Die Sohn-Vater-Beziehung im Johannesevangelium: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Sohn-Vater-Beziehung im Johannesevangelium
 
Die Sohn-Vater-Beziehung im Johannesevangelium
== Die göttliche Liebeseinheit erzeugt Wort, Leben und Licht (Joh 1.1-14) ==
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* [[Joh 1:1]]-4 - Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei (o. zu) Gott, und das Wort war Gott. 2 Dieses war im Anfang bei Gott. 3 Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist. 4 In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.  
 
* [[Joh 1:1]]-4 - Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei (o. zu) Gott, und das Wort war Gott. 2 Dieses war im Anfang bei Gott. 3 Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist. 4 In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.  
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Die Beziehung zu Ihm erzeugt in uns eine tätige Liebe, die bezeugt, die sich erbarmt und die in Verbindung mit dem Heiligen Geist neues Leben zeugt!
 
Die Beziehung zu Ihm erzeugt in uns eine tätige Liebe, die bezeugt, die sich erbarmt und die in Verbindung mit dem Heiligen Geist neues Leben zeugt!
 
* [[HSN]] – [[Joh 1:5]]-13 - Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst. Die Fleischwerdung des Wortes 6 Da war ein Mensch, von Gott gesandt, sein Name: Johannes. 7 Dieser kam zum Zeugnis, dass er zeugte von dem Licht, damit alle durch ihn glaubten. 8 Er war nicht das Licht, sondern er kam, dass er zeugte von dem Licht. 9 Das war das wahrhaftige Licht, das, in die Welt kommend, jeden Menschen erleuchtet. 10 Er war in der Welt, und die Welt wurde durch ihn, und die Welt kannte ihn nicht. 11 Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht an; 12 so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben; 13 die nicht aus Geblüt, auch nicht aus dem Willen des Fleisches, auch nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
 
* [[HSN]] – [[Joh 1:5]]-13 - Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst. Die Fleischwerdung des Wortes 6 Da war ein Mensch, von Gott gesandt, sein Name: Johannes. 7 Dieser kam zum Zeugnis, dass er zeugte von dem Licht, damit alle durch ihn glaubten. 8 Er war nicht das Licht, sondern er kam, dass er zeugte von dem Licht. 9 Das war das wahrhaftige Licht, das, in die Welt kommend, jeden Menschen erleuchtet. 10 Er war in der Welt, und die Welt wurde durch ihn, und die Welt kannte ihn nicht. 11 Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht an; 12 so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben; 13 die nicht aus Geblüt, auch nicht aus dem Willen des Fleisches, auch nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
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== Die Herkunft des Sohnes ==
 
== Die Herkunft des Sohnes ==
 
* [[HSN]] – [[Joh 1:14]] - Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. -
 
* [[HSN]] – [[Joh 1:14]] - Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. -

Version vom 8. November 2019, 13:15 Uhr

IN BEARBEITUNG !

Von Daniel Muhl

Die Sohn-Vater-Beziehung im Johannesevangelium

Inhaltsverzeichnis

Die göttliche Liebeseinheit erzeugt Wort, Leben und Licht

Bibeltext:

  • Joh 1:1-4 - Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei (o. zu) Gott, und das Wort war Gott. 2 Dieses war im Anfang bei Gott. 3 Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist. 4 In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.

Wort = gr. logos (Gedanke, Absicht, Rede, Erlass, Auftrag, Lehre, Information, Rechnung) = Jesus Christus. Ein Geheimnis des Wortes besteht darin, dass sich dieses Wort durch Buchstaben offenbart. Ein Buchstabe ist eine zweidimensionale Fläche (meist ist es eine schwarze Fläche auf einem hellen Hintergrund). Damit ist der Buchstabe in etwa so das Primitivste, was es in der materiellen, bzw. physikalischen Welt gibt. Jeder Stein, jede Blume, jedes Tier ist viel komplexer als der Buchstabe. Die Buchstaben bilden ein Wort. Die Worte bilden einen Satz und viele Sätze bilden ein Buch. Aber die Bibel kommt mit viel weniger Information aus, als eine einzige lebende Zelle. Trotz der physikalischen "Primitivität" der Bibel (sie beinhaltet nicht einmal 5 Megabyte), ist sie unergründlich und letztlich das Werk eines kreativen und unübertrefflichen Geistes. Dieses scheinbar "einfache und primitive Werk" offenbart das Wesen des allmächtigen Gottes in einer unfassbaren Weise! Ein Full-HD-Film, der 2 Std. dauert, benötigt mehrere Gigabyte Informationen (also mindestens 1'000 x mehr). Er bittet aber nicht annährend so viel geistliche Information, wie die Bibel. Der Geist Gottes hat das "primitivste Medium" ausgewählt, um Gott zu offenbaren! Eine Videokassette ist nicht so primitiv, wie ein Buch, aber 1'000 Filme können Gott nie so treffend offenbaren, wie die Bibel. Jesus als das Wort war bei Gott und Er war zu Gott, d. h. Er war immer auf Seinen Vater ausgerichtet. Das wahrhaftige Wort, das alles ins Dasein rief, das allem seine Bestimmung gab, lebte aus einer absoluten Liebeseinheit zum Vater. Er kannte nichts Anderes und für Ihn gab es nie etwas Höheres, Schöneres und Erfüllenderes. Hebr. EL heißt auch "zu". Gott der Vater, ist der große "Zu". Bewusst oder unbewusst strömt alles auf Ihn zu. Alles hat die Bestimmung zu Gott zu kommen und in Ihm zur Vollendung zu gelangen. Paulus fast das in folgende Worte:

  • Röm 11:36 - Denn aus ihm und durch ihn und zu ihm hin sind alle Dinge! Ihm sei die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.

Das Wort ließ alles aus Gott kommen. Durch das Wort, bzw. durch Jesus Christus existiert alles. Das Wort "Ohne mich könnt ihr nichts tun ..." bezieht sich zuerst einmal auf die Jünger, die gar nichts mit Ewigkeitswert tun können, ohne eine liebende Verbundenheit mit Jesus. Aber ich bin überzeugt, dass kein Geschöpf irgend etwas tun kann, ohne den Herrn der Herren. Wir Menschen könnten nicht ohne die GEN-Information existieren und die unsichtbaren Geister könnten nicht ohne den Vater der Geister existieren! Der Logos ist auch die Rechnung Gottes, der vor Grundlegung der Welt die Kosten überschlagen hat und erkannt hat, dass sich die ganze Heilsgeschichte lohnt und zu einer ungeahnten Herrlichkeit führt. Weil Jesus auf Seinen Vater ausgerichtet war, konnte Er immer auch in richtiger Weise die Bestimmungen, Berufungen und Aufträge erteilen! Jede Bestimmung trägt letztlich dazu bei, dass alle ihr Ziel erreichen. Das Wort Gottes ist als einziges in der Lage, die richtigen Gedanken, Motive und Absichten zu vermitteln. Nur das Wort Gottes lehrt uns die vollkommene göttliche Liebe.

Dieses Wort steht in enger Verbindung mit Leben und Licht! Sowohl das Leben, als auch das Licht ist voller Geheimnisse! Albert Einstein sagte einmal sinngemäß: "Wer behauptet zu wissen, was Licht wirklich ist, hat noch kaum eine Ahnung vom Licht!" Physikalisch besteht Licht sowohl aus Wellen, als auch aus Teilchen. Das natürliche Licht hat auch eine Geschwindigkeit. Aber hinter dem Licht stecken noch viel mehr Geheimnisse. Aber Johannes redet hier von einem göttlichen Licht und dieses Licht umfasst noch viel mehr Geheimnisse! Es ist in seiner Tiefe unfassbar! Wir wissen, dass Jesus Christus dieses Licht ist. Das geistliche Licht hat sich in einem Menschen aus "Fleisch und Blut" offenbart, wobei wir heute nur dieses geoffenbarte Wort auch nur noch lesen und hören können. Natürlich wissen wir wie Jesus als Mensch gelebt hat und was Er sagte, aber eben nur durch Wort. Wir haben Jesus mit unseren natürlichen Augen nicht gesehen, wir haben Ihn nicht mit unseren Händen betastet. Aber durch Seine Lebensgeschichte und durch Sein Wort, haben wir das wahre göttliche und geistliche Licht sehen können.

Das Leben ist ebenso geheimnisvoll! Wie soll man Leben definieren? Was ist eigentlich Leben? Wie ist Leben? Leben wir eigentlich oder funktionieren wir lediglich? Viele Menschen glauben zu leben, wenn sie funktionieren. Andere denken, das optimale Leben existiert dann, wenn man möglichst viel genießen kann. Wann glauben wir eigentlich, dass wir wirklich leben? Leben wir dann, wenn wir mit uns selbst zufrieden sind? Wir reden von Lebensqualität und meinen eine Existenz, die von Glück und Zufriedenheit geprägt ist. Einige denken, sie leben, weil sie sich bewegen können (Roboter bewegen sich auch, sie können sehen, hören, reden, riechen und mit der KI werden sie auch bald ganz gescheite Dinge reden können. Und doch haben sie kein Leben). Echtes Leben definiert sich unter anderem darin, dass man Leben weitergeben kann, dass man neues Leben zeugen und gebären kann! Was versteht eigentlich die Bibel unter Leben? Eins ist klar: Leben ist nicht in erster Linie ein Zustand, sondern eine Person: Jesus Christus! Aber was heißt das in Bezug auf uns? In Wort Gottes werden solche, die sich nur bewegen können und andere beerdigen können, als Tote bezeichnet. Lebende sind solche, die eine vertrauensvolle Liebesbeziehung zu Christus haben und aus diesem Vertrauen heraus leben. Wer nicht aus dieser Beziehung lebt ist tot. Die Beziehung zu Ihm erzeugt in uns eine tätige Liebe, die bezeugt, die sich erbarmt und die in Verbindung mit dem Heiligen Geist neues Leben zeugt!

  • HSNJoh 1:5-13 - Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst. Die Fleischwerdung des Wortes 6 Da war ein Mensch, von Gott gesandt, sein Name: Johannes. 7 Dieser kam zum Zeugnis, dass er zeugte von dem Licht, damit alle durch ihn glaubten. 8 Er war nicht das Licht, sondern er kam, dass er zeugte von dem Licht. 9 Das war das wahrhaftige Licht, das, in die Welt kommend, jeden Menschen erleuchtet. 10 Er war in der Welt, und die Welt wurde durch ihn, und die Welt kannte ihn nicht. 11 Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht an; 12 so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben; 13 die nicht aus Geblüt, auch nicht aus dem Willen des Fleisches, auch nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.

Die Herkunft des Sohnes

  • HSNJoh 1:14 - Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. -

Im Unterschied zu uns Menschen bedeutet die Abstammung des Sohnes vom himmlischen Vater eine völlige Wesenseinheit (Joh 1:14). Als einziger war Jesus als Mensch zu 100% aus Gott geboren (o. geworden; Joh 3:18). Der Geist, das Herz und Seine Seele waren 100% göttlich und Jesus herrschte vollkommen über Seinen Leib, den Er von Adam (durch Maria) übernommen hatte.

Die alles entscheidende Schau

  • HSNJoh 1:18 - Niemand hat Gott je gesehen; der einziggezeugte Gott, der in der nächsten Nähe des Vaters sein Dasein hat, der hat [ihn] kundgemacht.

Weil der Sohn den Vater gesehen hat, ist er ihm ganz gleich. Das Sehen des Sohnes und somit auch des Vaters, bewirkt eine vollständige Umgestaltung in das Wesen Gottes (1Jo 3:2).

Der alles Gebende und der unersättlich Gierige

Folgende Aussage von Johannes dem Täufer ist den meisten Christen gut bekannt:

  • HSN - Joh 1:29 - Am nächsten Tag sieht er Jesus auf sich zukommen, da sagt er: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegträgt!

Diese Aussage scheint ganz einfach zu sein, sie hat aber eine kaum erfassbare große Tiefe! Bevor Johannes der Täufer diese Aussage machte, wollten die Abgesandten der Pharisäer wissen, wer Johannes ist, dem "alle Welt" zuläuft (Joh 1:25-28). Die Frage, die diese Abgesandten an ihn richteten, war typisch für gute Taktierer (wer fragt, der führt). Sie wollten ihn bereits in die Enge treiben, indem sie seine Handlungsweise infrage stellten.
Johannes wusste um seine Identität, die er von Gott bekommen hatte und er hat sich auch ganz damit identifiziert. Er wollte nicht groß werden, sondern mit ganzer Hingabe seinem Gott dienen. Ihm war auch klar:

  • Joh 3:30 - Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.

Der Sohn war das einzige Wesen, das je über diese Erde ging und gleichzeitig ganz dem Vater entsprach. Er war der "Sohn des Original-Menschen". Alle anderen waren "geschaffene Bilder" und nur Er wurde vom Heiligen Geist gezeugt (Mt 1:18). So wie Jesus war, so hat sich Gott den Menschen gedacht. Nur Er allein entsprach den göttlichen Vorstellungen und dem Anspruch der Vollkommenheit! Göttliche Vollkommenheit im Fleisch - das aus sich selbst heraus nur sündigen kann – kann nicht anders als sich zu opfern! Im Fleisch gibt es keinen Weg, der in die Vollendung führt, ohne sich zu opfern und auch letztlich zu sterben. Deshalb musste das Weizenkorn sterben und Paulus macht auch den Römern deutlich:

  • Röm 12:1 - Ich ermahne euch nun, Brüder und Schwestern, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr euren Leib hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst.

