Die zwei Naturen in dem Kinde Gottes

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Abschrift des Buches: Die zwei Naturen in dem Kinde Gottes
Verfasser: E. W. Bullinger (1874)

Autorisierte Übersetzung aus dem Englischen:
Verlagsbuchhandlung Hermann Rathmann, Marburg an der Lahn (1957)

In englischer Sprache, hier erhältlich:
Two Natures in the Child of God Neuauflage 2019

Siehe weitere interessante Bücher unter: Abschriften

In Bearbeitung

Inhaltsverzeichnis


Vorwort des Verfassers siehe unten

I. Namen und Kennzeichen der alten Natur

Einleitung
1. Das Fleisch
2. Der natürliche Mensch
3. Der alte Mensch
4. Der äußere Mensch
5. Das Herz
6. Die fleischliche Gesinnung
7. Die Sünde

II. Wesen und Ende der alten Natur

1. Sie kann nicht verändert werden
2. Ihr Ende ist der Tod
3. Wer auf sie sät, wird Verderben ernten

III. Namen und Kennzeichen der neuen Natur

1. Geist
2. Die göttliche Natur
3. Der neue Mensch
4. Der innere Mensch
5. Der Sinn
6. Christi Geist (Pneuma Christou)
7. Gottes Geist (Pneuma Theou)

IV. Wesen und Ende der neuen Natur

1. Sie kann nicht verändert werden
2. Sie ist Leben und Friede
3. Ihr Ende ist Entrückung und Auferstehung

V. Der Kampf zwischen den zwei Naturen

Erfahrung des Widerstreits Röm 7
Wir sind nicht in unseren Sünden, aber „Sünde“ ist noch in uns.

VI. Unsere Aufgaben der alten Natur gegenüber

1. Sie als mit Christus gestorben betrachten
2. Sie sowohl für das Gute wie für das Böse als tot zu betrachten
3. Keine Vorsorge für sie zu treiben
4. Unsere Glieder töten

VII. Unsere Aufgaben der neuen Natur gegenüber

1. Die neue Natur als in Gott lebend zu betrachten
2. Wir wollen in dem neuen Leben wandeln
3. Die neue Natur mit der rechten passenden Nahrung versorgen

VIII. Praktische Schlussfolgerungen

1. Das Fleisch nicht zu beachten und seine Ansprüche zu verleugnen
2. Das Fleisch darben zu lassen
3. Wir dürfen uns nie unter das Gesetz stellen
4. Wir sollen des Unterschieds zwischen Religion und Christentum eingedenk sein
5. Vergiss nicht, dass dies der Weg der Trübsal und des Kampfes ist


Vorwort

Die Erfahrung des Kindes Gottes ist in Gal 5:17 mir folgenden Worten beschrieben:

Das Fleisch gelüstet wider den Geist
Und der Geist wider das Fleisch;
Und diese sind wider einander,
Auf dass ihr nicht das tut, was ihr wollt.

In allem andern kann der bloße Bekenner das wahre Kind Gottes nachahmen; aber gerade das unterscheidet den nur Religiösen von dem wahren Christen. Jedes wahre Kind Gottes erlebt ständig den Konflikt, der Gal 5:17 beschrieben ist. Aber nicht jedes Kind Gottes begreift, was es daraus lernen soll.

Wer den Kampf erlebt, ohne seinen Sinn zu erkennen, wird aus der Verwirrung, Unruhe und Entmutigung nie herauskommen. Wer dagegen verstandesmäßig die Lehre erfasst hat, ohne den Kampf zu erleben, schreitet einem ewigen Verhängnis entgegen.

Die einzige Hilfe besteht darin, dass man unmittelbar aus Gottes Wort lernt, was dort über die Adamsgeburt steht, sowohl über ihre Natur als auch über ihr Erbe, andererseits aber auch über die durch Wiedergeburt von Gott geschenkte Natur.

Das allein vermittelt dem Gläubigen die wahre Erkenntnis von „Gottes Werk“ (Eph 2:10) und den Schlüssel zu diesen Erfahrungen, die ihm andernfalls unerklärlich bleiben.

Wenn die Lehre von den zwei Naturen klar verstanden wird, dann ist nicht nur eine Quelle des Zweifels beseitigt, sondern die Grundlage der Gewissheit gefunden. Das ist dann in der Tat die beste Versicherung, die der Mensch dafür bekommen kann, dass er Gottes Werk ist und dass Gott tatsächlich das gute Werk angefangen hat, das er selbst vollenden wird.

Das Ziel der folgenden Seiten ist, die Erkenntnis dieser Lehre zu vermitteln, so, dass die Erfahrung, die sonst Zweifel und Furcht erzeugt, eine Quelle des Friedens und der Freude werde.

London-W.
E. W. Bullinger

Zum Geleit

In den Jahren vor dem ersten Weltkrieg kam mir diese Schrift in die Hand, die mir unverlierbaren Segen brachte. Nach einer solch klaren Orientierung über den Kampf zwischen Fleisch und Geist, oder den beiden Naturen (Gal 5:17) hatte ich jahrelang gefahndet. Beim Lesen dieses Büchleins, das uns die göttliche Antwort betreffend die unverbesserliche Natur des Fleische gibt (Joh 3:16; Röm 7:18), habe ich den Schlüssel zu der wunderbaren Gabe Gottes: dem Pfand des Geistes (1Kor 1:24) mit jubelndem Herzen gefunden. Diese Gewissheit hat sich so tief in mir verankert, dass ich noch nach mehr als 40 Jahren in gleichem Maß darüber erfreut bin.

Wer diese Schrift mit betendem Herzen liest, dessen Leben wird aus der alten Bahn geworfe und erfährt die göttliche Macht, die uns in seine Gewalt zwingt, Wer das erfahren hat, der hat die Grundlage für den kühnen Glauben an Gottes Verheißungen und „die gute Zuversicht“, dass der, der ein gutes Werk in uns angefangen hat, es vollführen wird bis auf den Tag Jesu Christi“ (Phil 1:9).

Besonderen Dank schulde ich Dr. Paul Müller für seine vorzügliche Übersetzungsarbeit.

Basel, im Januar 1957
Largitzenstr. 19
Theodor Voemel