kam ihr Blutfluss zum Stehen.
57* o. die Quaste; vgl. Mt 9:20 mit Anm. 22; Mt 14:36
Lk 8:45 - Und Jesus sprach: Wer hat mich angerührt? Als es aber alle abstritten (58*), sprach Petrus: Meister, die Volksmengen drücken dich von allen Seiten und bedrängen dich sehr (59*)!
"58* o. leugneten, verneinten (Als aber niemand es gewesen sein wollte) 59* o. beengen und bedrängen dich heftig"
Lk 8:46 - Jesus aber blieb dabei (60*): Es hat mich jemand angerührt; ich selbst habe ja verspürt (61*), dass eine Kraft von mir ausgegangen ist!
"61* w. sagte 61* o. erkannt, bemerkt"
Lk 8:47 - Da aber die Frau sah, dass es nicht verborgen bleiben [konnte], kam sie zitternd und fiel vor ihm nieder und berichtete vor allem Volk, aus welchem Grund sie ihn angerührt hatte und wie sie auf der Stelle geheilt worden war.

Lk 8:48 - Er aber sprach zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dich geheilt (62*); geh hin in Frieden!
62* o. gerettet (vgl. Mt 9:22 - Mk 5:34 - Lk 7:50 - Lk 8:12 - Lk 8:50). Jesu Heil kann sowohl Rettung von Sündenschuld als auch Heilung von Krankheit bewirken.
Lk 8:49 - Während er noch redet, kommt einer von [den Leuten] des Synagogenvorstehers und sagt: Deine Tochter ist gestorben; bemühe den Lehrer nicht länger!

Lk 8:50 - Als Jesus [das] hörte, antwortete er ihm (63*): Fürchte dich nicht, glaube nur, so wird sie gerettet werden!
63* dem Vater des Mädchens, Jairus (Mt 9:18 - Mk 5:22)
Lk 8:51 - Als er aber in das Haus ging, ließ er niemand mit sich eintreten außer Petrus und Johannes und Jakobus (64*) und dem Vater des Mädchens und der Mutter.
64* vgl. Mt 17:1 - Mk 14:33 - Lk 9:28
Lk 8:52 - Sie weinten aber alle und trauerten (65*) um sie. Er aber sprach: Weint nicht! Denn sie ist nicht gestorben, sondern schläft.
65* o. hielten Totenklage, wehklagten. „Koptomai“ bedeutet w.: sich (vor Trauer an die Brust) schlagen.
Lk 8:53 - Da lachten sie ihn aus, [weil] sie wussten, dass sie gestorben war.

Lk 8:54 - Er aber ergriff ihre Hand und rief: Mädchen steh auf (66*)!
66* griech. egeire = wach auf, richte dich auf, steh auf (Lk 7:14, Passiv „egerthäti“ = werde erweckt)
Lk 8:55 - Da kehrte ihr Geist zurück und sie stand sofort auf und er ordnete an, man solle ihr zu essen geben.

Lk 8:56 - Und ihre Eltern waren außer sich [vor Staunen]; er aber gebot ihnen, niemand zu sagen, was geschehen war.

Lk 9

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Lk 9:1 - Nachdem er dann die Zwölf zusammengerufen hatte, verlieh er ihnen Kraft und Autorität (1*) über alle Dämonen und zur Heilung von Krankheiten
1* o. Vollmacht, Gewalt, das Vermögen zu herrschen
Lk 9:2 - und er sandte sie aus, um das Königreich Gottes öffentlich bekannt zu machen (2*) und die Kranken (3*) zu heilen (4*).
"2* o. die königliche Herrschaft Gottes zu verkünden, das Königtum Gottes auszurufen (zu predigen) 3* o. Schwachen, Kraftlosen 4* vgl. Lk 6:19 mit Anm. 19! S.a. Mt 10:1 - Mt 10:5-15 - Mk 6:7-13!"
Lk 9:3 - Und er sprach zu ihnen: Nehmt nichts mit auf den Weg – weder einen Stab noch eine Reisetasche, weder Brot noch Geld, und keiner soll zwei Untergewänder (5*) [bei sich] haben (6*)!
"5* o. Unterkleider, Hemden 6* „Es muss bedacht werden, dass Jesus seine Boten in die Städte und Orte Israels sandte, wo alle seine Diener, wie auch die Leviten, ein Anrecht auf Versorgung hatten (4Mo 18:31 - vgl. 1Kor 9:13,14). Auf die Sendung unter die Heidenvölker lässt sich des Herrn Vorschrift nicht anwenden“ (F. Rienecker)."
Lk 9:4 - Und in welches Haus ihr auch einkehrt, dort bleibt und zieht von dort [wieder] weiter (7*).
7* o. und geht von dort aus
Lk 9:5 - Und wo immer sie euch nicht aufnehmen (8*), da verlasst jene Stadt und schüttelt – zum Zeugnis gegen sie – den Staub von euren Füßen ab (9*)!
"8* w. Und so viele euch nicht aufnehmen 9* vgl. Mk 6:11 mit Anm. 10!"
Lk 9:6 - Da gingen sie aus und durchzogen ein Dorf nach dem andern, überall das Evangelium (10*) verkündend und heilend.
10* o. die Heilsbotschaft (vom Königreich Gottes)
Lk 9:7 - Der Vierfürst Herodes (11*) aber hörte von allem, was geschah, und er geriet in große Verlegenheit, weil von einigen behauptet (12*) wurde, Johannes sei aus [den] Toten auferweckt worden.
"11* Herodes Antipas herrschte als „Vierfürst“ über Galiläa und Peräa (vgl. Mt 14:1 - Mk 6:14 - Lk 3:1 - Lk 3:19). 12* w. gesagt"
Lk 9:8 - Von einigen [anderen] aber [wurde gesagt], Elia sei erschienen, von anderen [wieder], einer der alten Propheten sei auferstanden.

Lk 9:9 - Herodes aber sprach: Johannes habe ich [doch] selbst enthaupten lassen, wer aber ist dieser, über den ich Derartiges höre? Und er suchte ihn zu sehen.

Lk 9:10 - Darauf kehrten die Apostel zurück und erzählten ihm, was sie alles getan hatten (13*). Da nahm er sie beiseite und zog sich abseits [von der Menge] (14*) in eine Stadt namens Bethsaida zurück.
"13* o. wie viel sie gewirkt hatten, was für große Dinge sie (im Einzelnen) getan hatten 14* o. für sich allein (um mit ihnen allein zu sein); vgl. Mt 14:13"
Lk 9:11 - Die Volksmengen aber merkten es (15*) und folgten ihm. Und er empfing sie freundlich (16*) und redete zu ihnen über das Königreich Gottes, und die der Heilung bedurften, machte er gesund.
"15* o. erkannten, erfuhren es 16* Er nahm sie auf o. an (obwohl er die Stille gesucht hatte)."
Lk 9:12 - Der Tag aber begann sich zu neigen (17*). Da traten die Zwölf an ihn heran und sagten: Schick die Volksmenge weg (18*), damit sie in die Dörfer und Gehöfte im Umkreis gehen und Herberge (19*) und Essen finden; denn hier sind wir an einem einsamen Ort!
"17* Alle vier Evangelien zeigen Jesus als Brotspender Mt 14:13-21 - Mt 15:32-39 - Mk 6:30-44 - Mk 8:1-9 - Lk 9:10-17 - Joh 6:1-13 (in geistlicher Bedeutung Joh 6:22-59). 18* „apolyo“ = ablösen, loslassen, entlassen, verabschieden, gehen lassen, wegschicken 19* o. Unterkunft, Rast"
Lk 9:13 - Doch er sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie aber sagten: Wir haben [hier] nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische, es sei denn, dass wir hingingen und für dieses ganze Volk Speisen kauften.

Lk 9:14 - Es waren nämlich etwa 5000 Männer (20*). Da sagte er zu seinen Schülern: Lasst sie sich lagern in Gruppen (21*) zu etwa je 50!
"20* Dazu kamen Frauen und Kinder (Mt 14:21) 21* o. sich niederlegen in Tischgesellschaften"
Lk 9:15 - So machten sie es auch und ließen alle [ihren] Lagerplatz einnehmen.

Lk 9:16 - Er aber nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf und segnete sie und brach [die Brote] (22*) und gab sie (23*) den Schülern, um sie der Menge vorzulegen (24*).
"22* vgl. Mk 6:41 mit Anm. 43 23* Imperfekt: gab sie fortwährend (immer wieder) 24* o. darzureichen, auszuteilen. Die Worte erinnern an Mt 26:26. Vgl. Mt 14:19 - Mk 6:41!"
Lk 9:17 - Und sie aßen alle und wurden satt und man hob auf (25*), was ihnen übrig blieb an Brocken (26*): 12 Körbe [voll].
"25* o. sammelten ein 26* o. Brotstücken"
Lk 9:18 - Und es geschah: Als [Jesus] betend allein war und [nur] seine Schüler bei ihm waren, fragte er sie: Was sagen die Volksmengen, wer ich sei (27*)?
27* o. Für wen halten mich die Volksmengen
Lk 9:19 - Sie aber antworteten: Johannes der Täufer, andere: Elia, wieder andere [meinen], einer der alten Propheten sei auferstanden.

Lk 9:20 - Da sprach er zu ihnen: Ihr aber, was sagt ihr, wer ich sei? Petrus aber antwortete: Der Christus Gottes (28*)!
28* o. Der Gesalbte (der Messias) Gottes; vgl. Lk 2:26 - Lk 23:35 - Apg 3:18 - Apg 4:26 - Offb 11:15 - Offb 12:10
Lk 9:21 - Da ermahnte er sie ernstlich und befahl, dies niemandem zu sagen (29*).
29* vgl. Mt 16:20 - Mk 8:30. Vor seinem Kreuzestod und seiner Auferstehung war die Zeit noch nicht da, Jesus als den Christus öffentlich bekannt zu machen.
Lk 9:22 - Und er fuhr fort (30*): Es muss (31*) der Menschensohn vieles erleiden und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten als unbrauchbar verworfen werden (32*) und getötet werden und am dritten Tag auferweckt werden (33*).
"30* w. sagend 31* ein göttlich-heilsgeschichtliches Muss (vgl. Mt 16:21) 32* „apodokimazo“ = nach vorausgegangener Prüfung als unbrauchbar (untüchtig, unecht) verwerfen o. verschmähen (vgl. Mt 21:42 - Mk 8:31) 33* vgl. Mk 9:31 mit Anm. 78!"
Lk 9:23 - Dann sagte er zu allen: Will mir jemand nachfolgen (34*), der verleugne sich selbst und nehme Tag für Tag sein Kreuz auf sich und folge mir nach!
34* w. Will jemand hinter mir her kommen (mir nachgehen)
Lk 9:24 - Denn wer irgend seine Seele (35*) erretten (36*) will, wird sie verlieren; wer aber seine Seele verliert um meinetwillen, der wird sie erretten (36*).
"35* sein vom Seelischen (Natürlichen) beherrschtes Leben (Mt 10:39 - Mt 16:25) 36* o. unversehrt erhalten, bewahren (vgl. Lk 17:33)"
Lk 9:25 - Denn was nützte es einem Menschen, hätte er die ganze Welt gewonnen, sich selbst aber Verderben oder Schaden zugefügt (37*)?
37* o. sich selbst aber verloren (zugrunde gerichtet) oder beschädigt
Lk 9:26 - Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich der Menschensohn [auch] schämen (38*), wenn er kommen wird in seiner glanzvollen Herrlichkeit und [in der] des Vaters und der heiligen Engel.
38* vgl. Lk 12:8,9 - Mt 10:32,33 - Mk 8:38
Lk 9:27 - Ich sage euch aber in Wahrheit: Es sind einige unter denen, die hier stehen, die den Tod gewiss nicht schmecken werden, bis sie das Königreich Gottes gesehen haben (39*).
39* vgl. Mt 16:28 u. Mk 9:1 mit Anmerkungen!
Lk 9:28 - Es geschah aber etwa acht Tage nach diesen Reden, dass er Petrus und Johannes und Jakobus (40*) mit sich nahm und auf den Berg stieg, um zu beten.
40* vgl. Lk 8:51 - Mt 17:1-8 - Mk 9:2-8 - 2Petr 1:16-19
Lk 9:29 - Und es wurde, während er betete, das Aussehen seines Angesichts ein anderes (41*) und seine Kleidung weiß glänzend wie der Blitz (42*).
"41* o. andersartiges, verschiedenes 42* o. Und es geschah, während er betete, dass sich das Aussehen (die äußere Erscheinung) seines Angesichts veränderte und seine Kleidung weiß hervorblitzend (aufleuchtete)"
Lk 9:30 - Und sieh, zwei Männer unterredeten sich mit ihm (43*); es waren Mose und Elia (44*),
"43* Imperfekt: führten eine Zeit lang ein Gespräch mit ihm 44* zwei herausragende Gestalten des AT, die das Gesetz und die Propheten repräsentieren"
Lk 9:31 - die in Herrlichkeit erschienen (45*) und seinen Ausgang besprachen, den er in Jerusalem erfüllen sollte (46*).
"45* vgl. Mk 9:4 mit Anmerkung 48! 46* „Exodos“ (Auszug, Ausgang) ist auch der Name des 2. Buches Mose. Nach A. Ohlmeyer „lässt Lukas durch die Wahl dieses Wortes erkennen, dass mit dem Exodos, den Jesus nun bald in Jerusalem erfüllen wird, gemeint ist jener im 2. Mosebuch beschriebene Auszug aus Ägypten“. Was Israel durch jenen Auszug im Voraus erlebt und dargestellt hat (Passahlamm, Wolken- und Feuersäule, Durchzug durchs Rote Meer), soll nun Jesus göttlich vollkommen für sein Volk erfüllen."
Lk 9:32 - Petrus aber und die mit ihm [Gekommenen] waren vom Schlaf beschwert; als sie [wieder] völlig wach waren (47*), schauten sie seine glanzvolle Herrlichkeit und die zwei Männer, die bei ihm standen.
47* o. da sie sich aber wach hielten
Lk 9:33 - Und es geschah: Als diese sich von ihm trennen [wollten], sprach Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, dass wir hier sind; so wollen wir [nun] drei Zelte errichten: dir eines und Mose eines und Elia eines – wobei er nicht wusste, was er sagte.

Lk 9:34 - [Noch] während er dies sagte, kam (48*) eine Wolke und überschattete sie (49*). Sie fürchteten sich aber, als sie in die Wolke hineingerieten (50*).
"48* w. wurde (geschah, entstand) 49* keine Regenwolke, sondern eine Wolke des Lichtglanzes Gottes (2Mo 24:15-18 - 1Kö 8:10,11 - Mt 17:5 - Apg 1:9 - 1Thes 4:17 - Offb 1:7) 50* o. als jene (Mose und Elia) in die Wolke gingen"
Lk 9:35 - Und eine Stimme kam (48*) aus der Wolke, sie sagte: „Dies ist mein Sohn, [mein] Auserwählter (51*), hört auf ihn!“
"48* w. wurde (geschah, entstand) 51* vgl. Ps 2:7 - Jes 42:1-4 - 1Petr 2:4-6"
Lk 9:36 - Und während [noch] die Stimme erging (48*), fand es sich, dass Jesus [wieder] allein war. Und sie (52*) schwiegen [darüber] und berichteten in jenen Tagen niemand etwas [von dem], was sie gesehen hatten.
52* die drei Schüler Jesu
Lk 9:37 - Es geschah aber am folgenden Tag, als sie von dem Berg [wieder] herabgekommen waren, dass ihm eine große Volksmenge entgegenging.

Lk 9:38 - Und sieh, ein Mann aus der Menge rief laut: Lehrer, ich flehe dich an, nach meinem Sohn zu schauen (53*), denn er ist mein einziger (54*)!
"53* ""epiblepo"" = hinblicken, sich kümmern, sich jemandes annehmen, (gnädig) ansehen (Lk 1:48) 54* w. einzig gezeugter, einzig Geborener"
Lk 9:39 - Und sieh, ein Geist ergreift ihn [immer wieder], sodass er plötzlich aufschreit, und er zerrt ihn hin und her, dass er Schaum [vor dem Mund] hat, und nur schwer lässt er von ihm ab (55*) - er reibt ihn ganz auf (56*)!
"55* o. nur mit Mühe weicht er von ihm 56* o. er zerschlägt (misshandelt, zerbricht) ihn"
Lk 9:40 - Und ich flehte deine Schüler an, ihn auszutreiben, doch sie vermochten es nicht (57*).
57* vgl. Mt 17:16 - Mk 9:18
Lk 9:41 - Da antwortete Jesus: O du ungläubiges und verdrehtes Geschlecht, wie lange noch (58*) soll ich bei euch sein und euch ertragen (59*)? Führe deinen Sohn hierher!
"58* o. bis wann 59* vgl. Mt 17:17 u. Mk 9:19 mit Anmerkungen!"
Lk 9:42 - Aber noch während er herankam, riss ihn der Dämon nieder und zog ihn unter Krämpfen zusammen. Jesus aber tadelte mit aller Strenge (60*) den unreinen Geist und heilte den Knaben und gab ihn seinem Vater wieder.
60* „epitimao“ = mit Ernst oder Strenge tadeln, schelten, gebieten, Vorwürfe machen, zurechtweisen, ermahnen (vgl. Mt 8:26 - Mt 12:16 - Mt 16:22 - Mt 17:18 - Mt 19:13 - Mt 20:31 - Lk 4:35 - Lk 4:39 - Lk 9:55 - Lk 17:3 - Lk 19:39 - Lk 23:40 u.a.)
Lk 9:43 - Alle aber gerieten außer sich über die majestätische Größe (61*) Gottes. Während aber alle sich wunderten über alles, was er tat, sprach er zu seinen Schülern:
61* o. Hoheit, Erhabenheit, Großartigkeit
Lk 9:44 - Nehmt ihr diese Worte in eure Ohren [auf] (62*): Der Menschensohn wird demnächst (63*) in die Hände der Menschen übergeben werden (64*).
"62* w. Setzt (stellt, legt) ihr diese Worte in eure Ohren, d.h. prägt sie euch ein, beherzigt sie. Vergesst ihr bei allem Jubel nicht, dass mein Leidensweg kommt! 63* o. steht im Begriff, schickt sich an, soll 64* o. ausgeliefert, überantwortet, dahingegeben werden"
Lk 9:45 - Sie aber verstanden diesen Ausspruch nicht und er war vor ihnen verborgen (65*), sodass sie ihn nicht begriffen (66*), und sie scheuten sich, ihn wegen dieses Ausspruchs zu fragen.
"65* o. verhüllt 66* o. damit sie ihn nicht begreifen sollten (seinen Sinn nicht empfinden sollten)"
Lk 9:46 - Es kam aber unter ihnen (67*) der Gedanke auf, wer von ihnen wohl der Größte (68*) sei.
"67* o. in ihnen 68* w. der Größere (Komperativ mit Superlativ-Bedeutung)"
Lk 9:47 - Jesus aber wusste um den Gedanken (69*) ihres Herzens; so nahm er ein kleines Kind, stellte es neben sich
69* o. kannte die Überlegung
Lk 9:48 - und sprach zu ihnen: Wer immer dieses Kindlein aufgrund meines Namens aufnimmt, der nimmt mich auf (70*), und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat; denn wer der Kleinste (71*) unter euch allen ist, [gerade] der ist groß.
"70* vgl. Mt 18:5 - Mk 9:37 71* w. der Kleinere (Komperativ mit Superlativ-Bedeutung)"
Lk 9:49 - Da nahm Johannes das Wort und sagte: Meister, wir haben einen gesehen, der in deinem Namen Dämonen austrieb, und wir untersagten es ihm (72*), weil er nicht mit uns zusammen [dir] nachfolgt (73*).
"72* o. hinderten ihn, verwehrten es ihm (Mk 9:38) 73* W. Michaelis: „denn er gehört nicht zu unserem Kreise“"
Lk 9:50 - Jesus aber sprach zu ihm: Untersagt es nicht; denn wer nicht gegen euch ist, ist für euch (74*).
74* Jesu Lehre beinhaltet beides: Abgrenzung und Toleranz: a) die absolute Notwendigkeit, für ihn (o. mit ihm) zu sein (Mt 12:30 - Lk 11:23), b) Toleranz im Miteinander der Seinen (Mk 9:38-40 - Lk 9:49,50).
Lk 9:51 - Es geschah aber, als sich die Tage seiner Aufnahme [in den Himmel] (75*) zu erfüllen [begannen], dass er selbst sich fest darauf einstellte (76*), nach Jerusalem zu ziehen (77*).
"75* o. seiner Hinwegnahme und Heimkehr (zum Vater). - „Aufnahme“ kommt als Zeitwort in Mk 16:19 - Apg 1:2 - Apg 1:11 - Apg 1:22 vor. Hier ist aber nicht allein an Jesu Himmelfahrt zu denken, sondern auch an das Vorausgehende: sein Leiden und Sterben und Auferstehen. 76* w. das Angesicht stärkte o. festigte (fest entschlossen darauf richtete) 77* Lukas, dessen Anordnung bisher weitgehend mit Mk. (und Mt.) übereinstimmte, bringt nun eine große Einschaltung, einen Reisebericht, der Jesus auf dem Weg nach Jerusalem zeigt (Lk 9:51-Lk 18:14). Er enthält besonders viel Sondergut (Texte, die allein Lk hat). Als Sondergut kann gelten: Lk 9:51-56 - Lk 10:17-20 - Lk 10:29-42 - Lk 11:5-8 - Lk 11:27-28 - Lk 12:13-21 - Lk 12:47-50 - Lk 13:1-17 - Lk 13:31-33 - Lk 14:1-14 - Lk 14:28-33 - Lk 15:8-32 - Lk 16:1-12 - Lk 16:14-15 - Lk 16:19-31 - Lk 17:7-21- Lk 18:1-14."
Lk 9:52 - Und er sandte Boten (78*) vor sich her (79*); diese machten sich auf den Weg und kamen in ein Dorf der Samariter, um ihm [eine Unterkunft] bereitzustellen;
"78* vgl. Lk 7:24 mit Anm. 30! 79* w. vor seinem Angesicht her (vgl. Mt 11:10)"
Lk 9:53 - doch man nahm ihn nicht auf, weil er sich auf der Reise nach Jerusalem befand (80*).
80* w. weil sein Angesicht nach Jerusalem reisend war
Lk 9:54 - Als [seine] Schüler Jakobus und Johannes [das] sahen, sprachen sie: Herr, willst du, dass wir sagen, es solle Feuer vom Himmel herabfallen und sie verzehren (81*)?
81* Einige Handschriften ergänzen hier: „wie auch Elia getan hat“ (vgl. 2Kö 1:10 - 2Kö 1:12)
Lk 9:55 - Er aber wandte sich um und wies sie zurecht (82*).
82* Einige Handschriften ergänzen hier (als V.55b.56a): „und sprach: Wisst ihr nicht, was für eines Geistes (Kinder) ihr seid? Der Menschensohn ist nicht gekommen, Menschenseelen zu verderben, sondern zu erretten.“
Lk 9:56 - Und sie zogen weiter in ein anderes Dorf.

Lk 9:57 - Und als sie auf dem Wege dahingingen (83*), sagte einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin auch immer du gehst!
83* o. wanderten (weiterzogen). Lukas benutzt gern das Wort „poreuomai“ = sich auf den Weg machen, reisen, wandern, ziehen, gehen, unterwegs sein (Lk 9:51,52,53 - Lk 9:56,57).
Lk 9:58 - Da sprach Jesus zu ihm: Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester, doch der Menschensohn hat nicht [einmal eine Stätte], wo er das Haupt hinlegen [kann] (84*).
84* vgl. Mt 8:20 mit Anmerkungen!
Lk 9:59 - Zu einem anderen (85*) sagte er: Folge mir nach! Der aber entgegnete: Herr, erlaube mir, zuerst [noch] wegzugehn, um meinen Vater zu begraben (86*)!
"85* „heteros“ = ein anderer o. anders Gearteter 86* Setzt er die Prioritäten richtig? Vgl. Mt 4:22 - Mt 6:33 - Lk 14:26."
Lk 9:60 - Da sprach er zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben (87*); du aber geh hin und verkündige überall die Königsherrschaft Gottes (88*)!
"87* vgl. Eph 2:1,5 - Mt 8:22 88* o. mache das Königreich Gottes weit und breit bekannt"
Lk 9:61 - Wieder ein anderer (85*) sagte: Ich will dir folgen, Herr; zuerst aber erlaube mir, von meinen Hausgenossen Abschied zu nehmen.
85* „heteros“ = ein anderer o. anders Gearteter
Lk 9:62 - Jesus aber sprach zu ihm: Keiner der die Hand an den Pflug gelegt hat und zurückschaut (89*), ist brauchbar (90*) für das Königreich Gottes.
"89* w. auf die dahinten (liegenden Dinge) blickt (vgl. 1Mo 19:17 - 1Mo 19:26 - Phil 3:13) 90* o. tauglich, geeignet, nützlich (w. gut gesetzt)"

Lk 10

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Lk 10:1 - Nach diesen [Begebenheiten] aber bestimmte (1*) der Herr [noch] siebzig andere [seiner Schüler] (2*) und er sandte sie jeweils zu zweit vor sich her (3*) in jede Stadt und jeden Ort, wohin er selbst zu kommen gedachte (4*).
"1* ""anadeiknymi"" = bestimmen, einsetzen, ernennen 2* Mehrere Handschriften nennen die Zahl 72, doch hat 70 mehrere Parallelen im AT: 2Mo 15:27 (12 und 70!) - 2Mo 1:5 - 2Mo 24:1 - 5Mo 32:8. In 1Mo 10 (Völkertafel) haben die einen 70, andere 71 o. 72 Völker gezählt. 3* w. vor seinem Angesicht her 4* Die Zahl 12 weist auf die Stämme Israels hin (Mt 19:28), die Zahl 70 auf die Völkerwelt. Durch die Sendung der 70 deutet der Herr hier schon an, dass er auch für die Weltvölker da ist (vgl. Lk 24:47)."
Lk 10:2 - Er sprach zu ihnen: Die Ernte ist zwar groß, doch [es gibt nur] wenige Arbeiter; bittet daher dringend den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte aussende (5*)!
5* Vgl. zu Lk 10:2-15: Mt 9:37 - Mt 10:7-15 - Mt 11:21-24.
Lk 10:3 - Geht [nun] hin! Sieh, ich sende euch aus wie Lämmer mitten unter Wölfe.

Lk 10:4 - Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Tasche (6*), keine Sandalen und grüßt niemand unterwegs!
6* o. Ranzen, Reisetasche, Bettelsack
Lk 10:5 - Wo ihr aber in ein Haus einkehrt, da sagt als Erstes: „Friede diesem Hause!“

Lk 10:6 - Und wenn dort ein Sohn des Friedens wohnt (7*), wird sich euer Friede auf ihn niedersenken (8*); andernfalls wird er zu euch zurückkehren.
"7* w. ist (sich befindet) 8* o. auf ihm (aus)ruhen. Gottes heilbringender Friede (Lk 2:14) kann sich wie Gottes Geist auf Menschen niederlassen und auf ihnen ruhen (4Mo 11:25 - 2Kö 2:15 - 1Petr 4:14)."
Lk 10:7 - Bleibt dann in diesem Hause [und] esst und trinkt, was [euch] von ihnen [vorgesetzt wird]; denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Wechselt nicht von Haus zu Haus!

