Gibt es eine Errettung aller Menschen?: Unterschied zwischen den Versionen

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Kapitel vorher:<br/>  
 
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=='''45. Gibt es eine Errettung aller Menschen?"'''==
 
=='''45. Gibt es eine Errettung aller Menschen?"'''==
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===Biblische Beweise der Errettung aller Menschen===
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Wir beginnen mit dem ersten Evangelium aus Gottes Mund [[1Mo 3:15]]:
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:"Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Derselbe soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen."
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Der Verführte und dem Tod Verfallene ist der Mensch, und der Angeredete ist der Satan. Durch diesen Sündenfall kamen Sünde und Tod in die Welt und die Sünde übernahm die Herrschaft ([[Röm 5:12]]-18). Doch dem Verführer, dem Satan soll der Kopf zertreten werden. Wenn einer Schlange der Kopf zertreten wird, dann ist sie für immer unschädlich gemacht.  Nun, genau das steht dem Satan bevor. Auf Golgatha ist er besiegt, aber das Urteil, die Zertretung des Kopfes, ist noch nicht endgültig ausgeführt worden. Doch das wird und muss kommen, denn so hat's der Herr verheißen. Hier also wird dem ersten Elternpaar aus dem Mund des Schöpfers die Verheißung gegeben, dass der verheißene Same die Aufgabe haben wird, das in die Welt gedrungene, satanische Wesen mitsamt dem Satan zu beseitigen.-
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Wir wollen andere Stellen aus dem Alten Testament überschlagen und gleich zum Neuen Testament eilen. Bei seinem Auftreten am Jordan zitiert Johannes der Täufer die von ihm handelnde Stelle aus dem Propheten Jesaja, [[Jes 40:3]]-5:
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:"Bereitet den Weg des Herrn und machet seine Steige gerade. Alle Täler sollen ausgefüllt werden und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was krumm ist, soll gerade werden, und was uneben ist, soll ebener Weg werden."
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Und dann ruft er beglückt aus: "Und alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen". ([[Lk 3:3]]-6). Hier verheißt Johannes Zustände auf Erden, wie sie bisher nie gewesen sind, noch in diesem Zeitalter sein werden. Doch durch den heiligen Geist blickt Johannes in die ferne Zukunft, in denen diese herrlichen Zustände dann wirklich sein werden und alles - nicht nur ein Teil, sondern alles, alles - Fleisch wird das Heil Gottes sehen." Derselbe Johannes bezeugt: [[Joh 1:29]]
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:"Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt - und zwar die Sünden der ganzen Welt und nicht nur einzelner - Sünden trägt."
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Die gleiche Wahrheit bezeugt Jesus, [[Joh 3:16]]: "Also hat Gott die Welt geliebt....", und ebenso Paulus, [[2Kor 5:19]]: "Gott war in '''Christo''' und '''versöhnte die Welt mit sich selbst und rechnetet ihnen ihre Sünden nicht zu."''' Und der Apostel Johannes lehrt, [[1Jo 2:2]]: "Jesus ist die Versöhnung für unsere Sünden, aber nicht allein für die unseren, sondern auch für '''die der ganzen Welt".''' In [[Joh 3:17]] erklärt der Sohn, dass der Vater ihn nicht in die Welt gesandt habe, um die Welt zu richten, sondern um '''die Welt zu retten.''' Wohl hat der Vater alles Gericht dem Sohn übergeben, [[Joh 5:22]] das der Sohn dann später auch ausführen wird.
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===Wozu sind die Gerichte notwendig?===
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Das sagt der Herr selbst im nächsten Vers [[Joh 3:23]]: "Auf dass sie alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren." Alle Gerichte, auch die furchtbarsten und schaurigsten, sind nur Mittel zum Zweck der '''Rettung und Wiederherstellung der göttlichen Ordnung,''' dass der tief gefallene, in Sünden verstrickte Mensch wieder anfängt, nach seinem Heilmittel zu fragen, wie geschrieben steht in [[Jes 26:9]]:
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:'''"Wenn deine Gerichte die Erde treffen, dann lernen die Bewohner des Erdbodens Gerechtigkeit."'''
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Ohne Gerechtigkeit kein Heil. Ein jeglicher muss mit Feuer gesalzen werden ([[Mk 9:49]]). Auch der Gläubige musste ins Gericht, ins Sündengericht auf Golgatha. Dort wurde er mit Christo gekreuzigt, aber auch auferweckt zu einem neuen Leben. Das war die Folge des Gerichts. In [[Joh 12:32]] spricht Jesus: "Und ich, wenn ich von der Erde erhöht  bin, werde ich alle zu mir ziehen." In seiner letzten Aussprache mit seinem Vater sagt der Sohn, [[Joh 17:2]]: "Gleichwie du ihm Macht gegeben hast über alles Fleisch, auf dass er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast." Die eine Frage, die hier zu entscheiden ist, ist doch nur die, wie viele hat der Vater dem Sohn gegeben? Nun die Frage beantwortet der Sohn, [[Mt 11:27]]: '''"Alle Dinge''' sind mir übergeben von meinem Vater." Und [[Joh 3:35]]: "Der Vater hat den Sohn lieb, und hat ihm '''alles''' in seine Hand gegeben." Und abermals steht geschrieben: "Denn er (Gott) hat ihm (Christus) '''alles unter seine Füße''' getan. Wenn er aber sagt, dass ihm '''alles''' unterworfen sei, so ist offenbar der ausgenommen, der ihm '''alles''' unterworfen hat" ([[1Kor 15:27]]). Und "indem er ihm '''alles''' unterwarf, ließ er nichts ihm ununterworfen." ([[Hebr 2:8]]).
