Die vier Engel an den vier Ecken der Erde: Unterschied zwischen den Versionen

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[http://www.bibelwissen.ch/wiki/Offenbarung_Jesu_Christi '''Inhaltsübersicht des Buches:''']<br/>  
 
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[http://www.bibelwissen.ch/wiki/1._Gesicht_auf_Erden  '''1. Gesicht auf Erden'''] '''- Teil 1''' ([[Offb 6:1]]-14)<br/>  
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==='''1. Gesicht auf Erden - Teil 2'''===
 
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Auch diese vier Engel an den vier Ecken der Erde, die die vier Winde der Erde halten und Macht haben, die Erde, das Meer und die Bäume zu schädigen, dürfen diese verheerenden Winde erst losbrechen lassen, wenn Gott es will und wenn Er es ihnen gebietet.
 
Auch diese vier Engel an den vier Ecken der Erde, die die vier Winde der Erde halten und Macht haben, die Erde, das Meer und die Bäume zu schädigen, dürfen diese verheerenden Winde erst losbrechen lassen, wenn Gott es will und wenn Er es ihnen gebietet.
  
Vier ist die Zahl der Welt, der Erde, der Schöpfung. Wir stehen ja auch im ersten Gesicht auf Erden, haben es also mit der Erde, mit Naturereignissen zu tun.
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Vier ist die Zahl der Welt, der Erde, der Schöpfung. Wir stehen ja auch im ersten Gesicht auf Erden, haben es also mit der Erde, mit Naturereignissen zu tun.<br/> <br/>
  
 
====Die vier Winde====
 
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Dagegen versteht die Schrift unter den "Winden der ERDE" den natürlichen Wind als eine Naturerscheinung. Aber auch diese Naturwinde sind in göttlich bewachten Vorratskammern verwahrt. "Er hat die Erde gemacht durch Seine Kraft, den Erdkreis festgestellt durch Seine Weisheit, und die Himmel ausgespannt durch Seine Einsicht. Wenn Er beim Schall des Donners Wasserrauschen am Himmel bewirkt, und Dünste aufsteigen lässt vom Ende der Erde, Blitze zu Regen macht und den WIND HERAUSFÜHRT AUS SEINEN VORRATSSKAMMERN" ([[Jer 51:15]].16).
 
Dagegen versteht die Schrift unter den "Winden der ERDE" den natürlichen Wind als eine Naturerscheinung. Aber auch diese Naturwinde sind in göttlich bewachten Vorratskammern verwahrt. "Er hat die Erde gemacht durch Seine Kraft, den Erdkreis festgestellt durch Seine Weisheit, und die Himmel ausgespannt durch Seine Einsicht. Wenn Er beim Schall des Donners Wasserrauschen am Himmel bewirkt, und Dünste aufsteigen lässt vom Ende der Erde, Blitze zu Regen macht und den WIND HERAUSFÜHRT AUS SEINEN VORRATSSKAMMERN" ([[Jer 51:15]].16).
  
Die Wissenschaft und der moderne Mensch mögen mitleidig über solche mittelalterlichen Anschauungen lächeln. Wir lassen sie ruhig lachen. Es wird sich einmal zeigen, wer recht hat, das Wort Gottes oder die Wissenschaft, die aus einem verfinsterten Menschenverstand gekommen ist. Jedenfalls glauben wir, dem aus Seinem Wahrheitsmund geflossenen wohl geläuterten Wort, ([[Ps 119:140]]) mehr als allen Menschenworten. Denn "die Worte des Herrn sind lautere Worte, wie Silber, geschmolzen in irdenem Tiegel, SIEBENMAL GELÄUTERT" ([[Ps 12:7]]).  
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Die Wissenschaft und der moderne Mensch mögen mitleidig über solche mittelalterlichen Anschauungen lächeln. Wir lassen sie ruhig lachen. Es wird sich einmal zeigen, wer recht hat, das Wort Gottes oder die Wissenschaft, die aus einem verfinsterten Menschenverstand gekommen ist. Jedenfalls glauben wir, dem aus Seinem Wahrheitsmund geflossenen wohl geläuterten Wort, ([[Ps 119:140]]) mehr als allen Menschenworten. Denn "die Worte des Herrn sind lautere Worte, wie Silber, geschmolzen in irdenem Tiegel, SIEBENMAL GELÄUTERT" ([[Ps 12:7]]). <br/> <br/>
  
 
====Versiegelung der Auserwählten====
 
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"Es wird aber geschehen, wenn du DER STIMME DES HERRN, DEINES GOTTES, nicht gehorchst, indem du nicht beobachtest und tust alle Seine Gebote und Satzungen, die ich dir heute gebiete, so werden alle diese Flüche über dich kommen und dich treffen:... Der Herr wird dich vor deinen Feinden niederstoßen; auf einem Wege wirst du wider sie ausziehen, und auf sieben Wegen wirst du vor ihnen fliehen, und misshandelt werden von allen Königreichen auf Erden... Du wirst zum Entsetzen sein, zum Sprichwort und zum Gespött unter allen Völkern, wohin dich der Herr führen wird... Und der Herr wird dich unter alle Völker zerstreuen von einem Ende der Erde bis zum anderen; da wirst du anderen Göttern dienen, die dir und deinen Vätern unbekannt waren, Holz und Steinen. Dazu wirst du unter diesen Völkern keine Ruhe haben, und keine Rast finden für deine Fußsohlen; sondern der Herr wird dir daselbst ein friedloses Herz geben, dass du dir die Augen ausweinen möchtest, und dass deine Seele verschmachten muss. Dein Leben wird vor dir an einem Faden hängen; Tag und Nacht wirst du dich fürchten und deines Lebens nicht sicher sein. Am Morgen wirst du sagen: Ach, dass es schon Abend wäre! Und am Abend wirst du sagen: Ach, dass es schon Morgen wäre! - um des willen, was dein Herz erschreckt, und was deine Augen sehen müssen. Und der Herr wird dich wieder auf Schiffen nach Ägypten führen, auf dem Wege, davon Ich dir gesagt habe, du solltest ihn nicht mehr sehen; und ihr werdet euch daselbst euern Feinden zu Knechten und Mägden verkaufen wollen, und es wird doch kein Käufer da sein ([[5Mo 28:15]].25.37.64-68).
 
"Es wird aber geschehen, wenn du DER STIMME DES HERRN, DEINES GOTTES, nicht gehorchst, indem du nicht beobachtest und tust alle Seine Gebote und Satzungen, die ich dir heute gebiete, so werden alle diese Flüche über dich kommen und dich treffen:... Der Herr wird dich vor deinen Feinden niederstoßen; auf einem Wege wirst du wider sie ausziehen, und auf sieben Wegen wirst du vor ihnen fliehen, und misshandelt werden von allen Königreichen auf Erden... Du wirst zum Entsetzen sein, zum Sprichwort und zum Gespött unter allen Völkern, wohin dich der Herr führen wird... Und der Herr wird dich unter alle Völker zerstreuen von einem Ende der Erde bis zum anderen; da wirst du anderen Göttern dienen, die dir und deinen Vätern unbekannt waren, Holz und Steinen. Dazu wirst du unter diesen Völkern keine Ruhe haben, und keine Rast finden für deine Fußsohlen; sondern der Herr wird dir daselbst ein friedloses Herz geben, dass du dir die Augen ausweinen möchtest, und dass deine Seele verschmachten muss. Dein Leben wird vor dir an einem Faden hängen; Tag und Nacht wirst du dich fürchten und deines Lebens nicht sicher sein. Am Morgen wirst du sagen: Ach, dass es schon Abend wäre! Und am Abend wirst du sagen: Ach, dass es schon Morgen wäre! - um des willen, was dein Herz erschreckt, und was deine Augen sehen müssen. Und der Herr wird dich wieder auf Schiffen nach Ägypten führen, auf dem Wege, davon Ich dir gesagt habe, du solltest ihn nicht mehr sehen; und ihr werdet euch daselbst euern Feinden zu Knechten und Mägden verkaufen wollen, und es wird doch kein Käufer da sein ([[5Mo 28:15]].25.37.64-68).
  