Lk 10:8 - Und wo ihr in eine Stadt hineinkommt und sie euch aufnehmen, da esst, was euch vorgesetzt wird,

Lk 10:9 - und heilt die Kranken (9*) in ihr und sagt zu ihnen: Das Königreich Gottes hat sich euch genaht (10*)!
"9* o. Kraftlosen, Schwachen 10* vgl. Mt 3:2 - Mt 4:17 - Mt 10:7"
Lk 10:10 - Wo ihr aber in eine Stadt gekommen seid und sie euch nicht aufnehmen, da geht hinaus auf ihre Straßen und sprecht:

Lk 10:11 - Sogar den Staub, der uns aus eurer Stadt an den Füßen haftet, wischen wir euch [zum Zeugnis] ab (11*); doch dies sollt ihr wissen: Das Königreich Gottes hat sich genaht!
11* vgl. Mk 6:11 mit Anm. 10 (Mt 10:14 - Lk 9:5)
Lk 10:12 - Ich sage euch: Sodom wird es an jenem Tag (12*) erträglicher ergehen als jener Stadt (13*)!
"12* dem Tag des Gerichts (Mt 7:22 - Mt 11:24) 13* vgl. Mt 10:15 mit Anm. 16!"
Lk 10:13 - Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn wenn in Tyrus und Sidon die Machttaten (14*) geschehen wären, die in euch geschehen sind, längst wären sie in Sack und Asche sitzend umgekehrt (15*).
"14* o. Krafttaten, Wunderwerke 15* o. längst hätten sie ihr Sinnen und Denken geändert"
Lk 10:14 - Doch Tyrus und Sidon wird es erträglicher ergehen im Gericht als euch (16*)!
16* weil Gott ja alle Herzen kennt und gerecht ist
Lk 10:15 - Und du Kapernaum, wirst du etwa bis zum Himmel erhöht werden? Bis zum Totenreich wirst du abstürzen (17*)!
17* w. Bis zum Hades wirst du hinabsteigen (hinabgestoßen werden) (Mt 11:23)
Lk 10:16 - Wer [auf] euch hört, hört [auf] mich, und wer euch ablehnt (18*), lehnt mich ab; wer aber mich ablehnt (18*), lehnt den ab, der mich gesandt hat.
18* o. abweist, verwirft, nicht anerkennt
Lk 10:17 - Die Siebzig aber kehrten mit Freuden zurück und sprachen: Herr, auch die Dämonen sind uns untertan (19*), [wenn wir] in deinem Namen [auftreten].
19* o. untergeordnet, unterworfen
Lk 10:18 - Er aber sprach zu ihnen: Ich schaute [sogar] den Satan [selbst] wie einen Blitz aus dem Himmel stürzen (20*)!
20* o. fallen (vgl. Jes 14:15 - Joh 12:31 - Offb 12:8,9). Der Herr sieht Satan und sein ganzes Reich als bereits überwunden an (Lk 11:18-22), obwohl der Kampf noch nicht beendet ist.
Lk 10:19 - Sieh, ich habe euch die Vollmacht gegeben, über Schlangen und Skorpione zu schreiten (21*), und [Vollmacht] über alle Kraft des Feindes und nichts soll euch irgendwie schaden (22*).
"21* o. auf [sie] zu treten (Ps 91:13 - Mk 16:18) 22* o. und er wird euch keinerlei Schaden o. Unrecht zufügen (können)"
Lk 10:20 - Doch darüber freut euch nicht, dass euch die Geister untertan (19*) sind; freut euch vielmehr [darüber], dass eure Namen in den Himmeln eingeschrieben sind (23*).
"19* o. untergeordnet, unterworfen 23* nämlich im „Buch des Lebens“ (vgl. Phil 4:3 - Hebr 12:23 - Offb 3:5)"
Lk 10:21 - In eben der Stunde jubelte er im Heiligen Geist und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du dies (24*) vor Weisen und Klugen verborgen (25*) und es Unmündigen geoffenbart hast. Ja, Vater, denn so war es wohlgefällig vor dir.
"24* Worauf bezieht sich „dies“? - In Mt 11:25 auf Gottes wunderbares Walten im Gericht, hier auf den Sieg über die Macht Satans. 25* o. versteckt, geheim gehalten"
Lk 10:22 - Alles wurde mir übergeben von meinem Vater und niemand weiß, wer der Sohn [wirklich] ist, als nur der Vater, und wer der Vater [wirklich] ist, als nur der Sohn – und wem der Sohn [ihn] offenbaren will (26*).
26* Glaubende sollen zur Erkenntnis Christi und Gottes gelangen (vgl. Joh 14:7-10 - Phil 3:7-10 - Kol 1:10 - Kol 1:15-20). Vgl. auch Mt 11:25-27 mit Anmerkungen!
Lk 10:23 - Dann wandte er sich zu den Schülern im Besonderen (27*) und sprach: Glückselig [sind] die Augen, die sehen, was ihr seht!
27* o. abseits (von der Menge), für sich (allein)
Lk 10:24 - Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten schauen, was ihr seht, und haben's nicht geschaut, und hören, was ihr hört, und haben's nicht gehört.

Lk 10:25 - Und sieh, ein Gesetzeskundiger stand auf; er sagte, um ihn auf die Probe zu stellen (28*): Lehrer, was soll ich tun, um ewiges Leben zu ererben (29*)?
"28* o. zu versuchen (seine Gesetzestreue zu testen) 29* w. was getan habend werde ich ewiges Leben ererben (vgl. Mt 19:16 - Mt 19:29 - Mt 25:46 mit Anm. 38 - Lk 18:30)"
Lk 10:26 - Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Wie liest du da?

Lk 10:27 - Er gab zur Antwort: „Du sollst den Herrn (30*), deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft, ja mit deinem ganzen Denken und Sinnen (31*) und deinen Nächsten wie dich selbst.“ (32*)
"30* Herr („kyrios“) steht hier für JAHWE (der Ewigseiende). 31* “dianoia“ = Denkart, Gesinnung, Verstand 32* vgl. 5Mo 6:5 - 3Mo 19:18 - Mt 22:37-39"
Lk 10:28 - Da sprach er zu ihm: Du hast richtig geantwortet; tue das, so wirst du leben (33*)!
33* Jesus antwortet im Sinne des Gesetzes Israels (vgl. 3Mo 18:5 - Mt 19:17); vom Erlangen des Lebens durch Glauben und Gnade (Joh 3:36 - Joh 5:24 - Röm 3:21-28) spricht er hier noch nicht.
Lk 10:29 - Er aber – bestrebt, sich selbst zur rechtfertigen – sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster?

Lk 10:30 - Jesus nahm [die Frage] auf und sprach: Ein Mensch ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel [unterwegs] Räubern in die Hände. Nachdem sie ihn ausgezogen und [ihm] Schläge versetzt hatten (34*), gingen sie weg und ließen ihn halb tot liegen.
34* o. ihn ausgeplündert und zusammengeschlagen hatten
Lk 10:31 - Nun traf es sich, dass ein Priester jenen Weg hinabging, und als er ihn sah, ging er auf der gegenüberliegenden Seite [des Weges] vorüber.

Lk 10:32 - Ebenso [handelte] auch ein Levit, der an den Ort kam und ihn sah: er ging auf der gegenüberliegenden Seite vorüber (35*).
"35* F. Rienecker nennt drei mögliche Gründe für solches Verhalten: 1. Man sieht im Geschick des Verwundeten ein Gottesgericht. 2. Man könnte, falls er stirbt, durch Berührung levitisch unrein werden. 3. Es könnte Ausnahmefälle beim Gebot der Nächstenliebe geben, z.b. eigene Lebensgefahr. - Heute gibt es oft noch einen 4. Grund: Man ist in Eile. (Man hat mit sich selbst gerade genug zu tun.)"
Lk 10:33 - Ein gewisser Samariter (36*) aber, der unterwegs war, kam zu ihm hin, und als er ihn sah, wurde er im Innersten von Erbarmen bewegt;
36* Dieser Samariter, Angehöriger eines Mischvolks mit einer Mischreligion (Lk 17:16), ein halbheidnischer Mann, handelt in der Gesinnung Jesu.
Lk 10:34 - er trat hinzu und verband seine Wunden und goss Öl und Wein darauf; dann hob er ihn auf sein eigenes Reittier und brachte ihn in eine Herberge und versorgte ihn (37*).
37* „epimeleomai“ = (ver)sorgen, sich kümmern, pflegen
Lk 10:35 - Und am andern Morgen holte er zwei Denare (38*) hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn (37*)! Und was du dazu möglicherweise [noch] aufwendest, werde ich dir bei meiner Rückkehr ersetzen. -
"37* „epimeleomai“ = (ver)sorgen, sich kümmern, pflegen 38* römische Silbermünzen (Mt 18:28 - Mt 20:2)"
Lk 10:36 - Wer von diesen dreien ist nach deiner Meinung dem unter die Räuber Gefallenen zum Nächsten geworden?

Lk 10:37 - Er sagte: Der ihm die Barmherzigkeit erwiesen hat (39*). Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und handle du ebenso (40*)!
"39* o. Der Erbarmen mit ihm hatte und praktisch ausübte 40* o. tue desgleichen, mach es ebenso"
Lk 10:38 - Als sie dann weiterzogen, kam er in ein Dorf; eine Frau aber mit Namen Martha nahm ihn gastlich auf (41*).
41* Das Dorf ist Bethanien, die Frauen sind die Schwestern des Lazarus (Joh 11:1 - Joh 12:2,3).
Lk 10:39 - Diese hatte eine Schwester, die Maria hieß (42*); die setzte sich nieder zu den Füßen des Herrn und hörte [auf] sein Wort.
42* w. Maria gerufen
Lk 10:40 - Martha aber war völlig in Anspruch genommen (43*) durch vielerlei Dienst [der Bewirtung] (44*); so trat sie herzu und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester mich bei der Bedienung allein lässt (45*)? Sag ihr doch, dass sie mit Hand anlegen soll!
"43* o. nach allen Seiten hin beschäftigt und abgelenkt 44* ihres Gastes und seiner Begleiter 45* w. mich allein übrig gelassen hat zu dienen"
Lk 10:41 - Doch der Herr gab ihr zur Antwort: Martha, Martha, du machst dir Sorge und Unruhe um vieles;

Lk 10:42 - eins aber ist not (46*). Maria hat sich das gute Teil erwählt; das soll ihr nicht genommen werden.
46* o. an einem aber ist Bedarf o. Mangel: Jesu Wort hören muss Vorrang haben vor dem Vielerlei des Dienstes.

Lk 11

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Lk 11:1 - Und es geschah: Als er an einem Ort weilte und betete, sagte einer seiner Schüler, als er aufgehört hatte, zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Schüler lehrte!

Lk 11:2 - Da sprach er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sagt: Vater, geheiligt werde dein Name! Es komme dein Königreich!

Lk 11:3 - Unser tägliches Brot (1*) gib uns Tag für Tag!
1* o. nötiges Brot, Brot für den folgenden Tag
Lk 11:4 - Und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir vergeben jedem (2*), der an uns schuldig wird. Und führe uns nicht in Versuchung (3*)! -
"2* o. Und erlass uns unsre Sünden(schuld), denn auch wir erlassen (sie) jedem ... 3* vgl. Mt 6:9-13 mit Anmerkungen!"
Lk 11:5 - Dann sprach er zu ihnen: [Wenn] einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und ihm sagt: „Freund, leihe mir drei Brote,

Lk 11:6 - da gerade ein Freund von mir auf der Reise bei mir eingekehrt ist und ich ihm nichts vorzusetzen habe“,

Lk 11:7 - und jener antwortet von drinnen: „Mach mir keine Mühe (4*); die Tür ist schon verschlossen und meine kleinen Kinder sind [schon] mit mir zu Bett [gegangen]; ich kann nicht aufstehen und dir [etwas] geben“-
4* o. Belästige mich nicht
Lk 11:8 - [so] sage ich euch: Wenn er auch nicht aufstehen und ihm [etwas] geben wird, weil er sein Freund ist, so wird er sich doch seiner Zudringlichkeit (5*) wegen erheben und ihm geben, so viel er braucht.
5* o. Unverschämtheit, Hartnäckigkeit
Lk 11:9 - [Darum] sage ich euch: Bittet und euch wird gegeben werden; sucht und ihr werdet finden; klopft an und euch wird aufgetan werden (6*).
6* „Bittet, sucht, klopft an“ steht im Präsens, d.h. anhaltend, immer wieder.
Lk 11:10 - Denn jeder Bittende empfängt, und wer sucht, der findet, und wer anklopft, dem wird aufgetan werden (7*).
7* vgl. Mt 7:7,8 - 1Jo 5:14
Lk 11:11 - Wo ist ein Vater unter euch, der, wenn ihn der Sohn um einen Fisch bittet, ihm statt des Fisches eine Schlange geben wird (8*),
8* w. Welchen Vater unter euch wird der Sohn um einen Fisch bitten und er wird ihm statt eines Fisches eine Schlange geben
Lk 11:12 - oder, wenn er um ein Ei bittet, ihm einen Skorpion geben wird?

Lk 11:13 - Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euern Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater vom Himmel her Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!

Lk 11:14 - Und er war dabei, einen Dämon auszutreiben; dieser war stumm. Es geschah aber, als der Dämon ausgefahren war, da redete der Stumme und die Volksmengen wunderten sich.

Lk 11:15 - Einige aus ihrer [Mitte] aber sagten: Durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen, treibt er die Dämonen aus (9*);
9* vgl. Mt 9:34 - Mt 10:25 - Mt 12:24 - Mk 3:22
Lk 11:16 - andere wieder verlangten, um [ihn] auf die Probe zu stellen, ein Wunderzeichen aus dem Himmel von ihm.

Lk 11:17 - Er aber, der ihre Überlegungen kannte (10*), sprach zu ihnen: Jedes Königreich, das mit sich selbst uneins ist (11*), fällt der Verwüstung anheim (12*) und ein Haus stürzt auf das andere (13*).
"10* o. ihre Absichten (Gedanken) durchschaute 11* o. im Streit liegt (in sich selbst gespalten, gegen sich selbst entzweit ist: Mt 12:25) 12* o. verödet, geht zugrunde, wird entvölkert, entleert 13* w. und Haus fällt auf Haus. Vielleicht auch im Sinne von Mt 12:25 zu verstehen: und Haus gegen Haus (entzweit) fällt."
Lk 11:18 - Wenn nun auch der Satan mit sich selbst uneins ist (11*), wie soll [dann] sein Königreich (14*) Bestand haben? [Dies sage ich] weil ihr behauptet, dass ich durch Beelzebul die Dämonen austreibe.
"11* o. im Streit liegt (in sich selbst gespalten, gegen sich selbst entzweit ist: Mt 12:25) 14* o. Königtum. Es gibt ein Königreich Satans, jedoch nicht neben dem Königreich Gottes, sondern unter diesem. Es hat nur vorübergehend Bestand (1Kor 15:24)."
Lk 11:19 - Wenn aber ich durch Beelzebul die Dämonen austreibe, durch wen treiben eure Söhne [sie] aus? Darum werden sie eure Richter sein.

Lk 11:20 - Wenn ich aber durch den Finger Gottes (15*) die Dämonen austreibe, so ist ja das Königreich Gottes zu euch hingekommen (16*).
"15* vgl. 2Mo 8:15. - Gott muss hierbei gleichsam durch seinen Geist nur den Finger, nicht Hand o. Arm bewegen. Vgl. Mt 12:28! 16* Der Sinn der Sendung Jesu ist die Proklamation und die Durchsetzung der Gottesherrschaft bis in die Vollendung hinein."
Lk 11:21 - Solange der Starke schwer bewaffnet (17*) seinen Palast bewacht, ist sein Besitz in Frieden und Ruhe (18*);
"17* o. wohl gerüstet, in voller Waffenrüstung 18* o. sein Eigentum in Sicherheit"
Lk 11:22 - wenn aber ein Stärkerer als er über ihn kommt und ihn besiegt, so nimmt er [ihm] seine ganze Waffenrüstung weg, auf die er sich verlassen hatte, und verteilt seine Beute (19*).
19* Er verteilt die Beutestücke, die er dem Unterlegenen abgenommen hat, an seine Mitstreiter. - Jesus als der „Stärkere“ besiegt Satan, den „Starken“ (Mt 12:29 - Kol 2:15 - 1Jo 3:8 - Offb 12:7-9 - 1Kor 15:25). Vgl. auch Eph 6:10-18!
Lk 11:23 - Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut (20*).
20* vgl. Lk 9:50 mit Anm. 74!
Lk 11:24 - Wenn der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, so durchzieht er wasserlose Stätten (21*), sucht Ruhe und findet sie nicht. Daraufhin spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, von wo ich ausgegangen bin;
21* o. dürre Gegenden, Wüstengebiete (vgl. Mt 12:43-45)
Lk 11:25 - und ist er [dort] angekommen, findet er's gekehrt und geschmückt (22*).
22* o. sauber gefegt und in Ordnung gebracht (aufgeräumt)
Lk 11:26 - Dann geht er hin und nimmt [noch] andere (23*) Geister hinzu – sieben [noch] bösere als er selbst – und sie ziehen ein und wohnen dort (24*) und es werden die letzten [Zustände] jenes Menschen schlimmer als die ersten (25*).
"23* o. andersartige 24* Der Mensch kann gegenüber den Mächten, die in ihm wohnen wollen, nicht neutral bleiben. Er öffnet sich entweder Gott oder der Finsternis. 25* vgl. Mt 12:45"
Lk 11:27 - Es geschah aber, als er dies sagte, dass eine Frau aus der Menge [ihre] Stimme erhob und rief (26*): Glückselig der Leib, der dich getragen, und die Brüste, an denen du gesogen hast!
26* w. zu ihm sagte
Lk 11:28 - Er aber sprach: Glückselig [sind noch] viel mehr, die das Wort Gottes hören und bewahren (27*)!
27* Behutsam korrigiert der Herr diese Frau. Wichtiger als gefühlvolle fromme Romantik ist ihm der Gehorsam gegen Gottes Wort.
Lk 11:29 - Als sich dann die Volksmengen herzudrängten, begann er zu sagen: Dieses Geschlecht (28*) ist ein böses Geschlecht (28*); es verlangt ein Zeichen. Doch es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als nur das Zeichen Jonas (29*).
"28* „genea“ = Volk, Volksstamm, Generation, Zeitgenossen, Geschlecht 29* vgl. Mt 12:39 mit Anmerkungen"
Lk 11:30 - Denn wie Jona den Einwohnern von Ninive zum Zeichen wurde, so wird auch der Menschensohn diesem Geschlecht (28*) [ein Zeichen] sein (30*).
"28* „genea“ = Volk, Volksstamm, Generation, Zeitgenossen, Geschlecht 30* Jona predigte – gleichsam aus dem Tod auferstanden – den Niniviten Buße. So wird auch Jesus als Auferstandener Israel und allen Völkern Buße und Rettung verkündigen (lassen)."
Lk 11:31 - Die Königin des Südens (31*) wird beim Gericht mit den Männern dieses Geschlechts (28*) auftreten (32*) und sie verurteilen; denn sie kam von den Enden der Erde [herbei], um die Weisheit Salomos zu hören, und sieh, mehr als Salomo ist hier (33*)!
"28* „genea“ = Volk, Volksstamm, Generation, Zeitgenossen, Geschlecht 31* Die Königin von Saba (1Kö 10:1-13 - Mt 12:42) 32* o. auferweckt werden 33* o. steht hier vor euch (Mt 12:41,42)"
Lk 11:32 - Männer von Ninive werden beim Gericht zusammen mit diesem Geschlecht (28*) auftreten (34*) und es verurteilen; denn sie änderten ihr Sinnen und Denken (35*) auf die Predigt des Jona hin, und sieh, mehr als Jona ist hier (33*)!
"28* „genea“ = Volk, Volksstamm, Generation, Zeitgenossen, Geschlecht 31* Die Königin von Saba (1Kö 10:1-13 - Mt 12:42) 33* o. steht hier vor euch (Mt 12:41,42) 34* o. auferstehen, aufstehen 35* o. sie taten Buße, kehrten um"
Lk 11:33 - Keiner, der eine Lampe angezündet hat, stellt sie in ein Versteck oder unter ein Gefäß (36*), sondern auf den Leuchter (37*), damit die Hereinkommenden das Licht sehen.
"36* w. unter den Scheffel (ein Getreidemaß) (Mt 5:15) 37* o. das Lampengestell, den Lichtständer"
Lk 11:34 - Dein Auge ist des Leibes Leuchte (38*). Wenn dein Auge lauter (39*) ist, so ist auch dein ganzer Leib licht (40*); ist es aber böse, [so ist] auch dein Leib finster.
"38* Lampe o. Licht 39* o. einfältig, offen, klar, aufrichtig, ehrlich 40* „photeinos“ = hell, licht, leuchtend, erleuchtet. Ein klarer, lauterer Blick strahlt auf die ganze Persönlichkeit aus."
Lk 11:35 - Gib also Acht, dass nicht das Licht in dir Finsternis sei!

Lk 11:36 - Wenn nun dein ganzer Leib erleuchtet (40*) ist und keinen finsteren Teil [mehr] hat, dann wird er [so] voller Licht sein (41*), wie wenn die Lampe dich mit [ihrem] Strahl erhellt (42*).
"40* „photeinos“ = hell, licht, leuchtend, erleuchtet. Ein klarer, lauterer Blick strahlt auf die ganze Persönlichkeit aus. 41* o. dann wir alles (so) erleuchtet sein (im Licht stehen) 42* Hier ist nicht Perfektionismus gemeint, sondern Reinigung und Heiligung durch Jesu beständige Lichtsgegenwart (vgl. Joh 8:12 - 2Kor 3:18 - Eph 5:8-14 - Phil 2:14,15 - 1Thes 5:23 - 1Jo 1:7)."
Lk 11:37 - Während er [noch] redet, bittet ihn ein Pharisäer, eine Mahlzeit (43*) bei ihm einzunehmen; er ging hinein und legte sich zu Tisch.
43* Frühmahlzeit (Frühstück o. Mittagessen)
Lk 11:38 - Der Pharisäer aber wunderte sich, als er sah, dass er sich vor der Mahlzeit nicht zuerst [die Hände] wusch (44*).
44* den Reinheitsvorschriften der Pharisäer entsprechend
Lk 11:39 - Der Herr aber sprach zu ihm: Nun, ihr Pharisäer, ihr reinigt [zwar] das Äußere des Bechers und der Schüssel, doch euer Inneres ist voll von Raub und Bosheit!

Lk 11:40 - Ihr Toren (45*)! Hat nicht der[selbe], der das Äußere macht, auch das Innere gemacht?
45* o. Unverständigen (unfähig zu vernünftiger Einsicht)
Lk 11:41 - Gebt doch [lieber], was drinnen ist, als Almosen, und sieh, alles ist euch rein (46*)!
46* Barmherziges Tun ist Reinheit vor Gott (Jak 1:27), nicht äußere Waschungen.
Lk 11:42 - Doch wehe euch, ihr Pharisäer, denn ihr verzehntet [zwar] die Gartenminze, Gewürzkraut (47*) und alles Gemüse, [aber] an Recht und Gericht (48*) und an der Liebe Gottes (49*) geht ihr [achtlos] vorüber! Dieses hätte man tun und jenes nicht lassen sollen (50*).
"47* w. die Raute 48* „krisis“ = das Recht schaffende Richten Gottes 49* den wirklich schwerwiegenden Dingen des Gesetzes 50* vgl. Mt 23:23 mit Anmerkungen!"
Lk 11:43 - Wehe euch, ihr Pharisäer, denn ihr liebt es sehr (51*), den ersten Platz in den Synagogen [einzunehmen] und auf den Marktplätzen gegrüßt zu werden (52*).
"51* griech. Agapan (vgl. Lk 6:32 mit Anm. 34) 52* vgl. zu dem ganzen Abschnitt Mt 23:1-36!"
Lk 11:44 - Wehe euch, denn ihr seid wie die unkenntlich [gewordenen] Gräber, über denen die Menschen, ohne es zu wissen, umhergehen (53*).
53* w. und die Menschen, die darüber umhergehenden, wissen es nicht
Lk 11:45 - Da ergriff einer von den Gesetzeskundigen das Wort, er sagt zu ihm: Lehrer, indem du so sprichst, beleidigst du auch uns!

Lk 11:46 - Er entgegnete: Auch euch, den Gesetzeskundigen, [sage ich]: Wehe [euch]; denn ihr bürdet den Menschen kaum zu tragende Lasten auf, rührt aber selber die Lasten mit keinem Finger an!

Lk 11:47 - Wehe euch, denn ihr baut die Grabmäler der Propheten, eure Väter aber töteten sie.

Lk 11:48 - So seid ihr Zeugen für die Taten eurer Väter und habt [sogar] Wohlgefallen daran (54*), denn sie haben sie getötet, ihr aber baut [ihnen Grabmäler] (55*).
"54* o. seid einverstanden damit, stimmt ihnen zu 55* Wahrscheinlich zielt Jesus auf die Heuchelei dieser Leute: Innerlich stimmen sie den Mordtaten ihrer Väter zu, äußerlich errichten sie den Ermordeten Bauwerke."
Lk 11:49 - Darum hat auch die Weisheit Gottes [bei sich beschlossen und] gesagt: Ich werde Propheten und Apostel zu ihnen senden und [einige] von ihnen werden sie töten und [andere] verfolgen,

Lk 11:50 - damit das Blut aller Propheten, das von Grundlegung der Welt an vergossen worden ist, von diesem Geschlecht (56*) gefordert werde (57*),
"56* o. dieser Generation, diesem Volk 57* „Blut fordern“ = haftbar machen, zur Rechenschaft ziehen (1Mo 9:5 - Hes 3:18 - Hes 3:20 - Hes 33:6 - Apg 20:26)"
Lk 11:51 - von dem Blute Abels bis zu dem Blut Sacharjas, der umkam zwischen Altar und [Tempel-]Haus (58*) - ja, ich sage euch: Es wird von diesem Geschlecht (56*) gefordert werden.
"56* o. dieser Generation, diesem Volk 58* vgl. 1Mo 4:8 - 2Chr 24:20-22 - Mt 23:35"
Lk 11:52 - Wehe euch, ihr Gesetzeskundigen, denn ihr habt den Schlüssel zur Erkenntnis (59*) weggenommen; ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die hineingehen [wollen], hindert ihr [daran]!
59* des Heils (Lk 1:77)
Lk 11:53 - Als er dann von dort weggegangen war, begannen die Schriftgelehrten und die Pharisäer [ihm] sehr heftig zu grollen (60*) und ihn wegen vielerlei auszufragen (61*),
"60* o. ihm hart zuzusetzen, schrecklich aufgebracht zu sein 61* o. und ihm wegen vielerlei auf den Mund zu sehen"
Lk 11:54 - wobei sie ihm auflauerten, um etwas aus seinem Munde zu erhaschen (62*).
62* nämlich um ihn anklagen zu können

Lk 12

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Lk 12:1 - Als unterdessen die Menge zu vielen Tausenden zusammengeströmt war (1*), sodass sie einander [auf die Füße] traten, begann er, zuerst zu seinen Schülern zu sprechen: Hütet euch vor dem Sauerteig – das heißt vor der Heuchelei (2*) - der Pharisäer!
"1* w. die Myriaden (Zehntausende) der Volksmenge zusammengeströmt waren 2* w. welcher ist Heuchelei (Verstellung, Schauspielerei)"
Lk 12:2 - Es ist aber nichts gänzlich verhüllt (3*), was nicht [doch] enthüllt werden wird (4*), und [nichts ist] verborgen, was nicht [doch] bekannt werden wird (5*).
"3* o. ganz und gar verdeckt, versteckt 4* freier: Es mag etwas noch so verhüllt und verborgen sein, es wird [doch einmal] enthüllt werden. 5* vgl. zu Lk 12:1-12: Mt 16:6 - Mt 10:26-33 - Mt 12:32 - Mt 10:19"
Lk 12:3 - Darum wird alles, was ihr im Finstern (6*) gesagt habt, im Lichte (7*) gehört werden, und was ihr in den verstecktesten Räumen (8*) ins Ohr geflüstert (9*) habt, wird auf den Dächern ausgerufen werden.
"6* o. im Dunkeln, im Geheimen 7* o. am hellen Tag, in der Öffentlichkeit 8* o. in den innersten Gemächern, Vorratskammern (Mt 6:6) 9* w. ins Ohr gesprochen"
Lk 12:4 - Ferner sage ich euch, meinen Freunden (10*): Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib [zwar] töten, danach [euch aber] nichts mehr antun können!
10* vgl. Mt 11:19 - Joh 15:13-15 - Jak 2:23
Lk 12:5 - Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, der über das Töten hinaus die Vollmacht besitzt, in die Gehenna (11*) zu werfen; ja, ich sage euch, vor diesem fürchtet euch (12*)!
"11* Ort göttlichen Gerichts, vgl. Mt 5:22 - Mt 10:28 - Mt 18:9 12* Die rechte Ehrfurcht vor Gott (nicht Angst o. Misstrauen) ist der Anfang von Weisheit und Erkenntnis (Ps 111:10 - Spr 1:7 - Offb 11:18 - Offb 14:7)."
Lk 12:6 - Werden nicht fünf Sperlinge für ein paar Pfennige verkauft (13*)? Und [doch] ist nicht einer von ihnen vor den Augen Gottes vergessen.
13* w. für zwei kleine AS („assarion“, lat. assarius, geringwertige römische Münze). Zwei Sperlinge kosteten 1 As, fünf aber 2 As; vgl. Mt 10:29.
Lk 12:7 - [Bei euch] aber sind auch die Haare eures Hauptes alle gezählt. Fürchtet euch nicht (14*), ihr seid mehr wert (15*) als viele Sperlinge!
"14* Man soll Gott fürchten als den obersten Richter aller und sich gleichzeitig nicht fürchten, wenn man ihm als dem treu sorgenden Vater vertrauen gelernt hat 15* o. vorzüglicher, wertvoller, besser"
Lk 12:8 - Ich sage euch aber: Jeder, der sich zu mir bekennt vor den Menschen, zu dem wird sich auch der Menschensohn bekennen vor den Engeln Gottes;

Lk 12:9 - wer mich aber verleugnet angesichts der Menschen, wird verleugnet werden (16*) angesichts der Engel Gottes.
16* o. zurückgewiesen werden (w. hinweg-verleugnet werden)
Lk 12:10 - Und jedem, der ein Wort gegen den Menschensohn sagt, dem wird vergeben werden; wer aber gegen den Heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben werden (17*).
17* vgl. Mt 12:32 mit Anmerkungen. - Warum ist in den Augen Jesu die Lästerung des Heiligen Geistes viel schwerwiegender als das Reden gegen ihn selbst? - Jesus konnte in der Niedrigkeit des Fleisches verkannt werden; nicht so der Geist Gottes, wenn er wirkt. Ihn lästern heißt Gott bewusst und willentlich ablehnen.
Lk 12:11 - Wenn sie euch aber den Synagogen[gerichten] und den Regierungen (18*) und den Machthabern vorführen werden (19*), so sorgt euch nicht, wie oder womit ihr euch verteidigen oder was ihr vorbringen sollt;
"18* o. den Herrschenden, den Behörden 19* o. Wenn sie euch aber schleppen werden vor die ..."
Lk 12:12 - denn der Heilige Geist wird euch in eben der Stunde lehren, was zu sagen nötig ist.