Diese vollständige Hingabe ist nur mit einer vollkommenen Liebe zu Gott möglich und diese Liebe kann kein Geschöpf aus sich selbst heraus "produzieren", die kann man sich nur durch den Heiligen Geist schenken lassen!

Johannes wurde von Gott gewürdigt, diese einmalige Aussage über das "Lamm Gottes" zu machen. Jesus war das „einzige Lamm“ des himmlischen Vaters (Joh 1:29). Ein wohlgefälliges Opfer, das den höchsten Ansprüchen Gottes genügt, ist immer die Darbringung von dem, was einem selbst das Liebste ist! Deshalb war die Opferung Isaaks, das wahrscheinlich Gott wohlgefälligste Opfer, das je ein Mensch darbrachte. Es ist klar: Gott will und wollte nie ein Menschenopfer; aber die Liebe Abrahams zu seinem Gott war so groß, dass er bereit war, sein Liebstes zu opfern. Er traute er seinem Gott auch zu, dass Er ihm seinen Sohn von den Toten auferwecken würde (Hebr 11:19). Jesus Christus war also das Lamm Gottes. Jesus war das Liebste und Wertvollste, dass der Vater im Himmel hatte und Er war bereit, Sein Liebstes zu geben und es zu opfern. Es erinnert ein wenig an eine Geschichte, die Nathan dem König David erzählte:

  • 2Sam 12:1b-4 - Es waren zwei Männer in einer Stadt, der eine reich, der andere arm. 2 Der Reiche hatte sehr viele Schafe und Rinder; 3 aber der Arme hatte nichts als ein einziges kleines Schäflein, das er gekauft hatte. Und er nährte es, dass es groß wurde bei ihm zugleich mit seinen Kindern. Es aß von seinem Bissen und trank aus seinem Becher und schlief in seinem Schoß, und er hielt's wie eine Tochter. 4 Als aber zu dem reichen Mann ein Gast kam, brachte er's nicht über sich, von seinen Schafen und Rindern zu nehmen, um dem Gast etwas zuzurichten, der zu ihm gekommen war. Und er nahm das Schaf des armen Mannes und richtete es dem Mann zu, der zu ihm gekommen war.

Das war ja ein Gleichnis, um David deutlich zu machen, welche Sünde er mit Uria beging. Der "arme Mann" hatte nur ein Lamm! Von Gott kann man ja nicht sagen, dass Er arm war! Aber in einem gewissen Sinne schon! Durch die Sünde hat es Satan fertiggebracht, dass alle Seelen zu einem Eigentum des Todes wurden. Der Tod, als Person, hatte ganz viele "Schafe"! Tatsächlich wird er auch als ein Hirte bezeichnet:

  • Ps 49:13-15a - Doch der Mensch, der im Ansehen ist, bleibt nicht[5]; er gleicht dem Vieh, das umkommt. 14 Dies ist ihr Weg, der Weg derer, die unerschütterlich sind, und ihr Ende, das Ende derer, die Gefallen finden an ihren Worten: // 15 Wie Schafe weidet sie der Tod, sie sinken zum Scheol hinab;

Der Tod besitzt im Prinzip alle Seelen, weil alle gesündigt haben und nur eine Seele, die ins Fleisch gekommen ist, konnte der Tod nicht rauben, weil sie nicht gesündigt hat! Doch die Seele des Sohnes hat sich freiwillig in den Tod ausgeschüttet (Jes 53:12). Im Gegensatz zu Uria (Licht ist Jahweh), dem sein einziges Lamm geraubt wurde, hat das wahre Licht Sein einziges Lamm freiwillig gegeben.

Dieses Lamm war der Kaufpreis! Denn wir lesen in

und in

  • Offb 5:9 - Und sie singen ein neues Lied: Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du bist geschlachtet worden und hast für Gott erkauft, durch dein Blut, aus jedem Stamm und Sprache und Volk und Nation, ...

Wenn das Blut Jesu (Seine Seele) der Kaufpreis ist, mit dem wir erkauft sind und wenn der Käufer Gott ist, dann stellt sich schon die berechtigte Frage: "Wer ist der Verkäufer?" Unsere Seelen, die durch die Sünde, im Herrschaftsbereich des Todes waren, wurden also mit dem Blut Jesu erkauft. Es ist für mich deshalb naheliegend, dass der Tod, als Person (in Verbindung mit Satan), der Verkäufer ist. Alle Menschenseelen waren in der Hand des Todes (er war reich an vielen Seelen) und nun verlangt der „Reiche“ von Gott Sein Liebstes und Letztes. Die Finsternismacht dachte vermutlich: "Wenn ich die Seele des Sohnes habe, dann habe ich alles und dann werde ich der Größte sein!" Natürlich hat er die "Rechnung ohne den Wirt" gemacht. Als die Seele Jesu im Tod war, konnte der Tod sie nicht halten; er konnte die Seele Jesu nicht "verdauen", so wie der Fisch den Jona nicht verdauen konnte. Vielleicht hielt er die feurige Gottesliebe in seinem Machtbereich nicht mehr länger aus, so dass er den Sohn "auswarf". Aber weil der Kaufpreis bezahlt wurde, sind, seit Golgatha, alle Seelen im Tod, das Eigentum Gottes! Ihm gehört alles! Das Wichtigste, das Jesus hatte, war Seine Beziehung zum Vater! Diese Liebesbeziehung hat Seine Seele vmtl. für eine gewisse Zeit geopfert. Zumindest kann man Seine Aussage am Kreuz auch so interpretieren, als er schrie:

  • Mt 27:46 - Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Das Lamm Gottes hat etwas, für Menschen Unmögliches, getan! Es hat die Sünde des gesamten Kosmos weggehoben!

Die Welt, das Geschäft, der Handel kontra Liebesbeziehung zu Gott

Die Liebe zu Seinem Vater und dadurch zum Haus Seines Vaters, war Jesus so wichtig, dass es Ihn geradezu schmerzte, als Er sah, was die Menschen daraus machten: ein Kaufhaus, ein Haus des Handels (Joh 2:16). Dieses Haus gehörte Seinem himmlischen Vater und es ist Ihm heilig, Ihm geweiht. Jesus selbst war der Herr dieses Hauses. Er hatte die Verfügungsgewalt über dieses Haus.

David hatte dieses Grundstück von Ornan (a. Arauna) abgekauft, um es Jahweh zu weihen, bzw. Ihm zu geben. Der Tempelberg ist das einzige Grundstück, das dem Gott Israels gehört und ganz offiziell mit einem Kaufvertrag erworben wurde (2Sam 24:21 / 1Chr 21:25). Der Messias ist von daher, der rechtmäßige Besitzer dieses Grundstücks und dieses Hauses. Natürlich wusste kaum jemand, dass Jesus der Messias ist und deshalb auch der Herr dieses Hauses.

Der Herr dieses Hauses wurde bei der Kreuzigung und somit bei Seiner Verwerfung aus Seinem Eigentum verstoßen. Der Tempel war ein Symbol für die Wohnung Gottes. Gott wollte aber nicht alleine darin wohnen, sondern es war Ihm auch ein Anliegen, dass sich Ihm die Menschen hier nähern konnten. Hier sollten sie in Gemeinschaft mit Gott leben und Ihn durch Gebet suchen. Der Tempel hatte die Bestimmung, ein Haus des Gebetes zu sein. Hier ging es um die Beziehung zu Gott, um Liebe und Vertrauen. Die Opferrituale und der Tempeldienst hatten eigentlich nur das Ziel, mit Gott in Gemeinschaft zu kommen. Es sollte das Bewusstsein geschaffen werden, dass es eine Sühnung für die Sünden brauchte, um in ungetrübter Gemeinschaft mit Gott leben zu können. Natürlich waren die Schlachtopfer letztlich nur ein Bild auf das ganz große und alleingültige Opferlamm Gottes!

Doch die (religiöse) Welt machte aus dem Gebetshaus, dem Wohnort Gottes ein "Shoppingcenter". Hier blühte das Geschäft! Hier konnten Opfertiere "ohne Ende" verkauft werden. Vor dem Passahfest war Hochkonjunktur. Das Geschäft blühte so ähnlich, wie heute vor Weihnachten! Mal ganz abgesehen davon, dass Jesus höchst wahrscheinlich im Herbst und nicht Ende Dezember geboren wurde, sollte das Gedenken an die Geburt Jesu, ein besinnlicher Akt der Freude und Dankbarkeit sein, und keine Geschenke-Party, wo man sich die Bäuche vollschlägt.

Wie damals, so hat es der Satan auch heute fertiggebracht, aus einem Ort, bzw. aus einer Zeit der Besinnung, ein "erfolgreiches Geschäftsmodell" zu machen. Natürlich brauchten die Pilger Opfertiere und gerade diejenigen, die von weit her kamen, waren darauf angewiesen, die Opfertiere in Jerusalem kaufen zu können, wie es auch in der Thora steht (5Mo 14:22-26). Aber der Verkauf der Opfertiere und der Geldwechsel sollte eben nicht im Haus Gottes stattfinden. Das war ein schrecklicher Missbrauch des Tempels! In der Beziehung zu Gott, sollte alles "geschäftliche Denken" außen vor bleiben. Sobald das "Geschäft", in der Beziehung zu Gott, eine Rolle spielt, ist man in eine Religion abgerutscht, wo die Liebe zu Gott nicht mehr an oberster Stelle steht. Dieser Umstand verzehrte Jesus (w. fraß ihn auf). Als Er das Vieh mit der Peitsche heraustrieb und die Tische der Geldwechsler umwarf, wollte Er diesen Tempel der ursprünglichen Bestimmung zuführen. Aber man verstand Ihn nicht! Im Gegenteil; man ärgerte sich über Ihn und das hat Ihn in dieser Welt "fremd" gemacht. Auch dadurch wurde Er zu einem Zielpunkt der Schmach und die Schmähungen derer, die Gott schmähen sind auf Jesus gefallen (Ps 69:9-10). Doch weil Er sich nicht selbst gefiel (Röm 15:3), hat Er auch diese Sünde getragen.

Für Jesus war die Liebesbeziehung zum Vater immer wichtiger, als alles andere! Und Er wünschte sich nichts mehr, dass auch die Menschen in diese Beziehung hineinkommen würden. Aber wie wir wissen, brauchte es dazu Golgatha, wo das Lamm Gottes für die Sünde der Welt gestorben ist.

Als Jesus den Tempel "reinigte", fragten Ihn die Anwesenden:

  • HSNJoh 2:18b - Mit welchem Zeichen beweist du uns, dass du dies tun [darfst]?

Die Antwort Jesu scheint, wie so oft, nicht richtig auf die Frage einzugehen.

  • HSNJoh 2:19b - Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen werde ich ihn [wieder] aufrichten!

Die Juden konnten und wollten den Steintempel nicht abbrechen und dadurch konnten sie auch die von ihnen gewünschte Legitimation nicht überprüfen. Auch verstanden sie nicht, dass Er vom Tempel Seines Leibes sprach. Wahrscheinlich dachten die Juden, dass Jesus ihrer Frage ausweicht.

Allerdings hatten sie in den folgenden Jahren mehrfach die Gelegenheit, Seine göttliche Vollmacht zu erkennen, wenn man daran denkt, dass Jesus vor den Augen der Juden im Tempel Blinde und Lahme heilte. Ebenso hätten sie Seine Autorität erkennen können, als Jesus Lazarus aus den Toten aufweckte. Aber Jesus geht auf das eine wichtige Zeichen ein; nämlich auf das Zeichen des Jona. Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des großen Seetieres war, so wird [auch] der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein (Mt 12:40). Dieses Zeichen haben sie gesehen, denn sie haben die Soldaten nach der Auferstehung bestochen und sie zum Lügen genötigt. Tatsächlich haben sie den Tempel Seines Leibes auf Golgatha abgebrochen und Jesus ihn nach drei Tagen wiederaufgerichtet.

Nachdem Jesus aus dem irdischen Haus Gottes verstoßen wurde wird klar, dass der eigentliche Tempel Gottes, Sein Leib ist.

Weil Jesus den Vater erkannt hat, kannte Er auch die Menschen und vertraute nicht auf sie

Jesus vertraute sich keinem Menschen an, weil Er sie kannte (Joh 2:24). Er wusste, was in dem Menschen war, nämlich die fleischliche Gesinnung des Fleisches wider Gott (Röm 8:7). Diese Gesinnung ist auch dann fleischlich, wenn sie sehr fromm daherkommt. Kein Mensch kann treu sein und keiner hat den Vater erkannt und wusste um Seinen Willen. Selbst Petrus dachte in seinem Gut-meinen, Jesus dürfe nichts Schlechtes widerfahren (Mt 16:23). Obwohl Petrus ein geliebter Freund Jesu war; Er konnte sich Ihm nicht anvertrauen!

Wenn wir auf Menschen vertrauen, dann kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo sie uns enttäuschen! Wohl uns, wenn wir unser Vertrauen nur auf Gott setzen!