Ja, wusste denn Gott nicht, was das für Menschen sind, die Er sich aus allen Völkern zu einem Eigentumsvolk erwählte? Oder hat Er sich in ihnen getäuscht? Ist Er am Ende überhaupt nicht der allmächtige, allwissende Gott, der Er vorgibt zu sein, der alleinige, einzigartige, wie es keinen zweiten gibt, der Schöpfer Himmels und der Erden, der Richter der Lebendigen und der Toten, vor dem einst alle Menschen erscheinen, und offenbar werden müssen, ob sie wollen oder nicht? Ist Er vielleicht auch nur ein Gott, wie jedes Volk sich seinen eigenen artgemäßen Gott schafft, also der Nationalgott der Juden, das Produkt menschlich-jüdischer Phantasie? Nein, das ist Er nicht! Denn einen solchen Gott, der Seinem Volk seine Schandtaten, sein Untreue, seinen Undank so ins Gesicht schleudert, einen solchen Gott macht sich kein Volk und kein menschlicher Verstand zurecht. Nein, Er ist der Erste und der Letzte, und außer Ihm ist kein Gott ([[Jes 44:6]]).
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Ja, wusste denn Gott nicht, was das für Menschen sind, die Er sich aus allen Völkern zu einem Eigentumsvolk erwählte? Oder hat Er sich in ihnen getäuscht? Ist Er am Ende überhaupt nicht der allmächtige, allwissende Gott, der Er vorgibt zu sein, der alleinige, einzigartige, wie es keinen zweiten gibt, der Schöpfer Himmels und der Erden, der Richter der Lebendigen und der Toten, vor dem einst alle Menschen erscheinen, und offenbar werden müssen, ob sie wollen oder nicht? Ist Er vielleicht auch nur ein Gott, wie jedes Volk sich seinen eigenen artgemäßen Gott schafft, also der Nationalgott der Juden, das Produkt menschlich-jüdischer Phantasie? Nein, das ist Er nicht! Denn einen solchen Gott, der Seinem Volk seine Schandtaten, sein Untreue, seinen Undank so ins Gesicht schleudert, einen solchen Gott macht sich kein Volk und kein menschlicher Verstand zurecht. Nein, Er ist der Erste und der Letzte, und außer Ihm ist kein Gott ([[Jes 44:6]]).<br/> <br/>
  
 
====Das Lied der Kinder Israels====
 
====Das Lied der Kinder Israels====
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Wenn Gott dieses Volk in Abraham zu Seinem Eigentumsvolk erwählte, dann tat Er dies nicht um Israels, sondern um Seinet- und um Seines heiligen Namens willen. Ist es schon für Menschen eine Genugtuung und Befriedigung, aus zerrütteten Verhältnissen und Menschen etwas Besseres und Schöneres zu machen, wieviel mehr wird es zur Verherrlichung Gottes dienen, wenn Er aus dem schlechtesten und liederlichsten Menschenmaterial wieder Menschen machen konnte, die Sein Bild tragen und Seine Herrlichkeit widerspiegeln. Es wird dann im vollen Sinn des Wortes  das Werk den Meister loben. Und hier ist das Exempel  statuiert, dass des Menschen Untreue Seine Treue nicht aufheben kann, denn Er kann Sich selbst nicht verleugnen ([[2Tim 2:13]]). Deswegen sind auch Seine Gnadengaben und Berufung Israel gegenüber unwiderruflich ([[Röm 11:29]]). Ist erst das Füllsel (die Auswahl) der Nationen eingegangen, zur Vollendung gebracht, dann wird auch ganz Israel noch gerettet werden ([[Röm 11:25]]-26).
 
Wenn Gott dieses Volk in Abraham zu Seinem Eigentumsvolk erwählte, dann tat Er dies nicht um Israels, sondern um Seinet- und um Seines heiligen Namens willen. Ist es schon für Menschen eine Genugtuung und Befriedigung, aus zerrütteten Verhältnissen und Menschen etwas Besseres und Schöneres zu machen, wieviel mehr wird es zur Verherrlichung Gottes dienen, wenn Er aus dem schlechtesten und liederlichsten Menschenmaterial wieder Menschen machen konnte, die Sein Bild tragen und Seine Herrlichkeit widerspiegeln. Es wird dann im vollen Sinn des Wortes  das Werk den Meister loben. Und hier ist das Exempel  statuiert, dass des Menschen Untreue Seine Treue nicht aufheben kann, denn Er kann Sich selbst nicht verleugnen ([[2Tim 2:13]]). Deswegen sind auch Seine Gnadengaben und Berufung Israel gegenüber unwiderruflich ([[Röm 11:29]]). Ist erst das Füllsel (die Auswahl) der Nationen eingegangen, zur Vollendung gebracht, dann wird auch ganz Israel noch gerettet werden ([[Röm 11:25]]-26).
  