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===Wie in Adam alle, so in Christo alle===
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Ferner [[Röm 5:18]]: "Also wie der Sündenfall des Einen zur Verurteilung aller Menschen führte, so wird auch durch Eines Gerechtigkeit '''allen''' Menschen das Leben geschenkt." "Denn gleichwie sie in Adam '''alle''' sterben (und zwar geistig und leiblich), also werden sie in Christo '''alle''' lebendig gemacht werden (und zwar geistig und leiblich.) Und [[Röm 14:9]]: "Denn dazu ist Christus  gestorben und wieder lebendig geworden, dass er '''über Tote und Lebendige Herr''' sei." Und [[Offb 1:18]]: "Ich war tot und siehe ich bin lebendig in die Ewigkeiten der Ewigkeiten, und ich habe '''die Schlüssel des Todes und des Totenreiches.''' Lesen wir [[Ps 103:8]];  [[Ps 9:17]]: "Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte... Er wird nicht immerdar hadern och ewiglich Zorn halten... Die Gnade aber des Herrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten..." usw.  Ferner [[Ps 145:9]]: "Der Herr ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke." Dasselbe betont der heilige Geist durch Paulus, [[Röm 11:32]]: "Denn Gott hat  alle eingeschlossen in den Unglauben, auf dass er sich aller erbarme oder alle begnadige." Ist Jesus nicht der gute Hirte, der dem Verlorenen nachgeht - wie lange? - '''bis er es findet!''' ([[Lk 15.]]) Und: Des Menschen Sohn ist gekommen, zu suchen und zu erretten, was verloren ist. Das war und ist seine Aufgabe und wird seine Aufgabe bleiben, solange noch ein Verlorenes vorhanden ist. Dann steht geschrieben: "Wo aber die Sünde mächtig ist, da ist die Gnade viel mächtiger." ([[Röm 5:20]]). Nach der Lehre der endlosen Höllenstrafen bleibt nicht die Gnade, sondern die Sünde zuletzt auf dem Plan und triumphiert über die Gnade. Alle angewandten Gerichte zur Erreichung des göttlichen Zieles wären vergeblich. Da müsste Paulus' wunderbarer Ausspruch geändert werden: Obwohl die Gnade gerne geherrscht hätte, hat sich leider die Sünde viel mächtiger erwiesen, so dass sie die höchsten Ziele des allmächtigen Gottes gründlich vereitelt hat. Welch ein Frevel, so die Gnade Gottes verächtlich zu machen! Ferner lehrt Paulus, wie schon oft angeführt, [[Phil 2:10]]-11, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle Knie derer, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und bekennen, dass Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters.
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Ja, sagen und lehren manche, die Seligen im Himmel und die Erretteten auf Erden, die werden freiwillig Jesus bekennen, aber die Verlorenen in der Hölle müssen das erzwungen, zähneknirschend tun. So, wo steht denn das geschrieben? In unserm Text nie und nimmer. also, diese lehren ein doppeltes Bekennen: ein Bekennen der Seligen und ein Bekennen der Verdammten. Ein tiefgründiger Schriftforscher, A. F. Dallmus, hat sich die Mühe gemacht, nachzuprüfen, ob das im Grundtext gebrauchte Wort für bekennen (''omologein'') im Neuen Testament wirklich in diesem doppelten Sinne gebraucht wird. Einige Beispiele: In [[Mt 10:32]] (und [[Lk 12:8]]) verheißt Jesus dem, der ihn vor den Menschen bekennen wird, dass auch er ihn bekennen wird vor seinem Vater und den Engeln. Niemand wird zweifeln, was für ein Bekennen hier gemeint ist. In [[Joh 1:20]] bekennt  Johannes und leugnet nicht: "Ich bin nicht der Christus!"  Von Widerwilligkeit oder Zwang ist auch hier keine Rede. In [[Joh 9:22]] kommen die Juden überein, wer Jesus anerkennen würde, der solle aus der Synagoge ausgestoßen werden. An Zwang bei solchem Bekennen ist auch hier nicht zu denken. [[Apg 23:8]] wird von den Pharisäern gesagt, dass sie im Gegensatz zu den Sadduzäern beides, eine Auferstehung und auch das Dasein von Engeln bekennen.  [[Apg 24:14]] bekennt Paulus vor dem Landpfleger Felix seinen Glauben an den Nazarener mit großer Freimütigkeit ohne allen Zwang. In [[Röm 10:9]].10 ist zweimal die Rede von einem Bekennen mit dem Munde, dass Jesus der Herr sei (also die gleiche Wendung wie [[Phil 2.]]), um gerettet zu werden. Die inhaltliche Übereinstimmung beider Stellen ist beachtenswert. In [[1Tim 6:12]] bezeugt Paulus seinem Sohn Timotheus, dass er bekannt habe ein gutes Bekenntnis, das sicherlich kein widerwilliges war. Der Leser vergleiche noch [[Mt 7:23]]; [[Mt 4:7]]; [[Joh 12:42]]; [[Apg 7:17]] (wo ''omologein'' mit "beschworen hatte, übersetzt ist); [[Tit 1:16]]; [[Hebr 11:13]]; [[Hebr 13:15]]; [[1Jo 1:9]]; [[1Jo 2:23]]; [[1Jo 4:2]].3.15; [[2Jo 1:7]]; [[Offb 3:5]]. Für das Hauptwort '''Bekenntnis''' (''omologien'') kommt noch in Betracht [[2Kor 9:13]]; [[1Tim 6:12]].13; [[Hebr 3:1]]; [[Hebr 4:14]]; [[Hebr 10:23]]. Dann sind noch eine Anzahl Stellen im Neuen Testament, in denen das Zeitwort '''"bekennen"''' in verstärkter Form, oder mit einer Präposition ''ek'' = aus, vorkommt, im ganzen sind es '''35 Stellen im Neuen Testament.''' In keiner einzigen dieser 35 Stellen ist auch  nur im entferntesten von einem widerwilligen, erzwungenen Bekennen die Rede, es ist überall ein durchaus freiwilliges; an manchen Stellen hat das Wort sogar die Bedeutung des fröhlichen, danksagenden Lobpreises. Alle Annahme eines doppelten Bekennens stimmt nicht, denn