Ohne Wiedergeburt kann man die himmlische Herrschaft (auf Erden) nicht erkennen

Selbst ein Vertreter der Pharisäer (Nikodemus) musste bezeugen: Jesus kommt von Gott und Gott ist mit Ihm (Joh 3:2). Wenn wir nicht den in uns haben, der von Gott kommt, können wir niemals Bleibendes bewirken (Dinge mit Ewigkeitswert). Jesus geht auf die anerkennenden (schmeichelnden) Worte gar nicht ein, sondern weist sofort auf das hin, was notwendig ist, um das Entscheidende zu erkennen. Ohne Wiedergeburt (w. den Werde[prozess]) von oben, sieht man die Königsherrschaft nicht! Früher dachte ich: „Ohne die Wiedergeburt komme ich nicht in den Himmel!“ Das stimmt natürlich auch, aber hier geht es darum, ob man die Königsherrschaft Gottes wahrnimmt. Der natürliche Mensch sieht auf das Sichtbare (die Schönen, Erfolgreichen und Mächtigen). Bei Jesus sah man das nicht, man sah nur einen armen Wanderprediger! Um Jesus und die Königsherrschaft Gottes zu sehen braucht es keinen Verstand, keine Intelligenz, sondern das Wirken des Geistes Gottes! Paulus schreibt, dass der psychische Mensch (der von Bedürfnissen gesteuerte Mensch), die geistlichen Dinge nicht wahrnehmen kann (1Kor 2:14). Das Hineingehen in das Reich Gottes bedarf einer Geburt (o. eines Werdens) aus Wasser (Wort Gottes; Eph 5:26) und Geist (Joh 3:5). Der seelische Mensch kann das Wirken des Geistes nicht vorausberechnen und seinen Ursprung ergründen (Joh 3:8).

In den Himmel konnte nur derjenige steigen, der vom Vater kam

Jesus hat den Vater gesehen (Joh 6:46) und darum kann Er vom Vater sprechen (Joh 3:11). Er kommt von oben, Er ist in den Himmel gestiegen (Joh 3:13) und kommt von der ungetrübten Beziehung zum Vater (vom absoluten Glauben), währenddem wir von unten, vom Unglauben kommen.

Der Unterschied, wenn man von oben oder von unten kommt

Das Unmögliches möglich wird, können wir nur schwer glauben. Weil Jesus aus einer 100-prozentigen Vertrauensbeziehung zum Vater lebte, gab es für Ihn keine Unmöglichkeiten! Er sagte nur das, was Er selbst gesehen und gehört hat (Joh 3:32). Man kann auch nur dann vollmächtig bezeugen, wenn man die göttliche Realität mit seinen Herzensaugen gesehen hat.

Der Vater liebt den Sohn

Die Liebe des Vaters wirkte sich so aus, dass Er Seinem Sohn alles in Seine Hand ab (Joh 3:35). Diese uneingeschränkte Vollmacht nutzte Jesus, auf Erden, nie zu Seinem eigenen Vorteil!

Ein wesentlicher Bestandteil der Sohn-Vater-Beziehung: Die Anbetung

Obwohl Jesus der Sohn Gottes war, war für Ihn die Anbetung des Vaters, während Seiner Erdentage, eine Selbstverständlichkeit und vmtl. auch ein ganz zentraler Bestandteil Seiner Beziehung zum Vater (Joh 4:22-23). Auch bei Ihm war die Anbetung "in Geist und Wahrheit". Wahre Anbetung ist untrennbar mit einer Liebesbeziehung verbunden, die auf einem Vater-Kind-Verhältnis basiert. Bei einer wahren Anbetung unterordnet man sich dem Vater und gibt Ihm alle Ehre, unabhängig vom persönlichen Empfinden, Verstehen oder Nutzen! Abraham war das Paradebeispiel dafür! Bei seinem Opfergang nach Morija verstand er nicht, warum er seinen Sohn opfern sollte, aber er liebte seinen Gott so sehr, dass für ihn diese Liebesbeziehung wichtiger, als alles andere war; ja sogar wichtiger als sein liebster Sohn! Hier wird wahrhaftige Anbetung im Geist sichtbar! Diese Anbetung hat nicht das Motiv „was bringt mir das und welchen Nutzen habe ich dabei?“ Die Anbetung im Geist und in Wahrheit steht über allem Wahrnehmbaren, sie ist nicht abhängig von Materiellem oder irgendwelchen Gefühlen. Geistliches ist immer Unsichtbares und Immaterielles! Der Geist ist aber der Verursacher und Auslöser von allem Sichtbaren und Materiellen. Anbetung kann sichtbar werden, aber das Physikalische kann keine wahre Anbetung auslösen, weil das Materielle den Geist niemals inspirieren oder bewegen kann. Der Geist hingegen ist der Verursacher aller physikalischen Gesetze. Die Anbetung im Geist und in Wahrheit ist also nicht von irgendwelchen irdischen Dingen abhängig! Diese Anbetung kann sich nicht vom Vater aller Geister trennen; dafür von allem anderen! Jesus war der Einzige, der diese Anbetung zu 100% leben konnte, weil Er durch seine Beziehung zum Vater von allem anderen frei war. Er war so frei, dass Er allen Reichtum, alle Ehre und alles Wohlbefinden loslassen konnte! Wie oft habe ich mich dabei ertappt, dass ich Gott anbeten wollte, um anschließend ein Gefühl der Glückseligkeit zu spüren. Das Motiv für die Anbetung war ein stückweit egoistisch gefärbt. Aber wahre Anbetung im Geist und in der Wahrheit ist auch unabhängig von unseren Gefühlen und auch von unserem Wohlbefinden. Wenn wir an dieser Stelle weiterdenken, merken wir, wie schnell wir an die Grenzen der „selbstgemachten“ Anbetung kommen. Wahre Anbetung kann unser „Fleisch“ nie und nimmer „machen“! Wahre Anbetung im Geist und in der Wahrheit ist nur möglich, wenn der Heilige Geist die Liebe Gottes in unsere Herzen ausgegossen hat (Röm 5:5). Währenddem Gespräch mit Jesus hat die Samariterin diese wunderbare Liebe des Messias erkennen dürfen und deshalb auch die Voraussetzung für die wahre Anbetung bekommen!

Seine Speise - der Wille des Vaters

Text: Joh 4:31-42.
Jesus hatte Durst (Joh 4:10) und vmtl. auch Hunger. Doch das zu tun, was Sein Vater wollte, war wichtiger als alle Seine Bedürfnisse! Die Jünger wollten Ihn „freundlich“ daran erinnern, auch mal etwas zu essen (Joh 4:31). Vielleicht wollten sie Ihn daran erinnern: „Du musst Dich stärken und wieder zu Kräften kommen!“ Doch Jesus muss von uns Menschen nicht daran erinnert werden, was Er zu tun hat; auch dann nicht, wenn wir es mit Ihm doch nur gut meinen.
Darum weist Jesus auch sofort darauf hin, auf welchen Willen Er ausgerichtet ist! Er tut nur den Willen des Vaters und nicht den Willen der Menschen. Aber warum vergleicht Jesus das Tun des Vaterwillens mit Seiner Speise? Was geschieht beim Essen? Beim Essen nimmt man Nahrung auf und macht sich mit dieser Nahrung eins! Wer den Willen des Vaters tut, der nimmt Sein Wort in sich auf, indem er es „isst“ und „verdaut“. Das Wort Gottes wird dadurch Bestandteil des eigenen Lebens, Denkens und Handelns! Man hört auf den Vater, macht sich mit dem Gehörten eins und tut das Gehörte! Das sollte auch unsere Speise sein.

Die Speise ist überlebenswichtig! Ohne Speise ist es immer eine Frage der Zeit, bis man stirbt. Ohne das Aufnehmen des Wortes Gottes und ohne das Tun Seines Wortes (sich mit der Speise eins machen) ist oder wird man geistlich tot! Das Tun des Willens Seines Vaters, war für Jesus überlebenswichtig! Aber nicht nur das! Es war für Ihn auch das allergrößte Bedürfnis, weil Ihm Seine Liebesbeziehung zum Vater das absolut Wichtigste war! Einige mögen einwenden, dass Ihn gerade das getötet hat. Infolge des Willens Gottes starb Er und kam dadurch auch in den Tod! Aber Er blieb nicht da, sondern Er wurde als Erster bleibend aus den Toten auferweckt (Kol 1:18). Er hat „überlebt“, weil Er sich mit dem Willen des Vaters eins gemacht hat.
Jesus hat auf Seine irdischen Bedürfnisse verzichtet, um sich mit dem Willen Seines Vaters eins zu machen. Nur dadurch konnte Er das Wort Gottes in das Herz der Samariterin säen und nur dadurch kam es in dieser Stadt zu einer - geistlich gesehen - großen Ernte! Jesus hat gesät und Seine Jünger hat Er ausgesandt zu ernten (Joh 4:38)!

Auswirkungen der Identität des Gottessohnes

Joh 5:17-47 Das 5. Kapitel des Johannesevangeliums führt uns einmal mehr vor Augen, mit welcher Kraft die Wahrheit von den eigenen Bedürfnissen und Zielen verdrängt werden. Das Offensichtliche will man nicht wahrhaben, weil es mit den eigenen Zielen im Konflikt steht.
Die Heilung eines Mannes, der bereits 38 Jahre gelähmt ist und der vielleicht schon Jahre oder Jahrzehnte am Teich Betesda auf eine Heilung hofft, war ein ganz großes und offensichtliches Zeichen für göttliche Vollmacht. Aber weil die Heilung „wieder einmal“ an einem Sabbat stattfand, weil Jesus nicht den Vorstellungen der religiösen Elite entsprach und weil Jesus ihre heuchlerische Haltung aufdeckte, verschlossen sie sich gegen alle Beweise. Für die Elite war es auch undenkbar, dass ein einfacher Bauhanderkersohn aus Nazareth der Messias sein könnte. Wenn dann dieser „ungebildete Mann“ auch noch behauptet, dass Er der Sohn Gottes ist, dann war das für die Juden der „Gipfel der Arroganz“! Johannes 5 habe ich 6 Abschnitte aufgeteilt:

  1. Joh 5:1-9 - Heilung am Teich Betesda
  2. Joh 5:10-16 - Wut wegen Heilung am Sabbat
  3. Joh 5:17-24 - Jesus bezeugt Seine Gottes-Sohnschaft und Abhängigkeit vom Vater
  4. Joh 5:25-30 - Stunde des Gerichts über Tote
  5. Joh 5:31-38 - Zeugnis über Jesu Sendung
  6. Joh 5:39-47 - Schriften zeugen von Jesus und mangelnde Liebe zu Gott

Handeln aus der Abhängigkeit

Joh 5:17-24 In V.17 macht Jesus darauf aufmerksam, dass der Vater bis jetzt wirkt. Damit meint Er vmtl. auch: „Sein letztes Wirken habt ihr gerade eben mitbekommen! Er hat durch mich einen Gelähmten geheilt, dem viele von euch in den letzten Jahren immer wieder mal begegnet sind. Weil er schon 38 Jahre gelähmt war, war er auch ein „hoffnungsloser Fall“. An dem was geschehen ist, könnt ihr das Wirken Gottes erkennen und ihr könnt auch erkennen, dass ich in Übereinstimmung mit Gott handle.
Die Tatsache, dass Jesus Gott Seinen Vater nannte, löste in vielen Juden einen Hass aus, so dass sie Ihn töten wollten. Eigentlich war es aus Sicht des AT gar nicht so etwas Außergewöhnliches, wenn man Gott Seinen Vater nannte, denken wir nur daran, dass Gott Salomo als Seinen Sohn bezeichnete (1Chr 28:6) oder auch an:

  • Jes 63:16 - Und doch bist du unser Vater; denn Abraham weiß nichts von uns, und Israel kennt uns nicht; du aber, o HERR, bist unser Vater, und dein Name ist »Unser Erlöser von Ewigkeit her«!

Solche und ähnliche Stellen haben die Schriftgelehrten von damals eher wie folgt interpretiert: "Gott ist wie ein Vater zu uns; wir Menschen aber sind das Werk Seiner Hände! Ein sündiger Mensch aus Fleisch und Blut kann unmöglich von Gott gezeugt sein!" Diese Aussage wäre ja grundsätzlich richtig, aber im Fall von Jesus eben nicht, weil Er keinen irdischen Erzeuger hatte und weil der Heilige Geist Ihn zeugte, war Er ohne jegliche Sünde!

Mit den natürlichen Augen konnte man das allerdings nicht erkennen. Die Schriftgelehrten sahen lediglich einen "ganz normalen und etwas ärmlichen Wanderprediger, der von Nazareth stammte". Für sie war auch klar:

  1. Der Messias würde als herrlicher König das Friedensreich aufrichten!
  2. Der Messias würde bestimmt den Sabbat einhalten!
  3. Der Messias würde vmtl. auch ihre theologischen Leistungen würdigen.

Deshalb folgerten sie, dass Jesus nicht der Messias und schon gar nicht der Sohn Gottes sein konnte. Unter diesen Gesichtspunkten war Jesus für sie ganz klar ein Gotteslästerer. Sie beurteilten Ihn mit ihrer "theologischen Brille".

Jesus entsprach nicht diesen fleischlichen, bzw. den irdischen Erwartungen:

  1. Jesus wird in großer Macht und Herrlichkeit das Friedensreich aufrichten; aber zuvor musste Er als "Leidensknecht" auf die Erde kommen (Jes 53) und diesen Aspekt haben die Schriftgelehrten verdrängt!
  2. Jesus war HERR über den Sabbat (Lk 6:5) und das Helfen und Retten war ein Gebot, das über dem Sabbat stand (Mt 12:11). Zwei Gebote stehen über allen anderen:
    1. Liebe Gott!
    2. Liebe deinen Nächsten! Somit steht auch das Gebot der Nächstenliebe über dem Gebot des Sabbats
  3. Theologische Leistungen haben Jesus nie beeindruckt. Er hat sich über Aufrichtigkeit, Demut, Gottesvertrauen und Liebe gefreut!