Und wie Er Seine Drohungen wahr gemacht hat, und sie um ihrer Sünde willen dahin gegeben, und unter die Nationen zerstreut hat, so wird Er auch Seine Verheißungen an ihnen wahr machen, und sie wieder sammeln. "Höret das Wort des Herrn, ihr Völker, und verkündigt es auf den fernen Inseln und sprechet: Der Israel zerstreut hat, der wird es auch sammeln, und  wird es hüten wie ein Hirte seine Herde; denn der Herr hat Jakob erlöst und ihn aus der Hand dessen befreit, der ihm zu mächtig war. Und sie werden kommen und auf der Höhe von Zion jubeln und herbeiströmen zu den Gaben des Herrn, zum Korn, zum Most und zum Öl hinzu, und zu den jungen Schafen und Rindern. Ihre Seele wird sein wie ein wasserreicher Garten, und sie werden hinfort nicht mehr verschmachten" ([[Jer 31:10]]-12). "So spricht der Herr Jehova: ICH will euch aus den Völkern sammeln und euch aus den Ländern, in die ihr zerstreut seid, wieder zusammenbringen und euch das Land Israel wieder geben" ([[Hes 11:17]]). "So spricht der Herr Jehova: "Wenn ich das Haus Israel wieder sammle aus den Völkern, unter die sie zerstreut worden sind, so werde Ich Mich an ihnen heilig erweisen vor den Völkern, und sie sollen in ihrem Lande wohnen, das Ich Meinem Knechte Jakob gegeben habe. Ja, sie sollen sicher darin wohnen, Häuser bauen und Weinberge pflanzen; ja, sie werden sicher wohnen, wenn Ich an allen denen rings um sie her, welche sie verachten, Strafgerichte vollziehen werde. Alsdann werden sie erfahren, dass Ich, Jehova, ihr Gott bin" ([[Hes 28:25]].26). "So fürchte dich nun nicht, denn Ich bin bei dir. Ich will deinen Samen vom Aufgang herführen und vom Niedergang her dich sammeln. Ich werde zum Norden sagen: Gib heraus! und zum Süden: Halt nicht zurück, bringe Meine Söhne von fernher und Meine Töchter vom Ende der Erde, einen jeden, der mit Meinem Namen genannt ist, und den Ich zu Meiner Ehre geschaffen, den Ich gebildet, ja gemacht habe" ([[Jes 43:5]]-7).
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Und wie Er Seine Drohungen wahr gemacht hat, und sie um ihrer Sünde willen dahin gegeben, und unter die Nationen zerstreut hat, so wird Er auch Seine Verheißungen an ihnen wahr machen, und sie wieder sammeln. "Höret das Wort des Herrn, ihr Völker, und verkündigt es auf den fernen Inseln und sprechet: Der Israel zerstreut hat, der wird es auch sammeln, und  wird es hüten wie ein Hirte seine Herde; denn der Herr hat Jakob erlöst und ihn aus der Hand dessen befreit, der ihm zu mächtig war. Und sie werden kommen und auf der Höhe von Zion jubeln und herbeiströmen zu den Gaben des Herrn, zum Korn, zum Most und zum Öl hinzu, und zu den jungen Schafen und Rindern. Ihre Seele wird sein wie ein wasserreicher Garten, und sie werden hinfort nicht mehr verschmachten" ([[Jer 31:10]]-12). "So spricht der Herr Jehova: ICH will euch aus den Völkern sammeln und euch aus den Ländern, in die ihr zerstreut seid, wieder zusammenbringen und euch das Land Israel wieder geben" ([[Hes 11:17]]). "So spricht der Herr Jehova: "Wenn ich das Haus Israel wieder sammle aus den Völkern, unter die sie zerstreut worden sind, so werde Ich Mich an ihnen heilig erweisen vor den Völkern, und sie sollen in ihrem Lande wohnen, das Ich Meinem Knechte Jakob gegeben habe. Ja, sie sollen sicher darin wohnen, Häuser bauen und Weinberge pflanzen; ja, sie werden sicher wohnen, wenn Ich an allen denen rings um sie her, welche sie verachten, Strafgerichte vollziehen werde. Alsdann werden sie erfahren, dass Ich, Jehova, ihr Gott bin" ([[Hes 28:25]].26). "So fürchte dich nun nicht, denn Ich bin bei dir. Ich will deinen Samen vom Aufgang herführen und vom Niedergang her dich sammeln. Ich werde zum Norden sagen: Gib heraus! und zum Süden: Halt nicht zurück, bringe Meine Söhne von fernher und Meine Töchter vom Ende der Erde, einen jeden, der mit Meinem Namen genannt ist, und den Ich zu Meiner Ehre geschaffen, den Ich gebildet, ja gemacht habe" ([[Jes 43:5]]-7).<br/> <br/>
  
 
====Abrahams Same====
 
====Abrahams Same====
 
Warum ist überhaupt Israel Jehovas auserwähltes Volk? Gott musste die Menschheit beim Bau des Turmes zu Babylon dahingeben und zerstreuen. Unter dem ganzen Menschengeschlecht fand er EINEN  Mann, mit dem Er Seinen Heilsplan wieder anknüpfen konnte: Abram. Dieser Mann ging nach Gottes Befehl sofort, im Gehorsam gegenüber Gott, auf Ihn ein, und verließ seine Verwandtschaft. So wurde er Gottes "Auserwählter", dem Jehova versprach, seinen Samen zu segnen, und durch DIESEN Samen alle Geschlechter der Erde.
 
Warum ist überhaupt Israel Jehovas auserwähltes Volk? Gott musste die Menschheit beim Bau des Turmes zu Babylon dahingeben und zerstreuen. Unter dem ganzen Menschengeschlecht fand er EINEN  Mann, mit dem Er Seinen Heilsplan wieder anknüpfen konnte: Abram. Dieser Mann ging nach Gottes Befehl sofort, im Gehorsam gegenüber Gott, auf Ihn ein, und verließ seine Verwandtschaft. So wurde er Gottes "Auserwählter", dem Jehova versprach, seinen Samen zu segnen, und durch DIESEN Samen alle Geschlechter der Erde.
  
So ist Israel, weil es Abrahams Same ist, um der Auswahl Abrahams willen, Gottes auserwähltes Volk geworden. Beim Einzug in das Land der Verheißung sprach Er: "Höre Israel,... du kommst nicht hinein, ihr Land einzunehmen, um deiner Gerechtigkeit und um deines aufrichtigen Herzens willen, sondern der Herr, dein Gott, vertreibt diese Völker um ihres gottlosen Wesens willen, und dass Er das Wort halte, das der Herr deinen Vätern,  Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat" ([[5Mo 9:5]]).
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So ist Israel, weil es Abrahams Same ist, um der Auswahl Abrahams willen, Gottes auserwähltes Volk geworden. Beim Einzug in das Land der Verheißung sprach Er: "Höre Israel,... du kommst nicht hinein, ihr Land einzunehmen, um deiner Gerechtigkeit und um deines aufrichtigen Herzens willen, sondern der Herr, dein Gott, vertreibt diese Völker um ihres gottlosen Wesens willen, und dass Er das Wort halte, das der Herr deinen Vätern,  Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat" ([[5Mo 9:5]]).<br/> <br/>
  
 
====Sammlung der Kinder Israels====
 
====Sammlung der Kinder Israels====
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Immer wieder gab und gibt es Gläubige und Kreise von Gläubigen, die behaupten, zu den 144 000 Versiegelten zu gehören. Und doch sagt die Schrift so eindeutig klar, dass es lauter Kinder Israels sind, und nennt sogar noch die Namen der zwölf Stämme, aus denen sie genommen werden. Jeder, der sich nun dazu rechnet, müsste also wohl oder übel  sagen können, zu welchem der zwölf Stämme er gehört. Und wem die Einzigartigkeit der Gemeine, die da ist Sein Leib, und ihre Stellung im Rate Gottes bewusst ist, der hat kein Verlangen, zu den 144 000 zu gehören.
 
Immer wieder gab und gibt es Gläubige und Kreise von Gläubigen, die behaupten, zu den 144 000 Versiegelten zu gehören. Und doch sagt die Schrift so eindeutig klar, dass es lauter Kinder Israels sind, und nennt sogar noch die Namen der zwölf Stämme, aus denen sie genommen werden. Jeder, der sich nun dazu rechnet, müsste also wohl oder übel  sagen können, zu welchem der zwölf Stämme er gehört. Und wem die Einzigartigkeit der Gemeine, die da ist Sein Leib, und ihre Stellung im Rate Gottes bewusst ist, der hat kein Verlangen, zu den 144 000 zu gehören.
  
Diese 144 000 Versiegelte sind also eine Auswahl aus den zwölf Stämmen Israels, sind auch Erstlinge, aber nicht der Leibesgemeine, sondern der Braut des Lammes. Wir finden sie wieder in [[Offb 14]].
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Diese 144 000 Versiegelte sind also eine Auswahl aus den zwölf Stämmen Israels, sind auch Erstlinge, aber nicht der Leibesgemeine, sondern der Braut des Lammes. Wir finden sie wieder in [[Offb 14]].<br/> <br/>
  