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#sie hat keinen Schriftgrund, sondern ist wie so viele andere, neben der Schrift.
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#Im Namen Jesu beten, finden wir im Neuen Testament als eine hohe Stufe der Anbetung. Und nun sollen die Verdammten in [[Phil 2.]] ihn zähneknirschend im Namen Jesu bekennen? Lehrt so etwas die Schrift? Niemals.
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#Die Bekenner in [[Phil 2.]] (nämlich die Verdammten) bekennen, dass Jesus Christus der Herr sei. Nun lehrt aber Paulus [[1Kor 12:3]]; dass niemand  Jesus als "Herr" bekennen kann, außer durch den heiligen Geist". Nun sollen die Verdammten durch den heiligen Geist und sogar im Namen Jesus, Jesum als Herrn bekennen? Eine merkwürdige Schriftauslegung!
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#Zur Ehre Gottes, des Vaters. Glauben Sie das? Nein, ich auch nicht, denn so etwas lehrt die Schrift nicht. Also die irrige Lehre, dass die Verdammten im Namen Jesu und durch den heiligen Geist und zur Ehre Gottes des Vaters, Jesus als den Herrn bekennen werden, ist total unbiblisch und deshalb rundweg abzulehnen.
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Dagegen jauchzt meine Seele, dass der herrliche Ausgang der ganzen Menschheits- und Weltgeschichte der sein wird, dass alle im Himmel und auf Erden und unter der Erde, alle, alle, im ganzen Universum endlich dahin kommen werden, dass sie freudig, lobpreisend bekennen werden, dass Jesus Christus der Herr sei zur Ehre Gottes des Vaters, Hallelujah! -
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===Gott ist der Retter aller Menschen===
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Endlich hören wir noch, was Paulus seinem Sohn Timotheus schreibt von Gott, unserem Retter, [[1Tim 2:4]]: "welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen", und im gleichen Brief [[1Tim 3:9]].10: "Das ist gewisslich war und ein kostbares Wort, denn dafür arbeiten wir und werden wir geschmäht, dass wir auf den lebendigen Gott gehofft haben, welcher ist der Retter aller Menschen, sonderlich der Gläubigen." Hier haben wir den Kern der ganzen Frage, denn hier wird die herrliche Tatsache betont, dass Gott der Retter aller Menschen ist und will, dass alle Menschen gerettet werden. Doch wie andere vorhin erwähnte Bibelstellen, so werden auch diese köstlichen Aussprüche des heiligen Geistes vergewaltigt und entstellt, leider auch von Gläubigen, indem sie sagen: Gott kann nur die retten, die da wollen; wenn die Menschen nicht wollen, dann kann Gott ihnen nicht beikommen und sie nicht retten! Was sind das für schreckliche, frevelhafte Gedanken, dem goßen Gott vorzuschreiben, was er kann und was er nicht kann, ja ihm ein schwächliches Unvermögen, ja ein Fiasko, einen Bankrott seiner Macht anzudichten, der, obwohl er erklärt hat, dass er der allmächtige Gott ist, und dass bei Gott alle Dinge möglich sind ([[Mt 19:26]]: [[Lk 1:37]]), und der erklärt hat, dass er der Retter aller Menschen ist und will, dass alle Menschen gerettet werden, aber - dann leider die Kraft nicht hat, diesen seinen Willen, alle Menschen zu retten, durchzusetzen.
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Wenn die Annahme, dass von 100 Seelen 99 verlorengehen (und zwar für immer und ewig), und nur eine Seele aus 100 gerettet wird, richtig ist, welch freches Verhöhnen und Verspotten müsste sich dann der Herr in alle Ewigkeit vom Teufel gefallen lassen. Der Teufel könnte ihm immer wieder vorhalten: Nicht du, sondern ich habe die überwältigende Mehrheit deiner Menschen, die du geschaffen und mit deinem Blut erkauft hast. Gewiss, den guten Willen, sie alle zu retten, hast du ja gehabt, aber es fehlte dir die Kraft, diesen deinen Willen durchzusetzen. Ich dagegen habe beides, nicht nur den Willen, sondern auch die Macht, sie alle für immer und ewig in der Verdammnis festzuhalten. So stellt sich schließlich heraus, dass der Stärkere nicht Gott oder der Heiland, sondern der Satan wäre, denn der Satan siegt, und der Herr - trotz seines guten Willens - unterliegt. Dann müsste man auch Jesu Ausspruch: "Mir ist gegeben alle Gewalt..." dahin umändern: "Ich habe nur soviel Macht, wie der Teufel mir zulässt." - So sehen wir, dass jeder Versuch, den herrlichen Ausspruch des heiligen Geistes, dass Gott der Retter aller Menschen ist, und dass er will, dass alle Menschen gerettet werden, einzuschränken und zu bezweifeln, eine Majestätsbeleidigung ist. Ja, manche gehen in ihrer Vermessenheit noch weiter, indem sie sagen, es sei unsittlich, wenn Gott, gegen den Willen des Menschen, ihn dennoch retten würden. Wie? Wenn ein Mensch Selbstmord begehen will und springt ins Wasser, und ein anderer springt ihm nach, zieht ihn heraus und rettet ihn vor dem sicheren Tod; hat der Retter dann eine unsittliche Tat begangen?