Die aussergewöhnliche Heilung am Teich Betesda machte die Vollmacht Jesu deutlich und Jesus weist auch darauf hin, dass dies ein Wirken des himmlischen Vaters war!

Mit einem "Doppel-Amen" weist Jesus sogar darauf hin, dass Er als Sohn nichts tun kann (und will), was Er nicht zuvor beim Vater gesehen hat (Joh 5:19). Die Liebe zu Seinem himmlischen Vater stand bei Jesus immer an absolut erster Stelle! Egal, was der Vater von Ihm verlangte; für Jesus war es immer höchste Erfüllung, Seinem Vater zu gefallen! Ob das "40 Tage hungern" oder "unter größten Schmerzen und in absoluter Gottverlassenheit zu sterben" war, spielte keine Rolle! Der Gehorsam aus Liebe zum Vater ging Jesus über alles!

Die Kraft zum 100-prozentigen Gehorsam ist nur möglich, wenn man Gott auch zu 100 Prozent liebt! Aus Pflicht oder mit dem Motiv der Selbstgefälligkeit kann keiner 100-prozentig gehorsam sein! Die vollkommene Liebe zu Gott ist aber auch nur dann möglich, wenn man aus Gott geboren ist und wenn man den Vater in Seiner herrlichen Liebe erkannt hat. Das Erkennen der Vaterliebe stellt alles andere in den Schatten! Wer die Liebe des Vaters wirklich erkannt hat, der sucht an keiner anderen Stelle die Erfüllung. Aller Reichtum, alle Macht und alle Ehre, die dieser Kosmos zu bieten hat, können dann nicht mehr faszinieren! Dieses wahrhaftige Erkennen der Vaterliebe führt zwangsläufig auch dazu, dass man Gott liebt! Wer Gott vollkommen liebt, ist vollkommen frei! Frei von sich selbst, frei davon, von Menschen geehrt werden zu müssen. Ein Mensch, der Gott über alles liebt, ist auch nicht mehr von seinem Wohlbefinden abhängig! Während ich diese Zeilen schreibe, ist mir auch bewusst, wie weit ich selbst davon noch entfernt bin! Ich wünsche mir eine vollkommene Liebe zu Gott, aber ich ertappe mich auch immer wieder dabei, dass mir mein eigenes Wohlbefinden zu wichtig ist. Diese Liebe zum himmlischen Vater bewirkt auch eine ununterbrochene Vertrauensbeziehung zu Ihm. Aus dieser kontinuierlichen Vertrauensbeziehung heraus, entwickelt der Gläubige eine geistliche Sensibilität dafür, was der Vater tut, bzw. will! Darum sah der Sohn immer, was der Vater tat und das was Er sah, das tat Er dann auch! Der Vater zeigte dem Sohn immer was Er selbst tat, weil der Vater den Sohn "freundschaftlich liebt" (in Joh 5:20 gr. phileo).

"Der Sohn kann nichts von sich selbst tun" (Joh 5:19) bedeutet aber auch "völlige Ohnmacht aus sich selbst"! Daraus ergibt sich auch: Die absolute Vollmacht Jesu, bedingte auch die völlige Ohnmacht aus sich selbst! Wer kann das fassen oder begreifen? Diese absolute "Ohnmacht aus sich selbst" wollen wir mit allen Mitteln vermeiden, weil sie dem natürlichen Menschen absolut zuwider ist! Der natürliche Mensch möchte autonom sein, er möchte alles im Griff haben und alles selber bestimmen, weil er meint zu wissen, was das Beste für ihn sei! Wir denken: "Das Beste ist Gesundheit, Wohlbefinden, Genuss und Ehre!" Damit wir das bleibend erhalten können, wollen wir wohlhabend und erfolgreich werden, weil wir uns dann alles leisten können, was wir uns wünschen. Wir legen uns "Reserven" an, schliessen Versicherungen ab und meinen "in Sicherheit zu sein"! Und Gott lacht! Oder ist Er viel eher traurig?

Wer traut sich zu sagen: "Ich möchte ohnmächtig aus mir selbst werden, damit ich zur Ehre Gottes und zum Segen für andere vollmächtig wirken kann!"? Ich sage es mit großem Zittern. Ich bin aber auch froh, dass Gott so etwas wachstümlich schenkt! Wenn wir das von einem Tag auf den anderen lernen müssten, dann wären wir überfordert und würden daran zerbrechen.

In Vers 20 sagt Jesus, dass der Vater ihm alles zeigt, was Er selbst tut. Wie müssen wir uns das vorstellen? Wie tut der Vater etwas, das Jesus auf Erden tun soll? Bedeutet das einfach, dass der Vater dem Sohn sagte, was Er tun soll? "Mach dies, heile jener usw."? Ich weiß es nicht! Ich vermute einfach, dass die exklusive Liebesbeziehung zu Seinem Vater, es dem Sohn ermöglichte, die alles überstrahlende Liebe des Vaters vor Seinen Herzensaugen zu sehen. Dieser Blick machte Ihn ganz eins mit Seinem Vater, so dass auch Er voller göttlicher Liebe war. Wer diese Liebe des Vaters in Seiner Absolutheit sieht, weiß in jeder möglichen und unmöglichen Situation, was zu tun ist. Das Unmögliche für uns Menschen ist die Auferweckung der Toten. Genau das tut der Vater und das wird auch der Sohn tun (Joh 5:21). Die Liebe Gottes überwindet selbst die größte Gottesferne! Als Jesus Seine Seele in den Tod ausgoss (Jes 53:12), kam Er auch in den untersten Bereich des Todes und somit in die größte Gottesferne! Was das bedeutete, können wir Menschen auf dieser Erde nie und nimmer erfassen! Auf jeden Fall prallte damals die göttliche Liebe auf den Tod und somit auch die stärksten Kräfte (Hl 8:6)! Weil der Tod den Sohn so "ausspucken" musste - so wie der Fisch den Jona (Jon 2:11 / Mt 12:40) - wurde der Tod in Sieg verschlungen (1Kor 15:54).

Aus der Ohnmacht des Gottessohnes am Kreuz, entstand die größte Vollmacht und diese wird dann auch wie folgt sichtbar:

  • HSN Joh 5:22 - Der Vater [selbst] richtet ja auch niemand, sondern hat das ganze Gericht dem Sohn übergeben!

Die Sterblichen werden von Demjenigen gerichtet, der auch selbst gestorben ist und das ist Jesus! Jesus richtet ganz im Sinne des Vaters! Wie sieht dieses Gericht aus? Zuerst einmal hat Jesus selbst das ganze Gericht der absoluten Gottesferne getragen! Dadurch kann die Liebe das Böse nicht mehr zurechnen, ohne gleichzeitig ungerecht zu sein! Infolgedessen rechnet Gott dem Kosmos seine Übertretungen nicht mehr zu (2Kor 5:19)! Das gilt absolut und für jeden! Aber die Liebe ist auch ein leidenschaftliches Feuer, die alles verbrennt, was nicht Liebe ist! Deshalb verursacht die Liebe bei allen Selbstsüchtigen auch ein äußerst schmerzhaftes Feuergericht, sofern diese zuvor nicht umkehren!

Alles das, führt dann dazu, dass alle den Sohn ehren (o. wert halten; Joh 5:23):

  • Joh 5:23 - damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.

Wer meint, Gott zu verehren und gleichzeitig den Sohn entwertet, indem er Ihm die Gottessohnschaft abspricht und sagt, "Jesus war nur ein Prophet, guter Mensch oder Religionsgründer!", der ehrt Gott nicht! Johannes bezeichnet einen solchen als Lügner:

  • 1Jo 2:22 - Wer ist der Lügner, wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist? Der ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet.

Der allmächtige Gott und Vater identifiziert sich so sehr mit Seinem Sohn Jesus Christus, dass jedes Geschöpf nur durch den Sohn zum göttlichen Leben kommen kann und vom (jüngsten) Gericht verschont bleibt. So schreibt Johannes im nächsten Vers:

  • Joh 5:24 - Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, [der] hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen.

Das Hören der Worte Jesu und die vertrauende Liebesbeziehung zum Vater im Himmel führt zu einem ultimativen Zustands- und Identitäts- sowie Standortwechsel! Gleichzeitig hat man eine eine ganz andere Zukunft vor sich! Den Zustandswechsel könnte man auch wie folgt beschreiben: Durch die Vertrauensbeziehung zum Vater trägt man automatisch göttliches Leben in sich. Statt geistlich tot zu sein, ist man lebendig (auch wenn das nach Außen kaum sichtbar ist). Der Identitätswechsel: Statt ein Kind des Zornes zu sein (Eph 2:3), darf man neu ein Kind Gottes sein (1Jo 3:1). Die naheliegende Zukunft kann schwer sein, aber die ferne Zukunft ist auf jeden Fall nicht zu toppen! In der naheliegenden Zukunft kann es zu Verfolgungen oder anderen Bedrängnissen um Christi Willen kommen (Mt 5:11 / Mk 13:9 / Apg 14:22). In ferner Zukunft gibt es keine Verurteilung, man kommt nicht ins jüngste Gericht (Joh 5:24), sondern man wird mit Christus verherrlicht (Röm 8:17) und man kommt in bleibenden Frieden und Freude hinein (Röm 14:17)!

Jesus redete auch nur das, was Er beim Vater gehört hat:

  • Joh 8:26-29 - Vieles habe ich über euch zu reden und zu richten, aber der mich gesandt hat, ist wahrhaftig; und was ich von ihm gehört habe, das rede ich zu der Welt. 27 Sie erkannten nicht, dass er von dem Vater zu ihnen sprach. 28 Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Sohn des Menschen erhöht haben werdet, dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin und dass ich nichts von mir selbst tue, sondern wie der Vater mich gelehrt hat, das rede ich. 29 Und der mich gesandt hat, ist mit mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich allezeit das ihm Wohlgefällige tue.

Die Aussage am Kreuz, "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!" machte deutlich, dass Jesus nicht aus sich selbst redete, sondern aus der Liebe Gottes!

Leben in sich selbst

Joh 5:26 vermittelt uns ein großes Geheimnis:

  • HSN Joh 5:26 - Denn so wie der Vater Leben in sich selbst besitzt, so hat er auch dem Sohn gegeben, Leben zu haben in sich selbst.

Kein Geschöpf in der ganzen Schöpfung hat Leben in sich selbst! Selbst die in Ps 82 angesprochenen "Söhne des Höchsten" und "Götter" müssen sterben. Ihr "Leben", das sie haben, haben sie auch vom Vater der Geister; aber sie haben im Gegensatz zum Sohn kein Leben in sich selbst. Viele bilden sich ein, Leben in sich selbst zu haben, aber niemand hat es! Wie oft denken und handeln wir Menschen so, wie wenn wir Leben aus uns selbst hätten? Keiner hat sich selbst gezeugt, keiner hat sich selbst gestaltet und keiner hat bestimmt, unter welchen Umständen und unter welchen Eltern er zur Welt gekommen ist! Keiner hat sich selbst seine Fähigkeiten oder seine Intelligenz gegeben! Das Einzige, was wir vielleicht ein stückweit tun konnten, ist, die eigenen Gaben etwas zu fördern oder nicht! Aber wir tun so, wie wenn sie Herr über ihr eigenes Leben wären.

Das Leben, dass der Sohn in sich selbst hat, hat Er aber auch vom Vater bekommen. Der Vater ist der Ursprung allen Lebens. Das wahre göttliche Leben ist weder von der Zeit noch von der Materie abhängig. Das wahre göttliche Leben ist in Jesus Christus erschienen und Er war als einziger in der Lage, in den Tod und somit in die absolute Gottesferne zu gehen, um diejenigen ins Leben zurückzubringen, die "hoffnungslos" in diesem Tod verhaftet waren.

Jeder, der kein göttliches Leben in sich selbst hat, wird früher oder später vom Tod überwältigt und kommt da nicht mehr heraus; es sei denn, er hat eine Vertrauensbeziehung zu der Person hergestellt, die das Leben in sich selbst hat! Durch den innewohnenden Geist Gottes haben wir das göttliche Leben in uns! Aber ich glaube nicht, dass wir dieses göttliche Leben in uns selbst haben, weil wir von uns selbst auch nicht sagen können, dass wir "das Leben" sind! Wenn wir aber bei Ihm vollendet sind und wenn wir Ihm gleich geworden sind (1Jo 3:2), dann haben wir vmtl. auch Leben in uns selbst, wobei wir dann nie auf den Gedanken kommen würden, getrennt von Ihm, weiter leben zu wollen, genauso wie auch Jesus nie ohne den Vater leben will!

Die Tatsache, dass Jesus Leben in sich selbst hat, bedeutet auch, dass wenn Er die Toten ruft, sie Seine Stimme hören werden (Joh 5:28). Im Weiteren hat Jesus dadurch auch die absolute Gerichtsvollmacht (Joh 5:27). Der Richter über alle Geschöpfe muss Leben in sich selbst haben, weil beim Gericht (gr. krisis, von krino) alles vom wahren Leben her beurteilt (gr. krino) werden muss! Jeder, der das göttliche Leben nicht in sich hat, ist absolut nicht in der Lage, ein richtiges Urteil zu fällen, weil er keine Ahnung vom göttlichen Zustand, bzw. vom göttlichen Ziel hat! Geistlich Tote können nur falsche Urteile abgeben!

Diesen Abschnitt über das Gericht beendet Jesus wiederum mit dem Hinweis darauf, dass Jesus nur so richten wird, wie er es selbst vom Vater hört. Jesus tut ausschließlich den Willen des Vaters; auch als bevollmächtigter Richter! Damit kommt vor allem zum Ausdruck, dass Jesus in vollkommener Übereinstimmung mit Seinem Vater handelt.