 
===Das Fehlen Dans===
 
===Das Fehlen Dans===
Wie genau sich alles erfüllt, was unseres treuen Gottes heiliger Wille und was Er geredet hat von Gnade und Gericht, Verheißung und Fluch, wird auch bei dieser Auswahlversiegelung offenbar: Aus dem Stamme Dan sind keine Versiegelten aufgezählt. In seinen Abschiedsstunden sprach einst Josua in prophetischer Erleuchtung: "Ihr sollt mit eurem ganzen Herzen und eurer ganzen Seele erkennen, dass nicht ein Wort gefehlt hat von all dem Guten, das der Herr, euer Gott, euch versprochen hat; es ist euch alles widerfahren, und nichts ausgeblieben. Wie nun alles Gute über euch gekommen ist, das der Herr, euer Gott, euch versprochen hat, also wird der Herr auch über euch kommen lassen alles Böse, bis Er euch  vertilge aus diesem Lande, das euch der Herr, euer Gott, gegeben hat. Wenn ihr den Bund des Herrn, eures Gottes, den Er euch geboten hat, übertretet, und hingehet und anderen Göttern dienet und sie anbetet, so wird der Zorn des Herrn über euch ergrimmen, und ihr werdet bald umkommen in dem guten Lande, das Er euch gegeben hat ([[Jos 23:14]]-16).
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Wie genau sich alles erfüllt, was unseres treuen Gottes heiliger Wille und was Er geredet hat von Gnade und Gericht, Verheißung und Fluch, wird auch bei dieser Auswahlversiegelung offenbar: Aus dem Stamme Dan sind keine Versiegelten aufgezählt. In seinen Abschiedsstunden sprach einst Josua in prophetischer Erleuchtung: "Ihr sollt mit eurem ganzen Herzen und eurer ganzen Seele erkennen, dass nicht ein Wort gefehlt hat von all dem Guten, das der Herr, euer Gott, euch versprochen hat; es ist euch alles widerfahren, und nichts ausgeblieben. Wie nun alles Gute über euch gekommen ist, das der Herr, euer Gott, euch versprochen hat, also wird der Herr auch über euch kommen lassen alles Böse, bis Er euch  vertilge aus diesem Lande, das euch der Herr, euer Gott, gegeben hat. Wenn ihr den Bund des Herrn, eures Gottes, den Er euch geboten hat, übertretet, und hingehet und anderen Göttern dienet und sie anbetet, so wird der Zorn des Herrn über euch ergrimmen, und ihr werdet bald umkommen in dem guten Lande, das Er euch gegeben hat ([[Jos 23:14]]-16).<br/> <br/>
  
 
===Dan verliert die Erstlingsschaft===
 
===Dan verliert die Erstlingsschaft===

Aktuelle Version vom 28. Juni 2020, 15:06 Uhr

Abschrift des Buches: Offenbarung Jesu Christi von August Fuhr
erschienen 1950 im Philadelphia Verlag, August Fuhr, Reutlingen

Inhaltsübersicht des Buches:
Kapitel davor:
1. Gesicht auf Erden - Teil 1 (Offb 6:1-14)

1. Gesicht auf Erden - Teil 2

Offb 7:1-7:8

Die vier Engel an den vier Ecken der Erde

Offb 7:1-3: Danach sah ich vier Engel stehen an den vier Ecken der Erde, die hielten die vier Winde der Erde, dass kein Wind wehe über die Erde, noch über das Meer, noch irgend einen Baum. Und ich sah einen anderen Engel von Sonnenaufgang heraufsteigen, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes; und er rief mit lauter Stimme den vier Engeln, welchen Macht gegeben war, die Erde und das Meer zu beschädigen, und sprach: Beschädigt die Erde nicht noch das Meer noch die Bäume, bis wir die Knechte unseres Gottes auf ihren Stirnen versiegelt haben!
Wenn Johannes hier schreibt: "Danach sah ich," dann will er nicht sagen, dass das, was er jetzt sieht, sich auch zeitlich erst nach dem vorher Beschriebenen ereignet. Die Begebenheiten vollziehen sich überhaupt nicht genau in der Reihenfolge, in der sie in der Offenbarung beschrieben werden. Öfters wird etwas kurz angedeutet, was erst verschiedene Kapitel später ausführlich dargestellt wird. So ist z.B. Offb 11:7 bereits die Rede von dem Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigen, mit den zwei Zeugen Krieg führen, und sie überwinden wird. Da Tier ist demnach zur Zeit der zwei Zeugen schon da. Aber erst Offb 13:1-3 wird das Heraufkommen aus dem MEER zu seiner dreieinhalbjährigen Herrschaft in menschlich-sterblicher Gestalt beschrieben. Sein Aufsteigen aus dem ABGRUND aber, das nach den ersten dreieinhalb Jahren, und nachdem es die Todeswunde erhalten hat, erfolgt, wird erst Offb 17:8 beschrieben. Was also in Offb 17 ausführlich berichtet wird, gehört zeitlich schon vor Offb 2 und zum Teil vor Offb 11.

So dürfte auch die Erfüllung des Gesichtes von Offb 7:1-8 zeitlich vor der Eröffnung der sechs Siegel geschehen.

Vier Engel stehen an den vier Ecken der Erde und halten die vier Winde der ERDE. Gott tut alles durch Organe. Myriaden von Engeln sind Seine Boten und dienstbaren Geister, die auf Seine Befehle warten. Sie auszuführen ist ihre Lust und Wonne. Auch alle Kräfte der Natur werden durch göttliche Organe bewegt. Er macht Seine Engel zu Winden und Seine Diener zu flammendem Feuer (Ps 104:4). Und diese Naturkräfte regen sich nur und erst dann, wenn sie nach Gottes Willen, und auf Sein Geheiß, von den dazu bestimmten Organen bewegt werden. So gewiss sich das alles nach göttlichen Ordnungen vollzieht (denn Gott ist ein Gott der Ordnung und nicht ein Gott der Willkür), so gewiss vollzieht es sich nicht rein automatisch oder mechanisch, sondern immer nur wann und wie Er es will. Dabei laufen Seine Ordnungen exakter als der feinste menschliche Mechanismus.

Auch diese vier Engel an den vier Ecken der Erde, die die vier Winde der Erde halten und Macht haben, die Erde, das Meer und die Bäume zu schädigen, dürfen diese verheerenden Winde erst losbrechen lassen, wenn Gott es will und wenn Er es ihnen gebietet.

Vier ist die Zahl der Welt, der Erde, der Schöpfung. Wir stehen ja auch im ersten Gesicht auf Erden, haben es also mit der Erde, mit Naturereignissen zu tun.

Die vier Winde

Die Schrift unterscheidet zwischen vier Winden des HIMMELS und vier Winden der ERDE. Beide beziehen sich auf Dinge, die die Erde bzw. die Welt angehen. "Winde des HIMMELS" ist die symbolische Bezeichnung, die im Zusammenhang mit den Ereignissen der Welt- und Reichgottesgeschichte gebraucht wird. Ich führe einige Stellen an: "Und Ich werde die vier Winde von den vier Enden des HIMMELS her über Elam bringen und es nach allen diesen Winden hin zerstreuen" (Jer 49:36). "Daniel hob an und sprach: Ich schaute in meinem Gesicht bei der Nacht, und siehe, die vier Winde des HIMMELS brachen los auf das große Meer (Völkermeer)" (Dan 7:2) "Und ich hob an und sprach zu dem Engel, der mit mir redete: Mein Herr, wer sind diese? Und der Engel antwortete und sprach zu mir: Diese sind die vier Winde des HIMMELS, welche ausgehen, nachdem sie sich vor den Herrn der ganzen Erde gestellt haben" (Sach 6:4.5) Diese Stellen, wenn sie im Zusammenhang betrachtet werden, zeigen, dass es sich nicht um natürliche Winde handelt, sondern dass damit Geschehnisse in der Völkerwelt symbolisch verkündigt werden.

Dagegen versteht die Schrift unter den "Winden der ERDE" den natürlichen Wind als eine Naturerscheinung. Aber auch diese Naturwinde sind in göttlich bewachten Vorratskammern verwahrt. "Er hat die Erde gemacht durch Seine Kraft, den Erdkreis festgestellt durch Seine Weisheit, und die Himmel ausgespannt durch Seine Einsicht. Wenn Er beim Schall des Donners Wasserrauschen am Himmel bewirkt, und Dünste aufsteigen lässt vom Ende der Erde, Blitze zu Regen macht und den WIND HERAUSFÜHRT AUS SEINEN VORRATSSKAMMERN" (Jer 51:15.16).