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===Die Tiefe der Liebe Gottes===
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Völlig unverständlich ist es, wie manche so herrlich die Liebe Gottes schildern können, aber dann beim Tod des Menschen plötzlich Halt machen. So kenne ich, durch dessen Schriften, einen Gottesmann im englischen Lager, der wunderbar die Liebe Gottes darzustellen vermag und betont, es wird Ewigkeiten dauern, bis wir diese Liebe Gottes voll und ganz erkannt haben werden. Und dann schildert er die Höhe, Länge und Breite der Liebe Gottes. Doch fällt es  auf, dass er dann das vierte Stück, die "Tiefe" der Liebe Gottes, [[Eph 3:18]], nirgends schildert. Und die "Tiefe" der Liebe Gottes ist doch das, was Hiller so schön von der Liebe Gottes singt:
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::"Singet Gott, denn Gott ist Liebe, Liebe, die da ewig währt.
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::Singet durch des Geistes Triebe, wer es an sich selbst erfährt.
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::Wenn Gott lässt den Eifer brennen, brennt er bis zum Höllengrund.
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::Nun, er lässt sich Liebe nennen, tut es allen Himmeln kund."
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Ja, Hiller hat recht, die Liebe Gottes brennt bis zum Höllengrund. Und diese herrliche Tatsache ist sicher die in der Schrift erwähnte "Tiefe" der Liebe Gottes. Doch jener oben erwähnte Gottesmann, liebt scheinbar nur die Länge und Breite und Höhe der Liebe Gottes, aber nicht die "Tiefe" derselben. Denn wer immer nun auch die "Tiefe" der Liebe Gottes versucht zu schildern und betont, dass dieselbe wirklich, wie Hiller richtig geschaut hat, bis in den Höllengrund reicht, da wird dieser Bruder nicht nur schrecklich böse, sondern sogar giftig, und belegt den anderen oben erwähnt nicht gerade  mit Schmeichelworten. Nach ihm reicht die Liebe Gottes nur bis zum Grab. Danach sind alle, die bis zum Tod nicht bekehrt worden sind, auch  wenn sie nie etwas von einem Heiland gehört haben, für immer und ewig verdammt, und wenn es, seine eigenen Verwandten sind. Diese sind dann in alle Ewigkeiten den schrecklichsten Qualen der Hölle preisgegeben. Das soll die Liebe Gottes sein?
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Da fragt man sich, wie ist dieser Widerspruch möglich, dass ein Gottesmann, der so wunderbar die Liebe Gottes schildert und betont, dass es Ewigkeiten dauern wird, bis wir diese Liebe voll und ganz verstanden haben, dann plötzlich kehrt macht und mit aller Macht betont, bei dem Unbekehrten reiche die Liebe Gottes nur bis ans Grab? Dann hat, scheint's , für immer der Teufel das Wort und die Macht über diesen, und nicht mehr die Liebe Gottes. Gott hat dann nichts mehr zu sagen. Da merkt man sofort, dass da vieles nicht stimmt, vor allem aber stimmt das nicht mit der Schrift überein. Gott sei Dank, die Schrift zeigt uns einen anderen Gott und eine andere uns geoffenbarte Liebe Gottes, dessen "Tiefe" wirklich bis in die Hölle hinein brennt.
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Manchmal überfällt der Herr seine Kinder mit schweren Züchtigungen, damit sie ihn und sein teures Wort besser erkennen und erfassen. Eine Leiterin der Heilsarmee betonte immer wieder mit Nachdruck die ewigen Höllenstrafen. Doch als plötzlich ihr unbekehrter Vater starb, da tat sie das nicht mehr. Der unerwartete Eingriff Gottes hatte sie zum Nachdenken über ihren unbekehrten Vater, überhaupt über die unbekehrten Verstorbenen, und was Gottes Wort zu sagen hat, gebracht, und aus Gottes Wort hat sie schließlich eine bessere Erkenntnis gewonnen.  Sie erkannte, dass sie bezüglich der ewigen Höllenstrafen, die sie gepredigt, und geglaubt hatte, Gott zu dienen, doch wie Saulus, mit Unverstand So bringt der Herr manche seiner Kinder und Knechte, auch mit schweren Züchtigungen endlich dahin, dass auch sie aus Gottes Wort die "Tiefen" der wunderbaren Liebe Gottes erkennen, zur Verherrlichung Gottes des Vaters.
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::"Liebe, die mein Herz darf glauben, ob sie mein Verstand nicht fasst!
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::Lass den Feind mich dich nicht rauben, der uns als Geliebte hasst!
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::Liebe, lass es mir gelingen, dich zu kennen wie du bist!
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::Liebe, lehr mich ewig singen, wie es Gottes würdig ist!" Amen.
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Lies weiter:<br/>
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[http://www.bibelwissen.ch/wiki/Bedenken_und_Schwierigkeiten '''46. Bedenken und Schwierigkeiten''']