Der Sohn hört auf den Vater

Jesus hört immer auf den Vater! Er "spitzt Seine Ohren" auf den Vater. Er ist immer auf den Vater fokussiert! Das Hören auf den himmlischen Vater, das Erkennen Seines Willens und das Gehorsam-sein ist wichtiger als alles andere! Das Mit-ganzem-Herzen-zuhören ist das A und O jeder Beziehung und es ist auch das absolute Fundament der Kind-Vater-Beziehung Wenn ich einen Satz sage, der aus dem Hören auf Jesu Stimme zustande gekommen ist, dann bewirkt das mehr, als wenn ich eine "gute Predigt" halte, die nicht aus dem Gebet, sondern nur aus meinem biblischen Wissen heraus entstanden ist!

Wie oft werde ich von den Dingen angetrieben, von denen ich meine, sie tun zu müssen, währenddem das Hören auf Jesu Stimme auf der Strecke liegen bleibt. Sich Zeit nehmen, um auf Gottes Stimme zu hören, ist das Wichtigste und nicht selten auch das Schwerste! Eigentlich wäre es ganz leicht, wenn man seinen Vater liebt und Ihm ganz kindlich vertrauen würde. Es wäre ganz leicht, wenn für uns die Zeit mit Gott, das Schönste und Wertvollste wäre! Es wäre eine Selbstverständlichkeit, wenn wir die Gemeinschaft mit dem Vater als das höchste Glück empfinden würden! Doch warum sieht es in der Praxis manchmal so ganz anders aus? Es liegt letztendlich an unserem Unglauben, bzw. an unserem Kleinglauben. Noch einmal die Frage: Warum fällt mir das Hören auf Gottes Stimme immer wieder so schwer? Es gibt mehrere Gründe dafür:

  1. Ich glaube nicht richtig daran, dass Gott mir meine Fragen beantworten wird.
  2. Ich gebe meinen Aktivitäten höhere Priorität, als der stillen Zeit mit Gott. Das Suchen nach Gottes Willen scheint mir zu zeitaufwendig.
  3. Ich zweifle manchmal daran, dass Er es wirklich gut mit mir meint; vor allem dann, wenn Er mir eine Opferbereitschaft aufs Herz legt. Vor der Kreuzigung hätte Jesus - aus menschlicher Sicht - allen Grund dafür gehabt, daran zu zweifeln, dass Sein Vater es wirklich gut mit Ihm meint. Doch der Wille Seines Vaters ging Ihm über Sein Wohlbefinden und der Wille Seines Vaters, war wichtiger als Seine Seele!
  4. Wenn ich ein Vergnügen oder ein Genuss vor Augen habe, dann will ich das Reden Gottes vielleicht nicht unbedingt hören, weil Er mir dann vielleicht etwas anderes zeigen könnte, so dass ich auf das verzichten müsste, was ich als Genuss geplant habe. Mit anderen Worten: "Wenn ich meinen Willen tun möchte, dann möchte ich die Stimme meines HERRN nicht unbedingt hören! Ich möchte Seine Stimme nur dann hören, wenn ich Fragen und Probleme habe." Und wie fühlt sich mein HERR dabei? Er fühlt sich nur als "Problemlöser" und "Bedürfnisstiller", den man wie einen Geldautomaten bedienen kann! Mein wunderbarer HERR, der sich selbst für mich geopfert hat, hat weit mehr als das verdient!

Alle diese Dinge sind letztlich auf meinen Unglauben zurückzuführen und somit auf ein mangelndes Vertrauen auf meinen HERRN! Wenn es Bereiche in meinem Leben gibt, wo ich das Reden Gottes nicht hören möchte; wie kann ich dann erwarten, dass Er dann zu mir spricht, wenn ich Ihm eine Frage stelle oder Er mir ein Problem lösen soll? Manchmal bin ich traurig über mich selbst, aber ich bin gewiss, dass mein HERR mich verändert, mein Vertrauen zu Ihm wachsen lässt und ich bin überaus dankbar, dass ER viel gnädiger ist, als ich es bin und erwarte!

Jesus und der Dank

In Joh 6:11 lesen wir die einfachen Worte: HSN - Jesus nahm nun die Brote und dankte und teilte sie den Lagernden aus; ebenso [gab er ihnen] auch von den Fischen, so viel sie [nur] wollten. Es ist klar: Jesus dankte Seinem Vater für das Brot, das sie haben und das der Vater noch schenken wird! Jesus wusste: Bei meinem Vater ist die Fülle! Bei Ihm gibt es keinen Mangel! Bei Ihm ist der Überfluss. Als Mensch lebte Jesus auch von der Versorgung Seines himmlischen Vaters.

Ich glaube, dass die Gebete, bzw. auch die Dank- und Segnungsgebete von Jesus so einmalig waren, dass Jesus gerade daran erkannt wurde. Denken wir nur an die Jünger, die mit Jesus nach Emmaus gingen. Beim Abendessen lesen wir:

  • Lk 24:30 - Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch lag, nahm er das Brot und segnete es; und als er es gebrochen hatte, reichte er es ihnen. 31 Ihre Augen aber wurden aufgetan, und sie erkannten ihn; und er wurde vor ihnen unsichtbar.

Jedes "öffentliche" Gebet Jesu, ließ die Zuhörer erahnen, welch' innige Beziehung Jesus zu Seinem Vater hatte. Wahrscheinlich spürten sie durch diese Gebete, wie besonders und absolut einmalig, eine vollkommene Beziehung zum himmlischen Vater ist! Es war vermutlich gerade diese Ahnung, welche die Jünger dazu bewegte, ihren Herrn zu bitten: "Lehre uns beten!" (Lk 11:1).

Jesus dankte auch zu Beginn des Abendmahles (1Kor 11:24)! Dieser Dank hat für mich eine ganz besondere Bedeutung, weil Jesus beim "Brechen des Brotes" sehr wohl wusste, wie unglaublich schwer es für Ihn sein würde, wenn Sein Leib am Kreuz gebrochen wird. Wie können wir diesen Dank einordnen? Wie können wir ihn erfassen? Dankt Jesus für Sein Gebrochen-werden? Dankt Er für die Kraft, dieses künftige Gebrochen-werden zu ertragen. Dankt Er dafür, dass Er dadurch das wahre Lebensbrot für alle werden konnte (dies ist mein Leib, der für euch ist; 1Kor 11:24)? Dankte Er dafür, dass die Menschen gerade dadurch, die unendliche Liebe Gottes zu einer verlorenen Welt erkennen konnte (Joh 3:16)? – Das wäre alles denkbar, aber wahrscheinlich steckt noch viel mehr dahinter! Jesus, als der ganz große Geber, lehrte uns das ganz große Danken für alles! Für das Gute und das Schwere, für das Angenehme und das Schmerzvolle!

Jesus und die Einsamkeit

Nachdem Jesus das große Wunder der Brotvermehrung vollbracht hatte, lesen wir folgenden Vers:

  • Joh 6:15 - Da nun Jesus erkannte, dass sie kommen und ihn ergreifen wollten, um ihn zum König zu machen, zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein.

Jesus begab sich immer wieder in die Einsamkeit, weil Er das Allein-sein mit dem Vater unbedingt brauchte und ich bin überzeugt; nicht nur brauchte, sondern auch wünschte! Ich glaube; Jesus sehnte sich geradezu nach der Zweisamkeit mit Seinem Vater! Wahrscheinlich waren das die schönsten Stunden Seines irdischen Lebens. Damit meine ich nicht unbedingt die "Angenehmsten"! Vermutlich hatte Er auch während der Gemeinschaft mit Seinem Vater unter Kälte gelitten und wahrscheinlich auch unter körperlicher Müdigkeit. Möglicherweise hatte auch Er vom vielen Gehen Schmerzen an Füssen und Gelenken. Wir wissen es nicht! Aber wenn Jesus in gleicher Weise wie wir angefochten war (Hebr 4:15), dann war dies alles sehr wahrscheinlich! Doch trotz des möglicherweise körperlichen Ungemachs, war für den Geist Jesu und auch für Seine Seele, die Zweisamkeit mit Seinem Vater, eine Wohltat und Stärkung! Seine Liebesbeziehung zu Seinem Vater war Ihm wichtiger als alles andere! Hier empfing Jesus nicht nur Kraft, sondern ziemlich sicher auch neue Impulse für die nächsten Schritte. Die Auswahl der Apostel bedingte auf jeden Fall eine ganze Nacht im Gebet (Lk 6:12-13). Als Jesus dabei klar wurde, dass Er auch Seinen künftigen Verräter zu einem Apostel auswählen sollte, war das ziemlich sicher auch sehr schmerzvoll. Uns würde natürlich interessieren, was Jesus damals mit Seinem Vater besprach. Wir wissen es nicht und die Bibel hat uns das auch aus guten Gründen verborgen.

Dieses Sich-Absondern, war einerseits für Jesus ganz wichtig; aber ich bin überzeugt: auch für die Menschen. Nach der "Speisung der 5'000 (Männer)" wollten die Menschen Jesus "in Beschlag" nehmen und Ihn zum König machen. Sie wollten Ihn nicht deshalb zum König machen, weil sie Ihn als Person von ganzem Herzen liebten, sondern weil sie Ihn als "Brötchengeber" sehr gut gebrauchen konnten! Man stelle sich einmal vor, man hätte einen König, der immer für das Brot besorgt ist und man müsste nicht mehr "im Schweiße seines Angesichts" das Brot verdienen. Man könnte sich viel mehr um die "schönen Dinge" des Lebens kümmern! Vor allem hätte man mehr Zeit, den Vergnügungen und dem Genuss nachzulaufen. Jesus wäre dann so etwas ähnliches geworden, wie ein Geldautomat, der das Leben wesentlich vereinfacht hätte! Das war das Motiv, warum die Menschen Jesus damals zu ihrem König machen wollten. Leider sind auch bei uns Christen immer wieder ähnliche Motive zu finden. Aber Jesus will nicht für Menschen ein König sein, die Ihn lediglich als Bedürfnisstiller gebrauchen möchten, sondern für solche, die Ihn lieben, um Seiner selbst Willen. Jesus musste sich auch zurückziehen, um sich auf die Rede vorzubereiten, die auf das wahre Lebensbrot hinweist und nicht das materielle Brot im Hauptfocus hat!

Währenddem Jesus sich zurückzog, durchliefen die Schüler Jesu auch einen wichtigen Lernprozess. Als die Jünger alleine waren, stiegen sie in ein Boot. Eine Seeüberquerung mit dem Boot, war für die gelernten Fischer etwas absolut Alltägliches! Da kannten sie sich aus; da wussten sie Bescheid! Doch plötzlich wurde das, was ihnen so vertraut war, ganz anders! Die Dunkelheit brach herein, der See war aufgewühlt und ein heftiger Wind wehte! In Mt 14:24 wird berichtet, wie das Boot Not litt und ihnen der Wind entgegen war. Sie "kämpften" sich bis zur vierten Nachwache durch (also zwischen 3.00 und 6.00 Uhr morgens). Wir können davon auszugehen, dass nicht nur das Boot, sondern auch die Jünger Not litten. Das Problem: Jesus war diesmal nicht im Boot! Beim letzten Sturm schlief Er im Boot und sie konnten Ihn wecken (Mt 8:25). Diesmal konnten sie Ihn weder wecken noch rufen! Er war scheinbar einfach nicht da. Aber dann erscheint Er auf dem See. Er kommt auf eine Art und Weise zu Ihnen, wie sie es nie gedacht hätten. Die "Abwesenheit Jesu" liess die Schüler Jesu eine ganz neue Erfahrung machen.

  • Jesus kommt immer zur "richtigen Zeit", aber unerwartet und völlig anders als erwartet.

Persönlich glaube ich, dass es vor der Wiederkunft Jesu ähnlich ablaufen wird! Er kommt zur richtigen Zeit, für viele Menschen aber unerwartet und ziemlich sicher ganz anders, als erwartet! Die Jünger dachten sehr wahrscheinlich: "Jesus sehen wir erst, wenn wir 'an Land' sind." Mitten auf dem See rechneten sie nicht mit Ihm! Sie dachten, sie müssten diesen Sturm alleine durchstehen, da Jesus in diesem Moment "nicht abrufbar war". Wir sehen: Wenn Jesus scheinbar abwesend ist, dann hat auch das seine ganz bestimmten Gründe.

Nachdem die Jünger Jesus auf den See sahen, fürchteten sie sich und meinten, sie sähen einen Geist. Jesus sagte dann ganz einfach: Ich, ich bin [es], fürchtet euch nicht! (Joh 6:20) Der große "Ich-bin-der-ich-bin" ist immer da (2Mo 3:14), auch wenn man Ihn nicht hört, sieht oder fühlt. Darum brauchen wir uns nicht zu fürchten. Vers 21 macht geradezu den Eindruck, wie wenn das Boot ans Ufer "entrückt" wurde, nachdem sie Jesus erkannt haben. Wenn wir Jesus einmal von Angesicht zu Angesicht sehen dürfen, dann sind wir am Ziel; viel schneller als gedacht! Wie wunderbar!

Jesus und die Ihm Zugeteilten

Wie Jesus die Seinen sah, wird u. a. auch in Joh 6:37-40 deutlich:

  • Joh 6:37-40 - Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen; 38 denn ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht dass ich [meinen] Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. 39 Dies aber ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich von allem, was er mir gegeben hat, nichts verliere, sondern es auferwecke am letzten Tag. 40 Denn dies ist der Wille meines Vaters, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.