Die Wissenschaft und der moderne Mensch mögen mitleidig über solche mittelalterlichen Anschauungen lächeln. Wir lassen sie ruhig lachen. Es wird sich einmal zeigen, wer recht hat, das Wort Gottes oder die Wissenschaft, die aus einem verfinsterten Menschenverstand gekommen ist. Jedenfalls glauben wir, dem aus Seinem Wahrheitsmund geflossenen wohl geläuterten Wort, (Ps 119:140) mehr als allen Menschenworten. Denn "die Worte des Herrn sind lautere Worte, wie Silber, geschmolzen in irdenem Tiegel, SIEBENMAL GELÄUTERT" (Ps 12:7).

Versiegelung der Auserwählten

Die vier Engel von den vier Ecken der ERDE stehen unter einem Engel, der das Siegel des lebendigen Gottes hat. Er gebietet ihnen: Beschädigt nicht die Erde noch das Meer noch die Bäume, bis wir die Knechte unseres Gottes auf ihren Stirnen versiegelt haben!

Ehe die Naturkatastrophen losbrechen, und die apokalyptischen Reiter ausziehen dürfen, müssen die Knechte Gottes, die Auserwählten aus Israel, versiegelt werden. Betrachten wir das Leben Josephs nach seiner prophetischen Seite hin, dann werden den sieben mageren Jahren (die Zeit der antichristlichen Herrschaft) sieben fette, ruhige Jahre vorausgehen. Israel, und vielleicht auch die Nationen, bekommen von Gott noch eine Zeit der Ruhe und des Segens in irdischer und wahrscheinlich auch in geistlicher Beziehung. In diese Zeit dürfte die Versiegelung dieser Auserwählten aus Israel fallen. Alles erfüllt sich an diesem Volk, was der Herr an Gerichten ihm angedroht, und was Er ihm an Verheißungen gegeben hat.

"Es wird aber geschehen, wenn du DER STIMME DES HERRN, DEINES GOTTES, nicht gehorchst, indem du nicht beobachtest und tust alle Seine Gebote und Satzungen, die ich dir heute gebiete, so werden alle diese Flüche über dich kommen und dich treffen:... Der Herr wird dich vor deinen Feinden niederstoßen; auf einem Wege wirst du wider sie ausziehen, und auf sieben Wegen wirst du vor ihnen fliehen, und misshandelt werden von allen Königreichen auf Erden... Du wirst zum Entsetzen sein, zum Sprichwort und zum Gespött unter allen Völkern, wohin dich der Herr führen wird... Und der Herr wird dich unter alle Völker zerstreuen von einem Ende der Erde bis zum anderen; da wirst du anderen Göttern dienen, die dir und deinen Vätern unbekannt waren, Holz und Steinen. Dazu wirst du unter diesen Völkern keine Ruhe haben, und keine Rast finden für deine Fußsohlen; sondern der Herr wird dir daselbst ein friedloses Herz geben, dass du dir die Augen ausweinen möchtest, und dass deine Seele verschmachten muss. Dein Leben wird vor dir an einem Faden hängen; Tag und Nacht wirst du dich fürchten und deines Lebens nicht sicher sein. Am Morgen wirst du sagen: Ach, dass es schon Abend wäre! Und am Abend wirst du sagen: Ach, dass es schon Morgen wäre! - um des willen, was dein Herz erschreckt, und was deine Augen sehen müssen. Und der Herr wird dich wieder auf Schiffen nach Ägypten führen, auf dem Wege, davon Ich dir gesagt habe, du solltest ihn nicht mehr sehen; und ihr werdet euch daselbst euern Feinden zu Knechten und Mägden verkaufen wollen, und es wird doch kein Käufer da sein (5Mo 28:15.25.37.64-68).

Ja, wusste denn Gott nicht, was das für Menschen sind, die Er sich aus allen Völkern zu einem Eigentumsvolk erwählte? Oder hat Er sich in ihnen getäuscht? Ist Er am Ende überhaupt nicht der allmächtige, allwissende Gott, der Er vorgibt zu sein, der alleinige, einzigartige, wie es keinen zweiten gibt, der Schöpfer Himmels und der Erden, der Richter der Lebendigen und der Toten, vor dem einst alle Menschen erscheinen, und offenbar werden müssen, ob sie wollen oder nicht? Ist Er vielleicht auch nur ein Gott, wie jedes Volk sich seinen eigenen artgemäßen Gott schafft, also der Nationalgott der Juden, das Produkt menschlich-jüdischer Phantasie? Nein, das ist Er nicht! Denn einen solchen Gott, der Seinem Volk seine Schandtaten, sein Untreue, seinen Undank so ins Gesicht schleudert, einen solchen Gott macht sich kein Volk und kein menschlicher Verstand zurecht. Nein, Er ist der Erste und der Letzte, und außer Ihm ist kein Gott (Jes 44:6).

Das Lied der Kinder Israels

Nichts ist Ihm verborgen, alle Dinge sind vielmehr bloss und enthüllt VOR Seinen Augen. Aber BEI Ihm ist alles verbogen, und in einen Archiven sind die Pläne des ganzen Weltenlaufes versiegelt (5Mo 32:34). Und alles ist Seiner Hände Werk; und alle Seine Werke sind Ihm wohl bekannt. Er kennt auch Israel durch und durch, und zwar schon lange, ehe es war und ehe Er es erwählte, denn Er spricht zu Mose (5Mo 31:19-21): "So schreibt euch nun dieses Lied auf, lehre es die Kinder Israels und lege es in ihren Mund, dass Mir dieses Lied ein Zeuge sei wider die Kinder Israels. Denn wenn Ich es nun in das Land bringe, das Ich Ihren Vätern geschworen habe, das von Milch und Honig fließt, und sie essen und satt und fett werden, so werden sie sich ZU ANDEREN GÖTTERN WENDEN, ihnen dienen und Mich VERACHTEN und Meinen Bund brechen. Und wenn sie dann viel Unglück und Angst getroffen hat, so soll dieses Lied wider sie zeugen, denn es soll nicht vergessen werden aus dem Munde ihres Samens; denn Ich weiß ihr Dichten, womit sie schon jetzt umgehen, ehe Ich sie in das Land bringe, das Ich geschworen habe." Und Mose mit prophetischem Blick bekräftigt es, indem er spricht: "denn ich weiß, dass ihr nach meinem Tode sehr verderblich handeln und von dem Wege abtreten werdet, den ich euch geboten habe; so wird euch am ENDE DER TAGE dieses Unglück begegnen, weil ihr übel getan habt vor den Augen des Herrn, indem ihr Ihn durch die Werke eurer Hände erzürntet" (5Mo 31:29).

Darüber würde auch der Herr um ihrer Treulosigkeit willen am liebsten sagen: "Ich will sie wegblasen, will ihr Gedächtnis unter den Menschen ausrotten, - wenn Ich nicht den Verdruss des Feindes scheute, DASS NICHT IHRE WIDERSACHER SOLCHES VERKENNEN UND SAGEN WÜRDEN: Unsere GEWALTIGE HAND HAT SOLCHES ALLES GETAN UND nicht der Herr! Denn es ist ein Volk, an dem aller Rat verloren ist, und das keinen Verstand besitzt. O dass sie weise wären, so würden sie das beherzigen, sie würden an ihre Zukunft denken! Wie würde einer ihrer tausend jagen, und zwei zehntausend flüchtig machen, wenn sie ihren Felsen nicht verkauft, und der Herr sie nicht preisgegeben hätte! Denn ihr Fels ist nicht wie unser Fels, das müssen unsere Feinde selbst zugeben" (5Mo 32:26-31). (Lies das ganze Lied).