Aktuelle Version vom 25. Juni 2019, 14:45 Uhr

Auszüge aus dem Buch: "Das feste prophetische Wort" von Pastor A. Fünning
erschienen 1947 im Christlichen Allianzverlag, Fellbach

Inhaltsübersicht
Kapitel vorher:
44. Gibt es eine Errettung aus der Hölle?

45. Gibt es eine Errettung aller Menschen?"

Biblische Beweise der Errettung aller Menschen

Wir beginnen mit dem ersten Evangelium aus Gottes Mund 1Mo 3:15:

"Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Derselbe soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen."

Der Verführte und dem Tod Verfallene ist der Mensch, und der Angeredete ist der Satan. Durch diesen Sündenfall kamen Sünde und Tod in die Welt und die Sünde übernahm die Herrschaft (Röm 5:12-18). Doch dem Verführer, dem Satan soll der Kopf zertreten werden. Wenn einer Schlange der Kopf zertreten wird, dann ist sie für immer unschädlich gemacht. Nun, genau das steht dem Satan bevor. Auf Golgatha ist er besiegt, aber das Urteil, die Zertretung des Kopfes, ist noch nicht endgültig ausgeführt worden. Doch das wird und muss kommen, denn so hat's der Herr verheißen. Hier also wird dem ersten Elternpaar aus dem Mund des Schöpfers die Verheißung gegeben, dass der verheißene Same die Aufgabe haben wird, das in die Welt gedrungene, satanische Wesen mitsamt dem Satan zu beseitigen.-

Wir wollen andere Stellen aus dem Alten Testament überschlagen und gleich zum Neuen Testament eilen. Bei seinem Auftreten am Jordan zitiert Johannes der Täufer die von ihm handelnde Stelle aus dem Propheten Jesaja, Jes 40:3-5:

"Bereitet den Weg des Herrn und machet seine Steige gerade. Alle Täler sollen ausgefüllt werden und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was krumm ist, soll gerade werden, und was uneben ist, soll ebener Weg werden."

Und dann ruft er beglückt aus: "Und alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen". (Lk 3:3-6). Hier verheißt Johannes Zustände auf Erden, wie sie bisher nie gewesen sind, noch in diesem Zeitalter sein werden. Doch durch den heiligen Geist blickt Johannes in die ferne Zukunft, in denen diese herrlichen Zustände dann wirklich sein werden und alles - nicht nur ein Teil, sondern alles, alles - Fleisch wird das Heil Gottes sehen." Derselbe Johannes bezeugt: Joh 1:29

"Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt - und zwar die Sünden der ganzen Welt und nicht nur einzelner - Sünden trägt."

Die gleiche Wahrheit bezeugt Jesus, Joh 3:16: "Also hat Gott die Welt geliebt....", und ebenso Paulus, 2Kor 5:19: "Gott war in Christo und versöhnte die Welt mit sich selbst und rechnetet ihnen ihre Sünden nicht zu." Und der Apostel Johannes lehrt, 1Jo 2:2: "Jesus ist die Versöhnung für unsere Sünden, aber nicht allein für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt". In Joh 3:17 erklärt der Sohn, dass der Vater ihn nicht in die Welt gesandt habe, um die Welt zu richten, sondern um die Welt zu retten. Wohl hat der Vater alles Gericht dem Sohn übergeben, Joh 5:22 das der Sohn dann später auch ausführen wird.

Wozu sind die Gerichte notwendig?

Das sagt der Herr selbst im nächsten Vers Joh 3:23: "Auf dass sie alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren." Alle Gerichte, auch die furchtbarsten und schaurigsten, sind nur Mittel zum Zweck der Rettung und Wiederherstellung der göttlichen Ordnung, dass der tief gefallene, in Sünden verstrickte Mensch wieder anfängt, nach seinem Heilmittel zu fragen, wie geschrieben steht in Jes 26:9:

"Wenn deine Gerichte die Erde treffen, dann lernen die Bewohner des Erdbodens Gerechtigkeit."

Ohne Gerechtigkeit kein Heil. Ein jeglicher muss mit Feuer gesalzen werden (Mk 9:49). Auch der Gläubige musste ins Gericht, ins Sündengericht auf Golgatha. Dort wurde er mit Christo gekreuzigt, aber auch auferweckt zu einem neuen Leben. Das war die Folge des Gerichts. In Joh 12:32 spricht Jesus: "Und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen." In seiner letzten Aussprache mit seinem Vater sagt der Sohn, Joh 17:2: "Gleichwie du ihm Macht gegeben hast über alles Fleisch, auf dass er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast." Die eine Frage, die hier zu entscheiden ist, ist doch nur die, wie viele hat der Vater dem Sohn gegeben? Nun die Frage beantwortet der Sohn, Mt 11:27: "Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater." Und Joh 3:35: "Der Vater hat den Sohn lieb, und hat ihm alles in seine Hand gegeben." Und abermals steht geschrieben: "Denn er (Gott) hat ihm (Christus) alles unter seine Füße getan. Wenn er aber sagt, dass ihm alles unterworfen sei, so ist offenbar der ausgenommen, der ihm alles unterworfen hat" (1Kor 15:27). Und "indem er ihm alles unterwarf, ließ er nichts ihm ununterworfen." (Hebr 2:8).