Dies sagte Jesus mitten in der Brotrede, die für viele Juden eine "Zumutung war". Gegen Ende dieser Rede wurde klar: "Die meisten Juden haben Jesus nicht verstanden; es war ihnen nicht möglich, das Gesagte geistlich zu interpretieren, weil sie nicht "von Neuem, bzw. aus Wasser und Geist, geboren waren (Joh 3:3-5)." Die einzigen, welche diese Rede "aushalten" konnten, waren letztlich die Schüler Jesu. Sie haben realisiert, dass sie nirgends sonst hingehen konnten und dass nur Jesus, Worte des "ewigen Lebens" hatte (Joh 6:68).

Nachdem Jesus die Volksmenge durch die Brotvermehrung fasziniert hatte, stiess Er sie mit der darauffolgenden Brotrede "vor den Kopf". Diesem Phänomen begegnen wir in den Evangelien immer wieder. Denken wir an die Karwoche, wo das Volk, beim Einzug in Jerusalem ganz euphorisch ihren König feiert und nur ein paar Tage später schreit: "Kreuzige ihn!" Aber auch bei den Jüngern gibt es so ähnliche Situationen. Petrus wurde von Jesus mit ganz besonderen Worten geadelt, als Er sagte:

  • Mt 16:18-19 - Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. 19 Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: Was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein.

Was hätte das in uns ausgelöst, wenn Jesus solches zu uns gesagt hätte? Wahrscheinlich wären wir sehr schnell auf den Gedanken gekommen: "Ich bin etwas Besonderes und wahrscheinlich bin ich in den Augen Gottes jemand, der viele andere überragt!" Und schon hätte uns der Hochmut wieder in Beschlag genommen. Vielleicht hatte sich auch bei Petrus unmerklich bereits ein solcher Hochmut im Herzen eingeschlichen: "Ich habe erkannt, dass Jesus der Christus und der Sohn Gottes ist (Mt 16:16). Ich bin als würdig befunden worden, die Schlüssel des Himmelreiches zu bekommen!" Kaum sah sich Petrus als der große "Bevollmächtigte", meinte er auch bereits schon, Jesus sagen zu müssen, was der richtige Weg für Ihn ist, indem er Jesus vom Leidensweg abhalten wollte. Petrus wird zuerst vom Heiligen Geist inspiriert, dann schleicht sich vmtl. unmerklich der Hochmut ein und dann wird er vom Satan inspiriert. Ich glaube, dass wir Gläubigen auch immer wieder mit dieser tragischen Abfolge zu kämpfen haben; bis hinein in die kleinsten Dinge des Alltags. Wir erleben einen besonderen Segen und freuen uns darüber. Aber sehr schnell bildet sich unser Herz etwas darauf ein und schon sind wir für die Inspiration Satans empfänglich, indem wir gut gemeinte Dinge sagen, die aber nicht dem Willen Gottes entsprechen.

Joh 6:37 hat angesichts der ablehnenden Haltung des Volkes eine ganz besondere Bedeutung. Gegen Ende der Brotrede lehnen fast alle Jesus ab. Aber Jesus scheint gelassen zu bleiben, wenn Er sagt: "Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen;" Das interpretiere ich ein stückweit so: 
"Auch wenn sich alle an mir ärgern; diejenigen, die Vater mir gibt, werden früher oder später zu mir kommen! Ich muss mich nicht bemühen, den Menschen zu gefallen, um möglichst viele zu gewinnen! Mein Vater, wirkt durch Seinen Geist in den Herzen der Menschen so, dass sie genau zu vorherbestimmten Zeitpunkt zu mir kommen! Ganz egal, wie lange das dauert!" Wir wissen, dass sich die Apostel bei der Gefangennahme Jesu über die unbegreifliche Passivität Jesu geärgert haben, bzw. Anstoß an Ihm nahmen (Mk 14:247). Gegen Ende - so scheint es - hatte Jesus alle verloren. Gemäss der weltlichen Weisheit hatte Er alles falsch gemacht! Doch Jesus achtete nicht auf Menschen, sondern nur auf Seinen Vater und so kam es, dass der Vater zu Ihm spricht:

  • Ps 110:1b – "Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde gemacht habe zum Schemel deiner Füße!"

Jesus liess sich nicht von der scheinbaren Erfolglosigkeit auf Erden beeinflussen. Er wollte ganz im Willen Seines Vaters leben.

Wenn wir im Willen des Vaters leben, dann kann es passieren, dass wir scheinbar alles verlieren; aber wenn wir in Christus bleiben, dann gehört uns trotzdem alles:

  • 1Kor 3:21-23 -So rühme sich denn niemand der Menschen, denn alles ist euer. Es sei Paulus oder Apollos oder Kephas, es sei Welt oder Leben oder Tod, es sei Gegenwärtiges oder Zukünftiges: alles ist euer, ihr aber seid Christi, Christus aber ist Gottes.

Die Menschen sind gegenüber Jesus, infolge ihrer sündigen Natur, grundsätzlich ablehnend eingestellt. Auch wir waren von Natur aus, Kinder des Zorns (Eph 2:3). Trotz dieser natürlichen Abneigung, die man ja auch als verletzend betrachten muss, sagt Jesus: "... und den, der zu mir kommt, werde ich auf keinen Fall hinausstoßen!" Jesus ist voller Liebe und deshalb auch nicht nachtragend. Er freut sich über jeden, der zu Ihm kommt und Er weiß, dass jeder, der bleibend zu Ihm kommt, vom Vater gegeben wurde. Der Vater hat Seinem Sohn Menschen als Seinen Leib zugewiesen. Als Jesus auf die Erde kam, gab Ihm der Vater einen irdischen Leib. So lesen wir auch:

  • Hebr 10:5b – "Schlachtopfer und Speisopfer (45*) hast du nicht haben wollen, einen Leib aber hast du mir bereitet"

Diesen Leib hatte er geopfert und jetzt bereitet Ihm der Vater einen neuen Leib und dieser Leib sind alle, die aus einer vertrauensvollen Liebesbeziehung zu Jesus leben.

In den anschliessenden Versen 38+39 lesen wir Folgendes:

  • HSN Joh 6:38-39 - denn ich bin [dazu] vom Himmel herabgekommen, dass ich nicht meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Das aber ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich von allem, was er mir gegeben hat, nichts verliere, sondern es auferstehen lasse am letzten Tag.

Auch diese Worte erinnern vielleicht ein stückweit an Hebr 10, der u. a. auch aus Psalm 40 zitiert:

  • Ps 40:7-9 - An Schlacht- und Speisopfern hattest du kein Gefallen, Ohren hast du mir gegraben; Brand- und Sündopfer hast du nicht gefordert. Da sprach ich: Siehe, ich komme; in der Rolle des Buches steht über mich geschrieben. Dein Wohlgefallen zu tun, mein Gott, liebe ich; und dein Gesetz ist tief in meinem Innern.

Jesus hatte die "besten geistlichen Ohren", weil Er immer auf das Reden Seines Vaters hören konnte. Da Jesus Seinen Vater auch gleichzeitig von ganzem Herzen liebte und Ihm gehorsam war, konnte Er den ganzen und wohlgefälligen Willen Seines Vaters tun. Jesus hatte es geliebt, den Wohlgefallen Seines Vaters zu tun. Für Jesus war das Tun des wohlgefälligen Willens des Vaters keine Pflicht; sondern Er liebte es, diesen Willen zu tun; auch wenn es für Ihn zeitweise auch unglaublich schmerzvoll war. An dieser Stelle spüren wir ebenfalls den großen Unterschied zwischen dem Sohn Gottes und uns. Schmerzvolle Gehorsamsschritte tun wir Menschen manchmal aus einem Pflichtgefühl gegenüber unserem Herrn. Aber damit können wir kaum richtig ausharren. Wir dürfen uns immer wieder prüfen: "Lieben wir es, Seinen Willen zu tun und Ihm gehorsam zu sein oder tun wir gewisse Dinge nur zähneknirschend aus Pflicht?"

Der Wille des Vaters ist, dass alle, die Er Seinem Sohn gegeben hat, nicht verloren gehe, bzw. sich vom wahren Leben ablöst. Alle Menschen, die der Vater dem Sohn anvertraut hat, sollen am Ende dieses Zeitalters auferstehen. Jesus hat also die Verantwortung darüber, dass die Ihm anvertrauten nicht verloren gehen. Das ist die Verantwortung des Sohnes! Jesus wacht darüber, dass wir gerettet werden, bzw. gerettet bleiben. Aber wie sieht es mit denen aus, die vom Glauben abfallen werden? In diesen Fällen stellt sich die berechtigte Frage, ob sie wirklich solche sind, die der Vater dem Sohn gegeben hat. Ich glaube nicht! Ich vermute viel eher, dass es Menschen sind, die den christlichen Glauben "cool" finden und entdeckt haben, dass dieser Glaube auch etliche irdische Vorteile mit sich bringt. Es sind nicht Menschen, die Jesus um Seiner selbst Willen lieben.

Es ist der Wille des himmlischen Vaters, dass jeder der den Sohn anschaut und an ihn glaubt, äonisches (göttliches, verborgenes) Leben habe: HSN Joh 6:40 - Denn das ist der Wille meines Vaters, dass jeder, der den Sohn anschaut und an ihn glaubt, ewiges Leben habe (43*), und ich selbst werde ihn auferstehen lassen am letzten Tag (42*). Gott möchte also, dass die Menschen auf Seinen Sohn schauen, weil nur dieser Blick wesenhaft verändert und weil nur diese Schau ein Vertrauen in Jesus Christus erzeugt, der die Liebesbeziehung zum himmlischen Vater zur Folge hat. Allein diese Liebesbeziehung erzeugt wahres Leben, weil dadurch die Verbindung zum Leben hergestellt ist. Es ist wie der Elektromotor, der am Strom angeschlossen ist. Ohne einen Stromanschluss ans Netz oder an einen gefüllten Akku, ist jeder Elektromotor nicht funktionsfähig! Wir können nichts bewegen, das Ewigkeitswert hat, ohne die Lebensverbindung zum Schöpfer des Universums. Das Anschauen des Sohnes verändert unser Bewusstsein und erhält die Vertrauensbeziehung zum Schöpfer. Alle kämpfen um unsere Blicke und somit um unsere Aufmerksamkeit. Wem geben wir unsere Beachtung und wem schenken wir unsere Blicke und wie oft? Viele Christen haben kaum Zeit, täglich zwei Kapitel im Wort Gottes zu lesen; dafür haben sie viel Zeit fürs Internet, das Fernsehen. Sie lesen seitenweise Zeitungskommentare oder irgendwelche Schundromane, wo Blutvergiessen und Ehebruch an der Tagesordnung ist. Diese Anmerkungen sollen nicht dazu dienen, sich selbst wieder irgendwelche neue Gesetze zu machen, wie viel man in der Bibel "lesen muss" und wie viel man die Zeitung "studieren darf". Es geht viel mehr darum, wie groß unsere Liebe zum Herrn ist. Haben wir Verlangen nach Seinem Reden und sehnen wir uns nach der Gemeinschaft mit Ihm oder gehört mein Bibellesen und Beten zu meinem frommen Pflichtprogramm. Wenn ich dann mein "Pflichtprogramm" erfüllt habe, bin ich mit mir selbst zufrieden und wenn nicht, bin ich frustriert.

Wenn der Vater zieht

Wir haben gesehen, dass der Vater Seinem Sohn Menschen gibt, die dann zum Sohn kommen. Doch wie kommen sie zum Sohn? Lesen wir dazu den Vers 44:

  • Joh 6:44 - Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.
  • Joh 6:65 - Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt, dass niemand zu mir kommen kann, es sei ihm denn von dem Vater gegeben.

Für Jesus war klar, nur das Ziehen des Vaters führt dazu, dass Menschen überhaupt zu Ihm kommen. Seine "1'000 Wunder" führen nicht dazu, dass sie bleibend zu Ihm kommen! Es können Tote auferstehen, Blinde sehend werden und Lahme gehen; aber das alles führt nicht zu einer bleibenden Treuebeziehung zu Jesus, die auch dann noch hält, wenn das Christsein sehr schwer ist. Denken wir nur an Verfolgungen, irgendwelche Bedrängnisse und Ängste (2Kor 12.). Nicht das Spektakel oder 1'000 Wunder und auch nicht die Lösung aller Probleme führen zu einer grundlegenden Änderung des Menschen, sondern allein das Einwirken des Geistes Gottes auf das menschliche Herz.

Im Moment existiert ein großes Geschrei über den Klimawandel! Nehmen wir einmal an, wir könnten das Problem des Klimawandels von heute auf morgen absolut befriedigend lösen. Aber da wir nicht so bescheiden sein wollen, nehmen wir auch einmal an, dass Gott die weltweite Umweltverschmutzung, der Hunger, alle kriegerischen Auseinandersetzungen, alle Krankheiten, alle anderen Mangelerscheinungen sowie alle sozialen Ungerechtigkeiten von jetzt auf gleich beseitigen würde! Was wäre dann? Die meisten Menschen würden wahrscheinlich sagen: "Jetzt haben wir das Paradies auf Erden!" Viele würden wahrscheinlich auch "Halleluja" schreien und wären Gott vielleicht auch noch dankbar. Und dann? Hätte dieser Idealzustand (wie im 1'000-jährigen Reich) zur Folge, dass die Menschen einander dann bedingungslos lieben würden? Wer das glaubt ist naiv und er hat das sündige Wesen des Menschen noch nicht erkannt! Viele bleiben auch in so einem "Idealzustand" sehr egoistisch. Das Schlimme ist auch, dass der Idealzustand mit der Zeit zu einer Selbstverständlichkeit wird; spätestens nach der 2. oder 3. Generation. Die Sucht nach mehr Vergnügen und Genuss, die nimmt immer mehr zu! Ganz egal wie viel man hat, man sieht immer noch jemand, der anscheinend mehr hat!