Lk 12:13 - Einer aus der Volksmenge aber sprach zu ihm: Lehrer, sag meinem Bruder, dass er das Erbe mit mir teile!

Lk 12:14 - Er aber sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder [Erb-]Teiler (20*) über euch eingesetzt?
20* o. Schlichter, Schiedsmann (nur hier im NT)
Lk 12:15 - Und er sprach zu ihnen: Gebt Acht und hütet euch vor aller Habgier (21*)! Denn keines [Menschen] Leben – [auch] wenn er Überfluss hat – beruht auf seinem Besitz (22*).
"21* o. Begehrlichkeit (w. Mehrhabenwollen) (vgl. Mk 7:22 - Röm 1:29 - Kol 3:5) 22* o. gründet auf seinem Vermögen, hängt ab von dem, was er hat"
Lk 12:16 - Dann sagte er ihnen ein Gleichnis: Eines reichen Menschen Land hatte gut getragen (23*).
23* o. war fruchtbar („euphoreo“, nur hier im NT)
Lk 12:17 - Da überlegte er bei sich selbst und dachte (24*): Was soll ich machen? Ich habe nicht [genug Platz], um meine Früchte unterzubringen (25*).
"24* w. sagend 25* o. wo ich meine Früchte sammeln kann"
Lk 12:18 - Und er sagte [zu sich selbst]: Folgendes will ich tun: Ich werde meine Scheunen niederreißen und größere bauen [lassen] und dort all mein Getreide und meine Güter (26*) unterbringen;
26* o. Vorräte
Lk 12:19 - dann werde ich zu meiner Seele sagen: [Liebe] Seele, du hast [nun] viele Güter [als Vorrat] für viele Jahre gelagert; ruh dich aus, iss [und] trink [und] sei fröhlich (27*)!
27* o. frohgemut, heiter, vergnügt. Ist der Bau größerer Lagerräume und die Freude über einen Vorrat Sünde? - Nur wenn Habgier = Götzendienst das Motiv ist (Kol 3:5) und Demut, Dankbarkeit und Wohltätigkeit fehlen.
Lk 12:20 - Es sprach aber Gott zu ihm: Du Tor (28*), [noch] in dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern (29*). Wem wird [dann] gehören, was du angesammelt hast (30*)?
"28* o. Du Narr, du unverständiger Mensch 29* d.h. noch in dieser Nacht wirst du sterben müssen 30* (als Vorrat) herbeigeschafft o. bereitgelegt hast"
Lk 12:21 - So [geht es dem], der sich Vorräte aufhäuft (31*) und nicht reich ist im Blick auf Gott (32*).
"31* o. Schätze sammelt 32* o. vor, bei, für Gott (w. auf Gott hin) (in der Frage des Reichtums nicht auf Gott hin ausgerichtet). Gemeint ist: Er stellt seinen Reichtum nicht in den Dienst Gottes, oder: Er legt keinen Wert darauf, in Gott reich zu werden (Eph 1:7 - Eph 3:8)."
Lk 12:22 - Weiter sprach er zu seinen Schülern: Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um das [irdische] Leben (33*), was ihr essen sollt, noch um den [irdischen] Leib, was ihr anziehen sollt!
33* w. Seele („psyche“); gemeint ist das ichhafte ängstliche Sorgen; vgl. Mt 6:25!
Lk 12:23 - Denn das Leben (34*) ist mehr als die Nahrung und der Leib [mehr] als die Kleidung.
34* w. die Seele
Lk 12:24 - Beobachtet die Raben: Sie säen nicht und ernten nicht und haben weder Vorratskammer noch Scheune und Gott ernährt sie [doch]! Wie viel wertvoller (35*) seid ihr als die Vögel!
35* o. vorzüglicher (vgl. Mt 6:26 - Lk 12:7)
Lk 12:25 - Wer von euch aber kann mit [all seinen] Sorgen seiner Lebenszeit [auch nur] eine kurze Spanne hinzufügen (36*)?
36* vgl. Mt 6:27 mit Anmerkungen!
Lk 12:26 - Wenn ihr also nicht einmal das Geringste vermögt, was sorgt ihr euch um das Übrige?

Lk 12:27 - Beobachtet die Lilien, wie sie wachsen: Sie mühen sich nicht ab und spinnen nicht; doch ich sage euch: Selbst Salomo in all seiner Herrlichkeit war nicht gekleidet wie eine von ihnen.

Lk 12:28 - Wenn nun Gott das Gras auf dem Felde, das heute da ist und morgen in den Ofen geworfen wird (37*), so [herrlich] kleidet, wie viel mehr euch, ihr Kleingläubigen!
37* als Brennmaterial für den Backofen
Lk 12:29 - So trachtet auch ihr nicht [zuerst danach], was ihr essen und trinken sollt, und lasst euch nicht in Unruhe versetzen (38*)!
38* o. seid nicht ängstlich, unruhig, aufgeregt (zwischen Angst und Hoffnung gleichsam schwebend) („meteorizomai“, nur hier im NT)
Lk 12:30 - Denn dies alles erstreben die Nationen der Welt; euer Vater aber weiß, dass ihr dies nötig habt.

Lk 12:31 - Sucht vielmehr [zuerst] sein Königreich (39*), so wird euch dies dazugegeben werden (40*)!
"39* o. seine Königsherrschaft 40* vgl. zu Lk 12:27-31: Mt 6:28-33"
Lk 12:32 - Fürchte dich nicht, du kleine Herde (41*); denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Königreich (42*) zu geben! -
"41* w. kleines Herdlein. Gottes Königreich beginnt im Kleinen, um hernach groß zu werden (Mt 13:31-32 - Kol 1:13 - Offb 11:15 - Offb 20:1-4 - 1Kor 15:24-28). 42* o. die königliche Herrschaft"
Lk 12:33 - Verkauft euren Besitz und verrichtet Werke des Erbarmens (43*); macht euch Geldbeutel, die nicht veralten: einen Schatz, der niemals abnimmt (44*), in den Himmeln, wo kein Dieb sich nähert und [den] keine Motte verdirbt!
"43* o. übt Wohltätigkeit, gebt Almosen (Mt 6:2) 44* o. der nie zu Ende geht, unerschöpflich ist"
Lk 12:34 - Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein (45*).
45* vgl. Mt 6:19-21
Lk 12:35 - Seid umgürtet an euren Hüften und lasst [eure] Lampen brennend sein (46*)!
46* w. Es seien eure Hüften (o. Lenden) umgürtet und die Lampen brennend (vgl. 1Petr 1:13). Das Befestigen des langen Gewandes durch einen Gurt geschah, um sich für einen Gang oder einer Arbeit zur rüsten (2Mo 12:11 - Lk 12:37 - Lk 17:8).
Lk 12:36 - Und ihr sollt Menschen gleichen, die ihren Herrn erwarten, wann immer er von den Hochzeitsfeierlichkeiten aufbrechen mag, um ihm sofort zu öffnen, [sobald] er kommt und anklopft.

Lk 12:37 - Glückselig [sind] jene Knechte (47*), die der Herr bei seinem Kommen wachend finden wird! Wahrlich (48*), ich sage euch: Er wird sich gürten und sie [am Tisch] Platz nehmen lassen und herbeikommen und ihnen dienen (49*)!
"47* w. Sklaven 48* w. Amen 49* vgl. Mt 20:28 - Lk 22:26 - Joh 13:3-5 - Joh 13:12-17. Dass der Herr sogar noch in der Zukunft ein Diener (Diakon) seiner treu ausharrenden Knechte sein will, ist wahrlich eine unerhört große Verheißung!"
Lk 12:38 - Und wenn er in der zweiten oder dritten Nachtwache käme (50*) und träfe [sie] so an (51*) - glückselig sind sie!
"50* Rechnet Lukas nach jüdischer Einteilung mit drei Nachtwachen? Eher ist anzunehmen, dass er, wie damals üblich, nach römischer Einteilung mit vier Nachtwachen rechnet (vgl. Mk 13:35 mit Anm. 93) 51* o. fände (sie) so (nämlich wachend und wartend)"
Lk 12:39 - Dies aber bedenkt (52*): Wenn der Hausherr wüsste, in welcher Stunde der Dieb kommt, so würde er nicht zulassen, dass sein Haus [von Einbrechern] durchwühlt wird (53*).
"52* o. erkennt (sollt ihr wissen) 53* o. seine Hauswand durchbrochen wird"
Lk 12:40 - So seid auch ihr bereit, denn zu einer Stunde, da ihr's nicht vermutet (54*), kommt der Menschensohn.
54* o. nicht meint, denkt
Lk 12:41 - Da sprach Petrus: Herr, sagst du dies Gleichnis zu uns oder zu allen (55*)?
55* o. im Blick auf uns oder auch im Blick auf alle
Lk 12:42 - Und der Herr sprach: Wer ist denn der treue (56*) [und] kluge (57*) [Haus-]Verwalter (58*), den der Herr über seine Dienerschaft (59*) einsetzen wird, um [ihr] zur rechten Zeit das zustehende Maß an Speise (60*) zu geben?
"56* o. vertrauenswürdige, zuverlässige 57* o. verständige, einsichtsvolle 58* o. Haushalter („Ökonom“) (vgl. Lk 16:1 - Lk 16:8 - 1Kor 4:1,2 - 1Petr 4:10) 59* griech. therapeia. Die Bedeutung reicht von Dienerschaft, Dienstleistung, Besorgung bis zu Behandlung, Pflege, Heilung. 60* o. die Essensration"
Lk 12:43 - Glückselig [ist] der Knecht (61*), den sein Herr bei seinem Kommen in dieser Weise tätig findet!
61* w. Sklave (so auch Lk 12:45a,46,47). Treue Sklaven konnten als Verwalter eingesetzt werden (Mt 24:45).
Lk 12:44 - In Wahrheit sage ich euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen (62*).
62* o. über all seinen Besitz, alle seine Habe setzen
Lk 12:45 - Wenn aber der Knecht in seinem Herzen spricht: Mein Herr zögert zu kommen (63*), und anfängt, die Knechte und Mägde (64*) zu schlagen, zu essen und zu trinken und sich zu berauschen,
"63* o. lässt sich Zeit zu kommen, kommt (noch) lange nicht 64* o. die Burschen und Mädchen"
Lk 12:46 - so wird der Herr jenes Knechtes an einem Tage kommen, da er's nicht erwartet, und in einer Stunde, die er nicht kennt (65*), und wird ihn in zwei Stücke zerhauen [lassen] und ihm sein Teil bei den Ungläubigen geben (66*).
"65* vgl. Mt 24:36 - Mt 24:50 - Mt 25:13 66* d.h. bei Menschen, die Gott nicht vertrauen, sondern misstrauisch und treulos sind. S.a. Mt 24:51 mit Anm. 66!"
Lk 12:47 - Jener Knecht aber, der den Willen seines Herrn erkannt und [doch] nicht vorbereitet oder ausgeführt hat, was seinem Willen entspricht, wird viele Schläge erhalten;

Lk 12:48 - wer [ihn] aber nicht erkannt und getan hat, was Züchtigung (67*) verdient, wird wenige Schläge erhalten (68*). Von jedem, dem viel gegeben wurde, wird [auch] viel gefordert werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man umso mehr verlangen.
"67* w. Hiebe, Schläge, Streiche 68* Es gibt Unterschiede im gerechten Strafvollzug Gottes (vgl. Mt 11:22 - Mt 11:24)"
Lk 12:49 - Feuer auf die Erde zu werfen, bin ich gekommen (69*), und wie wünschte ich (70*), es wäre schon entzündet!
"69* Feuer seines Geistes (Apg 2:3), seines Wortes (Jer 23:29), seiner Liebe, aber auch des göttlichen Gerichts 70* o. wollte ich"
Lk 12:50 - Ich muss mich aber [zuvor noch] einer Taufe unterziehen (71*) und wie bin ich bedrängt (72*), bis sie vollbracht ist (73*)!
"71* w. Mit einer Taufe aber habe ich getauft zu werden 72* o. eingezwängt, in die Enge getrieben, in innerer Anspannung 73* o. vollendet, vollzogen, zum Ziel gekommen ist. Der Ausbreitung des Feuerbrandes Jesu auf Erden muss seine Leidenstaufe vorausgehen (Mk 10:38,39)."
Lk 12:51 - Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu schaffen (74*)? Nein, sage ich euch, sondern Entzweiung (75*)!
"74* w. zu geben 75* Da die Menschen auf Jesu Ruf verschieden reagieren, kommt es zu Uneinigkeit und Streit. Erst Jesu Wiederkunft bringt sein Friedensreich (Jes 2:2-4 - Offb 20:1-4). Doch schon heute schenkt Jesus Herzensfrieden (Joh 16:33 - Phil 4:6-7)."
Lk 12:52 - Denn es werden von nun an fünf in einem Haus entzweit sein (76*): drei gegen zwei und zwei gegen drei.
76* o. in einer Hausgemeinschaft (Familie) im Streit liegen
Lk 12:53 - Es werden entzweit sein der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen die Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter (77*).
77* vgl. Mt 10:35,36 - Mi 7:6
Lk 12:54 - Er sagte aber auch zu den Volksmengen: Wenn ihr eine Wolke im Westen aufsteigen seht, dann sagt ihr sogleich: „Ein Regen[guss] kommt“, und es geschieht so.

Lk 12:55 - Und wenn [ihr] den Südwind wehen [seht], so sagt ihr: „Es wird heiß werden“, und es geschieht.

Lk 12:56 - Ihr Heuchler (78*), das Aussehen (79*) der Erde und des Himmels versteht ihr zu deuten (80*) - wieso [aber] nicht diese [gegenwärtige] Zeit (81*)?
"78* vgl. Mt 6:2 - Mt 23:13! 79* w. Angesicht 80* o. zu erforschen, zu untersuchen 81* griech. kairos (vgl. Mt 12:1 - Mt 16:3)"
Lk 12:57 - Warum beurteilt ihr nicht von euch selbst aus, was recht ist?

Lk 12:58 - Denn wenn du mit deinem Gegner zum Gericht gehst (82*), so gib dir unterwegs Mühe, [durch gütliche Einigung] von ihm loszukommen, damit er dich nicht [mit Gewalt] zum Richter schleppt und der Richter dich dem Gerichtsdiener übergibt und der Gerichtsdiener dich ins Gefängnis wirft!
82* mit deinem Prozessgegner (den du beleidigt o. geschädigt hast) zum Gerichtsbeamten gehst (Mt 5:25)
Lk 12:59 - Ich sage dir: Du wirst auf keinen Fall von dort herauskommen, bis du auch den letzten Pfennig zurückgezahlt hast (83*)!
83* Mt 5:26 und Lk 12:59 sprechen von der jeweils kleinsten Kupfermünze (Mt 5:26 Quadrans = kleinste römische Münze, Lk 12:59 Lepton = kleinste griech. Kupfermünze).

Lk 13

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Lk 13:1 - Zu eben diesem Zeitpunkt waren einige zugegen (1*), die ihm von den Galiäern berichteten, deren Blut Pilatus mit ihren Schlachtopfern vermischt hatte (2*) .
"1* o. hergekommen 2* „Es müsste sich um galiläische Festpilger handeln, die im Tempel beim Schlachten der Opfertiere zusammengehauen wurden“ (W. Michaelis)."
Lk 13:2 - [Jesus] antwortete ihnen: Meint ihr [etwa], dass diese Galiläer größere Sünder waren als alle [anderen] Galiläer (3*), weil sie dies erlitten haben?
3* w. Sünder waren über alle Galiläer hinaus
Lk 13:3 - Nein, vielmehr sage ich euch: Wenn ihr euer Sinnen und Denken nicht ändert (4*), werdet ihr alle gleichermaßen (5*) umkommen.
"4* o. nicht umkehrt (vgl. Mt 3:2 - Mt 4:17) 5* o. ebenso (auf die gleiche oder ähnliche Weise)"
Lk 13:4 - Oder meint ihr [etwa], dass jene achtzehn, die der Turm in Siloah unter sich begrub und tötete (6*), schuldiger waren als alle [anderen] Menschen (7*), die in Jerusalem wohnen?
"6* w. auf die der Turm in Siloah fiel und sie tötete 7* w. Schuldner waren über alle Menschen hinaus"
Lk 13:5 - Nein, vielmehr sage ich euch: Wenn ihr euer Sinnen und Denken nicht ändert (4*), werdet ihr alle ebenso umkommen (8*).
"4* o. nicht umkehrt (vgl. Mt 3:2 - Mt 4:17) 8* Ein besonderes Unglück muss keineswegs eine besondere Schuld zum Anlass haben. Dies schließt jedoch nicht aus, dass ein Zusammenhang zwischen Schuld und göttlicher Strafe bestehen kann und dass Gott bei der Strafzumessung differenziert (Mt 11:22 - Mt 11:24 - Lk 12:47,48)."
Lk 13:6 - Er sagte [ihnen] aber dies Gleichnis: Jemand besaß einen Feigenbaum, der in seinem Weinberg gepflanzt war, und er kam und suchte Frucht an ihm, doch er fand [sie] nicht (9*).
9* Diese Verse sind „Sondergut“ des Lukas. Vgl. zu diesem Israel betreffenden Gleichnis: Jes 5:1-7 - Mt 20:1-16 - Mt 21:19 - Mt 21:28 - Mt 21:33-46 - Mt 24:32 mit Anm. 44!
Lk 13:7 - Da sprach er zu dem Weingärtner: Sieh, seit drei Jahren komme ich [nun], suche Frucht an diesem Feigenbaum und finde [sie] nicht (10*); so hau ihn ab; wozu soll er weiter dem Boden die Kraft nehmen (11*)?
"10* Den Gedanken einiger Ausleger, Jesus blicke hier (etwa im Jahr 29) auf drei Jahre seiner Wirksamkeit in Israel zurück, lehnen andere ab; doch ist er immerhin erwägenswert. Nach einem weiteren Jahr hätte dann Gott nach Christi Kreuzestod, Auferstehung und Himmelfahrt das Verstockungsgericht über Israel verhängt (Apg 4:1-3 - Apg 7:51 - Röm 11:7,8), etwa 40 Jahre vor der Katastrophe des Jahres 70. 11* o. das Land aussaugen (entkräften)"
Lk 13:8 - Er aber gibt ihm zur Antwort: Herr, lass ihn noch dieses Jahr [stehen], bis ich um ihn herum grabe und Dünger streue;

Lk 13:9 - vielleicht bringt er künftig [doch noch] Frucht (12*); wenn aber nicht, so magst du ihn abhauen (13*).
"12* w. und wenn er künftig Frucht bringt (ist es gut) 13* Ist Gott der Besitzer des Weinbergs und Jesus hier (im Unterschied zu Joh 15:1) der Weingärtner, so zeigen die Verse Lk 13:8-9 Jesu Fürbitte für Israel (vgl. Lk 22:32 - Lk 23:34 - 1Jo 2:1). Zum Thema „Gnadenfrist“ vgl. Jon 3:4 - 2Petr 3:9 - 2Petr 3:15!"
Lk 13:10 - Er lehrte aber (14*) in einer der Synagogen am Sabbat.
14* o. Er war aber (gerade) dabei zu lehren (w. Er war aber lehrend)
Lk 13:11 - Und sieh, [da war] eine Frau, die [schon seit] 18 Jahren einen Geist der Schwäche (15*) hatte; sie war [dadurch] zusammengekrümmt und nicht imstande, sich vollständig aufzurichten.
15* o. Schwachheit, Kraftlosigkeit, Krankheit (einen Geist, der sie kraftlos o. krank machte)
Lk 13:12 - Als aber Jesus sie sah, rief er [sie] zu sich und sprach zu ihr: Frau, du bist befreit von deiner Schwäche (16*)!
16* o. erlöst von deiner Krankheit
Lk 13:13 - Und er legte ihr die Hände auf und sofort [konnte] sie sich wieder gerade aufrichten und verherrlichte (17*) Gott.
17* o. rühmte, ehrte
Lk 13:14 - Der Synagogenvorsteher aber – [darüber] verärgert (18*), dass Jesus am Sabbat geheilt hatte – wandte sich an die Volksmenge und sagte: Sechs Tage sind es, an denen man arbeiten soll; also kommt an diesen und lasst euch heilen und nicht am Sabbattag!
18* o. ungehalten, erregt (Mt 20:24 - Mt 21:15)
Lk 13:15 - Der Herr aber gab ihm zur Antwort: Ihr Heuchler (19*), bindet nicht ein jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Krippe los und führt [ihn] weg zur Tränke (20*)?
"19* o. Ihr Schauspieler, ihr Scheinheiligen (Leute mit Doppelmoral) 20* w. und tränkt (ihn)"
Lk 13:16 - Sollte da diese [Frau], eine Tochter Abrahams, die der Satan gebunden hatte – sieh, 18 Jahre lang! - nicht am Sabbattag von dieser Fessel losgebunden werden?

Lk 13:17 - Als er dies sagte, wurden alle seine Gegner beschämt (21*), die ganze Volksmenge aber freute sich über all die herrlichen (Taten), die durch ihn geschahen.
21* vgl. Jes 45:24
Lk 13:18 - Er sagte dann: Wem ist das Königreich (22*) Gottes gleich und womit soll ich es [bildhaft] vergleichen (23*)?
"22* o. die Königsherrschaft, das Königtum 23* vgl. Mk 4:30-32"
Lk 13:19 - Es ist einem Senfkorn gleich, das ein Mensch nahm und in seinen Garten säte (24*); und es wuchs und wurde zu einem Baum und die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen (25*).
"24* w. warf 25* vgl. Hes 17:23 - Hes 31:6 - Dan 4:7-9 - Mt 13:32"
Lk 13:20 - Und wiederum sagte er: Womit soll ich das Königreich (22*) Gottes [bildhaft] vergleichen?
22 o. die Königsherrschaft, das Königtum
Lk 13:21 - Es ist einem Sauerteig gleich, den eine Frau nahm und unter drei Maß [feines] Weizenmehl mengte (26*), bis es ganz durchsäuert war (27*).
"26* w. versteckte, verbarg 27* Zur Bedeutung dieser Gleichnisse vgl. Mt 13:31-33 mit Anm. 34 u. 36!"
Lk 13:22 - So durchzog er lehrend Stadt um Stadt und Dorf um Dorf und reiste [weiter] nach Jerusalem (28*).
28* Auf dieser Reise befindet er sich seit Lk 9:51.
Lk 13:23 - Es sagte aber jemand zu ihm: Herr, [sind es wohl nur] wenige, die gerettet werden? Er aber sprach zu ihnen (29*):
29* vgl. zu Lk 13:24-29: Mt 7:13,14 - Mt 7:21-23 - Mt 8:11,12 - Mt 25:10-12
Lk 13:24 - Bemüht euch kämpfend und ringend (30*), durch die enge Tür einzugehn; denn viele, [das] sage ich euch, werden einzugehen suchen und es nicht vermögen.
30* Wie bei einem Wettkampf! „Agonizomai“ kommt im NT noch vor in Joh 18:36 - 1Kor 9:25 - Kol 1:29 - Kol 4:12 - 1Tim 4:10 - 1Tim 6:12 - 2Tim 4:7.
Lk 13:25 - Wenn der Hausherr sich erhoben und die Tür verschlossen hat und ihr [dann] anfangt, draußen zu stehen und an die Tür zu klopfen und zu rufen (31*): Herr, mach uns auf!, so wird er euch antworten: Ich kenne euch nicht [und weiß nicht], woher ihr seid!
31* w. sagend
Lk 13:26 - Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Vor deinen Augen haben wir gegessen und getrunken und auf unseren Straßen hast du gelehrt!

Lk 13:27 - Doch er wird euch erwidern: Ich kenne euch nicht [und weiß nicht], woher ihr seid (32*)! Geht hinweg von mir, all ihr Täter der Ungerechtigkeit (33*)!
"32* Nicht alle finden, wenn Jesus wiederkommt, Einlass zur Hochzeit und Eingang in sein Reich (Mt 25:1-13 - Mt 25:31-46). 33* vgl. Ps 6:9 - Mt 7:23. Ungerechtigkeit („adikia“) ist nicht nur Unrecht, Unredlichkeit, Rechtsverletzung, Untreue, sondern zutiefst Abweichen von Gott und Sünde gegen Gott (1Jo 5:17)"
Lk 13:28 - Dort wird Weinen und Zähneknirschen sein (34*), wenn ihr Abraham und Isaak und Jakob und alle Propheten im Königreich Gottes sehen werdet, während ihr [selbst] hinausgeworfen seid.
34* vgl. Mt 8:12 - Mt 13:42 - Mt 13:50 - Mt 22:13 - Mt 24:51 - Mt 25:30
Lk 13:29 - Und sie werden vom Aufgang und Niedergang [der Sonne] und von Norden und Süden kommen und zu Tische liegen im Königreich Gottes.

Lk 13:30 - Und sieh, es gibt Letzte, die Erste sein werden, und Erste, die Letzte sein werden (35*).
35* vgl. Mt 19:30 - Mt 20:16
Lk 13:31 - In eben dieser Stunde kamen einige Pharisäer herbei und sagten zu ihm: Geh fort und zieh weg von hier, denn Herodes will dich töten (36*)!
36* Kein ehrlich gemeinter guter Rat, sondern ein listig erfundenes Gerücht, um Jesus loszuwerden. Herodes Antipas (Mt 14:1 - Mk 6:14) war nach Lk 9:7-9 und Lk 23:6-16 nicht darauf aus, Jesus zu töten.
Lk 13:32 - Da sprach er zu ihnen: Geht hin und sagt diesem Fuchs (37*): Sieh, ich treibe Dämonen aus und vollbringe Heilungen heute und morgen und am dritten [Tag] werde ich vollendet (38*).
"37* Sinnbild der List und Schlauheit 38* o. bin ich am Ziel. Zum „dritten Tag“ vgl. 1Mo 22:4 - 2Mo 19:11 - Hos 6:2 - Lk 9:22 - Lk 24:46 - 1Kor 15:4."
Lk 13:33 - Doch ich muss heute und morgen und am folgenden [Tag] weiterziehen (39*), denn es geht nicht an (40*), dass ein Prophet außerhalb Jerusalems umkomme (41*).
"39* Gottes Weisung steht über seinem Wandern. Zum göttlichen „Muss“ vgl. Mt 16:21 - Mt 24:6 - Mt 26:54 - Lk 24:7 - Lk 24:26 - Joh 3:7 - Joh 3:14 - Joh 20:9 - Apg 3:21. 40* o. es ist nicht möglich, zulässig, akzeptabel 41* Jesus ist ein Prophet (Mt 21:11 - Lk 7:16 - Joh 4:19 - Joh 6:14) und zugleich mehr als das: Messias und Gottessohn."
Lk 13:34 - Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind, wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne (42*) ihre junge Brut unter die Flügel [nimmt], und ihr habt nicht gewollt.
42* o. Vogelmutter
Lk 13:35 - Sieh, euer Haus wird [nunmehr] euch überlassen (43*). Ich sage euch aber: Ihr werdet mich keinesfalls [mehr] sehen, bis [die Zeit] kommt, da ihr sprecht: „Gesegnet, der da kommt im Namen des Herrn (44*).“
"43* Mt 23:38 ergänzt: öde (leer, verwüstet). 44* vgl. Mt 23:37-39 mit Anmerkungen."

Lk 14

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Lk 14:1 - Und es geschah: Als er an einem Sabbat in das Haus eines führenden Pharisäers (45*) kam, um eine Mahlzeit einzunehmen (46*), beobachteten sie ihn ganz genau (47*).
"45* o. eines der Vorsteher der Pharisäer 46* w. um Brot zu essen 47* o. da waren sie fortgesetzt dabei, ihn scharf (von der Seite, heimtückisch lauernd) zu beobachten"
Lk 14:2 - Und sieh, ein wassersüchtiger Mensch stand (48*) vor ihm.
48* w. war
Lk 14:3 - Da wandte sich Jesus an die Gesetzeskundigen und Pharisäer und sprach: Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen, oder nicht?

Lk 14:4 - Sie aber schwiegen. Da fasste er ihn an und heilte ihn und ließ ihn gehen.

Lk 14:5 - Zu ihnen aber sagte er: Wer von euch, dem ein Sohn oder ein Ochse in den Brunnen fällt, wird ihn nicht sofort heraufziehen, [auch] am Sabbattag (49*)?
49* vgl. Mk 3:4,5 - Lk 6:9,10 -Lk 13:11-17
Lk 14:6 - Und sie vermochten nicht, [etwas] darauf zu entgegnen (50*).
50* w. eine Gegenantwort darauf zu geben
Lk 14:7 - Er sagte aber den Eingeladenen ein Gleichnis, als er bemerkte, wie sie sich die ersten Plätze auswählten, und sprach zu ihnen:

Lk 14:8 - Wenn du von jemand zu einer Hochzeitsfeier eingeladen wirst, so leg dich nicht auf dem ersten Platz [zum Mahle] nieder! Es könnte ja (51*) ein Vornehmerer (52*) als du von ihm eingeladen worden sein
"51* w. damit nicht etwa 52* o. Geehrterer, Angesehenerer"
Lk 14:9 - und der dich und ihn eingeladen hat, [könnte] kommen und dir sagen: „Überlass diesem den Platz!“ - worauf du dann anfängst, beschämt den letzten Platz einzunehmen.