Wie in Adam alle, so in Christo alle

Ferner Röm 5:18: "Also wie der Sündenfall des Einen zur Verurteilung aller Menschen führte, so wird auch durch Eines Gerechtigkeit allen Menschen das Leben geschenkt." "Denn gleichwie sie in Adam alle sterben (und zwar geistig und leiblich), also werden sie in Christo alle lebendig gemacht werden (und zwar geistig und leiblich.) Und Röm 14:9: "Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, dass er über Tote und Lebendige Herr sei." Und Offb 1:18: "Ich war tot und siehe ich bin lebendig in die Ewigkeiten der Ewigkeiten, und ich habe die Schlüssel des Todes und des Totenreiches. Lesen wir Ps 103:8; Ps 9:17: "Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte... Er wird nicht immerdar hadern och ewiglich Zorn halten... Die Gnade aber des Herrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten..." usw. Ferner Ps 145:9: "Der Herr ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke." Dasselbe betont der heilige Geist durch Paulus, Röm 11:32: "Denn Gott hat alle eingeschlossen in den Unglauben, auf dass er sich aller erbarme oder alle begnadige." Ist Jesus nicht der gute Hirte, der dem Verlorenen nachgeht - wie lange? - bis er es findet! (Lk 15.) Und: Des Menschen Sohn ist gekommen, zu suchen und zu erretten, was verloren ist. Das war und ist seine Aufgabe und wird seine Aufgabe bleiben, solange noch ein Verlorenes vorhanden ist. Dann steht geschrieben: "Wo aber die Sünde mächtig ist, da ist die Gnade viel mächtiger." (Röm 5:20). Nach der Lehre der endlosen Höllenstrafen bleibt nicht die Gnade, sondern die Sünde zuletzt auf dem Plan und triumphiert über die Gnade. Alle angewandten Gerichte zur Erreichung des göttlichen Zieles wären vergeblich. Da müsste Paulus' wunderbarer Ausspruch geändert werden: Obwohl die Gnade gerne geherrscht hätte, hat sich leider die Sünde viel mächtiger erwiesen, so dass sie die höchsten Ziele des allmächtigen Gottes gründlich vereitelt hat. Welch ein Frevel, so die Gnade Gottes verächtlich zu machen! Ferner lehrt Paulus, wie schon oft angeführt, Phil 2:10-11, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle Knie derer, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und bekennen, dass Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters.

Ja, sagen und lehren manche, die Seligen im Himmel und die Erretteten auf Erden, die werden freiwillig Jesus bekennen, aber die Verlorenen in der Hölle müssen das erzwungen, zähneknirschend tun. So, wo steht denn das geschrieben? In unserm Text nie und nimmer. also, diese lehren ein doppeltes Bekennen: ein Bekennen der Seligen und ein Bekennen der Verdammten. Ein tiefgründiger Schriftforscher, A. F. Dallmus, hat sich die Mühe gemacht, nachzuprüfen, ob das im Grundtext gebrauchte Wort für bekennen (omologein) im Neuen Testament wirklich in diesem doppelten Sinne gebraucht wird. Einige Beispiele: In Mt 10:32 (und Lk 12:8) verheißt Jesus dem, der ihn vor den Menschen bekennen wird, dass auch er ihn bekennen wird vor seinem Vater und den Engeln. Niemand wird zweifeln, was für ein Bekennen hier gemeint ist. In Joh 1:20 bekennt Johannes und leugnet nicht: "Ich bin nicht der Christus!" Von Widerwilligkeit oder Zwang ist auch hier keine Rede. In Joh 9:22 kommen die Juden überein, wer Jesus anerkennen würde, der solle aus der Synagoge ausgestoßen werden. An Zwang bei solchem Bekennen ist auch hier nicht zu denken. Apg 23:8 wird von den Pharisäern gesagt, dass sie im Gegensatz zu den Sadduzäern beides, eine Auferstehung und auch das Dasein von Engeln bekennen. Apg 24:14 bekennt Paulus vor dem Landpfleger Felix seinen Glauben an den Nazarener mit großer Freimütigkeit ohne allen Zwang. In Röm 10:9.10 ist zweimal die Rede von einem Bekennen mit dem Munde, dass Jesus der Herr sei (also die gleiche Wendung wie Phil 2.), um gerettet zu werden. Die inhaltliche Übereinstimmung beider Stellen ist beachtenswert. In 1Tim 6:12 bezeugt Paulus seinem Sohn Timotheus, dass er bekannt habe ein gutes Bekenntnis, das sicherlich kein widerwilliges war. Der Leser vergleiche noch Mt 7:23; Mt 4:7; Joh 12:42; Apg 7:17 (wo omologein mit "beschworen hatte, übersetzt ist); Tit 1:16; Hebr 11:13; Hebr 13:15; 1Jo 1:9; 1Jo 2:23; 1Jo 4:2.3.15; 2Jo 1:7; Offb 3:5. Für das Hauptwort Bekenntnis (omologien) kommt noch in Betracht 2Kor 9:13; 1Tim 6:12.13; Hebr 3:1; Hebr 4:14; Hebr 10:23. Dann sind noch eine Anzahl Stellen im Neuen Testament, in denen das Zeitwort "bekennen" in verstärkter Form, oder mit einer Präposition ek = aus, vorkommt, im ganzen sind es 35 Stellen im Neuen Testament. In keiner einzigen dieser 35 Stellen ist auch nur im entferntesten von einem widerwilligen, erzwungenen Bekennen die Rede, es ist überall ein durchaus freiwilliges; an manchen Stellen hat das Wort sogar die Bedeutung des fröhlichen, danksagenden Lobpreises. Alle Annahme eines doppelten Bekennens stimmt nicht, denn