Für mich ist klar: "Es braucht eine Veränderung des Menschen von Innen her! Der Mensch muss durch den Heiligen Geist neu geboren werden! Die Optimierung der äußeren Umstände bewirken keine bleibende Veränderung und deshalb auch nichts, was für die Ewigkeit brauchbar wäre."

Diese grundsätzliche Veränderung, die von Innen her geschieht, bewirkt der himmlische Vater, indem Er zuerst einmal zu Jesus zieht! Aber wie macht Er das? Wann macht Er das? Bei wem macht Er das? Wir merken; mit diesen Fragen stoßen wir an unsere Grenzen! Die umfassende Beantwortung dieser Fragen, die gibt es nicht! Viel mehr gilt auch hier:

  • HSN - Joh 3:8 - Der Wind weht, wo er will, und du hörst [zwar] seine Stimme, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht; so ist jeder aus dem Geist Erzeugte.

Trotzdem hat uns die Bibel einiges offenbart:

  1. Die Frage, wie Gott zieht, kann man ein stückweit bei sich selbst und bei anderen erkennen: Gott zerbricht uns, indem Er uns in schwere Schicksalsschläge führt, indem wir die "Kontrolle über unser Leben" verlieren, indem wir plötzlich eine Sinnlosigkeit oder eine innere Leere verspüren, indem uns plötzlich bewusst wird, dass wir sterben müssen, indem wir uns nach einer wahren Liebe und Annahme sehnen usw. Bei jedem Menschen läuft das anders ab, aber jeder verspürt irgendwann einmal die Sehnsucht nach wirklicher Erfüllung und diese findet er nur in der Liebe Gottes! Durch die äusseren und inneren Zustände führt der Vater die Menschen zu dieser Sehnsucht nach bleibender Erfüllung und die findet man nicht in einer materiellen und körperlichen Befriedigung! In dieser Sehnsucht wirkt der Geist Gottes und führt die Menschen durch unterschiedlichste Art und Weise zu Jesus. Viele hören irgendwo das Evangelium, andere lesen in der Bibel und wieder andere bekommen den Hinweis auf Jesus in einer Begegnung mit Menschen. Man kann also sagen: "Durch die unterschiedlichen Führungen und durch den Geist zieht Gott die Menschen zu Jesus!
  2. Wann Gott das macht, entzieht sich unserer Kenntnis. Es ist fast immer so, dass wir erst im Nachhinein sehen, wann Gott das bei den einzelnen Menschen macht.
  3. In Sachen Auserwählung ist es so, dass Gott mehrheitlich das auswählt, was in dieser Welt nichts ist, das Schwache und das Elende (1Kor 1:27).

Jeder, der zum Sohn kommt (durch das Ziehen des Vaters), wird von Jesus nicht hinausgestossen (Joh 6:37). Er wird Gemeinschaft mit Ihm haben und aus einer Vertrauensbeziehung mit Ihm leben. Das hat dann auch zwangsläufig zur Folge, dass Jesus ihn am letzten Tag auferstehen lassen wird (Joh 6:40). Eine Auslegung für "die Auferstehung am letzten Tag" ist alles andere als einfach. Eine Möglichkeit sehe ich darin, dass der Leib der Gläubigen erst am letzten Tag auferstehen wird. Zu diesem letzten Tag gehört auch die Endzeit im engeren Sinn, also auch die "letzten sieben Jahre". Vor oder mit Beginn dieser letzten sieben Jahre findet, meines Erachtens, auch die Entrückung der Gemeinde aus den Nationen statt und da werden auch die Leiber der Gläubigen auferstehen. Vermutlich gehört diese Zeit, prophetisch gesehen, auch zum letzten Tag. Aber es ist mir klar, dass man diese Stelle auch anders auslegen kann.

Der Vater hat den Sohn gesandt

In keinem anderen Evangelium wird so oft betont, dass der Vater den Sohn gesandt hat. Hier eine Auswahl:

  • Joh 6:57 - Wie der lebendige Vater mich gesandt hat, und ich lebe um des Vaters willen, [so] auch, wer mich isst, der wird auch leben um meinetwillen.
  • Joh 7:16 - Da antwortete ihnen Jesus und sprach: Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, der mich gesandt hat.
  • Joh 7:18 - Wer aus sich selbst redet, sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und Ungerechtigkeit ist nicht in ihm.
  • Joh 7:28-29 - Jesus nun rief im Tempel, lehrte und sprach: Ihr kennt mich und wisst auch, woher ich bin; und ich bin nicht von mir selbst gekommen, sondern der mich gesandt hat, ist wahrhaftig, den [ihr] nicht kennt. 29 Ich kenne ihn, weil ich von ihm bin und er mich gesandt hat.

Jesus sah sich selbst immer als einer, der vom Vater gesandt wurde. Dieses Bewusstsein hatten wahrscheinlich alle Propheten. Bevor der Gesandte bei den Hörern oder Empfängern ankommt, muss er zuvor bei dem gewesen sein, der ihn sandte. Er muss den "Sender" gehört, verstanden und im optimalen Fall erkannt haben.

Echte Propheten haben Gott zuerst gehört, sie haben Ihn meist verstanden (zumindest in dem, was sie gehört haben) und sie haben Gott vielfach auch erkannt (obwohl es nur ein stückhaftes Erkennen war). Jesus war der Einzige, der aus des Vaters Schoß kam und Ihn vollkommen hörte, verstand und absolut erkannte. Das vollständige Erkennen des Vaters bedeutete auch, dass Er ganz eins mit Ihm war.

Wer nicht auf den Vater hört (Ihm gehorcht), Ihn versteht und erkennt (wenn auch nur stückhaft), kann kein Gesandter Gottes sein. Zu Seinen Schülern sagte Jesus:

  • Joh 20:21b - Wie der Vater mich ausgesandt hat, sende ich auch euch.

Auch wir haben diesen Auftrag! Paulus formuliert dies einfach etwas anders:

  • 2Kor 5:20 - So sind wir nun Gesandte an Christi Statt, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt; wir bitten für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott!

Damit wir unserer Berufung gerecht werden können, müssen wir zuerst lernen, auf Gott zu hören (Ihm zu gehorchen)! Wer danach strebt und diesem Ziel nachjagt, wird Gottes Gedanken immer besser verstehen (auch wenn wir Sein Handeln auf dieser Erde nie ganz verstehen werden)! Wer Gott besser versteht, erkennt Ihn besser und wird auch immer mehr eins mit Ihm.

Folgende Eigenschaften eines Gesandten sind sehr wichtig:

  1. Der von Gott Gesandte lebt nicht um seiner selbst Willen (Joh 6:57). Für Jesus war das immer klar: "Ich lebe um des Vaters Willen!" Er lebte wegen Gott und für Gott. Auch wir Christen leben um Jesu Willen. Das dürfen und müssen wir Christen uns immer wieder bewusst machen. Wir sind nicht dazu da, um möglichst gut "über die Runden" zu kommen oder möglichst viel Glück erleben zu dürfen, sondern um unserem Gott zu dienen.
  2. Der von Gott Gesandte bringt keine eigene Lehre (mit der er sich profilieren könnte), sondern die Lehre Gottes, die allein Erlösung bringt und uns zum wahren Leben führt. Die schönste Philosophie bewirkt das nicht, weil sie kein göttliches Leben in sich hat!
  3. Der von Gott Gesandte redet nicht aus sich selbst, sondern er bringt die frohe Botschaft Gottes den Menschen. Das, was er verkündet, ist nicht sein geistliches Eigentum, sondern etwas, das ihm anvertraut wurde. Wer sich auf das ihm Anvertraute etwas einbildet, ist ein Narr!
  4. Der von Gott Gesandte sucht die Ehre dessen, der ihn gesandt hat. Wer seine eigene Ehre sucht, ist nicht von Gott gesandt! Er redet aus sich selbst, um sich zu profilieren, um zu beeindrucken, um seinen Selbstwert zu erhöhen usw.! Wer sich von Gott senden lässt, kann ganz klein werden und auch wie Johannes sagen: "ER muss wachsen, ich aber abnehmen (Joh 3:30)!" Das Gebet; "Herr Jesus schenke, dass Du durch mein Reden und Handeln geehrt wirst", empfinde ich als ganz wichtig und sollten wir uns täglich in Erinnerung rufen!
    
An dieser Stelle kann man erkennen, ob jemand "wahrhaftig" ist. Warum? Der Wahrhaftige, weiß, dass ihm alles geschenkt ist und für ihn ist klar, dass alle Ehre Dem gebührt, der uns gemacht hat. Wer seine eigene Ehre sucht, täuscht sich selbst und alle anderen, indem er sich einbildet, etwas aus sich selbst zu sein. Er meint, er könne ohne seinen Schöpfer etwas Ewiges und Bleibendes schaffen. Auch wenn es ihm vielleicht nicht bewusst ist, er lebt in einer Lüge, die auch andere verführt! Dadurch ist er auch ungerecht! Gerechtigkeit gibt es nur durch eine vertrauensvolle Liebesbeziehung zum Schöpfer und Erlöser der Menschheit!

Jesus denkt vertikal – die Menschen horizontal

Jesu Ziel war, wieder dahin zurückzukehren, von wo Er gekommen ist. Die erneute Vereinigung mit dem Vater (nach der Auferstehung) war sein Ziel und dieses Ziel konnte Er nur erreichen, indem Er ganz auf den Vater ausgerichtet war und zu Seiner Ehre lebte!

  • Joh 7:33-35 - Da sprach Jesus: Noch eine kleine Zeit bin ich bei euch, und ich gehe hin zu dem, der mich gesandt hat. 34 Ihr werdet mich suchen und nicht finden, und wo ich bin, könnt [ihr] nicht hinkommen. 35 Es sprachen nun die Juden zueinander: Wohin will dieser gehen, dass wir ihn nicht finden sollen? Will er etwa in die Zerstreuung der Griechen gehen und die Griechen lehren?

Hier sehen wir, wie der aus Gott Geborene denkt und wie die Juden (die nicht von Neuem geboren wurden) und die Welt denkt. Es ist das klassisch horizontale Denken! Als Jesus sagte, dass Er zum Vater gehen wird, wo ihm die Anwesenden nicht folgen können, da meinten sie, Er gehe in ein anderes Land. Es zeigt ihr horizontales Denken. Aber das horizontale Denken finden wir an ganz vielen Orten, gerade im Johannesevangelium kann man das an so vielen Stellen erkennen:

Stelle Horizontales Denken Vertikales Denken
Joh 2:13-17 Der Tempel eignet sich wunderbar für Geschäfte. Der Tempel wäre als Ort der Anbetung gedacht. Hier geht es um die Liebesbeziehung zum Schöpfer.
Joh 3:1-8 Der Tempel eignet sich wunderbar für Geschäfte. Der Tempel ist als Ort für die Anbetung gedacht. Hier geht es um die Liebesbeziehung zum Schöpfer.
Joh 4 Die Samariterin denkt an ein "Zauberwasser", bei dem ihr Leib nie mehr Durst verspüren wird. Jesus hat aber vom geistlichen Lebenswasser gesprochen
Joh 6 Das Volk meinte, Jesus wolle ihnen Sein irdisches Fleisch als Brot anbieten. Jesus meinte Seinen himmlischen Herrlichkeitsleib, dass sie als Sein "Fleisch" essen sollten.
Joh 8:33-39 Das Volk meinte, sie seien Kinder Abrahams, weil sie fleischlich von ihm abstammten. Für Jesus war die "geistliche Abstammung von Abraham" das Entscheidende und die zeigt sich in den "Glaubens-)werken" (Gal 3:7).

Unablässig "vertikal" zu Denken, ist eine der größten Herausforderungen für uns Gläubige. Von Natur aus, denken wir praktisch immer horizontal:

Wie stehe ich im Vergleich mit meinen Mitmenschen da?
Wie könnte ich mein irdisches Leben optimieren?
Wie komme ich zu der Anerkennung von Menschen?
usw.

Das vertikale Denken sieht hinter allem das Wirken und die Führung Gottes. Für das vertikale Denken gibt es nichts, was Gott nicht zugelassen hätte und auch nicht irgendeinen tieferen Sinn hätte. Für dieses Denken gibt es keine Unmöglichkeiten! In diesem Denken geht um das Erkennen des Unsichtbaren, des Wesenhaften und Ewigen! So schreibt Paulus auch:

  • 2Kor 4:18 - da wir nicht das Sichtbare anschauen, sondern das Unsichtbare; denn das Sichtbare ist zeitlich, das Unsichtbare aber ewig.

Hier sehen wir auch, dass das horizontale Denken sich auf das Sichtbare fixiert. Dieses Denken richtet deshalb nach dem Fleisch. So lesen wir in Joh 8:14-16:

  • Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Auch wenn ich von mir selbst zeuge, ist mein Zeugnis wahr, weil ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe; [ihr] aber wisst nicht, woher ich komme oder wohin ich gehe. 15 [Ihr] richtet nach dem Fleisch, ich richte niemand. 16 Wenn ich aber auch richte, so ist mein Gericht wahr, weil ich nicht allein bin, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat. 17 Aber auch in eurem Gesetz steht geschrieben, dass das Zeugnis zweier Menschen wahr ist. 18 Ich bin es, der von mir selbst zeugt, und der Vater, der mich gesandt hat, zeugt von mir. 19 Da sprachen sie zu ihm: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennt weder mich noch meinen Vater; wenn ihr mich gekannt hättet, so würdet ihr auch meinen Vater gekannt haben.