Lk 14:10 - Vielmehr, wenn du eingeladen wirst, so geh hin und lass dich auf dem letzten Platz nieder, damit der Gastgeber (53*), wenn er kommt, zu dir sagt: „Freund, rück hinauf, weiter nach oben!“ Dann wird dir Ehre zuteil werden vor den Augen aller, die mit dir zu Tisch liegen (54*).
"53* w. der dich eingeladen hat 54* o. in Gegenwart aller deiner Tischgenossen (vgl. Lk 7:36 mit Anm. 41)"
Lk 14:11 - Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden (55*).
55* vgl. Jes 14:12-15 - Mt 23:12 - Lk 18:14 - Phil 2:5-11
Lk 14:12 - Er sagte aber auch zu dem, der ihn eingeladen hatte: Wenn du ein Mittag- oder Abendessen veranstaltest (56*), so ruf nicht deine Freunde [herzu] noch deine Brüder noch deine Verwandten noch reiche Nachbarn, damit nicht etwa sie dich wieder einladen und es dir vergelten (57*).
"56* d. h. eine Frühmahlzeit (oft erst gegen Mittag eingenommen) oder eine Hauptmahlzeit (am Abend) veranstaltest 57* w. und dir Wiedervergeltung (Rückerstattung) werde"
Lk 14:13 - Sondern wenn du ein Gastmahl veranstaltest, so lade Arme, Verkrüppelte, Lahme [und] Blinde [dazu] ein

Lk 14:14 - und du wirst glückselig sein, denn sie können es dir nicht wieder vergelten (58*) , es wird dir aber wieder vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.
58* o. sie haben nicht (die Möglichkeit), dir wieder zu vergelten
Lk 14:15 - Als aber einer von den Tischgenossen (59*) dies hörte, sagte er zu ihm: Glückselig, wer im Königreich Gottes das Mahl einnehmen (60*) wird!
"59* w. der mit zu Tisch Liegenden 60* w. Brot essen"
Lk 14:16 - Er aber sprach zu ihm: Ein Mensch veranstaltete ein großes Gastmahl (61*) und lud viele [dazu] ein (62*).
"61* „deipnon“ = Hauptmahlzeit am Abend (vgl. Lk 14:12) 62* w. und rief (berief) viele. - Wie schon die Propheten des AT, so stellt auch Jesus die Gemeinschaft im kommenden Königreich Gottes als Mahlfeier in Aussicht (Jes 25:6 - Jes 55:1-3 - Mt 8:11 - Mt 26:29 - Lk 13:29 - Lk 22:30)."
Lk 14:17 - Und er sandte seinen Knecht (63*) zur Stunde des Gastmahls (64*) aus, um den Geladenen (65*) zu sagen: Kommt, denn es ist [schon] alles bereit (66*)!
"63* „doulos“ = Sklave (so auch Lk 14:21-23) 64* o. als es Zeit zum Mahle war 65* o. Gerufenen (Berufenen) 66* o. denn (das Mahl) ist schon angerichtet. Nach einer früheren ersten Einladung (V.16) werden die Geladenen nun aufgefordert, sofort zu kommen. Wer dies versäumt, muss draußen bleiben."
Lk 14:18 - Da fingen sie alle ohne Ausnahme (67*) an, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muss unbedingt hinausgehen und ihn ansehen; betrachte mich bitte als entschuldigt (68*)!
"67* o. einstimmig, gleichermaßen, nacheinander 68* w. ich bitte dich, halte mich für entschuldigt"
Lk 14:19 - Und ein anderer (69*) sagte: Ich habe fünf Joch (70*) Ochsen gekauft und gehe hin, um ihre Tauglichkeit zu prüfen; betrachte mich bitte als entschuldigt (68*)!
"68* w. ich bitte dich, halte mich für entschuldigt 69* o. andersartiger 70* o. Gespann (unter dem Joch gehendes Paar)"
Lk 14:20 - [Noch] ein anderer (69*) sagte: Ich habe [gerade] geheiratet (71*) und kann deshalb nicht kommen.
"69* o. andersartiger 71* w. Ich habe eine Frau geheiratet"
Lk 14:21 - Der Knecht kam dann [wieder zurück] und berichtete dies seinem Herrn. Da wurde der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knecht: Geh schnell hinaus auf die breiten Straßen und engen Gassen der Stadt und führe die Armen und Verkrüppelten und Blinden und Lahmen (72*) hier herein!
72* vgl. Lk 14:13!
Lk 14:22 - Der Knecht meldete (73*) dann: Herr, es ist geschehen, was du angeordnet hast, doch es ist noch Platz (74*)!
"73* w. sagte 74* o. es ist noch Raum (vorhanden)"
Lk 14:23 - Da sprach der Herr zu dem Knecht: Geh hinaus an die Wege und Zäune und nötige [sie] hereinzukommen (75*), damit mein Haus voll werde.
75* o. fordere (sie) nachdrücklich auf. Da das Wort auch „zwingen“ bedeuten kann, berief man sich später auf diese Stelle, wenn man Zwangsbekehrungen durchführte. Doch der Herr zwingt niemand zum Heil, er bittet inständig (2Kor 5:20).
Lk 14:24 - Denn ich sage euch: Keiner jener Männer, die [zuerst] geladen (76*) waren, wird mein Mahl genießen (77*).
"76* o. gerufen (berufen) 77* o. von meinem Mahl zu schmecken bekommen. - Gott berief zunächst ganz Israel zum Heil. Da die Gesamtheit aber ablehnte (vor allem die führende Geistlichkeit), wandte sich Gott an Zöllner und Sünder. Schließlich erging sein Ruf an die Nationen (die nichtisraelitischen Völker). Vgl. Mt 21:43 mit Anm. 59; Mt 22:10 mit Anm. 13; Apg 13:46 - Eph 2:11-13. - Neben der heilsgeschichtlichen Bedeutung steht die persönliche: Komm, wenn der Herr dich ruft!"
Lk 14:25 - Es waren aber große Volksmengen mit ihm zusammen unterwegs und er wandte sich um und sprach zu ihnen:

Lk 14:26 - Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht (78*) seinen Vater und die Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, dazu auch noch sein eigenes Leben (79*), so kann er nicht mein Schüler (80*) sein.
"78* Es ist keineswegs ein „Hassen“ im üblichen Sinn gemeint, sondern ein Zurückstellen an den zweiten Platz; die vorrangige Liebe und Hingabe soll Jesus gehören (vgl. Mt 10:37 sowie die Bedeutung von „hassen“ in 1Mo 29:30,31 - 5Mo 21:15 - Mal 1:2,3 - Röm 9:13). 79* w. seine Seele („psyche“) = sein natürliches Ichleben 80* o. Jünger"
Lk 14:27 - Wer nicht sein Kreuz trägt und hinter mir her geht, kann nicht mein Schüler (80*) sein (81*).
"80* o. Jünger 81* Dies gilt es zu bedenken und die „Kosten zu berechnen“, wie die folgenden Verse anschaulich zeigen."
Lk 14:28 - Denn wer von euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuerst hin und berechnet die Kosten (82*), ob er [genug] besitzt zur Fertigstellung (83*) -
"82* o. den Aufwand, die Ausgaben 83* o. (genug Vermögen) hat bis zur Vollendung"
Lk 14:29 - damit nicht etwa, wenn er das Fundament gelegt hat und [den Bau] nicht zu Ende führen kann, alle Zuschauenden ihn zu verspotten beginnen

Lk 14:30 - und sagen: „Dieser Mensch fing an zu bauen und konnte [den Bau] nicht zu Ende führen.“

Lk 14:31 - Oder welcher König, der aufbricht, um mit einem anderen König Krieg zu führen (84*), wird sich nicht zuerst hinsetzen und sich beraten, ob er [wohl] stark genug sei (85*), dem mit zehntausend [Mann] (86*) entgegenzutreten, der mit zwanzigtausend (87*) gegen ihn anrückt?
"84* w. zusammenzutreffen (zusammenzustoßen) zum Krieg 85* o. mächtig, fähig, imstande sei 86* w. mit 10 Tausendschaften 87* w. mit 20 Tausendschaften"
Lk 14:32 - Wenn [er sich] aber nicht [stark genug fühlt], so schickt er, wenn jener noch fern ist, eine Gesandtschaft und bittet um die Friedensbedingungen (88*).
88* w. um das zum Frieden (Erforderliche)
Lk 14:33 - Ebenso kann keiner von euch mein Schüler sein, der sich nicht lossagt von allem, was er hat (89*).
89* o. der nicht Abschied nimmt von allem, was er besitzt (um Jesus konsequent an die erste Stelle zu rücken) (Mt 10:9,10 - Lk 12:22-31 - 1Kor 7:29-31)
Lk 14:34 - Das Salz ist gewiss gut (90*); wenn aber auch das Salz fade geworden ist, womit soll es [dann] gewürzt werden (91*)!
"90* Salz weist auf die Nachfolger (Schüler, Jünger) Jesu und ihre Wirksamkeit hin (Mt 5:13 - Mk 9:50 - Kol 4:6). 91* um seine Salzkraft wieder zu bekommen"
Lk 14:35 - Es ist weder für das Land noch für den Dünger zu gebrauchen; man wirft es hinaus. Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Lk 15

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Lk 15:1 - Alle Zöllner (1*) und Sünder aber suchten fortwährend seine Nähe, um ihn zu hören.
1* vgl. Mt 5:46 mit Anm. 45
Lk 15:2 - Da murrten die Pharisäer und Schriftgelehrten laut (2*) und äußerten [empört]: Dieser nimmt Sünder an und isst mit ihnen (3*)!
"2* o. durcheinander 3* o. Dieser nimmt Sünder (bei sich) auf und hält (sogar) Tischgemeinschaft mit ihnen"
Lk 15:3 - Er aber sagte ihnen folgendes Gleichnis:

Lk 15:4 - Welcher Mensch unter euch, der 100 Schafe hat und eins aus ihrer [Mitte] verliert, lässt nicht die 99 in der einsamen Steppe zurück und geht dem verlorenen nach (4*), bis er es findet?
4* o. macht sich auf die Suche nach dem verlorenen
Lk 15:5 - Und hat er es gefunden, so legt er's voller Freude auf seine Schultern,

Lk 15:6 - und sobald er nach Hause gekommen ist (5*), ruft er die Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf [wieder]gefunden, das verloren war (6*)!
"5* w. und gekommen in das Haus 6* vgl. Ps 119:176 - Hes 34:15,16 - Mt 10:6 - Mt 15:24 - Mt 18:11 - Lk 19:10 - 1Petr 2:25"
Lk 15:7 - Ich sage euch: Ebenso wird im Himmel Freude sein über einen Sünder, der umkehrt (7*), mehr als über 99 Gerechte, die [wie sie meinen] der Umkehr (8*) nicht bedürfen (9*).
"7* o. sein Sinnen und Denken ändert (Mt 3:2 - Mt 4:17) 8* o. Sinnesänderung, Bekehrung, Buße 9* Dem „Suchen“ und „Finden“ auf der göttlichen Seite entspricht das „Umkehren“ (die Sinnesänderung) auf der menschlichen Seite."
Lk 15:8 - Oder welche Frau, die zehn Drachmen (10*) besitzt, zündet nicht, wenn sie eine Drachme verliert, eine Lampe an und kehrt das Haus und sucht sorgfältig, bis sie [sie] findet (11*)?
"10* Die Drachme (griech. Silbermünze, nur hier Lk 15:9,8 im NT) entsprach im Wert etwa dem Denar (der römischen Silbermünze), dem Tageslohn eines Arbeiters (Mt 18:28 - Mt 20:2). 11* Das 2. und 3. Gleichnis (Lk 15:8-32) sind Sondergut des Lukas, während das 1. (Lk 15:1-7) in Mt 18:12-14 eine Parallele hat."
Lk 15:9 - Und hat sie [diese] gefunden, so ruft sie die Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir, denn ich habe die Drachme, die ich verloren hatte, [wieder]gefunden!

Lk 15:10 - Ebenso, sage ich euch, kommt Freude auf vor den Engeln Gottes (12*) über einen Sünder, der umkehrt (13*).
"12* o. vor den Augen (angesichts, in Gegenwart) der Engel Gottes = in der Himmelswelt 13* o. sein Sinnen und Denken ändert (Lk 15:7 - Mt 3:2)"
Lk 15:11 - Dann sagte er: Ein Mensch hatte zwei Söhne.

Lk 15:12 - Der jüngere von ihnen sagte zum Vater: Gib mir, Vater, den Teil des Vermögens, [der mir] zusteht (14*)! Da teilte er die zum Lebensunterhalt bestimmte Habe (15*) unter sie auf.
"14* o. zukommt, auf mich entfällt 15* griech. bios, vgl. Mk 12:44"
Lk 15:13 - Dann, nach einigen Tagen (16*), packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog aus der Heimat fort in ein fernes Land; dort verschleuderte (17*) er sein Vermögen durch einen zügellosen (18*) Lebenswandel.
"16* w. nach nicht vielen Tagen 17* o. verschwendete (w. zerstreute) 18* o. ausschweifenden, heillos verdorbenen"
Lk 15:14 - Als er aber alles verbraucht hatte, brach eine große Hungersnot in jenem Lande aus (19*) und auch er begann Mangel zu leiden.
19* o. kam eine gewaltige Hungersnot über jenes Land.
Lk 15:15 - Da ging er hin und klammerte sich (20*) an einen der Bürger jenes Landes; der schickte ihn zum Schweinehüten auf seine Felder.
20* o. hängte sich, suchte engen Kontakt mit
Lk 15:16 - Und er hätte sich gerne satt gegessen an den Schoten (21*), die die Schweine fraßen, doch niemand gab [sie] ihm.
21* des Johannisbrotbaums
Lk 15:17 - Da ging er in sich und sprach (22*): Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss (23*), ich aber komme hier vor Hunger [noch] um!
"22* o. Zu sich selbst kommend aber sagte er 23* w. haben Überfluss an Broten"
Lk 15:18 - Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt (24*) gegen den Himmel und vor dir (25*);
"24* vgl. Jos 7:20 - 1Sam 15:24 - 2Sam 12:13 - 2Sam 24:10 - Ps 51:3-6 - 1Jo 1:9 25* o. vor deinen Augen"
Lk 15:19 - ich bin nicht länger wert, dein Sohn zu heißen; mache mich zu einem (26*) deiner Tagelöhner!
26* w. wie einen
Lk 15:20 - Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und wurde im Innersten von Erbarmen bewegt (27*), lief [ihm entgegen] und fiel ihm um den Hals und küsste ihn zärtlich (28*).
"27* vgl. Mt 9:36 - Mk 6:34 - Mk 8:2 - Lk 7:13 - Lk 10:33 28* o. heftig (Lk 7:38 - Mt 26:49)"
Lk 15:21 - Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin nicht länger wert, dein Sohn zu heißen!

Lk 15:22 - Der Vater aber sprach zu seinen Knechten (29*): Bringt schnell das beste (30*) Gewand heraus und zieht es ihm an und gebt [ihm] einen Ring an seine Hand und Schuhe (31*) an die Füße!
"29* w. Sklaven 30* o. vornehmste (w. erste) 31* o. Sandalen"
Lk 15:23 - Bringt auch das gemästete Kalb her [und] schlachtet es und lasst uns essen und fröhlich sein!

Lk 15:24 - Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden (32*), war verloren (33*) und ist gefunden worden. Und sie begannen, fröhlich zu feiern (34*).
"32* vgl. Röm 4:17 - 1Kor 15:22 - Eph 2:1 - Eph 2:5 - Offb 1:18 33* o. ins Verderben geraten 34* o. ein Freudenfest zu feiern (w. froh, heiter, fröhlich zu sein)"
Lk 15:25 - Sein älterer Sohn aber war auf dem Felde. Als er nun [heim]kam und sich dem Hause näherte, vernahm er Musik (35*) und Reigentanz
35* griech. Symphonia (ein „Zusammenklingen“)
Lk 15:26 - und er rief einen von den Knechten (36*) herbei und erkundigte sich, was das bedeute.
36* „pais“ = Diener, Bursche, Knabe, Knecht
Lk 15:27 - Der aber sagte zu ihm: Dein Bruder ist [heim]gekommen und da hat dein Vater das gemästete Kalb schlachten [lassen], weil er ihn gesund zurückerhalten hat.

Lk 15:28 - Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen; sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu (37*).
37* o. bat ihn anhaltend (doch hereinzukommen)
Lk 15:29 - Er aber antwortete seinem Vater: Sieh, so viele Jahre diene ich dir [schon wie ein Sklave] und habe noch nie ein Gebot von dir übertreten (38*), doch mir hast du noch nie einen Bock [zur Schlachtung] gegeben, damit ich mit meinen Freunden fröhlich sei (39*);
"38* Hier deckt das Gleichnis Jesu den wunden Punkt der Pharisäer auf: ihre „eigene Gerechtigkeit“ (vgl. Mt 23:23 - Phil 3:6-9). 39* o. ein Freudenfest feiere, vergnügt sei"
Lk 15:30 - da aber dieser dein Sohn gekommen ist, der deine zum Lebensunterhalt bestimmte Habe (15*) mit Huren vergeudete (40*), hast du ihm das gemästete Kalb schlachten [lassen].
"15* griech. bios, vgl. Mk 12:44 40* o. durchbrachte, verprasste, aufzehrte"
Lk 15:31 - Er aber sprach zu ihm. Kind, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, ist dein.

Lk 15:32 - Man sollte aber fröhlich sein und sich freuen, denn dieser dein Bruder war tot und ist lebendig geworden (32*), war verloren (33*) und ist gefunden worden (41*).
"32* vgl. Röm 4:17 - 1Kor 15:22 - Eph 2:1 - Eph 2:5 - Offb 1:18 33* o. ins Verderben geraten 41* Das Gleichnis zeigt Gottes unverdiente Liebe und Gnade, die den zur Umkehr willigen Sünder rettet, dem auf seine fromme Leistung stolzen Gesetzesmenschen jedoch ein Ärgernis ist (vgl. Mt 20:1-16)."

Lk 16

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Lk 16:1 - Weiter sagte er zu [seinen] Schülern: Ein reicher Mensch hatte einen Verwalter (42*) und dieser wurde bei ihm [zu Recht] verdächtigt (43*), er verschleudere ihm den Besitz (44*).
"42* o. Haushalter (griech. oikonomos, „Ökonom“) 43* o. verklagt (über diesen wurde ihm hinterbracht) 44* o. er verschwende, vergeude, zerstreue ihm das Vermögen (die Habe) (Lk 15:13)"
Lk 16:2 - Da rief er ihn und sprach zu ihm: Was höre ich da über dich? Gib Rechenschaft von deiner Verwaltung (45*); denn du kannst nicht länger Verwalter sein.
45* o. Mach die Abrechnung von deiner Haushaltsführung („Ökonomie“)
Lk 16:3 - Der Verwalter (42*) aber sprach bei sich selbst (46*): Was soll ich [jetzt nur] machen, da mein Herr mir die Verwaltung wegnimmt? [Den Erdboden] umzugraben bin ich zu schwach (47*), zu betteln schäme ich mich.
"42* o. Haushalter (griech. oikonomos, „Ökonom“) 46* o. sagte zu sich selbst (überlegte) 47* o. Graben kann ich nicht"
Lk 16:4 - Ich weiß [schon], was ich mache (48*), damit, wenn ich des Verwalteramts enthoben bin (49*), sie mich aufnehmen in ihre Häuser (50*).
"48* o. Ich habe erkannt, was ich tun werde 49* o. wenn ich von der Verwaltung entfernt bin (als Verwalter entlassen bin) 50* Er will die bisherigen Schuldner als Freunde gewinnen, die ihm Dank schulden und ihn, wenn nötig, beherbergen und versorgen, indem er ihnen, solange er noch Verwalter ist, Teile ihrer Schuld großzügig erlässt."
Lk 16:5 - Und er bestellte jeden Einzelnen der Schuldner seines Herrrn (51*) zu sich und sprach zu dem ersten: Wie viel schuldest du meinem Herrn?
51* die als Pächter o. Händler tätig waren
Lk 16:6 - Er sagte: 100 Fass (52*) Öl. Da sprach er zu ihm: Nimm deine Schuldscheine (53*), setz dich hin und schreib schnell: 50! -
"52* Bath = 36,4 Liter 53* o. Schriftstücke, Dokumente, Verträge (w. Buchstaben)"
Lk 16:7 - Danach sprach er zu einem andern: Du aber, wie viel schuldest du? Der erwiderte: 100 Maß (54*) Weizen. Er sagt zu ihm: Nimm deine Schuldscheine (53*) und schreibe: 80! -
"53* o. Schriftstücke, Dokumente, Verträge (w. Buchstaben) 54* Kor = ca. 360 Liter (ca. 275 kg Weizen)"
Lk 16:8 - Und der Herr (55*) lobte den ungerechten Verwalter (42*), weil er klug gehandelt hatte; denn [so fuhr Jesus fort] die Söhne dieser Weltzeit (56*) sind klüger als die Söhne des Lichts (57*) gegenüber ihren Zeitgenossen (58*).
"55* Im Unterschied zu anderen hält W. Michaelis Jesus für den hier gemeinten Herrn; dies dürfte wegen V.8b auch richtig sein. Natürlich lobt Jesus nicht das Unrecht, das deutlich als solches bezeichnet wird, sondern die Klugheit, das Leben in der Gegenwart auf die Zukunft auszurichten, speziell durch barmherziges Tun (Mt 10:42 - Mt 25:37-40 - 1Tim 6:17-19). 56* o. dieses Zeitalters (Äons) 57* vgl. Joh 12:36 - Eph 5:8 - 1Thes 5:5 58* o. ihrem Geschlecht (genea)"
Lk 16:9 - Und ich sage euch: Schafft euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons (59*), damit, wenn er zu Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen Wohnungen [Gottes] (60*)
"59* w. aus dem Mammon der Ungerechtigkeit. Mammon = Geld, Besitz, Reichtum (was zum Götzen werden, aber auch im Dienst der Barmherzigkeit stehen kann). 60* w. In die Zelte o. Hütten der kommenden Weltzeit (im Königreich Gottes). V.9 läuft parallel mit Lk 16:4. - Vgl. Mt 6:19,20 - Mt 8:11 - Hebr 11:10 - Joh 14:2."
Lk 16:10 - Wer treu (61*) ist im Geringsten, ist auch im Großen (62*) treu; wer jedoch ungerecht (63*) ist im Geringsten, ist auch im Großen (62*) ungerecht.
"61* o. glaubwürdig, vertrauenswürdig, zuverlässig. - Die Mahnung Jesu, treu zu sein, unterstreicht noch einmal, dass zwar die Klugheit des ungerechten Verwalters vorbildlich ist, keineswegs aber seine Veruntreuung irdischer Güter (Lk 16:1-9). 62* w. in vielem 63* o. unredlich, unehrlich, betrügerisch"
Lk 16:11 - Wenn ihr nun mit dem ungerechten Mammon (64*) nicht treu (61*) umgegangen seid, wer wird euch [dann] das Wahrhaftige (65*) anvertrauen?
"61* o. glaubwürdig, vertrauenswürdig, zuverlässig. - Die Mahnung Jesu, treu zu sein, unterstreicht noch einmal, dass zwar die Klugheit des ungerechten Verwalters vorbildlich ist, keineswegs aber seine Veruntreuung irdischer Güter (Lk 16:1-9). 64* d.h. mit dem trügerischen (zu Unrecht und Betrug verleitenden) irdischen Besitz 65* o. das Wahre, Wirkliche, Echte, Wesenhafte = das unverfälschte göttliche Heilsgut („aläthinos“, nur hier bei Lukas; häufiger bei Johannes: Joh 1:9 - Joh 4:23 - Joh 4:37 - Joh 6:32 - Joh 7:28 - Joh 8:16 - Joh 15:1 - Joh 17:3 - Joh 19:35)"
Lk 16:12 - Und wenn ihr mit dem fremden [Gut] nicht treu (61*) umgegangen seid, wer wird euch [dann] das Eure geben (66*)?
"61* o. glaubwürdig, vertrauenswürdig, zuverlässig. - Die Mahnung Jesu, treu zu sein, unterstreicht noch einmal, dass zwar die Klugheit des ungerechten Verwalters vorbildlich ist, keineswegs aber seine Veruntreuung irdischer Güter (Lk 16:1-9). 66* nämlich das bleibende göttliche Heilsgut der Gläubigen"
Lk 16:13 - Kein Hausdiener kann zweier Herren Sklave sein; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder sich an den einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht [zugleich] Gott und dem Mammon [als Sklaven] dienen (67*).
67* Mammon = Geld, Besitz, Reichtum (Mt 6:24 - Lk 16:9)
Lk 16:14 - Dies alles hörten die Pharisäer, die geldgierig (68*) waren, und sie verspotteten ihn.
68* o. geldliebend, geizig (vgl. 1Tim 6:10 - 2Tim 3:2)
Lk 16:15 - Da sprach er zu ihnen: Ihr seid [diejenigen], die sich selbst vor den Augen der Menschen als gerecht hinstellen (69*). Gott aber kennt eure Herzen. Denn was bei Menschen hoch [erscheint] (70*), ist ein Gräuel vor den Augen Gottes.
"69* o. sich selbst rechtfertigen (vgl. Lk 7:29-30) 70* o. als etwas Hohes gilt"
Lk 16:16 - Das Gesetz und die Propheten [reichen] bis auf Johannes; von da an wird das Königreich Gottes als Evangelium bekannt gemacht (71*) und jeder drängt sich mit Gewalt hinein (72*).
"71* o. als Heilsbotschaft verkündigt. Mit dem Auftreten von Johannes und Jesus bricht eine neue Heilszeit an (Mt 3:2 - Mt 4:17). Das Gesetz wird aber nicht abgeschafft, sondern erfüllt (Lk 16:17 - vgl. Röm 13:10). 72* jedenfalls in der Anfangszeit, als die Massen zu Jesus strömten. Vgl. aber auch Mt 11:12 mit Anm. 12!"
Lk 16:17 - Leichter aber vergehen Himmel und Erde, als dass vom Gesetz [auch nur] ein Strichlein hinfällig wird (73*).
73* vgl. Mt 5:18
Lk 16:18 - Jeder, der seine Frau entlässt (74*) und eine andere (75*) heiratet, bricht die Ehe, und wer eine von [ihrem] Mann Entlassene (76*) heiratet, bricht [ebenfalls] die Ehe.
"74* o. loslässt, gehen lässt, wegschickt, verstößt (Mt 5:32) 75* o. andersartige 76* o. Weggeschickte, Verstoßene"
Lk 16:19 - Es lebte (77*) aber ein reicher Mensch; er kleidete sich in purpurroten Stoff und feines Leinen und verbrachte alle Tage in Vergnügen und Glanz (78*).
"77* w. war 78* o. fröhlich und prächtig (glänzend sich vergnügend)"
Lk 16:20 - Einen Armen aber namens Lazarus, der mit Geschwüren bedeckt war, hatte man vor seinen Toreingang gelegt (79*).
79* w. geworfen
Lk 16:21 - Gern hätte der seinen Hunger gestillt von dem, was von des Reichen Tisch fiel; es kamen aber auch die Hunde (80*) und leckten an seinen Geschwüren.
80* o. ja, es kamen sogar die Hunde
Lk 16:22 - Es geschah aber, dass der Arme starb und von den Engeln in Abrahams Schoß (81*) davongetragen wurde. Auch der Reiche starb und wurde begraben.
81* o. an die Brust Abrahams (in dessen nächste Nähe und innige Gemeinschaft)
Lk 16:23 - Als er dann im Hades (82*) seine Augen aufhob, wo er qualvolle Schmerzen litt (83*) - da sieht er Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß.
"82* o. Totenreich (im NT in Mt 11:23 - Mt 16:18 - Lk 10:15 - Lk 16:23 - Apg 2:27 - Apg 2:31 - Offb 1:18 - Offb 6:8 - Offb 20:13,14). Jesus ist seit seiner Auferstehung der Herr des Todes und des Hades (Offb 1:18). 83* w. in Qualen war (griech. Plural von „basanos“ = qualvolle Untersuchungen, Prüfungen, Bedrängnisse, Leiden)"
Lk 16:24 - Und er rief [laut]: Vater Abraham, erbarme dich meiner und schick [mir] Lazarus; er möge die Spitze seines Fingers ins Wasser tauchen und meine Zunge kühlen, denn ich leide Schmerzen in dieser feurigen Glut (84*)!
84* o. Flamme, Hitze
Lk 16:25 - Abraham aber sprach: Kind, denke daran, dass du dein Gutes [schon] empfangen hast in deinem [Erden-]leben und Lazarus ebenso das Schlechte (85*); nun aber wird er hier getröstet, du aber erleidest Schmerzen (86*).
"85* o. Üble, Schlimme, Böse 86* Es gibt eine ausgleichende Gerechtigkeit Gottes (Lk 1:52,53 - Hes 17:24 - Mt 5:3-7 - 2Kor 4:17), doch entscheiden letzten Endes nicht Armut o. Reichtum über das zukünftige Heil o. Unheil, sondern die Gesinnung und der Glaube."
Lk 16:26 - Und zu alledem ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt (87*), damit, die von hier zu euch hinüberzugehen wünschen, es nicht können und sie [auch] von dort nicht zu uns herübergelangen (88*).
"87* freier: klafft zwischen uns und euch ein tiefer Abgrund 88* o. auf die andere Seite übersetzen (können); vgl. Mk 5:21 (ans jenseitige Ufer gelangen)"
Lk 16:27 - Er aber sagte: So bitte ich dich, Vater, dass du ihn ins Haus meines Vaters schickst,

Lk 16:28 - denn ich habe [noch] fünf Brüder, die soll er eindringlich warnen (89*), damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual gelangen.
89* o. beschwören (ihnen soll er ernstlich Zeugnis geben) (1Tim 5:21 - 2Tim 4:1)
Lk 16:29 - Abraham aber sagt: Sie haben Mose und die Propheten, auf die sollen sie hören.