  1. sie hat keinen Schriftgrund, sondern ist wie so viele andere, neben der Schrift.
  2. Im Namen Jesu beten, finden wir im Neuen Testament als eine hohe Stufe der Anbetung. Und nun sollen die Verdammten in Phil 2. ihn zähneknirschend im Namen Jesu bekennen? Lehrt so etwas die Schrift? Niemals.
  3. Die Bekenner in Phil 2. (nämlich die Verdammten) bekennen, dass Jesus Christus der Herr sei. Nun lehrt aber Paulus 1Kor 12:3; dass niemand Jesus als "Herr" bekennen kann, außer durch den heiligen Geist". Nun sollen die Verdammten durch den heiligen Geist und sogar im Namen Jesus, Jesum als Herrn bekennen? Eine merkwürdige Schriftauslegung!
  4. Zur Ehre Gottes, des Vaters. Glauben Sie das? Nein, ich auch nicht, denn so etwas lehrt die Schrift nicht. Also die irrige Lehre, dass die Verdammten im Namen Jesu und durch den heiligen Geist und zur Ehre Gottes des Vaters, Jesus als den Herrn bekennen werden, ist total unbiblisch und deshalb rundweg abzulehnen.

Dagegen jauchzt meine Seele, dass der herrliche Ausgang der ganzen Menschheits- und Weltgeschichte der sein wird, dass alle im Himmel und auf Erden und unter der Erde, alle, alle, im ganzen Universum endlich dahin kommen werden, dass sie freudig, lobpreisend bekennen werden, dass Jesus Christus der Herr sei zur Ehre Gottes des Vaters, Hallelujah! -

Gott ist der Retter aller Menschen

Endlich hören wir noch, was Paulus seinem Sohn Timotheus schreibt von Gott, unserem Retter, 1Tim 2:4: "welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen", und im gleichen Brief 1Tim 3:9.10: "Das ist gewisslich war und ein kostbares Wort, denn dafür arbeiten wir und werden wir geschmäht, dass wir auf den lebendigen Gott gehofft haben, welcher ist der Retter aller Menschen, sonderlich der Gläubigen." Hier haben wir den Kern der ganzen Frage, denn hier wird die herrliche Tatsache betont, dass Gott der Retter aller Menschen ist und will, dass alle Menschen gerettet werden. Doch wie andere vorhin erwähnte Bibelstellen, so werden auch diese köstlichen Aussprüche des heiligen Geistes vergewaltigt und entstellt, leider auch von Gläubigen, indem sie sagen: Gott kann nur die retten, die da wollen; wenn die Menschen nicht wollen, dann kann Gott ihnen nicht beikommen und sie nicht retten! Was sind das für schreckliche, frevelhafte Gedanken, dem goßen Gott vorzuschreiben, was er kann und was er nicht kann, ja ihm ein schwächliches Unvermögen, ja ein Fiasko, einen Bankrott seiner Macht anzudichten, der, obwohl er erklärt hat, dass er der allmächtige Gott ist, und dass bei Gott alle Dinge möglich sind (Mt 19:26: Lk 1:37), und der erklärt hat, dass er der Retter aller Menschen ist und will, dass alle Menschen gerettet werden, aber - dann leider die Kraft nicht hat, diesen seinen Willen, alle Menschen zu retten, durchzusetzen.

Wenn die Annahme, dass von 100 Seelen 99 verlorengehen (und zwar für immer und ewig), und nur eine Seele aus 100 gerettet wird, richtig ist, welch freches Verhöhnen und Verspotten müsste sich dann der Herr in alle Ewigkeit vom Teufel gefallen lassen. Der Teufel könnte ihm immer wieder vorhalten: Nicht du, sondern ich habe die überwältigende Mehrheit deiner Menschen, die du geschaffen und mit deinem Blut erkauft hast. Gewiss, den guten Willen, sie alle zu retten, hast du ja gehabt, aber es fehlte dir die Kraft, diesen deinen Willen durchzusetzen. Ich dagegen habe beides, nicht nur den Willen, sondern auch die Macht, sie alle für immer und ewig in der Verdammnis festzuhalten. So stellt sich schließlich heraus, dass der Stärkere nicht Gott oder der Heiland, sondern der Satan wäre, denn der Satan siegt, und der Herr - trotz seines guten Willens - unterliegt. Dann müsste man auch Jesu Ausspruch: "Mir ist gegeben alle Gewalt..." dahin umändern: "Ich habe nur soviel Macht, wie der Teufel mir zulässt." - So sehen wir, dass jeder Versuch, den herrlichen Ausspruch des heiligen Geistes, dass Gott der Retter aller Menschen ist, und dass er will, dass alle Menschen gerettet werden, einzuschränken und zu bezweifeln, eine Majestätsbeleidigung ist. Ja, manche gehen in ihrer Vermessenheit noch weiter, indem sie sagen, es sei unsittlich, wenn Gott, gegen den Willen des Menschen, ihn dennoch retten würden. Wie? Wenn ein Mensch Selbstmord begehen will und springt ins Wasser, und ein anderer springt ihm nach, zieht ihn heraus und rettet ihn vor dem sicheren Tod; hat der Retter dann eine unsittliche Tat begangen?