Weil Jesus von oben auf die Erde herabgekommen ist, war Er auch als Einziger in der Lage 100% vertikal zu denken. Wir Menschen sind aber "aus dem Fleisch geboren" und sind deshalb auch "fleischlich"; es sei denn, dass uns Gott ebenfalls von Neuem geboren hat. Wiedergeborene können jetzt durch den Heiligen Geist und durch das Wort Gottes immer mehr in dieses "vertikale Denken" hineinkommen!
Das vertikale Denken ist ein Denken, in dem die Liebesbeziehung zu Gott, die Basis für alles Handeln ist. Damit ist auch ein Denken, Reden und Handeln aus der Gnade verbunden. Der Vater im Himmel ist der alles Gebende, der Schenkende, der Belebende. Wenn ich alles, was in meinem Leben geschieht, mit meinem himmlischen Vater in Verbindung bringen kann, dann habe auch ich ein vertikales Denken bekommen und dann ist das Realität geworden, was auch der König Salomo schrieb:

  • Spr 3:6 - Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn, dann ebnet er selbst deine Pfade!

Vertikales Denken ist auch ein Denken, dass sich mit dem Denken Gottes verbindet. Es ist ein verborgenes – und für die Welt unverständliches – Denken. Man könnte es auch als ein äonisches Denken bezeichnen, denn alles Äonische ist etwas (göttlich) Verborgenes, bzw. Verheimlichtes.

Eine faszinierende Gleichung

Jesus sagte in der "Hirtenrede" Folgendes:

  • Joh 10:14-17 - Ich bin der gute Hirte; und ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, 15 wie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne; und ich lasse mein Leben für die Schafe. 16 Und ich habe andere Schafe, die nicht aus diesem Hof sind; auch diese muss ich bringen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird [eine] Herde, [ein] Hirte sein. 17 Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, um es wiederzunehmen.

Das was Jesus hier sagte, können wir kaum nachvollziehen. Die Seinen kennen Jesus so, wie der Vater Seinen Sohn kennt! Niemand kennt den Sohn so gut, wie der Vater und jetzt sagt Jesus, dass die Seinen Ihn auch so kennen. Wie kann das stimmen? Wie müssen wir uns das vorstellen? Zwei Möglichkeiten fallen mir dazu ein:

  1. Jesus meint damit einfach das Erkennen, dass Er der Sohn Gottes ist
  2. Jesus beschreibt hier eine Tatsache, die in Zukunft so sein wird! Viele Aussagen der Bibel, blenden die Zeit einfach aus und beschreiben etwas Zukünftiges so, wie wenn es in der Gegenwart schon Realität wäre. Für Gott, der ja ziemlich sicher auch ausserhalb der Zeit lebt, sind viele Dinge schon Realität, die wir jetzt aber noch nicht sehen. Zum Beispiel sagt Paulus:
  • Röm 6:11 - So auch ihr: Haltet (o. rechnet) euch der Sünde für tot, Gott aber lebend in Christus Jesus!

Obwohl wir noch täglich sündigen, dürfen wir uns der Sünde für tot halten. De jure ist das, aufgrund von Golgatha, schon eine Tatsache, aber de facto ist es noch nicht sichtbar! Im Zusammenhang mit dem hohepriesterlichen Gebet schreibt Dr. Vernon McGee: „Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue“ (Joh 17:4). Dieser Satz klingt fast so, als würde Jesus seinem himmlischen Vater einen Abschlussbericht übergeben. Dabei ist er ja noch gar nicht am Kreuz gestorben. Das heißt, Jesus redet über den Kernpunkt seines Auftrages, als wäre dieser schon Vergangenheit. Bei den alttestamentlichen Propheten stößt man häufig auf das gleiche Phänomen und ist dann nicht selten irritiert, weil man denkt: „Moment mal, wann ist denn das passiert, was der Prophet hier schildert?“ Doch damit soll offenbar zum Ausdruck gebracht werden: Wenn Gott etwas durch einen Propheten ankündigt, geht diese Ankündigung so sicher in Erfüllung, als ob man auf ein längst vergangenes Ereignis zurückblicken würde. Entsprechend steht für Jesus fest: „Ich bringe meinen Auftrag zum Abschluss. Ich werde am Kreuz für die Sünden der Menschen sterben und durch diese Tat meinen Vater ehren.“ Für Jesus und seinen Vater ist die Zukunft genauso real wie die Vergangenheit. Das hat übrigens für Sie und mich einen unschätzbaren „Vorteil“, wenn ich es einmal so ausdrücken darf. Denn die Worte Jesu am Kreuz, „Es ist vollbracht“ (Joh 19:30), haben auch dann Gültigkeit, wenn Sie oder ich noch gar nicht darüber entschieden haben, ob wir das Angebot der Sündenvergebung tatsächlich annehmen wollen. Ja, Jesus hat seinen Teil bereits dazu beigetragen, bevor wir überhaupt geboren wurden. Und deshalb kann absolut nichts dazwischenkommen, was unsere Erlösung verhindern könnte."

Jesus handelt im Namen (Auftrag) Seines Vaters

  • Joh 10:24-30 - Da umringten ihn die Juden und sprachen zu ihm: Bis wann hältst du unsere Seele hin? Wenn du der Christus bist, so sage es uns frei heraus. 25 Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich in dem Namen meines Vaters tue, diese zeugen von mir; 26 aber [ihr] glaubt nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen, wie ich euch gesagt habe. 27 Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; 28 und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben. 29 Mein Vater, der [sie] mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann [sie] aus der Hand [meines] Vaters rauben. 30 Ich und der Vater sind eins.

Der Vater hat den Sohn geheiligt

  • Joh 10:36-37 - sagt [ihr] von dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst, weil ich sagte: Ich bin Gottes Sohn ? 37 Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue, so glaubt mir nicht! 38 Wenn ich sie aber tue, so glaubt den Werken, wenn ihr auch mir nicht glaubt, damit ihr erkennt und versteht, dass der Vater in mir ist und ich in dem Vater!

Der Vater (er)hört den Sohn allezeit

  • Joh 11:40-42 - Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt, wenn du glaubtest, so würdest du die Herrlichkeit Gottes sehen ? 41 Sie nahmen nun den Stein weg. Jesus aber hob die Augen empor und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. 42 Ich aber wusste, dass du mich allezeit erhörst; doch um der Volksmenge willen, die umhersteht, habe ich es gesagt, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.

Wer Jesus sieht, sieht den Vater

  • Joh 12:44-50 - Jesus aber rief und sprach: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat; 45 und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. 46 Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe; 47 und wenn jemand meine Worte hört und nicht befolgt, so richte ich ihn nicht, denn ich bin nicht gekommen, dass ich die Welt richte, sondern dass ich die Welt errette. 48 Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, hat den, der ihn richtet: das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tag. 49 Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, er hat mir ein Gebot gegeben, was ich sagen und was ich reden soll; 50 und ich weiß, dass sein Gebot ewiges Leben ist. Was ich nun rede, rede ich so, wie mir der Vater gesagt hat.

Das Vermächtnis der Gottesbeziehung

Die Abschiedsreden Jesu (Joh 13-17) könnte man durchaus als das Vermächtnis Jesu an Seine Jünger bezeichnen.

Niemand kommt zum Vater, als nur durch Jesus

  • Joh 13:20 - Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer aufnimmt, wen ich senden werde, nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.
  • HSNJoh 14:6-11 - Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. 7 Wenn ihr mich erkannt habt, so werdet ihr auch meinen Vater erkennen, und von nun an erkennt (41*) ihr ihn, ja ihr habt ihn gesehen. 8 Da sagt Philippus zu ihm: Herr, zeige uns den Vater - das genügt uns. 9 Jesus spricht zu ihm: so lange Zeit bin ich [schon] mit euch zusammen und du hast mich [noch] nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen - wie [kannst] du da sagen: "Zeige uns den Vater?" 10 Glaubst du nicht, dass ich im Vater [bin] und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich euch sage, rede ich nicht von mir selbst aus; vielmehr vollbringt der Vater, der bleibend in mir wohnt, [durch nicht] seine Werke. 11 Glaubt mir, dass ich im Vater [bin] und der Vater in mir [ist] - wenn aber nicht, so glaubt um der Werke selbst willen!

Der Menschensohn und Gott ist verherrlicht

  • HSNJoh 13:31-32 - Als er nun hinausgegangen war, sagt Jesus: Nun ist der Menschensohn verherrlicht und Gott [selbst] ist in ihm verherrlicht worden. Wenn Gott in ihm verherrlicht wurde, so wird Gott auch ihn in sich selbst verherrlichen.

Heinz Schumacher schreibt in den Anmerkungen dazu:

Die Erfahrung von Verrat und Leid und Kreuz und Tod ist für Jesus nicht Schande und Schmach, sondern Verherrlichung des Vaters durch Gehorsam.

Die göttliche "WG" als Folge der Liebesbeziehung

  • HSNJoh 14:2-3 - Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen. Hätte ich andernfalls wohl zu euch gesagt: „Ich gehe hin, um euch eine Stätte zu bereiten? Und wenn ich hingegangen bin und euch eine Stätte bereitet habe, so komme ich wieder und nehme euch zu mir, damit, wo ich bin, auch ihr seid.

Die wunderbare Bitte des Sohnes

  • HSNJoh 14:16-18 - und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, damit er bei euch sei in Ewigkeit: 17 den Geist der [göttlichen] Wahrheit und Wirklichkeit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn weder wahrnimmt noch kennt. Ihr [aber] kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. 18 Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, ich komme zu euch.
  • HSNJoh 14:26 - Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich selbst euch gesagt habe.

Jesus im Vater

  • HSNJoh 14:20-21 - An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater [bin] und ihr in mir und ich in euch. 21 Wer meine Weisungen besitzt und sie befolgt, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich selbst ihm offenbaren –

In Joh 14:23 benutzte Jesus den Plural, als Er von sich und dem Vater sprach und sagte:

  • HSNJoh 14:23 - Wenn einer mich liebt, so wird er mein Wort bewahren und mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bleibende Wohnung bei ihm nehmen.

Wer den Sohn liebt, freut sich, dass Er beim Vater ist

  • HSNJoh 14:28 - Ihr habt gehört, dass ich euch gesagt habe: "Ich gehe hin und komme [wieder] zu euch". Wenn ihr mich liebtet, würdet ihr euch [darüber] freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich.

Wer Jesus liebt, freut sich darüber, dass Er zum Vater geht, bzw. beim Vater ist. Beim Vater zu sein, ist für Ihn das Schönste! Für Ihn gibt es nichts Schöneres als beim Vater zu sein. Darum kann man sich für Ihn freuen. Aber warum begründet Jesus dies, mit der Aussage, "denn der Vater ist größer als ich"? Heisst das vielleicht: "Nur die liebevolle Gemeinschaft mit dem Größeren kann wahre Erfüllung und Freude geben!" Es beinhaltet vmtl. auch die Tatsache, dass der Heimgang zum Vater u. a. deshalb möglich wurde, weil Jesus den ganzen Auftrag Seines Vaters erfüllt hat und weil der Vater - als der Größere - Ihm Gnade dazu gegeben hat.

Der Vater "reinigt" den "Leib des Sohnes"

  • HSNJoh 15:1-3 - Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Weingärtner. Jede Rebe an mir, die nicht Frucht bringt, entfernt er, und jede, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie [noch] mehr Frucht bringe. 2 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. 3 Bleibt in mir und ich in euch! Wie die Rebe nicht von sich selbst aus Frucht bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt.

Der Vater liebt den Sohn

  • HSNJoh 15:9-12 - Wie mich der Vater geliebt hat, habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! 10 Wenn ihr meine Weisungen befolgt, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Weisungen meines Vaters befolgt habe und in seiner Liebe bleibe. 11 Dies habe ich zu euch geredet, damit meine Freude in euch sei und eure Freude vollkommen werde. 12 Dies ist meine Weisung [an euch], dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe.

Der Sohn gibt dem Vater Ehre und der Vater dem Sohn

  • HSN Joh 17:4 - Ich habe dich verherrlicht auf Erden, indem ich das Werk zu Ende führte, das du mir aufgetragen hast, damit ich's tue
  • Joh 8:54-56 Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts; mein Vater ist es, der mich ehrt, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott. 55 Und ihr habt ihn nicht erkannt, ich aber kenne ihn; und wenn ich sagte: Ich kenne ihn nicht, so würde ich euch gleich sein: ein Lügner. Aber ich kenne ihn, und ich bewahre sein Wort. 56 Abraham, euer Vater, jubelte, dass er meinen Tag sehen sollte, und er sah [ihn] und freute sich.
  • Joh 12:27-30 - Jetzt ist meine Seele bestürzt. Und was soll ich sagen? Vater, rette mich aus dieser Stunde? Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen. 28 Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme aus dem Himmel: Ich habe [ihn] verherrlicht und werde [ihn] auch wieder verherrlichen. 29 Die Volksmenge nun, die dastand und zuhörte, sagte, es habe gedonnert; andere sagten: Ein Engel hat mit ihm geredet. 30 Jesus antwortete und sprach: Nicht um meinetwillen ist diese Stimme geschehen, sondern um euretwillen.