Lk 16:30 - Er erwiderte: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von [den] Toten zu ihnen ginge, so würden sie umkehren (90*).
90* o. ihr Sinnen und Denken ändern (Lk 15:7)
Lk 16:31 - Er aber sprach zu ihm: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer aus [den] Toten aufersteht.

Lk 17

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Lk 17:1 - Weiter sagte er zu seinen Schülern: Es ist unmöglich, dass die Verführungen [zur Sünde] (1*) ausbleiben, doch wehe dem, durch den sie kommen!
1* o. Ärgernisse, Fallstricke, Anstöße (zum Abfall vom Glauben); vgl. Mt 18:6,7
Lk 17:2 - Es wäre ihm besser (2*), wenn ein Mühlstein um seinen Hals herum befestigt und er ins Meer geschleudert würde, statt dass er [auch nur] eins dieser Kleinen (3*) [zur Sünde] verführt (4*).
"2* o. Es würde ihm zum Nutzen, Gewinn, Vorteil gereichen 3* die kindlich an Jesus glauben (Mt 18:4-6) 4* o. einem dieser Kleinen zum Ärgernis, Fallstrick, „Skandal“ gereicht (ein Anstoß zur Sünde wird) (Mt 5:29 - Mt 18:8)"
Lk 17:3 - Gebt [darum] Acht auf euch selbst! Wenn dein Bruder sündigt, so weise ihn ernstlich zurecht (5*), und wenn er bereut (6*), so vergib ihm (7*)!
"5* o. mach ihm Vorhaltungen, ermahne ihn nachdrücklich (Mt 8:26 - Mt 12:16 - Mt 16:22 - Mt 17:18) 6* o. umkehrt, sein Sinnen und Denken ändert (Mt 3:2 - Lk 13:3 - Lk 15:7 - Lk 16:30) 7* Uneinsichtigen muss die Vergebung nicht ohne weiteres „nachgeworfen“ werden. Dies ist aber kein Freibrief für böses Nachtragen o. Hass."
Lk 17:4 - Und wenn er siebenmal am Tag gegen dich sündigt und siebenmal zu dir zurückkommt und sagt: „Ich bereue es“, so sollst du ihm vergeben (8*).
8* vgl. Mt 18:15-17 - Mt 18:21,22
Lk 17:5 - Und es sagten die Apostel zum Herrn: Mehre uns den Glauben (9*)!
9* o. Füge uns Glauben hinzu
Lk 17:6 - Der Herr aber sprach: Wenn ihr [auch nur] Glauben habt [so klein] wie ein Senfkorn – ihr [könntet] zu diesem Maulbeerbaum sagen: „Entwurzle dich und verpflanz dich ins Meer“, und er würde euch gehorchen (10*).
10* vgl. Mt 17:20 mit Anmerkungen; Mk 9:23,24 - Joh 6:29
Lk 17:7 - Wer von euch, der einen Sklaven hat (11*), der pflügt oder die Herde weidet, wird bei seiner Heimkehr vom Feld zu ihm sagen: „Komm sofort her und leg dich [zum Essen] zu Tisch“?
11* Lk 17:7-21 sind "Sondergut" (Texte, die nur Lukas hat)
Lk 17:8 - Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: „Bereite [mir] mein Essen; umgürte dich und diene mir (12*), bis ich gegessen und getrunken habe, und danach magst du essen und trinken“?
12* griech. diakoneo (wie Mt 20:28 - Lk 12:37 - Lk 22:26)
Lk 17:9 - Dankt er etwa (13*) dem Sklaven [dafür], dass er getan hat, was angeordnet war?
13* w. Hat er etwa Dank (Gunst, Huld, Gnade)
Lk 17:10 - So gilt auch für euch (14*): Wenn ihr alles getan habt, was euch aufgetragen (15*) war, so sprecht: Wir sind unnütze Sklaven (16*); wir haben [nur] getan, was wir zu tun schuldig waren.
"14* w. Ebenso auch ihr 15* o. angeordnet, befohlen 16* o. uninteressante (keinen besonderen Nutzen bringende und daher keines Lobes, Dankes, Verdienstes würdige) Sklaven. Wiederum gilt aber auch 1Kor 3:11-15."
Lk 17:11 - Und es geschah, als er nach Jerusalem wanderte (17*), dass er mitten durch Samaria und Galiläa zog (18*).
"17* vgl. Lk 9:51 - Lk 13:22 18* o. dass er durch das Grenzgebiet von Samaria und Galiläa zog (etwa entlang der Grenze zwischen beiden)"
Lk 17:12 - Als er [dabei] ein Dorf betrat, kamen ihm zehn aussätzige Männer entgegen, die in einer [gewissen] Entfernung stehen blieben (19*);
19* wozu sie als Aussätzige verpflichtet waren
Lk 17:13 - sie erhoben [ihre] Stimme und riefen (20*): Jesu, Meister, erbarme dich unser!
20* w. und sie erhoben die Stimme, sagend
Lk 17:14 - Da sah er [sie] an und sprach zu ihnen: Geht und zeigt euch den Priestern! Und es geschah: Während sie hingingen, wurden sie rein.

Lk 17:15 - Einer von ihnen aber kehrte [zu Jesus] zurück, als er sah, dass er geheilt worden war, wobei er mit lauter Stimme Gott die Ehre gab (21*),
21* o. Gott verherrlichte, rühmte, pries
Lk 17:16 - und er warf sich zu seinen Füßen auf [sein] Angesicht nieder und dankte ihm – und der war ein Samariter (22*)!
22* vgl. Mt 10:5 - Lk 9:52 - Lk 10:33 - Joh 4:9 - Joh 4:39,40. Die Samariter waren ein Mischvolk mit einer Mischreligion. Nach der Einnahme Samarias durch den König von Assyrien (2Kö 17) im Jahr 722 v. Chr. hatten sich Israeliten mit eingedrungenen Ausländern vermischt. Deren Nachkommen hatten etwa um 350 v. Chr. auf dem Berg Garizim einen eigenen Tempel erbaut. Auch nach der Zerstörung dieses Tempels durch Johannes Hyrkanos (135-104 v. Chr.) blieb der Berg das Kultzentrum der Samariter. - Vom AT hatten sie die 5 Bücher Mose als Heilige Schrift übernommen.
Lk 17:17 - Da ergriff Jesus das Wort und sprach: Sind nicht zehn rein geworden? Wo aber sind die neun?

Lk 17:18 - Haben sich [sonst] keine gefunden, die zurückgekehrt wären (23*), um Gott die Ehre zu geben, außer diesem Fremden (24*)?
"23* w. Wurden sie nicht zurückkehrend gefunden 24* o. Fremdstämmigen"
Lk 17:19 - Und er sprach zu ihm: Steh auf, geh hin! Dein Glaube hat dich gerettet (25*)!
25* o. geheilt. Der Samariter findet sowohl Heilung als Heil. Vgl. Mk 5:34 mit Anm. 79
Lk 17:20 - Als er von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Königreich Gottes? Gab er ihnen zur Antwort: Das Königreich Gottes kommt nicht so, dass man es [danebenstehend] beobachten könnte (26*),
26* o. dass neutrale Beobachter (Außenstehende, Danebenstehende) sein Heraufziehen erkennen könnten
Lk 17:21 - noch wird man sagen: „Sieh, hier [ist es]“ oder: „Dort!“ Denn sieh, das Königreich Gottes ist [schon] mitten unter euch (27*)!
27* Bei Jesu erstem Kommen sollte das Königreich Gottes noch nicht sichtbar und weltweit (im Sinne von Jes 2:2-4 o. Offb 20:1-4) aufgerichtet werden; dennoch war es (in Jesu Person und Wirken) schon da, „mitten unter euch“, es war „nahe gekommen“ (Mt 3:2 - Lk 11:20). Heute existiert es als geistliches Reich (Kol 1:13); mit Jesu Wiederkunft wird sein Reich dann auch sichtbar erscheinen (Mt 13:40-43 - Mt 19:28). Von dieser plötzlich erfolgenden Wiederkunft sprechen die folgenden Verse.
Lk 17:22 - Weiter sagte er zu [seinen] Schülern: Es werden Tage kommen, da ihr wünschen werdet, einen der Tage des Menschensohns zu sehen, und ihr werdet [ihn] nicht sehen (28*).
28* Der „Menschensohn“ ist Jesus; vgl. Mt 8:20 mit Anm. 17.
Lk 17:23 - Und sie werden zu euch sagen: „Sieh dort!“ oder: „Sieh hier!“ Geht nicht hin und folgt [ihnen] nicht!

Lk 17:24 - Denn wie der Blitz aufblitzend leuchtet von der [einen Seite] unter dem Himmel bis zur [andern Seite] unter dem Himmel (29*), so wird der Menschensohn an seinem Tag erscheinen (30*).
"29* o. von einem Horizont bis zum andern 30* w. sein. - „Tag“ bedeutet Gerichtstag, aber auch Kommen und Anwesenheit (Mt 7:22 - Röm 13:12 - 1Kor 1:8 - Phil 1:6 - 1Thes 5:2)."
Lk 17:25 - Zuerst aber muss er viel erleiden (31*) und von diesem Geschlecht (32*) als unbrauchbar (33*) verworfen werden.
"31* vgl. Mt 16:21 - 1Petr 1:11 32* o. dieser Generation, dem Volk von heute 33* o. unecht, untüchtig, unbewährt (Mk 8:31 - Mk 12:10)"
Lk 17:26 - Und wie es geschah in den Tagen Noahs, so wird es auch in den Tagen des Menschensohnes sein:

Lk 17:27 - Sie aßen, sie tranken, sie heirateten, sie wurden verheiratet (34*) - bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging und die große Flut kam und alle ins Verderben riss.
34* Die Imperfektform zeigt ein fortwährendes Tun an (sie gingen völlig darin auf).
Lk 17:28 - Und wie es geschah (35*) in den Tagen Lots: Sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten [und] sie bauten (34*) -
"34* Die Imperfektform zeigt ein fortwährendes Tun an (sie gingen völlig darin auf). 35* w. Ebenso wie es geschah"
Lk 17:29 - an dem Tag aber, da Lot aus Sodom hinausging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und riss alle ins Verderben (36*) -,
36* Zu Lk 17:26-32 vgl. 1Mo 6 u. 1Mo 7 u. 1Mo 19 - Mt 24:17,18 - Mt 24:37-39!
Lk 17:30 - genauso wird es an dem Tage sein, da der Menschensohn sich offenbart (37*).
37* geoffenbart o. enthüllt wird (an dem sein „Apokalypse“ geschieht)
Lk 17:31 - Wer an jenem Tag [gerade] auf dem Dach [seines Hauses] ist und seine Sachen (38*) im Hause [hat], steige nicht hinab, um sie zu holen; ebenso soll, wer auf dem Feld [ist] sich nicht umwenden (39*) nach dem, [was] hinter [ihm ist].
"38* w. Geräte, Gefäße 39* o. umdrehen, zurückkehren"
Lk 17:32 - Denkt (40*) an die Frau des Lot (41*)!
"40* o. Erinnert euch 41* vgl. 1Mo 19:17 - 1Mo 19:26 - Lk 9:62 - Phil 3:13,14"
Lk 17:33 - Wer immer seine Seele (42*) für sich selbst zu erhalten sucht (43*), der wird sie verlieren; wer immer sie aber verliert, wird sie zum Leben führen (44*).
"42* o. sein (vom Seelisch-Natürlichen beherrschtes) Leben (vgl. Mt 10:39 - Mt 16:25 - Mk 8:35) 43* für sich (als Eigentum) zu gewinnen o. besitzen sucht 44* o. lebendig machen, ins Leben zeugen"
Lk 17:34 - Ich sage euch: In der betreffenden Nacht (45*) werden zwei auf einem Lager liegen (46*); der eine wird mitgenommen (47*) und der andere zurückgelassen werden.
"45* Wenn Jesus wiederkommt, wird es bei den Erdbewohnern teils Nacht, teils Tag sein. 46* w. sein 47* o. angenommen (Mt 18:16 - Joh 1:11 - Joh 14:3 - Kol 2:6)"
Lk 17:35 - Zwei [Frauen] werden zusammen [mit der Mühle] mahlen; die eine wird mitgenommen (47*), die andere aber zurückgelassen werden.
47* o. angenommen (Mt 18:16 - Joh 1:11 - Joh 14:3 - Kol 2:6)
Lk 17:36 - Zwei werden auf dem Felde sein; einer wird mitgenommen (47*) und der andere zurückgelassen werden (48*).
"47* o. angenommen (Mt 18:16 - Joh 1:11 - Joh 14:3 - Kol 2:6) 48* V.36 fehlt in den alten Handschriften. - Vgl. zu V.35.36: Mt 24:40,41."
Lk 17:37 - Und sie antworten und sagen zu ihm: Herr, wo? Er aber sprach zu ihnen: Wo der Leib (49*) ist, dort versammeln sich auch die Raubvögel (50*).
"49* hier: der tote Leib, der Leichnam 50* w. Adler o. Geier (vgl. Mt 24:28 mit Anm. 35). S.a. Hos 8:1."

Lk 18

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Lk 18:1 - Er sagte ihnen aber ein Gleichnis (51*) darüber, dass sie allezeit beten sollten, ohne müde zu werden (52*):
"51* griech. parabolä (besonders häufig in Mt 13 und bei Lukas: Lk 4:23 - Lk 5:36 - Lk 6:39 - Lk 8:4 - Lk 8:9,10,11 - Lk 12:16 - Lk 12:41 - Lk 13:6 - Lk 14:7 - Lk 15:3 - Lk 18:1 - Lk 18:9 - Lk 19:11 - Lk 20:9 - Lk 20:19 - Lk 21:29) 52* o. mutlos zu werden, nachzulassen. - Lk 18:1-14 sind „Sondergut“ (nur bei Lukas vorkommend)."
Lk 18:2 - Es war ein Richter in einer Stadt, der Gott nicht fürchtete und keinen Menschen achtete (53*).
53* o. respektierte, scheute (vgl. Mt 21:37 - Hebr 12:9)
Lk 18:3 - Eine Witwe aber lebte in der gleichen Stadt (54*); sie kam [immer wieder] zu ihm und sagte: Verschaffe mir Recht gegenüber meinem Widersacher (55*)!
"54* w. war in jener Stadt 55* o. Prozessgegner (vgl. Jes 1:17 - Mt 5:25)"
Lk 18:4 - Doch lange Zeit wollte er nicht. Dann aber sagte er sich (56*): Wenn ich auch Gott nicht fürchte und keinen Menschen achte,
56* o. sprach er bei sich selbst
Lk 18:5 - so will ich [doch] dieser Witwe Recht verschaffen, weil sie mir [so viel] Mühe macht (57*), damit sie nicht am Ende [noch] kommt und mich ins Gesicht schlägt!
57* o. mir Anstrengung bis zur Ermüdung bereitet (mir keine Ruhe lässt)
Lk 18:6 - Der Herr aber sprach: Hört, was der ungerechte Richter (58*) sagt!
58* w. Richter der Ungerechtigkeit (vgl. Lk 16:8: Verwalter der Ungerechtigkeit; Lk 16:9: Mammon der Ungerechtigkeit)
Lk 18:7 - Sollte da Gott nicht [viel mehr] seinen Auserwählten zum Recht verhelfen (59*), die laut zu ihm rufen Tag und Nacht? Zieht er's [wohl] lange hin bei ihnen (60*)?
"59* o. zugunsten seiner Auserwählten Vergeltung üben (nämlich an den Feinden) (2Thes 1:8) 60* o. Wird er sie (wohl) lange warten lassen"
Lk 18:8 - Ich sage euch: Er wird ihnen in Eile zum Recht verhelfen (61*)! - Doch wird [wohl] der Menschensohn, wenn er kommt, den Glauben auf der Erde finden (62*)?
"61* Gott handelt schnell, wenn seine Zeit gekommen ist (Offb 22:12). - Der Sinn des Gleichnisses ist: Wenn schon ungerechte Menschen sich über anhaltend Bittende erbarmen, wie viel mehr Gott (Mt 7:11 - Lk 11:8-13). 62* nämlich anhaltend bittenden und ausharrenden Glauben"
Lk 18:9 - Er wandte sich dann mit folgendem Gleichnis an einige, die im Blick auf sich selbst überzeugt waren, gerecht zu sein, und die Übrigen für nichts achteten:

Lk 18:10 - Zwei Menschen gingen zum Tempel hinauf, um zu beten – der eine ein Pharisäer und der andere ein Zöllner.

Lk 18:11 - Der Pharisäer stellte sich hin und betete bei sich selbst (63*) so: O Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die übrigen Menschen: Räuber, Ungerechte, Ehebrecher – oder auch wie dieser Zöllner.
63* o. im Blick auf sich selbst. Er blieb auch im Gebet „bei sich selbst“, ein frommer Egozentriker.
Lk 18:12 - Ich faste zweimal in der Woche [und] gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme.

Lk 18:13 - Der Zöllner aber blieb weit entfernt stehen und wagte nicht einmal, die Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug an seine Brust und sprach: O Gott, sei mir, dem Sünder, gnädig (64*)!
64* o. lass dich mit mir, dem Sünder, versöhnen (1Jo 2:2 - 1Jo 4:10)
Lk 18:14 - Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt (65*) in sein Haus hinab – vor jenem [andern] (66*)! Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden (67*); wer sich aber selbst erniedrigt (68*), wir erhöht werden (69*).
"65* vgl. Röm 3:20 - Röm 3:24 - Röm 3:28 - Röm 5:1 66* o. im Gegensatz zu jenem (vgl. Mt 21:31) 67* o. gedemütigt, klein gemacht werden (Lk 14:11) 68* o. demütigt 69* Hier endet die große Einschaltung, der Reisebericht des Lukas (Lk 9:51 bis Lk 18:14)."
Lk 18:15 - Sie brachten ihm auch die neugeborenen Kindlein (70*), damit er sie berühre; als es aber [seine] Schüler sahen, machten sie denen [die sie brachten] heftige Vorwürfe (71*).
"70* „brephos“ = werdendes Kind, Neugeborenes, Säugling, Kleinkind (Lk 1:41 - Lk 1:44 - Lk 2:12 - Lk 2:16 - 1Petr 2:2) 71* o. drohten sie ihnen (vgl. Mt 19:13-15 - Mk 10:13-16)"
Lk 18:16 - Jesus aber rief sie zu sich und sprach: Lasst die Kindlein zu mir kommen und hindert sie nicht [daran]! Denn solchen [wie ihnen] gehört das Königreich Gottes.

Lk 18:17 - Wahrlich (72*), ich sage euch: Wer das Königreich Gottes nicht annimmt wie ein Kindlein, wird keinesfalls hineinkommen!
72* w. Amen
Lk 18:18 - Und es fragte ihn ein Vorsteher (73*): Guter Lehrer, was soll ich tun, um ewiges Leben (74*) als Erbteil zu erhalten?
"73* o. Ratsherr, Mitglied einer Behörde. - Vgl. Mt 19:16-30 und Mk 10:17-31 mit Anmerkungen! 74* das Leben in der kommenden Weltzeit, im messianischen Königreich (vgl. Mt 25:46 mit Anm. 38)"
Lk 18:19 - Jesus sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Einem: Gott!

Lk 18:20 - Die Gebote kennst du [ja]: „Du sollst nicht ehebrechen – nicht töten – nicht stehlen – nicht lügnerisch Falsches bezeugen – ehre deinen Vater und [deine] Mutter (75*)!“
75* vgl. 2Mo 20 - Mt 19:17-19
Lk 18:21 - Er aber sagte: Dies alles habe ich von Jugend auf (76*) wachsam beobachtet und befolgt!
76* o. seit meiner Kindheit, von klein auf
Lk 18:22 - Als Jesus [das] hörte, sprach er zu ihm: Eins fehlt dir noch (77*): Verkaufe alles, was du hast, und verteile [den Erlös] an die Armen – so wirst du einen Schatz in den Himmeln haben – und komm [und] folge mir nach (78*)!
"77* o. Eins ist noch übrig für dich (bleibt noch zu tun) 78* Jesus fordert eine radikale Lösung vom Besitz (der offenbar zum Götzen geworden war) und eine radikale neue Bindung (an ihn als den Herrn)."
Lk 18:23 - Als er aber dies hörte, wurde er aufs Tiefste betrübt (79*), denn er war außerordentlich reich.
79* Seine Seele wurde „ringsum von Traurigkeit umgeben“ („perilypos“ steht auch in Mt 26:38 - Mk 6:26 - Mk 14:34).
Lk 18:24 - Als Jesus ihn so sah in seiner tiefen Traurigkeit, sprach er: Wie schwer kommen [doch Leute], die Vermögen haben (80*), ins Königreich Gottes hinein!
80* o. die Besitz, Geld, Güter, Reichtum haben
Lk 18:25 - Ja, leichter (81*) kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr hindurch als ein Reicher in das Königreich Gottes hinein (82*)!
"81* o. müheloser 82* vgl. Mk 10:25 mit Anm. 26!"
Lk 18:26 - Da sagten, die es hörten: Wer kann dann [überhaupt] gerettet werden?

Lk 18:27 - Er aber sprach: Was unmöglich [ist] bei Menschen (83*), ist [doch] möglich bei Gott!
83* w. Plural: Die bei Menschen unmöglichen o. unausführbaren Dinge sind ...
Lk 18:28 - Da sagte Petrus: Sieh, wir haben unser Eigentum verlassen und sind dir nachgefolgt!

Lk 18:29 - Er aber sprach zu ihnen: Wahrlich (72*), ich sage euch: Es gibt keinen, der [sein] Haus oder [seine] Frau oder Brüder oder Eltern oder Kinder um des Königreiches Gottes willen verlassen hat,

Lk 18:30 - der es nicht vielfältig wiederbekommt [schon] in dieser Zeit (84*) und in der kommenden Weltzeit ewiges Leben (74*).
"74* das Leben in der kommenden Weltzeit, im messianischen Königreich (vgl. Mt 25:46 mit Anm. 38) 84* o. in diesem begrenzten Zeitabschnitt (des Erdenlebens)"
Lk 18:31 - Er nahm dann die Zwölf beiseite und sprach zu ihnen (85*): Sieh, wir gehen hinauf nach Jerusalem und es wird alles vollendet werden (86*), was durch die Propheten über den Menschensohn geschrieben worden ist.
"85* Dies ist eigentlich die vierte Leidensankündigung bei Lukas, doch in Parallele zu Mt und Mk spricht man von dreien (Lk 9:22 und Lk 18:31-33 mit Hinweis auf die Auferstehung, Lk 9:44 und Lk 17:25 ohne diesen Hinweis). 86* o. vollends ausgeführt, verwirklicht werden, bis zum Letzten eintreten"
Lk 18:32 - Denn er wird den Heiden (87*) übergeben (88*) und verspottet und misshandelt (89*) und angespuckt werden,
"87* d.h. Nichtisraeliten, Nationen 88* o. überliefert, ausgeliefert, überantwortet 89* o. übermütig behandelt, beleidigt"
Lk 18:33 - und wenn sie ihn ausgepeitscht haben, werden sie ihn töten; doch am dritten Tage wird er auferstehen.

Lk 18:34 - Sie aber verstanden nichts von alledem und dieser Ausspruch war vor ihnen verborgen (90*) und sie begriffen (91*) das Gesagte nicht.
"90* o. diese Rede war ihnen dunkel (verhüllt) 91* w. erkannten"
Lk 18:35 - Es geschah aber, als er sich Jericho näherte, dass ein Blinder bettelnd am Wege saß (92*).
92* vgl. Mk 10:46-52
Lk 18:36 - Als [dieser] nun eine Volksmenge vorbeiziehen (93*) hörte, erkundigte er sich, was das sei.
93* w. hindurchziehen
Lk 18:37 - Man berichtete ihm, Jesus der Nazoräer (94*) komme vorbei.
94* d.h. der Nazarener, der aus Nazareth (Mt 2:23)
Lk 18:38 - Da rief er laut: Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner!

Lk 18:39 - Die aber vorausgingen (95*) befahlen ihm drohend (96*) zu schweigen; er aber schrie umso mehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner!
"95* o. vorangingen (vorn im Zuge gingen) 96* o. vorwurfsvoll, tadelnd, scheltend"
Lk 18:40 - Da blieb Jesus stehen und befahl, dass er zu ihm geführt werde. Als er aber näher gekommen war, fragte ihn [Jesus]:

Lk 18:41 - Was willst du? [Was] soll ich für dich tun? Er aber sprach: Herr [gib], dass ich wieder sehend werde!

Lk 18:42 - Und Jesus sprach zu ihm: Sei wieder sehend! Dein Glaube hat dich gerettet (97*)!
97* o. geheilt (dir Rettung, Heil, Hilfe verschafft); vgl. Mt 9:22 - Mk 10:52 - Lk 7:50 - Lk 17:19 - Eph 2:8
Lk 18:43 - Und augenblicklich [konnte] er wieder sehen und Gott preisend (98*) folgte er ihm nach. Auch das ganze Volk, das zugesehen hatte, lobte Gott (99*).
"98* o. verherrlichend, rühmend, ehrend 99* w. gab Gott Lobpreis o. Ehre"

Lk 19

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Lk 19:1 - Dann ging er nach Jericho hinein und zog hindurch.

Lk 19:2 - Und sieh, [da war] ein Mann mit Namen Zachäus, der war Oberzöllner und [als solcher] reich.

Lk 19:3 - Und er suchte Jesus zu sehen, [um einen Eindruck zu bekommen] wer er wäre, doch wegen der Volksmenge gelang es ihm nicht (1*), denn er war klein von Gestalt.
1* w. konnte er es nicht. - Lk 19:1-10 ist „Sondergut“ des Lukas.
Lk 19:4 - Da lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um ihn zu sehen, denn er war im Begriff, auf jenem [Weg] vorbeizukommen (2*).
2* o. durchzukommen, hindurchzuziehen
Lk 19:5 - Und sowie er an die Stelle gekommen war, blickte Jesus empor und sprach zu ihm: Beeile dich, Zachäus, und komm herunter (3*)! Denn ich muss [noch] heute (4*) in deinem Hause zu Gast sein (5*)!
"3* o. Zachäus, steig eilends herab 4* vgl. Mt 24:6 - Joh 3:7 - Joh 3:14 - Hebr 3:7 - Hebr 3:13 - Hebr 3:15 - Hebr 4:7 5* o. einkehren (w. bleiben)"
Lk 19:6 - Da beeilte er sich und stieg herunter und nahm ihn mit Freuden auf.