Die Tiefe der Liebe Gottes

Völlig unverständlich ist es, wie manche so herrlich die Liebe Gottes schildern können, aber dann beim Tod des Menschen plötzlich Halt machen. So kenne ich, durch dessen Schriften, einen Gottesmann im englischen Lager, der wunderbar die Liebe Gottes darzustellen vermag und betont, es wird Ewigkeiten dauern, bis wir diese Liebe Gottes voll und ganz erkannt haben werden. Und dann schildert er die Höhe, Länge und Breite der Liebe Gottes. Doch fällt es auf, dass er dann das vierte Stück, die "Tiefe" der Liebe Gottes, Eph 3:18, nirgends schildert. Und die "Tiefe" der Liebe Gottes ist doch das, was Hiller so schön von der Liebe Gottes singt:

"Singet Gott, denn Gott ist Liebe, Liebe, die da ewig währt.
Singet durch des Geistes Triebe, wer es an sich selbst erfährt.
Wenn Gott lässt den Eifer brennen, brennt er bis zum Höllengrund.
Nun, er lässt sich Liebe nennen, tut es allen Himmeln kund."

Ja, Hiller hat recht, die Liebe Gottes brennt bis zum Höllengrund. Und diese herrliche Tatsache ist sicher die in der Schrift erwähnte "Tiefe" der Liebe Gottes. Doch jener oben erwähnte Gottesmann, liebt scheinbar nur die Länge und Breite und Höhe der Liebe Gottes, aber nicht die "Tiefe" derselben. Denn wer immer nun auch die "Tiefe" der Liebe Gottes versucht zu schildern und betont, dass dieselbe wirklich, wie Hiller richtig geschaut hat, bis in den Höllengrund reicht, da wird dieser Bruder nicht nur schrecklich böse, sondern sogar giftig, und belegt den anderen oben erwähnt nicht gerade mit Schmeichelworten. Nach ihm reicht die Liebe Gottes nur bis zum Grab. Danach sind alle, die bis zum Tod nicht bekehrt worden sind, auch wenn sie nie etwas von einem Heiland gehört haben, für immer und ewig verdammt, und wenn es, seine eigenen Verwandten sind. Diese sind dann in alle Ewigkeiten den schrecklichsten Qualen der Hölle preisgegeben. Das soll die Liebe Gottes sein?

Da fragt man sich, wie ist dieser Widerspruch möglich, dass ein Gottesmann, der so wunderbar die Liebe Gottes schildert und betont, dass es Ewigkeiten dauern wird, bis wir diese Liebe voll und ganz verstanden haben, dann plötzlich kehrt macht und mit aller Macht betont, bei dem Unbekehrten reiche die Liebe Gottes nur bis ans Grab? Dann hat, scheint's , für immer der Teufel das Wort und die Macht über diesen, und nicht mehr die Liebe Gottes. Gott hat dann nichts mehr zu sagen. Da merkt man sofort, dass da vieles nicht stimmt, vor allem aber stimmt das nicht mit der Schrift überein. Gott sei Dank, die Schrift zeigt uns einen anderen Gott und eine andere uns geoffenbarte Liebe Gottes, dessen "Tiefe" wirklich bis in die Hölle hinein brennt.

Manchmal überfällt der Herr seine Kinder mit schweren Züchtigungen, damit sie ihn und sein teures Wort besser erkennen und erfassen. Eine Leiterin der Heilsarmee betonte immer wieder mit Nachdruck die ewigen Höllenstrafen. Doch als plötzlich ihr unbekehrter Vater starb, da tat sie das nicht mehr. Der unerwartete Eingriff Gottes hatte sie zum Nachdenken über ihren unbekehrten Vater, überhaupt über die unbekehrten Verstorbenen, und was Gottes Wort zu sagen hat, gebracht, und aus Gottes Wort hat sie schließlich eine bessere Erkenntnis gewonnen. Sie erkannte, dass sie bezüglich der ewigen Höllenstrafen, die sie gepredigt, und geglaubt hatte, Gott zu dienen, doch wie Saulus, mit Unverstand So bringt der Herr manche seiner Kinder und Knechte, auch mit schweren Züchtigungen endlich dahin, dass auch sie aus Gottes Wort die "Tiefen" der wunderbaren Liebe Gottes erkennen, zur Verherrlichung Gottes des Vaters.

"Liebe, die mein Herz darf glauben, ob sie mein Verstand nicht fasst!
Lass den Feind mich dich nicht rauben, der uns als Geliebte hasst!
Liebe, lass es mir gelingen, dich zu kennen wie du bist!
Liebe, lehr mich ewig singen, wie es Gottes würdig ist!" Amen.

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46. Bedenken und Schwierigkeiten