Wenn Gott dieses Volk in Abraham zu Seinem Eigentumsvolk erwählte, dann tat Er dies nicht um Israels, sondern um Seinet- und um Seines heiligen Namens willen. Ist es schon für Menschen eine Genugtuung und Befriedigung, aus zerrütteten Verhältnissen und Menschen etwas Besseres und Schöneres zu machen, wieviel mehr wird es zur Verherrlichung Gottes dienen, wenn Er aus dem schlechtesten und liederlichsten Menschenmaterial wieder Menschen machen konnte, die Sein Bild tragen und Seine Herrlichkeit widerspiegeln. Es wird dann im vollen Sinn des Wortes das Werk den Meister loben. Und hier ist das Exempel statuiert, dass des Menschen Untreue Seine Treue nicht aufheben kann, denn Er kann Sich selbst nicht verleugnen (2Tim 2:13). Deswegen sind auch Seine Gnadengaben und Berufung Israel gegenüber unwiderruflich (Röm 11:29). Ist erst das Füllsel (die Auswahl) der Nationen eingegangen, zur Vollendung gebracht, dann wird auch ganz Israel noch gerettet werden (Röm 11:25-26).

Und wie Er Seine Drohungen wahr gemacht hat, und sie um ihrer Sünde willen dahin gegeben, und unter die Nationen zerstreut hat, so wird Er auch Seine Verheißungen an ihnen wahr machen, und sie wieder sammeln. "Höret das Wort des Herrn, ihr Völker, und verkündigt es auf den fernen Inseln und sprechet: Der Israel zerstreut hat, der wird es auch sammeln, und wird es hüten wie ein Hirte seine Herde; denn der Herr hat Jakob erlöst und ihn aus der Hand dessen befreit, der ihm zu mächtig war. Und sie werden kommen und auf der Höhe von Zion jubeln und herbeiströmen zu den Gaben des Herrn, zum Korn, zum Most und zum Öl hinzu, und zu den jungen Schafen und Rindern. Ihre Seele wird sein wie ein wasserreicher Garten, und sie werden hinfort nicht mehr verschmachten" (Jer 31:10-12). "So spricht der Herr Jehova: ICH will euch aus den Völkern sammeln und euch aus den Ländern, in die ihr zerstreut seid, wieder zusammenbringen und euch das Land Israel wieder geben" (Hes 11:17). "So spricht der Herr Jehova: "Wenn ich das Haus Israel wieder sammle aus den Völkern, unter die sie zerstreut worden sind, so werde Ich Mich an ihnen heilig erweisen vor den Völkern, und sie sollen in ihrem Lande wohnen, das Ich Meinem Knechte Jakob gegeben habe. Ja, sie sollen sicher darin wohnen, Häuser bauen und Weinberge pflanzen; ja, sie werden sicher wohnen, wenn Ich an allen denen rings um sie her, welche sie verachten, Strafgerichte vollziehen werde. Alsdann werden sie erfahren, dass Ich, Jehova, ihr Gott bin" (Hes 28:25.26). "So fürchte dich nun nicht, denn Ich bin bei dir. Ich will deinen Samen vom Aufgang herführen und vom Niedergang her dich sammeln. Ich werde zum Norden sagen: Gib heraus! und zum Süden: Halt nicht zurück, bringe Meine Söhne von fernher und Meine Töchter vom Ende der Erde, einen jeden, der mit Meinem Namen genannt ist, und den Ich zu Meiner Ehre geschaffen, den Ich gebildet, ja gemacht habe" (Jes 43:5-7).

Abrahams Same

Warum ist überhaupt Israel Jehovas auserwähltes Volk? Gott musste die Menschheit beim Bau des Turmes zu Babylon dahingeben und zerstreuen. Unter dem ganzen Menschengeschlecht fand er EINEN Mann, mit dem Er Seinen Heilsplan wieder anknüpfen konnte: Abram. Dieser Mann ging nach Gottes Befehl sofort, im Gehorsam gegenüber Gott, auf Ihn ein, und verließ seine Verwandtschaft. So wurde er Gottes "Auserwählter", dem Jehova versprach, seinen Samen zu segnen, und durch DIESEN Samen alle Geschlechter der Erde.

So ist Israel, weil es Abrahams Same ist, um der Auswahl Abrahams willen, Gottes auserwähltes Volk geworden. Beim Einzug in das Land der Verheißung sprach Er: "Höre Israel,... du kommst nicht hinein, ihr Land einzunehmen, um deiner Gerechtigkeit und um deines aufrichtigen Herzens willen, sondern der Herr, dein Gott, vertreibt diese Völker um ihres gottlosen Wesens willen, und dass Er das Wort halte, das der Herr deinen Vätern, Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat" (5Mo 9:5).

Sammlung der Kinder Israels

Bevor aber der Herr aus Israel eine Auswahl trifft, und die Auserwählten versiegelt, muss Er das ganze Volk im Land der Väter wieder gesammelt haben. Allerdings ist dieses Volk zu jener Zeit noch nicht zu seinem Gott umgekehrt. Im Gegenteil: zunächst kommen die Juden ganz und gar im alten Wesen und Geist zurück. Er sammelt sie ja auch jetzt zunächst, und zuerst, zur Abrechnung. Zu diesem Zweck muss Er sie als gesammeltes Volksganzes beisammen haben, denn Gott richtet nicht nur einzelne Menschen, sondern auch ganze Völkerschaften. Es gibt eben nicht nur Einzelsünden, sondern auch Volkssünden. Und je verflochtener man mit einem Volk und seinen Sünden ist, desto unmittelbarer treffen die entsprechenden Gottesgerichte auch den einzelnen. Darum des Apostels Mahnung: "Ziehet nicht an einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial überein? Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit den Ungläubigen? Wie passt der Tempel Gottes mit Götzenbildern zusammen? Wir aber sind der Tempel des lebendigen Gottes, wie GOTT spricht: Ich werde in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln, und werde ihr Gott sein, und sie sollen Mein Volk sein. Darum gehet aus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rühret kein Unreines an, so werde Ich euch aufnehmen und werde euer Vater sein, und ihr sollt Meine Söhne und Töchter sein, spricht der allmächtige Herr" (2Kor 6:14-18).

Die Versiegelung der 144 000

Offb 7:4-8: Und ich hörte die Zahl der Versiegelten: Hundertvierundvierzigtausend Versiegelte, aus allen Stämmen der Kinder Israels. Aus dem Stamm Juda zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamme Ruben zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamme Gad zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamme Aser zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamme Naphtali zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamme Manasse zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamme Simeon zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamme Levi zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamme Isaschar zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamme Sebulon zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamme Joseph zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamme Benjamin zwölftausend Versiegelte.