Lk 19:7 - Und alle, die es sahen, murrten laut (6*) und sagten: Bei einem [offenkundigen] Sünder (7*) ist er eingekehrt, um zu rasten (8*)!
"6* vgl. Lk 15:2 7* w. einem sündigen Mann 8* o. auszuspannen, Halt zu machen"
Lk 19:8 - Zachäus aber trat herzu und sprach zum Herrn: Sieh, die Hälfte meines Vermögens, Herr, gebe ich den Armen, und wenn ich durch falsche Anklage von jemand etwas erpresst habe (9*), so erstatte ich [es diesem] vierfach zurück (10*)!
"9* Das Wort „sykophanteo“ (nur Lk 3:14 und Lk 19:8) bedeutet ursprünglich: jemand wegen „Feigen anzeigen“ (wegen Schmuggelwaren vor Gericht bringen); ferner dann: falsche Anklage erheben, denuzieren, verleumden (etwa um Geld zu erpressen). 10* vgl. 2Mo 21:37"
Lk 19:9 - Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren (11*), weil ja auch er ein Sohn Abrahams ist (12*).
"11* o. Rettung (zuteil) geworden. - Wie dieser Bericht zeigt, ist es nicht unmöglich, dass ein Reicher in das Reich Gottes eingeht (Mt 19:23-26 - Lk 18:24-27). 12* Jesu Sendung galt zunächst Israel (Mt 15:24 - Lk 13:16)."
Lk 19:10 - Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist (13*).
13* vgl. Mt 9:12,13 - Mk 10:45 - Lk 15:6 - Lk 15:10 - Lk 15:20-24
Lk 19:11 - Als sie aber dies hörten, fügte er [noch] ein Gleichnis hinzu (14*); denn er war nahe bei Jerusalem und sie meinten, das Königreich Gottes werde nun gleich (15*) aufleuchtend sichtbar werden (16*).
"14* w. sagte er hinzufügend ein Gleichnis („Parabel“). - Vgl. Mt 25:14-30! 15* o. auf der Stelle, momentan, augenblicklich 16* Jesus dämpft diese voreilige Naherwartung durch den Hinweis auf sein Weggehen und Wiederkommen (vgl. Mt 25:14 - Mt 25:19 - Apg 1:11 - Apg 3:20,21)."
Lk 19:12 - Er sagte also: Ein vornehmer (17*) Mensch zog in ein fernes Land, um königliche Würde und Herrschaft für sich zu empfangen (18*) und [dann] zurückzukehren.
"17* „eugenäs“ = edel geboren, von vornehmer Herkunft (auch Apg 17:11 - 1Kor 1:26) 18* vgl. Offb 5:6-12"
Lk 19:13 - [Vorher] rief er zehn seiner Sklaven [zu sich] und gab ihnen zehn Pfunde (19*) und er sprach zu ihnen: Treibt [damit] Handel [in der Zeit], bis ich komme (20*)!
"19* griech. mna (Mine). Der Wert einer Mine entsprach 100 Drachmen o. 100 Denaren = 80 Goldmark. (1 Denar war der Tageslohn eines Arbeiters: Mt 20:2) 20* w. während ich komme"
Lk 19:14 - Seine Bürger aber hassten ihn und schickten eine Gesandtschaft hinter ihm her und [ließen] sagen: Wir wollen nicht, dass dieser über uns König sei (21*)!
21* vgl. Lk 13:34 - Joh 1:11 - Joh 19:15 - Ps 2:1-6. Jesus knüpft hier vielleicht an die Zeitgeschichte an: Archelaus (Mt 2:22) war nach Rom gereist, um vom Kaiser als Nachfolger seines Vaters anerkannt zu werden, während eine jüdische Gesandtschaft dies verhindern wollte.
Lk 19:15 - Und es geschah: Als er im Besitz königlicher Würde und Herrschaft (22*) zurückgekommen war, da ließ er diese [seine] Sklaven zu sich rufen, denen er das Geld gegeben hatte, damit er erführe, was sie erwirtschaftet hätten.
22* o. nach der Einnahme des Königreichs
Lk 19:16 - Der erste trat ein und sagte: Herr, dein Pfund (19*) hat zehn Pfunde dazu erworben.
19* griech. mna (Mine). Der Wert eine Mine entsprach 100 Drachmen o. 100 Denaren = 80 Goldmark. (1 Denar war der Tageslohn eines Arbeiters: Mt 20:2)
Lk 19:17 - Da sprach er zu ihm: Sehr gut (*23), du tüchtiger Sklave! Weil du im Kleinsten treu gewesen bist (*24), sollst du Vollmacht (*25) haben über zehn Städte.
"23* o. Recht so, gut so, vortrefflich 24* w. geworden bist 25* o. Herrschaft, Autorität, Amtsgewalt"
Lk 19:18 - Und der zweite kam und sagte: Dein Pfund, Herr, hat fünf Pfunde erbracht.

Lk 19:19 - Zu diesem sprach er: Und du – sei über fünf Städte [gesetzt] (26*)!
26* Je nach dem Verhalten der Menschen wird Gott einmal Unterschiede machen – im Dienstbereich (Lk 19:17 - Lk 19:19), in der Verherrlichung (1Kor 15:41,42) und im Gericht (Mt 11:22 - Mt 11:24).
Lk 19:20 - Da kam der andere (27*) und sagte: Herr, sieh, [da ist] dein Pfund, das ich in einem Tuch aufbewahrt hielt (28*);
"27* o. andersartige 28* in einem Taschentuch o. Schweißtuch beiseite legte"
Lk 19:21 - ich fürchtete mich nämlich vor dir, weil du ein strenger (29*) Mensch bist. Du nimmst, was du nicht hingelegt hast (30*) und erntest, was du nicht gesät hast.
"29* o. unfreundlicher (Mt 25:24) 30* im kaufmännischen Sinn: Du hebst ab, was du nicht eingezahlt hast"
Lk 19:22 - Er spricht zu ihm: Mit deinen eigenen Worten (31*) werde ich dich richten, du untüchtiger (32*) Sklave! Du wusstest [also], dass ich ein strenger (29*) Mensch bin, [dass ich] nehme, was ich nicht hingelegt, und ernte, was ich nicht gesät habe?
"29* o. unfreundlicher (Mt 25:24) 31* w. Aus deinem Munde 32* o. nichtswürdiger, schlechter, böser"
Lk 19:23 - Warum hast du dann mein Geld nicht auf die Bank gegeben? Dann hätte ich es bei meinem Kommen mit Zins abheben (33*) [können].
33* o. einfordern, eintreiben
Lk 19:24 - Darauf sprach er zu den Dabeistehenden: Nehmt ihm das Pfund weg und gebt es dem, der die zehn Pfunde hat!

Lk 19:25 - Da sagten sie zu ihm: Herr, er hat [doch schon] zehn Pfunde!

Lk 19:26 - Ich sage euch: Jedem, der hat, wird gegeben werden; von dem aber, der nicht hat, wird auch [das], was er hat, weggenommen werden (34*).
34* vgl. Mt 25:29 mit Anm. 21!
Lk 19:27 - Diese meine Feinde jedoch, die nicht wollten, dass ich König über sie sei, bringt hierher und macht sie vor mir nieder!

Lk 19:28 - Und nachdem er dies gesagt hatte (35), zog er weiter (36*) auf seinem Gang hinauf nach Jerusalem (37*).
"35* Während das in Lk 19:28-38 und Lk 19:45-48 Berichtete in Mt 21 und Mk 11 Parallelen hat, sind Lk 19:39-44 „Sondergut“. 36* o. ging er weiter vorwärts (an der Spitze des Zuges) 37* Nach Jerusalem zieht man „hinauf“ (Mt 20:18), dagegen nach Jericho (Lk 19:30) o. Ägypten (1Mo 12:10) „hinab“. Dies gilt auch sinnbildlich."
Lk 19:29 - Und es geschah: Sowie er sich Bethfage und Bethanien genähert hatte - am Berg [gelegen], der Ölberg heißt -, sandte er zwei [seiner] Schüler aus

Lk 19:30 - und sprach: Geht hin in das Dorf gegenüber. Wenn ihr hineinkommt, werdet ihr dort ein [Esels-]Füllen angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat (38*); bindet es los und führt [es her]!
38* w. auf dass sich keiner der Menschen jemals gesetzt hat
Lk 19:31 - Und wenn euch jemand fragt: Warum bindet ihr es los?, [dann] sollt ihr so antworten: Der Herr bedarf seiner (39*).
39* o. braucht es (Mt 21:3)
Lk 19:32 - Als nun die Abgesandten hingegangen waren, fanden sie [es so], wie er es ihnen gesagt hatte.

Lk 19:33 - Als sie aber das Füllen losbanden, sprachen dessen Herren (40*) zu ihnen: Warum bindet ihr das Füllen los?
40* seine Besitzer o. Eigentümer
Lk 19:34 - Sie aber sagten: Der Herr bedarf seiner.

Lk 19:35 - Und sie führten es zu Jesus und warfen ihre Kleider (41*) auf das Füllen und ließen Jesus aufsteigen (42*).
"41* o. Mäntel, Obergewänder 42* vgl. 1Kö 1:33,34 - Sach 9:9"
Lk 19:36 - Während er dann weiterzog, breiteten [viele] ihre Kleider (41*) auf dem Wege aus.
41* o. Mäntel, Obergewänder
Lk 19:37 - Als er aber schon nahe an den Abhang des Ölbergs (43*) herangekommen war, fing die ganze große Menge (44*) [seiner] Schüler an, freudig erregt mit lauter Stimme Gott zu loben um aller Machttaten (45*) willen, die sie gesehen hatten,
"43* an die Stelle, wo man vom Ölberg nach Jerusalem hinabsteigt 44* o. die ganze Fülle, Masse (Lk 1:10 - Lk 2:13 - Lk 5:6 u.a.) 45* o. Wundertaten, Kraftwirkungen"
Lk 19:38 - und sie riefen (46*): Gesegnet (47*), der da kommt – der König (48*) - im Namen des Herrn! Friede im Himmel und Herrlichkeit in den höchsten Höhen (49*)!
"46* w. sagend 47* o. Gepriesen, gelobt (Ps 118:26 - Mt 21:9 - Mt 23:39) 48* „Der König“ ist Hinzufügung zu Ps 118:26. Erwarten sie, dass sich Jesus nun als König offenbart? 49* Dies erinnert an Lk 2:14, unterscheidet sich aber auch davon. Statt vom „Frieden auf Erden“ ist vom „Frieden im Himmel“ die Rede."
Lk 19:39 - Da sagten einige der Pharisäer aus der Volksmenge zu ihm: Lehrer, verbiete [das] deinen Schülern (50*)!
50* o. weise sie zurecht, verwehre es ihnen, tadle sie
Lk 19:40 - Doch er gab zur Antwort: Ich sage euch: Wenn diese schweigen, werden die Steine schreien (51*)!
51* Das „Schreien der Steine“ weist auf Gericht hin (Hab 2:11 - Lk 21:6) o. auf Gottes Lob durch Menschen, die zuvor kalten, toten Steinen glichen (Mt 3:9).
Lk 19:41 - Als er dann näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie

Lk 19:42 - und sprach: Wenn doch auch du an diesem Tag erkennen möchtest, was zum Frieden [führt] (52*)! Nun aber ist es vor deinen Augen verborgen.
52* Jesu Einzug in Jerusalem bot gleichsam eine letzte Gelegenheit, ihn als Messiaskönig anzunehmen. Jesus weint, weil er kommen sieht, dass Jerusalem nicht umkehrt und darum Gericht erfährt (vgl. Hos 11:8 - Jes 30:15-18 - Mt 23:37-39 - Lk 13:34-35). Seine Weissagungen in Lk 19:43 - Lk 19:44 und Lk 21:20-24 betreffen die Zerstörung Jerusalems durch Titus im Jahre 70 n.Chr.
Lk 19:43 - Denn es werden Tage über dich kommen, da deine Feinde einen Wall (53*) gegen dich aufwerfen und dich ringsum einschließen und dich von allen Seiten bedrängen werden;
53* o. Verschanzung, Pfahlwerk, Bollwerk, Palisadenwall
Lk 19:44 - ja, sie werden dich zu Boden strecken und deine Kinder in dir und werden in dir keinen Stein auf dem andern lassen (54*), weil du den rechten Zeitpunkt (55*) deiner [Gnaden-]Heimsuchung nicht erkannt hast (56*).
"54* w. nicht lassen Stein auf Stein 55* o. die gelegene, günstige, bestimmte Zeit („kairos“) 56* o. weil du die (dir) bestimmte Zeit nicht wahrgenommen hast, da Gott dich (in Gnaden) angeblickt und besucht hat (vgl. Lk 1:68 - Lk 1:78). Wer Gnadenheimsuchungen Gottes verschmäht, erleidet Gerichtsheimsuchungen."
Lk 19:45 - Und er ging in den Tempel hinein und fing an, die Verkäufer hinauszuwerfen.

Lk 19:46 - Dabei sagte er ihnen: Es steht geschrieben: „Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein“; ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht (57*)!
57* vgl. Jes 56:7 - Jer 7:11 - Mt 21:12,13 mit Anm. 14 & 15!
Lk 19:47 - Und er hielt sich Tag für Tag lehrend im Tempel auf; die Hohenpriester aber und die Schriftgelehrten und die Ersten (58*) des Volkes suchten [fortwährend nach einer Gelegenheit], ihn umzubringen,
58* o. Angesehensten, Vornehmsten, Führer
Lk 19:48 - doch sie wussten nicht (59*), was sie tun sollten, denn das ganze Volk, das ihn hörte, hing sehr an ihm (60*).
"59* w. sie fanden nicht (heraus) 60* o. denn das ganze Volk hing an seinem Munde"

Lk 20

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Lk 20:1 - Und es geschah an einem der Tage: Als er das Volk im Tempel lehrte und Evangelium verkündigte (1*), traten die Hohenpriester und die Schriftgelehrten mit den Ältesten [an ihn] heran
1* o. die frohe Botschaft, die Heilsbotschaft (vom Königreich Gottes) verkündigte (Mt 4:23 - Lk 16:16)
Lk 20:2 - und sprachen zu ihm: Sag uns, in welcher Vollmacht (2*) tust du dies? Oder [anders gefragt]: Wer ist es, der dir diese Vollmacht gegeben hat?
2* o. mit welcher Berechtigung, (behördlichen) Erlaubnis, Autorität (Mt 21:23 - Mk 11:28)
Lk 20:3 - Da antwortete er ihnen: Auch ich will euch in einer Sache befragen (3*). Sagt mir:
3* o. ein Wort fragen
Lk 20:4 - Stammte die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen?

Lk 20:5 - Sie aber überlegten (4*) bei sich und sprachen: Sagen wir „vom Himmel“, so wird er entgegnen: Warum habt ihr ihm [dann] nicht geglaubt?
4* o. erwogen, folgerten, zogen den logischen Schluss
Lk 20:6 - Sagen wir aber „von Menschen“, so wird das ganze Volk uns steinigen (5*), denn es ist überzeugt, dass Johannes ein Prophet war (6*).
"5* w. durch Steinigung niederwerfen („herabsteinigen“) 6* w. ist"
Lk 20:7 - So antworteten sie, sie wüssten nicht, woher [sie stamme].

Lk 20:8 - Da sprach Jesus zu ihnen: So sage auch ich euch nicht, in welcher Vollmacht (2*) ich dies tue.
2* o. mit welcher Berechtigung, (behördlichen) Erlaubnis, Autorität (Mt 21:23 - Mk 11:28)
Lk 20:9 - Er begann dann, dem Volk folgendes Gleichnis zu sagen: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg (7*); er verpachtete ihn an Weingärtner und trat für längere Zeit (8*) eine Auslandsreise an (9*).
"7* vgl. Jes 5:1-7 - Mt 21:33-46 - Mk 12:1-12 - Lk 13:6-9. Das Gleichnis zeigt Gottes Geschichte mit Israel. Er sandte die Propheten und zuletzt seinen Sohn zu ihnen (Hebr 1:1,2). Verwerfen sie auch diesen, so geht Gottes Heil [vorerst] auf einen anderen Heilsträger über: die Gemeinde aus allen Völkern. 8* w. für lange [geraume] Zeiten [griech. chronos] 9* o. ging außer Landes, reiste in die Fremde"
Lk 20:10 - Als dann der rechte Zeitpunkt (10*) [da war], schickte er einen Knecht (11*) zu den Weingärtnern, damit sie ihm [seinen Teil] von der Frucht des Weinbergs gäben; die Weingärtner aber verprügelten ihn und jagten ihn mit leeren Händen davon (12*).
"10* griech. kairos (vgl. Mt 12:1 - Lk 19:44) 11* w. Sklaven (so auch Lk 20:11) 12* w. schickten ihn leer fort"
Lk 20:11 - Wiederum schickte er (13*) einen anderen Knecht; sie aber verprügelten und beschimpften auch diesen und jagten ihn mit leeren Händen davon (12*).
"12* w. schickten ihn leer fort 13* w. Und er fügte hinzu, zu schicken ..."
Lk 20:12 - Wiederum schickte er (13*) einen dritten; sie aber verwundeten auch diesen und warfen ihn hinaus.
13* w. Und er fügte hinzu, zu schicken ...
Lk 20:13 - Da sprach der Herr des Weinbergs: Was soll ich machen? Ich werde meinen geliebten Sohn [zu ihnen] senden (14*); vielleicht werden sie den respektieren (15*).
"14* vgl. Mk 1:11 - Mk 9:7 - Joh 3:16 - Hebr 1:1,2 15* ihm Achtung o. Scheu entgegenbringen"
Lk 20:14 - Doch als die Weingärtner ihn erblickten, überlegten sie (16*) miteinander und beschlossen [dann] (17*): Dies ist der Erbe! Lasst uns ihn töten, damit das Erbe uns zufalle (18*)!
"16* o. machten sie sich Gedanken, diskutierten sie 17* w. sagend 18* o. unser werde"
Lk 20:15 - Und sie stießen ihn aus dem Weinberg hinaus und töteten ihn. Was wird nun der Herr des Weinbergs mit ihnen machen?

Lk 20:16 - Er wird kommen und über diese Weingärtner Verderben bringen (19*) und den Weinberg anderen [Pächtern] übergeben (20*). Als sie [das] hörten, sagten sie: Auf keinen Fall soll das geschehen (21*)!
"19* o. sie zugrunde richten, vernichten 20* Eine neue Heilsverwaltung wird kommen: Israel wird als Heilsträger beiseite gesetzt (nach Röm 11 jedoch nicht für immer) und Nationengläubige (Heidenchristen) werden dafür eingesetzt. (Diesen Übergang beschreibt die Apg.) 21* o. Nimmermehr! (w. Nicht geschehe o. werde es)"
Lk 20:17 - Er aber blickte sie an und sprach: Was bedeutet denn dieses Schriftwort: „Der Stein, den die Bauleute als unbrauchbar verworfen hatten, der ist zum Eckstein geworden" (22*)?
22* vgl. Ps 118:22 - Mt 21:42 - Mk 12:10 - Apg 4:11 - 1Petr 2:4-8. Jesus ist der Stein, der zwar verworfen wird, der aber dennoch der Garant des Gottesreiches ist, das in Macht und Herrlichkeit kommen wird.
Lk 20:18 - Jeder, der auf diesen Stein fällt, wird zerschellen (23*); auf wen er aber fällt, den wird er zermalmen (24*).
"23* o. zusammengedrückt, zerschmettert werden 24* vgl. Dan 2:34 - Dan 2:44"
Lk 20:19 - In eben der Stunde suchten die Schriftgelehrten und die Hohenpriester Hand (25*) an ihn zu legen, doch sie fürchteten das Volk; sie hatten nämlich erkannt, dass er im Blick auf sie dieses Gleichnis gesagt hatte.
25* w. die Hände
Lk 20:20 - [Fortan] beobachteten sie [ihn] ganz genau (26*) und sandten [Leute] aus, die zum Auflauern angestiftet waren (27*) [und] vortäuschten (28*), sie seien Gerechte (29*), damit sie ihn bei einem [unbedachten] Wort ertappten (30*), um ihn der Herrschaft und Gewalt (31*) des Statthalters übergeben [zu können].
"26* o. scharf, heimtückisch (vgl. Lk 14:1) 27* als Aufpasser o. Spitzel angestellt waren 28* o. heuchelten 29* o. Fromme, Rechtschaffene, Gesetzestreue 30* bei einem Ausspruch fassen o. fangen (könnten) 31* o. Vollmacht, Autorität (vgl. Lk 20:2)"
Lk 20:21 - Und sie fragten ihn: Lehrer, wir wissen, dass du in rechter Weise (32*) redest und lehrst und die Person nicht ansiehst (33*), sondern den Weg Gottes wahrheitsgemäß lehrst.
"32* o. richtig, aufrichtig, gerade 33* o. nicht parteiisch bist, nicht auf das Äußere einer Person siehst."
Lk 20:22 - Ist es uns erlaubt, dem Kaiser Steuern (34*) zu entrichten, oder nicht?
34* o. Abgaben, Tribut (w. das Dargebrachte)
Lk 20:23 - Er durchschaute aber ihre Hinterlist (35*) und sprach zu ihnen:
35* o. bemerkte ihre Verschlagenheit
Lk 20:24 - Zeigt mir einen Denar (36*)! Wessen Bild und Aufschrift trägt er? Sie antworteten: Des Kaisers.
36* vgl. Mt 18:28 - Mt 20:2
Lk 20:25 - Da sprach er zu ihnen: So gebt denn dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist (37*)!
37* Eine wichtige Richtschnur auch für Christen in ihrem Verhalten gegenüber der weltlichen Obrigkeit. Vgl. Mt 22:21 und Mk 12:17 mit Anmerkungen!
Lk 20:26 - Und so gelang es ihnen nicht, ihn bei einem [unbedachten] Ausspruch vor dem Volk zu ertappen (38*), und über seine Antworten staunend schwiegen sie.
38* o. zu fassen (zu fangen)
Lk 20:27 - Dann traten einige von den Sadduzäern [an ihn] heran, die leugnen, dass es eine Auferstehung gibt (39*), und fragten ihn:
39* w. die widersprechen, Auferstehung sei nicht. - Vgl. zu Lk 20:27-40: Mt 22:23-33 - Mk 12:18-27
Lk 20:28 - Lehrer, Mose hat uns [vor]geschrieben (40*): Wenn eines [Mannes] Bruder stirbt, der eine Frau hat, aber kinderlos blieb (41*), so soll sein Bruder die Frau nehmen (42*) und seinem Bruder Nachkommenschaft erwecken (43*).
"40* vgl. 5Mo 25:5,6 41* w. und dieser kinderlos ist 42* die verwitwete Schwägerin heiraten 43* o. Samen auferwecken, erstehen lassen, erzeugen"
Lk 20:29 - Nun waren da sieben Brüder. Der erste nahm eine Frau und starb kinderlos.

Lk 20:30 - Darauf nahm sie der zweite,

Lk 20:31 - dann der dritte und ebenso [alle] sieben; sie hinterließen keine Kinder und starben.

Lk 20:32 - Zuletzt starb auch die Frau.

Lk 20:33 - [Was] nun die Frau [betrifft] – welchem von ihnen wird sie in der Auferstehung als Frau angehören (44*)? Die sieben haben sie ja [alle] zur Frau gehabt.
44* o. zur Frau werden
Lk 20:34 - Da sprach Jesus zu ihnen: Die Söhne der jetzigen Weltzeit (45*) heiraten und lassen sich verheiraten;
45* o. dieses Weltzeitalters (dieses Äons) (Lk 16:8)
Lk 20:35 - die aber gewürdigt werden, jenes [kommende] Weltzeitalter (46*) und die Auferstehung aus Toten zu erlangen, heiraten nicht noch werden sie verheiratet;
46* vgl. Mt 25:46 - Mk 10:30 - Lk 18:30 - Eph 1:21
Lk 20:36 - ja, sie können auch nicht mehr sterben, denn sie sind den Engeln gleich und sind Söhne Gottes (47*), da sie Söhne der Auferstehung sind (48*).
"47* vgl. Mt 5:9 - Röm 8:14 - Gal 3:26 48* Als Kinder Gottes und Auferstandene besitzen sie Gottesleben und Auferstehungsleben. Christusgläubige dürfen im Geist beides schon heute besitzen (vgl. Gal 2:20 - Eph 2:4-6 - Kol 3:3)."
Lk 20:37 - Dass aber die Toten auferweckt werden, hat auch Mose beim Dornbusch angedeutet, wo er von dem Herrn (49*) als "dem Gott Abrahams und Gott Isaaks und Gott Jakobs" spricht (50*).
"49* nämlich von JAHWE, dem Ewigseienden 50* 2Mo 3:6 spricht in dieser Weise von Gott (vgl. Mk 12:26)."
Lk 20:38 - Er ist aber nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden, denn ihm leben alle (51*).
51* o. denn für ihn sind alle lebendig (vgl. Röm 14:7-9 - 1Petr 3:19 - 1Petr 4:6 - Offb 1:18 - Offb 20:11-13)
Lk 20:39 - Einige von den Schriftgelehrten aber antworteten: Lehrer, du hast gut gesprochen (52*)!
52* o. treffend geredet
Lk 20:40 - Und sie wagten nicht mehr, ihn irgendetwas zu fragen.

Lk 20:41 - Er sprach aber zu ihnen: Wieso sagt man, der Christus (53*) sei Davids Sohn?
53* d.h. der Gesalbte, der Messias
Lk 20:42 - David selbst sagt doch im Buch der Psalmen: "JAHWE" (54*) sprach zu meinem Herrn (55*): Setze dich zu meiner Rechten,
"54* d.h. der Ewigseiende (der immer und überall Seiende, der Unwandelbare) 55* d.h.: Der himmlische Vater sprach zu seinem Sohn Jesus Christus und gab ihm den Platz zu seiner Rechten (Ps 110:1 - Mt 22:44 - Mt 26:64 - Mk 12:36 - Lk 22:69 - Apg 2:34,35 - Hebr 1:3 - Hebr 8:1 - Hebr 10:12 - Hebr 12:2)."
Lk 20:43 - bis ich deine Feinde zum Schemel (56*) deiner Füße hinlege." (57*)
"56* o. als Schemel 57* Dies bedeutet völlige Unterwerfung."
Lk 20:44 - David nennt ihn also [seinen] „Herrn“ - wieso ist er [dann] sein Sohn (58*)?
58* Die Antwort lautet: In Jesus ist Davids Herr (der Sohn Gottes, der Christus, der Messias) als Davids Sohn Fleisch geworden (vgl. Mt 22:41-46 - Mk 12:35-37).
Lk 20:45 - Während nun das ganze Volk zuhörte, sprach er zu seinen Schülern:

Lk 20:46 - Nehmt euch in Acht vor den Schriftgelehrten, die Gefallen daran haben (59*), in langwallenden Gewändern umherzugehen, und die es lieben, auf den Märkten gegrüßt zu werden und die ersten Sitze in den Synagogen und die ersten Plätze bei den Gastmählern [einzunehmen],
59* o. es wünschen, wollen, begehren
Lk 20:47 - die der Witwen Häuser verschlingen (60*) und zum Schein lange Gebete verrichten; diese werden ein besonders schweres Gerichtsurteil [von Gott] empfangen (61*).
"60* o. völlig ausbeuten, [durch Manipulation] an sich bringen (Luther: fressen) 61* vgl. Mt 23:5-7 - Mt 23:14 - Mk 12:38-40 - Lk 20:46,47"

Lk 21

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Lk 21:1 - Als er dann aufblickte, sah er, [wie] die Reichen ihre Gaben in den Opferkasten warfen.

Lk 21:2 - Er sah aber [auch] eine arme (62*) Witwe, die dort zwei kleinste Kupfermünzen (63*) einwarf,
"62* o. bedürftige 63* w. zwei Lepta (vgl. Mk 12:42 mit Anm. 47)"
Lk 21:3 - und sprach: Wahrhaftig, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr als alle [andern] eingeworfen;

Lk 21:4 - denn diese alle haben aus ihrem Überfluss zu den Gaben beigetragen (64*); diese aber hat aus ihrem Mangel heraus den ganzen Lebensunterhalt, den sie besaß, eingeworfen.
64* w. eingeworfen
Lk 21:5 - Dann, als einige über den Tempel redeten [und darauf hinwiesen], dass er mit prächtigen Steinen und Weihegeschenken (65*) geschmückt sei, sprach er:
65* Gott geweihten prunkvollen Gaben
Lk 21:6 - [Was] dies [betrifft], was ihr da anschaut – es werden Tage kommen, an denen kein Stein auf dem andern gelassen werden wird (66*), der nicht niedergerissen (67*) wird!
"66* w. an denen nicht Stein auf Stein gelassen werden wird (vgl. Mt 24:2 - Mk 13:2 - Lk 19:44) 67* o. abgebrochen"
Lk 21:7 - Da fragten sie ihn: Lehrer, wann wird dies denn eintreten (68*) und was wird das Zeichen sein, wann dies geschehen soll (69*)?
"68* w. sein 69* o. an welchen Anzeichen (wird zu erkennen sein), das es sich anschickt (im Begriff steht) zu geschehen (Mt 24:3 - Mk 13:4)"
Lk 21:8 - Er aber sprach: Seht zu, dass ihr nicht verführt werdet! Denn viele werden kommen unter Verwendung meines Namens (70*) und sagen: „Ich bin's“ (71*) und: „Der Zeitpunkt (72*) ist nahe gekommen“. Lauft ihnen nicht nach!
"70* o. aufgrund meines Namens, sich berufend o. stützend auf meinen Namen 71* nämlich der Christus (der Messias) (vgl. Mt 24:5 - Mk 13:6 - Mt 14:27 mit Anm. 25) 72* o. Die bestimmte Zeit (vgl. Mt 12:1 mit Anm. 1)"
Lk 21:9 - Wenn ihr dann von Kriegen und Aufständen (73*) hört, so lasst euch nicht in Angst versetzen; denn dies muss (74*) zuerst geschehen, aber das Ende [ist noch] nicht sofort da. -
"73* o. Unruhen, Wirren, unordentlichen Zuständen (1Kor 14:33 - 2Kor 6:5 - 2Kor 12:20 - Jak 3:16) 74* vgl. Mt 24:6 mit Anm. 12!"
Lk 21:10 - Danach sprach er zu ihnen: Es wird sich Nation gegen Nation erheben (75*) und Königreich gegen Königreich;
75* w. Es wird erweckt werden ...
Lk 21:11 - auch werden gewaltige Erdbeben auftreten (68*) und Hungersnöte und Seuchen an verschiedenen Orten (76*); Schrecken erregende Dinge wird es geben und große Zeichen vom Himmel her. -
"68* w. sein 76* o. in verschiedenen Gegenden, da und dort"
Lk 21:12 - Vor diesem allem aber werden sie Hand (77*) an euch legen und [euch] verfolgen; an die Synagogen und Gefängnisse werden sie [euch] ausliefern [und euch] vor Könige und Statthalter schleppen (78*) um meines Namens willen;
"77* w. ihre Hände 78* o. abführen, wegführen"
Lk 21:13 - es wird euch zum Zeugnis [von mir] dienen (79*).
79* w. ausgehen, ausschlagen
Lk 21:14 - So nehmt euch zu Herzen, nicht im Voraus wegen eurer Verteidigung besorgt zu sein (80*);
80* o. nicht im Voraus sorgfältig einzuüben, wie ihr euch (vor Gericht) verantworten sollt
Lk 21:15 - denn ich selbst werde euch Mund und Weisheit geben (81*), der alle eure Widersacher nicht werden widerstehen oder widersprechen können (82*).
"81* d.h. die rechten Worte und die nötige Weisheit schenken 82* vgl. Mt 10:19,20 - Mk 13:11"
Lk 21:16 - Sogar von Eltern und Brüdern und Verwandten und Freunden werdet ihr ausgeliefert (83*) werden und man wird [einige] von euch töten.
83* o. übergeben, preisgegeben, überantwortet
Lk 21:17 - Und ihr werdet von allen gehasst sein um meines Namens willen.

Lk 21:18 - Doch auf keinen Fall wird [auch nur] ein Haar von eurem Haupt verloren gehen (84*).
84* d.h. ohne Gottes Willen umkommen (sinnlos verderben), vgl. Mt 10:29-31 - Lk 12:6,7
Lk 21:19 - Gewinnt eure Seelen (85*) durch euer geduldiges Ausharren!
85* d.h. das wahre Leben für eure Seelen (Mt 10:22 - Lk 17:33)
Lk 21:20 - Wenn ihr aber Jerusalem von gelagerten Heerscharen umzingelt seht, dann erkennt, dass ihre Verwüstung nahe gekommen ist (86*)!
86* Die Endzeitschau von Lk 21, die in den Versen Lk 21:5-19 und Lk 21:25-33 weitgehend mit Jesu Endzeitrede nach Mt 24 und Mk 13 parallel läuft, betrifft in den Versen Lk 21:20-24 zunächst die Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 n. Chr. und erst in zweiter Linie die Drangsal unmittelbar vor der königlichen Wiederkunft Christi (vgl. Sach 12:1-3 - Sach 12:10). In der biblischen Prophetie fließen des Öfteren frühere und spätere Ereignisse zu einem Gesamtbild zusammen.
Lk 21:21 - Dann sollen, die in Judäa sind, in die Berge fliehen, und die in ihrer Mitte sind, sollen ausziehen (87*), und die in den ländlichen Gebieten [wohnen], sollen nicht in [die Stadt] hineingehen.
87* d.h. die Stadt Jerusalem
Lk 21:22 - Denn dies sind Tage der Vergeltung (88*), [die kommen] damit alles erfüllt wird, was geschrieben steht.
88* o. der gerechten Bestrafung (vgl. 5Mo 32:35 - Jes 61:2 - Jer 5:29 - Hos 9:7 - 2Thes 1:8 - Offb 19:2)
Lk 21:23 - Wehe den Schwangeren und Stillenden in jenen Tagen! Denn es wird große Not auf Erden sein (89*) und ein Zorn[gericht] über dieses Volk [hereinbrechen] (90*),
"89* o. im Lande (Israel) herrschen 90* das Gericht der Zerstreuung Israels unter die Völker (5Mo 28:15-68; siehe aber auch Jer 31:10!)"
Lk 21:24 - und sie werden fallen durch des Schwertes Schneide (91*) und in Gefangenschaft weggeführt werden unter alle Nationen (92*), und Jerusalem wird von [den] Nationen zertreten werden, bis die bestimmten Zeiten (93*) der Nationen vollendet sind (94*).
"91* o. Schärfe (w. Mund) 92* o. Heiden (die nichtisraelitischen Völker) 93* griech. Plural von kairos (vgl. Mt 12:1 mit Anm. 1) 94* Es sind die Zeiten, da Fremde über Jerusalem bestimmen. Manche nehmen an, dass diese Zeiten 1967 zu Ende gingen, als Israel im Sechstagekrieg ganz Jerusalem zurückgewann."
Lk 21:25 - Dann werden Zeichen [zu beobachten] sein an Sonne und Mond und Sternen, [während] auf Erden Angst die Nationen [ergreift] mit Ratlosigkeit (95*) beim Brausen und Wogen des Meeres.
95* o. Ausweglosigkeit, Verlegenheit
Lk 21:26 - Es werden Menschen vergehen (96*) vor Furcht und [banger] Erwartung der [Dinge], die über den bewohnten Erdkreis kommen; denn die Kräfte der Himmel werden in Erschütterung geraten (97*).
"96* ohnmächtig werden o. ihr Leben („psyche“) verlieren 97* vgl. Mt 24:29 - Mk 13:24,25 - Offb 6:12,13 - Offb 8:12 - Offb 16:8 - Ps 65:8,9"
Lk 21:27 - Und dann werden sie den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit in einer Wolke kommen sehen (98*).
98* vgl. Mt 8:20 mit Anm. 17; Mt 24:30 - Mk 13:26 - Dan 7:13,14 - Offb 1:7
Lk 21:28 - Wenn aber diese [Dinge] anfangen zu geschehen, so richtet euch auf und erhebt eure Häupter, weil eure Erlösung naht!

Lk 21:29 - Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum an und alle Bäume (1*)!
1* d.h.: Schaut hinsichtlich der Endzeit-Entwicklung auf das jüdische Volk und auf alle Völker (das Letztere sagt nur Lukas). Vgl. zu Lk 21:29-33: Mt 24:32-35 - Mk 13:28-31. Die Verse Lk 21:34-36 sind „Sondergut“ (ein Text, den nur Lukas bringt).
Lk 21:30 - Wenn sie bereits ausschlagen und ihr es seht, so erkennt ihr ohne weiteres, dass die sommerliche Erntezeit schon nahe ist.

Lk 21:31 - So sollt auch ihr, wenn ihr dies geschehen seht, wissen, dass das Königreich Gottes nahe ist (2*)!
2* nicht mehr nur als Anbruch oder Angebot (Mt 3:2 - Mt 4:17 - Mk 1:15), sondern in seiner vollen Verwirklichung auf Erden durch Christi Kommen
Lk 21:32 - Wahrlich (3*), ich sage euch: Dieses Volk wird keinesfalls vergehen, bis alles [dies] geschieht (4*).
"3* w. Amen 4* vgl. Mt 24:34 mit Anm. 49"
Lk 21:33 - Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nimmermehr vergehen.

Lk 21:34 - Gebt aber Acht auf euch selbst, dass eure Herzen nicht etwa beschwert werden durch Rausch (5*) und Trunkenheit und Alltagssorgen (6*) und jener Tag euch plötzlich überrasche;
"5* Das Wort bezeichnet den Rausch und seine Folgen: Taumel, Schwindel, Katzenjammer. 6* o. Sorgen um das irdische Leben, den Lebensunterhalt"
Lk 21:35 - denn wie ein Fallstrick (7*) wird er über alle kommen, die auf der gesamten Erdoberfläche wohnen (8*).
"7* Andere ziehen „wie ein Fallstrick“ zum Vorhergehenden: jener Tag euch plötzlich überrasche wie ein Fallstrick (eine Schlinge); denn er wird über alle kommen ... 8* w. die auf dem Angesicht der ganzen Erde ansässig sind"
Lk 21:36 - So also seid wachsam (9*), zu jeder gelegenen Zeit [darum] bittend, dass ihr die Kraft bekommt (10*), all dem zu entfliehen, was geschehen soll (11*), und vor dem Menschensohn zu stehen.
"9* w. schlaflos: Gönnt euch (geistlich gesehen) keinen Schlaf 10* nach anderen Lesarten: dass ihr würdig geachtet werdet 11* o. was bevorsteht (im Begriff ist zu geschehen)"
Lk 21:37 - Er hielt sich die Tage über lehrend im Tempel auf, [für] die Nächte aber ging er hinaus und übernachtete an dem Berg, den man Ölberg nennt (12*).
12* w. der genannt wird [Berg] der Ölbäume [Oliven]
Lk 21:38 - Und das ganze Volk machte sich [schon] frühmorgens zu ihm auf, um ihn im Tempel zu hören.

Lk 22

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Lk 22:1 - Es nahte aber das Fest der ungesäuerten Brote, das Passah heißt (13*).
13* ein siebentägiges Fest zur Erinnerung an das „schonende Vorübergehen“ des Herrn bei Israels Auszug aus Ägypten (2Mo 12:12-20; vgl. 1Kor 5:6-8)
Lk 22:2 - Und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten suchten [fortwährend nach einem Weg], wie sie ihn beseitigen könnten; sie fürchteten nämlich das Volk (14*).
14* das (nicht zuletzt wegen der Auferweckung des Lazarus) Jesus als Messias ausrufen könnte (Joh 11:43,44 - Joh 11:47,48 - Mk 14:1,2)
Lk 22:3 - Es fuhr aber [der] Satan in Judas hinein (15*), genannt Iskariot, einen aus der Zahl der Zwölf.
15* Zweimal wird ausdrücklich von einer Besitzergreifung des Judas durch den Satan berichtet: das eine Mal vor dem Verrat (Lk 22:3), das andere Mal vor der Gefangennahme Jesu (Joh 13:27).
Lk 22:4 - Und er ging fort und sprach mit den Hohenpriestern und Hauptleuten (16*) [darüber] wie er ihn an sie übergeben (17*) könnte.
"16* den Anführern („Strategen“) der Tempelpolizei 17* „paradidomi“ = ausliefern, übergeben, überantworten, verraten"
Lk 22:5 - Da freuten sie sich und kamen überein, ihm Geld (18*) zu geben.
18* w. Silber(geld)
Lk 22:6 - Daraufhin willigte er ein (19*) und suchte [fortan] eine günstige Gelegenheit, ihn abseits von der Volksmenge ihnen zu übergeben (17*).
"17* „paradidomi“ = ausliefern, übergeben, überantworten, verraten 19* o. Daraufhin bekannte er. Nach K. Bornhäuser verriet ihnen Judas das, was Jesus strengstens verboten hatte: dass er das Petrusbekenntnis, er sei der Messias (Mt 16:16 - Mt 16:20), bejaht und für sich in Anspruch genommen hatte."
Lk 22:7 - Es kam aber der Tag der ungesäuerten Brote (20*), an dem das Passah[lamm] geschlachtet werden musste.
20* Gemeint ist der erste Tag des Festes (vgl. Mt 26:17 mit Anm. 16)
Lk 22:8 - Und er sandte Petrus und Johannes aus und sprach: Geht hin und bereitet uns das Passah, damit wir es essen [können]!

Lk 22:9 - Sie aber sagten zu ihm: Wo sollen wir es nach deinem Willen bereiten?

Lk 22:10 - Er antwortete ihnen: Seht, wenn ihr in die Stadt hineingekommen seid, wird euch ein Mensch begegnen (21*), der einen Krug mit Wasser trägt; folgt ihm in das Haus, in das er eintritt,
21* o. werdet ihr mit einem Menschen zusammentreffen
Lk 22:11 - und sagt dem Herrn des Hauses (22*): Der Lehrer lässt dich fragen: Wo ist das Gastzimmer (23*), in dem ich das Passah mit meinen Schülern essen [kann]?
"22* w. dem Hausherrn des Hauses 23* o. Quartier, Unterkunft, Herberge (Mk 14:14)"
Lk 22:12 - Dann wird euch jener ein geräumiges Zimmer im Obergeschoss zeigen, [mit Teppichen und Polstern] ausgelegt; dort bereitet [alles] vor!

Lk 22:13 - Da gingen sie fort und trafen es so an, wie er es ihnen gesagt hatte, und sie bereiteten das Passah[mahl].

Lk 22:14 - Als dann die Stunde da war, ließ er sich [zum Mahle] nieder und die Apostel mit ihm.

Lk 22:15 - Und er sprach zu ihnen: Sehr habe ich mich danach gesehnt (24*), dieses Passah mit euch zu essen, bevor ich leide;
24* o. Herzlich hat mich verlangt (w. Mit Sehnsucht habe ich mich danach gesehnt)
Lk 22:16 - denn ich sage euch: Ich werde es gewiss nicht [mehr] essen, bis es im Königreich Gottes seine [volle] Erfüllung findet (25*).
25* Im Königreich Gottes werden die Erlösten aufs Neue zusammen mit dem Herrn eine Mahlfeier halten können; sie werden dafür danken, dass sie aus der Sklaverei der Sünde und des Todes (dem „geistlichen Ägypten“) und jeglichem Strafgericht aufgrund der „Schlachtung“ des wahren Passahlammes, Jesus, endgültig errettet worden sind (vgl. Mt 26:29 - Mk 14:25).
Lk 22:17 - Und er nahm einen Kelch (26*), dankte und sprach: Nehmt diesen und teilt [ihn] unter euch aus (27*)!
"26* o. Becher 27* Es ist noch nicht der Kelch des Abendmahls (Herrenmahls), sondern einer der Becher, die beim Passahmahl gereicht wurden. Jesus feiert dieses Mahl mit seinen Schülern am Donnerstagabend (13. Nisan). Dieser Abend wurde als Vorbereitungszeit zum Freitag (14. Nisan), dem ersten Tag des siebentägigen Azymafestes (Mt 26:17), dem Rüsttag o. Vorsabbat (Lk 23:54 - Mk 15:42), dem Todestag Jesu, hinzugerechnet."
Lk 22:18 - Denn ich sage euch: Ich werde von jetzt an gewiss nicht [mehr] von dem Gewächs (28*) des Weinstocks trinken, bis das Königreich Gottes gekommen ist. -
28* o. Erzeugnis, Ertrag
Lk 22:19 - Und nachdem er Brot genommen und gedankt hatte, brach er es und gab es ihnen mit den Worten: Dies ist mein Leib, der für euch [dahin]gegeben wird; tut dies zu meinem Gedächtnis!

Lk 22:20 - Ebenso [nahm er] auch den Kelch (26*) nach dem Mahl (29*) und sprach: Dieser Kelch [ist] der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird (30*).
"26* o. Becher 29* nach dem vorausgegangenen Passahmahl (vgl. Mt 26:26 mit Anm. 21!) 30* vgl. Mt 26:26-28 - Mk 14:22-24 - 1Kor 11:23-26 - Mt 14:19"
Lk 22:21 - Doch sieh, die Hand meines Verräters [ist] mit mir am Tisch!

Lk 22:22 - Der Menschensohn geht zwar [seinen Weg], wie es [ihm] bestimmt ist, doch wehe jenem Menschen, durch den er ausgeliefert (17*) wird!
17* „paradidomi“ = ausliefern, übergeben, überantworten, verraten
Lk 22:23 - Da entstand ein Wortwechsel unter ihnen (31*), wer von ihnen es wohl sei, der vorhabe, dies zu tun (32*).
"31* o. Da begannen sie, sich gegenseitig zu befragen (untereinander darüber zu streiten) 32* Dieser Hinweis auf Judas steht bei Mt 26:21-25 und Mk 14:18-21 vor der Einsetzung des Mahles des Herrn. Und nach Joh 13:21-30 hat Judas (auf Jesu Geheiß) nach dem zum Passahmahl gehörigen Brotbissen, den Jesus ihm gab, das Gastzimmer sofort verlassen."
Lk 22:24 - Es kam auch ein Streit (33*) unter ihnen [darüber] auf, wer von ihnen als der Größte (34*) zu gelten habe.
"33* w. ein ehrgeiziges (streitsüchtiges, rechthaberisches) Wetteifern 34* w. der Größere (Komparativ mit Superlativ-Bedeutung)"
Lk 22:25 - Er aber sprach zu ihnen: Die Könige der Nationen gebieten als die Herren über sie, und die Gewalt über sie ausüben, lassen sich „Wohltäter“ nennen (35*).
35* wie Ptolemäus III. von Ägypten o. der römische Kaiser Caligula. - Vgl. Mt 20:25 - Mk 10:42.
Lk 22:26 - Ihr aber – [handelt] nicht so! Vielmehr soll der Größte (34*) unter euch wie der Jüngste (36*) sein (37*) und der Führende wie der Dienende.
"34* w. der Größere (Komparativ mit Superlativ-Bedeutung) 36* w. der Jüngere (Komperativ mit Superlativ-Bedeutung) 37* o. werden (sich verhalten)"
Lk 22:27 - Wer [ist] denn [wohl] größer: der zu Tisch liegt (38*) oder der dient? Nicht der zu Tisch Liegende? Ich aber bin in eurer Mitte wie der Dienende (39*).
"38* Die Speisen wurden auf einem niedrigen Tisch aufgetragen, die Gäste lagen auf Polstern. 39* o. wie einer, der Dienstleistungen verrichtet (griech. diakoneo) (vgl. Joh 13:1-5)"
Lk 22:28 - Ihr aber (40*) seid [diejenigen], die bei mir ausgeharrt haben in meinen Prüfungen (41*),
"40* Ihr seid (trotz all eurem Versagen) bei mir geblieben und darum Erben des Königreichs. 41* o. Anfechtungen, Versuchungen (Mt 16:1)"
Lk 22:29 - und so vermache (42*) ich euch – wie mein Vater mir vermacht hat (42*) - königliche Herrschaft (43*),
"42* „diatithemai“ = (testamentarisch) verfügen, bestimmen, vermachen 43* o. ein Königreich (Mt 13:43 - 2Tim 2:12)"
Lk 22:30 - dass ihr esst und trinkt an meinem Tisch in meinem Königreich (44*); ja, ihr sollt auf Thronen sitzen und Recht schaffend richten die 12 Stämme Israels (45*).
"44* Die Gemeinschaft im Königreich Gottes wird des Öfteren als Mahlfeier dargestellt (Jes 25:6 - Mt 8:11 - Lk 13:29 - Lk 14:16 - Lk 22:16 - Lk 22:18). 45* vgl. Offb 3:21 - Mt 19:28"
Lk 22:31 - Simon, Simon, sieh (46*), der Satan hat sich euch ausgebeten (47*), um [euch] wie den Weizen im Sieb hin und her zu schütteln (48*);
"46* Doppelanrede wie Lk 10:41 - Apg 9:4. Petrus wird hier mit seinem früheren Namen angeredet (Lk 6:14). 47* wie einst den Hiob (Hi 1:8-12 - Hi 2:3-6). Doch die Fürbitte Jesu ist mächtiger als die Bitte Satans. 48* in der Erwartung, der Glaube erweise sich nur als Spreu (Hi 1:11)"
Lk 22:32 - ich aber habe für dich [darum] gebeten, dass dein Glaube nicht aufhören möge (49*); und hast du einmal [wieder zur mir] zurückgefunden, so stärke deine Brüder!
49* o. dass dein Glaube nicht ganz nachlasse, (wie eine Lampe) ausgehe, (wie ein Licht) erlösche, (wie eine Quelle) versiege
Lk 22:33 - Er aber sagte zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir sogar ins Gefängnis und in den Tod zu gehen!

Lk 22:34 - [Jesus] aber sprach: Ich sage dir, Petrus: Der Hahn wird heute nicht krähen, bis du dreimal geleugnet hast, mich zu kennen! -

Lk 22:35 - Und er sprach zu ihnen: Als ich euch [seinerzeit] ausgesandt habe ohne Geldbeutel und Reisetasche und Sandalen (50*) - habt ihr da an irgendetwas Mangel gehabt? Sie aber sagten: An nichts.
50* vgl. Mt 10:9,10 - Mk 6:8,9 - Lk 9:3
Lk 22:36 - Da sprach er zu ihnen: Nun aber [gilt]: Wer einen Geldbeutel hat, nehme ihn [mit sich], ebenso auch eine Tasche, und wer nichts [Derartiges] hat (51*), verkaufe seinen Mantel und kaufe ein Schwert!
51* o. und wer kein (Schwert) besitzt
Lk 22:37 - Denn ich sage euch: Das folgende Schriftwort muss (52*) an mir voll erfüllt werden (53*): „Und er wurde zu den Gesetzlosen gezählt (54*).“ Denn was mir bestimmt ist, kommt [jetzt] zum Abschluss (55*).
"52* Hinweis auf eine im Plan Gottes fest verankerte Notwendigkeit: Mt 16:21 - Mt 24:6 - Mt 26:54 - Lk 24:44 - Joh 3:7 - Joh 3:14 - Apg 3:21. 53* o. vollendet werden 54* o. unter die Verbrecher gerechnet (Jes 53:12) 55* o. Denn auch was mich betrifft, hat einen Ausgang, ein Ende, eine Vollendung, ein Ziel („telos“)"
Lk 22:38 - Sie aber sagten: Herr, sieh, hier sind zwei Schwerter! Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug (56*)!
56* Der Satz wird verschieden gedeutet: a) Es reicht aus. (Meine schützende Nähe wird euch genommen werden; so kümmert euch nun selbst um euren Lebensunterhalt und Schutz!) - b) Genug davon, ihr versteht mich ja doch nicht. Ich meine das doch im geistlichen Sinn. (Das „geistliche Schwert“ ist Gottes Wort.)
Lk 22:39 - Darauf ging er [zur Stadt] hinaus und begab sich nach [seiner] Gewohnheit an den Ölberg (57*); es folgten ihm aber auch die Schüler.
57* w. nach der Gewohnheit an den Berg der Ölbäume
Lk 22:40 - Als er nun an den Ort gelangt war, sprach er zu ihnen: Betet [darum], nicht in Versuchung (58*) hineinzugeraten!
58* o. in Verlockung zur Sünde (Mt 26:41)
Lk 22:41 - Er selbst entfernte sich dann etwa einen Steinwurf [weit] von ihnen (59*) und beugte die Knie und betete
59* o. Darauf riss er sich los von ihnen, etwa ...
Lk 22:42 - mit den Worten: Vater, wenn du willst, so nimm diesen Kelch von mir weg (60*); doch nicht mein Wille, sondern der deine geschehe!
60* o. so führe diesen (Leidens-)Kelch von mir weg o. an mir vorüber
Lk 22:43 - Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und stärkte ihn.

Lk 22:44 - Und als er in ringenden Kampf geriet (61*), betete er [noch] inbrünstiger (62*) und sein Schweiß wurde wie Blutstropfen (63*), die auf die Erde herabfielen.
"61* in „agonia“ = äußerste Anstrengung, Wettkampf, angstvolle Erregung, Unruhe (nur hier im NT) (vgl. Hebr 5:7) 62* o. angespannter 63* griech. thromboi haimatos = Tropfen o. Teilchen geronnenen Blutes, Blutgerinsel. „Die Darstellung verrät den Verfasser als Arzt“ (F. Rienecker)."
Lk 22:45 - Als er dann vom Gebet aufgestanden und zu [seinen] Schülern gekommen war, traf er sie schlafend vor Traurigkeit an (64*)
64* Erschöpft vor Kummer waren sie eingeschlafen.
Lk 22:46 - und er sprach zu ihnen: Warum schlaft ihr? Steht auf und betet [darum], nicht in Versuchung (58*) hineinzugeraten!
58* o. in Verlockung zur Sünde (Mt 26:41)
Lk 22:47 - Während er noch redete, sieh, [da kam] eine Volksmenge, und der mit dem Namen Judas, einer von den Zwölfen, ging vor ihnen her; dann näherte er sich Jesus, um ihn mit einem Kuss freundlich zu begrüßen (65*).
65* o. um ihn zu küssen (zu liebkosen)
Lk 22:48 - Jesus aber sprach zu ihm: Judas, verrätst (66*) du den Menschensohn mit einem Kuss?
66* o. übergibst, überlieferst
Lk 22:49 - Als aber seine Begleiter sahen, was sich da anbahnte (67*), sagten sie: Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen?
67* w. Als aber, die um ihn (waren), sahen, was sein würde (geschehen würde)
Lk 22:50 - Und [tatsächlich] schlug einer von ihnen den Knecht (68*) des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab (69*).
"68* w. Sklaven 69* Es war Petrus (Mt 26:51 - Joh 18:10)."
Lk 22:51 - Jesus aber erwiderte: Lasst ab! Nicht weiter (70*)! Und er berührte das Ohr und heilte ihn. -
70 w. Lasst! Bis zu diesem (bis hierher)!
Lk 22:52 - Dann sagte Jesus zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels (71*) und Ältesten, die gegen ihn angerückt waren: Wie gegen einen Räuber seid ihr ausgezogen, mit Schwertern und Stöcken [bewaffnet]!
71* den Anführern der Tempelwache o. Tempelpolizei (Lk 22:4)
Lk 22:53 - [Dabei] war ich jeden Tag bei euch im Tempel und ihr habt die Hände nicht gegen mich ausgestreckt! Doch dies ist eure Stunde und die Vollmacht (72*) der Finsternis!
72* o. Gewalt, Herrschaft, Autorität
Lk 22:54 - Nachdem sie ihn dann festgenommen hatten, führten sie [ihn ab] und brachten [ihn] ins Haus des Hohenpriesters. Petrus aber folgte von ferne (73*).
73* o. von weitem (Jesusnachfolge mit Abstand)
Lk 22:55 - Als sie dann mitten im Hof (74*) ein Feuer angezündet und sich [dort] zusammen hingesetzt hatten, setzte sich Petrus mitten unter sie.
74* im Innenhof des Palastes des Hohenpriesters (vgl. Mt 26:3 - Mt 26:58 - Mt 26:69 - Mk 14:54)
Lk 22:56 - Es sah ihn aber eine Magd am Feuer (75*) sitzen; sie schaute unablässig zu ihm [hinüber] (76*) und sagte [dann]: Auch der da war mit ihm zusammen!
"75* w. Licht (Feuerschein) 76* o. sie fasste ihn scharf (unverwandt, aufmerksam, fest, gespannt, genau) ins Auge"
Lk 22:57 - Er aber leugnete es und sprach: Frau, ich kenne ihn nicht!

Lk 22:58 - Kurz darauf sah ihn ein anderer, der sagte: Auch du bist [einer] von ihnen! Petrus aber sprach: Mensch, ich bin's nicht!

Lk 22:59 - Als dann ungefähr eine Stunde vergangen war, versicherte ein andrer mit Nachdruck (77*): Auch der da ist wahrhaftig bei ihm gewesen (78*); er ist ja auch ein Galiläer.
"77* o. bekräftigte ein anderer 78* o. In Wahrheit war auch dieser mit ihm"
Lk 22:60 - Petrus aber sprach: Mensch, ich weiß nicht, was du sagst (79*)! Und sofort, während er noch redete, krähte ein Hahn.
79* vgl. Mt 26:74 - Mk 14:71
Lk 22:61 - Da wandte der Herr sich um und blickte Petrus an und Petrus erinnerte sich an den Ausspruch des Herrn, wie er zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn heute kräht (80*), wirst du mich dreimal verleugnen!
80* o. seine Stimme erhebt, ruft (Lk 22:34)
Lk 22:62 - Und er ging hinaus, nach draußen, und weinte bitterlich.

Lk 22:63 - Und die Männer, die [Jesus] gefangen hielten, ließen ihren Mutwillen an ihm aus und schlugen [ihn];

Lk 22:64 - dann umhüllten sie [sein Gesicht] und fragten [ihn]: Weissage, wer ist's, der dich geschlagen hat (81*)?
81* Vgl. Mt 26:68 - Mk 14:65 mit Anm. 69
Lk 22:65 - Und [noch] viele andere Lästerungen stießen sie gegen ihn aus.

Lk 22:66 - Und sowie es Tag geworden war, trat der Ältestenrat des Volkes zusammen, Hohepriester und Schriftgelehrte, und sie führten ihn vor ihren Hohen Rat (82*)
82* das oberste Richterkollegium der Juden („Synedrium“)
Lk 22:67 - und sagten: Wenn du der Christus (83*) bist, so sag es uns (84*)! Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich's euch sage, werdet ihr [mir] keinesfalls glauben;
"83* d.h. der Gesalbte (Gottes), der (verheißene) Messias 84* Bereits in der Nacht war Jesus vor dem Hohenpriester Kaiphas verhört worden und hatte die Frage, ob er der Christus sei, bejaht. (Dieser Bericht findet sich nur in Mt 26:57-68 und Mk 14:53-65.) Am folgenden Morgen will es auch die Gesamtältestenschaft (als Hoher Rat versammelt) von ihm hören, um eine feste Grundlage für ihren Todesbeschluss (Mt 27:1) zu bekommen. Jesus weiß: Sie wollen weder glauben noch mit ihm verhandeln. Sie wollen nur seinen Tod. Jesu Antwort (Lk 22:69,70) gibt ihnen die gewünschte Handhabe."
Lk 22:68 - wenn ich [euch] aber [etwas] frage, werdet ihr [mir] keinesfalls antworten.

Lk 22:69 - Doch von nun an wird der Menschensohn zur Rechten der Kraft Gottes sitzen!