Gott hat in der Geschichte Israels schon einmal vor hereinbrechendem Gericht eine Auswahl Seines Volkes an ihren Stirnen zeichnen lassen, damit sie verschont bleiben. (Wir sehen auch hier wieder, dass die Offenbarung in erster Linie die Erfüllung des Rates Gottes mit Israel ist, und dass die Wurzeln der Offenbarung in der Geschichte des Volkes Israel liegen.) "Der Herr sprach: Geh mitten durch die Stadt, mitten durch Jerusalem, und mache ein ZEICHEN AUF DIE STIRN der Leute, die seufzen und jammern über die Gräuel, die darinnen verübt werden. Zu den anderen aber sprach Er vor meinen Ohren: Gehet diesen nach durch die Stadt und erwürget; euer Auge soll nicht schonen, und ihr dürft kein Mitleid haben; Greise, Jünglinge und Jungfrauen, Kinder und Weiber bringt gänzlich um. Von denen aber, die das Zeichen haben, rühret niemanden an! Fanget aber an bei Meinem Heiligtum!" (Hes 9:4-6). Wir glauben, dass auch hierher die Stelle gehört: "Es ist Zeit, dass anfange das Gericht am Hause Gottes!" (1Petr 4:17). Zu Daniel aber, dessen Gesichte auf die Zeit des Endes gehen, wird gesagt: "Zu jener Zeit wird der große Fürst Michael sich erheben, der über den Kindern deines Volkes steht; denn es wird eine Zeit der Not sein, wie noch keine war, seitdem ein Volk besteht, bis zu dieser Zeit. Aber zu der Zeit soll dein Volk gerettet werden, alle, die man im Buch eingeschrieben findet" (Dan 12:1).

Die 144 000, die jetzt versiegelt werden an ihren Stirnen, sind dem Herrn von Urbeginn an wohlbekannt, und Er hat sie in Sein Buch geschrieben. An ihnen wird sich buchstäblich erfüllen: "Er wird dich erretten von der Schlinge des Voglers und von der verderblichen Pest; Er wird dich mit Seinen Fittichen decken, und du wirst dich unter Seinen Flügeln bergen; Seine Treue ist Schirm dir und Schild. Du brauchst dich nicht zu fürchten vor den Schrecken der Nacht, vor den Pfeilen, die bei Tage fliegen; vor der Pestilenz, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die des Mittag verderbt. Ob tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, dir naht sie nicht; nur mit den Augen wirst du zusehen und schauen, wie den Gottlosen vergolten wird" (Ps 91:3-8; lies den ganzen Psalm!).

Immer wieder gab und gibt es Gläubige und Kreise von Gläubigen, die behaupten, zu den 144 000 Versiegelten zu gehören. Und doch sagt die Schrift so eindeutig klar, dass es lauter Kinder Israels sind, und nennt sogar noch die Namen der zwölf Stämme, aus denen sie genommen werden. Jeder, der sich nun dazu rechnet, müsste also wohl oder übel sagen können, zu welchem der zwölf Stämme er gehört. Und wem die Einzigartigkeit der Gemeine, die da ist Sein Leib, und ihre Stellung im Rate Gottes bewusst ist, der hat kein Verlangen, zu den 144 000 zu gehören.

Diese 144 000 Versiegelte sind also eine Auswahl aus den zwölf Stämmen Israels, sind auch Erstlinge, aber nicht der Leibesgemeine, sondern der Braut des Lammes. Wir finden sie wieder in Offb 14.

Das Fehlen Dans

Wie genau sich alles erfüllt, was unseres treuen Gottes heiliger Wille und was Er geredet hat von Gnade und Gericht, Verheißung und Fluch, wird auch bei dieser Auswahlversiegelung offenbar: Aus dem Stamme Dan sind keine Versiegelten aufgezählt. In seinen Abschiedsstunden sprach einst Josua in prophetischer Erleuchtung: "Ihr sollt mit eurem ganzen Herzen und eurer ganzen Seele erkennen, dass nicht ein Wort gefehlt hat von all dem Guten, das der Herr, euer Gott, euch versprochen hat; es ist euch alles widerfahren, und nichts ausgeblieben. Wie nun alles Gute über euch gekommen ist, das der Herr, euer Gott, euch versprochen hat, also wird der Herr auch über euch kommen lassen alles Böse, bis Er euch vertilge aus diesem Lande, das euch der Herr, euer Gott, gegeben hat. Wenn ihr den Bund des Herrn, eures Gottes, den Er euch geboten hat, übertretet, und hingehet und anderen Göttern dienet und sie anbetet, so wird der Zorn des Herrn über euch ergrimmen, und ihr werdet bald umkommen in dem guten Lande, das Er euch gegeben hat (Jos 23:14-16).

Dan verliert die Erstlingsschaft

Der, welcher aller Menschen Herzen erforscht, und vor dem nichts verborgen ist, weiß, was im Menschen ist. Ihm war auch Israels trotziges und verzagtes Herz, das immerdar den Irrweg will, wohlbekannt. Eben deshalb, und um so treulicher und eindringlicher, warnt Er es, so dass es keine Entschuldigung hat, wenn Seine Gerichte es treffen. "Darum hütet euch, dass nicht etwa ein Mann oder Weib oder Geschlecht oder Stamm unter euch sei, dessen Herz sich heute von dem Herrn, unserem Gott, abwende, so dass er hingehe, den Göttern dieser Völker zu dienen, damit nicht vielleicht eine Wurzel unter euch sei, die Gift und Wermut trage; - und wenn er schon die Worte dieses Fluches hört, sich dennoch in seinem Herzen tröstet und spreche: Ich werde Frieden haben, wenn ich schon wandle in der Verstocktheit meines Herzens; so dass alsdann weggerafft würde das Bewässerte samt dem Dürren. Denn der Herr wird nicht geneigt sein, einem solchen zu vergeben, sondern alsdann wird der Herr Seinen Zorn und Seinen Eifer rauchen lassen über einen solchen Mann, und es werden sich auf ihn alle Flüche legen, die in diesem Buch geschrieben sind. Und der HERR WIRD SEINEN NAMEN AUSTILGEN, und der Herr wird ihn aus allen Stämmen Israels, zum Unglück aussondern, nach allen Flüchen des Bundes, die in dem Buch dieses Gesetzes geschrieben sind" (5Mo 29:17-20).

Fast kann man es nicht begreifen, dass trotz solcher Warnungen und Ermahnungen Israel immer wieder von dem einen, lebendigen Gott, außer dem kein Gott ist, abgewichen ist und fremden Göttern, die doch keine Götter sind, nachbuhlte und ihnen diente.

Solange Mose und Josua das Volk führten, ging es noch gut. Dann aber kam die führerlose, die traurige Zeit der Richter. Sie wird im Buch der Richter selbst immer bezeichnet als eine Zeit, "in der kein König war in Israel, sondern ein jeder tat, was ihm recht deuchte" (Ri 17:6; Ri 18:1 u.a.). Der einzelne in Israel lebte in unumschränkter persönlicher Freiheit. Ein jeder tat ungestraft, was ihm gut und recht deuchte. Wohin solche Freiheit führt, sehen wir deutlich an der Richterzeit. Sie führt zur Zügellosigkeit und zum Kampf aller gegen alle; das Ende aber ist das Chaos. In Israel kam es zum Bruderkrieg der elf Stämme gegen Benjamin, bei dem letzterer fast ausgerottet wurde.

Sind die Auswirkungen solcher Zeiten fürs Volksleben katastrophal, so sind sie für das gottesdienstliche Leben verheerend. Wenn auch auf diesem Gebiet ein jeglicher tut, was ihm recht deucht, wenn man sich nicht mehr einfügen und unterordnen will unter gottgegebene Ordnungen (im Alten Testament unter die priesterliche Autorität und und im Neuen Testament unter die Bruderschaft), dann folgt unweigerlich Verirrung und Sektiererei; das ist die Zerstörung des Tempels Gottes, der Gemeine Jesu Christi.

So war es auch in Israel. Es ist durchaus nicht von ungefähr, dass just zu der Zeit, da kein König in Israel war, und wo jeder tat, was ihm recht deuchte, durch den Stamm DAN der organisierte Götzendienst auf eine ganz raffinierte, teuflische Weise eingeführt wurde, und das ausgerechnet unter dem Deckmantel des Jehovadienstes (Man lese Ri 17.).

Eine Mutter erspart sich 1100 Silberlinge. Der Sohn nimmt sie der Mutter weg. Darüber spricht sie einen Fluch aus. Darauf bekennt es der Sohn seiner Mutter, dass er das Geld genommen hat. "Da sprach seine Mutter: Gesegnet seist du, mein Sohn, von dem Herrn! Also gab er seiner Mutter die elfhundert Silberlinge wieder. Und seine Mutter sprach: Ich habe von meiner Hand das Geld gänzlich dem Herrn geheiligt für dich, mein Sohn, dass man ein geschnitztes und gegossenes Bild machen soll; darum gebe ich es dir wieder. Aber er gab seiner Mutter das Geld wieder. Da nahm seine Mutter zweihundert Silberlinge und gab sie dem Goldschmied, der machte ihr daraus ein geschnitztes und gegossenes Bild; das kam in MICHAS HAUS. So hatte also Micha ein Gotteshaus und machte ein Ephod und Teraphim, und füllte einem seiner Söhne die Hand, dass er Priester wurde. Welch eine Verwirrung und Verwilderung der Begriffe! Im Namen des Herrn tut man, was Er ausdrücklich verboten hat! Ein jeder konnte ja tun, was ihm recht deuchte. So konnte er sich auch seinen eigenen Gott machen, und sein eigenes Heiligtum. Das ist charakteristisch. Ohne Religion geht es beim Menschen nicht. Aber Religion ist nicht Evangelium und nicht Gemeinschaft mit Gott. Religion ist das, was der Mensch von Gott denkt, während Evangelium das ist, was Gott vom Menschen denkt.

Aber des Übels ist noch nicht genug. Ein herumziehender obdachloser Levit geriet auf seiner Wanderschaft in Michas Haus. Wie kam ein Levit in eine solche Lage? Hatte denn der Herr nicht in sonderlicher Weise gerade für die Leviten gesorgt, und zwar in jeder Beziehung? Besonders auserlesene Gebiete des Landes, und besondere Städte, waren ihnen vom Herrn gegeben worden. "Und der Herr redete zu Mose in der Ebene der Moabiter, am Jordan, Jericho gegenüber und sprach: Gebiete den Kindern Israels, dass sie den Leviten Städte geben von ihrem Erbbesitz, wo sie wohnen mögen. Dazu sollt ihr den Leviten auch Weideplätze um die Städte her geben, dass sie in den Städten wohnen, und auf den Weideplätzen ihr Lastvieh, ihre Herden und alle Tiere haben" (4Mo 35:1-3). Der Zehnte war ihr Erbteil. "Siehe, den Kindern Levis habe Ich alle Zehnten in Israel zum Erbteil gegeben für ihren Dienst, den sie Mir tun in der Arbeit an der Stiftshütte. Darum sollen hinfort die Kinder Israels nicht zur Stiftshütte nahen, dass sie nicht Sünde auf sich laden und sterben, sondern die Leviten sollen den Dienst tun an der Stiftshütte, und ihre Vergehungen sollen sie tragen: Das sei ein ewiges Recht bei euren Nachkommen; aber kein Erbgut sollen sie unter den Kindern Israels besitzen. Denn den Zehnten der Kinder Israels, den sie dem Herrn als Abgabe erheben, habe Ich den Leviten zum Erbteil gegeben" (4Mo 18:21-24).

Diesen heimat- und brotlosen Leviten stellt nun Micha als Priester an, denn er sprach zu ihm: "Bleibe bei mir! Du sollst mein Vater und mein Priester sein; ich will dir jährlich zehn Silberlinge und einen Anzug geben, und deinen Unterhalt. Und der Levit ging hinein. Und er Levit willigte ein, bei dem Manne zu bleiben, und dieser hielt den Jüngling wie einer seiner Söhne. Und Micha füllte dem Leviten die Hand, dass er sein Priester wurde, und er blieb in Michas Haus. Und Micha sprach: Nun weiß ich, dass mir der Herr wohltun wird, weil ich einen Leviten zum Priester habe! (Ri 17:10-13). Das war eine teuflische Logik und ein sauberer Levit, der zum Götzendiener wird. Ganz typisch geht Ri 18:1 weiter: "Zu jener Zeit war kein König in Israel. Und zu derselben Zeit suchte sich der Stamm der DANITEN ein Erbteil, wo er wohnen könnte; denn bis dahin war ihm kein Erbe zugefallen unter den Stämmen Israels." Auf diesem Streifzug kamen sie auch auf das Gebirge Ephraim in das Haus Michas, und fanden dort den Leviten, das Ephod und Teraphim, dazu das geschnitzte und gegossene Bild. Kurz entschlossen stahlen sie diese "Heiligtümer". Als der Priester sich wehrte, antworteten sie ihm: "Schweig! Lege deine Hand auf deinen Mund und zieh mit uns, dass du unser Vater und Priester seist! Was ist besser für dich, Hauspriester eines einzelnen Mannes, oder Priester eines Stammes und Geschlechtes in Israel zu sein? Da ward dem Priester wohl ums Herz, und er nahm das Ephod, und die Teeraphim, und das geschnitzte Bild und kam unter das Volk" (Ri 18:19.20). Warum auch nicht? Da war ja auch für einen geistlich verwahrlosten Leviten ein größeres Betätigungsfeld, mit aussichtsreicherem Einkommen, als auf der Wanderschaft oder im Hause Michas. Was kümmert ihn dabei Gottes heiliges Gebot: Du sollst dir nicht irgendein Bildnis noch Gleichnis machen, weder dessen, das oben im Himmel, noch dessen, das unter auf Erden, noch dessen, das in den Wassern, unterhalb der Erde ist. Und dieser Levit, Jonathan war sein Name, war der Sohn Gersons, des Sohnes Moses (Ri 18:30), also ein Enkel Moses.

Die Kinder Dans aber richteten für sich das geschnitzte Bild Michas auf, das er gemacht hatte, solange das Haus Gottes in Silo war. So hat also der Stamm DAN den organisierten Götzendienst eingeführt; hat damit getan, was der Herr so ernst verboten, und dem Er so schreckliche Gerichte angedroht hat. Gott hat Seine Drohungen wahr gemacht. AUS DEM STAMME DAN WIRD DESHALB AUCH KEINER ZUR ERSTLINGSSCHAR DER BRAUT VERSIEGELT. Er ist ausgeschlossen von diesem Erstlingsanteil. Hat Jakob das in seinem prophetischen Blick schon geschaut, wenn er spricht: "Dan soll eine Schlange sein am Wege, eine Otter auf dem Pfad, die das Ross in die Fersen beißt, dass der Reiter rücklings stürzt" (1Mo 49:17)?! Wie in tiefem Schmerz und Weh muss er dann ausrufen: Herr ich warte auf Dein Heil!

Die Erstlingsschaft ist also für DAN dahin. So ernst Gottes Gerichte sind, so wahr aber bleibt es; dass sich die Barmherzigkeit rühmet wider das Gericht (Jak 2:13). Obschon aus den Daniten keine Erstlinge herauskommen, so wird doch der Stamm Dan nicht unendlich verworfen werden, und vertilgt sein. Der Verlust der Erstlingsschaft ist ein unersetzlicher Verlust. In Hes 48. steht dann aber der Stamm Dan als erster, der im Tausendjährigen Reich seinen Anteil am Heiligen Land bekommt. Also doch ein Erbteil, wenn auch nur ein irdisches. Die Gnade siegt doch.

Lies weiter:
2. Gesicht im Himmel (Offb 7:9 bis Offb 8:6)