Lk 22:70 - Da sagten sie alle: So bist du der Sohn Gottes? Er aber sprach zu ihnen: Ihr selbst sagt es: Ich bin [es] (85*)!
85* vgl. Ps 110:1 - Dan 7:13,14 - Mt 26:64 - Mk 14:62 mit Anmerkungen!
Lk 22:71 - Da erklärten sie: Wozu brauchen wir noch eine Zeugenaussage? Wir selbst haben es ja aus seinem Munde gehört (86*)!
86* d.h. wir haben die gewünschte Begründung für den Todesbeschluss bekommen

Lk 23

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Lk 23:1 - Da erhob sich die ganze [versammelte] Menge und sie führten ihn dem Pilatus vor (1*).
1* vgl. Mt 27:2 mit Anm. 3!
Lk 23:2 - [Dort] fingen sie an, ihn zu verklagen, indem sie sagten: Wir haben gefunden, dass dieser unsre Nation verwirrt (2*) und [die Leute davon] abhält, dem Kaiser Steuern zu zahlen und behauptet (3*), er selbst sei Christus, ein König (4*).
"2* o. verdreht (verbiegt, abwendig macht) 3* w. sagt 4* o. er selbst sei der Messiaskönig"
Lk 23:3 - Da fragte ihn Pilatus: Bist du der König der Juden? Er aber antwortete ihm: Du selbst sagst es (5*)!
5* d.h. Ja, ich bin es! (vgl. Mt 27:11 - Mk 15:2 - Joh 18:37)
Lk 23:4 - Darauf erklärte Pilatus den Hohenpriestern und den Volksmengen: Ich finde keine Schuld an diesem Menschen!

Lk 23:5 - Sie aber bestanden darauf (6*): Er wiegelt das Volk auf, indem er mit seiner Lehre ganz Judäa durchzieht, angefangen von Galiläa bis hierher!
6* o. bekräftigten (ihre Anklage)
Lk 23:6 - Als Pilatus das vernahm, fragte er, ob der Mensch ein Galiläer sei (7*),
7* Die Verse Lk 23:6-16 sind „Sondergut“ des Lukas.
Lk 23:7 - und als er erfuhr, dass er aus dem Macht[bereich] des Herodes stamme (8*), schickte er ihn zu Herodes (9*), der auch selbst in diesen Tagen in Jerusalem war.
"8* w. sei (vgl. Mt 14:1 mit Anm. 2) 9* w. schickte er ihn zu Herodes hinauf (Fachausdruck für die Übergabe an eine zuständige Behörde)"
Lk 23:8 - Da Herodes aber Jesus sah, freute er sich sehr. [Schon] seit langer Zeit war es ja sein Wunsch gewesen, ihn kennen zu lernen (10*), weil er [viel] über ihn gehört hatte und hoffte, irgendein von ihm gewirktes Wunderzeichen zu sehen.
10* o. (Schon) seit langen Zeiten wollte er ihn ja sehen (zu Gesicht bekommen)
Lk 23:9 - Er befragte ihn ausgiebig (11*); [Jesus] aber antwortete ihm nichts.
11* w. mit hinlänglich (o. genügend) vielen Worten
Lk 23:10 - Die Hohenpriester und die Schriftgelehrten aber standen [dabei] und brachten schwere Beschuldigungen gegen ihn vor (12*).
12* o. verklagten ihn heftig (angestrengt, energisch)
Lk 23:11 - Nachdem ihn aber Herodes mit seinen Soldaten mit Verachtung und Spott behandelt hatte, [ließ er ihm] ein glänzendes Gewand umwerfen und schickte ihn dem Pilatus zurück (13*).
13* o. zu Pilatus hinauf (vgl. Anm. 9)
Lk 23:12 - An diesem Tag wurden Herodes und Pilatus Freunde; vorher nämlich hatten sie in Feindschaft gegeneinander gestanden.

Lk 23:13 - Pilatus aber rief die Hohenpriester (14*) und die Obersten (15*) und das Volk zusammen
"14* Der Plural bezeichnet die Mitglieder des Hohen Rats, die hohenpriesterlichen Geschlechts sind: den amtierenden sowie die abgesetzten Hohenpriester und die männlichen mündigen Glieder der vornehmsten Priesterfamilien (W. Bauer). 15* die (übrigen) Mitglieder des Hohen Rates"
Lk 23:14 - und sprach zu ihnen: Ihr habt mir diesen Menschen hergebracht, weil er angeblich das Volk zum Abfall verführt (16*), doch seht, als ich selbst [ihn] in eurer Gegenwart verhörte, fand ich keine Schuld an diesem Menschen [in den Anklagepunkten], die ihr gegen ihn vorgebracht habt;
16* o. (von Rom) abkehrt, abwendet (vgl. Lk 23:2)
Lk 23:15 - ebensowenig (17*) Herodes, denn er schickte ihn zu uns zurück (18*), und so seht: Kein todeswürdiges [Verbrechen] ist von ihm verübt worden (19*)!
"17* w. aber auch nicht 18* o. hinauf (vgl. Anm. 9) 19* o. Er hat nichts, was den Tod verdient, getan"
Lk 23:16 - Also werde ich ihn nach einer Züchtigung freilassen (20*).
20* o. auspeitschen lassen und freigeben
Lk 23:17 - Er musste ihnen aber jeweils zum Fest einen [Gefangenen] freigeben (21*).
21* Dieser Vers, der inhaltlich Mt 27:15 und Mk 15:6 entspricht, fehlt in wichtigen alten Handschriften.
Lk 23:18 - Da schrie die ganze Menge laut auf und rief: Hinweg mit diesem! Gib uns vielmehr den Barabbas frei (22*)!
22* vgl. Mt 27:15 - Mt 27:21 - Mk 15:11
Lk 23:19 - Dieser war wegen eines Aufruhrs, der in der Stadt entstanden war, und wegen Mordes ins Gefängnis geworfen worden.

Lk 23:20 - Nochmals redete Pilatus laut auf sie ein, weil er Jesus freilassen wollte.

Lk 23:21 - Sie aber riefen dagegen: Kreuzige, kreuzige ihn!

Lk 23:22 - Da wandte er sich zum dritten Mal an sie [und sprach]: Was hat dieser denn Böses getan? Nichts, was den Tod verdient (23*), habe ich bei ihm feststellen können (24*)! Also werde ich ihn nach einer Züchtigung freilassen (20*).
"20* o. auspeitschen lassen und freigeben 23* o. Keine todeswürdige Schuld 24* o. an ihm gefunden"
Lk 23:23 - Sie aber bestürmten [ihn] mit lautem Geschrei (25*) und forderten, dass er gekreuzigt würde, und mit ihrem Geschrei setzten sie sich durch (26*).
"25* o. mit lauten Stimmen 26* o. und ihre Stimmen gewannen die Oberhand, drangen durch, hatten Kraft [Erfolg]. Ausführlich schildert Joh 18:28-40 und Joh 19:1-16 die Unterredungen zwischen Pilatus und Jesus und den Juden."
Lk 23:24 - Daraufhin entschied Pilatus, dass ihrer Forderung entsprochen werde.

Lk 23:25 - So ließ er den frei, der wegen Aufruhr und Mord ins Gefängnis geworfen worden war, den sie verlangt (27*) hatten – Jesus aber gab er ihrem Willen preis.
27* o. begehrt, gefordert
Lk 23:26 - Als sie ihn dann abführten, ergriffen sie einen gewissen Simon aus Cyrene, der vom Felde kam, und legten ihm das Kreuz auf, damit er's hinter Jesus hertrage.

Lk 23:27 - Es folgte ihm eine große Volksmenge, [darunter viele] Frauen (28*), die heftig um ihn trauerten (29*) und klagten.
"28* w. eine große Menge des Volkes und der Frauen 29* „koptomai“ = sich vor Trauer an Brust o. Haupt schlagen"
Lk 23:28 - Jesus aber wandte sich zu ihnen um und sprach: Ihr Töchter Jerusalems, weint nicht über mich; weint vielmehr über euch und eure Kinder!

Lk 23:29 - Denn sie, es kommen Tage, an denen man sagen wird: Glückselig die Unfruchtbaren und die Leiber (30*), die nicht geboren, und die Brüste, die nicht gestillt haben!
30* „koilia“ = Leibeshöhle, Bauch, insbesondere Mutterleib
Lk 23:30 - Dann wird man anfangen, zu den Bergen zu sagen: Fallt auf uns nieder! Und zu den Hügeln: Deckt uns zu (31*)!
31* vgl. Hos 10:8 - Offb 6:16
Lk 23:31 - Denn wenn man dies tut am grünen Holz, was wird am dürren werden (32*)?
32* Feuchtes (grünes, frisches) Holz = der Gerechte (mit Gott in Gemeinschaft Lebende), trockenes [dürres] Holz = der Ungerechte (Gottlose). Das heißt: Wenn das Feuer des Gerichts den Gerechten verzehrt (Jesus in den Tod führt), wie wird es dann den Gottlosen ergehen? (Vgl. Spr 11:31 - 1Petr 4:17).
Lk 23:32 - Es wurden aber auch [noch] andere (33*) - zwei Übeltäter (34*) - mit ihm zusammen zur Hinrichtung geführt (35*).
"33* o. andersartige 34* o. Verbrecher 35* vgl. Mt 27:38 - Mk 15:27 - Joh 19:18"
Lk 23:33 - Und als sie an den Ort gekommen waren, der „Schädel“ heißt, kreuzigten sie ihn dort und [ebenso] die Übeltäter (34*), den [einen] zur Rechten, den [andern] zur Linken.
34* o. Verbrecher
Lk 23:34 - Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun (36*)! Dann verteilten sie seine Kleider [unter sich], indem sie Lose warfen (37*).
"36* Sieben Kreuzesworte Jesu sind überliefert: Lk 23:34 - Joh 19:26,27 - Lk 23:43 - Mt 27:46 = Mk 15:34 - Joh 19:28 - Joh 19:30 - Lk 23:46. - Zu Lk 23:34 vgl. Apg 3:17! 37* vgl. Ps 22:19 - Mt 27:35 - Mk 15:24"
Lk 23:35 - Das Volk stand [dabei] und schaute zu. Auch die Mitglieder des Hohen Rats verspotteten [ihn] (38*) und sagten: Andere hat er gerettet (39*), [nun] rette (39*) er sich selbst, wenn er [wirklich] der Christus Gottes, der Auserwählte, ist (40*).
"38* o. Aber auch die Obersten rümpften die Nase (über ihn) 39* „sozo“ = Rettung (Heil, Hilfe) bringen, Gesundheit o. Befreiung schenken 40* vgl. Mt 16:16 - Joh 11:27 - Jes 42:1 - Lk 9:35"
Lk 23:36 - Auch die Soldaten ließen ihren Mutwillen an ihm aus (41*); sie traten herzu, reichten ihm Essig
41* o. trieben ihr Spiel mit ihm, verhöhnten ihn (Lk 18:32 - Lk 22:63 -Lk 23:11)
Lk 23:37 - und sagten: Bist du der König der Juden, so rette (39*) dich selbst!
39* „sozo“ = Rettung (Heil, Hilfe) bringen, Gesundheit o. Befreiung schenken
Lk 23:38 - Es war aber auch eine Aufschrift [mit Angabe seiner Schuld] über ihm [angebracht]: „Dies ist der König der Juden.“ (42*)
42* Einige Handschriften ergänzen: in griechischen, römischen und hebräischen Buchstaben. Vgl. Mt 27:37 - Mk 15:26 - Lk 23:3 - Joh 18:33 - Joh 18:39 - Joh 19:3 - Joh 19:14!
Lk 23:39 - Einer der [ans Kreuz] gehängten Übeltäter (34*) aber lästerte ihn und sagte: Bist du nicht der Christus (43*)? - so rette (39*) dich selbst und uns!
"34* o. Verbrecher 39* „sozo“ = Rettung (Heil, Hilfe) bringen, Gesundheit o. Befreiung schenken 43* der Messias, der Gesalbte (Gottes). - Die Verse Lk 23:39-43 sind „Sondergut“ des Lukas."
Lk 23:40 - Da wandte sich der andere (33*) an ihn und sagte tadelnd (44*): Fürchtest auch du dich nicht vor Gott, da du doch dem gleichen Strafurteil verfallen bist (45*)?
"33* o. andersartige 44* o. zurechtweisend, vorwurfsvoll 45* w. in demselben Urteil o. Strafgericht bist"
Lk 23:41 - Uns zwar [trifft es] mit Recht; denn wir empfangen [nur] den Lohn für unsre Taten (46*); dieser aber hat nichts Ungehöriges (47*) getan!
"46* o. was unsre Taten wert sind 47* o. Verkehrtes, Unziemliches"
Lk 23:42 - Und er sprach: Jesus, gedenke meiner, wenn du in dein Königreich kommst (48*)!
48* nach anderen griech. Lesarten: wenn du in (o. mit) deinem Königreich kommst
Lk 23:43 - Da sprach er zu ihm: Wahrlich (49*), ich versichre dir [schon] heute: Du wirst im Paradies mit mir zusammen sein (50*)!
"49* w. Amen 50* Zumeist wird übersetzt: „Ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ Doch ist ein Teil des Totenreiches, obwohl „Abrahams Schoß“ genannt (Lk 16:22), das Paradies? Ist es nicht vielmehr das Gottesreich im Himmel o. auf Erden (2Kor 12:4 - 1Mo 2:8-17 - Hes 36:35 - Offb 2:7 - Offb 22:1,2)? - Der Bittende möchte bei Jesus sein, wenn er mit seinem Königreich kommt (als König erscheint). Dies bejaht Jesus."
Lk 23:44 - Und es war schon um die sechste Stunde, da entstand eine Finsternis, [die sich] über das ganze Land [ausbreitete], bis zur neunten Stunde (51*).
51* von 12 Uhr mittags bis 3 Uhr nachmittags (Mt 27:45 - Mk 15:33)
Lk 23:45 - Die Sonne verlor ihren Schein (52*) und der Vorhang des Tempels riss mitten entzwei (53*).
"52* w. ließ nach (hörte auf, ging aus, blieb aus) 53* Einige Forscher verstehen dies so: JAHWE verlässt das Allerheiligste. Es ist nun nicht mehr die Stätte der Gegenwart des heiligen Gottes. Nun mag jeder hineinsehen. - Das Geschehen wird auch noch anders gedeutet, vgl. Mt 27:51 mit Anm. 57!"
Lk 23:46 - Und Jesus rief mit lauter Stimme: Vater, in deine Hände übergebe (54*) ich meinen Geist! Und nachdem er dies gesagt hatte, hauchte er [den Lebensgeist] aus.
54* „paratithemai“ = anvertrauen, anheim geben, übergeben, anbefehlen, zur Aufbewahrung deponieren (vgl. Mt 27:50 - Mk 15:37 - Joh 19:30 - Apg 7:59,60)
Lk 23:47 - Als aber der Hauptmann (55*) sah, was geschah, gab er Gott die Ehre (56*) und sprach: Wirklich, dieser Menschen war ein Gerechter!
"55* ein Anführer von 100 Mann (lat. Centurio) 56* o. verherrlichte, rühmte, pries er Gott"
Lk 23:48 - Und all die Scharen [von Menschen], die zu diesem Schauspiel zusammengeströmt waren, schlugen sich beim Anblick dessen, was geschah, an die Brust (57*) und kehrten zurück.
57* o. Brüste
Lk 23:49 - In einiger Entfernung standen alle seine Bekannten und die Frauen, die ihn von Galiläa her begleitet hatten (58*) und dies [mit] ansahen.
58* w. die ihm ... mitgefolgt waren
Lk 23:50 - Und sieh, [da war] ein Mann namens Josef, ein Mitglied des Hohen Rats und ein guter und gerechter Mann -

Lk 23:51 - dieser hatte ihrem Beschluss und ihrer Handlungsweise (59*) nicht zugestimmt – aus Arimathäa, einer Stadt der Juden, der in der Erwartung des Königreiches Gottes [lebte].
59* o. ihrem Rat und ihrer Tat
Lk 23:52 - Dieser ging zu Pilatus und bat [ihn] um den Leib Jesu (60*).
60* vgl. zu Lk 23:50-56: Mt 27:57-61 - Mk 15:42-47 - Joh 19:38-42
Lk 23:53 - Und nachdem er [ihn] herabgenommen hatte, hüllte er ihn in feines Leinentuch und legte ihn in eine Grabstätte, die aus einem Felsen ausgehauen war [und] in der noch nie jemand gelegen hatte.

Lk 23:54 - Es war Rüsttag (61*) und der Sabbat wollte anbrechen (62*).
"61* nämlich Freitag, der 14. Nisan 62* o. dämmerte herauf. Hier ist jedoch nicht an die Morgendämmerung zu denken (wie Mt 28:1), sondern an die Abenddämmerung."
Lk 23:55 - Die Frauen aber, die mit ihm aus Galiläa gekommen waren, folgten nach und schauten sich die Grabkammer an und wie sein Leib [hinein]gelegt wurde.

Lk 23:56 - Dann kehrten sie zurück und bereiteten wohlriechende Kräuteröle und Salben. Und den Sabbat über ruhten sie nach dem Gebot.

Lk 24

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Lk 24:1 - Am ersten Tag der Woche (1*) aber, tief in der Morgenfrühe, kamen sie zum Grab; sie brachten die wohlriechenden Kräuteröle mit, die sie zubereitet hatten.
1* o. Am ersten Tag nach dem Sabbat (Mt 28:1)
Lk 24:2 - Sie fanden aber den Stein von der Grabkammer weggewälzt (2*),
2* vgl. Mt 27:60 - Mt 27:66 - Mk 15:46
Lk 24:3 - und als sie eingetreten waren, fanden sie den Leib des Herrn Jesus nicht.

Lk 24:4 - Und es geschah: Als sie [noch] darüber in Verlegenheit waren, sieh, da standen [plötzlich] zwei Männer in leuchtenden Gewändern (3*) bei ihnen.
3* w. in (auf)blitzendem Gewand (Lk 17:24). Vgl. Mk 16:5 - Apg 1:10 - Apg 10:30!
Lk 24:5 - Als sie aber in Furcht gerieten und die Gesichter zur Erde neigten, sprachen [diese] zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?

Lk 24:6 - Er ist nicht hier, sondern auferweckt worden! Denkt daran, wie er zu euch geredet hat, als er noch in Galiläa war!

Lk 24:7 - Er sagte: Der Menschensohn muss in die Hände sündiger Menschen übergeben (4*) und gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehen (5*).
"4* o. überliefert, überantwortet 5* vgl. Mt 16:21 - Mt 26:45 - Lk 9:22 - Lk 18:32,33 - Lk 24:26 - Lk 24:44 - Lk 24:46"
Lk 24:8 - Da gedachten sie seiner Reden (6*). -
6* o. Da erinnerten sie sich seiner Aussprüche
Lk 24:9 - Zurückgekehrt von der Grabkammer, berichteten sie dies alles den Elfen (7*) und allen Übrigen.
7* den 12 Aposteln ohne Judas
Lk 24:10 - Es waren aber Maria aus Magdala (8*) und Johanna und Maria, die [Mutter] des Jakobus, und die übrigen [Frauen] mit ihnen, [die] dies den Aposteln sagten.
8* am Westufer des Sees Genezareth gelegener Ort
Lk 24:11 - Doch diese Reden waren in ihren Augen [nur] leeres Geschwätz (9*) und sie glaubten ihnen nicht.
9* o. erschienen vor ihren Augen wie leeres Gerede
Lk 24:12 - Petrus aber stand auf und lief zur Grabkammer; er beugt sich vor und erblickt nur die Leinenbinden; da ging er [wieder] fort in staunendem Nachdenken (10*) über das, was geschehen war (11*).
"10* o. bei sich selbst verwundert 11* vgl. Joh 20:3-10"
Lk 24:13 - Und sieh, zwei von ihnen (12*) wanderten am gleichen Tag nach einem Dorf namens Emmaus, 60 Stadien (13*) von Jerusalem entfernt (14*);
"12* zwei Schüler Jesu, die aber nicht zum Kreis der Elf gehörten 13* d.h. 11-12 km 14* Lk 24:13-49 ist ""Sondergut"" (Text, den nur Lukas hat)"
Lk 24:14 - sie unterhielten sich miteinander über alles das, was sich zugetragen hatte.

Lk 24:15 - Und es geschah: Während sie sich unterhielten und ihre Meinungen austauschten (15*), da kam er selbst, Jesus, in ihre Nähe und wanderte mit ihnen.
15* o. sich auseinander setzten, disputierten
Lk 24:16 - Ihre Augen aber waren gehalten (16*), sodass sie ihn nicht erkannten.
16* o. festgehalten, zurückgehalten, gefangen (wie mit Blindheit geschlagen). (Das Gegenteil ist: geöffnet werden, Lk 24:31.) Geistleibliche Wesen erkennt der Erdenmensch zunächst entweder gar nicht (2Kö 6:16,17) o. als Fremde (Joh 20:15).
Lk 24:17 - Er aber sprach zu ihnen: Was sind das für Worte, die einer dem andern unterwegs entgegenhält (17*)? Da blieben sie betrübt dreinschauend (18*) stehen.
"17* w. entgegenwirft (freier: Was für einen Wortwechsel führt ihr da auf eurer Wanderung?) 18* o. traurig (finster, düster) blickend (im NT nur hier und Mt 6:16)"
Lk 24:18 - Einer aber mit Namen Kleopas gab ihm zur Antwort: Bist du der einzige Fremde in Jerusalem, der nicht erfahren hat, was in diesen Tagen darin geschehen ist?

Lk 24:19 - Er sprach zu ihnen: Was denn? Sie erwiderten ihm: Das, was Jesus, den Nazarener, betrifft, der ein Prophet war (19*), mächtig in Werk und Wort vor Gott und allem Volk;
19* w. der ein Mann, ein Prophet, wurde
Lk 24:20 - ihn haben unsre Hohenpriester und Obersten (20*) der Verurteilung zum Tode preisgegeben (21*) und ihn gekreuzigt!
"20* die (übrigen) Mitglieder des Hohen Rats (Lk 23:13) 21* o. dem Todesurteil ausgeliefert"
Lk 24:21 - Wir aber hofften, dass er es sei, der Israel Erlösung bringen werde (22*)! Zu alledem ist aber auch heute der dritte Tag (23*), seit dem dies geschehen ist.
"22* vgl. Lk 1:68 - Lk 2:38 - Mt 20:28 - Tit 2:14 - Hebr 9:12 23* w. Zu alledem aber auch bringt er diesen Tag als dritten zu (vgl. Mt 16:21 - Lk 9:22 - Hos 6:2)"
Lk 24:22 - Es haben uns aber auch einige Frauen aus unsrer Mitte in Schrecken und Bestürzung versetzt (24*): Nachdem sie sich frühmorgens zur Grabkammer begeben,
24* o. aus der Fassung gebracht, völlig verwirrt
Lk 24:23 - doch seinen Leib nicht gefunden hatten, kamen sie und behaupteten, sie hätten gar eine Erscheinung von Engeln gesehen, die sagten, dass er lebe!

Lk 24:24 - Darauf sind einige von denen, die zu uns gehören (25*), zur Grabkammer gegangen; sie trafen es genau so an, wie die Frauen es gesagt hatten, ihn selbst aber sahen sie nicht.
25* w. die mit uns (sind)
Lk 24:25 - Da sprach er zu ihnen: O [wie] unverständig [seid ihr doch] und im Herzen schwerfällig und träge (26*), allem zu glauben (27*), was die Propheten gesagt haben!
"26* o. im Herzen langsam, stumpfsinnig, saumselig. - Der Glaube braucht wache, rege, offene Herzen. 27* w. zu glauben aufgrund von allem"
Lk 24:26 - Musste nicht der Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen (28*)?
28* Zu dem Wort „musste“ vgl. Lk 22:37 mit Anm. 52!
Lk 24:27 - Und von Mose und von allen Propheten ausgehend, erklärte er ihnen (29*) in allen Schriften das, was ihn betrifft.
29* o. deutete er ihnen, legte er ihnen (gründlich) aus
Lk 24:28 - So kamen sie in die Nähe des Dorfes, zu dem sie unterwegs waren, und er seinerseits tat, als wolle er weiterwandern.

Lk 24:29 - Da nötigten sie ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden (30*) und der Tag hat sich schon geneigt! Da ging er [mit] hinein, um bei ihnen zu bleiben.
30* o. es geht gegen Abend
Lk 24:30 - Und es geschah: Als er sich mit ihnen zu Tisch niedergelassen hatte, nahm er das Brot und segnete es und er brach es und reichte es ihnen (31*).
31* vgl. Mt 14:19 - Mt 26:26 - Lk 22:19 - 1Kor 11:23,24
Lk 24:31 - Da wurden ihre Augen geöffnet und sie erkannten ihn; er aber verschwand (32*) vor ihnen (33*).
"32* o. wurde unsichtbar. Das Wort „aphantos“ kann das Ende einer Erscheinung (sinnlichen Wahrnehmung) bezeichnen. 33* Der geistleiblich Auferstandene konnte jederzeit den Seinen erscheinen und wieder (in die höhere Dimension der Lichtwelt Gottes) verschwinden. Dies geschah 40 Tage hindurch (Apg 1:3)"
Lk 24:32 - Und sie sagten zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er auf dem Wege zu uns redete, als er uns die Schriften erschloss (34*)?
34* o. (er)öffnete (den Sinn des AT erklärte)
Lk 24:33 - Zur gleichen Stunde [noch] machten sie sich auf und kehrten nach Jerusalem zurück und sie fanden die Elf mit ihren Gefährten beisammen (35*);
35* o. dicht gedrängt beieinander
Lk 24:34 - diese sagten [ihnen]: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden (36*) und Simon erschienen (37*)!
"36* o. wirklich (tatsächlich) auferweckt worden 37* vgl. 1Kor 15:4,5"
Lk 24:35 - Sie ihrerseits erzählten, was [sie] unterwegs [erlebt hatten] und wie er beim Brechen des Brotes von ihnen erkannt worden war.

Lk 24:36 - Während sie [noch] darüber sprachen, trat er selbst in ihre Mitte und er spricht zu ihnen: Friede [sei mit] euch!

Lk 24:37 - Sie aber, in Angst und Furcht geraten, meinten einen Geist anzuschaun.

Lk 24:38 - Da sprach er zu ihnen: Was seid ihr so aufgewühlt (38*) und warum steigen Gedanken des Zweifels in euren Herzen auf?
38* o. beunruhigt, verwirrt (durcheinander geschüttelt)
Lk 24:39 - Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin [es] selbst (39*)! Fasst mich an und überzeugt euch (40*): Ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr [sie] an mir schaut (41*)!
"39* vgl. Mt 14:27 - Mk 14:62 - Joh 4:26 - Offb 1:17 40* o. Betastet (berührt) mich und seht 41* w. wie ihr schaut, dass ich sie habe"
Lk 24:40 - Und nach diesen Worten zeigte er ihnen die Hände und die Füße.

Lk 24:41 - Als sie aber, von Freude [überrascht], [immer] noch nicht glauben [konnten] und in Staunen verharrten (42*), sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen?
42* o. (immer) noch misstrauisch waren und sich wunderten
Lk 24:42 - Da reichten sie ihm ein Stück gebratenen Fisches

Lk 24:43 - und er nahm es und aß es vor ihren Augen.

Lk 24:44 - Dann sagte er zu ihnen: Dies [sind] meine Worte, die ich zu euch gesprochen habe, als ich noch mit euch zusammen war: Es muss alles erfüllt werden (43*), was über mich geschrieben steht im Gesetz Moses und in den Propheten und Psalmen (44*).
"43* vgl. Mt 16:21 - Mt 26:54 - Mt 26:56 - Lk 18:31 - Lk 24:26,27 44* vgl. u. a. 5Mo 18:15 - Ps 22 - Jes 42:1-4 - Jes 53:2-12"
Lk 24:45 - Danach öffnete er ihnen das Verständnis (45*), um die Schriften verstehen [zu können].
45* o. den Verstand (Denkkraft, Denksinn, Denkfähigkeit). Gott öffnet die Augen (Lk 24:31), die Schriften (Lk 24:32), den Verstand (Lk 24:45).
Lk 24:46 - Und er sprach zu ihnen: So steht es geschrieben: Der Christus (46*) wird leiden und am dritten Tage aus [den] Toten auferstehen (47*)
"46* o. Der Messias (der Gesalbte Gottes) 47* vgl. Ps 22 - Jes 53 - Hos 6:2"
Lk 24:47 - und es wird aufgrund seines Namens die Umkehr (48*) zur Vergebung der Sünden unter allen Nationen bekannt gemacht (49*) werden – ausgehend von Jerusalem (50*).
"48* o. Sinnesänderung (Mt 3:8) 49* o. gepredigt 50* vgl. Jes 2:2-4 - Jes 12:3-6 - Jes 42:1"
Lk 24:48 - Ihr [seid] Zeugen davon!

Lk 24:49 - Und sieh, ich sende auf euch [herab], was mein Vater verheißen hat (51*). Ihr aber, bleibt (52*) in der Stadt, bis ihr angetan (53*) werdet mit Kraft aus der Höhe!
"51* w. die Verheißung meines Vaters [nämlich den Heiligen Geist] (Apg 2) 52* o. haltet euch auf, w. setzt euch (nieder) 53* o. bekleidet (ausgerüstet)"
Lk 24:50 - Dann führte er sie hinaus bis [dahin, wo es] nach Bethanien [geht], und er hob seine Hände auf und segnete sie.

Lk 24:51 - Und es geschah: Indem er sie segnete, schied er von ihnen und wurde in den Himmel hinaufgetragen (54*).
54* o. hinaufgeführt, emporgehoben
Lk 24:52 - Sie aber fielen anbetend vor ihm nieder und kehrten [dann] mit großer Freude nach Jerusalem zurück.

Lk 24:53 - Die ganze Zeit hielten sie sich im Tempel auf und lobten (55*) Gott.
55* o. priesen, rühmten, segneten




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